Cover der Folge „Anastasia Zampounidis: 5 Dinge, die ich gerne schon mit 20 gewusst hätte | Moderatorin“

Anastasia Zampounidis: 5 Dinge, die ich gerne schon mit 20 gewusst hätte | Moderatorin

16. September 2026, mit Joël Kaczmarek und Anastasia Zampounidis

Transkript

Joel Kaczmarek: High Five, Leute! Hier ist Joel, und ihr wisst am Wisdom Wednesday, da frage ich spannende Menschen danach, was sind die 5 Dinge, die du gerne schon mit 20 gewusst hättest, und heute jemand, der mich schon seit meiner Jugend begleitet und vor allem auf ganz unterschiedlichen Faden. Also, ihr kennt die liebe Anastasia Zampounidis bestimmt als Moderatorin aus dem Fernsehen, so wie ich auch, von früher bis heute. Ich durfte schon erfahren, es kommt bald wieder was, aber ich weiß noch nicht was, mal gucken, vielleicht kitzel ich's raus. Und vor allem aber auch als Buchautorin. Also, zuckerfrei ist hier das Motto der Stunde, sie ist quasi No-Sugar-Coachin, und ich würde sagen, wirklich erst

Stunde also vielleicht machen wir mal so was wie original noch mit vorne dran und ich bin total gespannt und bevor ich dich jetzt frage zu deinen fünf ding fällt mir ein machst du nicht auch gerade demnächst wieder so ein Retreat gibt es da noch plätze also ich frage für einen freund

Anastasia Zampounidis: Du fragst mir einen Freund, ja. Du hast ganz recht, wir haben tatsächlich noch zwei Plätze frei. Jetzt vom 1. bis 5. Oktober in meiner zweiten Heimat Griechenland. Das ist im Norden Griechenlands, ja, Chalkiwiki nennt sich das, in der Nähe von Thessaloniki. habe ich mir, als Sie uns das letzte Mal gesehen haben, war ich glaube ich gerade dabei, mir mein Haus dort zu kaufen. Habe also da eine zweite Heimat und versuche jetzt beide Länder auch beruflich so bisschen zu verbinden. Und dort machen wir mein No-Sugar-Coaching, aber nicht nur natürlich

auch schauen wir uns die griechischen Kräuter an, die griechisch-mediterrane Küche, machen auch Qigong auf der Hotelterrasse. Und ich sag nur, wer elf oder 15 Stunden auf die Malediven fliegt, ist selbst schuld. Ich sag's dir, wusste ich vorher auch nicht. Das sind halt so gewisse Abschnitte da im Norden Griechenlands. Malediven. Wirklich, ja. Also, da zu sein, ist schon wohltuend für die Seele und für den Körper.

Und es sind auch Männer gern gesehen, aber es sind tatsächlich...

Joel Kaczmarek: Du hattest

Anastasia Zampounidis: Okay, es sind auch gerne Männer gesehen, aber es sind tatsächlich immer mehr Frauen, weil Frauen sind ja grundsätzlich bisschen schlauer als Männer und wissen, wie wichtig Gesundheit ist.

Joel Kaczmarek: Ein bisschen Bewusstsein, dem ist nicht so wirklich zu widersprechen.

Anastasia Zampounidis: Also gerne spontan auf meiner Homepage gehen und anklicken und wenn ihr Fragen habt, gerne jederzeit.

Joel Kaczmarek: Weil lustigerweise nehme ich sogar gerade Zucker frei, weil ich Diät mache, allergielos zu werden. Und da darf ich auch irgendwie keinen Quatsch essen. Ich kriege jetzt von meiner Frau ganz liebevoll immer mit Datteln und dunkler Schokolade in meinen Sweets.

Anastasia Zampounidis: Gute Ideen!

Anastasia Zampounidis: Okay, ich hab's verstanden, du kriegst mein neustes Buch. Ich hab den Wink mit dem Zaun falsch. Viele, ja, ja. Mein letztes Buch ist ... schon über ein halbes Jahr alt. Hot Stuff. Da geht's zwar Frauen, die besten Jahre, wenn sich Hormone verändern, aber die Rezepte sind sensationell lecker und zuckerfrei. Insofern könnt ihr die alle essen.

Joel Kaczmarek: Stimmt, das ist auch ein Rezeptebuch mittlerweile oder ganz viele, ne?

Joel Kaczmarek: Sehr gut. Gut, aber tauchen wir mal rein. Apropos bestes Alter, ich frage ja immer gerne, wie alt jemand ist, zu verstehen, von wo aus wir auf die 20 heute zurückgucken. Wie ist das bei dir?

Anastasia Zampounidis: Jahrgang 68, ich werde Ende des Jahres 58. Jesus. Jesus Christ, holy mo ...

Joel Kaczmarek: Also, man sieht, das Zuckerverzicht lohnt sich. Okay, spannend.

Anastasia Zampounidis: So oder so lohnt es sich. Nur Gesundheit, nicht nur Aussehen, eigentlich alles. Sonst würd ich's ja nicht 20 Jahre machen. 20 Jahre, jetzt ist es schon wieder. April 2006 tatsächlich. Verrückt. Ist echt verrückt, ja.

Joel Kaczmarek: Na gut, dann lass uns doch mal reinstarten. Was ist denn so das erste, von dem du sagst, hätte ich gerne schon mit 20 gewusst.

Anastasia Zampounidis: Da fällt mir eins spontan ein, weil mit 20 war ich tatsächlich in Los Angeles. Ich bin 88 hin. Mit 19 habe ich Abitur gemacht und bin mit 21 zurück, also fast zwei Jahre. Und das gesamte, hört man das? Und das gesamte 20. Lebensjahr war ich in LA zu einer Zeit, ich mittlerweile weiß man ...

Joel Kaczmarek: habe meine Hände gemixt.

Anastasia Zampounidis: übers Internet, über 1.000 Kanäle und Social Media, wie es in anderen Städten aussieht, wie es zugeht, et cetera. Aber jetzt ganz ehrlich, 1988 wusste ich nicht viel über LA. Ich wusste, dass da Michael Jackson auf irgendeiner seltsamen Farm wohnt mit einem Affen. Ich wusste, dass es Malibu Beach gibt und ich wusste, dass es in Südkalifornien nie regnet. war alles. Abenteuer, kann ich nur sagen. Und ...

Was ich damals das erste Mal in meinem Leben gedacht hab, weiß ich noch, besser wird's nicht. Und zwar bei einer Tätigkeit, die mir Geld gebracht hat. Und zwar war ich mit meiner Freundin, mit der ich da auch sehr viel Zeit verbracht hab, auch ein Jahr lang zusammen bei ihrem Lebenspartner in Hollywood Hills gewohnt hab, in einem Club, ein Freund von ihrem Freund.

Freitagsabends Schuleabend. Wir reden von Santa Monica, das ist auch so eine Schullecke. Und dort waren wir umsonst reinkommen, umsonst trinken, tanzen. Für uns sensationell. Ich so, holy shit, ja? Ich meine, das, später für mich völlig normal war in Berlin, war für uns als arme Kirchenmäuse sensationell. Und wir so, ja, da gehen wir hin. Ist uns doch egal, ob die Männer schwul sind oder so. Wir wollen trinken, feiern und tanzen.

So, und dann kam der Besitzer von dem Club zu uns und meinte so, was würdet ihr dazu sagen? Das, was ihr heute Abend hier gemacht habt. Also herkommen, so niedlich aussehen, wie ihr aussieht, tanzen, teilweise auf den Tischen. Und das Ganze für 50 Dollar am Abend. Und wir gucken uns an und denken so ...

Das kann man sich heute nicht vorstellen, wenn man bedenkt, dass Influencer heute mit 20 schon Millionäre sind. Ich war's nicht. Ich kam von einer Gastarbeiter-Working-Class-Familie, hatte keine Ahnung, was ich mit meinem Leben anfangen soll, wusste nur, dass ich Abstand brauche. Und hatte eine sehr schöne Zeit in L.A., war aber immer noch nicht klar darüber, was ich machen werde. Und dort dachte ich, das ist es.

Anastasia Zampounidis: mit nur Spaß haben, Geld verdienen. Für mich war 50 Dollar wow, ne? Das wird nie wieder, das wird's nie wieder geben. Besser wird es nicht. Genieß diesen Moment, es wird nicht besser. Am nächsten Tag sind wir hin. Es war derselbe Club, derselbe Clubbesitzer. Es war auch dieselbe in Anführungsstrichen Tätigkeit. Es war bloß nicht der Schulenabend, sondern der Lesbenabend.

Holy moly! Ich hab noch nie so viele Telefonnummern von Frauen zugesteckt bekommen. Ich sag dir, besser wird's nicht, Und dieser Satz, genieß das, nimm es mit, besser wird's nicht, hab ich mir dann in den folgenden Jahren noch ein paar Mal gesagt. Und meinem heutigen, also aus der Sicht von heute auf meine 20-jähriges Ich würde ich sagen, doch.

Es wird noch besser, sogar viel besser und immer wieder und unendlich.

Joel Kaczmarek: Aber das ist ja schön, dieses, ähm, die sympathische Naivität der Jugend, auch so diese Leichtigkeit zu haben. Das ist ja fairerweise schon was, was einem leicht abhanden kommen kann, diese Leichtigkeit, Und trotzdem sagst du so in der Rückschau, nee, es ist heute noch besser, obwohl vielleicht die eine oder andere Verpflichtung zugekommen ist, als früher.

Anastasia Zampounidis: Genau, das nächste Mal dachte ich, es wird nicht besser, als ich mein erstes Interview geführt habe als Redakteurin und Moderatorin. Damals für einen Radiosender, Underground DJ Sender, auch nichts Normales. Da habe ich an einem Tag zwei Interviews geführt, so das erste Mal als Radiofigur. Und das waren einmal die Brand New Heavies, das waren damals so ein New Soul...

Swing aus England, so sehr soulige, tolle Musik. Die gibt's, glaub ich, heute gar nicht mehr. Und ... die Beastie Boys. Holy shit. Und nur drei Jahre vorher hab ich deren Album Paul's Boutique in Hollywood rauf und runter gehört. Und die haben das ja auch geschuttet in Hollywood an einem Pool. Ich hab auch in einem Haus gewohnt, wo ein Pool war. Ich hab das da immer auf MTV geguckt und den Sound gehört und dachte nur so, boah, die Typen sind so cool.

und drei Jahre später Interview ich sehe. Und dann dachte ich auch in diesem Moment, Mädel, nimm das mit, besser wird's nicht.

Joel Kaczmarek: Hahaha.

Anastasia Zampounidis: Und ich weiß noch genau, die haben mich dann auch zwischendurch angeschaut und meinten so, warum kannst du so gut Englisch beziehungsweise akzentfrei und fließend Amerikanisch? Und dann hab ich denen halt erzählt, dass ich da eine Weile gelebt hab und die so, ey, cool, girl, cool. Ich so, ja, ja. Ich bin so cool. Und dann dachte ich so, Geld verdienen, Job und dann auch noch mit Passion, Leidenschaft. Besser wird's nicht, aber es wurde ja immer besser.

