Wie Unternehmen digitale Fachkräfte gewinnen

9. Juli 2019, mit Mathias Weigert

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Matthias Weigert: Hallo und herzlich willkommen zu einem neuen Podcast von People First bei Digital Kompakt. Mein Name ist Matthias Weigert, ich bin Geschäftsführer der Unternehmerschmiede. In unserem Podcast geht es um das Thema Menschen in der digitalen Welt. Wir schauen uns an, wie Innovationen und digitale Geschäftsmodelle durch die richtigen Innovationsteams erfolgreich umgesetzt werden können. In der heutigen Folge geht es um die Herausforderung, die richtigen Fachkräfte für ein Unternehmen zu gewinnen, um eine digitale Agenda umzusetzen. Ich freue mich, dass ich heute im Podcast mit Arne und Alex bin, Arne Hosmann und Alexander Schlumberger, die beiden Gründer und Geschäftsführer von ExpertLead. Eine Bitte an euch, vielleicht Alex fängst du an, euch erstmal vorzustellen, wer ihr seid, vielleicht ein bisschen privater zu werden, was du gemacht hast und dann kurz auf deine berufliche Werdegang zu kommen.

Alexander Schlomberg: Ja, vielen Dank für die Einladung. erstmal, Matthias. Zu mir also Alex Schlomberg. Ich bin einer der Gründer von Expert Lead, habe das ganze Thema mit Arne Anfang 2018 gestartet, habe vorher Managementberatung gemacht bei McKinsey, drei Jahre, viele Themen in der digitalen Transformation gemacht und in dem Zug auch auf das ganze Geschäftsmodell von Expert Lead gekommen. Warum? Weil wir in den digitalen Transformationen sehr häufig den Fall hatten, dass Unternehmen digitale Roadmaps planen, aber in Implementierung häufig Probleme haben, die zu realisieren. Und da war dann zusammen mit Arne und Rocket im Gespräch relativ schnell klar, dass das ein sehr spannendes Geschäftsfeld ist, in dem wir unterwegs sind. Und so sind wir dann auf das Modell von Expert Lead gekommen. Vor McKinsey habe ich klassisch BWL und VWL studiert in Stockholm. Dort habe ich Arne kennengelernt, was dann in den vielen Gesprächen, die wir damals in Stockholm hatten, dann irgendwie auch der Grundstein war für die heutige Zusammenarbeit bei Expert Lead.

Arne Hosemann: So, jetzt zu mir. Erstmal auch vielen Dank von meiner Seite für die Einladung. Ich bin Arne, vieles deckt sich jetzt, von daher mache ich das etwas kürzer. Ich bin der Gründer Nummer zwei. Ich habe ursprünglich auch mal BWL studiert in Mannheim, dann habe ich VWL gemacht. Ich habe sogar einmal einen jahrelangen Ausflug in die Medizin gemacht. Das war auch sehr spannend. Ist jetzt heute nicht im täglichen Geschäft relevant, aber für mich war es sehr interessant. War dann dreieinhalb Jahre auch Berater, nicht bei McKinsey, sondern bei Bain. Inhaltlich viel auch digitale Strategie gemacht und habe mich dann mit Alex zusammengeschlossen, den ich ja wie gesagt im Studium kennengelernt habe, In der Digitalisierung werden immer so häufig drei Kernthemen genannt.

Matthias Weigert: Das eine ist Technologie, Organisation und Menschen. Uns geht es natürlich insbesondere um das Thema Menschen. und da eben eure konkrete Meinung auch zu Menschen in Digitalprojekten. Was habt ihr für konkrete Erfahrungen gemacht in dem Feld? Was könnt ihr teilen auch an konkreten Kundenbeispielen, wo es um das Thema Digitalisierung und Mensch geht?

Alexander Schlomberg: Also ich würde sagen, klar, alles soll digital werden. Wir machen sehr viele komplexe Software-Themen, die wir für Kunden bauen, was alles sehr technisch ist. Aber am Ende gibt es halt immer eine sehr große menschliche Komponente in dem ganzen Setting. Also unser Anspruch bei Expertly zum Beispiel. ist, die gesamte Value Chain, so gut es geht zu automatisieren, also Freelancer finden, Kunden finden, zusammenführen und spannende Projekte realisieren, soll so gut es geht automatisch funktionieren, wird aber nie zu 100% automatisch sein. Es wird immer die menschliche Komponente geben, zum Beispiel in der Ansprache der Freelancer, in der Ansprache der Kunden. Viele Kunden möchten gar kein automatisiertes Matching haben, sondern einen Key Account Manager, bei dem sie sich jederzeit melden können. und das sind alles so Themen, die bei uns schon einen hohen Stellenwert haben, dass wir sagen, das was automatisierbar ist, das was digitalisierbar ist, machen wir. Immer mit dem Hintergrund, dass am Ende der ganzen automatisierten Value Chain wieder ein Mensch steht, der das ganze Thema mit anderen Menschen dann zusammenbringt.

Matthias Weigert: Das ist jetzt mehr das Thema auch, wie ihr mit euren Kunden zusammenarbeitet. Was sind, Arne, vielleicht auch konkrete Beispiele bei euren Kunden, die ihr unterstützt, wo ihr merkt, was können die Unternehmen nicht so gut, wo brauchen sie Unterstützung, gerade in welchen Feldern der Digitalisierung?

Arne Hosemann: Das ist natürlich sehr breit. Also ich meine, die größte Unterstützung, die wir als Unternehmen jetzt geben, ist natürlich, die Leute zu finden, die das Ganze umsetzen können. Das ist ja sozusagen das Kernmodell und das ist auch das Kernproblem bei vielen der Unternehmen. Es ist ja eine Sache, sich zu überlegen, wo will ich hingehen? Also wenn wir jetzt sagen, was ist das Ziel meines Projekts? Da kann man irgendwie konkret sagen, manche wollen eine App programmieren, manche sagen, ich möchte Ich möchte mich um ein Thema wie Machine Learning kümmern, ich möchte es implementieren, in Richtung Data Science gehen, wie kann das ganze Unternehmen datengetrieben arbeiten, automatisiert Daten auswerten. Das sind ja oft die Buzzwords und Ideen, aber das ist ja nur der erste Schritt. Der zweite Schritt ist, was muss ich da eigentlich konkret machen, wer kann mir eigentlich helfen, das einmal aufzusetzen, um da hinzukommen und wer kann es dann operativ umsetzen. Und da helfen wir, die Leute zu finden, die das planen können. Wir sind auch inhaltlich selber so, dass wir da unterstützen können, den ersten Anschub zu geben, um die Planung auszudetaillieren. Und dann finden wir natürlich eben auch die Leute, die das technisch sehr sauber umsetzen können. Und da gibt es ehrlicherweise in Deutschland ein Riesenproblem, weil es nicht genug Leute gibt, die das technisch alles umsetzen können, was in der Planung eigentlich schon auf den ganzen PowerPoint-Slides steht.

Matthias Weigert: Verstanden. Jetzt nochmal zurückkommend, nachdem wir kurz auch über das Thema Herausforderung gesprochen haben. Was macht Expert Lead konkret?

Alexander Schlomberg: Genau, also was wir machen ist, wir finden und qualifizieren sehr gute IT-Freelancer. Wir akzeptieren die Top 5% bei uns im Netzwerk und die vermitteln wir an Unternehmen. Beispiel ist, ein Unternehmen sucht einen extrem guten Softwareentwickler in einer bestimmten Programmiersprache. Da können wir entsprechend in unser Netzwerk schauen, wer kann das, wer hat die Fähigkeiten, die für das Projekt gefordert werden und können diese in einer sehr kurzen Zeit zur Verfügung stellen. Die große USP bei uns ist das ganze Quality Screening. Wir haben dann ein sehr strenges und aufwändiges Verfahren entwickelt, in dem wir wirklich objektiv und skalierbar schauen können, was ist ein guter IT-Lan, was ist ein schlechter. Das Quality Screening hat verschiedene Schritte. Das erste ist ein CV und Personality Assessment. Also sind das Leute, die auf dem Papier schon mal genug Erfahrung mitbringen? Sind das Leute, die vernünftig kommunizieren können, die in einem Team arbeiten können, die Englisch sprechen können etc.? Im zweiten Schritt schauen wir dann auf die Coding-Fähigkeiten. Also wie elegant kann jemand coden? Ist der Code sauber? Ist er gut dokumentiert? Macht der Code das, was er machen soll? In einem dritten Schritt haben wir ein Live-Coding, in dem wir nochmal überprüfen, hat die Person, die diesen Test zu Hause gemacht hat, tatsächlich den Test selber gemacht oder hat sie Hilfe bekommen? Und zusätzlich schauen wir noch über Architektur, softwarerelevante Themen nach. Also wie denkt jemand in der Softwareplanung über Roadmaps etc. nach? Und dann zum guten Ende haben wir noch kontinuierliches Qualitätsscreening, wo wir wirklich zusehen, dass nur die besten Leute tatsächlich bei uns im Netzwerk bleiben. Also nur die sehr gut Bewerteten bekommen neue Projektanfragen als erstes wieder zugespielt.

