Gehört dir deine Zielgruppe? Warum Newsletter gerade explodieren

13. April 2026, mit Joël Kaczmarek

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Justin Pohl: Heute sehen viele Creator Social Media eher als Discovery Engine, als Ort, wo Menschen dich entdecken, aber nicht unbedingt bleiben. Newsletter werden oft nur als Brandkanal gesehen. Dabei sind sie wirklich ein super starkes Performance Tool. Plattformen ändern ständig ihre Regeln, Algorithmen verändern Reichweiten und KI verändert die Discovery im Internet. Musik

Intro & Outro Speaker: Gib mir fünf oder mehr, Gib mir alles, was du mir sagen kannst und sag, was hast du gelernt? Vom Fallen und Aufstehen, suchen und versehen? Und jetzt du

Joël Kaczmarek: High five Leute, Hier ist Joël und ihr wisst, An unserem Money Monday reden wir fleißig über Wachstum im Business und wisst ihr, was dabei immer relevanter wird? Newsletter also? Ich schreibe ja auch schon wieder seit einer Weile, und ich merke von immer mehr Menschen, dass die mir sagen, ey, das wird mega relevant, das kommt auf, Das ist total wichtig, du brauchst eine eigene Audience und, und, und. Und dann habe ich mich mit dem lieben Justin Pohl unterhalten. Justin Pohl ist Senior Marketing Manager bei HubSpot. Und die Jungs und Mädels kennen sich ja nun wirklich gut aus. Mit Marketing. Vor allem Justin Pohl kennt ganz eben mehr, also international guckt er sich das Thema Marketing an. Und vor allem ist er selber auch Herausgeber eines Newsletters, nämlich von cmd+M. Da reden wir gleich noch zu, was der genau macht. Dann habe ich zu Justin Pohl gesagt, ey, lass uns doch mal hinsetzen und mal gesammelt. Fünf Thesen runterbringen, Warum? Wir glauben, dass Newsletter gerade mit zu den wichtigsten Dingen gehören, die du machen solltest, um zu wachsen. Also in Sachen Marketing, als Marketer natürlich super relevant, aber auch so, Vielleicht bist du Creator, vielleicht für dein Unternehmen. Das ist unsere Maßgabe für heute. Du hörst also gleich fünf Thesen, woran wir glauben, was dort passiert. Und vielleicht fangen wir mal als Erstes damit an, warum das eigentlich wieder wichtig wird. Aber first of all, first things first. Schön, dass Du da bist, lieber Justin Pohl. Moin, moin.

Justin Pohl: Wow, So, krasses, krasses Intro. Vielen, Vielen Dank Joël. Ich freue mich, absolut hier zu sein. Ich kann mich auch nochmal ganz kurz vorstellen, vielleicht. Ich bin Justin Pohl, arbeite im regionalen Marketing bei HubSpot. Joël hat es gerade schon gesagt. Mein Schwerpunkt liegt vor allem auf Demand Generation. Das bedeutet, Ich beschäftige mich mit Marketing, was vor allem Pipeline generiert und Deals kreiert. Und ein ganz, ganz großer Teil unserer Arbeit dreht sich dabei um. Webinare, Weil Webinare für unser Team tatsächlich. Einer der wichtigsten Treiber für Pipeline-Deals und letztlich auch Revenue sind, also Monthly Recurring Revenue. Und ja, Als regionaler Marketer macht man natürlich auch ein bisschen mehr noch. Ich arbeite auch an Themen wie PR, an Social Media für den deutschsprachigen Raum, an Creator-Kooperationen, die auch ganz viel mit Newslettern zusammenhängen. Darauf kommen wir dann gleich nochmal. Und auch Brandaktivitäten im DACH-Markt. Die regionalen Marketer unter Euch werden es sehr gut kennen, die vielleicht in ausländischen Konzernen angestellt sind. Man muss eine Menge jonglieren als regionaler Marketer.

Joël Kaczmarek: Man darf und man darf.

Justin Pohl: Man darf, richtig. Und ich glaube, ich bringe auf das Thema eine ganz interessante Perspektive mit, weil ich eigentlich in zwei Welten unterwegs bin. Auf der einen Seite arbeite ich bei HubSpot im Marketing und sehe sehr stark die Corporate Perspektive, wo Marketing am Ende wirklich... Ergebnisse Liefern muss. Und auf der anderen Seite betreibe ich seit etwa gut einem Jahr meinen eigenen Marketing-Newsletter cmd+M, den ich komplett selbst schreibe und aufbaue. Da geht es dann ganz, ganz viel um Audience-Building, Distribution, Content und Storytelling, Was sich natürlich so ein bisschen unterscheidet von dieser Markenperspektive auf Newsletter.

Joël Kaczmarek: Lass uns doch mal einsteigen, Wie angedroht, dass wir die Leute mal an die Hand nehmen, Was so unsere Hypothesen sind, Warum Newsletter gerade wieder so wichtig sind. Also was macht die gerade aus?

Justin Pohl: Erstmal freue ich mich, dass du auch schon wieder mit Newsletter angefangen hast. Du hast auch mit Newsletter schon wieder angefangen. Das heißt, du hast auch deinen eigenen, ist das richtig?

Joël Kaczmarek: Ja, in der Tat. Joëls Newsletter. Genau, werde ich verlinken. Siehst du, ich werbe für deine Sachen, nicht für meine.

Justin Pohl: Bitte, bitte, bitte. Man merkt es immer mehr, dass die Leute wieder zurück zu Newslettern kommen. Viele hatten vielleicht schon mal Newsletter, haben irgendwann mal wieder aufgehört, aber viele kommen jetzt auch immer mehr zurück. Warum werden Newsletter wieder wichtiger? Wenn man sich Marketing in 2026 und nicht nur vielleicht 2026, sondern auch schon 2024 und 2025 anschaut, Dann passiert gerade, was ein bisschen Ironisches. Alle Leute reden über KI, über neue Plattformen, über Algorithmen in unseren Feeds. Und genau in diesem Moment erleben jetzt gerade zwei Kanäle nicht unbedingt ein Comeback, zumindest bei einem davon nicht, aber wirklich wie so eine kleine Renaissance oder einfach... Sie funktionieren einfach sehr, sehr gut, und das sind eben genau. Newsletter und Creator. Warum ist das so und warum soll das so sein? Viele Marketer merken gerade, dass sie immer weniger Kontrolle über ihre Reichweite haben. Reach wird immer unberechenbarer. Google entwickelt sich durch AI-Overviews immer stärker. Zu einer Antwortmaschine, kann man fast sagen. Und Plattformen priorisieren zunehmend ihre eigenen Content. Und plötzlich stellen ganz, ganz viele Unternehmen fest, Wir haben zwar Follower, aber wir haben keine echte Audience mehr. Die Audience gehört uns nicht. Und deshalb sehen wir gerade einen Shift zurück zu Formaten, Die Marken wirklich gehören. Und allen voran spielen da Newsletter eine ganz, ganz, ganz, ganz wichtige Rolle.

