
Mit Kritik umgehen: Warum sie uns tagelang beschäftigt | Paartherapeutin Diana Boettcher

Transcript
Mareike Kaczmarek: High Five, Leute Ich bin's wieder, Mareike von digital kompakt. Und heute beschäftigen wir uns mit einem sehr, sehr spannenden Thema, das wir auch alle kennen. Und das uns auf der einen Seite lieb ist. Und auf der anderen Seite tut es uns manchmal richtig weh. Es geht nämlich um das wunderschöne Thema Kritik. Warum hängt uns Kritik manchmal tagelang nach und wie schaffen wir es, das Ganze loszuwerden? Ja, Kritik äußern ist die eine Seite, Das fällt uns dann häufig relativ leicht. Da kann man mal ganz schnell sagen, was uns am anderen stört. Wenn wir aber die Kritik bekommen, Das ist dann manchmal wie so ein Schmerz und kann uns dann manchmal schlaflose Nächte besorgen. Und Kritik begegnet uns ja überall. Begegnet uns im Job oder in der Familie, in der Beziehung, beim Nachbarn, im Supermarkt und wie auch immer. Manchmal aber auch, Ganz schmerzhaft, fällt mir gerade ein, LinkedIn und Co. Ein Kommentar von 500, der schlecht ist. Die 499, Die vergessen wir ganz schnell, Die sagen, wuhu, wie toll, Und der eine schlechte, der piekst und der ärgert uns, und der lässt uns eigentlich nicht mehr los. Und für dieses schöne Thema habe ich mir Paartherapeutin Diana Boettcher wieder eingeladen und freue mich jetzt, dich. Ein wenig zu löchern zum Thema Kritik. Hi
Diana Boettcher: Hallo Joël, Schön wieder dabei zu sein.
Mareike Kaczmarek: So, Diana, Kritik. Wie findest du Kritik selbst?
Diana Boettcher: Ich mag Kritik natürlich auch überhaupt nicht. Und da ich ja so als Paartherapeutin sehr sensibilisiert bin. Für diese ganzen emotionalen Themen, weiß ich, dass Kritik natürlich immer auch ein emotionales, negatives Signal ist und gleichzeitig aber auch eins sein kann, was verbinden kann, wenn man das Miteinander umdeuten kann. Aber ich glaube, es ist die Natur des Menschen, dass man einfach Kritik nicht mag. Ja, wir wollen alle. Gesehen, gemocht, Anerkannt werden. Und wenn wir erfahren oder wissen, oder auch nur die Befürchtung haben, dass jemand, der uns wichtig ist, was er an uns nicht mag, das verunsichert uns eher.
Mareike Kaczmarek: Warum ist es eigentlich so, dass manche auf Kritik total entspannt reagieren und andere wiederum explodieren? Oder ziehen sich komplett zurück oder werden total emotional und brechen in Tränen aus?
Diana Boettcher: Also erstmal glaube ich, dass es die meisten Menschen doch auch... berührt, also immer berührt und wie wir dann damit umgehen. ist eine Persönlichkeitseigenschaft, Es ist aber auch etwas, was wir erfahren haben, was dürfen wir, ja, wie dürfen wir darauf reagieren, je nach Prägung, wie wir geprägt worden sind in unserem sozialen Umfeld, ja, Und das andere ist auch nochmal Temperament, wie feinfühlig wir auch sind, ja. Das kann man alles aus unseren Reaktionen ablesen. Gerade auch wenn jemand sehr kühl oder Cool reagiert, muss das aber auch noch nicht viel heißen.
Mareike Kaczmarek: Warum ist das so, dass Kritik uns ganz häufig richtig wehtut?
Diana Boettcher: Also erst mal ist es wichtig, Wenn Sie uns richtig doll wehtut, dann kommt Sie von einem Menschen, der uns wirklich wichtig ist. Sei es eine Partnerin, ein Partner, sei es die Eltern, Eine gute Freundin. Oder eine Autoritätsperson, die uns einfach sehr, Sehr wichtig ist, wo wir es brauchen, dass dieserjenige wirklich viel von uns hält. Und wenn dann von so jemandem ein wichtiger Punkt kommt, dann tut das weh. Wichtig ist aber auch hier, Wie wird diese Kritik geäußert. Wir können ja das auch auf verschiedenen Wegen äußern. Und dann kann es besonders wehtun, wenn sie sehr destruktiv geäußert wird, wenn sie sehr abwertend geäußert wird. Dann kann das auch wehtun. Und dann gibt es eine individuelle Empfindsamkeit gegenüber.
Kritik an sich. Manche Menschen sind zum Beispiel einfach sensibler. Es kann auch bis Hochsensible gehen, das wissen wir ja. Das gibt die Hochsensibilität. Und da gibt es einfach wenig Filter, die vorgeschaltet sind und nur die Essenz durchlassen und nicht alles durchlassen. Und mit dem alles sind wir oft schnell überfordert. Und dann reagieren wir da auch sehr sensibel drauf und nehmen uns das zu, sehr zu Herzen, anstatt so einen gesunden Abstand auch zu haben und auch vorher zu selektieren. Welchen Teil der Kritik kann ich annehmen und welchen Teil lasse ich draußen, weil ich sehe, da will mir jemand ein Paket überhelfen, das nicht zu mir gehört. Das gibt es ja auch in der Kritik.