Matthias Weigert: Arne, wer sind so eure Kunden, die ihr mit diesem Service bedient im Schwerpunkt?

Arne Hosemann: Also größere Startups oder Scale-Ups ist der eine Bucket. Der zweite wären Mittelständler, die eben auf dem Weg zur Digitalisierung entsprechende Leute brauchen, die es technisch anspruchsvoll umsetzen können. Und der dritte große Bucket sind dann eben die ganz großen Corporates, also DAX-Unternehmen sind auch in der glücklichen Position, da auch schon mit einigen zusammenzuarbeiten oder und deren Innovation Hubs, wo also quasi die ganzen Digital-Themen oft auch hier in Berlin komprimiert zusammenliegen und wo wir auch unterstützen. Und dann unterstützen wir natürlich auf ganz verschiedenen Themen, also in der Regel natürlich Entwicklungsthemen, auch Data Science Themen, da im Grunde das gesamte Spektrum. Und dann vor allem immer dann, wenn es komplex wird, wenn intern das Know-how fehlt oder das Know-how nicht in ausreichender Menge vorhanden ist, das ist so unser Sweet Spot. Also wir sagen immer, je komplexer, desto besser für uns, weil desto besser und interessanter für unsere Freelancer. Weil wir wählen sie ja wirklich strikt aus im Rahmen dieses Testverfahrens. Und deswegen haben wir natürlich auch die Aufgabe, ihnen sehr interessante und anspruchsvolle Themen zu geben.

Matthias Weigert: Ja prima, dann würde ich gerne nochmal so ein bisschen wieder auf unser Thema kommen. Menschen in der Digitalisierung, wir sagen immer so ein bisschen als Unternehmerschmiede, wir brauchen die digitale Unternehmerin oder den Digitalunternehmer, der eben neben den Digitalkompetenzen auch das richtige Mindset mitbringt, um eben digitale Innovationsthemen voranzutreiben. Ich würde gerne nochmal mit euch sprechen. Wie sehen eure Profile aus? Zum einen auf der technischen Seite und auf der anderen Seite aber auch, was bringen die Leute, Alex, du hast es auch schon gesagt, so ein bisschen, was bringen die über die technische Komponente eigentlich noch mit? Was braucht es in den digitalen Innovationen?

Arne Hosemann: Sag ich mal, die Leute, die wir quasi im Netzwerk haben, zeichnen sich ja dadurch aus, dass sie zum einen wahnsinnig erfahren sind und sehr, sehr gut sind in dem, was sie tun, sprich programmieren. Die meisten, die wir im Pool haben, sind ja die Hard-Programmierer. Dadurch zeichnen sie sich aus. Wenn man jetzt mal ein bisschen tiefer geht, ist schon auffallend, dass sie sich auch dahingehend auszeichnen, dass sie natürlich immer wieder sich weiterentwickeln, ja. wenn neue Frameworks, neue Sprachen rauskommen. Das ist ja in sich dauernd bewegender Space. Es ist ja nicht so, dass man einmal die Sprache lernt und gut ist. Das Gegenteil. Die richtig Guten zeichnen sich dadurch aus, dass sie immer up-to-date bleiben, auch mal eine neue Sprache noch mal lernen. Wenn man in einer Sprache sehr gut ist, fällt es relativ leicht oder dauert eben nur noch ein paar Monate oder vielleicht ein Jahr, um wieder relativ gut in einer anderen Sprache zu werden. Das zeichnet die Leute aus, tiefes Interesse an der Materie. Ich bin auch immer ganz begeistert, wenn man hier quasi mal zu Meetups geht oder wir organisieren auch selber Meetups, dass die Teilnehmerzahl immer wahnsinnig groß ist, dass die Leute quasi nach ihrer Arbeit, also ihrem Kernjob, freiwillig noch auf Meetups gehen, wo nochmal über Content gesprochen wird.

Matthias Weigert: Das sind ja sehr fachliche Themen, auch in der fachlichen Weiterbildung. Jetzt stellen wir fest, auch in vielen Projekten gibt es unterschiedliche Rollen, die Menschen einnehmen können. Die einen sind eher vom Typ moderierend oder andere nach vorne gehen. Storytelling ist so ein großes Thema. Wie seht ihr das? Gibt es da aus eurer Sicht auch eben über dieses Fachliche hinaus noch Elemente, die wichtig sind?

Alexander Schlomberg: Genau, also absolut. Also wir überprüfen, sagen wir mal, objektiv messbare Coding-Fähigkeiten, also Hard-Skills. Wir überprüfen aber auch, sagen wir mal, generelle Soft-Skills, wie gerade angesprochen. Also zum Beispiel kann die Person gut kommunizieren, kann sie Englisch sprechen, ist es grundsätzlich eine Person, die offen ist und effizient in einem Team arbeiten kann, etc., Das überprüfen wir schon. Aber bei uns ist es dann so, bevor wir das Matching mit dem Kunden machen, hat der Kunde logischerweise auch noch die Möglichkeit, in einem Meeting oder einem Video-Interview mit dem potenziellen Freelance-Kandidaten zu sprechen. Also wir sagen, wir überprüfen das, was objektiv überprüfbar ist. Soft-Skills auf der einen Seite und vor allen Dingen diese Hard-Skills im Coding. Aber am Ende ist es ja sehr häufig einfach eine persönliche Entscheidung. Habe ich jetzt Lust, mit der Person die nächsten drei Monate sehr intensiv zusammenzuarbeiten? Kann ich mir das vorstellen, da zusammen acht Stunden jeden Tag nebeneinander am Schreibtisch zu sitzen, ja oder nein? Da gibt es ja kein Richtig und Falsch. Das ist quasi die Entscheidung des Kunden und die überlassen wir logischerweise auch den Kunden. Fairerweise muss man dazu auch sagen, die gleiche Entscheidung gibt es auch auf den Freelancern. Also die Freelancer bekommen Projekte von uns. Die Projekte sind auch in der Regel extrem spannend für die Freelancer. Aber ein Freelancer evaluiert auch die andere Seite und sagt, habe ich als Freelancer jetzt Lust, mit dem und dem IT-Teamlead die nächsten drei Monate zusammen am Schreibtisch zu sitzen, ja oder nein?

Matthias Weigert: Könnt ihr noch ein paar Beispiele vielleicht geben, auch konkreter, was so Soft-Skills sind, neben den Hard-Skills, die ihr euch anschaut, wo ihr differenziert auch?

