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Matthias Weigert: Hallo und herzlich willkommen zu einem neuen People-First-Podcast von Digital Kompakt. Mein Name ist Matthias Weigert und ich bin Geschäftsführer der Unternehmerschmiede. Die Unternehmerschmiede unterstützt Unternehmen dabei, digitale Innovationen erfolgreich umzusetzen, indem wir die richtigen Teams gewinnen und schmieden. Das heißt vor allem erfolgreich machen. Wenn dieses Thema auch für euch interessant ist, kommt gerne über LinkedIn direkt auf mich zu. In unserem Podcast People First geht es um das Thema Mensch in der digitalen Welt. Heute sprechen wir über das Thema Zukunft. Es geht um das Futurium, ein Haus der Zukunft, das in Berlin gebaut wurde, ein Ort, dem Menschen die Zukunft erleben können. Nach dieser Folge weißt du, wie wir alle Zukunft schon heute erleben können. Wir werden über die Menschen sprechen, die hinter dem Gestalten der Zukunft stehen und welche Profile es braucht, um Zukunft erlebbar zu gestalten. Wir wollen auch über den Tellerrand Deutschlands hinaus blicken und schauen, wie die Zukunft international erlebbar gestaltet wird. Zu Gast im Podcast habe ich heute einen sehr besonderen Menschen, einen Menschen, der tatsächlich aus der Zukunft kommt. Stefan Brandt. Stefan, herzlich willkommen bei uns im Podcast.
Stefan Brandt: Schön, dass ihr bei mir seid.
Matthias Weigert: Stefan, du bist Direktor des Futuriums. Magst du dich einmal kurz vorstellen, persönlich und danach vielleicht das Futurium?
Stefan Brandt: Gerne. Vielleicht fange ich mit dem Futurium selber an. Du hast ja gesagt, Haus der Zukunft. Es ist sogar noch ein bisschen mehr. Es ist nämlich Haus der Zukünfte. Also wir verwenden den Plural ganz bewusst, weil wir im Prinzip in diesem Haus auch gar nicht beteiligen. behaupten wollen, dass wir wüssten, wie die Zukunft wird. Also wir sagen hier nichts voraus. Wir sind keine Wahrsager und wir haben auch nicht irgendwie die magische Kugel, in die man schaut und wo man alles sieht, sondern wir legen verschiedene Optionen auf den Tisch, unter anderem auch in der digitalen Welt. Also was könnte an digitalen Themen, an technologischen Themen auch auf uns zukommen? Aber wir richten unseren Blick genauso auch auf Naturthemen, auf den Klimawandel, wie gehen wir verantwortungsvoller mit unserer Umwelt um, aber auch auf uns selber. Also Zusammenleben, gesellschaftliche Zusammenarbeit, Werte, die uns wichtig sind, auch das spielt bei uns eine Rolle. Also, wie man so schön sagt, ein ganzheitlicher Blick auf die Zukunft, das wollen wir hier versuchen in diesem Haus, Debatten anregen und eben mit diesem offenen Begriff auch deutlich machen, es ist noch Gestaltungsspielraum da. Es ist eben nicht so, dass jetzt schon alles feststeht und man die Zukunft nur noch erdulden muss, die irgendjemand anders für einen schon festgelegt hat. Nein, so ist das nicht. Und wir tun das auf drei unterschiedlichen Ebenen. Wir haben eine Ausstellung mit drei großen Schwerpunktbereichen, eben Mensch, Natur, Technik. Da sieht man auch wieder diese ganzheitliche Ausrichtung. Es geht nicht nur um Technologie, sondern eben auch um diese beiden anderen Dimensionen. Wir haben ein sogenanntes Futurium Lab. Da geht es darum, dass wir dort die Möglichkeit eröffnen, Dinge auszuprobieren, in Workshops an Zukunftsthemen zu arbeiten. Also so ein richtiger interaktiver Erlebnisraum, aber mit einer starken Workshop- und Bildungskomponente. Und dann haben wir das Forum mit Veranstaltungen. Da kann mal ein Wissenschaftler auch gern mal ein international bekannter Star sprechen, aber dann immer wieder so, dass ihn auch viele Menschen verstehen. Genauso haben wir aber auch Formate, die sind ganz niedrigschwellig. Da gibt es ein Kneipenquiz über Zukunftsfragen. Also wir versuchen sehr viele Menschen anzusprechen. Zukunft geht uns alle an, das ist das Prinzip. Deshalb ist der Eintritt in dieses Haus auch bis Ende 2022 kostenfrei. Denn es soll niemand ausgeschlossen sein, aus finanziellen Gründen sich mit Zukunft auseinanderzusetzen. Das ist das Futurium und wir sind jetzt Mitte Dezember, haben über 300.000 Besucher schon, obwohl wir erst am 5. September eröffnet haben. Das zeigt also, innerhalb weniger Monate so viele Menschen. Irgendwo trifft das Ganze offenbar den Nerv der Zeit und ist relevant und für viele Leute wichtig. Und ich hoffe, es bleibt so. Und es finden auch viele aus Hamburg und anderen Städten den Weg zu uns. Was mich selber betrifft, würde ich sagen, habe ich schon unterschiedliche Richtungen in meinem Leben ausprobiert. Es passt aber, glaube ich, am Ende alles in eine Linie. Mir war es immer wichtig, zu gestalten, also nicht nur nur in Anführungsstrichen zu verwalten oder Dinge auszuführen, sondern wirklich selber daran mitzuwirken, vielleicht auch Gesellschaft besser zu machen oder Menschen zu helfen, vielleicht auch ihr Potenzial zu entwickeln. und das Es können einzelne Menschen sein, es können aber auch viele Menschen sein. Ich