Dieses Transkript wurde maschinell erstellt. Wenn dir ein Fehler auffällt, schreib uns gerne zu diesem unter redaktion@digitalkompakt.de.
Tayfun Öner: Wir sind jetzt fünf Leute auf der Payroll. Wir werden zwischen fünf und zehn Millionen Umsatz machen, dieses Jahr. Ich glaube, wir haben es auch geschafft, so klein zu bleiben, so Lean zu bleiben und trotzdem so stark zu wachsen, Weil wir mit den Agenturen und Freelancern, mit denen wir arbeiten, Schon seit Jahren arbeiten. Und dann habe ich einen sehr starken Fokus drauf gelegt. Auf die Content-Produktion. Und egal, ob das Content-Piece gut war oder nicht gut war, Wir haben es hochgeladen und uns da quasi trainiert. Und diese ganze Content-Maschinerie... Hat uns dann super bei den Meta-Werbeanzeigen und später dann bei TikTok geholfen. Das hat mir quasi, ja, Dieses Feedback hat mir eigentlich das Selbstbewusstsein gegeben, um dann wirklich weiterzumachen.
Intro & Outro Speaker: Gib Mir fünf oder mehr, Gib mir alles, was du mir sagen kannst und sag, was hast du gelernt? Vom Fallen und Aufstehen, suchen und Versehen. Und jetzt du High Five,
Joël Kaczmarek: Leute, hier ist Joël und ihr wisst, An unserem Money Monday geht's immer um Businesswachstum. So, Und ich mach's ja total gerne, dass ich spannende Formen mir angucke und erklären, lasse. Wie habt ihr das eigentlich gemacht? Wie ist euer Produkt entstanden? Was ist das eigentlich für ein Produkt? Wie macht Ihr Marketing? Wie ist das finanziert? Und, natürlich mit der Idee, dass man anderen Menschen, so wie euch da draußen, hilft, das selber vielleicht nachzumachen oder Inspirationen daraus zu ziehen. Und heute eine echt Coole Firma, Die heißt nämlich Miralina. Kennt Ihr vielleicht, Die machen Halal-Süßigkeiten. Oder in der Türkei sagt man auch Helal. Also halal kennt ihr ja sicherlich so aus dem religiösen Umfeld. Süßkram, Der Halt ohne Schweinegelatine ist in dem Fall. Und der Liebe Tayfun Öner, mit dem wir jetzt gleich reden. Oder mit dem ich gleich rede, Der steckt dahinter zusammen mit einem spannenden Team, und ich bin natürlich total neugierig zu lernen, Wie funktioniert denn das, Wie ist das groß geworden, Was habt ihr gemacht? Also? Ich bin schon total neugierig, dann starten wir doch direkt rein. Tayfun Öner, schön, dass du da bist. Hallo.
Tayfun Öner: Hi, Hi Joël. Vielen Dank für die Einladung.
Joël Kaczmarek: Also, ich kann an deinem Namen so ein bisschen vermuten, dass es ein Kindheitsproblem war, dass du Selbstsüßigkeiten nicht essen konntest. Wegen Schweinegelatine. Ist das so ein bisschen die Genese hier?
Tayfun Öner: Ja, genau. Also Hintergrund ist, Ich hatte... Einen Job bei der Telekom. Ich war da Trainee im Finanzvorstand und habe nebenbei ein Projekt gesucht, was ich nebenbei machen kann, um die ganzen Plattformen zu verstehen. Also wie funktioniert das Marketing auf Google, Meta, etc. Und habe da eigentlich ein Nebenprojekt gesucht. Das heißt, das, was ich heute mache, war gar nicht als Unternehmen gedacht. Und dann war ich auf der Suche, Welches Problem könnte ich eigentlich lösen? Welches kleines Mini-Problem könnte mein Projekt werden? Und dann dachte ich in meiner Kindheit, Ja, konnte ich keine Süßigkeiten essen. Wegen der Schweinegelatine in den Fruchtgummi. Und dann dachte ich mir, okay, ich baue eine Webseite, halal Online Shop. Damals noch, Stelle, quasi Süßigkeiten online ohne Schweinegelatine und gucke, Was passiert. Ja, und dann habe ich mir das Buch von Andre Alper geholt, sein SEO-Buch, und habe eigentlich SEO-Marketing mir selber beigebracht. Und irgendwann kam dann auch eine Bestellung da rein. Und dann bin ich in die türkischen Supermärkte gegangen und habe da am Wochenende immer Süßigkeiten eingepackt. An die Kunden verschickt, die dann nach und nach eingetrudelt sind.
Joël Kaczmarek: Also du hast richtig, so Hemds am Bootstrapped einfach sozusagen begonnen.
Tayfun Öner: Ja, genau, ich hatte jetzt nicht den großen Plan, dass das ein Unternehmen wird. Ich wollte einfach nur Traffic drauf bekommen und verstehen, Wie dieses ganze Marketingthema funktioniert. Und das hat mir auch sehr gut getan, weil ich im Corporate-Job quasi viel mit Präsentationen gearbeitet habe, Viel Meetings. Und ja, habe das sehr genossen, dass ich da am Wochenende Pakete gepackt habe und mir praktisches Marketingwissen angeeignet habe.
Joël Kaczmarek: Aber ich meine, du hast ja mit Food, da auch dir ein denkbar komplexes Thema gesucht, weil da hast du ja auch viele Richtlinien und es reguliert, was drin sein darf und wie hast du das denn gemacht? Waren die sozusagen, waren es Fertigwüßigkeiten, die du eingekauft hast und einfach umgebrandet, oder hast du selber in deiner Küche gestanden? Und das gegossen?
Tayfun Öner: Ja, das war tatsächlich, Der Vorteil an Fruchtgummi ist ja, dass man es einfach in seinem WG-Zimmer lagern kann. Ich hätte auch Halal-Fleisch nehmen können, aber ich habe mich genau für diese Kategorie entschieden, weil Fruchtgummi lange haltbar sind und einfach zu lagern. In meinem WG-Zimmer. Und das war eigentlich das einzige Produkt, was handelbar war mit den Umständen, die ich damals hatte. Und nein, ich habe die nicht selber gegossen, sondern ich bin einfach in den türkischen Supermarkt gegangen. Die gibt es ja immer in Großstädten. Und habe mir da die Produkte dann irgendwann abfotografiert und habe die dann quasi immer bestückt. Teilweise ein bisschen größere Einkäufe gemacht in den Supermärkten, dann gelagert, manchmal direkt in den Supermarkt reingegangen. Und haben Sie ja direkt verpackt und an den Kunden gesendet. Und damals Noch waren die Kunden, Das war auch interessant, ich habe immer jede Bestellung, die reinkam, Ich habe die sofort immer angerufen und gefragt, warum bestellst Du bei uns? So war es der Hintergrund. Und das waren Kunden aus Bayern, Baden-Württemberg, Die in Dörfern, Also muslimische Familien, die in Dörfern gewohnt haben und keine türkischen Supermärkte hatten in ihrer Umgebung. Die mussten 100 Kilometer weiter fahren. Und dann dachte ich, wow, okay, Ich habe da eine kleine Zielgruppe gefunden, denen ich was Gutes tun kann. Ich lerne Marketing, und so war das dann ein Modus, den ich neben meiner Arbeit durchgeführt habe.
Joël Kaczmarek: Aber damit ich es einmal sauber verstehe, hast du sozusagen so eine Art. Süßigkeitenboxen verkauft? Also so nach dem Motto hier, Da sind fünf Produkte drin. Oder hast du die Sachen, die du im Supermarkt gekauft hast, einfach Tüte aufgerissen, umverpackt und was neues Draus gemacht?
Tayfun Öner: Ne, das waren schon verpackte Süßigkeiten. Zum Beispiel hat Haribo eine Halal-Haribo-Linie, die haben zwölf SKUs, die wurden gelistet. Dann gab es viele No-Name-Brands aus der Türkei, die in den türkischen Supermärkten gelistet waren, allerdings nie. Hochwertige Ware, sondern ja, war verpackt, ne? Verpackte Ware, die ich dann einfach, Es war quasi ein Drittmarkenschub, den ich da mir selber zusammengezimmert habe.
Joël Kaczmarek: Du warst gar nicht Hersteller, du warst sozusagen nur Händler.
Tayfun Öner: Genau, Ich war Zwischenhändler. Mir ging es nur um den Traffic, ne? Dass die Leute auf die Seite kommen und dann gehen, versuchen zu konvertieren. Und so dann, den ersten Marketingkanal zu hacken. quasi. Na ja, SEO.
Joël Kaczmarek: Also gut, Und Sie gefunden werden bei Google, für alle, die es jetzt nicht so kennen, SEO heißt Search Engine Optimization. Das war sozusagen, so der erste Kanal. Und dann hast du verstanden, okay. Und wie kam dann, so der Ausbau, beziehungsweise Wo ist es heute? Also ist es immer noch so, dass Du einfach Fremdprodukte als Shop anbietest oder machst Du auch eigene Sachen? Vielleicht kannst du ja mal Leute, die es nicht kennen, so ein bisschen an die Hand nehmen.