Joël Kaczmarek: Ja, ich glaube, da kommen auch einige Sachen zusammen. Ich habe vor Kurzem gerade Elgato besucht in München, und der Chef, von denen hat was interessantes gesagt. Der meinte, ey, Wir machen gerade viele Livestreams, weil wir ein neues Produkt rausbringen. Und ich würde am liebsten jeden Tag livestreamen. Da meinte ich, Wieso denn? Ja, weil in Zeiten von KI die Leute halt darauf wert legen, dass ich mit etwas echtem zu tun habe, und das kannst du in Sachen Video eigentlich nur bei Live rüberbringen. In diese Logik fällt das auch so ein bisschen rein zu sagen. Genau, was du gesagt, hast, dass Creator ja eigentlich für so eine Persönlichkeit stehen. Und vielleicht einen, mit dem ich mich identifizieren kann und auch so eine Realness rüberbringen. Also, man kann sich ja nicht hier und da diskutieren, wie das umgesetzt wird. Es gibt auch viel, gerade wenn es in Richtung Influencer geht, das ist ja bogenauft überspannt. Aber in der Grundsache zahlt das ja genau auf diesen Gedanken ein. Ich möchte diese Echtheit, diese Nahbarkeit und dieses Storytelling, was die vielleicht auch mitbringen.

Justin Pohl: Und ich glaube auch gerade bei Creatoren, Man muss da auch so seinen eigenen Creator finden. Viele sagen immer, LinkedIn, Das ist nichts für mich, promotet jeder sich nur selbst. Das stimmt zu einem ganz, ganz großen Teil, auch, Aber man ist immer so der Schmied seines eigenen Glücks. Also, man kann natürlich auch, wenn man den richtigen Leuten folgt und eventuell auch den richtigen Leuten entfolgt, Sein Feed so ein bisschen mit selbst gestalten. Und ich glaube, das sollte man gerade auf LinkedIn unbedingt machen, damit man eben nicht in dieses Self-Promotion-Linked hineingerät.

Joël Kaczmarek: So, Und dann starten wir jetzt mal sukzessive rein in die Thesen, die du heute mitgebracht hast. Also deine erste These lautet, Newsletter sind nicht zurück. Sondern sie waren nie weg. Richtig. Was verbirgt sich dahinter?

Justin Pohl: Ich glaube, ich bin nicht der Einzige, der davon spricht, dass Newsletter gerade ein Comeback feiern. Ich würde sogar sagen, vielleicht stimmt das auch gar nicht. Also vielleicht feiern Newsletter auch gerade gar nicht ihr Comeback, sondern die waren eigentlich nie weg. Sie wurden nur lange extrem unterschätzt. Also E-Mail ist einer der wenigen Kanäle im Internet, der nicht von Algorithmen kontrolliert wird, muss man ganz klar sagen. Wenn jemand deinen Newsletter abonniert, dann... Hast du eine direkte Verbindung zu dieser Person. Kein Algorithmus entscheidet, ob dein Content ausgespielt wird. Und genau deshalb erleben Newsletter gerade eine Renaissance, würde ich sagen. Denn während Social Media immer stärker algorithmisch, wird, Wir brauchen uns nur LinkedIn, Instagram und TikTok anschauen, Die Reichweiten sinken da extrem. Ich habe erst in der heutigen Newsletter-Ausgabe darüber, berichtet, wie Krass das Engagement auf LinkedIn und Instagram gesunken ist. Das heißt, Social Media wird immer algorithmischer. Und deswegen suchen Marken wieder nach direkten Beziehungen zu ihrer Audience. Und ein Satz, den ich in diesem Zusammenhang gerne sage, ist, Follower gehören dir nicht, ABER E-Mail-Adressen Am Ende des Tages schon. Und genau deswegen sind Newsletter für viele Marken heute einfach strategischen, super starker und wichtiger Kanal.

Joël Kaczmarek: Also erschreckenderweise war es Dirk Kreuter, von dem ich mal diesen Satz gehört habe, baue dein Haus nicht auf fremdem Land. Und das ist ein bisschen, was bei Social so passiert, dass wenn du... sagst, Ich baue mir eine Followerschaft auf LinkedIn auf oder auf anderen Plattformen wie TikTok, Dann bist du halt von den Algorithmen da abhängig und hast halt keine Kontrolle, Wie deine Sachen ausgespielt werden. Und man hat ja immer diese gleichen Effekte. Also Diese Netzwerke, die Wachsen halt. Und dann hast du anfangs so Arbitragen, die du ausnutzen kannst und kannst vielleicht ein bisschen mit Hacks. Irgendwie sachen. Schnell machen. Und dann verdichten die sich irgendwann. Und dann wird die Luft ganz dünn. Entweder passiert dann sowas, was ich finde, was man gerade auf LinkedIn sehr stark sieht. Die Algorithmen werden angepasst und es werden auf einmal andere Dinge bevorzugt, die wichtig sind für die Plattform. Oder du sollst es halt kaufen. Und dann bist du immer nur noch werbebasiert und dann nimmt die Qualität. Also, es gerät oft in so einen Strudel. Das ist, was ich beobachte. Und jetzt bin ich nochmal ganz kurz neugierig bei einer Sache. Wir reden jetzt natürlich viel über Newsletter im Sinne von E-Mail. Wie ist denn so deine Haltung auch? Kleiner Exkurs sozusagen, Kleine Randnotiz zu Newslettern in Sachen WhatsApp. Also, das ist ja auch was, Ich erlebe es noch als relativ teuer hier und da, wenn du in große Zahlen kommst. Aber das Smartphone könnte ja auch ein Ort sein, wo man die Newsletter direkt auf einem anderen, auf einem Messenger-Kanal bespielt.

Justin Pohl: Ja, 100 Prozent. Ich habe mal irgendeine meiner Newsletter-Ausgaben letztes Jahr, habe ich am Anfang. Ich mache am Anfang immer so ein kleines, Intro, wo ich irgendwie was persönliches erzähle. Oder auch irgendwas, was gerade eher so Internet-Trends sind. Und ich hatte mal eine Frage gestellt, Wer denn? Newsletter auf WhatsApp abonniert und nutzt. Es war relativ wenig Begeisterung da. Für WhatsApp-Newsletter, muss man sagen. Ich glaube, weil viele auch noch nicht die richtigen Touchpoints damit haben. Ich glaube, dass es ein extrem guter Ort ist. Für Newsletter. Weil ähnlich wie E-Mail, wenn wir mal darüber nachdenken, was bekommt man dann noch auf die Startseite seines Handys, wenn es gesperrt ist. Das ist vielleicht WhatsApp und E-Mail. Alles andere haben viele Leute schon ausgeblendet. Kalender Vielleicht noch, ja. Vielleicht noch Kalender, genau. Viele Leute haben keinen Bock mehr auf Instagram, keinen Bock mehr auf TikTok oder LinkedIn-Benachrichtigungen dort zu bekommen, Sondern Sie versuchen sich auf das Wichtige zu konzentrieren. Und das ist zum einen wahrscheinlich. WhatsApp, Kalender und E-Mail. Das heißt, du hast mit WhatsApp schon auch noch eine Chance, an einem extrem guten Ort zu landen, wo du gesehen wirst. Deswegen glaube ich, dass Newsletter auf WhatsApp schon grundsätzlich ganz gut sind. Ich selbst mache es bisher noch nicht, weil mir irgendwie der Einstieg noch nicht da so richtig gelungen ist. Und ich mich wahrscheinlich auch noch nicht genug eingelesen habe, könnte man sagen. Ich glaube aber, dass es durchaus Potenzial bringt, ja.