glaube, die jetzige Tätigkeit bietet die Chance, auf sehr viele Menschen zuzugehen und ihnen auch Mut zu machen, eben Zukunft mitzugestalten. Insofern ist es auch eine gesellschaftliche Aufgabe. Und diesen Anspruch, den hatte ich glaube ich schon immer, aber ich habe ihn unterschiedlich ausgelebt. Ich habe angefangen, ich bin in Weimar geboren, also in der ehemaligen DDR. Das ist eine Stadt mit sehr viel Kultur. Ich war am Anfang auch sehr stark auf der Kulturschiene. Ich habe unter anderem Musikwissenschaft studiert, Geschichte, Medienwissenschaft auch, aber ich habe auch Musik selber gemacht. Also das Musikthema war mir sehr wichtig, ist mir immer noch wichtig, aber die berufliche Entscheidung fiel dann doch anders. Ich habe mich entschieden, dann, was man so schön Kulturmanagement nennt, zu tun oder zu machen. Aber um das nach meinem Musikwissenschaftsstudium auch wirklich in die Wege leiten zu können, brauchte ich Wirtschaftsexpertise und deshalb bin ich einige Jahre zu einer großen Unternehmensberatung, nämlich McKinsey, gegangen. Ich war dort über sieben Jahre und habe dort dann sehr intensiv an auch wirklich hardcore Wirtschaftsthemen gearbeitet. Da habe ich ganz wenige Kulturthemen. Ich habe auch ein bisschen Kultureinrichtungen beraten, waren auch schöne Projekte, aber sehr viel auch Gesundheitswesen, auch Chemieindustrie, also viele andere Themen. Es war auch ganz spannend hat mich natürlich mit ganz vielen anderen kontexten berührung gebracht. und dann nach einer weiteren station kam ich dann in die hamburger kunsthalle und habe zum ersten mal dann diese vision kulturmanagement auszuüben ausgeführt. von 2012 bis 2017 war das sofern hamburg Eine Station, eine wichtige und schöne Station in meinem Lebenslauf. Und dann wurde ich 2017 angesprochen, Direktor hier des Futuriums zu werden. Und dieses Haus, was damals noch, war zwar gerade fertig gebaut, aber noch nicht eröffnet. Das Konzept musste finalisiert werden. Es musste das, was ich gerade beschrieben habe, wirklich auf die Straße gebracht werden. Das war dann die Aufgabe. Und seitdem bin ich hier und bin sehr froh, dass wir eben diese Eröffnung feiern konnten. So viel zu mir vielleicht.
Matthias Weigert: Perfekt, sehr, sehr spannend. Also auch da zeigt sich schon wieder unterschiedliche Perspektiven. Magst du noch ein bisschen was vielleicht sagen zu dem Projekt, Warum gibt es das Futurium? Was waren die Auslöser dafür, hier eine eigene Stätte zu finden, um Zukunft erlebbar zu machen?
Stefan Brandt: Es ist interessant, weil die Geschichte dieser Einrichtung oder die Grundidee, die geht weit vor die Zeit zurück, an der ich hier begonnen habe. Die ersten Ideen sind wohl schon so um 2010 entwickelt worden. Damals war es noch relativ stark ein Fokus, hier zu zeigen, wie innovativ und technisch voraus die deutsche Industrie und auch Forschungswelt ist. Das war das Ziel 2010. Also es war noch stärker technologiefixiert und auch stärker auf so eine bestimmte Innovationsdimension ausgerichtet. Und das hat sich dann schon vor meiner Zeit gewandelt und wurde zu einem breiteren, offeneren Herangehen. Das wurde eben dann deutlich, dass diese alleinige Technologiefixierung wahrscheinlich auch nicht ausreicht, um viele Menschen anzusprechen. Es geht ja auch darum, schon allein die Frage, spreche ich mir zum Thema nur Männer an oder auch Frauen? Ist eine Frage, da muss man sich sehr sorgsam auch stellen, denn also beispielsweise die großen Technikmuseen, wo Technik sehr stark auch als Begriff so im Mittelpunkt steht, haben eben weiterhin also einen viel höheren Anteil an männlichen Besuchern als an weiblichen beispielsweise. Das ist zwei Drittel, ein Drittel hier. Hier hingegen haben wir sogar leicht mehr Frauen als Männer, obwohl wir uns auch mit Technologiethemen beschäftigen, aber eben doch noch mal einen anderen Zugangsweg, der breiter ist und ich glaube auch gesellschaftlich insgesamt jetzt über die reine Genderfrage noch ganz viele andere Gruppen anspricht und auch Menschen mit Bildungshintergrund, mit großem Bildungshintergrund oder eher mit kleinerem Bildungshintergrund, unterschiedliche soziale Herkünfte. Ich glaube, es war eine gute Entscheidung, diesen Fokus zu erweitern. Technologie ist immer noch wichtig. Auch Digitalisierung. Aber ich glaube, Zukunft kann man nicht nur durch diese eine Brille sehen. Insofern war sozusagen der Anfangsimpuls, das Haus zu gründen, ein etwas anderer, als es sich heute entwickelt hat. Und ja, jetzt sind wir in einer Situation, wo Menschen sehr viel über Zukunft nachdenken, vielleicht sogar mehr als noch vor drei, vier Jahren. wo es immer um die Frage geht, wie soll es weitergehen, wie wollen wir leben, was ist uns wichtig, was sind die Werte, wie können wir auch das, was uns wichtig ist, vielleicht auch bewahren. Da geht es ja nicht nur immer ums Weiterentwickeln, sondern auch ums Bewahren, darf man nicht vergessen. Und das hat dann dazu geführt, dass dieses Haus sich zunehmend angereichert hat mit Inhalten.