Arne Hosemann: Genauso, da muss man einmal unterscheiden jetzt zwischen Entwicklern und wir vermitteln ja auch Projektmanager, also die viel früher ansetzen und erstmal sich angucken, wo steht das Unternehmen, wo will es hin. Da sind natürlich ganz andere Skills und vor allem auch Soft-Skills gefragt als bei vielen der Entwickler. weil da muss man fähig sein, verschiedene Stakeholder zu managen, also muss ein sehr guter Manager und Kommunikator sein und man muss vor allem auch eine Vision bilden können und auch kommunizieren können in einer greifbaren Art und Weise. Und zwar greifbar meine ich, die Vision und der Weg dahin muss ja technisch realistisch sein, aber er muss fürs Management der Mittelständler oder auch DAX-Unternehmen verständlich sein und viele haben dort gar keinen digitalen Hintergrund. Und deswegen ist es auf dieser Ebene der Projektmanager essentiell, dass sie gute Kommunikatoren sind und diese Vermittlungsrolle gut hinbekommen. Und auf der Entwicklerseite ist für mich ein ganz wichtiger Softskill letztendlich Offenheit. Ich mache das nochmal irgendwie an ein, zwei Beispielen fest. Es ist schon relativ häufig so, zum Beispiel in dem letzten Stage unseres Quality Testings, da überprüfen wir nicht nur Live-Coding, sondern wir unterhalten uns auch technisch über verschiedene Lösungswege. Es ist relativ häufig so, dass Entwickler eben über die Zeit immer einen präferierten Weg haben, um ans Ziel zu kommen. Jetzt gibt es aber bei der Softwareentwicklung relativ viele Wege und gerade auf einem Kundenprojekt ist oft eben schon ein gewisser Teil da. Und wenn man jetzt sagt, ich habe es aber immer so gemacht, da müssen wir nochmal von scratch anfangen, ist das enorm nachteilig. Die sehr guten Entwickler, die sind eben offen, die kennen verschiedene Wege, sehen, okay, wir sind hier schon 30% gegangen, ist vielleicht nicht ideal, aber es geht mir jetzt nur darum, das Beste für den Kunden eben zu erreichen und ich bin bereit, völlig von dem abzuweichen, was eigentlich mein präferierter Weg ist. Und die Offenheit ist für mich einer der ganz wichtigen Kriterien, um sich als sehr, sehr guter Entwickler und damit Implementierer im Markt auszuzeichnen.

Matthias Weigert: Wenn ich nochmal überdenke, so ein bisschen auch das, was man ja auch stark die Menschen vermittelt, wenn ich auf der Kundenseite nochmal bin und mir einen Mittelständler vorstelle, klassischer Maschinenbauer, Werte, die sagen, unbefristeter Arbeitsvertrag, das ist eigentlich das, was ich will, Stammbelegschaft ist das, was ich brauche, das baue ich langfristig auf, das baue ich für Generationen auf. Jetzt kommt ihr mit dem Ansatz, wir haben Freelancer. Das ist natürlich ein ganz neuer Weg auch für die Kunden, Digitalprojekte, digitale Vorhaben umzusetzen, eben gerade abnehmende Stammbelegschaft, Zunahme alternativer Beschäftigungsformen. Wie erlebt ihr das auf der Kundenseite? Vielleicht habt ihr sogar ein Beispiel, wo ihr sagen könnt, wie ihr auch das Mindset ein Stück auf der Kundenseite verändert habt.

Alexander Schlomberg: Ja, also es ist auf jeden Fall so, wie du sagst, bei denen ist es natürlich noch mal schwieriger, das Freelancing-Konzept zu pitchen, weil sie es einfach überhaupt nicht gewohnt sind. Was uns aber schon in die Karten spielt, ist, dass der IT-Fachkräftemangel bei den Mittelständlern noch krasser zu spüren ist. Also die Top-Tech-Unternehmen, Google, Facebook etc., kriegen noch die paar guten Tech-Talente, weil es einfach coole Namen sind. Ein DAX 30-Kunde in einer coolen Location vielleicht auch noch, weil er sagt, wir haben hier einen Fancy Innovation Hub in Berlin. Da sind auch noch mal ein paar sehr gute Entwickler bereit, dorthin zu gehen. Aber ein Mittelständler in Süddeutschland hat keine Chance, für einen Machine Learning Engineer in sein Unternehmen zu holen. Und trotzdem muss der Mittelständer aber auch diese Talente irgendwie in sein Team bekommen. Und da führt in der Regel nichts am Freelancing vorbei. Selbiges würde auch gelten, zum Beispiel bei einem VW in Wolfsburg. Ein schönes, spannendes Unternehmen, aber sehr schwierig, einen Machine Learning Experten aus Stanford nach Wolfsburg zu lotsen. Und da ist logischerweise das Freelancing-Modell, was häufig remote ist oder zumindest auf Projektbasis funktioniert, ein gangbarer Weg, der für alle Beteiligten, also Kunden und Experten passt.

Matthias Weigert: Ich darf einmal ganz kurz nur einhaken, um nochmal eine Begriffsklärung, du hast es eben ganz schnell benutzt, das Wort, aber vielleicht für die Hörer, die nicht ganz so dem Thema vertraut sind, du hast gesagt, entweder im Projekt arbeiten oder remote arbeiten. Was meint remote arbeiten?

Alexander Schlomberg: Remote Arbeiten bedeutet quasi nicht im Büro des Mittelständers vor Ort. Wir machen ja sehr viele Projekte quasi nur Code-basiert und da ist es ja in Anführungsstrichen relativ egal, von wo man den Code programmiert. Ob man im gleichen Büro sitzt oder in einem anderen Kontinent, ist völlig egal. Code ist Code und kann elektronisch übermittelt werden.

Arne Hosemann: Wenn ich jetzt überlege, welche irgendwie der Kunden-Counterparts die sind, die quasi in ihrem Unternehmen von meinem Gefühl oder von meiner Beobachtung heraus diese Projekte am schnellsten treiben, sind für mich die, die A, einen echt gewissen Realismus auch an den Tag legen und B, diese wirklich diese Macher-Attitüde haben. Wenn man mal auf das Erste geht, Realismus, was meine ich damit? Ich meine eben, dass man halt ganz genau einfach guckt, was kann mein Team und was in meinem Unternehmen ist realistisch auf Sicht reinzuholen. Und da muss muss man relativ knallhart einfach ein paar Faktoren angucken und auch gucken, wie lange haben wir denn in der Vergangenheit eigentlich gebraucht, um die Leute zu rekrutieren? Ist das länger geworden? Wie lange sind die Stellen eigentlich unbesetzt geblieben? Und es ist ja immer nicht ganz leicht, das Eigenunternehmen, finde ich, so hart zu analysieren und zu sagen, also da werden wir wahrscheinlich auch in Zukunft nicht erfolgreicher werden am Markt gegenüber anderen. Deswegen halte ich das für wichtig. Warum? Weil wenn man das da analysiert und diese, sage ich mal, Macherattitüde hat, dann überlegt man halt, ja, was sind denn andere Wege? Ah ja, es ist vielleicht Remote-Arbeit, es ist vielleicht ein Hub oder Freelancing. Also ich glaube, diese Kombination ist wahnsinnig wertvoll, wenn man nur guckt quasi auf das Ziel, ich möchte das bis zum Zeitpunkt X umsetzen, wie komme ich da hin, auch wenn es eventuell nur geht in Wegen, die wir bislang einfach nicht gegangen sind.

Matthias Weigert: Das heißt zusammengefasst nochmal, es braucht eben auch aus der Mittelstandsperspektive eine neue Sicht auf das Thema Personal, um einfach Schnelligkeit zu erzeugen, um auch die richtigen Menschen, Expertinnen und Experten zu finden, um diese Digitalisierungsvorhaben umzusetzen, immer vor dem Hintergrund der Geschwindigkeit, die erzeugt wird. Jetzt würde ich gerne nochmal auf die andere Seite kommen, auf eure Kandidaten. Jetzt haben wir eben, Alex, du hast schon gesprochen, die sind irgendwo im Sauerland oder an weniger attraktiven Standorten, eure Kunden möglicherweise. Jetzt ist es ja nicht immer einfach, auch gerade wenn wir mal den remoten Teil, also den Teil ausblenden, die wirklich von anderen Orten aus arbeiten, für ein Projekt auch vielleicht gewisse Expertinnen und Experten eben in diese entlegeneren Regionen zu kriegen. Seht ihr da eine Herausforderung oder ist das eher etwas, was sehr positiv aufgenommen wird?