Tayfun Öner: Ja, also. Dieser Modus ging dann ungefähr drei Jahre lang, dass ich mit diesem Halal Online Shop, mit den Drittmarken gearbeitet habe. Irgendwann hat eine Influencerin gepostet, meine damals nicht so guten Produkte tatsächlich, und ich habe super viele Bestellungen rausbekommen. wow, da gibt es nicht nur Google, sondern auch Instagram mit Influencern. Die haben kostenlos dann gepostet. Und dann ging es quasi los. Dann wurde das Lager irgendwann größer, wurde mein Kinderzimmer bei meinen Eltern quasi zu meinem Lager und funktioniert. Das Lustige ist, damals, Meine Mutter war krankheitsbedingt Freelancer. Der habe ich dann Prozessschritte aufgemalt. Und sie hat dann eigentlich meine ersten Bestellungen dann auch abgearbeitet. Und sie war auch sehr dankbar, dass sie eine Beschäftigung hatte. So hat das dann angefangen. Dann nach drei Jahren, Ich muss sagen, ich habe sehr lange gebraucht, daraus wirklich meinen Job zu kündigen, weil. Ich konnte lange Zeit nicht glauben, dass ich wirklich aus dem Fruchtgummi, aus dem Halal-Fruchtgummi-Produkt Ein Unternehmen bauen kann. Das war für mich sehr weit entfernt, weil du hast riesengroße, tolle Unternehmen gesehen und dachtest, okay, Werde ich wirklich ein nachhaltiges Unternehmen bauen können? Aus Fruchtgummi. Allerdings war das Kundenfeedback, Ich habe ja immer die Kunden weite Jahre lang immer, interviewt. Und ich habe gemerkt, wow, das ist wirklich ein Problem, was ich löse. Ich erinnere mich noch an einen Kunden, da habe ich gedacht, ey, okay, warum bestellt Ihr bei mir? Es gibt so viele Süßigkeiten, warum bei mir? Wir haben bei dir einfach diese tolle Auswahl gefunden. Meine Frau tanzt hier gerade im Wohnzimmer. Und da dachte ich, okay, das hat wirklich einen Product-Market-Fit. Und dann ging das eigentlich los, dass ich einen Halal-Online-Shop eingestampft habe und gesagt habe, okay, Ich hatte dann auch ein bisschen Geld gespart, nach drei Jahren tatsächlich und gesagt, okay. Ich baue jetzt eine Coole. Brand, Miralina, zeitgemäß, fresh, mit einem Design, So, wie ich es feiere, mit hochwertigen Produkten. Dann habe ich halt einen Onlineshop eingestampft und dann diese D2C-Brand gelauncht. quasi. Die Kunden hatte ich ja schon, ich hatte ja schon die Domain, ich hatte ungefähr 30.000 Kunden. Ich wusste dann, okay, ich tausche jetzt die Domains aus mit einem kompletten neuen Produkt. Das war natürlich ein bisschen Risiko, wird das angenommen, aber es hat sofort... Es wurde sofort von den Kunden angenommen. Und dann so 2020 begann eigentlich so das Wachstum von uns. Das Wachstum mit der Eigenmarke, mit Miralina.
Joël Kaczmarek: Aber warum musstest du deinen? Online-Shop dafür? killen? Also hättest du nicht, das ein bisschen vorsichtiger machen können, dass Du sagst, das ist eine Brand, die du in deinem Shop anbietest?
Tayfun Öner: Das habe ich tatsächlich auch so gemacht. Also, ich habe mal ein paar Tests gemacht, aber ich wollte einfach auch diesen Online-Shop nicht mehr. Es hat einfach ausgedient. Die Produkte waren nicht hochwertig, Das Kundenfeedback war nicht so gut. Also, ich habe mich richtig danach gesehnt, das jetzt auszutauschen. Ja, es war Risiko, aber ich wollte es auch relativ schnell umsetzen.
Joël Kaczmarek: Also, die haben getanzt, weil Sie sich gefreut haben, dass Du Ihnen Auswahl gebracht hast. Aber eigentlich die Produkte, die du vergeben, hast, Die waren sozusagen nicht so wertig, dass du gesagt hast, alles klar. Dann gehe ich jetzt hin, habe sozusagen diesen klaren Fokus. Und macht die Produkte aber so, dass sie qualitativ sind.
Tayfun Öner: Genau. Und das hört sich vielleicht ein bisschen komisch an, Aber, dass ich ein nicht so tolles Produkt verkauft habe, Aber der Kunde trotzdem es gut fand und immer wieder bestellt hat, war für mich eigentlich das zeigen alles klar. Daraus kann man ein nachhaltiges, ein vielleicht relevantes Unternehmen bauen. Weil ich dachte mir, okay, wenn ich jetzt schon ein Kundenbedürfnis erfülle, was passiert dann, wenn ich mit einem Produkt komme, was hochwertig ist? Also was richtig... Besser ist als das, was man sonst so zur Verfügung hat. Das hat mir quasi, ja, Dieses Feedback hat mir eigentlich das Selbstbewusstsein gegeben, um dann wirklich weiterzumachen.
Joël Kaczmarek: Und warum heißt es? Miralina? Was ist die Idee hinter dem Namen?
Tayfun Öner: Die Story ist eigentlich, Ich bin damals zur Süßigkeitenmesse gegangen, ISM, und habe dann einen großen, ja, Fruchtgummihersteller in Deutschland gefragt, hey, okay, Ich habe hier eine relativ große Community, Die wollen eure Süßigkeiten eigentlich gerne in halal haben. Und das Feedback, von denen war dann, okay, Wir wissen das, Wir wissen, dass da eine große Community geht, Die Lust auf unsere Süßigkeiten haben, aber... Wir machen das nicht in Halal, weil wir Angst haben, dass ein Teil unserer Bestandskunden einen Shitstorm auf uns auslösen wird, Weil wir dann in das Halal-Segment gehen werden. Für mich war dann zum einen, also Ich dachte mir, okay, Wenn ich eine Marke baue, dann will ich eine inklusive Marke bauen. Also eine Marke, die für alle da ist, und nicht nur für eine Zielgruppe. Dann dachte ich mir, okay, Mira und Lina ist ein Mädchenname, den deutsche Familien und auch arabische Familien für ihren Töchter nutzen. Und Miralina ist dann quasi der fiktive Name, Der fiktive Name, die für alle da ist. Das ist eigentlich die Uridee. Ich muss sagen, dieser Moment mit dieser Szene, also dieser Moment da auf der Süßigkeitenmesse, Ich bin auch sehr dankbar dafür, dass er mir das gesagt hat, weil ich dachte mir, okay, Da ist ein riesengroßer Markt, Große Player fassen dieses heiße Eisen, in deren Augen, also dieses in deren Augen heiße Eisen nicht an. Ich habe eigentlich eine Frau Autobahn, da, etwas zu launchen und kurzfristig keinen ernsten Wettbewerb zu haben. Also, ich konnte so ein. One-of-a-Kind-Company bauen und bin damit angestartet.
Joël Kaczmarek: Es ist so lustig, weil ich hätte genau das auch gedacht. Ich meine, wenn ich jetzt mal so drei große Brands mir nur angucke, Haribo, Katjes, Hitschies. Die haben alle mehr Firepower als du, Die haben alle die Rezepturen im Griff und, Die könnten es ja easy machen. Oder wenn ich dann so einen 4BRO Zum Beispiel denke ich, die ja auch ganz viel so auf diese Bro-Kultur gingen, da denke ich mir so, hä, das ist doch voll nah. Oder Eigenmarken von Eurogeed da und da fallen 20 Anbieter wahrscheinlich ein, Aber du hast sozusagen so eine ganz spezifische Nische gefunden, die aus Positionierung sozusagen für dich einfach funktioniert, hat.
Tayfun Öner: Genau, Es hat eine sehr, sehr starke Positionierung. Man muss sagen, es gab hier und da immer wieder auch natürlich Marken, die auch Halal-Süßigkeiten probiert haben. Die Großen nicht, die großen Marken nicht. Allerdings auch von... mittelständischen, kleineren deutschen Unternehmen haben die auch mal halal probiert. Es hat aber nicht sehr gegriffen. Ich muss sagen, ich glaube, was bei uns dann wirklich funktioniert, ist, dass ich im Internet sehr stark auf Google und dann sehr stark in die Zielgruppe, in die Halal-Zielgruppe auf Instagram, später dann TikTok zugespitzt. Mein Marketing gemacht habe. Das muss ich sagen, ich habe dann relativ früh noch auf Performance Marketing gesetzt, Was jetzt ein deutsches mittelständisches Unternehmen nicht getan hat. Die haben dann versucht, im Einzelhandel sich zu positionieren. Oder auch Marken aus der Türkei, Die waren jetzt noch nicht befasst mit Performance-Marketing. Aber ich habe das ja komplett ausgehebelt. Und das war dann im Endeffekt. Auch die Formel, die funktioniert, hat. Also Spitzenpositionierung und ein ganz klarer Fokus auf Performance-Marketing, D2C.
Joël Kaczmarek: Aber das ist spannend, weil da kommt, sozusagen deine DNA. Du hast auch gerade gedacht, wenn da so eine deutsche Kartoffel daherkommt und fängt jetzt an Hier so... Halal-Schlüsselkram zu verkaufen, ist auch nicht glaubwürdig, aber bei dir ist es, du hast sozusagen. Beide Winkel, sind glaubwürdig, Das Technische, was das Performance-Marketing angeht und das Online und D2C und dann sozusagen aus der eigenen Positionierung heraus, dieses Halal.