Joël Kaczmarek: So, und wenn du sagst, Newsletter sind zurück, Vielleicht sollten wir auch mal einen kurzen Satz verlieren über... Tools. Also, vielleicht ist es ja auch, für die Ein oder andere hier interessant, mal mitzukriegen, was wird denn so eingesetzt. Also die beiden großen Welten, die ich so mitkriege, sind Substack und Beehiiv. Also, das sind so die, die ich gerade gehabt habe. Wir sind auf Substack. Ich glaube, du bist auf Beehiiv.

Justin Pohl: Ich bin auf Beehiiv.

Joël Kaczmarek: Was denkst Du so zu den Plattformen?

Justin Pohl: Ich glaube, Am Ende ist die Plattform zweiträngig. Viele Leute denken immer ewig nach, Welche Plattform muss ich jetzt benutzen, damit ich meinen Newsletter starten kann. Der wichtige Schritt ist am Ende des Tages. Wie mit allen Dingen, einfach zu starten und gar nicht so sehr über die Plattform nachzudenken. Ich bin großer Beehiiv-Fan, weil einfach das Interface extrem gut ist. Es wird einem extrem einfach gemacht. Du ownst die Audience, das ist DeINE E-Mail-Liste, Du kannst, sie exportieren. Das Gleiche kannst du auf Substack auch machen. Substack hat noch den Vorteil, dass es ja wie so ein kleines Social Network gleichzeitig ist. Das heißt, Dein Newsletter kann auch nochmal anders gefunden werden in diesem ganzen Substack-Universum. Ich habe mich für Beehiiv entschieden, weil ich den Gründer mag. Ich stehe schon länger auf. LinkedIn-Folge. Und einfach insgesamt das Interface. Das ist natürlich, und da muss man sagen, auf Creator-Ebene Für Einzelpersonen ist das ganz nice. Wenn du aber natürlich irgendwie ein Unternehmen hast, dann ist das schon wieder anders. Also Beehiiv und Substack sind schon klar Tools für eine Creator-Economy, Also wirklich für individuelle Personen, während du irgendwie für Marken auf jeden Fall natürlich Programme brauchst, Was deutlich besser zu skalieren, ist.

Joël Kaczmarek: Und jetzt hilf mir mal, vielleicht denke ich doch total dumm, Ich habe mich gefragt, ob man nicht einfach auch auf beiden Präsent sein kann. Also haben die beide auch Plattformlogiken, dass Sie dir Reichweite bringen per Plattform?

Justin Pohl: Beehiiv weniger. Bei Beehiiv hast du so ein System, du kannst dich gegenseitig recommenden. Ich glaube, das geht bei Substack auch. Bei Substack hast du natürlich nochmal diesen, Wie gesagt, diesen Social-Faktor, wo du entdeckt werden, kannst. Das heißt, du könntest rein grundsätzlich, Ich habe darüber auch schon nachgedacht, einfach auf beiden den gleichen Newsletter jeden Donnerstag, wie BEI mir, veröffentlichen. Würde rein grundsätzlich, glaube ich, schon gehen. Grundsätzlich könntest du es selber auch auf LinkedIn machen. Nur mit LinkedIn habe ich die Schwierigkeit, da sind wir wieder bei dem Thema, Du ownst halt diese Audience nicht. Du kriegst nicht die E-Mail-Adressen, Dafür ist es leichter, dass man dir folgt, weil man muss kein Double-Opt-In machen, sondern drückst einfach nur auf Folgen mit deinem LinkedIn-Account. Das hat auch seine Vorteile, Aber du bist halt nicht der Owner der Audience, Deswegen bin ich bei LinkedIn so ein bisschen resistant.

Joël Kaczmarek: Abschließende Frage, was würdest du sagen, was sind so die drei Funktionen, die du beim Newsletter-Tool super zentral findest, wo du auch sagst, Habe ich meist einen Benefit durchgezogen, oder ohne das geht es nicht? Hast du da was?

Justin Pohl: Ich denke, Wichtig ist eine einfache Bedienung an allererster Stelle. Dieser Editor ist für mich das Wichtigste. Das muss einfach zu bedienen sein. Das muss sich so ein bisschen wie Canva anfühlen. Für Newsletter schreiben. Das ist für mich, glaube ich, Der wichtigste Punkt. Ansonsten, Ich habe meinen Newsletter bisher nicht monetarisiert, was aber auf Beehiiv ganz praktisch ist. Du hast ein Ad-Program im Prinzip. Das heißt, du bekommst Ads vorgeschlagen, die du automatisch in deinen Newsletter einbinden kannst. Das ist, glaube ich, gerade für Creator, die ihren Newsletter monetarisieren wollen, ganz praktisch. Kleiner Nachteil für deutsche Creator an der Stelle, Es gibt diese Ads bisher nicht auf Deutsch. Also Ihr könnt euch vorstellen, Es gibt dort auch HubSpot, Es gibt da andere Plattformen, KI-Tools, Alles mögliche, Die Laden dort im Prinzip vorgefertigte Ad-Snippets hoch. Und Du brauchst Sie nur in dein Newsletter einfügen. Du machst einfach nur Schrägstrich, Sponsored, Ads oder Sowas Ähnliches. Und dann wird es automatisch eingefügt. Und du kannst dir auswählen, welche Ad du haben willst und wirst dann auf. Klickbasis bezahlt. Also gerade für Creator, die ihr Newsletter monetarisieren wollen. Ist das eine ganz Geile Funktion, glaube ich. Und ein dritter Punkt, Ich glaube einfach, dass, ja, wichtig, dass Du halt. Die Audience owns am Ende des Tages, dass du die exportieren kannst, wenn Du umsteigen, willst. Das ist, glaube ich, so mein wichtiger, drei wichtigsten Punkte.

Joël Kaczmarek: Ja, beziehungsweise die Recommendations auch. Also mir geht es auch, so, wenn ich drüber nachdenke, ich habe es, wie du, Ich finde auch, die Startseite von so einem Newsletter einfach editieren zu können, dass die hochwertig aussieht, geil, sozusagen stylen zu können, Plus Die Recommendations. Plus, du kannst ja bei HubSpot zum Beispiel so bezahlte Newsletter auch relativ schnell aufsetzen, dass Du sagst, Diese Ausgabe ist Teil des Bezahlfeeds. Aber okay, ist ja nicht unser Thema. Wir wollen ja heute eher darüber reden, warum die wichtig sind. Also Punkt 1, okay, Newsletter sind nicht zurück, sondern sie waren nie weg. Meine zweite These ist, Social Media ist heute Distribution, nicht mehr Destination. Da steckt, glaube ich, ganz viel drin. Magst du das mal ein bisschen? erklären?