Alexander Schlomberg: Die meisten unserer Projekte sind auf Remote-Basis. Das ist schon mal vorab. Es gibt den Mittelständler, der das Freelancing-Modell noch nicht so kennt und dem Remote-Setting auch noch nicht so vertraut. Da starten wir dann häufig im ersten Projekt mit einem On-Site, also mit einem Vorort-Projekt. um die verschiedenen Parteien einmal an das Konstrukt zu gewöhnen. Dann merken wir aber relativ schnell, dass die Folgeprojekte deutlich offener dafür sind, auch einen Remote-Anteil reinzubringen. Dass man sagt, okay, wir machen den Montagmorgens-Kick-off mit dem Team noch on-site. Wir als Mittelständler zahlen dir, Freelancer, auch Unterkunft und Logistik dafür. Und dann kannst du quasi den zweiten Teil der Woche von Remote arbeiten. Und je länger diese Zusammenarbeit dann besteht, desto größer wird dann der Remote-Anteil. Und es ist ja technisch sehr einfach machbar mit Videochats, mit den ganzen anderen Kommunikationstools, die man hat, remote sehr effizient zu arbeiten. Teilweise sogar effizienter, als wenn man im gleichen Büro sitzt. Von daher ist so im Laufe der Zeit schon sehr stark erkennbar, dass ein Mittelständler, der normalerweise sehr traditionell arbeitet, kein Problem hat mit Remote-Settings, wenn er verstanden hat, wie es funktioniert.

Arne Hosemann: Aber was man schon dazu sagen muss, ist, dass man sich natürlich auch innerhalb des Freelancings mit diesem Requirement schon ziemlich einschränkt. Das ist schon erstaunlich, wenn man sich das mal überlegt, wenn wir über inhaltliche Themen sprechen, was derjenige mitbringen muss und dann kriegen wir das bei uns ad hoc gematcht. Und wenn dann aber das Requirement kommt, aber bitte hier vor Ort. dann ist es auch bei uns als Plattform für Freelancer so, dass wir einen ganz großen Teil rausschneiden müssen. Und da muss man sich ja mal überlegen, warum ist das denn so? Weil es einfach einen Mindset-Change gibt, der ja auch das gesamte Freelancing so zum Blühen sozusagen gerade und auch in Zukunft bringt, weil die Leute eben nicht mehr so bereit sind wie früher für einen Job, also in Anführungszeichen nur für einen Job, woanders hinzuziehen. Und das geht sogar so weit, dass sie auch nicht bereit sind, auch nur dahin zu reisen, weil sie eben auch sehen, dass gerade im Entwicklungsbereich es einfach der Qualität der Arbeit nicht zuträglich ist. Und das ist natürlich schon was, was man beobachten muss und dann überlegen muss, wie können wir da irgendwie Wege finden, um dem Problem auf den Weg zu gehen. Ja, weil ansonsten schneidet man sich quasi von Anfang an den Pool an Talenten enorm weg.

Matthias Weigert: Also auch da nochmal zu sagen, nicht nur der Arbeitsvertrag verändert sich eben von einer unbefristeten Anstellung in eine befristete, in ein neues Arbeitsverhältnis, sondern auch das Arbeitszeitmodell verändert sich und der Arbeitsort verändert sich. Also das ist ein Aufbrechen verschiedener Paradigmen ja auch dann in der Arbeitswelt, die ihr bedient, um einfach schneller, fokussierter Geschäftsmodelle umzusetzen.

Arne Hosemann: Ja, bezüglich Location sind zwei große Entwicklungen. Also wir reden jetzt quasi über diese Freelancer. Die einen möchten von zu Hause arbeiten, wo auch immer sie wohnen. Und die andere Entwicklung ist dieses Aggregieren in Hubs. Und diese Hubs sind aber eben in der Regel in europäischen Großstädten. Also Berlin, Stockholm, London. Das sind so diese beiden großen Entwicklungen. Und die sind beide jetzt nicht hilfreich für ein Unternehmen, das entweder nicht in Berlin sitzt oder eben nicht zufällig in einem der Orte, wo vielleicht sonst gerade viele Entwickler ansässig sind.

Matthias Weigert: Arne, du hast eben nochmal gesagt Hubs. Kannst du das Wort auch nochmal so ein bisschen unseren Hörern erklären, was hinter dem Wort steckt, was damit verbunden ist?

Arne Hosemann: Ja, ja, ich kann es versuchen, weil ich glaube, es gibt keine feststehende Definition. Ich kenne sie zumindest nicht. Hubs sind einfach natürlich immer in der Regel an Großstädte gebunden, weil dort man sich eben, und das geht zurück zum Anfangsthema, inhaltlich enorm gegenseitig befruchten kann. Also da passiert innerhalb der Tech enorm viel. Wenn man jetzt nach Berlin guckt, der klassische deutsche Hub für Digitalisierung, gibt auch übrigens andere, das ist bei weitem nicht nur Berlin, das wäre arrogant. Aber klar, hier sind enorm viele Startups. Demzufolge sind hier enorm viele Entwickler. Es passieren enorm viele Meetups, Messen für Entwickler. Und was findet da statt? Ein Austausch. Also für mich ein Kennzeichen eines Hubs ist ein stetiger Austausch zwischen den Leuten, die die Digitalisierung vorantreiben. Das sind Gespräche, das sind Hackathons, also das ist unendlich quasi. Und das kann natürlich in so einem kleinen Ökosystem, wo alle relativ nah aneinander sind, sowohl räumlich als auch bezüglich eben der Fähigkeiten, also ein kleiner Raum mit extrem breitem Skillset und tiefem Skillset, da kann sowas entstehen. Und das nennt man dann dieses sich gegenseitig befruchten, die Leute werden alle smarter und dann ist quasi ein Hub geboren, weil dauernd neue Ideen entstehen. Und es ist natürlich ganz schwierig, sowas zu kreieren in einem Ort, wo der klein ist oder wo es nicht die Infrastruktur gibt oder der vielleicht per se nicht so attraktiv ist. Und deswegen glaube ich, ist es eben korreliert mit diesen Großstädten London, Berlin, Stockholm, über das Valley wollen wir gar nicht reden. Das sind halt eben diese Hubs, nach meinem Verständnis.

Matthias Weigert: Also Orte, an denen viele Entwickler zusammenkommen und sich gegenseitig befruchten, helfen, austauschen, Communities bauen, natürlich auch leben. Genau. Jetzt würde ich nochmal kommen, ihr habt es auch schon angesprochen, für Mittelständler schwierig, für große Unternehmen, traditionelle Unternehmen schwierig, an diese Talente zu kommen, Expertinnen und Experten zu kommen. Wie kommt ihr an die?

Alexander Schlomberg: Also wir haben verschiedene Ansätze dafür gefunden. Also zum einen hat man natürlich einen gewissen Netzwerkeffekt. Also wenn du einen guten JavaScript-Entwickler hast, der von deinem Konzept überzeugt ist, kennt der in der Regel auch noch einige weitere sehr gute JavaScript-Entwickler. Zum anderen gehen wir aktiv auf die Leute zu und haben da sehr spannende interne Tech-Lösungen gebaut, mit denen wir uns anschauen können, was sind extrem gute Coder, was sind extrem gute Open-Source-Repositories von Codern, die online gestellt sind und was sind die für uns im Freelance-Space relevanten Kontaktpersonen dort. Die können wir dann ansprechen und von Expert Lead überzeugen, was in der Regel auch in Anführungsstrichen einfach ist. Warum? Weil die sehr guten Freelance-Coder gerne coden und keine Zeit verschwenden möchten mit Kundenakquise und Admin- und Vertragserstellung etc. Wenn man ihnen glaubhaft und dann auch später quasi realitätsgetreu spannende Projekte konstant zukommen lassen kann, ist es ein riesen Mehrwert für die.

Matthias Weigert: Darf ich einmal nur einen Haken nochmal, wieder ein Wort, was so ein bisschen vielleicht geklärt werden muss, Open Code Repository, was steckt dahinter, was bedeutet das vielleicht konkreter? auch nochmal, dass man so ein bisschen weiß, was das im Gemeinen heißt?

Alexander Schlomberg: Coder können auf Coding relevanten sozialen Netzwerken ihren Code publizieren. So wie der Nicht-ITler in der Vergangenheit Urlaubsfotos auf Facebook hochgeladen hat und mit der Community geteilt hat, macht der Coder das mit seinem Code, den er programmiert hat. Und da können logischerweise Coding-Experten darauf kommentieren und Likes etc. verteilen.