Matthias Weigert: Sehr, sehr interessant, nochmal zu sehen, auch das Thema Bildung, auch aus deinem Lebenslauf, was du gesagt hast, was dich treibt, Menschen kontinuierlich ein Stück besser zu machen. Was sind ganz konkrete Formate, Beispiele, vielleicht auch mal, du hast ja die drei Ebenen genannt, aber gibt es konkrete Beispiele, wie ihr Menschen dabei begleitet?
Stefan Brandt: Das ist in all diesen drei Programmsäulen der Fall. Also in der Ausstellung ist es so, da haben die Besucherinnen und Besucher durch so ein kleines Armband mit einem RFID-Chip die Möglichkeit, sich da, wo sie es spannend finden, an den Ausstellungsstationen sozusagen zusätzlich Informationsbedarfe abzuspeichern auf diesem Chip. Und dann später von zu Hause aus, da bekommen Sie in einer Zukunftsmaschine dann noch einen Code ausgedruckt und auch eine Postkarte Ihres Zukunftsrundgangs hier. Aber mit diesem Code können Sie von zu Hause dann nochmal auf Inhalte zugreifen, die Sie eben besonders interessiert haben. Und damit haben Sie die Chance, das Futurum ein Stück weit auch in Ihr Leben hineinzutragen. In unserem Lab geht es ganz konkret um Methodenkompetenzen. In Workshops kann man eben dann sich sowohl Technologien annähern, auch mal selber beispielsweise eine kleine mobile Wetterstation bauen, die Feinstaubwerte misst und das dann von zu Hause aus bedienen. Also lernt man sowohl das Technische als auch später sozusagen die Auswertungskompetenz. Und die Workshops selber vermitteln natürlich auch eine Menge an Wissen. Und in unseren Veranstaltungen, da hatten wir auch zum Teil jetzt schon Veranstaltungen, in denen es in der Tat darum ging, ganz konkret Lösungen beispielsweise im Bereich Klimaschutz zu entwickeln. Wir hatten den Klimathon zusammen mit Climate Kick, das ist so eine europäische Initiative. Und dort waren 150, ja, zumeist junge Menschen, die sich hier eine Nacht lang oder 24 Stunden lang im Futurium aufgehalten haben und an ganz konkreten Challenges zum Bereich Klimaschutz hier in Berlin gearbeitet haben. Also auch wirklich Impact dann, denke ich jetzt, auch erzielt haben und mitgenommen haben ins Leben.
Matthias Weigert: Jetzt ist auf der einen Seite ja das Thema Bildung ein ganz zentrales. Jetzt stelle ich mir die Frage, welche Menschen stecken denn auf der Seite des Futuriums dahinter, die das Ganze bauen und auch immer wieder neu denken vielleicht? Also wie seid ihr aufgestellt innerhalb des Futuriums?
Stefan Brandt: Ich glaube, wir haben eine wirklich große Bandbreite an Profilen hier. Also von der Ausstellungsmacherin mit einer ganz, ganz starken und auch langjährigen Expertise im Ausstellungsentwickeln, natürlich ganz wichtig ist, wenn man auch so eine große Ausstellung hier eben hat, bis hin zu Menschen, die vielleicht vorher sogar als Spieleentwickler gearbeitet haben und dann besonders gut sich einbringen können hier. wenn es darum geht, spannende Workshop-Formate, Bildungsformate und ähnliches zu entwickeln. Natürlich haben wir auch viele, ich würde mal sagen, Digital Natives, für die das jetzt überhaupt kein Thema ist, sich in den sozialen Medien zurechtzufinden. Wir haben jetzt nicht unbedingt Programmierer oder sowas hier im Haus, also jedenfalls keine Hauptberuflichen. Das ist nicht unbedingt ein Fokus der Arbeit hier, aber wir haben Menschen, die damit umgehen können, die sich damit wohlfühlen, vertraut fühlen. Aber wir haben auch Menschen, für die das Thema vielleicht nicht so hoch hängt sozusagen, die das vielleicht mitnutzen, aber die sich auch noch eine starke analoge Komponente in ihrem Leben bewahrt haben, was ich auch wichtig finde. Ich glaube, gerade um Digitalisierung gut zu verstehen und zu beherrschen, bedarf es auch manchmal analoger Phasen, also einer gewissen Entkoppelung. weil ich sonst nicht zu diesem Reflektieren und Nachdenken komme, das in dieser Kurztaktigkeit manchmal verloren geht. Also wir haben ganz viele unterschiedliche und sowohl von, sag ich mal, wissenschaftliche Profile bis hin zu eher technischen Profilen. Das gehört ja alles dazu, wenn man so eine Einrichtung hat, die sozusagen Ausstellung, Labor und Bühne zugleich ist, wenn ich das mal so sagen darf.
Matthias Weigert: Wie viele Menschen sind ungefähr hier jetzt beschäftigt in diesem Komplex, der ja doch sehr groß ist?
Stefan Brandt: Also wir haben rund 50 Menschen. Das Team wurde in den letzten Jahren zunehmend weiterentwickelt. Angefangen haben ein oder zwei vor ungefähr fünf Jahren. Also man sieht auch, was das für eine Entwicklung war. Da war ich aber noch gar nicht an Bord. Als ich hierher kam, waren es vielleicht so 30 oder 25. Und jetzt sind wir eben bei knapp 50 und das sind Profile vom Wissenschaftler bis hin eben zum Techniker oder auch zur Verwaltungsangestellten. Die sind alle bei uns im Team. und dann gibt es noch zusätzliche, beispielsweise die Guides, die die Führung machen oder auch die Aufsichten, die sozusagen auch nochmal dazukommen, die jetzt nicht direkt bei uns angestellt sind, sondern entweder bei Dienstleistern oder eben anderen Gesellschaften.