Justin Pohl: Genau, ich glaube, wir müssen mal ein bisschen noch über Social Media reden und über Creator. Für mich persönlich, Creator und Newsletter gehen immer so... Ein bisschen einher. Wenn wir in die USA schauen, In Deutschland ist es noch ein bisschen weniger. Wenn wir in die USA schauen, sehen wir ganz oft, großer Creator auf. LinkedIn hat oftmals auch einen großen Newsletter oder umgekehrt. Das heißt, das geht so ein bisschen Hand in Hand. Das heißt, Wenn ich von Creatoren rede, meine ich oftmals auch Newsletter oder umgekehrt. Und für mich ist gerade... Großer Shift wie Creator und Marken Social Media nutzen. Früher war Social Media ganz oft das Ziel. Man wollte Reichweite, man wollte Likes, Follower auf dieser Plattform gewinnen. Und heute sehen viele Creator Social Media eher als Discovery Engine, also als Ort, wo Menschen dich entdecken, aber nicht unbedingt bleiben. Und die eigentliche Strategie ist oft, Du hast eine gute Social Media Präsenz, fütterst die vielleicht mit deinem Newsletter-Content, leitest damit die Leute dann auch zu deinem Newsletter weiter und entwickelst daraus deine eigene Audience. Das heißt, du bleibst nicht nur noch auf Social Media, sondern entwickelst die Social Media Audience zu deiner eigenen Audience. Man könnte also sagen, Social Media wird so ein bisschen zu einem Top-of-Funnel-Channel, während der Newsletter die langfristige Beziehung aufbaut. Und ja, Viele Creator versuchen heute gar nicht mehr, ihre Audience aufzuhalten. Plattform zu halten. Sie versuchen, viel mehr Menschen von Plattformen in ihre eigenen Kanäle zu bewegen. Und lustigerweise habe ich auch in meiner heutigen Ausgabe über ein neues Phänomen gesprochen, nämlich Creator Monetization Plattform. Hast du davon schon mal? gehört?

Joël Kaczmarek: Nein, erzähl mehr.

Justin Pohl: Das sind im Prinzip genau die Plattformen, über die wir gerade gesprochen haben.

Joël Kaczmarek: Oder meinst du jetzt sowas wie Fanblast? Da habe ich mich auch gerade dran gedacht.

Justin Pohl: Ne, das sind eher so Plattformen wie Beehiiv, Substack oder Patreon. Die im Prinzip Creatoren helfen, über Subscriptions, über Ads, über Brand Deals direkt Geld zu verdienen. Und dieser Markt wächst gerade tatsächlich extrem stark an. Lass mich ganz kurz mal in die Zahlen gucken. Bis 2030 soll der Markt auf 29 Milliarden US-Dollar wachsen. Und gleichzeitig steigt auch das Werbebudget gerade von US-Brands. Da soll 2026 rund 43,9 Milliarden in Creator-Kooperation investiert werden, Was zeigt, wie stark. Creator inzwischen in Marketingstrategien eingebunden sind. Und zum Vergleich nochmal, Die gesamte Creator-Economy ist inzwischen auf 314 Milliarden Dollar geschätzt und soll bis 2035 Skyrocket-mäßig auf zwei Billionen wachsen. Zeigt also ganz gut, was für ein krasses Potenzial dahinter ist. Und diese Monetization-Plattformen wie Substack, wie Beehiiv werden dabei zu einer zentralen Infrastruktur, Weil sie Creatoren ermöglichen, ihre eigenen Geschäftsmodelle unabhängig von Plattformalgorithmen aufzubauen.

Joël Kaczmarek: Ja, was du gerade beschrieben. hast, erinnert mich auch an ein Phänomen, was du im klassischen Marketing und Unternehmen hast. Also, wenn ich mich mit so einem Florian Heinemann unterhalte, dann hast du ja immer dieses Thema, Wenn ich Marketing mache, Eine Marketingquote habe in einer Firma, Dann gibst du halt jedes Mal wieder Geld aus, um Kunden reinzuziehen. Und eine der Antworten, das sozusagen ja zu senken, ist CRM. Also, dass du schaffst, die Kundendaten zu haben, um die Kunden direkt anzusprechen. Und es ist in der Logik ein bisschen ähnlich. So wie du als Firma vielleicht hingehst und sagst, Ich mache jetzt irgendwie SEO, um organisch auf Google gefunden zu werden, und ich gebe irgendwie Geld aus. An Facebook, an Google und Co., Um mir bezahlt, Reichweite zu kaufen, ist das quasi genauso wie im Creatormarkt mit Social Media. Social Media sind quasi deine Outlets, die du bezahlt oder unbezahlt nutzt für Reichweite. Und das CRM ist quasi dein Newsletter, also, dass du da in den Bereich kommst, die Leute anschreiben zu können. Es ist auch komplett plausibel, Weil wenn natürlich die Plattformen immer dichter werden und mit KI auch noch überspült werden. Durch Content, ja. Und du gleichzeitig noch sagst, alles klar, ich will irgendwie verstehen, Ist das jetzt ein echter Mensch, der da mit mir redet? Oder ist das irgendeine Maschine, die wieder irgendwelche Triggerpunkte bei mir auf Basis meiner Kommunikation identifiziert hat. Das macht ja massiven Unterschied. Und vor dem Hintergrund ist das alles nur plausibel, was du beschrieben, hast, auch mit den Creatoren, weil du natürlich dieses menschlich nahbare hast, Non-AI, Beziehungen, Ich habe ein Bild von der Person und der hat Owned Media sozusagen, also, der hat quasi geohnte Reichweite. Und vor dem Hintergrund finde ich das sehr einleuchtend.

Justin Pohl: Ja, absolut. Ich glaube, man kann zusammenfassend sagen... Dass Creator versuchen, nicht auf diesen algorithmischen Plattformen zu gewinnen, sondern ihre Audience davon wegzulocken. Sie zu instrumentalisieren, sozusagen. Genau, Sie zu instrumentalisieren, ja.

Joël Kaczmarek: Na gut, Bisher haben wir uns hier noch nicht widersprochen. Mal gucken, ob es bei der dritten These soweit ist. Deine Dritte These lautet, Creator gewinnen gerade gegen Marken.