Mareike Kaczmarek: Ich habe jetzt gerade daran gedacht, weil du sagtest, die... Wenn uns Kritik wehtut, dann ist es häufig von Leuten, die uns wichtig sind. Wie ist dann aber dann einzuordnen, dass beispielsweise ein LinkedIn-Kommentar von irgendeinem gelangweilten? Hansel mich total trifft und beschäftigt?
Diana Boettcher: Das kann wieder, was mit der eigenen Sensibilität zu tun haben. Okay, verstehe. Dass wir das einfach so doll herausfiltern. Und dann, weil es auch nochmal, Es ist ja trotzdem ein, okay, das ist jetzt ein sensibler Kontext. Das könnte man jetzt auch noch mit integrieren. Ja, es ist nicht nur die Person, sondern auch der Kontext. Wenn wir vor aller Welt kritisiert werden, ist das natürlich sehr schambehaftet. So, ne? Und das wäre dann eher so ein Kontext, ja.
Mareike Kaczmarek: Welche Rolle spielt dabei das Selbstbild?
Diana Boettcher: Eine große Rolle, natürlich, weil uns wird etwas Negatives gespiegelt. Wenn wir ein sicheres Selbstbild haben und Anteile davon sehen, denen wir zustimmen können. Ein gutes Selbstbild bedeutet ja nicht, Ich bin perfekt als Mensch, sondern ich kenne meine Stärken und Schwächen. Und wenn jemand mich auf meine Schwäche hinweist, die mir bewusst ist, und ich auch so ein Stück weit. Dazu stehe, Ja. Dementsprechend auch ein gutes Selbstbild habe, Ich sage, das ist menschlich, dann kann ich darauf auf eine bestimmte Art und Weise reagieren. In Form von, okay, Danke fürs Teilen, ist mir bewusst. Ich weiß jetzt nicht, warum du das jetzt so extrem negativ sagst oder mich da? Abwertest für.
Ja, das ist eine Schwäche von mir und ich arbeite dran oder ich habe sie für mich akzeptiert. Aber sag mir mal, was macht das mit dir? Das ist ja spannend, weil der andere wird, ja ein Eine Motivation haben, warum er das mit uns teilt. Das heißt, es geht denen oder Ihr auch, was an. Das können wir auf jeden Fall versuchen, zu klären. Im Angebot. Das machen wir aber aus einem sicheren, souveränen Zustand heraus. Und laden den anderen, ein, ins Gespräch zu kommen. Interessieren uns auch für seine oder Ihre Erlebenswelt. Aber ohne mich zu verteidigen, rechtfertigen oder dem anderen rüberzuschieben. Du hast doch ein Problem, nicht, ich. Komm mal lieber klar. Ja, darin verstricken wir uns dann nicht, wenn wir so souverän sind.
Wenn wir nicht so in unserem Selbstbild gut verankert sind, ja, unsere eigenen Schwächen nicht gut integrieren können, nicht gut annehmen können, ja, Dann können wir darauf natürlich schwieriger souverän reagieren. Und dann geht es eher in diese andere Richtung. Wir verteidigen uns oder lehnen das ab oder lassen das beim anderen und kritisieren dann den Anderen und Feuern gegen. Ja. Oder Verstummen total aus Scham und Ängstlichkeit und ziehen uns dann eher zurück.
Diana Boettcher: Und der andere versteht nicht, was passiert nicht. Ich habe doch nur das und das gesagt. Ja,
Mareike Kaczmarek: das ist total spannend. Wie ist das denn? Was sind so typische Reaktionen, wenn mich so eine Kritik trifft? Also Scham ist das eine, Rückzug und Aggression. Aber was geht innerlich dann eigentlich los?
Diana Boettcher: Da kann so vieles passieren, innerlich. Da ist auch jeder Mensch so ein bisschen anders. Aber wenn etwas Sensibles passiert, dann ist das ein Schmerz, dann ist das ein emotionaler Schmerz, Ein negatives Signal. So wie ich bin, werde ich vom anderen nicht komplett genommen, also nicht komplett angenommen. Mir wird signalisiert, XY, was Du machst, was Du gesagt hast, ist nicht. Gefällt mir nicht, stört mich. Und dann beziehe ich das erstmal auf mich, integriere das mit Rein und merke so, okay, da wird was von mir nicht angenommen. Und dann ist natürlich wichtig, was mache ich damit? Kann ich damit gut umgehen, indem ich nochmal nachfrage, versuche, die Bindung irgendwie zu reparieren, miteinander und verstehen will, wie es dem anderen damit geht. Oder mache ich daraus etwas, wo ich sage, okay, ich muss das sofort reparieren, damit mich alle lieb haben. Und dann ziehe ich mich eher zurück und mache das mit mir selber aus. Oder ich kann es gar nicht annehmen, weil das auch einen sehr verletzlichen Punkt in mir berührt, wo ich vielleicht nicht hinschauen kann und auch nicht hinschauen möchte. Dann weise ich das eher stark von mir oder mache so einen Schauplatzwechsel. Du aber.
Mareike Kaczmarek: Und dann sind wir bei dem anderen oder bei einem anderen Thema. Also, da kann innerlich sehr viel passieren.
Diana Boettcher: Was hast du denn da für einen Tipp aus Therapeutensicht? Also mich ärgert das ja immer, dass Kritik mich trifft. Was kann ich denn machen?