Matthias Weigert: Und wenn du jetzt nochmal so ein bisschen überlegst, auch aus vielleicht der Vergangenheit, Kunsthalle, jetzt Futurium, die Struktur des Teams hier nochmal anschaust, guckst, wie du es aufgebaut hast, gibt es so gewisse Dinge, wo du sagst, das sind Kompetenzen, die die Menschen mitbringen sollen, die hier die Zukunft mitgestalten, wo du sagst, das eint uns alle so ein bisschen, das sind Dinge wie beispielsweise eher in Richtung Mindset, das alle eine gewisse Grundhaltung mitbringen sollen.
Stefan Brandt: Gibt es da etwas? Ich glaube, die Haupthaltung, die wir hier haben, ist wirklich enormes Engagement für die Idee dieser Einrichtung und für die Einrichtung selber. Denn es, klar, es gibt natürlich für viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei uns gäbe es auch Alternativen woanders. Also ich meine, der Arbeitsmarkt in Berlin ist ja jetzt derzeit doch sehr arbeitnehmerfreundlich dahingehend, dass man viele Optionen hat. Und die Arbeit hier ist durchaus auch sehr anstrengend und intensiv, denn es liegt einmal daran, dass das Thema natürlich immer potenziell grenzenlos ist, Zukunft. Das heißt, wir sind immer dabei auch den roten faden nicht zu verlieren und b auch die möglichkeiten die unendliche möglichkeiten immer wieder auf einen sozusagen praktikables maß unterzubringen. und das ist eine anstrengende arbeit weil man da sehr stark gewichten priorisieren muss. und dann gibt es natürlich enorme anforderungen jetzt auch mit dieser eröffnung mit den vielen die auf uns zukunft. zukunft ist eben auch ein thema das ungenorm viele anschlussmöglichkeiten bietet. zukunft hatte ich ja gesagt geht uns alle an und Ich glaube, viele Menschen fühlen sich davon angesprochen, kommen sehr viele auf uns zu, wollen Feedback geben, wollen auch mitmachen. Also die Arbeit hört wirklich nicht auf und es wurde auch nach der Eröffnung jetzt keineswegs weniger, sondern eher mehr. Das heißt, man muss es wirklich wollen, wenn man hier ist. Man hat natürlich auch einen riesen Hebel, man kommt mit wahnsinnig vielen Menschen in Kontakt, kann Dinge auch bewegen und das möchten eben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch hier. Ich glaube, das eint sie auch alle, dass sie eben einen Unterschied machen wollen, dass sie wirklich was bewegen wollen und auch daran glauben, dass sie dazu beitragen können, vielleicht auch bessere Zukunftsdebatten zu führen und insgesamt zu einem anderen, zu einem besseren, auch konstruktiveren gesellschaftlichen Klima auch beizutragen.
Matthias Weigert: Jetzt ist die Diskussion Zukunft ja keine, die an der Grenze in Deutschland aufhört. Und eine Kompetenz ist ja in der Zukunft auch dieses vernetzte Denken, Handeln, auch sich inspirieren lassen durch unterschiedliche Perspektiven. Wie bindest du, wie bindet ihr hier die internationale Perspektive ein?
Stefan Brandt: Auf mehrere Arten. Also man muss dazu sagen, erstmal ist es natürlich ganz wichtig, damit man sich nicht verzettelt, muss man den Fokus erstmal auf das lenken, was man hier bewegen kann. Das ist in der ersten Phase ganz wichtig. Wir haben immer gesagt, wir müssen uns erstmal hier etablieren. Dann kommt die nationale Ausstrahlung, dann die internationale. Aber es hat sich doch schon auch in der Anfangsphase sehr viel dann in diesen beiden anderen Dimensionen abgespielt. Also wir hatten eine ganz große, beispielsweise nationale Medienabdeckung und auch international. Sehr viele Länder bis hin zur Washington Post haben das wahrgenommen. Also wir waren von Anfang an, obwohl wir da jetzt noch gar nicht so viel dafür getan hatten, aufgrund des Themas und der Ungewöhnlichkeit dieser Einrichtung. Es gibt ja nicht so viele weltweit. waren wir sofort in dem internationalen Diskurs drin. Wir haben natürlich in unserer Ausstellung und in unserem Lab, aber auch in unserem Veranstaltungsprogramm auch immer bewusst internationale Perspektiven mit reingebracht. Das wird in den nächsten Jahren noch mehr werden. Aber wenn man durch die Ausstellung geht, wird man auch immer wieder Referenzpunkte finden, Beispiele aus anderen Ländern, wie es dort gemacht wird, Visionen beispielsweise zur grünen Stadtplanung. Die haben wir weltweit aufbereitet und die sind dort drin. Das wird sich weiterentwickeln. Wir haben auch internationale Gäste, Forscherinnen und Forscher in unserem Veranstaltungsprogramm zu Gast. Hatten wir jetzt auch schon mehrfach Leute, die wirklich vom MIT kamen und über künstliche Intelligenz und Biases, die dahinter stehen, beim autonomen Fahren beispielsweise, berichtet haben. Das war sehr, sehr interessant. Also das ist uns wichtig. Zukunft hört in der Tat nicht an der Grenze auf. Es ist ein internationales Thema. Wir müssen halt trotzdem immer schauen, dass wir da First things first und dann die nächsten Schritte, damit das Ganze immer ein Stück weit auch in der Spur bleibt.