Tayfun Öner: Interessant, dass du das sagst, weil ich dachte mir dann, ja, okay, Man analysiert ja auch, was für ein Unternehmen baut man. Und da dachte ich mir, okay, Zum einen habe ich diese Neigung für Performance-Marketing oder dieses sehr starke Interesse. Und ich habe einfach noch diese Geschichte. Das heißt, Dieser Match war einfach da von mir, als Person, mit meiner Geschichte und meinen Neigungen. Und dann auch dem Produkt. Also ja, Deswegen hat sich das für mich sehr, natürlich angefühlt, dieses Unternehmen dann im Nachgang zu bauen.
Joël Kaczmarek: Cool. Und wie ist es für dich so weitergegangen? Also du hast sozusagen. Hebel umgelegt, Der Halal-Shop war offline, Miralina ging an den Start. Wie waren dann so die nächsten drei, vier Jahre? Was passiert?
Tayfun Öner: Ja, genau. Wir haben gelauncht und dann hat... Wird das sehr stark angenommen. Und dann habe ich eigentlich angefangen, Performance-Marketing draufzuschalten. Natürlich hatte ich dann irgendwann dann kein Kinderzimmer, sondern Profession. Fulfiller, also professionell. Ich musste dann mal lernen, Wie erbraucht man eigentlich ein richtiges Unternehmen und mit Mitarbeitern, Customer Support, Warenwirtschaftssysteme. Also dieser ganze, Wenn man ja einmal wächst, dann kommen ja auch Schmerzen. Ich musste erst mal lernen, diese Schmerzen zu lindern oder dass sie nicht auftauchen. Also, ich musste da sehr, sehr viel lernen. Um die Prozesse hinten drauf aufzusetzen. Und dann habe ich eigentlich sehr stark auf Meta-Ads gesetzt. Also Facebook, Instagram, Werbeanzeigen. Ich habe dann sehr stark gelernt, genau, das ist vielleicht. Auch interessant. Ich wusste ja, dass ich in L.A. Keine Chance habe als No-Name-Brand. Ich wusste aber,
Joël Kaczmarek: Lebensmitteleinzelhandel.
Tayfun Öner: Genau, Lebensmitteleinzelhandel. Ich wusste aber, dass wir eine Chance haben und zwar durch Content. Ich habe nämlich gesehen, dass die Performance-Kanäle durch Content sehr, sehr gut funktionieren. Aus meiner Sicht, Ich habe gesehen im Markt, okay, Es werden viele Werbeanzeigen geschalten, aber Content, Ich wusste immer, okay, da geht noch ein bisschen mehr. Und dann habe ich einen sehr starken Fokus drauf gelegt. Auf die Content-Produktion. Ich habe dann wirklich so, habe dann immer gesagt, wir trainieren jetzt den Muskeln. Der Content-Kreation. Und egal, ob das Content-Piece gut war oder nicht gut war, Wir haben es hochgeschlagen. Hochgeladen. Und uns da quasi trainiert. Und diese ganze Content-Maschinerie hat uns dann super bei den Meta- Werbeanzeigen und später dann bei TikTok geholfen. Das heißt, Content war dann im Nachgang unsere Überlebenschance, weil unsere Werbeanzeigen dadurch sehr gut funktioniert haben.
Joël Kaczmarek: Aber warum hat euer organischer Content dazu geführt, dass eure Werbeanzeigen gut funktionieren?
Tayfun Öner: Ja, weil häufig war, ist es so, also ich erkläre mal, so, D2C-Marken schalten Meta-Ads Und der Content ist sehr stark. Auf Werbung gemünzt. Also von der ersten Sekunde an. Was wir aber gemacht haben, ist, wir haben sehr viel organischen. Content produziert, aber auch den beworben. Und das machen wir auch heute noch. Wir haben einen Zusammenspiel zwischen organischem Content, der gar nicht auf Abverkauf zieht, sondern sehr stark brandlastig ist. Oder wenn man so möchte, Brand Performance Lastig ist. Und dann haben wir noch den ganzen Werbeanzeigen-Content und diesen Zusammenspiel. Kriegt der User, der Kunde? Quasi Content, der nicht unbedingt immer auf Content abzieht, sondern auch sehr stark auf Brand. Und dieses Playbook, das spielen wir eigentlich jetzt seit Jahren. Und das funktioniert auf Instagram und auch auf TikTok.
Joël Kaczmarek: Ich habe gerade nochmal nachgedacht, wie bringst du das in eine Messbarkeit? Weil wenn ich jetzt hingehe und sage, alles klar, wir machen mal hier so ein Video, wo wir durch unser Lager laufen. Und der Praktikant darf mal alles kosten oder so, ist eher Entertainment. Dann machen wir mal was, Wir filmen die Herstellung. Dann machen wir mal wirklich ein Werbevideo. Und dann machen wir irgendwie so, Keine Ahnung, Eine Familie erzählt von ihrem Süßigkeitenkonsum. Also die Storys sind ja multiple, die man sich da vorstellen kann. Aber zu messen, Was davon hat jetzt irgendwie viele Süßigkeiten verkauft, oder worauf zahlt das? ein, Ist das nicht relativ komplex?
Tayfun Öner: Nein, überhaupt nicht, weil grundsätzlich alles, was wir hochladen auf Instagram und TikTok, bewerben wir auch. Man kann das eigentlich so sehen, Wir haben zum Beispiel sehr viel, wenn man unseren Account anschaut, Miralina's Halal Sweets, Dann sieht man da sehr viel organischen. Content. Laden wir das auch alles im Ads Manager hoch. Und es ist dann so, Auch der Content führt zu einem Verkauf. Vielleicht nicht so stark wie ein Bild, das 20% Rabatt drin hat, aber auch der führt zum Abverkauf. Und was man ja auch immer verstehen muss, ist, dass es reicht schon, dass wir ein paar Sales drauf haben. Die Maschine, der Algorithmus, Der zimmert sich dann selber ja zusammen. Hey, okay, Ich muss jetzt fünfmal organischen Content zeigen und einmal... Performance-Content. Ja, und...
Joël Kaczmarek: Passiert dann an?
Tayfun Öner: Permanent. Das heißt, wir laden dann eigentlich... Es wird neuer Content erstellt, Der wird dann hochgeladen und dann, ich sag mal, Die schlechtesten 10, 5 oder 10 Videos, Die werden dann abgeschalten. Das heißt, wir haben dann immer wieder eine Durchmischung von neuem Content.
Joël Kaczmarek: Nimmst du dann den organischen Content, den du erzeugst, auch raus? Also, wenn du jetzt im Paid-Bereich merkst, alles klar, Die 5 Dinge haben nicht performt. Löscht du dann die aus dem organischen Feed auch?
Tayfun Öner: Nein, die Lasse Ich drinnen, aber ich nehme die aus dem Ad-Manager raus.
Joël Kaczmarek: Ja, das macht ja Sinn, wenn es nicht performt.
Tayfun Öner: Und ich finde, das ist auch die Art wie, also. Ich möchte auch gar nicht immer nur performance-lastige Ads schalten. Ich möchte auch eine Marke aufbauen. Und das ist auch das, was uns über die Zeit dann sehr stark geholfen hat, diese Marke aufzubauen, diese nicht. performance-lastigen Creatives.
Joël Kaczmarek: In welchen Ländern macht Ihr das eigentlich alles? Macht Ihr das nur in Deutschland oder DACH oder panneuropäisch?
Tayfun Öner: Sehr stark DACH, also Deutschland, Österreich. Schweiz hat sich jetzt in den letzten sechs Monaten sehr stark entwickelt. Also, ich bin wirklich großer Fan von der Schweiz mittlerweile. Und jetzt diesen Sommer, Wir kommen jetzt gerade aus dem Ramadan-Geschäft und jetzt ist wichtig, dass wir einen neuen Markt öffnen, entweder Frankreich oder Niederlande. Ja, ein Land, müssen wir da nochmal... Knacken und dann, wenn wir den haben, geht es jetzt weiter.
Joël Kaczmarek: Und sag mal, was war bei der Fahrt damals, Als du dich dann entschieden hast, okay, jetzt mache ich eine Eigenmarkt, jetzt mache ich Direct-to-Consumer. Du musstest ja dann eigentlich hingehen und die Süßigkeiten dann doch langsam mal selber mischen. Oder kann man die einkaufen?
Tayfun Öner: Tatsächlich ist es so, dass wir, dass ich dann auf die Suche nach Herstellern gegangen bin. Also, das war auch eine kleine Herausforderung, weil wir machen halal-zertifizierte Süßigkeiten. Das heißt, es reicht nicht nur, dass die Bestandteile in den Süßigkeiten halal-konform sind, sondern auch, Wir brauchen auch Hersteller, die ein ganzes Werk halal zertifiziert haben. Es darf zweifellos, es darf, also die Maschinen, das ganze Werk, Da kommt ein Auditor und der schaut sich an, hey, gibt es hier, Ist das alles halalkonform oder gibt es vielleicht Produkte, die sich da vermischen könnten. Also alle Risiken werden ausgeschossen. Und dann habe ich mich auf die Suche begeben. Nach einem Hersteller. Wir haben dann ein paar gefunden, mit denen wir dann zusammenarbeiten. Wir haben, und das hat mich sehr gefreut, dass wir europäische Hersteller gefunden haben, die schon tolle Produkte haben, aber nach Middle East verkaufen, also Dubai als Absatzmarkt. Beispielsweise haben, aber wegen den großen Marken hier in Deutschland keinen Fuß fassen können. Im europäischen, äh, im deutschen Markt. Und dann weiß ich, okay, stark, halal zertifiziert, schon approved in Middle East. Ich baue, ne, ja, und dann konnte ich quasi nach und nach Hersteller andocken. und, ja, Eine Eigenmarke bauen.