Mareike Kaczmarek: Jemand kritisiert mich, und ich merke schon wieder dieses Schwitzen. Mir steigt so richtig die Wärme. hoch, Herzschlag beschleunigt sich. Was kann ich in dem Moment so als Erste Hilfe gleich tun, um da nicht in so eine Schleife wieder rein zu geraten?
Diana Boettcher: Ja, also, was immer hilft, ist beschreiben, was ist und was jetzt gerade ist. Oh, ich höre deine Kritik und es fällt mir schwer.
Mareike Kaczmarek: Kann ich das auch für mich innerlich machen? Oder muss das auch mal draußen gehen?
Diana Boettcher: Es wäre gut, wenn es außen geht. Ganz ehrlich, weil nur dann wird es sichtbar. Und dann gibt es so etwas wie eine Entlastung in dem Moment, weil ich muss das nicht überspielen. Was ich mache, ist ja das dann zu überspielen. Und das kriegt der andere entweder mit oder nicht. Aber ich kann es nicht überspielen. Wenn IcH so... Beschreibst du eine körperliche Reaktion. Das heißt, Das Nervensystem reagiert darauf und sagt, oh, Gefahr, Und um diese Gefahr im Körper quasi abzumildern, signalisiere ich, indem ich das laut aufspreche, mir selbst und erlaube mir selbst, dass das, was ich gerade fühle, dass das echt ist, dass das validiert wird. Ich höre deine Kritik und ich merke, das fällt mir schwer.
Und dann muss ich erstmal nicht viel mehr machen, als das anzuerkennen. Weißt du, Joël, weil gerade wenn unser Körper so doll reagiert, Und das zeigt ja eher was von der Sensibilität, Dann verlieren wir oft unsere kognitive Fähigkeit, in dem Moment richtig zuzuhören, richtig nachzufragen, gut und souverän zu reagieren. Weil das alles findet vorne in unserem Frontalkortex statt. Und der verabschiedet sich, Je mehr unsere Emotionen das Ruder in die Hand nehmen. Und unser Körper fängt schon die ersten Signale, schickt er uns, indem wir schwitzen, Herzrasen haben. Und das gilt es erstmal zu regulieren, bevor wir überhaupt auf diese Kritik inhaltlich oder auf einer Beziehungsebene reagieren können.
Da sich erstmal erden. Und dann gucken, okay, gib mir mal einen Moment. Ich respektiere meine körperlichen Reaktionen, gebe mir mal einen Moment und gucke, dass ich mich gut, Erst mal gut regulieren kann. Wir sollten nicht aus dieser Aufgewühltheit heraus agieren und sprechen miteinander.
Mareike Kaczmarek: Wenn du mal ein Stück weit in dich reinfühlst, wie ist das bei Dir bei Kritik? Und zwar würde es mich mal interessieren, vor deinem Studium, vor deiner Tätigkeit. Versus heute. Also wie hat sich das verändert?
Diana Boettcher: Hat sich stark verändert. Also bei mir auch sehr stark, weil ich hatte, das hat mir Mega Angst gemacht. Aber das Verrückte ist, Ich habe die Angst nicht gespürt. Bei mir war dann mehr so ein totaler Shutdown. Hat dann so stattgefunden, emotional. Ich habe die dann gehört, habe die dann aufgenommen und bin damit weggegangen oder habe in dem Moment irgendwie erst mal nur zugehört. Okay, nehme ich mal mit. Aber habe selber nichts gespürt. Aber im Laufe meines Lebens habe ich gemerkt, Das ist aber eine komische Reaktion. Und ich habe dann die Wellen, die danach kamen, mit denen war ich dann sehr stark. Und das hat sich insoweit verändert, dass einmal ich natürlich jetzt auch die Reaktion merke.
Mir nicht Angst, aber es berührt mich. Es ist eher trotzdem ein bedrohliches Gefühl im Körper, Wenn ich merke, da kritisiert mich jetzt jemand. Und ich bin auch nicht vorbereitet. Deswegen Kritik immer gerne ankündigen. Du, ich will, was mit dir teilen, was jetzt bei dir vielleicht eine Kritik ist, was jetzt bei dir vielleicht nicht gut ankommt. Dann ist man schon mal ein bisschen vorbereitet. Anstatt zu sagen, ey, du, guck mal, gestern das und das, Das hat überhaupt nicht gepasst. Musst du dich ja, erstmal sortieren. Der andere ist ja dann schon da und du bist noch gar nicht da. Das heißt, wenn das jetzt passiert, merke ich auch eine körperliche Reaktion und merke so, oh, warte mal kurz, krass, Das ist ja eine Kritik.
Und jetzt kann ich das tatsächlich besser, dass ich in dem Moment reagieren kann oder wirklich in dem Moment sagen kann, warte mal, Ich glaube, ich nehme das jetzt erstmal mit und lasse uns später nochmal. Darüber sprechen. Dazu ist es natürlich wichtig, alles zu spüren. In seinem Körper. Und das habe ich zum Beispiel früher gar nicht, weil ich da sehr angstbehaftet war und sehr angepasst war. Und bloß nicht negativ auffallen. Und wenn man negativ auffällt, dann okay, stillhalten, mitnehmen und wieder verschwinden. Das war so früher, so.