Matthias Weigert: Das heißt auch, das eine ist ja so die Wirkung nach außen. Ich frage auf der anderen Seite, wie, du hattest kurz gesagt, es gibt nicht viele, aber es gibt Einrichtungen. Gibt es auch dort einen Austausch zwischen diesen Einrichtungen? und wenn, gibt es da wieder so Punkte, wo ganz viel schon passiert ist?
Stefan Brandt: Ja, also wir haben jetzt in dieser Eröffnungsphase insbesondere schon einiges an internationalem Networking gemacht. Wir haben uns jetzt zusammengeschlossen mit den Häusern, die international ungefähr auf einer Linie mit uns sind. Das sind eben zum Teil schon existierende Häuser, aber auch viele, die jetzt erst zu langsam an den Start kommen. Es gibt in Brasilien das Museo do Amanha in Rio de Janeiro, es gibt in Japan das Mirai-Khan in Tokio. Das sind beides Häuser, die sich schwerpunktmäßig mit Zukunft beschäftigen. Es wird in Dubai bald ein neues Future Museum entstehen. Und es gibt auch andere Projekte, die noch nicht ganz so nah an der Realisierung sind. Und mit all denen vernetzen wir uns. Hatten wir jetzt schon ein erstes Netzwerktreffen in Amsterdam. Nächstes Jahr wird das hier im Futurium in Berlin stattfinden. Da wird man das auch hier in Deutschland sehen, was dann diese Society ist. Wir hatten auch eine zweite internationale Vernetzung über das Thema Klimaschutz. Wie kann ich da auch einen Beitrag leisten? Also nicht nur dadurch, dass ich jetzt selber möglichst nachhaltig die Energie des Hauses hier produziere, sondern durch die Vermittlung. Wie kann ich Menschen eben dazu motivieren, sich klimagerechter zu verhalten? Und da sind ja Museen durchaus ein spannender Ort. Wenn man weltweit zusammenrechnet, wie viele das sind, trifft man auch, würde ich sagen, mindestens hunderte Millionen von Menschen, wenn man sie alle zusammennimmt. Vielleicht sind es sogar mehr. Also diese internationale Vernetzung, da läuft schon einiges und wird noch mehr kommen.
Matthias Weigert: Nachdem wir jetzt über das Futurium gesprochen haben, über die Grenzen, Internationalisierung, würde ich gerne nochmal so ein bisschen, weil unser Thema ja das Thema Mensch in der digitalen Welt ist, auf eine der drei Dimensionen nochmal konkreter eingehen und auch nochmal vielleicht ein bisschen mit dir diskutieren, so was sind Kompetenzen, die aus deiner Erfahrung, aus deiner Arbeit hier für Menschen zukünftig wichtig sind, um stärker eben auch zu gucken, wie kann ich Aspekte, die Zukunft betreffen, das jetzt und hier schon integrieren.
Stefan Brandt: Also die technischen Kompetenzen, die können andere besser beurteilen. Ich bin ja in dem Sinne kein IT-Fachmann, der sagen kann, für die Digitalisierung müssen sie das und das können. Also mein Gefühl ist, es kann schon nicht schaden und sollte in der Tat an Kompetenzen auch ausgebaut werden, wenn man in der Lage ist, eben in Algorithmen, sage ich mal, umgangssprachlich hineinschauen zu können. Denn das ist ja eines der großen Probleme. Probleme auch, wenn ich über künstliche Intelligenz nachdenke. Wer macht die Entscheidungskriterien? Wer hat am Ende eine Steuerungskompetenz? Damit wir eben nicht nur sagen, das ist jetzt die Black Box, die für uns irgendwelche Entscheidungen trifft und wir vertrauen ihr blind. Das kann ja nicht das Ziel sein. Das heißt, es wird wichtig sein, möglichst viele Menschen zu haben, die das übersetzen können. was da drin steckt und dies möglicherweise auch oder möglichst dann natürlich auch selber beeinflussen können. Das bleibt aber dennoch, da bin ich Realist, einer, denke ich, relativ spezialisierten Gruppe von Menschen vorbehalten. Denn wenn ich mir anschaue, wie wir auch mit unseren Smartphones umgehen, da haben die wenigsten Menschen ein tiefergehendes Interesse, in irgendwelches Coding und Ähnliches einzusteigen. Man nutzt es, es ist Convenience, es geht um Convenience. Das heißt, um in der Digitalisierung erfolgreich zu sein, brauche ich wirklich eher so Grundkompetenzen, die ich eigentlich auch in anderen Feldern des Lebens brauche. Ich brauche eine Kritikfähigkeit. Ich muss in der Lage sein, sage ich mal, Potenzial von Risiken zu unterscheiden und vielleicht auch abzuwägen, was ist wichtiger. Ich muss überhaupt reflektieren können. Das heißt, ich brauche diese Freiräume. Ich hatte es schon mal gesagt, ich muss auch reflektieren. in der Lage sein, mich nicht nur die ganze Zeit mit etwas zuzuballern, sondern ich muss dann auch mal aushalten, ein paar Stunden einfach nachzudenken. Das ist wahnsinnig schwer. Es gibt immer irgendwas, was man machen kann. Man kann eine Mail schreiben, man kann WhatsApp, was auch immer. Die ganze Zeit Twitter rund um die Uhr. Aber ich glaube, Wer das nicht schafft, der vergibt sehr viel und kommt dann eher in so eine Erfüllungslogik rein, dass man alles dann umsetzt, was andere einem dann auftischen. Also ich glaube, wir brauchen Reflexionskompetenz, Kritikkompetenz, wir brauchen interdisziplinäre Profile, wir brauchen Menschen, die nicht nur eine Sache super können, im Silo versteckt oder sich da reingebohrt, sondern die diese Grenzen durchbrechen. diese Mauern auch durchbrechen von Disziplinen, von Denkweisen. Also eigentlich brauchen wir sehr viele Visionäre auf die Weise, wie ich es jetzt beschrieben habe. Und ich glaube, dann können wir auch erfolgreich sein in der Digitalisierung, die einfach große Chancen bietet auf der anderen Seite, aber eben auch das Risiko beinhaltet, dass wir uns sehr, sehr passiv ihr gegenüber verhalten. Und das würde ich gerne vermeiden.