Joel Kaczmarek: Ich realisiere, da stecken zwei Sachen drin. Einerseits steckt der Genuss des Moments drin. Also zu sagen, ey, geil, das ist das absolute Highlight. bin auf dem Plateau, wo soll das noch hochgehen? Und dann aber auch gleichzeitig die Zuversicht, doch, nach hinten raus, vielleicht kommt noch mental, was man durchstreitet. Aber das geht immer noch besser. Ich hab grad drüber nachgedacht, ich hab letztes Mal scherzhaft zu jemandem gesagt, so, ja, früher war alles besser, ich bin von früher. Sagt man immer so diesen Scherz, ne?

Wie gehst du damit heute Weil ich glaube, es gibt ganz viele Menschen draußen gerade, und sehen wir auch in politischen Bewegungen und gesellschaftlich, die sich so richtig verloren fühlen, wo sich alles so düster und schlimm anfühlt. Schaffst du es trotzdem auch, wenn manchmal diese ganzen Nachrichten auf dich einprassen, diese Zuversicht zu bewahren?

Anastasia Zampounidis: Ja, die erste Maßnahme war tatsächlich dann nach dem ersten Shutdown im Pandemiejahr, dass ich dann anfing, weniger News und Nachrichten zu konsumieren. Das war für mich eine ganz klare Maßnahme. Ich hab immer gedacht, selbst wenn du mal nicht interessiert bist, selbst wenn du nicht so viel politisches Hintergrundwissen hast, weil's mich einfach persönlich auch nicht interessiert, da reinzusteigen, war ich doch immer daran interessiert, zu wissen, was ungefähr los ist in Deutschland, in der Welt. Und da hab ich verstanden, dass es für meine Mentalität

Gesundheit, ja, ganz wichtig ist, Mediendetox zu praktizieren. Und jetzt geht es sogar so weit, dass ich manchmal sogar nicht nur einmal am Tag gucke, was gerade so aktuell berichtet wird, dass ich manchmal ein paar Tage in Griechenland habe, wo ich drei Tage gar nicht konsumiere und denke dann so, ist der Krieg noch?

Oder ist ein neuer ausgebrochen? Dann denk ich so, wow, das tut mir so gut. Ich finde, da sollte man auch nicht so verurteilt mit sich sein. Du musst selber entscheiden, wo deine Grenze ist. Was tut mir noch gut oder wo kipp ich Und grundsätzlich würde ich das nicht so katastrophal einschätzen, wie sich das jetzt irgendwie anfühlt. Weil ich Ich hab ja auch Kommunikation studiert Anfang der 90er. Und schon da war mir bewusst ...

Wir haben zum Beispiel darüber gesprochen, was sind eigentlich die Nachrichten? Was sind die Nachrichten? Wo kommen die her? Ich meine, im Grunde gibt es 100.000 Nachrichten am Tag. Wer entscheidet, dass die erst mal in diese Agenturen kommen, die PA und so, diese Quellen, das sind halt diese Quellen, wo man dann wiederum als Redaktion, als Medium seine Nachrichten zieht. Wer entscheidet, was sind denn jetzt die zehn Themen der Tagesthemen oder so? Und da war mir schon klar ...

Es gibt keine News oder Nachrichten, sondern wir machen sie auch. Und die Plattformen haben sich einfach verändert und vervielfacht. Und dessen bin ich mir bewusst. Oder auch in einem Moment, wenn ich True Crime konsumiere, was ich sehr gerne tue, so als Hobby, schon seit vielen Jahren, da höre ich dann manchmal Folgen über Serienmörder, die in meiner Nachbarschaft gemordet haben, als ich mit 20 in LA gelebt habe. Ich hab mir ja keinen Kopf gemacht, weil ich es nicht wusste.

Anastasia Zampounidis: Das heißt, wir sind halt durch die vielfachen Medienmöglichkeiten, haben wir so einen erhöhten Zugang zu Informationen, die wir früher nicht hatten. Aber ich glaube nicht, dass heute weniger oder mehr Kriminalität stattfindet, als zu der Zeit, als ich in LA war. Wir haben es jetzt einfach nur anders in der Wahrnehmung. Und dessen müssen wir uns unbedingt bewusst werden.

Zum Beispiel indem man ganz einfach auch Statistiken heranzieht. Wie viele Menschen hungern heutzutage in der Welt? Wie viele waren es vor 50 Jahren? Es sind weniger heute. Also, die Relation, darum geht es mir.

Joel Kaczmarek: Es ist einfach lustig, weil du hast Anfang der 90er-Jahre Kommunikation studiert, ich Anfang der 2000er. Und ich weiß noch, hatten eine ... Es gibt so Medienwirkungsforschung, also wie wirken Medien auf Menschen. Dann gab's diese Scary-World-Hypothese. Die besagte, dass wenn jemand viel Medien konsumiert, was weiß ich, Law & Order, dann nimmt er die Welt schlimmer wahr, sie eigentlich ist. Ich hatte so eine Erinnerung, dass das so halb bewiesen war. Ich stell aber fest, ich hab das in meinem nahen Familienumkreis gemerkt, da sagte jemand zu mir so,

Video zugesehen, das, das und das und dann ja die machen das hier da passiert im Nahen Osten das und das habe ich ein Video zugesehen und irgendwann meinte ich so, was sagst du denn immer in ein Video gesehen, was konsumierst du eigentlich für Medien so und long story short, ich glaube das ist echt bekannt und auch viele wissen es aber oder spüren es eigentlich nicht, wir leben in so Bubbles, also die Algorithmen befeuern uns mit noch mehr, noch mehr, noch mehr, noch mehr, ich habe realisiert krass, visuelle Medien, Video ist so emotional.

Und wenn du dann immer das Gleiche ausgespielt und denkst, hier ist alles voll mit Ausländern und hier ist alles schlimm und wir sind alle voll, also hier geht's bergab. Und dann, genau wie du sagst, Kindersterblichkeitsrate runtergegangen und so. Ist ja manchmal lustig, wenn man in die Vergangenheit guckt.

Anastasia Zampounidis: Das hätte ich jetzt als Zweites angebracht, Social Media-Consum. Das wäre der zweite Punkt, was jetzt für die mentale Gesundheit ein guter Punkt ist, sich dessen bewusst zu sein, dass du ein Opfer bist. Und wir sind alle Opfer irgendeiner Plattform. Das tue ich mich auch gar nicht rausnehmen. Aber ich versuche, mir dessen bewusst zu sein und auch dann bewusst damit umzugehen.

Joel Kaczmarek: Hast du den zweiten Punkt?

Anastasia Zampounidis: Ich kann Social Media als Entertainment verwenden, das ist ja auch völlig okay. Früher haben wir uns vielleicht von irgendeiner Fernsehsendung berieseln lassen, jetzt lassen wir mal YouTube oder TikTok rieseln. Aber du musst dir dessen bewusst sein und du musst dir dessen bewusst sein, dass das, was du gerade schaust, dann deine Bubble kreiert. Und für mich ist es erschreckend.

wie wenig Medienkompetenz erwachsene Menschen haben, die eben auch leider so von ihrem Background, ihrem beruflichen Dasein gar nichts mit Medien zu tun haben. Ich kenn zum Beispiel eine Frau in Griechenland, meine Nachbarin, die postet halt ständig so politische Themen.

Und ich denke so, okay, kann verstehen, sie ist getriggert durch irgendwas, sie kriegt ja auch immer wieder dasselbe reingespielt. Und dann, wenn du sie dann mal fragst, hast du denn mal die Quelle überprüft? Oder wer sagt das da eigentlich gerade? Wer repostet das? Überprüfst du das? Guckst du, woher das kommt? Wer hat vielleicht ein gewisses Interesse? Nein. Das, was sie da hört, findet sie ... stimmt, ist richtig.

reposte ich. Oder auch mal ein schwuler Mann, der wirklich aus der rechten Ecke Themen über Asylanten gepostet hat. Und diese rechte Ecke macht aber gleichzeitig, also diese Gruppierung, die das so losgeschickt hat, eben gleichgeschlechtliche Liebe wirklich so als das Abartigste der Welt ab. Und er ist schwul und repostet das aber von dieser Gruppe.

Ohne einfach zu hinterfragen, da denke ich mir so, das ist tatsächlich das Allerwichtigste für unser zukünftiges Zusammenleben, die Medienkompetenz schon bei ganz jungen Menschen in der Schule zu trainieren. Dass die verstehen, wie diese Systeme funktionieren. Weil anscheinend ist es bei 40-, 50-Jährigen schon fast zu spät.

Joel Kaczmarek: Ich finde, wenn Erwecknern-Moment ist, kann man mit Ehepartnern machen oder Freunden oder whatever, von jemand anderem das Handy zu nehmen und den Instagram-Kanal aufzumachen. Meine Frau kommt und sagt, warum kriegst du so viele Brüste angezeigt? Kriegst du? Und ich so, ja, hallo, weil ich den Algorithmus drauf trainiere. Ich weiß auch, dass der abends das Meer zeigt. Ich sag's immer scherzhaft, aber bei ihr merke ich, sie kriegt ganz viele Sachen, wo es darum geht, sich als Mutter nicht schlecht zu fühlen, wenn man sich was gönnt. Interessant. Das passiert bei mir überhaupt nicht.

sagst, halt so alles, ist ja auch brutal, wie du sagst. Klick auf irgendeine Geschichte im Internet und auf immer bist du wochenlang verfolgt von Dingen. Genau.

Anastasia Zampounidis: Ja, ich habe den Fehler gemacht, auf das neue iPhone zu klicken und schon war Apple in meinem Gehirn. da bekenne ich mich auch zu und ich kriege das jetzt seit zwei Wochen täglich hundertmal reingespielt.

Joel Kaczmarek: Ich hab sogar mal einen Beitrag gesehen von einem Marketingprofessor, gesagt hat, wenn man vor seinem Fernseher sitzt und sagt sich so, du Schatz, wir müssten mal mehr Sex haben, irgendwie ist hier Flaute, kriegst du hinterher online die ganze Zeit der Typ dann Werbung für, wie heißt es, blaue Pille und so. Wirklich? Dass die Fernseher sogar in den, also wenn du die kaufst, in den AGBs ganz unten links irgendwo geschrieben, die hören dir zu. Ich weiß nicht, ob's stimmt, ich kann's natürlich nicht verifizieren, da sind wir wieder bei dem Thema, hab ein Clip gesehen und nicht überprüft, aber ...

Anastasia Zampounidis: Ja, das ist es halt. Man darf sich nicht verrücken. Also, wenn du klickst, dann ist es klar. Also, ich versuche halt, ich bin aktiv in den sozialen Netzwerken und ich sage auch nicht, nicht verwenden. Die haben ja auch ihre positiven Seiten. Bloß Bewusstheit und bewusst konsumieren. Das heißt, wenn jemand mich konsumiert, bei mir ist das safe. Ich verkaufe nicht wie so eine Irre. Natürlich habe ich auch Bücher etc. Aber ich verkaufe halt meine Seele nicht, sondern ich mache das alles immer en passant. Und eigentlich geht es die

Inhalte. Und dann nicht alles glauben, was du siehst. Und je weniger du konsumierst, umso besser. Ich poste, geh raus. Zack. Außer, dass neu iPhone ist zu sehen. Da bin ich leider verloren. Aber gut, auch ich bin ein Mensch mit einem Gehirn, das hooked sein kann.

