
Praxisbeispiel: Gastro-Digitalisierung von Bestellung bis Bezahlung
8. November 2022, mit Joel Kaczmarek
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Intro: Digital Kompakt. Heute aus dem Bereich Gastronomie mit deinem Moderator Joel Kaczmarek und den Experten von Hospitality Digital. Los geht's!
Joel Kaczmarek: Hallo Leute, mein Name ist Joel Kaczmarek, ich bin der Geschäftsführer von Digital Kompakt und heute reden wir über ein spannendes Digitalisierungsthema, nämlich in der Gastronomie. Und zwar, offiziell heißt das Thema POS, Point of Sale, aber ich kann euch verraten, es wird noch viel, viel spannender werden, weil nicht nur haben wir mit Martijn Rosendahl, einen sehr spannenden Gast da, der unter anderem, man glaubt es kaum, als er mir das im Vorgespräch erzählte, war ich ganz baff, sowohl Takeaway als auch Treatwell gegründet hat, sondern auch noch einen spannenden Gastronomen. Plus in dem ganzen Thema POS steckt so viel drin, was ihr euch gar nicht vorstellen könnt. Also von Speisekartenmanagement über wie mache ich das eigentlich im Restaurant zu bezahlen per QR-Code, zu bestellen per QR-Code, der Orderprozess, das Planen, BI und und und. Also heute bis hin zu Wholesale werden wir einige spannende Themen rund um Digitalisierung haben und das sehr hands-on. Mit dabei ist neben Martijn der liebe Volker Gläser, der mich ja regelmäßig begleitet von hospitality.de. Digital. Die Jungs und Mädels sind darauf spezialisiert, Restaurants zu digitalisieren und Volker ist jedes Mal ein Wissenspool an Praxisnähe. Da werdet ihr alle viel Spaß dran haben. So, aber that being said, ihr beiden, moin moin erstmal und herzlich willkommen.
Martijn Rozendaal: Danke.
Volker Gläser: Danke. Hallo Joel.
Joel Kaczmarek: Martin, also bei dir würde man eigentlich Martin sagen, hier bei uns zu Lande, aber als Holländer habe ich gesagt, hier als Verstappenanhänger muss ich mal ein bisschen mein Holländisch hier aufpolieren. Ich hoffe, es war halbwegs richtig wiedergegeben.
Martijn Rozendaal: Ja, das hast du. Martin ist vielleicht was Einfaches zu sagen.
Joel Kaczmarek: Aber jetzt lass uns mal anfangen mit deiner Vita. Was ist denn da bei dir los, wenn man mal eben erst Takeaway gegründet hat und dann Treatwell? Also da musst du uns mal kurz auf die Reise mitnehmen.
Martijn Rozendaal: Ja, so die Reise hat angefangen Ende 1999. Damals habe ich meinen ersten Betrieb gegründet. Das heißt der Habchitz. Das war ein Guide von Papier, worin alle Menüs von Delivery Restaurants standen. Und die haben wir dann umsonst verspreit in die großen Städte. Und nachdem kam das Internet und die Zusammenarbeit mit Justiz aus Dänemark sind wir zusammengegangen und Ja, ich glaube, jeder weiß wohl, wie groß das Unternehmen geworden ist. Wir sind dann früher ausgestoppt, irgendwo in 2012. Und seitdem bin ich mit meinem Kompagnon, habe ich mehrere Investierungen gemacht in Online-Betriebe, Marktplatzbetriebe. Und dann haben wir Ende 2013 Treatwell gegründet. Und das ist eine Website, wo man einen Friseur oder eine Massage buchen kann. Und das war eigentlich auch ein großer Succes. Und dann sieht man, wenn man es schon mal früher gemacht hat, man macht das für das zweite Mal, dass man die selben Fehler nicht macht. So, das ging ein Stück schneller. Und wir haben das Betrieb verkauft nach 18 Monaten mit 130 Mann in drei Ländern. Und dann kam eine Partei aus Japan, hat so viel Geld geboten. Das war das richtige Moment, um alles zu verkaufen. Und dann bin ich mit meiner Frau zurückgegangen von der Großstadt Amsterdam. Nach Ottmarsum. Und Ottmarsum ist näher an der Grenze mit Deutschland. In der Nähe von, lassen wir sagen, Nordhorn ist vielleicht zu klein, aber Osnabrück, Münster, ein bisschen in der Nähe. Und da habe ich die letzten acht Jahre für meine Kinder gesorgt. Ich habe sie in die Schule gebracht, nach dem Spielplatz, Fußball, Schwimmen. Aber dann war unser jungster Sohn, der ging auch zur Schule. Und dann habe ich gedacht, ja, jetzt wird es wieder Zeit, um etwas zu machen. Und plötzlich kam wieder etwas auf unseren Weg. Wie ihr euch vielleicht beobachtet, tanken alle Holländer in Deutschland, weil es billiger war. Jetzt nicht mehr, jetzt ist es in Holland billiger. Aber