Justin Pohl: Ich glaube, da wirst du mir nicht widersprechen. Ich glaube, das ist auch ein guter Konsens, weil ich glaube, Die meisten Leute wissen mittlerweile, Wir folgen lieber Persönlichkeiten statt Marken. Ich glaube... Da sind sich die meisten Leute einig. Da sieht man auch, wenn man auf LinkedIn geht und man schaut sich die Reichweite der Unternehmenskanäle an, Sie performen mittlerweile einfach deutlich schlechter, als es die Einzelpersonen sind. Oftmals performten Posts von einer Mitarbeiterin oder einem Mitarbeiter von dem Unternehmen. Deutlich besser als der Unternehmensaccount, der vielleicht Hunderttausende von Abonnenten hat. Ich merke das auch selbst. Wie gesagt, ich mache ja auch Social Media bei HubSpot im DACH-Raum mit einer Freelancerin zusammen. Und wir sehen da, Wir haben absolut Schwierigkeiten, auch mit dem Unternehmensaccount, die Reichweite zu erreichen, die wir vielleicht mit Mitarbeitenden oder auch mit Creatoren zusammen haben. Also ja, Menschen folgen heute eher Persönlichkeiten. Als Marken. Und Creator haben halt eine ganz, Ganz klare Stimme, eine Persönlichkeit und oft ein viel, Viel höheres Vertrauen, als es eine Marke hat. Eine Marke kommuniziert häufig sehr. Corporate, Sie sind sehr generisch und manchmal auch ein bisschen Steril, so in ihrem eigenen Kosmos. Und deshalb würde ich sagen, sehen wir gerade eine Entwicklung, bei der Creator Eine immer wichtige Rolle im Marketing spielen. Nicht nur im B2C, Da ist es, glaube ich schon lange, so, aber vor allem auch B2B, Womit wir uns ja vor allem beschäftigen. Und ja, Viele Unternehmen arbeiten heute einfach gezielt mit Creatoren zusammen, ihre Distributionen zu erweitern. Und ein Satz, der das ganz gut beschreibt, ist, Menschen abonnieren, Menschen, keine Logos. Das diktiere ich irgendwie alle drei Wochen in meinem Newsletter. Und die meisten Leute wissen das auch. Aber das ist ganz, ganz wichtig, einfach im Kopf zu behalten. Wenn der CEO wieder zu dir kommt und sagt, hey, warum posten wir denn nicht nochmal? Das letzte Event vom Corporate Account. Es würde viel besser funktionieren, wenn der CEO, das von seinem Account zum Beispiel posten würde. Und auf Newsletter noch ganz kurz, den Bezug zu bringen. Viele der erfolgreichsten Newsletter im Internet sind deshalb eigentlich Media Companies mit einer Person vorne dran. Das ist genau dieser Shift. Social Media nutzen, um dann die Audience auf den Newsletter zu bewegen und zu einer Owned Audience zu machen.

Joël Kaczmarek: Ich würde mich interessieren, was Beobachtest du so, Wie Unternehmen mit Creatoren arbeiten? weil, was du natürlich hast, ist so eine Art Cluster-Risiko. Wenn du jetzt einen Creator hast, der dann auf einmal irgendwie sagt, hier, Ich finde folgende rechtsgerichtete Partei ganz toll, oder es kommt raus, hat irgendwie so einen MeToo-Skandal an der Backe, Dann implodiert dir natürlich Instant dein gesamter Zugang, also rightfully so, zu der Erzählung, die du dir aufgebaut hast. Also, du hast ein Risiko, dass so ein Mensch natürlich auch fehleranfällig ist, So kann man es ja runterdichten. Was ist so dein Blick, wie Marken daher mit Creatoren arbeiten?

Justin Pohl: Ja, auf jeden Fall. Also, ich mache bei HubSpot, auch extrem viele. Creator-Kooperationen. Wir arbeiten da mit Sarah Emmerich zusammen und bewerben vor allem auch unsere Webinare, also auf Performance-Ebene. Da habe ich auch gleich noch eine schöne These zu. Und das funktioniert natürlich extrem gut, Aber ja, du bist durchaus abhängig von der Außenwirkung dieser Creator. Und wenn du auf langer Ebene mit dieser Person zusammenarbeitest und die Person sich dann irgendwie in eine Richtung entwickelt, die dir als Marke vielleicht nicht zusagt, dann kann das schon schwierig werden. Aber ich glaube, dieses Risiko musst du halt, das kann dir genauso mit Mitarbeitenden passieren. Ich glaube, damit musst du rechnen und dann auch umgehen. Recht transparent sollte es dann passieren und relativ schnell eine Schlusslinie ziehen und das auch ordentlich erklären. Ich glaube, das ist wichtig, wenn sowas passieren sollte.

Joël Kaczmarek: Na gut, also, bisher finde ich deine These glaubwürdig. Ich würde sagen, wir machen uns eine weiter. Deine Vierte These lautet nämlich, Newsletter sind ein unterschätztes Performance-Tool. Das ist ja erstmal interessant, weil Performance-Tools zeigen. Ja aus, dass du sozusagen relativ berechenbar Geld investieren kannst und weißt, was du hinterher rauskriegst. Also Messbarkeit ist ein hohes Thema und Lead-Orientierung. Und du hast ja auch gesagt, Demand-Creation ist quasi dein Beruf. Da höre ich jetzt bei deiner vierten These raus, dass Du glaubst, dass Newsletter in dieses Eck reinfallen.

Justin Pohl: Ich weiß es sogar. Natürlich Newsletter abhängig am Ende des Tages. Aber ich sehe ganz oft ein Missverständnis. Newsletter werden oft nur als... Brandkanal gesehen. Dabei sind sie wirklich ein super starkes Performance-Tool. Newsletter schaffen etwas, das im Marketing unglaublich wertvoll ist, nämlich kontinuierliche Aufmerksamkeit. Und wenn jemand ein Newsletter jede Woche liest, ich veröffentliche jeden Donnerstag, Dann entsteht über diese Zeit gewisses Vertrauen. Und Vertrauen ist gerade im B2B-Marketing extrem wichtig, weil, ja, du weißt es ja, Buying Cycles können extrem lang sein. Die können über drei Monate, über sechs Monate, über ein ganzes Jahr hinweg gehen. Und Newsletter sorgen dafür, dass deine Marke im Prinzip regelmäßig im Kopf deiner Audience präsent ist. Und das wirkt sich langfristig stark auf die Pipeline und auf Deals aus. Das heißt einmal, Das ist eine wichtige Perspektive, zu verstehen, Diese Kontinuität bringt Vertrauen. Und man muss halt ganz klar sagen, in einem Newsletter kannst du einen Link platzieren, der einfach geklickt wird. Die Newsletter sind sowieso am Handy oder am PC in ihrem Mail-Programm. Switch lesen durch diesen Newsletter durch und ein Klick fällt Natürlich verdammt einfach. Und dann umso besser, wenn er natürlich genau zu den Themen passt, die auch im Newsletter behandelt werden. Dementsprechend, was wir ganz oft machen, bei HubSpot, um ein paar konkrete Beispiele zu nennen, Wir platzieren unsere Webinare ganz oft in Newslettern und versuchen eben, Anmeldungen zu generieren. Und das funktioniert extrem gut mit... Mit den Newslettern, die auch wirklich zum Webinar passen. Oftmals versuchen wir dann auch, das Ganze so zu platzieren, dass es in die Story mit eingebunden ist und nicht einfach nur mit einem Banner oder irgendwas promotet wird, Sondern wirklich schön eingebunden im Newsletter und zur Story passend, sodass es auch einen Mehrwert am Ende des Tages bietet.