Mareike Kaczmarek: Ja, bei mir ist das tatsächlich auch früher, so gewesen, dass ich dann in den Rückzug gegangen bin. Und habe dann einfach dicht gemacht und habe dann geschwiegen und habe es dann… Dabei belassen. Anders habe ich es aber auch nicht kennengelernt. Lass uns doch mal zu des Pudels Kern gehen. Also, wenn mich jemand kritisiert, steckt da, was Wahres drin oder was hat es damit dann auf sich?
Diana Boettcher: Es kann man Pauschal so nicht sagen, würde ich sagen. Es kann was drinstecken, und das kann dann aber nur ich sagen. erstmal. Und das darf ich rausfiltern für mich. Resoniert etwas mit mir, auch in negativer Form, wo ich mich wiedererkenne. Dann darf ich diesen Teil auch annehmen und zu dem, was sagen. Aber wir kriegen ja auch oft Kritik, die gar nicht zu uns gehört. Wo jemand wirklich einfach an dem Tag schlecht drauf war. Und uns so ein bisschen die Schuld in die Schuhe schiebt und uns dann für etwas kritisiert, wo wir merken, nee, warte mal, das passt irgendwie so gar nicht. Und dann ist da kein Kern drin, der jetzt für uns wichtig ist. Was tückisch ist, ist natürlich, Wir haben auch blinde Flecken als Menschen.
Und wir können auch eine Kritik bekommen, die einen blinden Fleck berührt. Und wenn wir aber noch nicht da sind, wenn wir die Reife noch nicht haben, Wenn wir noch nicht irgendwie diesen Punkt sehen können, annehmen können, Kann uns der andere das so oft wie er will, sagen, Wenn wir da innerliche Blockade haben, werden wir die Kritik auch immer ablehnen. Da braucht es dann... Die therapeutische Unterstützung, ja, wenn wir hören, wie viele Menschen in meinem Umkreis, ja, deuten immer wieder auf diesen Punkt. Und ich sehe den aber in mir gar nicht und weise den immer von mir. Aber wenn das jetzt so gehäuft, vorkommt, ja, da darf dann ein Therapeut ran. Das kriegen wir selber dann nicht gelöst.
Mareike Kaczmarek: Wir gehen nochmal zu LinkedIn, weil das ja auch viele Hörerinnen und Hörer beschäftigt. Bei LinkedIn beispielsweise, Es ist ein Kommentar unter 30, der negativ ist. Warum hängt der dann uns so nach? Warum sind wir ganz häufig nicht in der Lage, dann zu sagen, es ist einer, 29 haben gesagt, es ist mega, was ich hier tue. Warum ist es immer dieser einer, der uns aber dann im Kopf bleibt?
Diana Boettcher: Ja, also. Erstmal glaube ich, dass es nicht allen Menschen so geht. Es gibt schon Menschen, Und ich glaube, das würde das Ganze nicht funktionieren, der überwiegende Teil, der kann DA wirklich... Übergeordnet draufschauen und sagen, das ist einer von 30. Blöd, gefällt mir nicht, aber hänge ich mich nicht drauf an. Also eine bestimmte Gruppe von Menschen, Denen kann das schon zu schaffen machen? Und die bleiben dann daran hängen. Dann darf man dann wieder schauen, Ist das die eigene Sensibilität? Ist dieser Raum, dieses Social Media? Nicht ideal für mich, weil der für mich einfach viel zu unsicher ist? Also ich... Ich komme mit negativen Kommentaren gar nicht. Klar, das triggert bei mir Schamgefühl oder Angstgefühl, oder was auch immer.
Dann ist es kein guter Kontext für mich. Und will ich dann daran wachsen, dann muss ich halt gucken, wie ich. Diese inneren Reaktionen, dass ich mich in denen nicht verliere, sondern dass die Auftauchen und ich sie dabei belasse, anstatt in den Kopf zu gehen und ins Grübeln zu gehen und mich da zu verlieren. Weil dann verstärke ich die Emotionen und bin in so einer Teufelskreis drin. Oder ist es der Inhalt? Ist in dem Kommentar irgendwas benannt worden, was mir jetzt persönlich wirklich wichtig ist oder mich besonders verletzt? Habe ich da eine innere Wunde, die das berührt? Das würde ich abchecken. Ich habe ja, das ist ja das Tolle, Ich habe die Wahl zu reagieren. Und wie ich reagiere, das liegt in meiner Hand.
Und kann ich das Gespräch eröffnen, ins Gespräch gehen damit? Gebe ich ein Statement ab oder ganz ehrlich, ist das so destruktiv, dass ich das einfach so stehen lasse und es gar nicht anfeuere? Den Menschen den Wind aus den Segeln nehmen und denen dann keine Aufmerksamkeit geben. Ich habe diese Möglichkeit, darauf zu reagieren. Und die kann ich nutzen, die kann ich besser nutzen, anstatt mich zu verlieren, in diesen Selbstzweifeln, Selbstkritik. Und wenn ich merke, dass ich dafür anfällig bin, dann darf ich mir da wirklich Unterstützung holen. Weil es bringt nichts zu sagen, ich bin zu sensibel und das muss weggehen, das geht so nicht weg. Da darf ich dann eher gucken, wo darf ich mir gute Schutzfilter aufbauen, wenn ich weiter zum Beispiel jetzt in diesem öffentlichen Raum unterwegs sein möchte, Dass ich mich da innerlich gut abgrenzen kann von solchen Kommentaren, die mich nicht weiterbringen.