damals war es billiger in Holland. Ich rede da jetzt über 2020. Und gegenüber der Tankstelle, da war die Grafschaft der Teestube. Eine kleine Castro-Stube, wo ich früher gearbeitet habe, neben meinem Studium. Und ich habe mir gedacht, ich trinke da einmal eine Tasse Kaffee. Und guck mal, wie es da aussieht. Und da kam ich angelaufen und habe schon gesehen, das Rasen war 20 Zentimeter hoch, alles war zu. Und dann habe ich mir gedacht, das ist wohl ein schöner Platz, um wieder ein neues Leben einzublasen, um es mal so zu sagen. Ich kam zu Hause, ich habe zu meiner Frau gesagt, komm, wir machen die Teestube. Und du hast gesagt, ja, blöd, wir gehen kein Castro machen. Aber ich komme wohl eben mal mitgucken. und dann können wir sagen, nein, das ist es doch nicht. Aber meine Frau, sie fell in love with the place, to say it in English. Und dann sind wir angefangen mit den Planen zu machen, Renovierung, Genehmigung, all das soort Sachen. Das haben insgesamt hat das mehr als zwei Jahre gedauert. Glücklich für uns war das genau die Periode, wo wir die ganze Welt Corona hatten. Wir sind letzten Juli geöffnet, den 2. Juli, und wir sind eigentlich ganz zufrieden. Wir hatten ein Ein wunderschöner Sommer mit wenig Regen. Du musst dich eindenken, unser Gastrobetrieb liegt am Mühlenteich gegenüber einem Wassermühle, der ist 57 Jahre alt, steht noch ein Müllerhaus dabei und das Restaurant, das ist eine alte Scheune und alles ist Denkmalschutz. Es ist eine sehr schöne Lage. Und auch ganz populär bei Leuten, die mit dem Fahrrad auf den Weg gehen. Die Zielgruppe, die wir da haben, das sind meistens Rendite. Die haben Zeit, um mit dem Fahrrad loszugehen und die möchten gerne Kaffee trinken und Kuchen. Und hauptsächlich ist das, was wir verkaufen. Wir verkaufen Kaffee und Tee. Und dann ein Sortiment von acht bis zehn Sorten Kuchen, jeden Tag. Teilweise hausgemacht und teilweise von Patisserie aus Amsterdam, von Holkamp. Das ist mein alter Nachbar und jetzt mein guter Freund geworden, Nico. Die Kombination, die geht gut, weil wir verkaufen so viele Kuchen in der Woche. Die kann man ja auch nicht selber machen in unserem kleinen Betrieb. So hauptsächlich das. und wir haben auch durchgehend eine Lunchkarte, wo Sachen aufstehen wie Flammkuchen, Pinzer, Kich und natürlich Brötchen-Kroketten. Wir versuchen die Deutschen ein Brötchen-Kroketten zu essen und auch Bitterballen. Das ist auch typisch etwas aus Holland, was man isst, wenn man ein Bierchen trinkt. Dann leckere Bitterballen dabei mit Kalbfleisch oder mit Käse oder mit Gemüse. Und ich kann wohl sagen, dass die Deutschen, die versuchen das und die machen das auch. Und das ist wohl schön, dass wir eigentlich einen Mix haben von Sachen, die holländisch sind und Sachen, die typisch deutsch sind. Und das kommt auch wohl ein bisschen zur Sprache in den Namen von unserem Betrieb. Und der heißt Malle Mühle und Malle heißt ein bisschen witzig, Bart. Und das ist, was wir versuchen zu machen da.
Joel Kaczmarek: Was du da für eine Biete hinter dir hast. Ich glaube, Volker hat auch immer schon so in sich reingegrenzt. Zwei solche Online-Superlative mit geschaffen. Dann irgendwie Family Dad, was ich ja super cool finde. Also ich ertappe mich immer dabei, wenn man so das Gefühl hat, an den ganz großen Rädern zu drehen, den Schritt dann zu gehen, zu sagen, jetzt mache ich mal Familie. Der ist ja manchmal überraschend groß.
Martijn Rozendaal: Ja, das ist es. Ich kann jedem empfehlen, um viel Zeit zu investieren in deine Kinder, weil da kriegst du sehr viel zurück. In short term but also in the long term.
Joel Kaczmarek: Und mal ganz flapsig gefragt, also wieso Gastro eigentlich? Weil wenn du vorher in der Online-Welt warst, ist es ja so, ich sage ja immer, wir sind digital kompakt und nicht analog kompakt, habe ich manchmal bei uns gewitzelt. Du bist aber genau diesen Schritt gegangen. Und ich weiß ja ungefähr, was dazugehört. Also du musst ja dann immer aufmachen, egal wie das Wetter ist, egal wie es dir geht. Der Chef ist irgendwie immer, gerade wenn er auch kocht, irgendwie so der Flaschenhals schlechthin. Also da steckt ja ganz viel Stress und Anspannung auch manchmal drin. Warum analog? Warum nicht wieder was Internetmäßiges?