Matthias Weigert: Und das schaut ihr euch an, neben vielen anderen Quellen auch, auf das ihr dann Zugriff habt und da wisst ihr, wie ein Guter von einem Besseren zu unterscheiden ist.

Alexander Schlomberg: Genau. Und die Grundsatzhypothese dahinter ist halt, jemand mit extrem guten Open- Source Code Contributions, hat eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit, unser aufwändiges Qualitätsscreening zu bestehen. Und das sind auch in der Regel die Leute, die kein Problem damit haben, dieses Testing zu machen, weil sie halt sehr gut sind. Es ist kein Riesenaufwand für die, einen 3-Stunden-Coding-Test zu machen, weil es halt einfach Experten in dem Thema sind und dieses quasi in Anführungszeichen kurz abwickeln können.

Arne Hosemann: Es ist, glaube ich, einfach sehr wichtig, da eine Ansprache zu finden auf der technischen Ebene. Wir sind ja hier nicht im Ansatz angetreten, um eine Agentur zu bauen, sondern wir begeistern uns ja alle für Tech. Wir haben ein Tech-Team, wir haben inzwischen eine große und stattliche Community aufgebaut. Das heißt, wir sind getrieben von dieser Begeisterung für Tech und das muss natürlich rüberkommen in der Ansprache. Und auch in unserer Selektion. Und deswegen gucken wir natürlich, was ist schon da, was können wir uns angucken, um einzuschätzen, wie gut jemand ist. Dann machen wir noch unser Testing. Aber das wird natürlich auch irgendwo wertgeschätzt. Und wir können ja auch unglaublich viel dazulernen von dieser Community. Weil das Schöne ist ja eben, was man an diesen Netzwerken eben sieht, ist eben das, was ich schon zu Anfang sagte, dass die Leute eben gerne ihre Arbeit online stellen, um quasi Feedback zu bekommen und dann weiterzulernen. Und das ist eben was, worauf wir abzielen, um da dabei zu sein und die guten Leute online ausfindig zu machen und für unser Produkt zu begeistern. Weil wir wollen ihnen ja helfen. Also es geht ja um viel mehr als nur Jobs finden. Es geht um den Austausch. Es geht darum, ihr Freelancer-Dasein zu vereinfachen. Also finden wir sie eben so auf diesem Wege. Und natürlich kann man sie auch auf anderen Wegen finden, indem man natürlich auch Teil dieses Ökosystems hier wird. Und indem man sich zeigt und was veranstaltet, also auch offline. Also wie wir gesagt haben, wir wollen automatisieren, wir tun das. Aber es gibt immer auch diese persönlichen Elemente, die uns ganz wichtig sind. Und da gibt es natürlich auch gute Möglichkeiten, solche Leute ausfindig zu machen.

Matthias Weigert: Menschen, die im Mindset auch mitbringen, Offenheit, offen auch mit anderen in den Austausch treten, selber etwas einstellen, Feedback aus der Community haben wollen. Jetzt gab es ja früher auch immer so eine Art Menschen, die nach Sicherheit streben, die dann eher auch in größeren Unternehmen untergekommen sind, in kleineren Unternehmen, aber eben eher ein Arbeitnehmer-Dasein gesucht haben. Und jetzt sagt ihr, der Trend geht klar im Tech-Bereich, auch in Richtung Freelance. Das bedeutet ja auch ein anderes Risikofilm. Für die einzelnen Freelancer. Habt ihr da Erfahrungen, wie mit dieser Situation umgegangen wird auf eurer Kandidatenseite? Denn ich kann mir vorstellen, dass du auch mal eine Zeit lang vielleicht nicht gleich den Anschlussjob hast. Vielleicht willst du ihn auch gar nicht. Also die Frage, wie erlebt ihr das?

Arne Hosemann: Da würde ich eine Sache ganz gerne zu sagen. Es gab eine ganz schöne Umfrage in dem Bereich, wo über Mindset-Chain gesprochen wurde und Thema Sicherheit. Früher war es so, dass man es als sicher empfunden hat, wenn man einen Arbeitgeber hat. Das war früher das Verständnis von Sicherheit. Und diese Umfrage kam raus, dass heute es als sicherer empfunden wird, wenn man eine gesplitteten Auftraggeber hat. Also wenn man vier, fünf, sechs Auftraggeber hat. Also quasi dieser Gedanke, wie ein Unternehmen heute, das möchte ja auch nicht von einem Supplier abhängig sein. Da splittet man auch auf. Und genau dieser Gedanke hat sich irgendwie auch bei den Leuten über die Zeit manifestiert. Und das finde ich eigentlich total spannend, dass man eben sagt, ich möchte nicht mehr nur von einem abhängig sein, weil was, wenn ich da morgen schlecht behandelt werde oder was, wenn ich da übermorgen nichts mehr lernen kann. Das ist doch viel smarter, wenn ich fünf, sechs, sieben verschiedene Auftraggeber habe und kann den einen, der mir nicht zusagt oder mich schlecht behandelt, einfach rausschneiden. Und das hat gar keinen Impact oder kaum Impact auf mein Einkommen. Das ist für mich ein ganz interessanter Paradigmenwechsel, kann man das fast nennen. Und das ist natürlich eine Entwicklung, die extrem begründet, warum man diesen Anstieg an Freiberuflern, Freelancern sieht. Und der ist wirklich extrem. Wenn man in die USA guckt, ist er sehr stark. Hier in Deutschland nimmt er seit Jahren sehr stark zu. Die Prognosen alle sind sich ein, das wird immer stärker werden. Von daher, das wäre mein Kommentar zum Thema Sicherheit. Natürlich aktuell die Marktlage wichtig. Dieses Ungleichgewicht zwischen Nachfrage nach IT-Experten, müssen ja nicht immer nur Entwickler sein, und das Angebot an IT-Experten, das ist so ein Ungleichgewicht, weil alle müssen auf der Unternehmenseite digitalisieren und es gibt aktuell gerade hier in Deutschland nicht ausreichend Leute, führt natürlich dazu, dass das Risiko der Selbstständigkeit aktuell in dem Bereich extrem gering ist, so gering wie noch nie. Wenn man in dem Bereich ist und gut ist, ist es fast ausgeschlossen, dass man keine Projekte findet. Schwieriger ist es natürlich immer, richtig interessante Projekte zu finden. Dafür sind wir dann wiederum da. Aber das Risiko quasi, was so mit einer Selbstständigkeit immer einhergeht, finde ich genug Jobs, habe ich genug Einkommen, das ist ja aktuell bei diesem Ungleichgewicht zwischen Nachfrageangebot meines Erachtens kaum vorhanden.

Alexander Schlomberg: Genau, und an einem Beispiel eines typischen Freelancers bei uns auf der Plattform sieht man es eigentlich. Das ist quasi die Top 5 Prozent, die eine Projektpipeline hat, die immer gefüllt ist. Also theoretisch können sie 365 Tage im Jahr arbeiten. In der Regel sind vorangegangene Kunden so zufrieden und sagen, bitte nochmal Folgeprojekt und nochmal weitermachen und so weiter. Das ist aber nicht das, wonach die Freelancer schauen. Genau wie Arne sagt, die wollen verschiedene Projekte sehen, neue Industrien, neue Tech-Stacks, verschiedene Teams, auch gerne mal andere geografische Gegebenheiten kennenlernen etc. Die haben kein Interesse, immer das Gleiche machen zu müssen. Die wollen diese Abwechslung bewusst haben. Thema Sicherheit spielt daher keine Rolle. Wenn es hart auf hart kommt, gehen sie quasi zum alten Projekt wieder zurück und können dort auch ohne Probleme einfach weitermachen.