Joël Kaczmarek: Ist es eigentlich so, dass nur Moslems Halal-Süßigkeiten kaufen? Oder ist es zum Beispiel auch koscher, dass es auch Juden kaufen oder kaufen das auch? Deutsche, Katholiken, whatever, Weil Sie sagen, schmeckt einfach gut?
Tayfun Öner: Also die Positionierung ist ja ganz klar, es ist Halal, Es hat eine stark definierte Zielgruppe, Allerdings ist das Branding so aufgebaut, dass es auch ansprechend für Nicht-Muslimen ist. Und das freut mich auch sehr. Ich hatte ja eingangs erwähnt, dass ich eine inklusive Marke bauen möchte. Und wir merken immer mehr, dass der Anteil von nicht-muslimischen Kunden immer mehr wird. Gefühlt, wenn ich jetzt meine Shopify-Store, ist jeder dritte Name nicht-muslimisch, Weil einfach das Packaging resoniert, der Content gut ankommt und wir tatsächlich auch nicht-muslimische Kunden als Influencer haben. Also sehr viele, sogar. Wir merken immer mehr, dass da Interesse kommt. Wir sind auch beispielsweise in vielen EDEKA-Filialen in Hamburg tatsächlich gelistet. Und da kaufen die Kunden einfach, weil sie das Packaging cool finden und die Fruchtgummi interessant finden. Die sehen wir dann, dass die bei uns im Shop kommen. Und sagen, hey, ich habe euch in EDEKA entdeckt.
Joël Kaczmarek: Und jetzt habe ich von dir verstanden, du hast einen Online-Shop, also Shopify. Ihr habt dieses Game, können wir gleich noch ein bisschen vertiefen, Was Social angeht. Was sind denn alles die Plattformen, auf denen ihr verkauft? Also macht ihr auch Amazon, macht Ihr auch TikTok Shop, macht ihr, keine Ahnung, eBay-Live-Shopping, macht Ihr Whatnot? Wo kann ich mir den Shit alles kaufen?
Tayfun Öner: Ja, wir hatten immer einen sehr starken Fokus auf Google-Performance-Marketing, Google-SEO und Meta-Ads. Das war, so die Klaviatur, die wir sehr gerne gespielt haben. E-Mail Natürlich darf man nicht vergessen, auch ein sehr, sehr wichtiger Kanal, sehr profitabler Kanal. Und ja, 2021 kam dann TikTok. hinzu, da haben wir dann ganz klassisch. TikTok-Ads geschalten, also Content produziert, TikTok-Ads geschalten. Und jetzt, genau seit einem Jahr sind wir auch auf TikTok Shop, also mit dem Launch sind wir auch auf TikTok Shop haben wir da angefangen und das hat auch super gut funktioniert. Ja, es war relativ wenig in den ersten drei, vier, fünf Monaten. Und da hat das einen ganz guten Scale bekommen. Ja, und jetzt. Mittlerweile machen wir ein Fünftel unseres Umsatzes über TikTok Shop. Was mich sehr freut. Und das ist ja auch eine Plattform, die sehr stark wächst. Und wir haben auf Amazon gestartet. Vor ungefähr vier, fünf Monaten. Allerdings Amazon ist jetzt nicht so profitabel, noch nicht. Mal schauen, ob wir das noch hinbekommen.
Joël Kaczmarek: 20 Prozent Eures Umsatzes binnen eines Jahres macht ihr über TikTok Shop?
Tayfun Öner: Ja, das ist ziemlich erstaunlich. Wir haben ja immer D2C gemacht, eigenen Online-Shop quasi. Wir haben natürlich wegen den fehlenden Ressourcen und Kapazitäten uns nur darauf fokussiert. Und unser kleiner Exkurs nach TikTok Shop ist uns dann gleich gelungen. Vielleicht muss man auch sagen, wir hatten auch eine sehr, sehr starke Marke schon auf TikTok. Das heißt, wir hatten da schon eine sehr, sehr große, Wir haben, glaube ich. 140.000 Follower auf TikTok. Wir haben da schon Jahre an diesem Kanal gearbeitet. Und als wir dann gelauncht haben, war das für die Kunden super. Ja, war absolut ein No-Brainer, dann auch direkt in unserem TikTok Shop zu bestellen.
Joël Kaczmarek: Und also, damit ich es mal so Stück für Stück verstehe, Wie dieser Kanal funktioniert. Ich habe bisher verstanden, TikTok Shop hat die Idee, Ich sehe so ein Short-Video, habe einen Button, kann sofort kaufen. Der ganze Checkout quasi passiert innerhalb von TikTok. So, jetzt gibt es, glaube ich, Seller, so, wie ich es verstanden habe. Also das wärst du, du verkaufst da Ware. Und dann gibt es diese Creator, Die können von dir auch Ware bewerben und kriegen. Provisionen. Soweit bin ich schon, oder?
Tayfun Öner: Ja, das ist gut, ja.
Joël Kaczmarek: Gut. Der Dulli, Der alte weiße Sack, versteht jetzt mal hier, wie es läuft. Aber wie ist denn, so die Mechanik dahinter? Also wie arbeitet Ihr da, dass Ihr sagt, okay, 20 Prozent des Umsatzes. Was tut ihr, dass euch das gelingt?
Tayfun Öner: Lass mich kurz noch, bevor ich da einsteige, dir noch kurz. Zwei andere Wege geben. Also das mit den Creatoren ist ein Weg, dass der Creator ein Video dreht, Eine Affiliate-Provision bekommt, Das ist ein Weg. Dann gibt es noch den anderen Weg, den TikTok Shop live. Das heißt, du gehst live und machst da eben, ich sag mal, Covid. QVC Style, bewirbst du deine Produkte? Das machen wir vergleichsweise wenig bis gar nicht. Das ist auch ein, aber für viele Marken ist das ein sehr, sehr relevanter Umsatzkanal. Und dann gibt es noch den... Den Marktplatz an sich, Das heißt Mit Search Intents suchst du nach Produkten, landest dann wie auf den gängigen Marktplätzen auf dem Produkt. Was wir sehr stark machen, ist der Content-basierte Ansatz mit Affiliates, aber auch Kunden, die unsere Produkte bewerben. Es ist dann so, Creator, unabhängig von uns, Wir haben da keinen Einfluss, melden sich auf TikTok Shop an und registrieren sich als TikTok Shop Creator. Und können sich dann Produkte raussuchen, die Sie gerne bewerben möchten. Und dann kriegen die Creator Produkte zugeschickt, sogenannte Samples, und dann halten die das Produkt in die Kamera, erzählen. Vielleicht eine Story dazu, Bewerben es oder kreieren Content dazu. Und wenn dann dieses Video zu umsätzen, führt, Das heißt, der User klickt dann auf den Produktlink, wenn er dann darüber bestellt, kriegt der Creator eine Provision.
Joël Kaczmarek: Also, es ist eigentlich das Performance-Marketing-Game, was du von Google und Facebook gewohnt bist, auf Content und Media sozusagen angewendet.
Tayfun Öner: Absolut. Es ist vielleicht eine, wenn ich sage mal, Eine Plattform wie eBay oder Amazon mit Instagram ein Kind zeugen würde, dann würde ich TikTok Shop rauskommen. Es ist quasi dieser Marktplatzansatz, der dann nochmal die inspirierenden Videos integriert. Ja, so kann man das ganz gut beschreiben.
Joël Kaczmarek: Warum macht Ihr kein Live-Shopping? Also ich meine, ich sehe mich nicht da, weißt du, so Ha, Babys, hier, guckt mal, Ich bin gerade im Lager, haben wir was Neues?
Tayfun Öner: Tatsächlich Fokussierung. Man kann nicht alles machen und wir haben da etwas gefunden, Was funktioniert. Und ich glaube einfach stark an die Bündelung von Kräften und aktuell... Haben wir da in diesem Weg noch nicht den Zenit erreicht und leihen das ganze Team darauf. Ja, das ist eigentlich der Grund. Aber ja, TikTok Live würde wahrscheinlich auch funktionieren. Fairerweise muss ich sagen, bevorzehe ich allerdings den Weg, den wir machen, Das heißt mit den Creatoren, weil das sehr schön skalierbar ist mit relativ begrenztem Overhead. TikTok Live, Du musst ein Studio erstellen, du musst immer wieder neu live gehen, also, du musst immer wieder eigenen Overhead reinbringen. Ich möchte einfach unser Team möglichst klein halten, möglichst Lean halten und überlege, okay, wenn ich einen Kanal öffne, was kann ich mit relativ wenig Overhead skalieren? Das ist eigentlich die Denke hinter. Aber hätte ich jetzt zum Beispiel ein doppelt so großes Team, dann würde ich wahrscheinlich auch nochmal TikTok live reinnehmen.