Matthias Weigert: Ich glaube, das deckt sich auch sehr schön mit den Ansätzen, die es auch bei anderen Instituten gibt, zum Beispiel den 21st Century Skills, die ja von der OECD so ein bisschen entwickelt worden sind. Ergänzend dazu gab es noch so das Thema Optimismus, wo wir gemerkt haben, viele haben doch sehr stark Angst vor der Digitalisierung. Ist das auch etwas, wo du merkst, wenn hier Menschen herkommen, ist es eher das begeistert von der Zukunft sein oder ich habe eher ein Stück Respekt davor, was passiert?
Stefan Brandt: Untersuchungen zeigen, dass der Anteil derjenigen, die nicht nur mit Optimismus auf die Zukunft schauen, auch gerade in Deutschland durchaus hoch ist. Damit meine ich aber nicht, dass das alles nur Pessimisten sind. Es gibt Untersuchungen, die zeigen, dass viele Menschen für ihre persönliche Zukunft eigentlich relativ optimistisch sind, aber für die gesellschaftliche weniger optimistisch. Das heißt, sie sehen sozusagen so ein Klima, das schwierig ist, ein gesellschaftliches Klima, was sich vielleicht auch ein Stück weit eintrübt. glauben aber doch immer noch, dass sie persönlich in ihrem Bereich dann doch zuversichtlich nach vorn schauen können. Das heißt, also sind jetzt auch nicht alles geborene Pessimisten, sondern es wird differenziert. Ich sage immer, ich bin persönlich ein realistischer Optimist. Ich bin optimistisch dahingehend, dass ich an Gestaltungsoptionen glaube und es meines Erachtens auch keine Alternative dazu gibt, weil es gibt ja keine Macht, die uns die Entscheidungen abnimmt. Wenn wir es nicht lösen, gibt es niemanden, der es kann. Insofern sind wir an sich auch allein schon von der Logik her dazu aufgerufen, uns auch mit möglichst vielen anderen Menschen zu verständigen auf eine gemeinsame Linie. Und Abgrenzungen mögen vielleicht kurzfristig das Gefühl geben, dass man Dinge unter Kontrolle hat, aber sie werden mittelfristig zu noch größeren Schwierigkeiten führen. Da bin ich auch von überzeugt. Aber ich anerkenne, dass es schwierig ist, dieser Weg und dass er sehr viele Reibungsflächen mit sich bringt. Und deshalb glaube ich, das ist der Blick, den wir auch haben. Wir wollen optimistisch sein, indem wir an das Gestalten glauben. Aber wir wissen, dass das Gestalten schwer ist und wir sehen, dass eben auch viele Risiken auf diesem Weg lauern. Und die verschweigen wir nicht. Wir sind keine Zentrale des rosa-rot-Sehens. Das sind wir nicht am Futurium.
Matthias Weigert: Du hast da Kinder auch, hast gesagt, also auch unterschiedliche Generationen. Merkst du, dass der Umgang unterschiedlicher Generationen hier unterschiedlich ist, auch gerade mit diesen Themen?
Stefan Brandt: Auf jeden Fall. Also ich glaube, dass natürlich die nächste Generation oder vielleicht schon die übernächste, dass die natürlich noch organischer auch mit diesen ganzen digitalen Themen aufwächst. Da sind Kompetenzen dann durchs Doing schon in ganz jungen Jahren vorhanden. Zumindest auch was die Bedienfähigkeit angeht. Und da stellen sich vielleicht dann auch manche Fragen. Das ist auch okay. Ich glaube, es war immer so, dass eine Generation, die anderes gekannt hat, natürlich auch den Verlust gespürt hat. Wenn man das gar nicht erst kennt, dann wächst man da vielleicht auch ein Stück unbeschwerter auf. Ich glaube, dass Kinder und Jugendliche generell noch offeneren, unvorstellteren Blick auf Zukunftsthemen haben. Ist aber auch wichtig, wir haben ein großes Bildungsprogramm auch bei uns. Also wir haben in unserem Futurium Lab Bildungsmaterialien entwickelt, die in tausendfacher Ausführung jetzt auch gedruckt und produziert werden oder die man auch online runterladen kann und mit denen man Schulunterricht machen kann zu Zukunftsthemen. Auch ins Futurium kommen kann, aber auch in der Schule vor Ort kann der Lehrer dann oder die Lehrerin das machen. Also ich glaube, das ist ganz wichtig, dass wir diesen unverstellten Blick, dass der möglichst lange erhalten bleibt. Und die Bedenken kommen noch früh genug dazu. Das ist fast unvermeidlich mit wachsendem Lebensalter.
Matthias Weigert: Habt ihr aus dem Futurium heraus eine Meinung oder vielleicht auch persönlich eine Meinung zum Thema, wie viel Digitalisierung braucht Bildung, Schulbildung vor allen Dingen? Es gibt ja so zwei Läger, die einen sagen so bloß nicht und gar keine digitalen Spielzeuge. Die anderen sagen so möglichst früh auch schon heranführen an digitale Instrumente. Geht gar nicht mal ums Coden, sondern einfach nur um den Umgang damit. Gibt es da so eine Meinung?