Martijn Rozendaal: Ich wollte nicht mehr jeden Tag hinter dem Büro sitzen und mit dem Computer an der Arbeit sein. Aber der erste Grund war eigentlich die Lage. Die Lage, wo das Restaurant ist, die ist so schön, die ist so populär hier in der Umgebung. Wir sprechen dann Grafschaft Bentheim, aber dann auch die Region Twente in Holland. Die Lage, die wir haben, das ist eine der schönsten in der Umgebung. Wir kriegen Leute, die fahren eine Stunde mit dem Wagen, um bei uns Kaffee zu trinken. Und das ist nicht nur, weil unser Kaffee so gut ist, aber auch weil Weil die Lage so schön ist. Man guckt schön über den Mühlenteich zur Mühle. Und ich wollte gerne etwas machen mit meinen Händen, mit meinen Beinen und mit meinem Mund. Ich bin der Gastherr und ich laufe hier den ganzen Tag auf dem Trass, rede mit den Leuten und sorge dafür, dass die Leute sich wohlfühlen, sich gesehen fühlen, eben Pratschen machen. So eben etwas Ruhe geben in das schnelle Leben, was wir alle haben. Ich sehe gerne, dass Leute genießen von der Zeit, die sie bei uns spenden. So, nee, für mich keine Online-Welt. Online-Welt, nee.
Joel Kaczmarek: Und sag mal, Volker, ich habe am Wochenende gerade, just wo wir das aufnehmen, wir nehmen heute auf, dass es ein Montag wird, am Samstag war ich gerade im schönen Dessau, da war ich, glaube ich, im Pendant zu dem, was Martijn gerade gesagt hat. Auch so ein richtig schöner kleiner Gasthof, das Wetter war lau, man hat Wiese um sich, mitten in der Natur, die Bänke standen draußen, Terrassen und es war total herrlich da und das Essen hat auch total lecker geschmeckt, aber ich musste speziell an dich denken, Volker, weil es hat Anderthalb Stunden gedauert zwischen Bestellung und Lieferung, wo wir fast die einzigen waren. Mein Essen war dann noch nicht da. Meins kam nach zwei Stunden. Und die Begründung war, ja, wir haben gerade umgestellt von Sommer auf Herbstkart. Ich kenne die Schmorzeit noch nicht so. Ich saß da und dachte, Alter, ich habe nur Gemüse und Kartoffeln gehabt. Was muss denn da schmoren? Aber okay. Auch hinterher, die Abrechnung war so Zettelwirtschaft, hat da irgendwie einen ewig langen Handzettel gehabt, hat sein Handy genommen, seinem iPhone da irgendwie mit dem Taschenrechner ausgerechnet. Und dann war ich ja schon ganz happy, ich konnte dann die über 300 Euro Rechnung, die wir mit dem ganzen Team hatten, per hier so Eisettel oder sowas in der Art bezahlen. Summerpass, glaube ich. Also da musste ich sehr stark an dich denken. Und das ist jetzt sozusagen mal das Entree an dich. Wenn man jetzt wie Martin oder der besagte Kollege in Dessau so eine Immobilie hat, so einen Traumort, was kann man da eigentlich in Sachen POS, Digitalisierung eigentlich alles so fahren?