Joël Kaczmarek: Ich weiß gar nicht, ich gucke mir das viel gerade an, also eBay Live Shopping, Whatnot. Ich weiß gar nicht, ob man da kulinarische Sachen verkaufen kann. Aber ich meine, Instagram macht ja auch viel mit Live. Da hast du dann nicht direkt den Checkout drin, To be honest. Okay. Aber ich erinnere mich dran, Ich hatte nämlich mal den Kollegen von 4BRO, der hat mir erzählt, der hat ein ganzes Studio gebaut bei sich. Der ist dann so all-in gegangen. Aber ich verstehe, was du sagst. Also es geht sozusagen darum, mit schmalem Aufwand viel Ertrag zu bauen. Hast du denn die ganze Markenerfahrung da unter Kontrolle? Weil wenn du irgendwelche Creators hast, die erzählen Ja irgendwie, was Sie wollen. Und wenn ich es richtig mitbekommen habe, darf TikTok doch auch Preise anbieten. passen, oder? Die subventionieren noch, also ich hab mal, ich weiß nicht, ob es stimmt, deswegen erklär du es mir mal.
Tayfun Öner: Also was? TikTok war in den letzten Monaten sehr stark in der Subventionierung, dass. Wir legen einen gewissen Preis fest. Und dann hat TikTok selber subventioniert, das heißt, Die sind von sich ausgegangen und haben dann Preise reduziert. Ich mach mal ein Beispiel, angenommen, Ich biete die für 10 Euro an. Und dann hat man einen Streichpreis von 4,99 gesehen, Aber diesen Gap, diese Differenz, die hat, hat dann TikTok selber subventioniert, um da quasi die Aktivität auf dem Kanal zu pushen. Man merkt aber, dass diese Inzentivierung immer weniger wird. Das heißt, es war am Anfang sehr stark und jetzt wird es immer weniger.
Joël Kaczmarek: Und es ist auch kein Problem, wenn sowas passiert. Oder auch, wenn die Creator Sachen über deine Produkte sagen, die du nicht unbedingt kontrollieren kannst?
Tayfun Öner: Das ist definitiv ein Problem, wenn wir das sehen, wenn wir merken, dass da etwas versprochen wird, was wir nicht. Was nicht stimmt oder was wir nicht möchten, dann nehmen wir das auch sofort drunter. Also, das ist schon der Fall, dass wir da Videos sehen, wenn wir sagen, okay, das passt nicht, dass wir das dann drunter nehmen.
Joël Kaczmarek: Und jetzt hast du ja schon, erzählt, dass ihr auch teilweise im EDEKA seid. Macht ihr viel Lebensmitteleinzelhandel? Also kommt das mehr? Gibt es sozusagen so ein Spillover von online zu stationär oder tut Ihr euch damit eher schwer?
Tayfun Öner: Belob ist ein schöner Stichwort, Da gehe ich mal gleich auch auf andere Kanäle ein. Aber ja, Lebensmitteleinzelhandel haben wir vergleichsweise wenig gemacht. Wir haben einen Partner in Hamburg, mit dem haben wir die letzten Monate Testpiloten gemacht, um zu gucken, würde unser Produkt auch neben den ganzen tollen deutschen Marken auch überlebensfähig sein, hat es eine Daseinsberechtigung. Dann haben wir in den EDEKA-Filialen in Hamburg gelauncht und wir haben gesehen, wow, Da ist eine richtig gute Retention. Also die Kunden, die bestellen, die kommen auch wieder. Und das ist jetzt für unser Sommer ein strategischer Eckpfeiler für uns, dass wir jetzt dediziert. Produkte für den LEH anbieten. Also kleinere Packages mit schönen Umkartonen und werden das jetzt forcieren.
Joël Kaczmarek: Also ich meine, wenn man als Kunde nur in den Supermarkt geht, dann weiß Man glaube ich gar nicht, Was für Gesetze da teilweise herrschen. Also, es gibt ja irgendwie diese laufenden Regalmeter, in denen gerechnet wird, Einige musst du sogar bezahlen, also, da zahlst Du als Hersteller von Ware, dass Du da sein darfst. Und erst, wenn du gut verkaufst, darfst du drinbleiben. Und erst, wenn du sehr gut verkaufst, dann geht vielleicht der Kostensatz für dich runter, dass Du zahlst. Das ist so, was ich gehört habe über dieses Game. Ist das wirklich so umkämpft, wie mir das erzählt, wurde?
Tayfun Öner: So tief bin ich da noch nicht drin in diesem, Ich sag mal, LEH-Kampf. Allerdings muss ich sagen, haben wir so viel Inbound von einzelnen. EDEKA-Filialleitern. Das sind dann eigenständige Kaufmänner, die bei uns dann anschreiben, hey, wir würden euch gerne listen, und diese Leads habe ich noch gar nicht abgearbeitet. Also, ich habe da auch relativ viele E-Mails. Ich werde erstmal das alles abarbeiten. Das kommt auch immer umso stärker. Wir auf Social Media werden, umso mehr werden. Auch diese Leads, die wir von einzelnen Filialen haben. Ich werde erstmal das alles abarbeiten und dann gucke ich mal. Ja, kann ich mir schon vorstellen, wenn ich das dann abgegrast habe, dass es dann kämpferischer wird. Aber noch bin ich sehr dankbar, dass wir gelistet werden wollen von einzelnen Filialen.
Joël Kaczmarek: Du hast eben erzählt, Spillover macht bei dir, kannst du noch was anderes erzählen? Was gibt es da noch für Geschichten?
Tayfun Öner: Ja, das ist, also. TikTok Shop wird von vielen unter... Vielen Unternehmen ja noch sehr unterschätzt, weil die sagen, okay, das ist niedrigpreisig, Produkte, Kann man da eine Marke aufbauen und was ich super spannend finde, ist, dass Creator Videos erstellen über, Ich sag mal, Erdbeerringe, da hatten wir so einen Fall, Das Video geht so dermaßen viral. Und dann landen die Kunden auch bei uns im Shop oder wir sehen, Die Suchanfragen steigen bei Erdbeerringe. Wenn man jetzt zum Beispiel Erdbeerringe eintippt, dann landen wir gerade auf Amazon. Platz 1, So war es zumindest Vorgestern noch. Einfach deswegen, weil die Leute Erdbeerringe gesucht haben und dezidiert, unser Produkt gekauft haben. Das heißt, der Spillover von TikTok Shop auf andere Kanäle, der ist definitiv da. Was wir aber auch sehen, ist, Das ist auch aus meiner Sicht erwähnenswert, Dass dieser ganze Markenaufbau, den wir auf Meta gemacht haben und auch über TikTok-Ads, dazu geführt hat, dass die Leute aktiv nach unseren Namen suchen und bei TikTok Shop landen. Wir haben einen sehr, sehr großen Anteil an Kunden, die gar nicht über die Creator kommen, sondern nach unserem Markennamen suchen. Und wer sollen sie kommen? Sie kommen natürlich deswegen, weil Sie uns auf anderen Kanälen mit anderen Content gesehen und gehört haben. Also Spillover-Effekte, Das ist sehr stark. Deswegen tue ich mich da auch so schwer, einzelne Kanäle mittlerweile in Silos zu betrachten. Da wird es dann allerdings sehr schwer, diese Attribution hinzubekommen, Weil wie messe ich das, Mein Creator, der auf TikTok Shop meine Erdbeerringe breitgetreten hat, bekannt gemacht hat, Wie messe ich das jetzt ganz konkret auf Amazon, Da wird es dann ein bisschen schwieriger.
Joël Kaczmarek: Hast du Angst vor Abhängigkeiten von TikTok? Shop, weil ich meine, wenn die sagen, Wir passen die Provision an oder wir lenken den Traffic anders, so, Dann hast du ja gleich ein Thema,
Tayfun Öner: oder ist das so? Ich bin mir bewusst, dass so etwas passieren kann. Man hört das ja immer wieder von Marken, die eine sehr starke Abhängigkeit von Amazon haben. Ich muss sagen, aus dem Grund bin ich da auch sehr, Wie soll ich sagen, ehrgeizig, neue Länder zu öffnen, in den LEH zu gehen, Amazon zu machen, um diese Unabhängigkeit im Markt zu gewährleisten. Also ich meine, einer der Gründe, warum ich auf TikTok Shop gegangen bin, weil ich nicht abhängig sein wollte, nur noch abhängig von Meta sein wollte. Das heißt, diese Differenzierung ist ein absolut, Also, ich bin mir dieser Gefahr bewusst und arbeite da auch konsequent daran, dass wenn ein Kanal wegfällt, dass das Geschäft immer noch signifikant weiterlaufen kann.
Joël Kaczmarek: Macht Ihr denn trotzdem auch so klassisches Influencer-Marketing? Also auch, wenn ihr jetzt mit Creatoren sehr gezielt da zusammenarbeiten. könnt, macht ihr auch auf Instagram und Co., Dass ihr mit Influencern arbeitet und das in der Messbarkeit bringt?