Arne Hosemann: Diese inhaltliche Abwechslung, die Alex gerade anspricht, die kann natürlich ein Unternehmen gar nicht bieten. Das ist im Grunde unmöglich. Ich kann ja nicht als Unternehmen meine Programmiersprachen, die ich nun mal habe, um mein Unternehmen auf der Digitalseite am Laufen zu halten, kann ich ja nicht alle halbe Jahr anpassen, nur damit meine Mitarbeiter sich immer weiterbilden. Wenn die Mitarbeiter das aber wollen, sich kontinuierlich in neuen Sprachen und Frameworks weiterzubilden, dann habe ich ja einen Mismatch. Wie kriege ich das irgendwie gelöst? Also auf der Seite der Entwickler und IT-Experten kriege ich das gelöst, indem ich einen regelmäßigen Wechsel der Auftraggeber habe, weil natürlich da ganz verschiedene Tech-Stacks benutzt werden. Und ich glaube, dass das auch der Grund ist, warum wir gerade diesen enormen Anstieg an Freelancern sehen, weil eben gerade der Tech-Bereich ist nun mal noch einigermaßen jung, einigermaßen, dass eben genau in dem Bereich es so wichtig ist, dass man sich immer weiterbildet. leisten.

Matthias Weigert: Spannendes Thema, was du, Arne, auch gerade ansprichst, ist das Thema Weiterbildung. Hast du ja eben noch gemacht. Da nochmal einen Schwung. Coacht ihr auch Freelancer aus eurem Netzwerk oder schaut ihr darauf, dass in einer Entwicklung vielleicht auch die Freelancer von einem Projekt zu einem weiteren Projekt gehen, um breitere Erfahrungen, tiefere Erfahrungen zu sammeln? Ist das Gegenstand auch dessen, was ihr in der Begleitung der Freelancer als Service anbietet?

Arne Hosemann: Also was wir aktuell machen ist, wenn es jetzt zum Beispiel einen Freelancer gibt, der den Test macht, der nimmt sich ja wie gesagt auch Zeit dafür und das finden wir natürlich sehr toll. Und wenn es dann nicht reicht zum aktuellen Zeitpunkt, dann heißt das ja überhaupt gar nichts. Eventuell hat er einfach nicht genug Erfahrung gehabt. Dann geben wir Feedback und sagen ihm Mach doch nochmal zwei, drei andere Projekte. Zeig uns doch den Code. Lad doch den Code hoch. Wir gucken uns das an, weil wir ja wissen, wie schnell man weiterlernt. Also wir geben da quasi immer Feedback an die Hand und möchten auch weiter gucken, wenn derjenige einverstanden ist, wie er sich entwickelt. Weil nur wenn es heute nicht reicht, heißt es nicht, dass es in einem Jahr nicht genug ist. Aktives Coaching von uns als Firma gegenüber den Freelancern gibt es aktuell nicht, aber wir sind gerade dabei aufzubauen ein Peer-to-Peer-Coaching. Und das ist ja für uns ganz entscheidend, weil ich habe ja gesagt, wir wollen nicht einfach nur Jobs beschaffen. Wir möchten, dass diese Experten, die wir ausgewählt haben, den aufbauen. anderen Experten, die sich weiterbilden wollen, aber eben in einer anderen Sprache Experte sind und in Sprache X eben nicht so sehr, dass die sich gegenseitig weiterbilden. Online-Webinars, das können auch mal Offline-Themen sein, weil wir am Ende ja das große Interesse haben, dass die Leute, die bei uns im Netzwerk sind, sich weiterbilden. Und wo hat man so eine gute Möglichkeit oder eine bessere Möglichkeit als in so einem Netzwerk, wo nur vorselektierte, sehr erfahrene, sehr gute Leute drin sind, die Spaß an der Materie haben.

Matthias Weigert: Also zusammengefasst auch da nochmal, die Community nutzt nicht nur um Kundenprojekte umzusetzen, sondern auch als Lernplattform, als Spiegel, sodass sich gegenseitig eben die, die sehr, sehr gut sind, noch besser machen können. Jetzt gibt es ein Thema, was auch immer spannend ist, wenn man gerade mal auf den einzelnen Regierungsinitiativen schaut, das ist das Thema Frauen in Tech-Berufen. Jetzt würde mich mal eure praktische Sicht interessieren, wie ihr das erlebt, wenn ihr in eure Communities guckt. Seht ihr, dass das immer noch ein höherer Anteil Männer in diesen Communities ist? oder merkt ihr schon, dass es sich verschiebt an der Stelle, an den Top 5 Prozent, über die wir ja jetzt auch dann sprechen?

Arne Hosemann: Also wenn ich jetzt auf unseren Pool aktuell gucke, ist der Anteil der Frauen bei den Entwicklern erschreckend gering. So ist es einfach aktuell. Es fällt mir enorm schwer, das zu erklären, aber es ist einfach aktuell so. Was wir sehen, ist die leider sehr wenigen weiblichen Entwickler, die wir haben, die sind enorm gut. Ich weiß, dass mit die besten Tests, die gemacht wurden, waren von den Frauen, aber es sind unglaublich wenig. Also der Prozentsatz ist erschreckend gering. Für mich wahnsinnig schwer zu erklären. Also natürlich gibt es ein paar ganz offensichtliche Erklärungen, die braucht man hier fast gar nicht anbringen. Aber warum das so ein massives Ungleichgewicht ist, das fällt mir aktuell fast noch ein bisschen schwer, das sinnvoll zu begründen, wenn ich ganz ehrlich bin.

Alexander Schlomberg: Irgendeine Begründung dafür habe ich auch nicht, weil hier ist ein gewisses Risikodenken noch oder quasi auch grundsätzlich dieses Thema, dass Frauen grundsätzlich weniger in Tech-Jobs unterwegs sind, ist ja auch klar. Aber das Beispiel von Arne gerade nochmal ist tatsächlich so, also im Vertical Mobile Entwicklung, iOS, gibt es genau eine weibliche Entwicklerin. Interessanterweise die Person, die unser Testing mit Abstand am besten durchlaufen hat. Das ist halt eine schöne Entwicklung, dass man halt sieht, es gibt dort extrem gute Experten und wir freuen uns natürlich logischerweise, wenn der weibliche Anteil in unserem Netzwerk steigt.

Matthias Weigert: Überlegt ihr, da etwas differenzierter auch in der Ansprache vorzugehen? Gibt es vielleicht sogar Tipps, die ihr geben würdet, um das noch zu beschleunigen oder zu befeuern?

Arne Hosemann: Also wir haben jetzt aktuell keine Initiativen, um das hochzusetzen. Wir gucken ja vor allem immer auf Content. Also man kann jetzt quasi sagen, alles andere wäre uns egal, was ja eigentlich gut ist, weil wir würden uns wirklich freuen, wenn es mehr Frauen sind. Aber wir gucken vor allem eben auf Content. Und wir sehen einfach in der groben Masse der Leute, die wir ansprechen, einfach diesen wahnsinnig geringen Frauenanteil. Wenn man es dann extrapoliert auf den Anteil der Frauen in unserem Pool, ist der nicht irgendwie größer oder geringer. Das ist in etwa repräsentativ. Es gibt natürlich inzwischen erste Initiativen in Berlin, wo es quasi um Coderinnen geht. Das haben wir jetzt nicht aktuell direkt auf dem Schirm. Also es ist nicht so, dass wir da morgen eine Initiative launchen. Aber das ist definitiv etwas, worüber wir nachdenken sollten. Weil, was wir schon auch feststellen, ist, die leider sehr wenigen Frauen in dem Bereich, die sind natürlich aktuell in der Top-Position. Das muss man natürlich auch ganz ehrlich sagen. Weil das einfach leider immer noch diesen Charakter hat, oh, das ist aber schön, dass wir da mal eine weibliche Entwicklerin haben. Die haben natürlich gleich irgendwo einen Stein im Brett bei jedem Kunden, weil die möchten natürlich auch diverse Teams haben, ist ja ganz klar. Es gibt ja auch zig Studien, die sagen, dass diese Teams dann besser sind. Das heißt, für die einzelnen Frauen ist es eigentlich unfassbar gut. Aber wir müssen schon auch uns Gedanken machen, wie wir gucken, dass wir vielleicht auch unseren Beitrag dazu leisten können, dass sich dieser Anteil einfach erhöht. Aber da müssen wir nochmal die Köpfe zusammenstecken.