Volker Gläser: Ja, und wir reden ja dann auch darüber, der Martin hat das ja auch gemacht. Der hat ja auch ein sehr modernes POS-System am Start. Das Problem, Joel, das du beschrieben hast, ist ja eines, das seit einiger Zeit immer schlimmer wird. Wir wissen das ja, es gibt nicht mehr so viel Personal in dieser Branche, die auch wirklich gelitten hat in den vergangenen Jahren. Und die große Frage ist eben, wie kann man das optimieren? Und wenn wir über unsere Kunden nachdenken, über die Systeme und Möglichkeiten, die sie eigentlich ganz gerne hätten, dann kommen wir relativ schnell zu solchen Themen wie Ordern mit QR-Code auf dem Tisch. Das sieht man jetzt immer häufiger in Restaurants. Schritt ist dann bezahlen mit QR-Code am Tisch. Solche Themen sind natürlich irrsinnig wichtig, wenn wir uns mal über die Customer Experience von uns allen in Restaurants Gedanken machen. Wie lange muss ich eigentlich warten, bis ich ordern kann oder bis ich bezahlen kann. Und diese beiden Use Cases, die ich gerade genannt habe, Order und Pay mit QR-Code, sind ganz wichtig. Die bauen wir in unserem System auch ein. Ich weiß, dass der Martin das auch im Einsatz haben kann oder auch schon hat. Letztes Mal, als ich da war, war das auch nicht der Fall. Im Übrigen bin ich sehr stolz auf Martijn, denn er ist unser erster Kunde in Deutschland für unser POS-System. Und das heißt Book, das wir jetzt in den nächsten Wochen und Monaten in Europa auch einführen werden. Und ja, dieses System zeigt schon mal, wo eigentlich die Reise hingehen kann. Einmal für den Kunden, also für uns alle, die wir in Restaurants gehen, nämlich zum Beispiel Order mit QR-Code oder auch Bezahlen natürlich mit Kreditkarte, sollte mittlerweile ein Standard sein. Also ich höre das mit Freude, dass du das auf jeden Fall machen konntest in deiner Restaurant-Erfahrung. Aber dann geht es ja weiter. Bezahlen mit Krypto. Es gibt ja schon einige Restaurants in Berlin, die das anbieten. Also wenn du da deine Bitcoins loswerden willst, dann kannst du das machen. Geht nun da der Trend hin, werden wir sehen. Aber die Digitalisierung im Restaurant geht voran, muss vorangehen. weil diese Branche, wie wir alle wissen, effizienter arbeiten muss in Zeiten von Inflation, Energiekosten, die durch die Decke gehen. Also wie kann ich das Thema Tischreservierung automatisieren über ein Online-Tool? Wie kann ich das Thema Pick-up und Delivery automatisieren über Anbieter, wie Matein sie mit gegründet hat oder eben auch über andere Lösungen? Das ist ganz, ganz wichtig. Wir sehen, würde ich mal sagen, echt einen Tsunami in dieser Branche seit anderthalb oder zwei Jahren. getrieben durch natürlich die Pandemie. Restaurants müssen heute auffindbar sein im Internet, müssen buchbar sein über das Web, über Applications und Prozesse müssen digitalisiert werden. Da stehen wir ganz am Anfang. noch immer, muss man sagen, dieser Branche, die ja nicht die digitalste war, in der man aber viel machen kann. Und das, was du beschrieben hast, dass Personal immer noch mit Zettelwirtschaft unterwegs ist, das gibt es halt eben immer noch. Aber es geht zurück und die Nachfrage nach digitalen Lösungen, digitalen Notizblöcken, Küchenlösungen, in denen dann auf Monitoren den Chefs angezeigt wird, was gerade geordert wurde. Das gibt es, das ist auf dem Vormarsch und da kann der Martijn vielleicht auch ein bisschen drüber erzählen, denn das System, das er von uns genommen hat, Buk, ermöglicht all dieses.
Joel Kaczmarek: Martin, vielleicht mal dich auch mal ganz offen gefragt, weil Volker ist natürlich ein bisschen biased. Die gucken sich natürlich die Lösungen an, die sie haben, aber es gibt ja auch noch ganz viele andere im Markt. Normalerweise hättest du die ja selber gegründet, so wie wir dich kennengelernt haben. Also eigentlich hättest du die schreiben müssen. Wie bist du denn an diesen Suchprozess rangegangen? Also vielleicht gab es ja auch noch drei andere super spannende Tools, wenn wir nicht nur irgendwie eins mal vorstellen. Wie hast du denn so deine Marktrecherche gemacht? Und dann können wir uns ja mal durchhangeln zu dem, was dein derzeitiges System so macht.