Tayfun Öner: Ja, mit Influencern arbeiten wir auch, allerdings nicht. Das klassische Influencer-Marketing mit, okay, du kriegst jetzt ein Briefing, du kriegst ein Paket, Hier ist so ein Rabattcode, weil da sind wir wieder bei dem Thema Overhead. Das wäre ein Kanal, der relativ viel Overhead braucht, weil du immer wieder die Influencer neu Briefen musst, in der Kommunikation bist. Was wir da zum Beispiel sehr stark nutzen, sind Partnership-Ads. Das ist so, dass der Creator, also sozusagen, auserwählte Creator, mit dem wir dann arbeiten, Die Kriegen MIT den... Die kriegen dann von uns ein Paket, Die kriegen ein Briefing. Und dann machen die ein Reel auf ihrem eigenen Kanal. Und dann nutzen wir Partnership-Ads. Das heißt, Der Creator postet das Reel, geht dann in seine Einstellung und gibt uns dann einen sogenannten Partnership-Code. Und diesen Code, Den laden wir dann bei uns im Ad-Manager hoch. Wir haben dann das Recht, Dieses Video aus dem Account von dem Influencer mit dem Absendernamen von dieser Person, von dem Influencer. Groß zu machen, Reichweite zu holen. Und ich nenne das Influencer-Marketing 2.0, weil das hat relativ wenig Overhead, weil Du hast einmal einen Influencer geprieft, Diesen ganzen Prozess bist du durchlaufen. Und dann stirbt dieses Content-Piece nicht nach drei Tagen ab, Wie in der klassischen Influencer-Kooperation, sondern dann geht es erst los. Dann können wir über Monate, manchmal auch über ein, zwei Jahre, dieses Content-Piece bewerben.
Joël Kaczmarek: Aber da musst du natürlich als Influencer eigentlich auch anfangen, anders zu denken. Da bist du eigentlich ein Lizenznehmer von so einem Influencer auf einmal.
Tayfun Öner: Genau, richtig erkannt. Auf einmal vermietest du uns dein Content. Wir sagen dann, okay, du kriegst hier, Wir verhandeln dann auch ganz anders. Wir sagen dann, okay, Pass auf, wir wollen dies, uns interessiert gar nicht, was du jetzt in dem ersten Moment an Umsatz bringst, Weil den Umsatz holen wir über unsere Werbeanzeigen rein. Was wir jetzt machen, ist, Wir geben Dir jetzt einen bestimmten Betrag. Und möchten das jetzt zwölf Monate bewerben. Und wenn das Content-Piece sich bewährt, hat, Wir gucken dann nach zwölf Monaten und sagen, ey, das war ziemlich gut. Wir haben hier ein ganz gutes Kosten-Umsatz-Verhältnis. Wir mieten das jetzt nochmal nach. Und du erstellst jetzt nochmal ein neues Piece. Das heißt, wir mieten dieses Content-Piece jetzt nochmal.
Joël Kaczmarek: Er ist natürlich ganz smart, weil so ein Creator hat, dann quasi wiederkehrenden Umsatz, dadurch, dass er einmal was aufnimmt und auf zwei Jahre dieses eine Piece monetarisiert.
Tayfun Öner: Ja. Vor allem hat, also Der Content Creator hat, oder die Content Creatorin hat unterschiedliche Vorteile. Zum einen kein Umsatzdruck in diesem ersten, Das heißt den Umsatzdruck über unsere Werbeanzeigen rein. Zum anderen aber auch, kriegen diese Videos dann Millionen von Reichweite. Du hast dann Content Piece und du hast dann Content. Piece, Ein Reel, Was wir bewerben, Das heißt unser Mediabudget. Du kriegst Follower, Du kriegst Reichweite, Dich kennen auf einmal super viele Leute. Also wir haben Creator, die sagen, hey, Wir laufen durch die Stadt, und die Leute sprechen uns die ganze Zeit auf, in Anführungszeichen, Diese türkischen Süßigkeiten an. Das hilft auch den Creator, also kleineren Creatoren. definitiv.
Joël Kaczmarek: Okay,
Tayfun Öner: smart. Ein Beispiel, Yasmin's Good Life, heißt sie, die hat sich so viel Mühe gegeben. Mit ihrem Content, hat quasi aus unseren Süßigkeiten so eine Sushi-Platte gemacht. Und normalerweise wäre dieses Content-Piece ja. Nach drei, vier Tagen, hätte es seine Lebensdauer erreicht. Aber wir bewerben das und es geht jetzt Monate für Monate, Wird dieses Content, wird diese Arbeit jetzt gewürdigt, indem quasi hohe Reichweite reingeholt wird.
Joël Kaczmarek: Aber wie gehst Du damit um, wenn die jetzt Video-Pieces erzeugen, von denen du dann im Ad-Manager siehst, dass die gar nicht performen?
Tayfun Öner: Ja, dann performen Sie halt nicht. Also ist auch so. Von zehn Content-Pieces muss halt nur einer funktionieren.
Joël Kaczmarek: So ein Outlier-Thema sozusagen. Wie im VC-Game, genau.
Tayfun Öner: Du hast halt einen Outlier, der dann die 10, 20 Content-Pieces, die nicht greifen, finanziert.
Joël Kaczmarek: Und dein Vorgang, das so zu tun, ist, weil du quasi die Kompetenzen und das Team schon aufgebaut hast, um im Prinzip Performance-Marketing mit so einem Ad-Manager auszusteuern, Während wenn du es klassisch fahren würdest, müsstest du sozusagen, neue Leute aufbauen, Neue Messverfahren lernen. Und so weiter.
Tayfun Öner: Genau, Das klassische Influencer-Marketing ist halt immer noch ein starkes People's Game. Da hast du dann quasi eine Influencer-Marketing-Managerin, die dann Research macht manuell, die dann in die Kommunikation geht, in die Verhandlungen geht, die hat betreut. Wenn ich dann den nächsten Schritt mit Influencer-Marketing gehen möchte, also skalieren möchte, Muss ich die zweite Person einstellen, Die dritte Person. Aber dieses Influencer-Marketing 2.0, So, wie ich das beschrieben habe, da haben wir ein Team. Und das skaliert, weil die Reichweite, die Budgets einfach hochgedreht werden müssen.
Joël Kaczmarek: Und wie entscheidest du, mit welchen Creatoren du dann da arbeitest? Du hast ja gesagt, so Handverlesen, wonach suchst du dir aus?
Tayfun Öner: Handverlesen, naja, Vielleicht so Handverlesen nicht. Was wir sehr stark machen, ist, dass die uns einfach liken, dass Sie sich bei uns melden. Also sehr, sehr viel inbound. Und dann gucken wir, ist da ein Brand fit? Ist ein Brandfit, also sehr viel Inbound machen wir und haben Leute, die wir auch selber lustig finden. Also, ich bin auch selber jemand, der sehr viel auf Social Media ist, Person, die ich lustig finde. Allerdings vielleicht das als Info, Mich interessiert gar nicht, so die große Reichweite. Das ist etwas, wo... Ich gucke eigentlich sehr stark drauf, okay, kann diese Person Shortform-Video drehen? Und dabei ist mir egal, ob die 2000 Follower hat oder 200.000 Follower. Kann diese Person Shortform-Video drehen, bisschen Storytelling machen, Gute Schnitte? Weil das ist ja im Endeffekt das, was ich bewerbe. Ob die Person 1000 oder 100.000 Follower hat, das ist mir egal. Weil wenn das Video funktioniert, dann hole ich eh. Mehrere Millionen an Reichweite rein. Also Ich kaufe die ja mit meinen Mediabudgets ein. Sie scannt, okay, Kann DIESE Person... Schau vom Video drehen. Das ist so der erste Blick. Und dann Natürlich ist da ein Brandfit. Also kann ich mir gut vorstellen, dass Sie gerne Süßigkeiten isst.
Joël Kaczmarek: Woran erkennst Du denn so vorneweg, ob Social Content gut oder Videocontent gut funktioniert? Was sind denn die Marke, auf die du achtest?
Tayfun Öner: Es gibt Influencer, die sehr stark durch die groß geworden sind, Weil sie zum Beispiel eine Ansprechende, weil sie gut aussehen und Bilder gepostet haben und dadurch beispielsweise groß geworden sind. Und dann gibt es Creator, die groß geworden sind, weil sie bestimmte Probleme in ihrem Content in Story-Format gepackt haben. Du erkennst das eigentlich an der Hook. Ist das eine Catchy Hook? Schafft diese Person es, den Zuschauer in sein Content-Piece reinzuholen? Geht es dann weiter mit schnellen Schnitts? Oder es ist einfach nur langweilig reingesprochen, Die Schnitte sind wichtig, dann merkst du auch an, wenn du quasi durchscrollst. In den Feed, hey, sind da immer gewisse Spannungen in den Content Pieces eingebaut, ja. Du hast einfach, Werde ich da reingeholt in dieses Content Piece, weil mich diese Story, weil mich dieses kurze Videoformat abholt. Oder ist es eine Creatorin oder Creator, der es erschafft? Durch sein Aussehen beispielsweise Reichweite zu bekommen, Das ist dann die Kategorie, mit der wir dann nicht so stark arbeiten können, Weil erfahrungsgemäß dann nicht geschafft wird, die Süßigkeit zu inszenieren.