Mareike Kaczmarek: Wenn ich da sozusagen hingucke mit jemandem, wo lande ich dann häufig?
Diana Boettcher: Unterschiedlich. Also wenn es eine sehr tiefe Wunde ist, dann landen wir immer irgendwie in unserer Kindheit. Das weiß ja auch jeder. Da geht es dann wirklich darum, ob der Therapeut oder die Therapeutin da gut graben kann, Ob es auch das gibt. Muss aber auch nicht sein. Ein großes Thema ist natürlich auch die eigene Schulerfahrung. Wir sind ja nochmal durch ein ganz anderes Schulsystem gegangen, unsere Generation und die Generation vor uns, als die Generation heute. Da kommen wir bestimmt auch an den einen oder anderen verletzten Punkt in uns. So tief kann das gehen.
Mareike Kaczmarek: Siehst Du da in deiner Praxis Unterschiede? Du hast ja sicherlich unterschiedliche Altersstrukturen. Siehst Du da irgendwie Unterschiede im Alter, Wie der Umgang mit Kritik ist?
Diana Boettcher: Ja, also je älter. Die Menschen sind, also die ältere Generation, die hat da mehr mit dem Schamthema zu kämpfen. Das heißt, Kritik war damals so beschämend, so gefährlich, was die Leute sagen. Und das war einfach, weil man in der Gemeinschaft sehr stark abhängig voneinander war. Das waren noch mehr kollektivistische Systeme, in denen die heute Älteren groß geworden sind. Je jünger, die Menschen sind, desto mehr geht es um die Selbstbehauptung. Das heißt, Kritik wird dann als eher persönlicher Angriff gesehen. Und dann gilt es, mich zu behaupten, mich gut darzustellen, Nicht aus so einem Schamgefühl heraus, sondern eher aus so etwas Kämpferischen. So bin ich nicht, ich bin besser, ich bin die perfekte Version von mir. Stehe mir nicht mal Licht. Oder sonst wie, dass man den Menschen dann nicht so nah ranlässt und sich eher in dieser Verteidigung befindet. Weil es irgendwie kratzt, und das gefällt mir gar nicht. Du hattest vorhin auch, ganz zu Anfang war das, glaube ich, hast du es auch gesagt, uns trifft Kritik vor allem, wenn es von Menschen kommt, die uns besonders nahe stehen.
Mareike Kaczmarek: Aber letztendlich kommt es immer darauf an, wessen, Meinung wirklich, zählt. Und wie finde ich denn heraus, welche Kritik jetzt wirklich hilfreich ist und wo sie verletzend ist?
Diana Boettcher: Ob sie hilfreich ist, Da sind wir wieder bei dem Thema. Resoniert das mit mir? Das, was der andere mit mir teilt, macht er das wohlvoll und liebevoll, hat mir zugewandt, hat wirklich ein Interesse an mir, an unserer Beziehung. Und teilt er da etwas, was wirklich wichtig ist, und es resoniert mit mir im Sinne von, Er erzählt jetzt Nicht irgendwas, sondern es ist wirklich etwas, was ich kenne, was ich vielleicht auch nachvollziehen kann. Das, was gesagt wird, ist das eine, und wer das sagt, ist das andere. So komplex ist es. Dass wir trotzdem beide Ebenen haben. Das heißt, angenommen, Es ist jemand Wichtiges, dann ist es relativ egal, was der sagt. Das trifft uns, weil uns der andere wichtig ist. Und jetzt können wir quasi zusätzlich beurteilen, was hat er oder Sie jetzt eigentlich wirklich gesagt? Und kann ich das annehmen, oder muss ich das zurückgeben? Und dann haben wir aber immer noch eine Beziehungsebene miteinander. Und da müssen wir einchecken. Was bedeutet das jetzt eigentlich?
Mareike Kaczmarek: Vor was haben wir da eigentlich Angst, wenn es um Kritik geht? Es gibt ja viele, die sagen, ich habe Angst, da kritisiert zu werden, gesehen zu werden. Mit dem.
Diana Boettcher: So eine biologische Urangst, Evolutionär bedingt, ist natürlich, Wir sind Herdenwesen. Und wir wollen Teil einer Gruppe sein. Wir wollen Teil einer Verbindung sein. Und Kritik löst immer ein Störgefühl in uns aus, weil... Wir haben sonst innerlich eine tiefe Angst, ausgeschlossen zu werden und die Verbindung zu verlieren. Das ist etwas, was auf einer tieferen, evolutionären Ebene passiert und auch auf einer sozialen Ebene. Wir haben Angst, ausgeschlossen zu werden.
Diana Boettcher: Das ist so die tiefere Ebene. Dann gibt es die Schichten so ein Stück weit darüber. Wir wollen natürlich als Menschen, wir wissen, wir sind nicht perfekt. Das ist einfach so. Und wir wollen am liebsten, dass niemand unsere Schattenseiten sieht. Wir selber ja versuchen es auch nicht zu sehen. Und dann sind sie irgendwie da. Und dann müssen wir damit umgehen. Und das fordert uns heraus. Und diese Herausforderung, Das ist so ein ungewisser Raum, in den wir uns hineinbegeben. Wir wissen dann auch einfach nicht, ist es mit der anderen Person, die mich jetzt kritisiert, sicher genug, mich da zu öffnen, da hinzugehen. Oder muss ich mich eher behaupten, verteidigen? Oder kann ich mich da öffnen, kann da mit der anderen Person draufschauen? Können wir gemeinsam eine Lösung finden? Können wir gemeinsam einen Umgang finden? Oder eskaliert das hier vielleicht sogar? Das ist dieser ungewisse Raum, auf den wir uns einlassen. Alles, was ungewiss ist, macht uns immer erst mal unsicher, macht uns ängstlich. Wir wissen, wir können nicht einschätzen, wie wird der andere damit umgehen.