Joel Kaczmarek: Du hast ja mal Spannendes gesagt, dass es irgendwie wirklich so ist. Man sieht Dinge und denkt sie stimmen. Also das ist ein merkwürdiges Phänomen. Und ich verstehe auch, was du sagst, ich habe so den Verdacht, es gibt manche Leute, sagen, ich würde das auch für umsonst machen, wenn dieser blöde Kapitalismus hier nicht wäre. Ich finde total toll, was ich da mache. Ich bin so Überzeugungstäter. Den Eindruck habe ich bei dir auch. Ich glaube, man ist jetzt nicht irgendwie 20 Jahre zuckerfrei unterwegs, weil man sagt hurra, ich habe meine irgendwie Geldverdienecke gefüllt.

Anastasia Zampounidis: ja, zehn Jahre davon war ich ja ganz privat damit. Also ich hätte ja, wenn ich da ein Business als Hintergedanken gehabt hätte, schon vorher damit versucht, rauszugehen. Ich hab halt einfach nur gemerkt, selbst wenn ich in einer TV-Show war und die mich gefragt haben, was willst du denn für einen Snack? Ja, nichts mit Zucker. Und dann waren die mir ganz irritiert. Das hat aber niemanden interessiert. Das hat halt wirklich zehn Jahre gedauert, bis ich meine damalige Redaktion überzeugt hab, darüber mal beim ZDF eine Dokumentation über Zucker zu machen. Und das hat zwei Jahre gedauert.

Und dann haben sie ja gesagt, aber auch da habe ich jetzt nicht extra Geld verdient, sondern wollte einfach nur der Menschheit einen Gefallen tun. Und daraus hat sich dann ein neuer Berufszweig entwickelt. Aber ich hätte bis jetzt in den letzten zehn Jahren Multimillionärin sein können.

wenn ich Kompromisse eingehen würde oder meine Seele verkaufen würde. Aber ich kann's halt einfach nicht. Aber dann weiß ich auch, dass ich mit 85 immer noch keinen Krebs bekommen haben werde. Obwohl ich jetzt nicht sage, dass Leute deswegen Krebs kriegen. Bitte nicht falsch verstehen. Aber ich weiß, dass in meinem Körper chemisch was umkippt, wenn ich weiß, dass ich nicht redlich bin.

Joel Kaczmarek: Aber das ist aber schön gesagt. Das ist mal ein gutes ...

Anastasia Zampounidis: Ich habe eine richtig physische, biochemische Reaktion in meinem Körper. Es fängt an mit Jucken, wenn ich anfange über einen Kompromiss nachzudenken, weil ich denke, ich brauche jetzt vielleicht Geld oder so. Das funktioniert bei mir nicht. Und ich weiß, dass das mein System ist, wie ich auch auf einer ganz anderen Ebene gesund bleibe.

Joel Kaczmarek: Das ist ja faszinierend, ich kann mir das in der Tat gut vorstellen, dass bestimmt der ein oder andere Zuckerwasserhersteller auf dich zugekommen ist und hat gesagt...

Anastasia Zampounidis: Jeden Tag, jeden Tag, jeden Tag. Und ich versuche manchmal auch, Kompromisse einzugehen. Also ich bin ja jetzt nicht hundertprozentig vegan. Also ich esse in Griechenland vielleicht fünfmal im Jahr auch Fisch, obwohl ich den sonst zum Beispiel nicht esse, weil Schwermetalle, Mikroplastik, also brauchen wir gar nicht drüber reden. Das ist ja kein gesundes Nahrungsmittel mehr.

Aber trotzdem probier ich dann auch mal ein tierisches Nahrungsergänzungsmittel, weil ich einfach probieren will. Zum Beispiel Omega-3. Wie ist es im Vergleich zu Algen oder ... Also, ich probier Ich bin da eigentlich offen, aber solange es in meinem möglichen Rahmen ist, dann ist es mir auch egal, ob jetzt ein Extremveganer sagt, wie kannst du nur Omega-3 vom Fisch Ich so, ja, ich kann. Ich will das jetzt ausprobieren, Punkt. Ich weiß, was ich grade tue. Aber sich da eben ...

Weiter hinauszubeugen, hieß sie ja, dass ich gegen all meine Bücher auf einmal agiere. Wie soll denn das gehen? Wie soll ich abends ins Bett gehen? Und gut über mich denken, weil das ist ja das Allerwichtigste. Dann kannst du noch so viel Millionen auf dem Konto haben, wenn du abends alleine im Bett liegst und dir denkst, du bist eine Verräterin.

oder dir es gedanklich so schlecht geht. Mentale Gesundheit kannst du nicht mit Geld kaufen. Ist einfach so. Das Leben ist viel einfacher mit Geld. Aber ob es dir gut geht oder nicht, hat nicht primär mit Geld zu tun.

Joel Kaczmarek: Auch so guter Satz. Das Leben ist einfacher mit Geld. Das stimmt, aber nicht unbedingt besser.

Anastasia Zampounidis: Nee, genau, es ist einfacher. Als ich 20 oder Anfang 20 war, ich hab 24-7 geackert. Ich hab rund die Uhr gearbeitet, mein Geld zu verdienen, meinen Lebensunterhalt. Ich hatte von niemandem irgendetwas bekommen. Dann Ausbildung und natürlich auch noch Spaß mit Jobben in den illegalen Clubs Berlins nach dem Mauerfall. Da hab ich natürlich auch schwarz Cash auf die Hand bekommen. Ist verjährt, Finanzamt, ja? Anfang der 90er hat niemand drauf geachtet, was da ...

passiert ist. Wir hatten nach fünf Jahren freie Bahn. Deswegen habe ich nur zu Hause vielleicht sechs Stunden geschlafen und war nur am Ackern. Das Leben war nicht leicht. Jetzt ist es leichter, weil es nicht die Existenz geht. Aber was ich dort damals für mich gelernt habe, ist natürlich auch etwas, was mich für den Rest meines Lebens tragen wird und was vielleicht eine 18-jährige Influencerin, die schon eine Million auf dem Konto hat, nicht hat. Und zwar die Resilienz.

dieser Überzeugung am Ende des Tages bin immer noch ich da und ich kann mich auf mich verlassen. Ich leiste was, ich schaffe was, ich bin eine Bank. Und das ist halt etwas, was dir wirklich auch keiner nehmen kann. Ich bin deswegen natürlich dann jetzt im fortgeschrittenen Alter entspannter als mit 20. Und da wären wir beim zweiten Punkt entspannter.

Joel Kaczmarek: Ach, war der, ich dachte der zweite war der Mensch Social Media. Entspann dich. Aber warte mal, wir da hingehen, hab ich noch eins, zwei nachfragen, meine Neugierde ist geweckt. Warst du denn mal an einem Punkt, wo du gemerkt hast, bist falsch abgebogen und musstest sozusagen wieder was rückabwickeln oder damit leben, dass du was gemacht hast, zu dem du eigentlich nicht stehen kannst?

Anastasia Zampounidis: Ach stimmt, dann ist das der dritte.

Anastasia Zampounidis: Nein, das waren immer nur einzelne Momente, so Projekte oder dass ich mal bei einer Show zugesagt habe, so ganz lapidar, so tralala, wie ich war, und dann gemerkt hab so, wo sitz ich denn hier? Und dann kommst natürlich nicht direkt raus, du kannst ja nicht in einer Aufzeichnung oder einer Live-Show aufstehen und gehen.

Joel Kaczmarek: Kann schon, aber...

Anastasia Zampounidis: Ganz schon. Also so unprofessionell war ich dann doch nicht. Ich hab bloß dann in dem Moment gemerkt, das war keine gute Entscheidung. Aber das finde ich auch nicht schlimm, weil du probierst ja auch aus. Also das sind ja so einzelne Dinge. Die Entscheidung, bei MTV zu arbeiten, war ja nie falsch. Da war ich sieben Jahre. Also das meine ich jetzt so. Und dann hast du halt hier mal ein Ereignis oder da was erfahren und meintest so, hast du probiert? Hast du gemacht? Machste nicht nochmal.

Joel Kaczmarek: Das ist nämlich noch so der letzte Punkt, mir bei dem ersten Aspekt, als du von den Beastie Boys erzählt hast, offen geblieben ist. Es gibt immer diesen Spruch unter Leuten, die in gewisse Ränge kommen, sagen, never meet your darlings. War das bei dir auch so, dass du manchmal so Ernüchterung hattest, dass du dachtest, das war so ein I-Kind von mir und ich treff die Person in echt und dann ist das irgendwie voll der Albtraum oder die ist ja gar nicht toll?

Anastasia Zampounidis: Das hatte ich zum Glück nicht. Ich habe aber auch nicht Madonna oder Kate Bush getroffen. Das sind meine zwei Frauen, die mich seit meiner frühesten Teenagerzeit begleiten, die mir auch ganz viel Halt gegeben haben und mir sehr viel bedeutet haben, so unterschiedlich sie auch sind, sind derselbe Jahrgang, beide 58, also zehn Jahre jünger älter als ich. Madonna eben für dieses

in einer Männerwelt sich als Frau durchsetzen. Die hat ja schon früh angefangen, auch zu produzieren und selbst zu entscheiden, was sie macht, und sich nicht nur als Püppchen abzustempeln. So sah sie natürlich lange aus, aber irgendwann hat man in den 90ern mitgekriegt, okay, die macht ihr Ding, ne? Gegen aller bestehenden Gesetze. Und dann eben auch Feminismus und Selbstbewusstsein, Selbstrespekt, ... Ja, einfach eine starke Frau.

die macht, worauf sie Bock hat, und es sie nicht interessiert, was die Männerindustrie, Männergeführte Industrie dazu sagt. Und auf der anderen Seite völlig anders, aber auch selbst Musik schreiben, selbst produzieren, selbst alles entscheiden. Kate Bush, die aber natürlich mit ihrer sphärischen, verrückten, imaginären Welt, heute weiß ich, dass sie natürlich hochgradig spirituell ist, ganz sanfte Seite des Frauseins darstellt und trotzdem die Stärken gelebt hat.

Dadurch, dass sie selbstbestimmt von Anfang an war. Und wenn ich eine von den beiden interviewt hätte, wär ich komplett versagt. Alles andere war dann so fame struck, ich dann nie.

Joel Kaczmarek: Okay, weil es gibt ja immer so diesen Spruch, dass manche von denen sich so entpuppen als total die Drachen oder unangenehm und...

Anastasia Zampounidis: Das gab's natürlich, aber ich war dann halt nicht der größte Fan. Zum Beispiel Bon Jovi. Vor allem John Bon Jovi. Also da hatte ich jetzt gar kein großes Urteil. Ich wusste halt, als ich damals in LA gelebt hab, da waren die einfach so wow, they're living on a prayer und all das. War halt einer der größten Bands in Amerika und fand ich respektabel ihre Karriere.

war aber jetzt kein Riesenfan, bin da relativ neutral nach New York geflogen zum Interview. Das waren dann solche A-Punkte. Vor allem John Bon Jovi. Also, Junge, wenn du keinen Bock auf ein Interview hast, lass es doch. Und ich dachte so, okay, ich bin's. Ja, doofe Fragen gestellt, irgendwas gefällt dem meine Nase nicht. Aber ich hab's jetzt von so vielen Journalisten gehört. Von Kollegen, die sind eigentlich immer A-Punkt. Und ich rede nicht von Anastasia Punkt.

Joel Kaczmarek: Okay.

Ja, es gibt auch so paar Classics, die ich da gehört habe, aber können wir mal im Off-Talk vertiefen. was mir eben noch auch durch den Kopf ging, als du erzählst von den Influencern mit den Millionenreichweiten.