Joël Kaczmarek: Und ich meine, ich mag, dass du nicht so auf Reichweite per Se guckst, weil viele verwechseln Ja, Reichweite und Relevanz auch. Aber müsste es nicht so sein, dass jemand, der gut Video kann, Auch eine gewisse Korrelation hat, dass die Reichweite trotzdem auch hoch ist? Oder siehst Du manchmal kleine Creator, Die richtig Geile Videos machen?
Tayfun Öner: Voll. Ich sehe super viele kleine Creator, die richtig gute Videos machen und mit denen arbeite ich am liebsten zusammen. Aus zwei Gründen. Zum einen merke ich einfach eine gewisse Dankbarkeit. Also auch eine Langfristigkeit, Die sagen, ey, Ihr habt jetzt super viele Follower und ihr wollt mit mir arbeiten. Ich sage, ja. Du machst einen super Job, Let's go. Und was ich halt auch immer über die Jahre gesehen habe, Ist diese Neigung, mit kleinen Creatoren zu arbeiten. Es gab dann auch immer Creator, die dann Jahre später riesengroß geworden sind, die ich mit einem normalen Budget gar nicht mehr bezahlen kann. Und die wissen, ey, okay, Damals war ich klein, Ihr wart einer der ersten Brands, wie so ein A&R, Der Stars entdeckt. Und dann suche ich, okay, also, das macht mir dann auch richtig Spaß, weil ich verfolge dann deren Journey. Ich helfe denen dann vielleicht auch durch unsere Reichweite. Und ich denke mir auch, hey, wenn die gut sind, Die werden mittel- oder langfristig, Und wenn die am Ball bleiben, werden die auch mittel- und langfristig auch ihre große Reichweite aufbauen. Das stimmt. Allerdings bedeutet aber auch nicht aus meiner Sicht, nur weil ein Creator große Reichweite hat, dass diese Person auch ganz guten Content macht. Ich meine, es gibt Creator, wie gesagt, die Reichweite haben, weil sie gut aussehen. Es gibt Creator, Die Reichweite haben, weil sie sich vielleicht mit irgendwelchen Leuten. anlegen. Und das sind dann Leute, das passt dann eben, also in dem Fall, wenn die Reichweite haben, weil die durch Streitereien ihre Reichweite bekommen haben, Das passt dann nicht zu 100 Prozent.
Joël Kaczmarek: Aber okay, ich verstehe das. Ich bewundere das, weil da steckt eine Strategie hinter und du weißt, glaube ich, relativ gut, An welchen Schrauben drehst du und was für einen Effekt hast Du da nach hinten raus. Wie ist denn bei euch so eine Marketingquote? Weil ich meine, Es lebt ja viel dann davon, dass du Geld ausgibst, um Geld einzunehmen.
Tayfun Öner: Ja, immer 30 Prozent vom Umsatz ist eigentlich eine Pauschale. 30 Prozent vom Umsatz ist so in der P&L. So muss das bleiben. Darauf ist das Geschäftsmodell quasi ausgelegt.
Joël Kaczmarek: Und wenn ich jetzt Rede, mit dir so viel, mit deiner Firma, Wie Seid ihr eigentlich aufgestellt? Wie viele Menschen arbeiten bei euch? Wie groß seid ihr? Was macht Ihr an Umsatz? Dass ich mal so ein Gefühl kriege, wie ihr eigentlich tickt.
Tayfun Öner: Ja, genau, wir sind jetzt fünf Leute auf der Payroll. Wir werden wahrscheinlich zwischen fünf und zehn Millionen Umsatz machen, dieses Jahr. Wir haben ein ganz gutes Freelancer-Netzwerk. Leute, die super gut sind in dem, was sie tun und schon lange für uns arbeiten und als Freelancer eigenständig arbeiten. Das haben wir Agenturen, mit denen wir jahrelang zusammenarbeiten. Ich glaube, wir haben es auch geschafft, so klein zu bleiben, so Lean zu bleiben und trotzdem so stark zu wachsen, Weil wir mit den Agenturen und Freelancern, mit denen wir arbeiten, Schon seit Jahren arbeiten. Also zum Beispiel die Performance-Markenagentur, mit der wir arbeiten, mit denen arbeite ich schon seit 2020 zusammen. Ich glaube einfach daran, an so langfristige Arbeitsbeziehungen, Also zum einen intern mit meinen Mitarbeitern, aber auch mit den ganzen Partnern, die wir haben.
Joël Kaczmarek: Also wie geil ist das denn, dass Ihr fünf FTEs, wie man so neulich sagt, Fulltime Employees habt, mit fünf Leuten Fahrt Ihr sowas?
Tayfun Öner: Ich glaube, ich meine, ich glaube, ich habe in diesem Gespräch zweimal erwähnt, dass ich gewisse Kanäle nicht mache, wegen den Overhead, Es ist quasi eigentlich, Das zieht sich eigentlich komplett durch. Seit Jahren und jedes Mal, okay, wo kann ich wachsen mit dem Overhead, den ich habe? Weil ich nehme jetzt nicht jeden Umsatz mit. Ich sage auch kategorisch Nein, zu Umsatz, einfach, weil ich weiß, okay, Da wird sich langfristig ein Wasserkopf bilden, was vielleicht nicht ganz dem entspricht, was ich haben möchte. Ich möchte eigentlich ein Team um mich herum haben, So ein paar Power Rangers, die alle super gut in dem sind, was Sie tun. Und jeder soll wirklich exzellent sein. Und diese... Communication-Texts, die man so hat im Unternehmen mit Meeting und so, Die möchte ich eigentlich so lange wie möglich aufschieben. Vielleicht wird das irgendwann passieren, Aber noch möchte ich einfach diese kleine Agilität halten. So macht mir das einfach als gründer Spaß.
Joël Kaczmarek: Aber das finde ich ja, geil, diese Strategie zu haben. Finde ich wirklich schwer, sich zu überlegen, wenn ich jetzt diesen Kanal weiter bespiele, wo endet der in so und so vielen Jahren? Und was kostet mich das? Und will ich das aufbauen? Also so viel Weitblick ist gar nicht so einfach. Also, es ist schon möglich, aber... Das erfordert echt Disziplin.
Tayfun Öner: Ich glaube, es ist immer die Frage, was für ein Unternehmen will man bauen. Ich meine, wir haben das Glück, dass wir eigenfinanziert sind, dass wir keinen VC haben, wo wir nicht zwanghaft jeden Kanal mitnehmen müssen und da wirklich entscheiden können, wo bündeln wir unsere Kräfte. Und nicht jeder Umsatz ist gleich. Mancher Umsatz ist wiederkehrend, IST hochwertig, Mancher Umsatz ist... Eine Eintagsfliege oder führt dann zu Schwierigkeiten in der Organisation. Solange wir Wachstumsraten haben, kann ich diesen Modus noch fahren. Wenn irgendwann ein Plateau erreicht wird, dann muss man sich halt Kanäle anfassen, Die Overheads erfordern.
Joël Kaczmarek: Ich mag das, wie du denkst. Und du hast ja eben in so einem Nebensatz, erzählt, dass ihr das alles komplett selbst finanziert, habt. Also hast du es wirklich aus, deinem Cashflow sozusagen bezahlt und aus deinen Ersparnissen? Hast du mal Kredite aufgenommen oder doch mal mit Angels gearbeitet?
Tayfun Öner: Am Anfang vom Gespräch hatte ich ja gesagt, dass ich ungefähr drei Jahre gebraucht habe, um wirklich das Vollzeit zu machen. Und ich hatte da quasi die erste Finanzierung, also, ich hatte halt drei Jahre Zeit, um 30.000 Euro zu sparen. Und da hatte ich dann quasi den Handel Online Shop ja eingestampft. Und dann Miralina gebaut mit diesen 30.000. Und dann ging es eigentlich los, dass das Geschäft sich dann eigenfinanziert hat. Und ja, also, was ich dann gemacht habe, ist natürlich... Ein Hebel sind natürlich Lieferantenverträge, Lieferantenbeziehungen, Sprich vor Langfristigkeit, dass man da lange Zahlungsziele hat. Und dann gibt es noch Möglichkeiten wie Warenfinanzierung. Wir haben uns häufig an Wayflyer, also, zweimal haben wir uns an Wayflyer bedient, einen Warenvorfinanzierer für D2C. Mehr Beziehungen, mehr Zahlungsziele, die immer, umso länger man hier arbeitet, Umso länger werden Zahlungsziele und... Und das war auch für mich auch immer wichtig, okay, Dieses Geschäft muss ich auch vom internen Cash auch irgendwo finanzieren oder vom Kunden finanzieren, weil ein Geschäft, Was der Kunde finanziert, ist ein Geschäft, was eine Daseinsberechtigung hat, Das heißt, der Kunde braucht das, möchte das, Er finanziert das. In der Pecking Order würde ich dann sagen, Als Zweites geht man dann vielleicht auf einen Investor, wenn man es nötig hat. Und als Drittes eine Bank, also Nummer eins Kundenfinanzierung, Nummer zwei externer Investor, Equity und danach. FK, Das ist in meinem Kopf zumindest immer die Pecking Order.
Joël Kaczmarek: Ist es heute so, dass Du Angebote bekommst, dass Investoren bei dir einsteigen wollen?
Tayfun Öner: Es melden sich immer hier und da Leute. Man redet, Man wird ja schlauer, umso mehr man redet. Man wird schlauer,
Joël Kaczmarek: wenn man zuhört.