Mareike Kaczmarek: Ja, da kommen wir zu dem Punkt, der mich auch die ganze Zeit beschäftigt. Das ist ja auch ganz häufig. Die Einleitung zu Kritik, das ist nicht persönlich gemeint, aber, was hat denn da letztendlich Kritik, ja, also, warum löst es trotzdem so viel aus, also, es ist nicht persönlich, Diana, aber?
Diana Boettcher: Naja, Es ist schon immer persönlich gemeint. natürlich, weil wir sprechen ja eine Person und ihr Verhalten oder Ihr Denken an, das ist schon natürlich auf die Person gerichtet. Ich glaube, was man damit sagen möchte, das ist ja auch immer das Spannende an Kommunikation, Wir sagen etwas, wollen aber eigentlich was anderes transportieren. Eigentlich sagen wir ja damit, du hör mal, ich will dich eigentlich nicht verletzen. Ich weiß, dass Kritik verletzt. Deswegen dieses Nimm es nicht persönlich, bitte, reagiere nicht verletzt. Ich will dich eigentlich nicht verletzen. Und trotzdem gibt es ein Thema, das ich habe mit dir und ich muss es irgendwie mit dir teilen. Damit ich das irgendwie Versuche zu lösen, mit dir, weil ich kann das nicht ohne Dich lösen.
Und das ist eher so eine Bitte von, Bleib. Bitte bei mir, auch wenn ich jetzt was unangenehmes mit dir teile. Da komme ich so ein bisschen zu diesem Punkt, ich weiß nicht, ob wir da schon hinschauen können, Joël, ist natürlich so dieser Punkt, ich als derjenige, Der kritisiert, ist auch in einer verantwortungsvollen Rolle. Wie mache ich das am besten? Wie mache ich das feinfühlig, wo ich doch selber weiß, Kritik ist für alle Menschen schwierig. Und wir wachsen ja auch in einer Zeit auf, die so sehr von Kritikfähigkeit geprägt ist. Alle wollen irgendwie kritikfähig sein, gerade in Beziehungs- und Podcast. Versuchen wir zum Beispiel in der emotionsfokussierten Therapie etwas, was ich für mich gelernt habe.
Kritik tut immer weh. Und wir können Kritik, wenn wir das Bedürfnis haben, jemand anderen zu kritisieren, Können wir auch, anstatt Kritik zu äußern, Zwei unterschiedliche Dinge tun. Einmal geht es immer um Selbstoffenbarung. Das heißt, wenn mich etwas am anderen stört, macht es ja was mit mir. Und das, was es mit mir macht, ist ein Teil der Selbstoffenbarung. Das heißt, ich zeige mich da auch irgendwie verletzlich. Und dann kann ich auf einer beobachtbaren Ebene beschreiben, als ich erlebt habe, dass du das und das gesagt hast oder das und das gemacht hast. Das hat was mit mir gemacht, das hat mich verletzt. Da habe ich das und das gedacht, und da wusste ich da und da nicht weiter. Da bleibe ich stark bei mir, auch wenn der andere der Auslöser war, sage ich, was mit mir passiert.
Und das ist eher eine Selbstoffenbarung. Wo wir den anderen in unsere Welt reinholen. Und das ist nochmal anders, als mit dem Finger auf den anderen zu zeigen, sondern zu sagen, das ist bei mir so angekommen und das hat es mit mir gemacht. Das andere, was auch eine Art Selbstoffenbarung ist, ist aber eigentlich eher eine Bitte um Mithilfe. Weil wir kommen auch manchmal in eine unangenehme Situation mit anderen Menschen, die sich auf eine bestimmte Art und Weise verhalten. Die uns dann einfach unangenehm sind. Klassische Situation, Ich sitze mit meinem Partner oder meiner Partnerin im Auto. Und der oder. Die regt sich enorm über den Verkehr auf und ärgert sich und steigert sich total rein. Und mich stört das als Beifahrer, weil das in mir was auslöst.
Und ich merke, ich komme mit der Situation nicht klar. Natürlich fange ich dann an, könnte ich anfangen, zu kritisieren. Und sage, du regst dich immer so künstlich auf, Lass das mal sein, das stört mich. Oder ich sage... Ich sehe, du bist da, verärgert, aber mir fällt so eine Situation schwer. Wie können wir dafür sorgen, dass es auch mir gut geht? Was kannst du mir da helfen? Ich weiß da nicht weiter. Ich kann das nicht nur daneben sitzen und das ertragen zum Beispiel. Das heißt, hier gebe ich viel mehr Preis von mir. Und das ist oft Teil der Kritik. natürlich, dass es was mit mir macht. Weil wenn es mit mir nichts machen würde, würde ich dem anderen gar nicht den SPiEgel zeigen. Und das fühlt sich in der Regel, Es gibt keine Garantie.