Joël Kaczmarek: Hm. SAG mal, was ist so Deine Beobachtung? Weil wenn ich mir jetzt dein Newsletter zum Beispiel angucke, ich erlebe den als schon sehr dicht. Also, da ist viel los. Du hast relativ viele Bilder, Du hast mal Gifs drin, Fettung, Also Du hast auch über Formatierung sozusagen viel, wie du arbeitest. Der Text ist relativ lang, Da ist viel Content drin und auch viele Outbound-Links. Und ich frage mich dabei immer, ist es wirklich gut skalierbar möglich, Outbound-Traffic aus dem Newsletter sehr gezielt zu erzeugen? Oder verlieren die Leute sich da nicht einfach drin? Weil wenn die Dinger so lang sind und so viel Angebot haben, wo ich hinfliegen, kann quasi, Dann ist es ja schwierig, da ganz gezielt zu sagen, ich lenke die jetzt mal.

Justin Pohl: Ja, ich glaube, da muss man einen guten Mittelweg finden. Für mich ist es aktuell noch relativ einfach, weil ich meinen einfach noch nicht monetarisiert habe. Ich habe jetzt mittlerweile 2000 Abonnenten und habe ihn noch nicht monetarisiert. Das heißt, mich interessieren nicht, wie viele links ich da drin habe. Am Ende geht es mir darum, dass ich einen Mehrwert für meine Audience liefere. Und wenn dieser Link hilft, noch mehr Verständnis zu einem Thema zu bekommen, für das, die Leute sich noch tiefer interessieren, als wie es in meinem Newsletter steht, dann verlinke ich das. Ich denke, dass ich das auch in Zukunft so machen werde, selbst, wenn ich monetarisiere. Aber du hast durchaus recht. Ich glaube, man muss sich schon über die Struktur Gedanken machen. Wenn super viele links sind, extrem viel los ist in einem Newsletter und dann einfach irgendwo eine kleine Ad auftaucht, Dann fällt die vielleicht gar nicht so stark auf. Andererseits ist es natürlich auch nicht schlecht, wenn eine AD gar nicht so stark auffällt, sondern nativ in dem Content auftaucht und gut dazu passt. Wenn ich zum Beispiel gerade eine Story über ich weiß, es nicht, Wie sich SEO im AI-Zeitalter verändert, schreibe und am Ende von dieser Story. Einen Hinweis auf ein kostenloses Webinar setze, Dann fügt sich das ganz gut nativ ein und wird auch ganz gut geklickt. Man muss aber seine Audience natürlich kennen, man muss wissen, wie Sie auf die links reagieren, wo Sie am meisten klicken, Was sind die besten Stellen im Newsletter. Ich glaube, das muss jeder Newsletter so ein bisschen für sich selbst finden. Und wir sehen auch in den Promos, die wir machen, mit anderen Newslettern, dass das auch jeder anders macht. Manche bauen das in ihre Storys ein, Manche nutzen klare Banner, damit man die ganz, ganz deutlich sieht. Das muss jeder für sich selbst rausfinden.

Joël Kaczmarek: Und sag mal, Wie schätzt du denn die Monetarisierbarkeit von Newslettern ein? Also Ab wann könntest du das starten und welche Potenziale siehst Du da? drin?

Justin Pohl: Ich glaube, du kannst grundsätzlich von Anfang an starten. Also gerade... Wir haben ja gerade darüber gesprochen, Auch so Plattformen wie Beehiiv, die eben direkt nativ anbieten, Ads in die Newsletter einzufügen. Und das theoretisch schon ab einem Abonnenten. Das heißt, so früh wie möglich starten kann durchaus Sinn machen, glaube ich. Ich habe am Anfang darauf verzichtet, weil ich erstmal eine Audience aufbauen wollte, Mehrwert schaffen wollte, auch gar nicht. Das Ziel hatte, groß, einen Monetarisierungskanal damit aufzubauen, sondern mir ging es in erster Linie darum, ich wollte mich mehr weiterbilden, ich wollte meine Schreibskills verbessern. Und mich einfach ein bisschen mehr mit den Tools beschäftigen. Und dafür war es super sinnvoll.

Joël Kaczmarek: Und wenn du gerade auch gesagt hast, Zielgruppenkenntnis, wie gelingt Dir das? Also Woher weißt du, wie deine Zielgruppe klickt? Weil ich erlebe es bei mir bisher, so, da ist jetzt nicht fleißig. Kommentarschlacht angesagt. Wenn ich umfragen, mache, da klicken die Leute drauf, Kommentare finde ich schon schwierig. Meistens hast du nur eine E-Mail-Adresse, vielleicht noch einen Vornamen und einen Nachnamen, kennst Öffnungsraten, Aber wie gewinnst Du ein Gefühl für deine Audience?

Justin Pohl: Ich habe, wenn man meinen Newsletter abonniert, kommt man auf eine kleine Survey am Anfang, wo ich gewisse Dinge abfrage. Dadurch, dass ich ja vorher auch schon viele Newsletter promotet habe, weiß ich, was Marken wissen wollen. Dementsprechend frage ich am Anfang auch ab, wie groß ist das Unternehmen, für das Du arbeitest, In welcher Branche arbeitest du. Dann will ich natürlich wissen, wie sie auf den Newsletter gekommen sind und was sie interessiert. Das sind vier einfache Fragen, die ich aber glaube, ich ganz charmant und lustig auch gestellt habe, sodass man auch Lust hat, diese Survey auszufüllen. Tatsächlich habe ich eine Completion Rate dieser Survey von, Ich glaube, 96%. Ich habe vor ein paar Wochen mal reingeschaut. Also, ich habe die wirklich so optimiert, dass sie auch wirklich ausgefüllt wird. Ich glaube, das ist extrem wichtig. Ansonsten, Du hast recht, sonst hast du Open Rates. Was ich gut sehen kann, ist die Klickraten auf die unterschiedlichen Links. Auch deswegen ist ein großer Vorteil, die links überall hinzuzufügen, weil du ganz klar sehen kannst, wer hat denn was geklickt. Und somit siehst du auch ganz gut, für was die Leute sich interessieren. Ich habe zum Beispiel so eine kleine Sektion mit KI-Snacks, die relevant fürs Marketing sind. Und am Ende ist immer nur ein ganz, Ganz kleiner Text mit am Ende mehr hier, wo man dann weitergeleitet wird zu den weiterführenden Informationen. Und da lässt sich ganz gut herausfinden und ein Gefühl entwickeln, was die Leute denn wirklich interessiert, weil ich natürlich sehe, auf, was Sie jede Woche raufklicken. Ich habe dann so eine Clickmap im Prinzip und dann siehst du das ganz gut. Also ich glaube, so eine Survey. Und diese ClickMap hilft ganz gut zu verstehen, Was die Leute interessiert.

Joël Kaczmarek: Das ist super spannend. Ich nehme mal an, Du wirst wahrscheinlich auch aussortieren, regelmäßig, dass Du Non-Opening-Members quasi aussortierst, oder?