Martijn Rozendaal: Ich habe bei einem Freund von mir ein anderes POS-System angeguckt, ein deutsches System. Aber ich habe gleich gesehen, dass das nichts war. Das war noch auf DOS, teilweise auf DOS basiert. Das war nicht, was ich für Augen hatte. Und ich wohne in der Region Twente, Enschede, Hengelo, Almelo. Und ich kenne iSync, weil iSync hat, glaube ich, ihren Hauptsitz in Hengelo. Und ich habe mir gedacht, ich rufe iSync an. und gucken, was sie machen können. Und ja, da bin ich in Kontakt gekommen mit Martin, dem Key Account Manager. Die haben gleich einen Key Account Manager zu mir hingeschickt, weil ich war ein bisschen ein schwieriger Kunde sozusagen, weil können wir es wohl? Wollen wir es wohl? Muss man es tun? Und wie seriös ist der Martin mit seinem Malenmühle? Wollen wir da von eisig aus auch so viel Zeit investieren, weil Die komplette Software, die ich in Holland glaube, jeder zweite Restaurant hat Booksoftware, aber es war noch nicht in Deutsch verfügbar. So das alles muss noch fertig gemacht werden. Und ein klein bisschen Hintergrund, wenn du Gastro-Software introduzieren willst in Deutschland, dann musst du auch eine Genehmigung haben vom Finanzamt. Und das ist sehr schwierig, um das alles füreinander zu bekommen. Aber ich habe immer das Vertrauen gehabt in Eising, dass das gut gekommen ist. Ich habe für Eising gewählt, weil ich das Betrieb aus der Region kannte. Und glücklich hat die Renovierung von unserem Betrieb auch ganz lange gedauert. Fast auf das Datum, als wir geöffnet waren, ist das System online gegangen. Wir hatten eine Woche Vertragung. Wir haben eine Woche auch mit Zettel auf der Terrasse gelaufen und dann kann man gleich sehen, einige der Vorteile des Systems. Wenn man geht zur Terrasse und man fragt die Leute, was möchtest du haben? und die sagen dann gerne zweimal Erbsahnekuchen. Du schreibst das auf, du kommst noch drin, gehst zur Kuchenvertreterin. Ah, Erbersahne alle. Scheiße. Oh, sorry. Dann musst du wieder zurückgehen zur Kunde im Garten und sagen, hey, die Erbersahne ist nicht mehr da. Willst du was anderes haben? Und jetzt brauchen wir in das Buchsystem, haben wir die Stock eingestellt, so wenn etwas nicht mehr verfügbar ist, dann steht es auf Null und kann keiner der Mitarbeiter das auch noch bestellen für einen Kunden. Und das ist ein Timesaver. Letzten Sonntag, so nicht diesen Sonntag, aber diesen Sonntag dafür, war komplett Chaos bei uns wieder. So viel zu tun. Ich habe diesen Sonntag gesagt gegen Anouk, unser Barista, guck mal gut, weil die hat dann ein Schirm hinter der Bar, wo all die Bestellungen aufgehen, wie lange es dauert, bevor die Bestellung reinkommt und ausgeht. Das können wir dann real-time monitoren und das ist für uns auch ganz wichtig, weil wenn wir sehen, dass etwas lange, dann 10 Minuten dauert, dann gehen wir erst nochmal hin zu den Kunden mit ein bisschen Wasser oder wir erzählen eben, dass es etwas lange dauert. Man kann auch richtig die Satisfaction von den Kunden managen für das System, weil es registriert alles.
Joel Kaczmarek: Okay, also wenn ich jetzt mal mitschreibe, ihr könnt schon mal Order, also Inventory Management machen. Du weißt immer, wie viele Tortenstücke noch da sind und hast dann nicht den Frust beim Kunden, wenn du reingehen musst, musst du sagen, ah, es ist leider aus. Was willst du denn haben? Wenn ich es jetzt richtig verstanden habe, könnt ihr auch Barbetrieb und Restaurantbetrieb trennen, weil Getränke und Essen ist ja meistens was anderes. Und macht ihr auch die ganze Speisekarte digital?
Martijn Rozendaal: Nein, in Buchstätten ist die ganze Speisekarte digital, aber wir haben doch wohl eine normale Speisekarte auf dem Tisch liegen, weil Ja, was ich am Anfang gesagt habe, unsere Zielgruppe ist eigentlich, wo Rendite so 60, 65, 70 plus. Die sind noch nicht so ganz digitalisiert wie wir. Das ist auch einer der Riesen, dass Kühler bestellen noch nicht möglich ist bei uns. Aber ich glaube, wir machen das noch wohl in der Zukunft. Die Küche hat ein apartes Order-Display, wo all die Küchenbäume auf Binnen kommen. Das ist ja super.
Volker Gläser: Ja, Joel, vielleicht kann ich mal ganz kurz noch was dazu sagen. Ja, so iSync als System, das haben wir also im April diesen Jahres akquiriert, ist eines, das erlaubt der Restaurateurin oder dem Restaurateur halt Schritt für Schritt Prozesse zu digitalisieren. Digitale Speisekarte kann Martin machen, wenn er es möchte. Schichtenplanung kann er machen, wenn er es möchte. Und es gibt viele weitere Komponenten, die kann der Unternehmer, die Unternehmerin zuschalten, sobald es sinnvoll ist. Und wir sehen halt in vielen Betrieben, dass sie sagen, okay, ich fange jetzt mal an. Klar, ich habe eine neue, moderne Kasse, wie diese Icing-Kasse. Der Markenname ist Book. Und ich will mal sehen, wie das funktioniert. Wie funktioniert die sogenannte Fiskalisierung? Herr Martellin hatte das angesprochen. Das ist sozusagen die digitale Connection zum Finanzamt, die ja heute ein modernes Kassensystem einfach haben muss. Und das ist zertifiziert. Und da stellt man sicher sozusagen, dass der Austausch von Daten mit dem Finanzamt auch funktionieren kann. Und dann kann man eben entscheiden, wie viele Endgeräte möchte man beispielsweise nutzen für das Bedienpersonal. Möchte man beispielsweise auch seine eigenen Endgeräte