Wie guckst du auf so eine Generation drauf? ich meine, du bist ja eine Medienschaffende, die ja aber mit linearem Fernsehen groß wurde, hast du ganz andere Struggle gehabt als die heute. Wie erlebst du so was? Bist du da manchmal entrückt und sagst so völlig verrückt oder bist du mitleidig oder bist du bewundernd, irgendwas dazwischen? Wie erlebst du das?

Anastasia Zampounidis: Also auf der einen Seite finde ich das natürlich toll und sensationell, dass jungen Menschen einfach die Möglichkeit gegeben wird. Und dass es bei mir eben so viel länger gedauert hat durch die Umstände, die Kultur, die Gesellschaft in den 80er Jahren, dass mir als Teenager gar nicht ermöglicht wurde zu wissen, wo liegen meine Talente, was gibt es da draußen mit Möglichkeiten. Man wurde eher behindert als gefördert. Deswegen hat es bei mir gedauert, bis ich dann so Anfang Mitte 20 war, bis ich wusste, was mein Talent ist und was ich gut kann.

Deswegen finde ich das schon toll. der anderen Seite glaube ich nicht, dass man mit 16, 18 wissen muss, was man dann für lange Zeit tun will. Das finde ich völlig okay, wenn das später stattfindet. Und auf der anderen Seite weiß ich natürlich, dass diesen Kindern etwas fehlt, was ich mir eben hart erarbeitet habe.

Ich glaube nicht, dass jeder so hart arbeiten muss, wie ich das getan habe. Das wäre auch gar nicht gut. Das muss auch nicht sein. Das kann auch nicht jeder. Aber so ein bisschen mehr auf ...

leisten, lernen und auch den Wert von Dingen verstehen. kannst du nicht, wenn du 16 oder 18 bist. Sag mal, ich wär mit 16 oder 18 zu MTV gekommen. Ich wär eine ganz andere Person heute. Ich war halt schon eine erwachsene Frau, die schon eine sehr erfolgreiche DJ- und Radiokarriere hinter sich hatte, als mich MTV abgeworben hat. Deswegen konnte ich dort dann die Multiplizierung des Rooms noch mal ganz anders verstehen und aufnehmen als jetzt eine 18-Jährige.

Insofern ist es auf der einen Seite voller Bewunderung und freue ich mich auch. Und auf der anderen Seite sehe ich halt die Gefahren, da hinschauen. Nicht umsonst haben ja viele Influencer und auch innen Probleme, mentale Probleme, entwickelt über fünf Jahre. Dieser Burnout, dieser Druck in frühen Jahren, dann das viele Geld verändert ja auch den Lifestyle.

Anastasia Zampounidis: Ja, also es ist zwiespätig. Ich weiß nicht so genau, wie ich das eindeutig einordnen sollte. Ich glaube, es steht und fällt wirklich mit einer Medienkompetenz. Zu verstehen, was das ist, wozu du es zum Besten verwenden kannst und wo du Grenzen setzen musst.

Joel Kaczmarek: Naja, ich denk grad drüber nach. Ich hab überlegt, was ist bei dir anders, dass du nicht auch Influencerin bist? Die Reichweite, die Bekanntheit. Und ich glaube, in einer Pattern ist, so erleb ich das immer, dass häufig so eine gewisse, nennen wir's moralisch, flexibel Faktoren reinkommen. Also, hab drüber nachgedacht.

Anastasia Zampounidis: Siebel ist ein schönes Wort.

Joel Kaczmarek: Na klar gibt's irgendwie 100 Anlaufstellen, man bei dir werben kann. Hier, bin irgendwie der zuckerfreie, die, Dry-It-Drink. Ja, hier, Zero oder whatever it is. Aber wenn man natürlich sagt, okay, mein Wert ist aber dies, das, jenes, ich kann mit jedem Zuckerersatzstoff auch nichts anfangen, fällt schon mal was weg. Wenn man sagt, okay, vegan, cruelty-free, Kosmetik, ja, aber da, das... Also es gibt, glaub ich, wenn man, wenn man einen Kompass hat, ist das ein bisschen wie so ein Raster. Dann kannst du natürlich gucken, passt das rein, ja oder nein. Wenn dann viel rausfliegt, dann hast du natürlich eine Achse. Und ich erlebe das bei solchen, gerade den jungen Menschen immer...

Da heute heute, heute, heute, Präsentiert und ich glaube aber auch nicht so eine rekapitulation ist es doch okay zu sagen Leute ich habe euch letzte woche was vorgestellt habe realisiert war ich nicht doof War doch kein gutes produkt ich kann da gar nicht verstehen es trifft sich mit meinen werten nicht Kannst aber gar nicht bringen gefühlt oder machen ja viele nicht weil verschreckst dir wen und und und also Eigentlich ist es ein bisschen so ein goldener käfig komme ich dann immer wieder zum punkt

Anastasia Zampounidis: Ja, und das ist auch ein Faktor, wie bekommt man Glaubwürdigkeit? Das ist nicht etwas, was dir Gott gegeben ist. Das wird dir auch nicht geschenkt, das erarbeitest du dir. Und wenn du halt diese Woche den Sneaker vorstellst als mein Lieblingssneaker und die nächste Woche ist dann die nächste Firma, ist natürlich schwierig. Aber anscheinend gibt es da ein Publikum, das danach nicht bewertet. Also Glaubwürdigkeit scheint da nicht so ein wichtiger Faktor zu sein.

Das ist schade. Ich glaube, das ist das Allerwichtigste, Und ich will auch Produkte verkaufen, wenn sie denn clean und gut sind. Weil ich will ja, dass die Masse mitkriegt, dass es tatsächlich auch Alternativen gibt, die dir guttun und nicht nur dem Profit einer Firma dienen und auf deine Gesundheit scheißen.

Aber davon, wie gesagt, gibt's nicht so viele. Und die, die es gibt, haben ja auch nicht immer das Budget, jemanden dafür zu bezahlen, Werbung zu machen. Das kommt ja noch dazu. Kleinere Firmen und Gruppierungen werden ja ganz oft entweder über Anwälte ...

Tod niedergeschmettert durch Klagen und irgendwelche rechtlichen Prozesse, weil sie angeblich dies und das falsch machen. Und die haben ja einfach nicht die finanziellen Ressourcen, da mitzuhalten, wie eine große Firma. Das passiert ganz oft, das mir schon oft begegnet. Und dann kann man natürlich auch Rufmorden, gerade mit Social Media. Und deswegen gibt es nicht viele. Und die, die es gibt, haben nicht so viel Geld.

führt dazu, dass ich noch nicht Multimillionärin bin. Ja, vielleicht muss ich einfach in Zukunft selber auch was machen. Das auch. mich zu Rufmorden ist natürlich schwierig, weil ich halt einfach schon so viele Produkte oder Projekte in der Vergangenheit gemacht hab. Und da sieht man ja, wie ich was mache. Da kann man mir unterstellen, dass ich kleine Jungs verführe. Da kommt man nicht so weit bei mir. Gibt es überhaupt Pädophilie bei Frauen?

Joel Kaczmarek: Wir arbeiten an einer moralischen Flexibilität.

Anastasia Zampounidis: Hast du das schon mal von gehört? Ist jetzt auch ein krasses Beispiel. hab gerade ... Auch gerade, weil ich eine Frau bin. Und weil das halt so böse ist.

Joel Kaczmarek: Ich hab gefragt, wie kommst du

Joel Kaczmarek: Nee, wüsste ich nicht, aber...

Anastasia Zampounidis: In meinem True-Crime-Dokumentation, die ich gesehen und gehört habe, gab es noch nie eine. Pädophilin, das ist interessant.

Joel Kaczmarek: Es gibt einen lustigen, eigentlich ist es nicht lustig, aber es gibt einen Umstand, den habe ich mal gelernt. habe einen Bekannten, der hat ein Buch geschrieben über Kinder, die allein sind mit dem Handy. Brandgefährlich. Man kann sich bemerken, by the way, Regel, wenn ein Kind ein Smartphone hat, niemals alleine in der Nacht damit liegen lassen. Weil die gucken die ganze Nacht durch, weil die Algorithmen und so weiter und so fort. Und es wird nachts härter.

Also nachts kriegst du härtere Inhalte ausgespielt. Weil du konkurrierst gegen Schlaf. dann musst du sozusagen ... Wie fies! Er ist wirklich krass. Auf jeden Fall sagte der mir, die meisten Pädophilen fühlen sich gar nicht erotisch angezogen von Kindern. Das sind in der Regel, also dem Fall leider Männer, denke ich, die sozial nicht ankommen.

Anastasia Zampounidis: sondern

Joel Kaczmarek: Die kommen mit Frauen nicht in Kontakt, sind nicht in der Lage, diese Beziehungsebenen aufzumachen und suchen sich dann einfach ein schwächeres Gegenüber. Und das sind dann Kinder. Die stehen aber nicht auf Kinder, sondern die stehen sozusagen drauf, eine Beziehungsform herzustellen, zu der sie sonst nicht in der Lage sind. Und es bleibt gleich eklig und gleich unangenehm und gleich schlimm und muss beschützt werden, aber fand ich einen krassen Insight, dass du so merkst, ach...

Anastasia Zampounidis: Du, eine Erklärung ist immer wichtig, wenn wir als Gesellschaft versuchen wollen, etwas dagegen zu tun. Aber das entschuldigt natürlich niemals etwas. Aber natürlich müssen wir darüber nachdenken, wie kommt es dazu? Weil nur so können wir es verhindern in Zukunft,

Joel Kaczmarek: Ich muss auch sagen, ich finde es schlimm, wenn mir Leute vorstelle, die so, vielleicht ist in der Gehirnchemie irgendwas komisch, ich mir das furchtbar vor, wenn man nicht auf Gleichaltrige steht. Das muss ganz unangenehm sein, wenn man das moralisch versteht, dass es falsch ist, aber sich körperlich nicht gegen werden kann.

Anastasia Zampounidis: Genau, und das ist ja ein Moment, wo ich noch sage, diese Person ist unschuldig. Und genau an dieser Schnittstelle, noch bevor irgendetwas passiert ist, also zum Beispiel Konsum online, damit unterstützt du eine Industrie. Selbst wenn du nicht bezahlt hast und irgendwo draufgekommen bist, das ist schon der Schritt, wo du dann sagst, ist eine Entscheidung, und dann sag ich, schuldig. Aber bis zu dem Punkt, ich fühle mich angezogen von ... etwas, was nicht sein darf, an dieser Stelle muss eine Gesellschaft so wertfrei

Die Arme öffnen und sagen, wir helfen dir. Und wir prangern dich nicht an die Wand, stigmatisieren dich, schließen dich aus, canceln dich, verurteilen dich, sondern an dieser Stelle kannst du noch nichts dafür, aber wir sind für dich da. Und das ist leider nicht der Fall. Und das wären zum Beispiel interessante Ansätze, dieses Phänomen, mein Gott, in der Zukunft zumindest erst mal zu minimieren.

Joel Kaczmarek: Das gebe ich dir vollkommen recht. was ich gerade noch ...

Anastasia Zampounidis: Riften ab!

Anastasia Zampounidis: Jetzt sind wir in ... Jetzt sind wir Crime.