Es kann trotzdem bei dem anderen Doof ankommen. Wenn der einfach das nicht gut nehmen kann, dann ist das so. Dann werden wir so eine blöde Reaktion bekommen, so wie, naja, da bin ich nicht dafür verantwortlich. Bei dir auslöst, ja, Aber dann haben wir auch keine gute Beziehungsebene. Die Wahrscheinlichkeit ist höher, dass es beim anderen eher Wohlwollender angenommen wird, ja, Und man sich eher beteiligt fühlt und wir miteinander eher mitfühlen können, ja, und dann erklären können, oh, gut, dass du das mit mir teilst, ja, In der Situation ging es mir so und so, oder ich wusste gar nicht, dass sich das so trifft, ja. Es ist gut, dass ich das weiß. Lass uns mal schauen, wie wir das besser hinbekommen miteinander.
Mareike Kaczmarek: Ich glaube aber, das ist das, was... Viele, also ich persönlich auch, Sehr schwer finden, Diese Kritik dann aber nicht persönlich zu nehmen. Also wie schaffe ich das denn, dass ich die Kritik höre, Auch darüber reflektiere, wie auch immer, Das ist ja okay, Aber, dass ich es nicht persönlich nehme. Das ist ja immer dieses, Ich weiß, es ist nicht persönlich gemeint, aber ich empfinde es ganz anders, Ich empfinde es persönlich. Also wie schaffe ich das, das nicht persönlich zu nehmen?
Diana Boettcher: Aber das ist ja, Joël, Das Thema. Wir können es nicht nicht persönlich nehmen. Das ist einfach so. Es sei denn, das ist wichtig, es sei denn, der Inhalt resoniert nicht mit mir. Dann kann ich das von, dann muss ich das auch von mir weisen. Das gibt es ja durchaus, dass jemand kommt und irgendwie irgendwas an mir kritisiert, wo ich so denke, nee, warte mal, stopp, das bin ich gar nicht. Und dann weiß ich das von mir. Das ist ja ein guter Selbstschutz.
Mareike Kaczmarek: Ist das dann auch eine gute, einen ein guter Indikator, letztendlich. Also, sobald ich etwas persönlich, wenn ich die Kritik persönlich nehme, dann ist das sofort eigentlich doch der Sensor dafür, ah, da resoniert, was mit mir, Ich kann da mal genauer hingucken.
Diana Boettcher: Ja, also, wie gesagt, wenn es mit dir resoniert und du merkst, das ist was. Verletzliches, ja, Aber das andere verletzt ja auch Joël. Ja, das andere verletzt ja auch, wenn jemand mich irgendwie zusammenhangslos kritisiert und ich merke irgendwie, das bin aber nicht. ich, da projiziert jemand etwas auf mich, das erleben wir ja auch, würde es mich für den Moment doch persönlich natürlich berühren, weil es muss ja, ich bin ja kein Teflon, wo es an mir abprallt. Da ist ein menschliches Wesen auf der anderen Seite, das mir etwas zusendet. Und es geht erstmal durch mein System. Das können wir gar nicht anders. Die Sache ist nur, Wie tief lasse ich das in mein System, und wie lasse ich es wieder raus. Wenn ich der Meinung bin, nee, warte mal, das gehört hier gar nicht rein, dann gebe ich das wieder zurück. Aber es muss mich ja persönlich berühren. Es geht ja gar nicht anders.
Mareike Kaczmarek: Weißt du, dass ich das dann immer für mich in der Vergangenheit falsch gedeutet habe? Ich habe immer gedacht, wenn mir jemand etwas sagt, und es lässt mich so völlig kalt, dann ist das auch okay. Aber sobald es mich berührt, bin ich immer davon ausgegangen, ah, okay. Da ist etwas, das das bei mir anpingt. Und wenn es einfach nur ist, dass ich an dem Punkt ein Selbstwertproblem habe. Oder irgendwie eine Angst, die dann hochkommt, oder was weiß ich.
Diana Boettcher: Ja, das kann gut sein. Toll,
Mareike Kaczmarek: jahrelang falsch gemacht.
Diana Boettcher: Never Step learning, right? Genau.
Mareike Kaczmarek: Okay, Partnerschaft. Ich möchte meinen Partner kritisieren. Ich habe, was anzubringen. Wie gehe ich vor?
Diana Boettcher: Genau. Wir müssen das, was ich vorhin gesagt habe, so dieses Thema, wenn ich Kritik äußere, wirklich beobachtbar zu beschreiben. Was beobachte ich beim anderen? Da noch nicht, also, das ist immer ganz schwierig, wenn wir dann schon so interpretieren und Erklärungen vorwegnehmen. Ich glaube, du hast das gemacht, weil, stopp, erstmal wirklich nur beschreiben auf der beobachtbaren Ebene. Ich habe in Erinnerung, du hast das und das gesagt, oder das? Und das gemacht. Oder du bist da wieder zu spät gekommen, und das ist in letzter Zeit häufig passiert. Und was macht das mit mir? Was macht das mit mir? Das ist für mich schwierig. Ich erlebe mich dann irgendwie, dass du mich nicht für wichtig nimmst oder uns nicht für wichtig nimmst.