nutzen, wie Smartphone oder iPad? Alles dieses ist möglich und zeigt einen Punkt, den hatten wir ganz am Anfang kurz angeschrieben. Es geht um die Software heute in diesem Business und nicht so sehr um die Hardware. Und wir müssen als Anbieter sicherstellen, dass Kunden wie Matein eben sozusagen mitbekommen, Business wachsen können und digitalisieren können, so schnell wie sie es möchten. Und das ist ein Schritt oder das ist eine Entwicklung, die sehen wir in der Industrie. Und wir sehen eben auch, dass viele klein anfangen und dann Step by Step immer weiter ihre Prozesse digitalisieren. Wir haben das sozusagen entlang der Wertschöpfungskette im Restaurant ausgelegt. Was ist denn jetzt wirklich wichtig für die Restaurateure und für den Restaurateur? Schichtenplanung, digitale Speisekarte, Datenaustausch zwischen dem Endgerät. Genau dieser Use Case haben wir leider nicht mehr, musste zurückgehen zum Tisch. Das wollen wir vermeiden. Digitalisierung letztlich eben auch der Information für die Küche auf Monitoren, auf denen der Chef, die Küchenmitarbeiter sehen können, wer hat was bestellt, wann wurde was bestellt, in welcher Reihenfolge arbeite ich jetzt am besten ab. Also wir sehen im Grunde durch diese digitalen Komponenten eine irre Effizienzsteigerung im Restaurant, wie wir es uns vor ein paar Jahren noch gar nicht vorstellen könnten. Und wir sehen eben, dass die Digitalisierung jetzt voranschreitet. Getrieben durch viele Themen. Pandemie hatten wir schon angesprochen, jetzt kommt Shortage, was Mitarbeiter angeht, jetzt kommt Inflation, jetzt kommen hohe Energiekosten und ich glaube, das macht eben das Tor auf für wesentlich mehr Digitalisierung in dieser Branche.
Joel Kaczmarek: Und sag mal, Volker, wie ist das eigentlich so vom Markt her? Weil du gerade gesagt hast, ihr habt das System übernommen. Also ihr seid ja auch eine Tochter von der Metro. Und wenn ich mich ganz richtig entsinne, hatte nicht die Metro auch mal an Orderbird investiert? Also ich hätte gedacht, es gibt da schon total viel. Man staunt ja manchmal, wo der Markt da so steht. Wie ist denn so der Digitalisierungsmarkt für Restaurateure gelagert?
Volker Gläser: Ja, generell, wenn wir über Kassensysteme reden, sozusagen die klassische Kasse, so wie wir die alle kennen. Und da mag der ein oder andere den einen oder anderen Markennamen im Kopf haben. Wir so auf dem Trinktisch. Und dann wird da reingetackert und dann kommt da eine Rechnung raus. Das gibt es ja so eigentlich kaum noch. Dieses Thema Kassensystem ist halt sehr fragmentiert. Es gibt unheimlich viele Anbieter in den Ländern, in denen wir auch vertreten sind. Und in den Niederlanden war uns iSync als Unternehmen aufgefallen, weil die sind dort eben mit einem sehr modernen System, mit einem POS-System in der Cloud Marktführer. Und das zweite Restaurant ist auch mein Eindruck, der Marktanteil ist auf jeden Fall im Cloud-basierten Bereich enorm hoch. Und uns war wichtig, dass wir ein System anbieten können, das zukunftsorientiert ist, das in einem Markt schon wirklich bewiesen hat, dass es sich durchsetzen kann, Marktführer werden kann. Und das hat iSync in den Niederlanden gezeigt. Und uns geht es darum, eben dieses System anzubieten. dass ein Cloud-basiertes ist, mit dem wir eben dem Unternehmer, der Unternehmerin so viel Flexibilität wie möglich geben, hatten wir eben beschrieben. Mitwachsen, eigene Endgeräte nutzen und so etwas war für uns enorm wichtig. Und wir glauben, dass wir halt mit dieser Akquisition einen echten Technologieführer auch akquiriert haben, der uns hilft. Unsere Dish-Marke, unter der treten wir ja auf mit einem Reservierungssystem, Pick-up-and-Deliver-System. Die moderne Kasse in der Cloud, die ist heute sozusagen immer die Engine, die Maschine im Restaurant. Da läuft alles zusammen, da kommen die Daten rein, da kann der Unternehmer, die Unternehmerin planen, wie sehen meine nächsten Wochen aus, welche Saisonalität habe ich, also so Spitzentage, wie der Martensi eben genannt hat. Darauf kann man sich dann basierend auf Daten schon mal ein bisschen vorbereiten. Und uns war es wichtig, ein System zu finden, das so kundenfreundlich wie möglich ist, das aber vor allen Dingen auch diese Industrie und ihre Prozesse im Detail kennt. Und zu iSync als Unternehmen muss man sagen, das ist kein Startup. Wir haben kein Startup akkuriert. Unternehmen gibt es seit, ich glaube, 38 Jahren. Die haben begonnen als Reseller der klassischen Kasse, die man so auf dem Tresen kennt, und haben eben dann vor etwa zehn Jahren begonnen, ihre eigene Software zu entwickeln. Wir haben gesagt, okay, nicht die Hardware ist hier entscheidend, sondern die Flexibilität dieses Systems für unsere Kunden. Und dann haben die eben Book entwickelt und wir haben uns den Markt angesehen. Wir haben uns unterschiedliche Systeme angesehen und uns war wichtig, die Antwort auf die Frage, naja, welches System ist aus unserer Sicht eigentlich zukunftssicher? Und da haben wir uns für iSync entschieden. Und jetzt gucken wir, ja, seit zwei, Die läuft reibungslos. Das Team ist, muss man fast sagen, besessen davon, den Kunden glücklich zu machen, das System weiter zu optimieren, digitale Prozesse im Restaurant zu optimieren. Das passt zu dem, was wir auch mit DISH als unserer zentralen Marke für digitale Anwendungen in der Industrie vorhaben.