Joel Kaczmarek: Okay, ich wäre schon die zweite Passion. Ich hab noch eine abschließende Frage zu diesem ganzen Komplex, mit dem Social Media, weil ich hab ja bei dir mal eine Menge von zwei Ländern, wo du sozusagen Kulturerfahrung schildern kannst. Ich erlebe es in Deutschland oft so, wenn man sagt, ich möchte mir etwas Geld verdienen, dass die Leute das so als schmuddelig wahrnehmen. die erzählt das ja nur, weil sie da ihre Bücher verkauft oder blablabla. Erlebst du das? Also A, erlebst du das überhaupt auch so? Und B, ist es in Griechenland beispielsweise genauso oder ist es da ein bisschen anerkannt? Ich finde es oft schade, dass man es in Deutschland nicht so wertschätzt, dass ...

Anastasia Zampounidis: Das ist ja ein altes deutsches Ding. weiß nicht, woher das stammt. Vielleicht aus der preußischen Zeit? Es muss ja irgendeine historische Prägung haben. Also ich bin ja direkt nach dem Abitur als sehr junges Kind mit 19 nach LA gegangen und habe dort eine sehr angenehme Prägung erfahren. Die positive Einstellung zu Geld und zum Geldverdienen und dass es nicht gleichzusetzen ist mit moralisch verwerflich. Da ist das völlig legitim und ganz im Gegenteil, man applaudiert sich gegenseitig zu, wenn du was erreicht hast.

Dann war ich Jahre später mit RTL mal zum Christmas Shopping in New York. Und dann standen wir da draußen und haben gewartet, dass die Redakteurin rauskommt. Dann stand der Chauffeur, ein schwarzer Mann, der diese Limousine für uns gefahren ist. Und dann kam da ein, ich glaube, der hat die Straßen gefegt, ein Mann vorbei. Und der meinte dann zu dem Chauffeur, great car.

Und dann meinte er so, yeah. Dann hat er die Marke genannt. Und dann der Feger meinte dann so, yeah, I would love to ride it. Und meinte er so, ja, fährt sich auch super. Der Mann, der die Straße gefegt hat, der hätte allen Grund, Neid, grün anzulaufen und was Gehässiges zu sagen. Hat er nicht. Er hat dem Chauffeur applaudiert dafür, dass er diesen Job hat und das Auto fahren darf. Und das ist das Grundprinzip dort. Es ist gesund.

und ehrlich und was Positives, Geld zu verdienen. Das habe ich dort mitgenommen. Es ist grundsätzlich sogar wichtig, dass wir eine positive Einstellung haben, weil ich glaube, dass das mindset dich auch begrenzen kann, diese finanzielle Fülle erleben zu können, weil du tief im Inneren vielleicht sogar unbewusst das Gefühl hast, wenn ich viel Geld verdiene, mache ich was falsch. Das ist nicht meine Motivation, moralisch korrekt zu bleiben. Das ist einfach meine tiefste Überzeugung.

Aber wenn ich, sagen wir mal, mit einem mit einem Biomarkt, die ja viele cleane Produkte anbieten, einen Sponsoren-Deal hätte und die bieten mir 500.000 Euro, dann sag ich so, yes, fuck ... Und in Griechenland kann ich das ehrlich gesagt nicht so einschätzen, weil dieses Land in letzten 15 Jahren so einen Auf- und Aperlebte hat durch die Wirtschaftskrise. Ich kann's ehrlich gesagt nicht einschätzen.

Joel Kaczmarek: Yeah!

Anastasia Zampounidis: Aber die gucken alle, dass sie irgendwie klarkommen und überleben.

Joel Kaczmarek: dem Arsch an die Wand kommen, wie man so Neudeutsch sagt. So, jetzt hast du gesagt, dein dritter Punkt ist entspann dich. Ist da so bisschen der Gedanke hinter, dass du dir viele Sorgen gemacht hast? was meinst du damit?

Anastasia Zampounidis: Ja.

Anastasia Zampounidis: Na ja, in dem Moment, in dem ich sage, besser wird's nicht, prognostiziere ich ja eine schlechtere Zukunft. Also, entspann dich. Du weißt doch gar nicht, wie's wird.

Joel Kaczmarek: Ich hab dich gar nicht gefragt, warum findest du es heute eigentlich besser als früher? Was hat sich geändert?

Anastasia Zampounidis: Weil immer wieder diese Momente kamen. Wow, besser wird's nicht.

Joel Kaczmarek: Also es ist wie die Perlenkette aus schönen Erlebnissen.

Anastasia Zampounidis: Genau, und das hat bis jetzt nicht aufgehört. ich glaube, dass ich mich ... Jetzt bin ich, wie gesagt, 57. Ich glaube, dass ich mich mindestens noch einmal neu erfinden werde, obwohl ich im Moment nicht weiß, wohin. Aber ich hab ja mit 47 das erste Mal mich hingesetzt und mein erstes Buch geschrieben, was dann, als ich 48 war, auf den Markt kam. Das ist ja auch eine Neuerfindung. Und das hab ich mir auch im ersten Moment nicht zugetraut. Und dann hat sich das ja

komplett überschlagen auch meine Erwartungen. Das erste Buch war zwei Jahre in der Top 20 der Spiegel Bestsellerliste. Also das musste auch erst mal mit Ende 40 schaffen. Da kamen natürlich auch mehrere Faktoren zusammen. Das Thema, einfach noch ganz neu war in Deutschland, überhaupt in der Welt. Dann meine alte Bekanntheit als MTV-Moderatorin. Was macht die denn da jetzt? Was will die denn? Und dann natürlich auch meine Fähigkeit, das zu präsentieren.

Und die zehn Jahre Erfahrung und Leistung, die ich da erbracht habe, mir das alles zu erarbeiten. Das war natürlich so ein Zusammenspiel. Ein Faktor allein hätte nicht funktioniert. Und durch die Pandemie habe ich ja jetzt auch mehr digital umgestellt. Ob das jetzt so ein Programm ist, was man sich downloaden kann und dann die ersten drei Wochen zuckerfrei begleitet wird oder ein Podcast oder

digitale Vorträge und so. Also das hab ich ja jetzt auch versucht, dann umzustellen. Das würde ich jetzt nicht als Neuerfindung empfinden, aber es brodeln schon wieder Ideen in mir. Und mindestens einmal werd ich mich noch in irgendeine Richtung neu erfinden. Und deswegen hab ich halt auch diese Zuversicht durch dieses oft innehalten und sagen, krass, besser wird's nicht. Dass ich dann irgendwann verstanden habe bei dem fünften Mal, doch, das kann immer wieder ...

Joel Kaczmarek: Muss es für dich eigentlich immer neu sein? hab gerade so gedacht, Menopause ist doch gerade so the shit. Das wird doch überall gerade so durchgetrieben und Perimenopause und was heißt das und so weiter und so fort. Ist für dich immer so, dass du sagst, ich mag ein Thema am liebsten dann, wenn ich es sozusagen neu erforsche oder darf es auch ein bisschen ausgetrampelt sein?

Anastasia Zampounidis: Ja, mein Buch ist letztes Jahr dazu bekommen, heißt Hot Stuff. Da war ich jetzt nicht die Erste. Das muss aber auch nicht sein. Aber ich bin, so viel ich weiß, die Erste oder auch die, die man dann auch wahrnimmt in der Öffentlichkeit, die sagt, es muss nicht die Hormonersatztherapie sein. Du kannst durch diese besten Jahre auch ohne gleiten. Und mache halt vor und erzähle, wie ich das gestalte und was auch Zucker ...

tatsächlich für diese Phase des Lebens einer Frau zu tun hat. Einen sehr großen negativen Faktor, was ich mit 37 natürlich noch nicht wusste. Und muss nicht die erste sein, aber ich muss schon was eigenes, Neues bringen, was ich sowieso immer tue, weil ich erstens nicht viel anderes konsumiere und zum anderen auch niemals kopieren würde. Andersherum

wurde ich, glaube ich, eigentlich schon immer, aber in den letzten zehn Jahren, so massiv kopiert. Manchmal dreist, manchmal finde ich das völlig legitim, weil ich kann ja nicht jedem erreichen. Und es geht ja am Ende des Tages die Sache. Und wenn jemand anderes auch zuckerfrei propagiert, influenzt und weiterträgt, sage ich, wow, das trägt unsere Menschheit zugute, das ist gut. Aber wenn mich jemand eins zu eins kopiert und das aber nicht dazu sagt, das ist nicht okay. Und da muss man da auch

Manchmal sogar rechtlich eingerätschen, wenn ein Buch kopiert wird.

Joel Kaczmarek: Ja, das ist Good Artist, Copy, Great Artist, Steel oder irgendwie so, ne?

Anastasia Zampounidis: Ja, aber ich kann auch da mich beruhigen. Erstens guck ich mir nichts anderes an, es interessiert mich alles nicht. Und zweitens weiß ich ja, dass alles immer aus mir heraus neu kommt. Ich bin, wie gesagt, ich bin die Bank. Das ist etwas, was du mit 20 nicht weißt.

Joel Kaczmarek: Das wollte ich dich gerade fragen, ob du gefeit bist vor Zukunftsangst. Weil du kannst ja, wenn du jetzt deine Jugend anguckst, ich finde in der Rückschau macht alles irgendwie immer Sinn. denkt man sich ach ja, aber es geht ein bisschen die Vorschau. Und wie gesagt, gerade die Bomben knallen ja manchmal wortwörtlich und manchmal ist es irgendwie hier eine Krise da, eine Krise da, was wirtschaftlich ist. Bist du sozusagen frei von Zukunftsängsten? Ist das ein bisschen, dass das, was du auch gerade beschrieben hast, dabei hilft?

Anastasia Zampounidis: Das hat mir sehr geholfen, aber komplett frei kann ich nicht sagen. Mir fällt da ein Podcast, Interview ein von einem bekannten Soziologen, der auch schon viele Bücher geschrieben hat, auch in den Medien aufgekreuzest. Der wurde zu dem Thema Zukunftsängste und Altersarmut befragt. Und der hat ja wirklich jetzt auch keine Gründe. Verdient gut, ist bekannt, da gibt es eigentlich keinen Grund. Aber der hatte wohl auch eine schlimme Krankheit und so ein Incident in seinem Leben.

Und da meinte er, hätte er gemerkt, weil er eben so wie ich auch aus einer Working Class, ich benutze immer diesen alten Begriff, mit dem ich groß geworden bin, auch kommt, dass da tief in unserem Inneren schon noch diese Erinnerung an materiellen Notstand besteht. Und ich natürlich mit 20...

Hauptsächlich ein Fokus hatte materielle Sicherheit, finanzielle Sicherheit. war für mich das Allerwichtigste, weil ich wusste, ich erbe nichts. Ich wusste auch, dass ich nicht heiraten werde, damit ein Mann alles für mich übernehmen wird. Oder irgendwelche anderen Mittel benutzen würde, sondern ich bin das, was die Altersvorsorge stemmen muss. Und da weiß ich, dass ich diese kleine, feine Stimme auch noch in mir habe. die habe ich

durch mein Leben halt auch ganz gut in den Griff bekommen. Ist ja auch nachvollziehbar. Wenn du mit einem silbernen Löffel im Mund groß wirst, hast du wahrscheinlich andere Sorgen.

Joel Kaczmarek: Schuldgefühle Wahrscheinlich. oder wurde mir erzählt, wenn die viel geerbt haben, dass sie sich denken, sie verdienen es nicht, weil sie haben es ja nicht erarbeitet.