Matthias Weigert: Also aber Fakt ist auch, dass das, was aktuell gesehen wird, von euch auch und von euren Betrachtungen auch bestätigt wird, dass es im Moment noch einen klaren Nachholbedarf gibt an der Stelle und da eben auch Initiativen sinnvoll und richtig sind. Dann würde ich gerne auf ein weiteres Thema kommen nochmal. Das fand ich spannend, gerade bei euch auch. Ihr wollt es ja stärker automatisieren. Du hattest, Alex, von Ende-zu-Ende-Prozess gesprochen. Wie geht ihr vor in dem Matching-Prozess? Ich weiß nicht, inwieweit ihr auch Einblicke gewähren mögt in die Instrumente, die ihr einsetzt, Aber, glaube ich, ein spannendes Thema, weil aus der Personalperspektive, glaube ich, viele Prozesse aktuell noch sehr analog stattfinden und es einfach auch ein Umdenken dort geben wird. Stichwort Machine Learning, Algorithmen. Vielleicht so ein paar Einblicke in das, wie ihr vorgeht, wie ihr das Matching aktuell umsetzt. Vielleicht auch was Perspektives noch kommt.

Arne Hosemann: Genau, also aktuell das Matching quasi funktioniert natürlich total automatisch, kann man das ja auch ganz leicht machen, wenn man jetzt auf die Text-Stacks guckt. Also man sagt, derjenige muss JavaScript können und noch ein bestimmtes Framework und dann spuckt einem quasi der Algorithmus sofort aus, wer das kann und wer gerade verfügbar ist. Das sind alles fast No-Brainer. Das kann man auch so automatisch matchen. Das Interessante ist ja auch dann aber sich zu überlegen, was matcht denn eigentlich auf vielleicht den softeren Faktoren. Um quasi zu automatisieren, muss man eine Art quantitativen Griff dran bekommen. Und da sind wir gerade dran, dass wir überlegen und so ein bisschen experimentieren, wie wir das Thema auch noch gegebenenfalls automatisieren können. Weil wir natürlich immer nicht nur die fachlich richtigen Leute matchen wollen, sondern fachlich und persönlich. Und da gibt es extreme Unterschiede. Du hattest ja selbst gefragt, was gibt es für Typen auf Kundenseite. Da reicht es nicht unbedingt, immer den fachlich Richtigen zu schicken. Aber es gibt natürlich Persönlichkeitstests, wo kann man die auf Kundenseite machen, die kann man auf Freelancer-Seite machen. Da gibt es Möglichkeiten, das zu quantifizieren, was die absolute Basis ist, um es zu automatisieren. Aber bei diesem Bereich der Softskills sind wir noch nicht vollautomatisch unterwegs.

Alexander Schlomberg: Genau, und vielleicht nochmal ergänzend, ich glaube bei uns, wir bewegen uns ja im Premium-Segment, Top-5-Prozent-Bereich. Dort wird es ja nie eine riesen Millionenanzahl an potenziellen Matchings geben. Von daher ist das Matching zwischen Freelancer und Kunde wichtig und da arbeiten wir auch dran. Für uns ist allerdings das erste Matchen, sozusagen das Identifizieren von potenziellen Kandidaten, aktuell zumindest deutlich wichtiger. Und da das gerade beschriebene Tool, um Open-Source-Contributions auslesen zu können, beinhaltet logischerweise auch eine gewisse Matching-Komponente. Also dieses System muss auch über Zeit schlauer werden, um bessere Prognosen für uns erstellen zu können, was ist ein guter Kandidat, der unser Testing sehr wahrscheinlich bestehen wird. Von daher ist aktuell der Matching-Fokus auf Freelancer-Identifizierung und Going Forward, genau wie Arne besprochen hat, zwischen Kunden und Freelancern, nicht nur im Hardskill-Bereich, sondern auch im Softskill-Bereich.

Matthias Weigert: Wie steht ihr zu dem Thema, bewegtes Bild neben rein statischen Informationen zusätzlich noch in die Perspektive aufzuzeigen? Es gibt ja viele Unternehmen, die aktuell eben auch über Video-Interview-Tools zum Beispiel neben reinen fachlichen Kompetenzen eben auch die Mimik-Gestik-Haltung aufnehmen.

Arne Hosemann: Das machen wir ja im Grunde schon, weil wir ja quasi immer ein Interview haben zwischen den Experten und zwischen den Kunden. Und da gibt es immer die Möglichkeit, entweder über Call oder Video zu machen. Und wir überlassen einfach dem Kunden da die Entscheidung, was er möchte. Und da gibt es eben natürlich einige, die sagen, möchten schon auch einmal sehen, mit wem wir es zu tun haben. Und dann kommen eben diese ganzen Themen, gerade über Video, da kann man ja mit Gestik schon deutlich weniger machen. Das heißt, dann kommt es dann plötzlich extrem auf Mimik an und man ist erst Erstaunt, wenn man mal so viele sich angeguckt hat, wie wir das getan haben in den letzten 15 Monaten, was es da für Unterschiede gibt und was kleine Veränderungen da wirklich auch ausmachen im Sinne, wie confident kommt jemand drüber, wie fähig kommt jemand drüber. Also das ist ganz erstaunlich. Von daher, ich bin ein großer Fan von bewegten Bildern und das über Video zu machen. Und natürlich ein Schritt weiter im Verlauf des Projektes läuft das ja in der Regel über Video ab. Ja, es ist ja nicht so, dass das irgendwie alles über Telefonspinne gemacht wird, sondern in der Regel wird da face to face gesprochen. Dann ist es ja auch ein ganz wichtiges Tool, um bei einem Remote Setting, also auch bei einem Entwickler, der jetzt in Osteuropa sitzt, den quasi deutlich näher ranzuholen über das Video. Es ist viel näher dran gefühlt in der Wahrnehmung, wenn ich ihn sehe übers Video, als wenn ich nur über die Telefonspinne mit ihm rede. Und das ist aber eigentlich fast schon Standardvorgehen. Von daher ist, glaube ich, das Thema bewegtes Bild extrem wichtig und wird immer wichtiger werden, je mehr remote gearbeitet werden wird.

Matthias Weigert: Ganz konkret auch zu eurem Geschäftsmodell, wo ist Expert Lead in der Zukunft? Wo seht ihr das? Wie seht ihr das? Vielleicht die nächsten zwei bis fünf Jahren? Wo seht ihr euch?

Alexander Schlomberg: Die Vision ist relativ klar. Unser Anspruch ist schon, die führende Tech-Plattform für Freelancer aufzubauen. Das Spannende ist, es gibt noch keine große dominierende Partei, die in diesem Bereich aktiv ist in Europa. Und da ist schon unser mittelfristiger Anspruch, uns zumindest in Europa so durchzusetzen, dass komplexe Tech-Projekte auf Freelance-Basis alle bei uns laufen. Wir haben jetzt das erste Jahr hinter uns und merken, dass es ein total spannendes Thema ist und was heute schon groß ist, aber zukünftig noch deutlich größer werden kann. Arne hat die Freelance-Trends angesprochen. Ich glaube, es gibt Studien, die sagen, USA aktuell ein Viertel der Arbeitskraft auf Freelance-Basis, in acht Jahren mehr als die Hälfte. Ähnliche Trends wird es in Deutschland geben. Ein Beispiel ist, Google hat heute schon mehr Freelancer auf der Payroll als Nicht-Freelancer. und Und mit diesem ganzen Trend, der dort im Hintergrund liegt, glauben wir, dass das Themengebiet und der Markt deutlich größer wird, wo wir uns logischerweise als führende Position dann irgendwann etablieren möchten.

Arne Hosemann: Und da wird viel natürlich davon abhängen, wie aktiv die Community ist. Das ist das große Ziel, dass wir eben da wirklich ein Produkt schaffen, ein Service schaffen, der den Freelancern alles abnimmt, der die Freelancer weiterbildet, der quasi einen Hub für Digitalwissen, der immer besser wird und auf Kundenseite eben den Kunden ermöglicht, da an Talente zu kommen, die sie sonst leider nicht mehr Fulltime auf die Payroll bekämen. Wenn wir das schaffen, dann hätten wir wirklich auch gefühlt so einen gewissen Beitrag geleistet zur Digitalisierung und das ist das große Ziel.