Justin Pohl: Ja, alle 90 Tage, wenn Du meinen Newsletter nicht geöffnet hast, fliegst Du leider raus. Dann gibt es nochmal eine kleine E-Mail, Da steht drin, trennen wir uns an dieser Stelle. Dann gibt es sozusagen nochmal die Möglichkeit, wenn du darauf klickst, auf den Button wieder in die Liste reinzukommen oder drin zu bleiben. Und ansonsten wirst du am nächsten Tag rausgekickt. Ich glaube, das ist einfach, Also, für mich hat es keinen Mehrwert, wenn Leute meinen Newsletter abonniert, haben. Die nicht lesen. Das drückt meine Open Rate nach unten, dafür die Follower nach oben. Das kann man selbst entscheiden, was einem wichtiger ist. Für mich ist wichtig, dass die Leute den Newsletter lesen und irgendwie was mitnehmen, davon. Deswegen ist für mich die Open Rate wichtiger als die Subscriber. Ich glaube, wenn ich die Leute nicht rausschmeißen würde, dann wäre ich schon bei knapp 3000. Wenn ich in den USA leben würde und kein Double-Opt-In bräuchte, dann wäre ich wahrscheinlich. Schon bei über 4000, Weil das ist natürlich auch mal ein Faktor in Deutschland, dass die Leute ja nochmal... Aktiv klicken müssen, um deinen Newsletter zu abonnieren. Was ich auch grundsätzlich für gut halte, weil ich denke, das gibt auch nochmal deinem Newsletter. Ein bisschen mehr Qualität, Weil Die Leute müssen einfach nochmal diesen aktiven Weg gehen und den zusätzlichen Klick machen. Deswegen bin ich grundsätzlich auch ein großer Freund von Double Opt-In.

Joël Kaczmarek: Jetzt mal kurz eine Nachfrage noch, by the way, bevor wir zu deiner letzten These kommen. Du hast ja auch gesagt, Creator gewinnen gerade gegen Marken, Menschen folgen Menschen, keine Logos. Warum hast du deinen Newsletter dann cmd+M genannt? Und nicht Justins Newsletter oder Justins Marketing Snacks oder irgendwas in der Art?

Justin Pohl: Ja, gute Frage. Ich glaube, weil ich nicht aus dieser Creator-Bubble komme. Ich denke mal, wenn ich jetzt schon eine Creator-Persönlichkeit hätte. Auf LinkedIn, Was ich unter gar keinen Umständen habe, Ich glaube, dann hätte das funktionieren können. Aber ich habe mit dem Newsletter als Erstes angefangen. Deswegen wollte ich zum einen irgendwie einen coolen Namen haben und kein Mensch kennt. Halt Justin Pohl. Warum sollte ich von Justin Pohl irgendeinen Newsletter lesen? Deswegen wollte ich eher eine Marke aus diesem Newsletter an sich machen. Aber wenn es natürlich um die Distribution am Ende geht, soll man schon ganz klar feststellen, okay, Da steckt eine Person dahinter, die diesen Newsletter schreibt Und das kommt, glaube ich, auch in meinem Schreibstil ganz gut raus, der sehr persönlich ist. Ich glaube, das ist so der Grund, warum ich dem einen Namen gegeben oder einen Markennamen gegeben habe, anstatt ihn Justin Pohl zu nennen.

Joël Kaczmarek: Okay. Gut, Deine letzte These würde ich mal behaupten, fasst ein bisschen zusammen, was wir eigentlich bisher gesagt haben. Die Zukunft gehört. Audience-Besitz. Also das ist so ein bisschen die Klammer, glaube ich, unter dem das Ganze steht.

Justin Pohl: Ja, und ich glaube, das ist für mich auch der wichtigste Punkt. Marketing bewegt sich gerade weg von diesen Plattform-Audiences hin zu den Owned-Audiences, Das haben wir jetzt schon ganz oft gesagt. Und der Grund ist simpel. Plattformen ändern ständig ihre Regeln, Algorithmen verändern Reichweiten und KI verändert. Gerade die gesamte Discovery im Internet. Und deshalb wird es für Marken immer wichtiger, eine Audience aufzubauen, die ihnen wirklich gehört. Das können Newsletter sein, Das können Podcast sein, Das können Communities sein, Das kann alles Mögliche sein. Aber es geht darum, diese eigene Audience aufzubauen. Also die Grundidee bleibt immer gleich, Nicht nur Content besitzen, sondern eine Audience besitzen. Und ich glaube deshalb, dass die erfolgreichsten Marken der nächsten zehn Jahre sich zunehmen, Wie Medienhäuser verhalten werden, könnte man sagen.

Joël Kaczmarek: Da kann man ja nochmal eine kleine Nachforschung angehen. Zu dem, was du davor gerade gesagt hast, dass du regelmäßig dein Newsletter bereinigst. Also, was heißt sozusagen Audience, ist ja dann die Frage. Es ist nur eine hörende Audience, auf die du jetzt optimierst. Kannst du das vielleicht auch nochmal ein bisschen ausführen, warum Du glaubst, dass Open Rate wichtiger ist als reine Reichweite, weil viele erlebe ich immer wieder. Wenn ich jetzt Marketing machen würde, für mein Newsletter, würde mich wahrscheinlich mehr Leute fragen, Wie viele Abonnieren den Versus? Wie viele Leute öffnen den.

Justin Pohl: Das ist die erste Frage meistens. Ich frage Sie nicht, wenn ich ein Newsletter, Welche Probe mache für ein Newsletter. Natürlich frage ich das auch. Es gibt ja Am Ende des Tages gibt es ja trotzdem eine Richtung, Wie groß ist der Newsletter. Ist er groß genug für dein Unternehmen, damit du auch eine gewisse Reichweite bekommst? Das Ding ist, wenn du dich auf Follower statt Open Rate konzentrierst, optimierst du. In die falsche Richtung meiner Meinung nach. Weil, sobald du dich auf Eins festsetzt, versuchst du ja auch, in diese Richtung zu optimieren. Das heißt, ich versuche, jede Woche mehr leser zu bekommen, mehr Lesende, Während jemand anderes dann eher auf die Distribution geht. Und Hauptsache, schaut, dass immer mehr Masse reinkommt. Ob die dann am Ende lesen, wird sicherlich auch angeschaut an zweiter Stelle, Aber es ist nicht die primäre KPI. Ich glaube, deswegen ist es so ein bisschen Prioritätensetzen, warum ich die Open Rate vor die Followerzahl setze oder als Subscription zahlen. Aber am Ende des Tages ist beides natürlich wichtig, darf man nicht vergessen. Also, wie gesagt, wenn ich eine Promo mache, frage ich natürlich beides ab. Am Ende des Tages macht es einen Unterschied, ob ich einen Newsletter abonniere, der wie meiner nur 2000 Abonnenten hat, Aktive Abonnenten oder einen, der 50.000 hat. Und vielleicht nur eine Open Rate von 50 statt 70 Prozent. Das ist natürlich trotzdem super relevant.

Joël Kaczmarek: So und jetzt hast du gesagt, die Zukunft gehört. Audience-Besitz. Ist diese Audience eine bestimmte Qualität für dich? noch? geknüpft. Also gibt es sozusagen unterschiedliche Qualitäten von Publikum, die ich bespielen kann? Wir hätten jetzt sozusagen. Öffnung, Interesse war eine Maßgabe. Gibt es noch andere für dich, die du anguckst?