Anastasia Zampounidis: dann gibt es doch mehr. Ich hätte keine Schuldgefühle, wenn Mama und Papa mir ganz viel geschenkt hätten. Man kann ja mit Geld auch viel tolle Sachen machen. Ich würde nicht sagen, dass diese Angst gar nicht vorhanden ist. Und da ich ja jetzt auch nicht Multimillionärin bin, wer weiß, wenn ich 105 wäre, hab ich wahrscheinlich noch nicht genug geschäffelt. Hängt auch vom Lifestyle ab, aber ich bin ja gesund und fit und ...

hochmotiviert, also ich gebe noch einige Jahre Gas.

Joel Kaczmarek: Ich hab ne freche Frage an dich, vielleicht nimmste mir die übel, aber sie liegt mir trotzdem auf der Zunge, weil ich so erlebt hab...

Anastasia Zampounidis: Kleine griechische Frauen geben auch Backpfeifen, das heißt, wenn es respektlos wird.

Joel Kaczmarek: Ich war mal griffig zu fragen, glaubst du, bist ein schwieriger Mensch, dadurch, dass du so viele Ansprüche hegst an dein Leben, an Vorstellungen, an Moral, dass du irgendwie, auch wie du dich ernährst, also man ist ja so, weißt du, mir geht's auch oft so, mich kennen die in den Restaurants nur alle, weil ich 15 Sonderbestellungen hab. Wie würdest du dich da selber so einschätzen, wie nimmst dich da selber wahr?

Anastasia Zampounidis: Schwierig weiß ich nicht.

Auf jeden Fall anders, das weiß ich. Ich wurde immer als anders wahrgenommen. Aber meistens hat das ja auch viel mit den anderen zu tun. Als ich jünger war, war ich schon missionierend und belehrend unterwegs. Gerade so was Umweltschutz angeht in den 80ern, war das ja das Thema in den Medien, in den wenigen. Und ich war hochgradig extremo grün und hab halt alle bekehrt und belehrt, wie man Plastik vermeidet, wie man dies und jenes macht.

Pain in the ass. Also definitiv. Je älter du bist, umso mehr verstehst du, dass das das Endziel nicht erreicht, sondern die Leute eher dann ins Gegenteil kippen. Ich lasse eigentlich alle Leute in Ruhe, auch was die Ernährung betrifft. Und wenn sich dann jemand trotzdem getriggert fühlt, weiß ich ...

Das hat nichts mit mir zu tun. Das ist einzig und allein ein Film, der in einem Kopf meines Gegenübers abgeht. Ich schaff es selber nicht. Scheiße, sie macht alles richtig. Scheiße, die sieht viel jünger aus als ich, obwohl ich jünger bin. All diese Filme im Kopf kenn ich auch in gewissen Bereichen. Aber das hat nichts mit mir zu tun. Ich bin wahrscheinlich schwierig, weil ich eine eigene Meinung habe. Und auch nicht einfach davon abgleite, nur des Friedens willen. Aber ich find mich eigentlich ...

Ganz ... entspannt. Und dass ich ab und zu dickköpfig bin, mein Gott, also damit kann man ja wohl klarkommen.

Joel Kaczmarek: Ich glaube griechisches Temperament darf man auch ein bisschen haben.

Anastasia Zampounidis: Das hab ich tatsächlich. Auch das ist nicht jedermanns Sache. Das finden manche auch als unangenehm. Dann gibt's wieder schüchterne introvertierte Leute, die freuen sich einfach, dass es mich gibt.

Joel Kaczmarek: Ich habe auch mal gedacht, bin eine Zumutung für jedes Restaurant und ich stelle immer fest, komischerweise mögen die Leute einen dadurch. Ich weiß gar nicht, woran das liegt. Also eigentlich ist es ja so, ich mache dir voll den extra Aufwand, du musst da irgendwie die Nüsse rauslassen oder da hätte ich gerne keine Milch oder so. Aber der Effekt ist, vielleicht belohne ich es manchmal auch mit Trinkgeld, aber die Leute merken sich, wer du bist und sagen, ja schön. Und man kommt auch ins Reden manchmal.

Anastasia Zampounidis: Jetzt, heute. Vor 20 Jahren, Spazilein, never ever. Never ever. Da musste ich mir schon Methoden einfallen lassen. Heutzutage ist es, okay, jeder hat ja irgendwas. Ich hab Laktose, hab Gluten, hab vegan. Heute kannst du den Kellner fragen, alles kein Problem. Vor 20 Jahren wurde sie fast rausgeschmissen.

Joel Kaczmarek: Ja gut, meine, es macht ja auch immer die Dosis des Gift bisschen. Wenn natürlich Vorspeise, Hauptgang, Nachtisch irgendwie immer noch was, verstehe ich auch. Aber dein Thema ist ja noch mal heftiger mit Zucker. Also das ist ja noch mal ein ganz anderer Schnack. Du kannst wahrscheinlich gar nicht in Restaurants guten Gutes ...

Anastasia Zampounidis: Das stimmt. Doch, doch, doch, doch. kann Soßen oder Dressings weglassen. Ich kann nachfragen, heutzutage mehr denn je. Und ich muss auch nicht mehr so wie früher jeden Tag essen gehen.

Joel Kaczmarek: so romantisch, wenn man manchmal sieht, leckeres Döner, das ich können. Dann kommen die mit zum Eimer und kippen die Soße an die Wasser. denkst so, the magic is gone.

Anastasia Zampounidis: Genau. The magic is gone, aber ist so.

Joel Kaczmarek: Gut, wir hatten drei. Zwei fehlen noch. Was ist denn so dein viertes Ding? Nummer eins war, das wird noch besser. Nummer zwei war Social Media. Wir sind alle mit den Plattformen gefangen. Und Nummer drei war, entspann dich.

Anastasia Zampounidis: wenn ich schon vier...

Joel Kaczmarek: Oder muss ich dich als Erster, nur drei mitbringt, fünf nach Hause gehen lassen?

Wobei, eigentlich hast du eine gute Sache schon gesagt. finde, das mit dem Missionieren ist manchmal so ein eigener Punkt, wenn man Überzeugungen hat, dass man Leute nicht...

Anastasia Zampounidis: Richtig, ja, mit 20 war ich ja noch richtig hardcore dabei, genau. Das, was ich glaube, ist richtig und alles andere ist falsch. Das ist so die typische Jugendarroganz, ne? Was ja auch wichtig ist. Also sonst würden ja Teenager und Studenten nicht auf die Barrikaden und auf die Straßen gehen. Das ist deren Rolle. Diese Generation muss laut sein, konfrontativ und revolutionär. Und die Rolle ...

von mir mittleren und älteren Alters ist dann die moderate Rolle zu vermitteln, zu verstehen, das Ganze aus einer anderen Perspektive anzugehen, immer mit demselben Ziel, die Welt zu verbessern. Stimmt, ist eigentlich genau. Also nicht immer mit dem Kopf durch die Wand, was ich früher wirklich gemacht habe, aber ich sehe das bei ganz vielen jungen Leuten.

Joel Kaczmarek: Du hast doch eine fiesgute Art, mit so kleinen Stellschrauben. sagst so was und es entfacht so eine Wirkung. Also bei dir, finde ich, merkt man das. Es braucht manchmal gar nicht den großen Satz und das lautet, sondern so den kleinen irgendwie.

Anastasia Zampounidis: Und manchmal hilft auch, was ich früher auch nicht verstanden habe, manchmal hilft es auch einfach nur bei deinem Gegenüber, wo du denkst so, Mädel, du machst alles falsch. Und dann reicht es manchmal, dass du nur eine Frage stellst.

Das ist, die Methode eines Psychologen. Der sagt ja auch nicht seinen Patienten, was sie zu tun haben. Das wäre ja hochgradig übergriffig. Und moralisch auch verwerflich. Aber sie stellen Fragen. Du kannst auch manchmal einem gegenüber eine Frage stellen, dass er anfängt zu reflektieren. Und dann soll er doch selber auf irgendein Ergebnis kommen. Wer fragt, der führt und kann damit manchmal auch auf ganz friedliche Art und Weise ...

Joel Kaczmarek: Wer fragt, führt, sagt man so.

Anastasia Zampounidis: Veränderungen herbeiführen, ohne manipulativ zu sein. Und da wären wir jetzt beim fünften. Wir führen keinen Krieg. Und zwar nicht mit uns selbst und auch nicht im Außen. Knüpft so ein bisschen an. An dem nicht konfrontieren oder missionieren. Aber ich finde, das passt auch ganz gut in die heutige Zeit, weil ja.

Vor allem Frauen, mittlerweile immer mehr Männer, Krieg mit sich selbst führen. Mit dem ... Ich muss mehr leisten, ich muss perfekt sein. Mein Körper muss sich ide ... Wie heißt es? Perfektionieren. Das ist ja nichts anderes als Kriegführung.

Joel Kaczmarek: Das ist interessante Betrachtung davon.

Anastasia Zampounidis: führe keinen Krieg. Selbst mit der Zuckerlobby führe ich keinen Krieg. Ich versuche, Markt auf dieser Erde zu hinterlassen, indem ich als gutes Beispiel voranschreite, statt jemandem den Krieg zu erklären. Würden wir das von meinem kleinen Kosmos, meinem Mikrokosmon auf die ganze Welt übertragen? Im Grunde ist ja das Problem in unserer Welt, wenn man das mal auf einen Satz zusammenfassen will ...

Jeder denkt, dass er recht hat, deswegen das Recht hat, anderen mit einem Baseballschläger über den Kopf zu schlagen. Weil der hat ja eine andere Meinung. Das ist das Grundprinzip bei allem. Ich hab recht, du nicht. Bumm!

Joel Kaczmarek: Ja, ich habe da auch gerade drüber nachgedacht, als wir eben noch über den Punkt mit den Belehrern gesprochen haben. Also ich bin dieser Hybris auch erlegen, dass ich immer denke, ich weiß, was für andere Leute gut ist. So eine Ideale und du merkst so, nee, ist nicht für alle Leute alles gleich gut und es gibt auch Timing. Also manchmal gibt es auch eine Reihenfolge. Ja, vielleicht ist Zuckerverzicht was Nettes, aber vielleicht muss diejenige vorher erst mal irgendwas anderes in den Griff kriegen, bevor. Deswegen, da ist glaube ich viel dran und.

Kriegführer? soll sagen? Das stimmt.

Anastasia Zampounidis: Wir führen keinen Krieg mit nichts und mit niemandem. Cortisolausschüttung macht alles kaputt. Dein Mental Health, dein Bauchfett, dein Schlaf, alles. Wir wollen nicht noch mehr Cortisol.

Joel Kaczmarek: Ja, das ist spannend, weil hab du mir nachgedacht als du ihr das immer erzählt hast, dass ich auch so dachte, ich glaub es braucht auch dieser Tage ein neues Männerbild. ähm...

Anastasia Zampounidis: spannendes Thema. Oder? Ganz, ganz, da müssen wir eine ganze neue Folge machen. Finde ich so spannend Joel.

Joel Kaczmarek: Wie erlebst du das denn oder wie denkst du dir das nach?

Anastasia Zampounidis: Ich denke viel darüber nach. Ich finde das so spannend. Ich schaue mir jüngere Männer an, gleichaltrige, ältere. Letztens habe ich eine Statistik gelesen. Es gab noch nie so viele Männer unter 30 in Europa, die sich einsam fühlen. Lass das mal nachklingen.