Stefan Brandt: Ich bin schon der Meinung, dass die Hauptfrage bei guter Schule, bei gutem Unterricht schon die ist, habe ich gute Lehrerinnen und Lehrer? Und gut war vor 200 Jahren noch anders konnotiert als heute. Und ich würde sagen, ja, da gehört auch dazu, dass Lehrerinnen und Lehrer anerkennen und wissen, dass das ein ganz wichtiges Thema ist und dass sie das auch in ihren Unterricht integrieren auf die eine oder andere Weise. Ich glaube aber, die Fixierung auf technische Lösungen, die wir hier gerne haben in Deutschland, gerade im Bereich der Schule, verhindert sie meines Erachtens die Diskussion um die eigentlichen Problemfelder. Wir müssen es schaffen, dass Menschen mit hoher Motivation und mit hohen Fähigkeiten sich angespornt fühlen, Lehrerin und Lehrer zu werden. Und das ist zum Teil der Fall, aber es ist meines Erachtens noch nicht genug der Fall. Wir müssen es schaffen, dass dieser Beruf, glaube ich, wieder so attraktiv wird, dass man eben nicht über Lehrermangel klagt. Und das löse ich jetzt erstmal nicht durch den Einsatz von iPads oder nicht im Unterricht, sondern das löse ich darüber, dass ich eine Zieldebatte führe, was soll Schule eigentlich überhaupt erreichen. Da gehört dann wieder die Digitalisierung als eine von mehreren Kompetenzen sicher dazu. Es geht um eine finanzielle Ausstattung, es geht um eine Wertschätzung eines Berufsbildes, es geht auch darum, Wie sieht eigentlich die Balance aus zwischen Elternwunsch, Schülerwunsch, Lehrerwunsch? Das sind auch verschiedene Aspekte, die zusammenkommen müssen. Ich glaube, Schule ist ein so komplexes System und es gibt so viele Stellschrauben, an denen zu arbeiten ist, dass man meines Erachtens nicht erfolgreich ist, wenn man da nur an einer einzigen Stelle zieht. Man wird Probleme an anderer Stelle verursachen.
Matthias Weigert: Vielen Dank für den Ausblick, denn das ist wichtig, auch gerade in Bezug auf zukünftige Generationen und wie wir die eben entsprechend auch heranführen können. Nicht nur aus einer Gesellschaftsperspektive, sondern eben bei uns auch sehr stark aus der Begleitung von Unternehmen. Jetzt kommen wir schon so ein bisschen zum Ende. Die Frage, die sich natürlich aufdrängt, ist, wie sieht die Zukunft des Futuriums aus?
Stefan Brandt: Auch das kann ich ja im Prinzip heute noch nicht sagen. Ich kann nur sagen, was wir vorhaben. Was sich davon dann materialisiert, wird man sehen. Ich hatte es ja schon mal angedeutet. Ich glaube, wir haben uns jetzt schon mal ganz gut in Berlin etabliert. Auch da, glaube ich, kann man noch mehr machen, werden wir auch machen. Nächster Schritt ist sicher auch noch, stärker national sichtbar zu werden. Das wird unter anderem dadurch geschehen, dass das Futurium mobil wird. Also wir möchten das Futurium in die Regionen bringen. Insbesondere auch die Regionen, die vielleicht nicht unbedingt, ja, in der Metropolregion sind, eher die, an denen vielleicht Zukunftsentwicklungen eher vorbeigehen, die Flächenregionen. Da möchten wir mit dem Futurum hinterarbeiten. Wir haben ein Konzept, wie das funktionieren kann. Wir möchten unser Bildungsprogramm ausbauen. Wir haben viel mehr Bedarf für beispielsweise Schulworkshops, als wir derzeit decken können. Unser Programm ist jetzt schon bis weit ins Frühjahr ausgebucht. Wir müssen die internationale Vernetzung dann auch durch die digitale Ebene sicherstellen. Wir haben jetzt so circa, ich glaube, 35.000 digitale Follower auf den unterschiedlichen Kanälen, das ist ordentlich. Aber perspektivisch wollen wir natürlich viel weiter, wollen wir auch die 100.000er Marke überschreiten, um einfach auch viel schneller mit möglichst vielen Menschen in Kontakt zu kommen. Und noch längerfristiger wollen wir dann auch wirklich zu einer Art digitaler Anlaufplattform für Zukunftsthemen werden. dass man, wenn man im Idealfall sagt, ich möchte mich zu Zukunftsthemen im Bereich Mensch, Natur, Technik informieren oder da erste Anregungen bekommen, dass man da auf die Futurium-Präsenz zusteuert. Das ist aber eine Sache, das braucht fünf, das braucht vielleicht auch zehn Jahre. Ja, also das ist uns wichtig. Dann planen wir hier auch noch in Berlin ein Zukunftsfestival mit Partnern im Umfeld. Also wir wollen das Thema Zukunft dann auch im Stadtbild und in der Stadtgesellschaft deutlich machen. Eben unsere Netzwerke mit den internationalen Partnern auch durch Kooperationen weiter ausbauen. Es gibt eine Menge, was wir hier am Futurium tun wollen, um eben das Ziel, möglichst viele Menschen mit Zukunft in Berührung und Beziehung zu setzen, dann tatsächlich auch zu realisieren.