Joel Kaczmarek: Und Martijn, beschreib doch mal, was hast du denn da eigentlich genau im Einsatz? Also muss ich mir das vorstellen, dass ich da ein Kassensystem habe, habt ihr irgendwie iPads oder iPhones bekommen oder haben die eigene Devices? oder nimmst du deine eigenen Geräte? Wie sieht die Software so aus? Was kann so ein Modul? Also was kann so ein typisches modernes POS im Restaurant heutzutage?
Martijn Rozendaal: Ja, wir bekommen nichts, wir müssen es kaufen. Aber man muss sich eindecken, in unserer Küche haben wir ein Display, der ist angeschlossen mit WLAN. Dann haben wir hinter der Bar auch ein Display. So, wir haben dann ein Küchendisplay und ein Bardisplay. Bardisplay, da kommen alle Barbestellungen auf, Küchendisplay, alle Küchenbestellungen auf. Und dann haben wir ein Kassendisplay. Wir haben in unserem Geschäft keine feste Kasse, weil zwei oder drei von unseren Mitarbeitern haben noch ein, wie heißt es, ein Portemonnaie, eine Börse im Sack und daraus wird bezahlt. Wir haben keinen festen Kassenplatz, aber wir haben wohl ein festes Kassensystem und da kann man auch die Abrechnung abmachen. Insgesamt haben wir drei Displays, drei Handhelds, um Bestellungen aufzunehmen. Und im Sommer, wenn Hochbetrieb ist, wir haben auch die Software auf unserem iPhone stehen. dann können wir ganz einfach mit einem Telefon eine extra Lizenz nehmen. Das muss übrigens noch wohl eben auch in der Hintergrund automatisch können, aber vielleicht steht das wohl auf der Wishlist. So man kann ganz einfach von drei Lizenzien nach sechs, sieben Lizenzien gehen in einer Stunde. Wenn du saisonsabhängig bist, dann ist das ganz einfach. Es fühlt sich nicht so an, als ob du, wenn du ein Kontrakt signst, dass man für immer eingeloggt ist, aber es fühlt sich so an, als hätte man viel Freiheit, zu wählen, was man wählen möchte. Und wenn man nur einen Display in die Bar nimmt und die Software oder den Handheld nutzt, ist das initiale Investition für das System weniger als 1.500 Euro, glaube ich. Das hängt von dem Preis des Displays ab, den man haben möchte.
Volker Gläser: Ja, vielleicht kann ich da nochmal ergänzen. Das Wichtigste ist eben diese Flexibilität, die dieses System bietet. Und der Horror ist es ja für einen Restaurateur, wenn du plötzlich eben nicht schnell reagieren kannst. Stehst da, kommen zwei Busse an und du kannst nicht bedienen und dein System erlaubt dir nicht, die Gäste schnell, zügig zu bedienen. Genau das, was dir widerfahren ist, Joel. Und da muss ein System, und das geht eben dann nur, wenn es softwarebasiert ist, wenn es cloudbasiert ist, wie in unserem Fall, da muss es eben sich schnell an die Situation anpassen können. Und nächstes Thema ist, ist ja schön, wenn es läuft, aber wenn es dann mal nicht mehr läuft, dann stehst du halt an solchen Tagen, Martin, wie am Wochenende oder an dem Sonntag, den du beschrieben hast, dann stehst du halt wirklich im Regen. Wir haben eine Lösung gefunden, dass wir mit einem sogenannten Miniserver dieses System dann nochmal backuppen, sodass, wenn beispielsweise die WiFi-Verbindung weg ist, du trotzdem über die Devices, die du einsetzt, über die Endgeräte für die Mitarbeiter weiterarbeiten kannst. Das sind all solche Themen, Muss man sagen, die aus der langen Erfahrung von iSync einfach kommen, die diese Branche, muss man sagen, eigentlich mitgeprägt haben, auch die Prozesse in dieser Branche mitgeprägt haben und so abgebildet haben, dass sie eben Sinn machen für eine Restaurateurin, für einen Restaurateur.