Wie traurig. Und dann siehst du die unter 30-jährigen Männer, wie sie nackte Frauen auf Instagram sammeln, folgen und jeden Tag lurking, lusting. Und dann denkst du so, aber sie verstehen es nicht. Die sind nicht fähig, sich zu committen und wahre Gefühle zu vermitteln, konsumieren aber auf dieser oberflächlichen Suchtverhaltenen Weise.

Und spannend, dann Männerrollen. Wie trete ich einer Frau gegenüber? Was ist die Rolle einer Frau? Wie ist man weiblich? Was ist noch Männlichkeit heutzutage? Generell oder einer Frau? Spannend. Ich bin jetzt hier keine, die irgendwelche Weisheiten von sich geben kann. Ich find's einfach nur wahnsinnig spannend, dass die Männer sich in zwei Gruppen spalten. Die einen, die uns zuhören.

Selbst wenn sie nicht zustimmen, sie hören uns zu. Und die anderen ... Krieg. ich werde angegriffen. Oder indirekt. Oder versteh's nicht. Ich fühl mich ohnmächtig. weiß nicht, wer bin ich? Krieg. Und dann alles so sofort niedermachen. Das sind so zwei Fronten auch ganz spannend.

Joel Kaczmarek: Hm.

Joel Kaczmarek: Ja, das ist so diese Menos-Vier-Ecke irgendwie, wo es bei einigen so salonfähig geworden ist und was Nachfrage erzeugt, sich frauenfeindlich oder aggressiv oder so dominant zu äußern. Und ich hab da auch viel darüber nachgedacht, meine Frau ist mittlerweile lehrentätig in der Grundschule, was ich total schön finde. Toll. Und dann erzählte sie mir, dass irgendwie eins der Kinder bei ihr irgendwie so einen Eindruck machte, dass ich Probleme hatte und ich glaube, kann man erzählen, weil es anonym ist. Und es ist so...

Sie vermutete so dieses Jahr, ich glaub, der hat sich in der Ecke manövriert, der coole und der harte Junge zu sein. Und sie war eigentlich voll sensibel.

Anastasia Zampounidis: Das sind sogar die meisten, die hochsensibel sind und so hochgradig verletzt wurden. Vielleicht als Kind, vielleicht als Teenager. Und dann schwappt es über im Selbstschutzmodus. Und das erkennst du auch nicht als 20-jährige junge Frau, das erkennst du aber als 50-jährige Frau. Das hinter dieser Arroganz oder sogar Frauenfeindlichkeit nichts als Unsicherheit und ein ganz kleiner, kleiner, süßer Junge steckt, der ganz Aua hatte. Aber das nützt am Ende des Tages nichts.

Wir werden es trotzdem nicht zulassen, mysogyn zu sein. Aber das ist natürlich auch ein Ansatz vielleicht anzufangen. Und wenn deine Frau schon in dem Bereich tätig ist, hat sie große Chancen, vielleicht paar kleine, gute Dinge anzuschubsen.

Joel Kaczmarek: Weißt du, ganz ehrlich, ich finde, die Sache ist doch auch die. Meine Generation ist groß geworden mit Actionhelden. Da warst du Schwarzenegger oder Stallone oder Van Damme. Das war immer Muckis, stark sein, nicht heulen, schießen, ballern. Na, meine Generation war so. Du bist ... Ja, ich bin 83er-Jäger. Und jetzt sind wir mal ehrlich. Wie eindimensional ist das ... Und wie unbefriedigend. Ich meine, du bist doch ...

Anastasia Zampounidis: noch, ja?

Anastasia Zampounidis: Nein.

Joel Kaczmarek: Es gibt doch diesen Spruch, wenn du ein Hammer bist, alles aus wie ein Nagel. Du hämmerst doch nicht überall drauf. Du bist doch mal ein Schraubendreher.

Anastasia Zampounidis: Ja, aber schön, da ein Mann ist, der das erkannt hat. Genauso wie wir erkannt haben, wie eindimensional es ist, uns nur auf eine Barbiepuppe oder Sexobjekt oder hübsche Hülle zu reduzieren. Das, was wir ab Ende 60er-Jahre erkannt haben, erkennt ihr dann jetzt in den 80ern oder so. Ist doch schön zu sehen. Aber warum erkennen das nicht alle? Das ist doch die Frage. Warum stellen sich immer wieder Menschen so da, dass sie nur eindimensional sind?

Joel Kaczmarek: Ich glaube, die Peer Group fehlt manchmal, also andere zu haben. Ich glaube, es gibt sehr viel Vereinsammlung durch digitale Medien. Also, ich hab mal einen Beitrag gelesen, da ging's solche Flirt-Apps. Die funktionieren, Prinzip monetarisieren die über so Coins. kaufst gegen Geld Credits. Und wenn ich dir eine Nachricht schrei, muss ich dafür Credits bezahlen. Wirklich? In dem Fall war das so. Ich meine, ist logisch, es Verschleierung von Kosten. Wer weiß denn, was 70 Credits sind?

Und was hast du für einen Anreiß als Plattform? Was du machen willst, dass du viel schreibst. Also haben die Moderatoren beschäftigt, die Fake-Profile erstellt haben und dann immer geschrieben haben, hallo, wir gehen und so weiter. Ja, es belegt ... Skandale, Verbot, man muss nicht drüber reden. Aber du hast Plattform, da 90 Prozent Männer drauf, oder sehr geringe Zahl Frauen.

Anastasia Zampounidis: Ist das eine Tatsache?

Joel Kaczmarek: Und mir ist so hängen geblieben, dann hast du so Typen gesehen, war so geschwärzt, hast dich gesehen, mit so einer Stimme gesprochen, so ganz Sympathischer, der halt einer dieser Moderatoren war und hat gesagt, das läuft eigentlich immer gleich ab. Die Typen schreiben, na wie geht's? Und ich sag, danke gut und dir? Und dann schicken sie mir einen Dickpick.

Ja, und dann sitzt du doch da und denkst, in welcher Welt nimmt man den an, dass das adäquates Verhalten ist, deine Geschlechtsteile nackt drüber zu schicken. Also sorry. das sind ja jetzt nicht ... Früher, als ich ein Jugendlicher war, gab's immer diese Leute, Park die Mäntel aufgerissen haben, so Exhibitionisten, und dann so, hihi, und dann weg. Hat doch nicht jeder diese Störung, sondern ich glaube, gesagt, hat damit zu tun, dass die so sozialisiert werden. Weil wenn du als Mann dich durchs Internet bewegst, ich hab's ja von selber erzählt mit den Brüsten auf Instagram, du kriegst dauernd Brüste, du kriegst andauernd suggeriert, dass Frauen devot sind, also

Anastasia Zampounidis (01:00:07.885) traurig.

Anastasia Zampounidis (01:00:15.518) traurig.

Joel Kaczmarek (01:00:30.094) Du kriegst von KI-Weibern erzählt, ich liebe es, meinen Mann mit dem Mund zu befriedigen. Du denkst, das ist anscheinend so. Und wenn die die Sexualität erforschen, ich mich mit einer Therapeute drüber unterhalten, wie ist es, wenn du Kindern Sexualität beibringen willst? Was gibst du denen? Welche Vorlagen kannst du dir zum Playboy schenken oder Videos und so? Die hat interessant gesagt, die verlieren das Gefühl für sich selber, weil die gucken was anderes, das wird etwas zum Objekt. Und diese Objekte, die sind ja ganz oft so gestaffelt, bei drei ist die ...

man, tolles Teil was du da hast, geht auf die Knie und liegt los oder legt sich hin und liegt los. Das ist ja nicht die Welt, das ist ja nicht realistisch.

Anastasia Zampounidis (01:01:06.926) Ja, auch die Pornosucht, gerade bei ganz jungen Menschen, Kinder teilweise, die bekommen ja auch jetzt die Jungs ein Bild von Männlichkeit. Sehr unrealistisch, ne? Der kann eine Stunde, sechs Frauen und hat einen Teil, da denkst du dir so, wow, hat er eine Verlängerung machen lassen oder so? Und eine Frau ist immer willig und will auch von sechs Männern befriedigt werden.

Joel Kaczmarek (01:01:33.492) und berühst sie und sie fängt an im Verlust

Anastasia Zampounidis (01:01:35.598) Ist völlig hin und weg, genau. Also so wirst du deine eigene Sexualität nicht entdecken. Zum Glück kann man das tatsächlich auch umkehren, aber dazu gehört natürlich erst mal das Bewusstsein, was da gerade passiert mit dir. Und wenn du dir nicht Hilfe holst, kommst du da auch nicht raus.

Joel Kaczmarek (01:01:51.79) Kurs gemacht bei einer Sexcoachin. Ich hab gedacht, sei so Kurs aller ... Wie machst du das deiner Frau richtig? Damit hab ich gerechnet. Es war so bisschen so wegge- deiner Liebhaber und Pipapo. war ein digitaler Kurs, jeden Mittwoch haben wir uns getroffen. waren 15 Kerle drin. Irgendwann hab ich mit ihr telefoniert. Ich war sozusagen nicht ... Ich war Kunde, aber wir kannten uns auch. Ich war nicht reiner Kunde, alle anderen waren reine Kunden.

Ich sag, du bist ja erschreckend. Die ganzen Kerle, die sind ja alle völlig, wie soll man sagen, sexually lost. Die wissen ja gar nicht, was Phase ist. Wirklich? Ich würd sagen, mindestens mein alt, also zwischen wahrscheinlich 30 und 45. Aber weißt du so ...

Anastasia Zampounidis (01:02:28.184) Wie alt waren die Männer?

Joel Kaczmarek (01:02:38.894) auf jeder Ebene irgendwie so bisschen verloren. Ich will ja gar nicht sagen, dass da jeder einen Sozialfall war, das jetzt auch nicht. Aber du merkst so bisschen so kein Gespür für sich. Irgendwie so Abhängigkeiten von Dingen, oft kompensatorisch. Hat's da einen gehabt, war wie so ein Lady-Lover, der denkt, so crazy, du musst ja laufen. Hast du auch gemerkt, nee, ist auch nicht so. Also, das ist ganz oft kompensatorisch, das ist auch irgendwie ... Ich kann jetzt keinen Inhalt erzählen, weil es mit deinem Schweigemantel liegt,

Unsicherheit.

Anastasia Zampounidis (01:03:10.27) Unsicherheit ist leider immer der Driver. Und darunter ist natürlich Angst vor was auch immer. Zur Rückweisung, nicht gut genug sein.

Joel Kaczmarek (01:03:19.318) Und ich sagte zu Michelle, was du hier siehst, nicht die Ausnahme, das ist der Normalzustand. 80 Prozent der Leute. Hier sind ja nur die, reinkommen, die reingucken. Es gibt ja eine ganze große ... Ich mach den Leuten gar keinen Vorwurf, Gottes Willen. Nein!

Anastasia Zampounidis (01:03:34.214) Die wählen das ja nicht, freiwillig. Also die wünschen sich das ja nicht.

Joel Kaczmarek (01:03:38.344) Ich glaube deswegen sind ganz viele Leute in so einem Gefängnis und haben vielleicht auch manchmal keine mehr darüber reden können.

Anastasia Zampounidis (01:03:42.622) Ja, also ganz spannendes Thema. Schön, dass man mit dir darüber reden kann überhaupt, dass du dich dafür interessierst. Leider gibt es sehr viele Männer, komplett abblocken, weil sie Angst haben, die Kontrolle zu verlieren, sich ohnmächtig fühlen. Sie wissen gar nicht, was Frauen von ihnen wollen und sind wahnsinnig verunsichert. Das ist echt traurig.