Tayfun Öner: Ich spreche ja, ich sage nicht nein zu Gesprächen, aber es ist jetzt nicht, Wir wachsen. Ich bin glücklich über das Wachstum und dieser Modus, den. Ich habe, Diese komfortable Situation, dass ich mit diesem kleinen Team noch bauen kann. Ja, ich möchte eigentlich so das noch weitermachen.
Joël Kaczmarek: Aber ist es echt so, dass die Company 100% dir gehört?
Tayfun Öner: Ja, genau. Ich meine, es hat auch seinen Preis, dass ich halt jahrelang das neben der Arbeit gemacht habe. Genau.
Joël Kaczmarek: Und jetzt, mit Aufkommen von KI, ist das für Dich dann nicht voll. Der Game Changer? Weil, nee, du schüttest gleich den Kopf.
Tayfun Öner: Brillant.
Joël Kaczmarek: Ich schüttel es,
Tayfun Öner: ich schüttel es. Also, jeder muss Claude Kowak im Team. Firmen sein, Customer Support. Also, wir kommen jetzt gerade aus einem Ramadan-Geschäft und ich setze super stark auf Cloud Cowork. Ich möchte auch jeden einzelnen Customer Support, Backoffice-Mitarbeiter, Jeder soll da trainiert sein in diesem Tool. Auch wenn man da nicht selber unbedingt Projekte umsetzt, aber zu wissen, was möglich ist.
Joël Kaczmarek: Was macht Ihr denn damit so?
Tayfun Öner: Ich arbeite mich gerade in Cloud Cowork ein, aber was zum Beispiel uns immer super manuell, Was immer... Manuelle Arbeit erfordert hat, waren immer, wir haben 70 SKUs, Die Erstellung von Etiketten. Das hört sich banal an, Aber die Erstellung von diesen Lebensmitteletiketten, Das nimmt einfach Zeit. Und das möglichst rechtssicher, sauber, dass das immer on Point ist, war immer super viel manuelle Arbeit. Und das hilft uns gerade massiv. Produktdaten rein, Automatisierung. Und du hast gleich deine Etikette, erstellt.
Joël Kaczmarek: Müsste das nicht auch für Dich im... Kannst Du ein Aussteuern des Performance-Marketings Ein riesiger Hebel sein, dass dir das Ding mit einem Schlag irgendwie 100 neue Werbemittel irgendwie auf visueller Basis baut, also Bilder oder vielleicht sogar Videos, schneidet?
Tayfun Öner: Da hilft es noch nicht so sehr, muss ich sagen. Ich bin noch nicht so der große Fan von den Videos, die da erstellt werden. Das fühlt sich noch nicht real an. Ich arbeite da auch sehr gerne. Vielleicht bin ich da auch ein bisschen oldschool, wenn man so will. Aber ja, ich mag noch echte Menschen haben. In der Erstellung von Bild-Ads? Ja, genau. Mega. Also, da freue ich mich auch richtig auf die Zukunft, was da noch kommt. Was sich auch noch, wo mir noch KI hilft, ist sehr stark in der Optimierung. Also, es gibt ja von Cloud Cowork. Das Chrome-Plugin und Cowork kann dann quasi auf deinen Browser zugreifen. Und das macht richtig Spaß, seinen Ad-Account zu analysieren und zu gucken, wo sind hier noch die Hebel. Zum einen im Ads Manager, aber auch dann in Shopify die Optimierung. Und was ich jetzt gerade noch probiere, ist, Das ist vielleicht für manche banal, aber es hat halt bei uns noch Zeit genommen, Das ganze Hochladen von den Creatives, das manuelle Einstellen. Und ich hoffe, wir kriegen das Cloud-Core-Work, das uns auch abnehmen wird. Und ja, das sind dann immer so kleine Teile, repetitive Aufgaben, die uns helfen. Oder für mehr, Wer die immer meine Belege sammeln, muss von Rechnung. Warum soll Claude Kowak nicht Zugriff auf unseren E-Mail-Account haben und auf unsere Plattform? Und da die Rechnungen selber rausziehen? Ist auch wieder ein paar Stunden geworden. Also wir sind da noch am Anfang, aber ich habe große Hoffnung, was da noch so passieren wird.
Joël Kaczmarek: Denkst du eigentlich auch viel über So Produktausbau nach? Also, du kannst ja jetzt wachsend durch Internationalisierung oder indem du die Plattform noch weiter ausnutzt. sozusagen. Aber gibt es noch so Produktänderungen, dass Du zum Beispiel sagst, was weiß ich, Süßigkeiten-Collections in der Box oder? Halal in weitere Bereiche führen, die nicht sweet sind oder Getränke, Eis, You Name it?
Tayfun Öner: Also, es wird immer Fruchtgummi bleiben und es wird immer halal bleiben. Das ist auf jeden Fall gesetzt. Das ist die Position Jung, Die wird auch in zehn Jahren so sein. Fruchtgummi hat halt den Vorteil, dass es visuell ansprechend ist. Es ist bunt. Schokolade hat nicht den Effekt auf Social Media. Es sieht immer relativ ähnlich aus, aber wir haben 60, 70 verschiedene SKUs, Ich weiß nicht genau, also irgendwo um den Dreh, die sind da halt alle super bunt. Super visuell ansprechen, wenn man die in die Kamera hält. Was ich sehr gerne noch machen möchte, ist, ich würde sehr gerne, ja, mal gucken, ob wir das hinbekommen, zuckerreduzierte Fruchtgummi anbieten. Aktuell haben alle unsere Süßigkeiten noch einen ordentlichen Teil. Zucker. Ich würde aber auch gerne zuckerreduzierte anbieten. Mal gucken, ob wir das hinbekommen. Da müssen wir mit den Herstellern sprechen und das probieren. Das wäre auf jeden Fall, würde sehr schön, wenn wir das hinbekommen.
Joël Kaczmarek: Ich habe da auch gerade über nachgedacht, fühlst du dich da manchmal moralisch eigentlich irgendwie so im Hintertreffen, weil es gibt. Doch diese schöne Geschichte, wie Steve Jobs, damals den Geschäftsführer von Pepsi, abgewürmt worden hat, um Apple zu übernehmen. Dann sagt er, willst du dein Leben lang? Zuckerwasser verkaufen?
Tayfun Öner: Ich glaube daran, den Menschen Alternativen zu geben. 30, 40 Jahre lang hatten muslimische Einwanderer in Deutschland nicht so die Möglichkeit, Halalsüßigkeiten zu essen. Ich habe Ihnen diese Alternative gegeben. Wir leben im Jahr 2026. Jetzt möchte ich Ihnen die Alternative geben, auch zuckerreduzierte Fruchtgummi zu geben. Also, ja, ich glaube daran, Menschen Alternativen zu geben. Und das werde ich probieren. Klar, ich werde niemals sagen, dass unsere Fruchtgummi, die wir anbieten, Die super gesundesten Sachen sind, die man haben kann. Ich persönlich achte sehr stark auf meine Ernährung, ich mache viel Sport. Ich muss auch sagen, ich liebe es auch einfach, Süßigkeiten zu essen. Jeden Mittwochabend ist da so mein Abend, wo ich wirklich reinhaue.
Joël Kaczmarek: Gibt es eigentlich viel Wettbewerb? mittlerweile? Also gibt es so wie Miralina viele Marken, die jetzt auch so wie du diese Spezialisierung für sich entdeckt haben?
Tayfun Öner: Ja, es gibt Unternehmen, die, also. Wir haben lange Zeit quasi, Haben wir unser eigenes Ding gemacht und hatten da nicht so den starken Wettbewerb, aber ja, Andere werden darauf aufmerksam, armen uns nach, manchmal sehr stark, armen uns sehr stark nach, Manche subtiler, aber ja, es gibt Wettbewerb und, aber ja.
Joël Kaczmarek: Weit Der Platz reicht noch meistens.
Tayfun Öner: Ich glaube, der Markt ist groß, genug. In meinem Kopf, Es gibt halt eine Milliarde Muslime auf der Welt und wir haben gerade mal, Ich glaube, 300.000 Kunden. Das heißt, da ist auf jeden Fall noch ein Stück. Der Kuchen ist noch groß, wenn wir in den kommenden Jahren noch alles richtig machen. Also, wettbewerb ist okay. Wir sind da, es funktioniert und ich vertraue auf unser Team.
Joël Kaczmarek: Tayfun Öner, Das war doch ein schönes Schlusswort. Gefällt mir sehr gut. Ich habe viel gelernt von dir. Vielen Dank. Und ich drücke euch natürlich die Daumen. Bin gespannt, was noch so kommt und werde mal fleißig probieren. Also vielen, vielen Dank.
Tayfun Öner: Super. Dankeschön, Joël.
Intro & Outro Speaker: Wow,
Joël Kaczmarek: das war ein inspirierendes Gespräch, oder? Denk dran, Abonnier den Podcast unbedingt, damit du keine Episode verpasst. Und teile ihn auch total gerne mit deinen Freunden oder Kollegen. Bis zum nächsten Mal. Bleib inspiriert und neugierig. Dein Joël.
Intro & Outro Speaker: Gib mir alles, du gelernt, stehen, suchen und jetzt du.