Das verletzt mich und ich weiß da auch nicht weiter. Deswegen suche ich das Gespräch mit dir, interessiere mich dafür, Wie geht es dir in der Situation damit? Und können wir da gemeinsam was stricken, dass diese Situationen, weil die so unangenehm für mich sind, dass die nicht mehr passieren. Das ist immer wieder dieses, sich zu zeigen und ganz viel noch beim anderen zu lassen, Weil wenn wir oft schon vorinterpretieren, dann liegen wir meistens eh falsch. Und dann ist der andere erst mal dabei, sich zu verteidigen. Da verlieren wir oft diesen Gesprächsfaden miteinander. Und worum es eigentlich geht. Und eher dann neugierig nachzufragen, wie geht es dir denn damit, wie erlebst du das? Weil das ist das, was ich im außen sehe, und ich sehe aber nicht, was bei dir im Inneren passiert.
Und sich da so abzuholen.
Mareike Kaczmarek: Jetzt ist das ja der Blick in eine Partnerschaft. Das ist ja nochmal was anderes, als wenn es sozusagen, in Anführungsstrichen, Externe Leute sind. Wenn ich eine Kritik zu äußern habe, ich bei mir selber, beobachte dann, Es kommt immer darauf an, wem ich diese Kritik äußern möchte, dass bei mir schon vorher... So einen Stress einsetzt. Also, da fängt bei mir schon so ein Gedankenkarussell an, Wenn ich das jetzt äußere, was kommt, dann mir alles entgegen? Hast du da nochmal ein paar Tipps? Wie kann ich mich sozusagen, darauf einstellen, so ein bisschen einschwingen, dass ich fokussiert bleibe und dass ich auch so eine gewisse Ruhe und Souveränität ausstrahle?
Diana Boettcher: Genau, da wäre mir so, wo wir vorhin waren, So das eigene Nervensystem gut zu regulieren. Weil dieses Souverän reagieren zu können, Das können wir nur, wenn wir uns innerlich sehr stabil fühlen und in einer Balance fühlen. Wir können trotzdem, was fühlen im Sinne von einer Unsicherheit oder so. Und wenn wir jetzt in so einer Situation sind, wo es wirklich nicht besonders cool wäre, das zu teilen, Weil es ein Arbeitskontext ist oder so, dann für sich das versuchen, sich da so ein bisschen Zeit zu schinden. Zu gucken, dass man da gut bei sich sein kann. Keine Ahnung, Kurz mal auf die Toilette gehen oder so und eine kleine Atemübung machen, Diana Boettcher vorher schon trainiert hat. Das ist immer wichtig. Man kann nicht dann in dem Moment sofort, das wirkt dann oft nicht. Sondern man muss vorher schon, wenn man sein Nervensystem gut kennt. Und weiß, dass man da eher so schnell drauf reagiert, dass man da so Methoden... Für sich zur Hand hat, die man in so Momenten gut nutzen kann. Und dann wieder rausgehen und versuchen, auf dieser Kopfebene, das Thema zu betrachten und wirklich sich rückversichern. Was genau hat der andere gesagt? Wie hat er das gemeint? Habe ich das richtig verstanden? Worum geht es hier wirklich?
Was braucht der andere jetzt auch von mir? Soll ich mich hier erklären? Oder Ja, wird. Lösung Oder wird meine Meinung gefragt? Meine Einschätzung gefragt. Das Gespräch Miteinander kommen und bleiben.
Mareike Kaczmarek: Wie ist es bei Dir persönlich als Therapeutin? Aus der Sicht? Was kritisierst Du am ungernsten, am ungernsten, am weniger gernsten? Ich glaube, wir wissen, was ich meine. Ja,
Diana Boettcher: ja, Ich weiß, was du meinst. Ah, ja. Ich habe schon so ein Ding, aber mehr im Privaten, nicht im Beruflichen. Da habe ich auch so zwei Gesichter, verrückterweise. Bei mir laufen manche Sachen zu langsam. Und dann will ich gerne, dass es schneller geht. Das ist aber mehr im Privaten. In der Therapie ist ja ganz viel langsam, aber da ist auch ganz viel fokussiert. Deswegen geht das für mich in der Rolle dann nochmal, ist es anders. Aber im Privaten sind mir Sachen oft zu langsam. Ich mag auch lieber, dass wir schneller zum Punkt kommen. Das ist so etwas, das kritisiere ich dann nicht so gerne, weil ich dann so merke, dass ich in so einer Geschwindigkeit unterwegs bin, die mir eigentlich auch nicht gut tut. Und gleichzeitig fordert mich der andere sehr heraus, der viel Zeit für etwas braucht, wo ich denke, das geht schneller.
Mareike Kaczmarek: Okay, ich nehme das jetzt mal nicht als Kritik an, dass wir jetzt hier so lange gebraucht haben. Nein,
Diana Boettcher: gar nicht.
Mareike Kaczmarek: Aber Fazit Für mich ist so ein Stück weit einfach. auch, Kritik ist, glaube ich nie angenehm. Sie zu geben und auch zu bekommen ist, glaube ich nie angenehm. Aber kann einfach so ein Zeichen sein, einfach nochmal genauer hinzugucken. Ich freue mich für mich selbst, dass ich es mittlerweile ganz gut hinkriege, wenn ich Kritik bekomme. Ich gehe dann zwar in den Rückzug, aber ich komme wieder. Und in diesem Sinne ganz lieben Dank für die schöne Aufnahme. Und ich freue mich aufs nächste Mal, Liebe Diana.
Diana Boettcher: Vielen Dank, Liebe Mareike. Hat Spaß gemacht. Tschüss. Bis zum nächsten Mal. Ciao.
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