Joel Kaczmarek (01:04:03.554) Es gibt ja auch so Extreme. ist ja immer so bisschen so, ähm, Frauen sehr fühlig, Männer sehr, so ein bisschen plumm. Gibt ein Kerl ein Fernseher und ein Bier, dann ist der happy so nach dem Motto, Ticken ist ja manchmal auch was dran. Ich glaub, es hat aber auch was Generationelles. Ich hab das spät verstanden, dass diese Nachkriegsgeneration, es gab die stille Generation, weil die dieses Trauma des Krieges erlebt haben und wurde nicht geredet. da wirst du dran zerbrochen, Trauma und so. Dann gab's diese Danachkommende, die das nie gelernt hat, und jetzt weicht es so langsam auf.

Und wie immer im Leben gibt es so einen Pendel, dann schwingt es mal in die andere, dass du es dann wieder bisschen übertreibst mit dem Reden und vielleicht mal sagst, okay, kommen können wir mal wieder normal durch die Hose atmen.

Anastasia Zampounidis (01:04:40.76) Absolut, es ist eine Generationssache. Ich hab zum Beispiel auch mit Mitte 30 einen Anfang 20-jährigen Freund gehabt und war ganz begeistert, mit was für einer Selbstverständlichkeit er mit Frauen als Rolle in der Gesellschaft umgegangen ist, weil er mit einer selbstbewussten, berufstätigen, starken Frau groß geworden ist. Das ist eine Generationssache. Also du brauchst ja auch immer

Vorbilder, nicht nur dein Vater als Vorbild für einen Mann. Du wirst ja auch mit einer Frau groß. Die ist ja auch ein Vorbild. Und wenn du das als selbstverständlich erlebst, so eine starke Frau zu haben, autonom auch, wenn nötig, dann empfindest du das auch als normal. Das ist definitiv eine Generationensache. In meiner Elterngeneration gab es diese Aufteilung so gut wie gar nicht.

Joel Kaczmarek (01:05:38.106) Rollenbilder helfen und ich meine manchmal ist es auch so ich finde mal ganz amüsant wenn man dann mal Themen anschneidet ich hatte mal eine Lady im Podcast die macht eine Ich glaube porno plattform war das ja

Anastasia Zampounidis (01:05:49.128) was du alles für Sachen unterlebst und kennst. Also, ich bin schon beeindruckt.

Joel Kaczmarek (01:05:54.254) Es war eine Frau, eine sexpositive Porno-Plattform gemacht hat, weil sie gesagt hat, genau das, was du beschrieben hast, stört sie. Und dann meinte die so, geh mal hin, fühl mal an so einem Gespräch, an so einem Abend, 80 Prozent der Deutschland ist eine unfassbare Porno-Konsumgesellschaft, riesig. Also zweitgrößter Konsument der Welt nach USA. Und wenn du aber die Bevölkerungsanzahl anguckst, müssten wir bei 6 Prozent liegen, so, das riesig. Wow. Und dann meinte die halt auch so, geh doch mal auf so ein, wenn du deinen Kumpels sitzt und sagst, sag mal, was habt ihr als letztes für einen tollen Porno geguckt?

Ich was soll ich die fragen? Ich ist doch die Wahrscheinlichkeit, acht von zehn haben was geguckt und so. Was meinst was da für Gespräche entstehen? Probier das mal aus. es ist bisschen was dran. Den Pornos wäre vielleicht ein extremes Beispiel. Ich hab das erlebt, wenn du Leuten interessante Fragen stellst, passieren auf immer interessante Denkprozesse. Und gleichzeitig gibt's aber auch so was, was du geschildert hast, so Überforderung. ich auch erlebt. Wenn dann Leute dir Gesprächsunfähig werden und zusammenklappen wie ein Spaten, ist absurd.

Und das hat nichts mit Alter, Kompetenz oder Reife zu tun. Ich habe Leute gesehen, die führen 200 Leute auf der Arbeit, managen 200 Leute. Und dann sag ich, wir haben uns irgendwie gestritten, ist denn los, was ist dein Problem mit mir? Erzähl doch mal, was bewegt dich denn?

Dann können die nicht mehr reden. ist so Gefühle, ich mag das mal nicht zugeben. Abschließender Satz, und dann gucken wir mal drauf, weil ich schweife jetzt hier ab. Es hört ja kein Mann gerne, ja, ihr seid immer bisschen hinterher, ihr könnt nicht fühlen, seid bisschen stumpf, Frauen machen alles besser, ja unangenehm. Und auch dieses ... ist ein bisschen, als du meintest, wenn man missioniert, wirkt es ins Gegenteil. Ich hab zum Beispiel Klimakleber, dachte ich mir, ist richtig. Das ist ja ein Aufmerksam-Machen.

Man muss renitent werden bei manchen Dingen, und die werden ja, aber wurden ja verunglimpft aufs Übelste. Und ich erinnere mich auch dabei, dass ich in so männlichen Gruppen merke, die haben ja alle Angst. Und die haben ja Angst vor, was Falsches zu sagen durch diese MeToo-Geschichte. Ich sage nicht, dass MeToo falsch ist. Ich sage auch nicht, dass es falsch ist, laut zu sein. Aber die Wirkung, es manchmal zieht, merke ich bei vielen, dass die Angst haben und Angst schlägt oft in Aggressivität

Anastasia Zampounidis (01:07:52.59) Ja, wir müssen ja nur nachfragen. Sag mal, ist das eigentlich okay, wenn ich das und das sage? Man muss ja nur mal kurz nachfragen. Eigentlich ist es ganz einfach.

Joel Kaczmarek (01:08:01.993) Ja und viele sind immer glaube ich in der Steuerung, dass sie sagen, ich muss ja immer führen, ich bin ja der Mann.

Anastasia Zampounidis (01:08:05.934) Na ja, zu einem gewissen Maß stimmt das ja auch, wenn ich das auf einen Urinstinkt runterreiße. Also, wir sind ja nicht gleich. Das ist ja das Tolle. Wir ergänzen uns eigentlich von Natur aus perfekt. Ich würde schon sagen, dass die Frauen verantwortlich sind für den ganzen emotionalen, manche sagen auch spirituellen Bereich. Also, alles, was so nicht greifbar ist, verantwortlich sind. Das können wir auch wahnsinnig gut, wenn wir es zulassen. Und der Mann geht raus und macht ...

Das ist auch sein besseres Talent. Das heißt nicht, dass umgekehrt das nicht möglich ist. Aber ich würde schon sagen, da gibt es von Haus aus eine Gewichtung. Das heißt aber nicht, dass der eine stärker ist als der andere oder schwächer oder mehr verdienen sollte oder keine Gleichberechtigung bestehen sollte. Wir sind anders, wir müssen aber in der Gesellschaft gleich ...

behandelt werden. Und wenn das nicht passiert, wird es auch immer wieder aggressive Frauen geben. Aber ich finde es schon, dass man das einteilen kann. Und ich würde mich als die größte Feministin dieser Welt bezeichnen, aber ich sehe nicht so aus und ich verhalte mich nicht so. Und ich finde es schön, ein Mann, mit dem ich ein Date habe, wenn der mich abholt.

Er hat das Restaurant ausgesucht und ich muss mich nichts kümmern, weil ich das den ganzen Tag muss. Wenn das der Mann macht und das den Mann auch noch wahnsinnig glücklich macht, weil ich dann auch nicht von ihm erwarte, dass er dreimal am Abend sagt, ich liebe dich, sondern ich weiß es, weil er das gemacht hat für mich, dann sind doch alle glücklich. So einfach, liebe Kinder, kann das Leben zwischen Mann und Frau sein.

Joel Kaczmarek (01:09:45.952) Aber ich finde, ist guter Punkt noch mal. Wir neigen manchmal dazu, alles gleich zu machen. Wir sind immer so...

Ich hab das bei Kindern auch oft. Unfair ist, glaub ich, das Number-One-Wort, wenn du mit Kids zu tun hast in einem Bebestimmen, ist ja voll unfair. Und ich ertapp mich so dabei, natürlich wollen wir versuchen, dass jeder so akzeptiert wird, wie er ist, und natürlich wollen wir allen Menschen möglichst gleiche Bedingungen ermöglichen, dass man alles versuchen kann zu machen. Und trotzdem sind wir nicht gleich. Trotzdem gibt's Unterschiede so. In der Physis, im Denken, in den Hormonen, in whatever it is. Und es ist doch eigentlich schlimm, es ist sehr wertvoll.

Anastasia Zampounidis (01:10:16.118) Nein, sind, wenn wir uns richtig auf gesundem Level zusammentun, unschlagbar Mann und Frau. Oder Mann und Mann und Frau und Frau, je nachdem mit femininem und maskulinem Anteil. Ihr wisst, was ich meine.

Joel Kaczmarek (01:10:22.254) Ja, ich glaube auch man muss jetzt ein

Joel Kaczmarek (01:10:29.416) Ja, ich werde bei Menschen, sagen, männliche und weibliche Energie finden sie schon schwierig und ich finde schon, dass es gibt. Man kann aber auch als Frau männliche Energie haben.

Anastasia Zampounidis (01:10:36.435) Muss ich ja auch. Wenn ich rausgehe in die Arbeitswelt, bin ich der Mann. Aber ich will's nicht 24 Stunden lang sein, Spatzilein.

Joel Kaczmarek (01:10:44.782) Das interessante Denke. ist manchmal das Problem, dass wir Männer immer der Mann sein wollen und niemals die Frau. Fühlen ist ja dann vielleicht weibliche Energie, dass man ...

Anastasia Zampounidis (01:10:51.528) Manchmal darf der Mann auch die Frau sein.

Joel Kaczmarek (01:10:54.752) Sehr gutes Schlusswort, aber wir fassen zusammen.

Anastasia Zampounidis (01:10:57.326) Jetzt bin ich gespannt, was habe ich dort alles gesagt? alles so lange her.

Joel Kaczmarek (01:11:00.622) Anastasia Zamponides, Nummer 1. Doch, es wird noch besser. Nummer 2. Social Media. Sei dir bewusst, dass du ein Opfer einer Plattform bist und geh damit Nummer 3. Entspann dich. Nummer 4. Nicht mit dem Kopf durch die Wand. Missionieren führt dich von deinem Ziel eher weg. Und Nummer 5. Wir führen keinen Krieg. Nicht mit uns selbst und nicht im Aus.

Anastasia Zampounidis (01:11:22.324) kann ich unterschreiben.

Joel Kaczmarek (01:11:23.598) Amen, Schwestern. Ich mag vor allem ehrlich gesagt, wir führen keinen Krieg, nicht mit uns selbst. Das ist ein schönes Bild.

Anastasia Zampounidis (01:11:30.262) finde ich gut.

Joel Kaczmarek (01:11:31.69) Dann danke ich dir ganz herzlich und ich bin mal gespannt, was für spannende Bücher noch kommen und welcher Wandel bei dir dann ansteht.

Anastasia Zampounidis (01:11:37.614) Ja, ich schreibe gerade das Exposé für das nächste Buch. Es wird jetzt das neunte. In neun Jahren. Eine neue TV-Sendung kommt auch, ganz oldschool analog. Ja, ich sag's ja, ich bin noch lange nicht fertig. danke für die Einladung. War ein spannendes, interessantes Thema. Und dann quatschen wir einfach noch mal in 20 Jahren? Spätestens.

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