Justin Pohl: Ja, auf jeden Fall. Es kommt auf die Nische natürlich an, an der du dich befindest mit deinem Newsletter. Ich finde es übrigens Super wichtig, dass du auch überhaupt eine nische bedienst. Weil am Ende müssen die Leute, die an den Newsletter passen, im besten Fall, wenn du ihn monetarisieren, willst, ja auch zu deinen. Werbepartnern passen. Und wir alle wissen es, Am besten funktionieren Führungspersönlichkeiten. Deswegen frage ich zum Beispiel auch in meiner Survey ab, wo stehst du in der Hierarchie? Deines Unternehmens? Bist du eine Führungspersönlichkeit? Bist du Founder? Bist du ein normaler Mitarbeitender? Das ist schon wichtig, zu wissen. Und natürlich ist es von großem Vorteil, wenn deine Leserschaft auch größtenteils aus Führungs-, aus Personen mit Führungsverantwortung. Zumindest besteht. Nicht zwingend für jeden Newsletter, Denn wenn du ein Newsletter hast über KI-Tools, die am Ende Mitarbeitende nutzen, zum Beispiel, Und Du bist ein KI-Tool, das darin Werbung machen will, Dann funktioniert das sehr, sehr gut. Wenn HubSpot in meinem Newsletter Werbung machen wollen, würde, Dann wollen sie natürlich Führungspersönlichkeiten, Weil HubSpot am Ende des Tages natürlich, wenn du ein großes Unternehmen bist, Eine wichtige Entscheidung ist auch preislich. Und da brauchst du Führungspersönlichkeiten, während du vielleicht für ein kleines Canva-Abonnent nicht unbedingt den CEO brauchst.

Joël Kaczmarek: Gut, also, wir gehen unsere fünf Thesen, Warum Newsletter gerade dein wichtigstes Werkzeug werden sollten, nochmal durch. Nummer eins, Newsletter sind nicht zurück, sondern sie waren nie weg. These Nummer zwei, Social Media ist heute Distribution, Nicht mehr Destination. Nummer drei, Creator gewinnen gerade gegen Marken. Nummer vier, Newsletter sind ein unterschätztes Performance-Tool. Und Nummer fünf, Die Zukunft gehört Audience-Besitz. Also ich finde es gerade, der letzte, wie gesagt, der macht so eine schöne Klammer drum und es ist, glaube ich, sehr kongruent, um diesen Gedanken gebaut, Kontrolle zu haben und dann halt Relevanz abzuchecken. Auf dem Pfad, den du gerade gesagt hast und dann sich eigentlich zu überlegen, wie ich da Mehrwert bauen kann. Ich finde das ganz rund, würde ich sagen.

Justin Pohl: Vielleicht Zum Abschluss würde ich gerne noch eine Sache sagen, weil ich das Gefühl habe, dass viele Marketer gerade Marketing so ein bisschen schwer fällt. Wenn man Marketing gerade beobachtet, fühlt sich vieles super neu an. KI verändert Content extrem, AI verändert Search Vor allem, Plattformen verändern Distribution. Aber gleichzeitig sehen wir einen ziemlich spannenden Gegentrend. Viele der erfolgreichsten Marketer investieren wieder stärker in etwas, was eigentlich schon seit den 90ern existiert, nämlich E-Mail-Newsletter, Wo du denn nach? Audience wirklich ownen kannst und das Ganze nicht, weil es nostalgisch ist, sondern weil es einer der letzten Kanäle ist, der dir einfach wirklich gehört. Und deshalb glaube ich, Die Marken, die in den nächsten Jahren gewinnen werden, sind nicht die mit den meisten Followern, sondern die mit der stärksten eigenen Audience.

Joël Kaczmarek: Was sind denn eigentlich so abschließende Fragen, mal TKPS oder vielleicht auch CPCs, also Tausender Kontaktepreise und kost per Klick, die Du siehst, Also Wie werden Newsletter bezahlt? typischerweise, wenn wir jetzt mal auf die Businesswelt vielleicht als erstes gucken?

Justin Pohl: Das ist extrem unterschiedlich. Von Newsletter zu Newsletter tatsächlich. Ich glaube, dass Newsletter sind noch nicht so ein Produkt geworden, wie es vielleicht andere Assets sind. Also ein Podcast zum Beispiel wird ja meistens nach Tausender Kontaktpunkt bezahlt, was dann relativ schnell auch teuer werden kann. Eigentlich müssten Newsletter das vermutlich ähnlich machen. Viele haben aber individuelle Preise, muss man ganz klar sagen. Jeder hat da so seine Eigenen und das ist auch... Tatsächlich unterschiedlich. Manche Newsletter haben irgendwie 50.000 Abonnenten und verlangen für ein Placement deutlich weniger als vielleicht einer mit 5.000 Abonnenten. Aber der ist vielleicht deutlich nischiger und hat natürlich auch dadurch mehr Potenzial, mit dem Preis nach oben zu gehen, Wenn es dann passt für das Unternehmen. Deswegen ist es extrem unterschiedlich und lässt sich gar nicht so einfach sagen. Ich würde mal so sagen, zwischen 500 und 5.000 Euro ist alles dabei, ungefähr. Aber ja, es ist natürlich schwierige, schwierige Antwort von mir, weil es stark abhängig vom Newsletter und von der Abonnentenzahl und Open Rate.

Joël Kaczmarek: Willst du ja auch in der nächsten Verhandlung nicht? Deine eigene Preissteiger, verstehe ich auch. Von daher, Justin Pohl.

Justin Pohl: Ich habe ja noch keine jetzt.

Joël Kaczmarek: Na, stimmt, aber wenn du mal buchst, in dem Newsletter, meine ich, dann kommt der Newsletter und sagt, Justin Pohl, du hast gesagt, ich soll so viel nehmen. Nein, aber Spaß beiseite, Eins kommt raus. Vielen, vielen Dank. Fand ich super gut? Und vielleicht machen wir demnächst mal eine Folge, wo wir nochmal ein paar Tricks sagen, wie man Newsletter zum Wachsen bringt. Also, das wäre dann so der nächste logische Schritt.

Justin Pohl: Ja, absolut. Ich glaube, gerade so für Newsletter-Wachstum und was einen guten Newsletter ausmacht. Habe ich, glaube ich, auch noch ganz gute Tipps. Also, da können wir bestimmt nochmal anknüpfen.

Joël Kaczmarek: Cool. In diesem Sinne, bis dann. Ciao. Danke dir. Lass Diese Folge gerne kurz wirken und nimm einen Gedanken mit, der für dich gerade wichtig ist. Denn diese Next Level Journey begleitet dich auf deinem Weg zum nächsten Level.

Intro & Outro Speaker: Wenn du tiefer einsteigen möchtest, bietet Dir unsere Community, die Next Level Society, Exklusives Anwendungswissen,

Joël Kaczmarek: den Austausch mit anderen auf derselben Reise, sowie Events, Kurse und weitere Formate. Den Link dazu findest du in den Show Notes.

Intro & Outro Speaker: Weißt du jetzt, was du willst? Weißt du jetzt, was du brauchst? Wie lang hat es gedauert und was hat es gebraucht? Ist es gut, wie ist es? Woran feilst du noch? Komm, erzähl es mir und der Welt, und jetzt du.