Matthias Weigert: Also zusammengefasst dann auch den Ort praktisch Zukunft erlebbar zu machen, variabel zu gestalten, die Breite einer Gesellschaft auszurichten und dann eben auch damit darüber zu wachsen.
Stefan Brandt: Genau, also den Ort wirklich noch stärker zu bespielen, mobil zu werden und in der digitalen Welt tatsächlich noch einen stärkeren Footprint dann auch zu erzielen.
Matthias Weigert: Super, jetzt habe ich abschließend noch mal so meine zwei Fragen. Die eine Frage ist ganz einfach. Wie hältst du dich selber digital?
Stefan Brandt: Ich bin sehr offen für verschiedene Tools, die dann immer wieder neu kommen. Also ich bin vielleicht nicht ein Early Adapter, aber wenn mir jemand erzählt, das könnte man mal ausprobieren, dann mache ich das. Ausprobierer. Also ich brauche da nicht viele Anleitungen. Also bei mir kann sozusagen ein digitales Tool am besten landen, wenn ich es möglichst intuitiv ausprobieren kann. Da habe ich dann auch keine Angst davor. Ich weiß, dass es in älteren Generationen schwieriger ist, dass die dann Angst haben, dass sie das Gerät zum Explodieren bringen oder so. Aber das ist bei mir nicht der Fall. Ich probiere das einfach aus und dann funktioniert es. Insofern habe ich viel Kontakt über die sozialen Medien. Ich habe auch einen Twitter-Account, einen LinkedIn-Account und so weiter. Also ich stehe da auch viel in Bezug mit Menschen aus dem Netzwerk. Das ist auch, glaube ich, viel mehr, als es früher möglich war. Da hätte man die ganze Zeit Briefe schreiben müssen. Und jetzt geht das natürlich viel schneller, das hinzubekommen. Und ich habe hier im Futurium natürlich das Privileg, immer wieder auch über neue Entwicklungen informiert zu werden. Wir haben hier Fachkonferenzen, da gehe ich auch gerne mal hin, wenn ich es im eigenen Haus schon habe, nutze ich das natürlich danach aus. Wir haben auch viele Forscherinnen und Forscher, die hier zu Gast sind. Also ich halte mich da über unterschiedlichste Kanäle up to date.
Matthias Weigert: Gibt es so ein paar, vielleicht ein, zwei konkrete Hinweise, Menschen, denen du folgst beispielsweise oder Institutionen, denen du folgst, wo du merkst, da ist eine Menge Inhalt, die dich anspricht, auch wie du dich weiterbildest?
Stefan Brandt: Ja, es gibt ja einige, beispielsweise das Weizenbaum-Institut für die digitale Gesellschaft. Das ist eigentlich ein sehr schönes Projekt an der Schnittstelle von technischer Kompetenz bis hin zu ethischer Expertise und Beurteilung. Und ich glaube, das zeigt dieses Spannungsfeld auch ganz schön auf, was in der Digitalisierung steckt. Da sind wir viel in Kontakt. Verschiedene andere Institutionen, das wäre jetzt fast, ich glaube, würde den Rahmen sprengen, die jetzt alle aufzuzählen. Aber es gehört ja auch der wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung, der WBGU, macht jetzt auch zu Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Also mich interessieren so diese Schnittstellen zwischen scheinbar entfernten Begriffen. Was hat Nachhaltigkeit mit Digitalisierung zu tun? Da lernt man, es geht in beide Richtungen. Nachhaltigkeit, Umweltschutz, Klimawandel, Schutz sozusagen oder Klimawandelverlangsamung kann ich ja natürlich auch durch digitale Tools auch mit befördern. Umgedreht heißt Nachhaltigkeit ja auch, wie mache ich eine nachhaltige Digitalisierung? Es geht ja auch in die andere Richtung. Nachhaltig heißt für mich, Digitalisierung auch menschenfreundlich, gesellschaftsfreundlich zu machen. Und das ist die andere Richtung, die man auch bedenken muss. Und diese beiden Pole zusammen sind doch in einigen Initiativen ganz gut abgestimmt. abgebildet jetzt.
Matthias Weigert: Stefan, vielen Dank fürs Gespräch. Jetzt noch eine allerletzte Frage. Wie können unsere Hörerinnen und Hörer mit dir in Kontakt treten?
Stefan Brandt: Also auf ganz vielen Ebenen. Einmal persönlich, weil ich bei vielen Veranstaltungen des Futurums auch selber anwesend bin, auch hin und wieder meine Einführung mache. Also da erkennt man mich dann auch und kann mit mir direkt in Kontakt treten. Dann natürlich über unsere Homepage und die dort dann auch aufgeführten Kontaktadressen über E-Mail. Da gibt es auch viele, die das machen und ich bemühe mich immer, entweder selber zu antworten oder die richtigen Gesprächspartner dann zu vermitteln. Dann direkt auch über Social Media. Ich habe einen eigenen Twitter-Account, da kann man mich auch auf jeden Fall kontaktieren. Und dann schließe ich LinkedIn, bin ich auch mit relativ vielen vernetzt. Und auch da passiert schon derzeit viel mit Kontaktaufnahme.
Matthias Weigert: Vielen Dank, Stefan, für das wirklich spannende Gespräch.
Stefan Brandt: Danke an euch.
Diese Episode dreht sich schwerpunktmäßig um Digitalisierung: Der Spagat zwischen digitaler Transformation und Unternehmenskultur ist eine echte Herausforderung. Doch keine Sorge, mit Mathias Weigert hatten wir dazu regelmäßig einen Gastmoderator, der dir zeigt, wie echter Kulturwandel funktioniert, wie das digitale Mindset ins Team kommt und wie du digitale Talente findest.