Matthias Weigert: Super, das klingt wahnsinnig spannend. Zusammengefasst nochmal, Veränderungen in der gerade digitalen Welt durch neue Geschäftsmodelle bedingen einfach auch neue Arbeitsformen, insbesondere im Freelancing. Und da habt ihr einfach ein super Matching entwickelt, eben auch sehr stark in der digitalen Form, sodass es authentisch eben für die Freelancer ist und auf der anderen Seite eben auch ein Stück Mindset verändernd ist auf der Kundenseite. Abschließend habe ich immer noch zwei Fragen. Wie bleibt ihr digital? Was macht ihr, um eben auch an den Trends zu bleiben? Was hält euch digital?

Alexander Schlomberg: Also ich würde sagen, das interessanteste Meeting für mich im Expert-Lead-Kontext ist unser wöchentliches End-of-Week-Tech-Meeting, wo unser Tech-Team uns Non-Techies erklärt, was sie eigentlich die ganze Woche gemacht haben und dann gibt es da immer einen schönen Content-Deep-Dive in verschiedene Themen, die uns Nicht-Techies einfach ein bisschen die andere Welt erklären können. Das finde ich super spannend, das finde ich extrem wichtig, dass wir da irgendwie am Ball bleiben. Das ist, sagen wir mal, von Expert Lead Perspektive zumindest, die Sicherstellung, dass das gesamte Team digital up to speed bleibt.

Arne Hosemann: Genau, also für mich persönlich ist es eigentlich, mich so ein bisschen up to date zu halten. und fast schon absurd, wenn du mich fragst, wie bleibe ich digital, zu sagen, auch mal rausgehen, also auch mal offline, weil ich habe das Glück, hier in Berlin zu sein, in dem angesprochenen Hub, was es da digital Initiativen, Firmen, Meetups gibt, Das ist schon spektakulär. Und wenn man da dabei ist, zuhört, mit den Leuten austauscht, kann man sich auch über Offline extrem weiter digitalisieren, weil man einfach dieses Wissen aufsaugt. Das würde ich sagen, also auch mal ein bisschen raus aus dem eigenen Unternehmen und gucken, was die anderen machen. Das hilft enorm, um sogar auch das eigene Unternehmen besser zu machen.

Matthias Weigert: Da würde ich gerne nochmal aufgreifen, auch die Frage nochmal, das ist die zweite dann auch an euch. Was macht ihr konkret, um euch weiterzubilden? Gibt es irgendwelche ganz konkreten Hinweise zu zum Beispiel Meetups? Welche Meetups oder hört ihr Podcasts? Schaut ihr euch auf irgendwelchen Konferenzen um? Gibt es da vielleicht auch konkrete Beispiele, wie ihr euch selber weiterbildet?

Arne Hosemann: Ja, also ich höre tatsächlich relativ viele Podcasts. Ich versuche immer auch auf Meetups und Messen zu gehen. Und für mich persönlich hat das einen enormen Mehrwert, weil wir natürlich hier auch nicht alles abdecken können. Und wenn ich sehe, was andere machen, dann quasi lerne ich, dass es gefühlt unbegrenzte Möglichkeiten gibt. Also konkret Podcasts, auch Offline-Meetups.

Matthias Weigert: Gibt es so konkret Beispiele, zwei, drei vielleicht, wo die dir gerade in den Kopf kommen?

Arne Hosemann: Hier in Berlin gibt es ja auch so Themen wie React-Meetups, pro Framework gibt es quasi wirklich Meetups, wo man sich drüber unterhält. Für mich teilweise enorm schwer, weil ich habe ja gesagt, was ich studiert habe, aber trotzdem enorm hilfreich. Ich glaube, ich habe mich wahnsinnig aufgeschlaut, hoffe ich, in den 15 Monaten, wenn ich zum Golang-Meetup gehe oder in dem Angular-Meetup, dann sieht man schon, was es eigentlich da für Weiterentwicklungen gibt. Die sind dann schon sehr technisch, dann kann man auch mal ein Level noch mal höher gehen, wo man einfach sagt, was natürlich jetzt gerade überall, hier in Berlin gefühlt jede Woche gibt es Podiumsdiskussionen zu der Rolle von Machine Learning, KI, wie weit ist die KI? Da gibt es unglaublich viele Angebote und die muss man halt wahrnehmen. Ich würde gerne viel mehr wahrnehmen, fairerweise, aber das Unternehmen hält einen schon busy. Ich glaube aber, dass das sehr, sehr gut ist. Und letzter Punkt von mir sind, wir machen immer einmal wöchentlich eine Schulung, also dass wir mal mit dem CTO oder unserem Lead Architect, die dann einfach dem Team jede Woche mal ein neues Thema mitgeben, was sich aktuell so tut, ist auch nochmal enorm wertvoll.

Alexander Schlomberg: Wenn ich jetzt einfach mal so auf die letzte Woche zum Beispiel bei mir schaue, ist es eine Mischung irgendwie zwischen Experten-Inputs, physischen Meetings und, sagen wir mal, innerhalb von Expert-Lead von unseren Techies lernen. Und du startest deinen Montagmorgen mit einem bekannten Tech-Podcast, du hast Meetings, wie du dein nächstes Offset, offline-Meeting planst. Wir planen zum Beispiel gerade ein PHP-Meetup hier in Berlin. Wir haben im letzten Monat ein Python-Meetup organisiert. Das sind einfach so inhaltliche Themen, die man bespricht und da auch up to speed bleibt. Dann war ich am Donnerstag in München auf dem Deutschen Innovationsgipfel, was eine sehr, sehr coole und spannende Konferenz ist, wo wir einen kleinen Speaker-Slot hatten, aber logischerweise drumherum ganz viele andere digitale Workshops mitnehmen konnte und dort auch extrem viel lernen konnte. Und dann hatten wir am Freitag unser angesprochenes Tech-Meetup, wo unsere Techies uns aufschlauen, Was, glaube ich, mal so eine ganz gute beispielhafte Woche ist und wie man schon versucht, über verschiedenste Kanäle an den digitalen Themen dran zu bleiben.

Matthias Weigert: Top, also ihr haltet euch eben auch über die Communities, über den Austausch. Nicht alles ist digital, sondern einiges ist eben doch noch analog und im direkten Austausch entsprechend fit. Jetzt ganz zum Schluss, wie können die Hörer mit euch in Kontakt treten, wenn sie weitere Fragen haben, vielleicht auch Interesse haben, sich als Freelancer zu bewerben? Wie finde ich euch?

Arne Hosemann: Ich glaube, wir sind beide auf LinkedIn unterwegs. Ich weiß nicht, ob wir im Rahmen hier des Podcasts auch Kontaktdaten teilen können. Das können wir gerne auch machen. Immer offen für Feedback auch, Fragen. Wenn Tech-Freelancer zuhören und Lust haben, die sollen sich einfach gerne bewerben. Können sie auch online machen, natürlich direkt über die Website. Und wenn sogar Leute da draußen sind, die Lust haben, bei uns mitzumachen, sprich hier zu arbeiten, sehr, sehr gerne. Wir heiern gerade mehr als zehn Positionen von Tech bis Sales. So ziemlich alles eigentlich, weil wir eben viel Bedarf sehen. Sehr, sehr gerne einfach bei LinkedIn anschreiben oder in den vielleicht nachher von dir geteilten Kontaktdaten.

Alexander Schlomberg: Genau. Und ich glaube, sonst auch alles auf expertlead.de. Da gibt es die Formulare für Freelancer, für Kunden. Da gibt es die E-Mail-Adressen für Jobs und logischerweise auch unsere Kontaktdaten nochmal zu finden.

Matthias Weigert: Perfekt. Dann Alex, Arne, vielen Dank für das Gespräch. Ich glaube, es war sehr, sehr interessant.

Arne Hosemann: Vielen Dank.

Alexander Schlomberg: Vielen Dank dir.

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HR

Diese Episode dreht sich schwerpunktmäßig um Digitalisierung: Der Spagat zwischen digitaler Transformation und Unternehmenskultur ist eine echte Herausforderung. Doch keine Sorge, mit Mathias Weigert hatten wir dazu regelmäßig einen Gastmoderator, der dir zeigt, wie echter Kulturwandel funktioniert, wie das digitale Mindset ins Team kommt und wie du digitale Talente findest.