Joel Kaczmarek: Aber das ist ja ganz interessant. Also ich würde gerne auch nochmal verstehen, wie funktioniert euer Lizenzmodell? Was kostet das alles? Und der Online-Partner, da habe ich mir gar nicht drüber nachgedacht, dass wenn mal irgendwie das WLAN streikt, weil irgendwie einer der Netzbetreiber mal wieder die Straße aufkloppen muss oder das schöne Häuschen mitten im Grünen hat vielleicht gar kein Glasfaserkabel da, wie das dann funktioniert. Also kannst du vielleicht nochmal dazu was sagen, vor allem zu den Kosten?
Volker Gläser: Ja, zu den Kosten kann ich jetzt was sagen. Das bezieht sich jetzt natürlich speziell auf den niederländischen Markt. Wir werden sehen, wie wir das künftig in den anderen Märkten anbieten. Aber die Idee ist grundsätzlich folgende. Die Hardware, eine Restaurateurin, ein Restaurateur haben möchte, die wird gekauft. Da kann man sagen, dass das für ein Restaurant in so einer Grundausstattung bei 1500 Euro liegt. Da kommt dann allerdings schon ein Screen für die Kasse dazu und üblicherweise auch eines für die Küche. Und dann gibt es üblicherweise 203 Endgeräte dazu. Das dürfte so in etwa der Preispunkt sein, Martin, den auch du bezahlt hast. Und dann gibt es dann monatlich gewöhnliche Gebühren, die beginnen bei um die 50 Euro und gehen dann hoch, je nachdem, welche Anforderungen der Restaurateur hat. Für uns war es wichtig, die Fixkosten eben relativ gering zu halten. Also wenn jemand sagt, ich brauche die Standardfunktion meines Kassensystems, dann sind das sehr überschaubare Kosten, 50, 60 Euro im Monat und da kommen dann auch schon ein, zwei Endgeräte mit dazu. Und wenn dann weitere Hardware dazukommt, wie Bildschirme, Das heißt dann gleichzeitig, wenn also jemand sagt, ich möchte die Digitalisierung wirklich vorantreiben, ich möchte ein Bildschirm in der Küche haben, das ist das Kitchen-Management-System, das wir haben, ich möchte einen Monitor an der Bar haben, ich möchte einen Monitor an der Kasse vorne haben, ich möchte vielleicht auch noch einen Monitor draußen haben, auf der Terrasse, sodass ich jederzeit als Personal eben sehen kann, wie viele Bestellungen gibt es, an welchem Tisch, was sozusagen ist in der Queue und was arbeiten wir als erstes ab, solche Themen. Da muss ich sagen, sind das aus meiner Sicht überschaubare Kosten. Wir arbeiten mit den Restaurateurinnen und Restaurateuren daran, wenn sie es möchten, dass sie eben ihre eigenen Endgeräte auch einsetzen können. Das reduziert dann eben die Kosten für Hardware, die eingesetzt werden muss, sodass eben die Grundgebühr, ich muss sagen, gerade in diesen Zeiten eben dann auch noch finanziert werden kann.
Joel Kaczmarek: Und habt ihr auch noch Kosten, die, sage ich jetzt mal, proportional anfallen? Also irgendwie x Prozent am Umsatz, wenn dies oder wenn man so und so viel Bestellung drüber fährt, gibt es auch noch flexible Kosten?
Volker Gläser: Also das sieht generell das Preismodell nicht vor. Kann sein, dass das in den Niederlanden mal der Fall war. Ich glaube aber nicht, Martin, dass das mit dir so verhandelt wurde. Bei uns geht es darum, wie bei allen Produkten, die wir haben, das sind klare Preise, keine prozentuale Beteiligung. Auch bei unserem Pick-up und Delivery nicht. Da können wir andere Anbieter, die das in die Höhe treiben, durch Provisionen, die man dann abgeben muss, das machen wir generell.
Martijn Rozendaal: Darüber kann ich noch mal was sagen, weil ich glaube, dass ich auch gehört habe, dass es eine API-Connection wird geben in der Zukunft für Online-Food-Delivery-Betriebe, wie Just Eat Takeaway.
Volker Gläser: Ist das so?
Martijn Rozendaal: Ja, ich glaube, die arbeiten daran in Holland.
Volker Gläser: Also was wir natürlich machen möchten, darum habe ich gesagt, sozusagen die Kasse ist aus unserer Sicht eben die Engine, die Maschine sozusagen im Restaurant, in der alles zusammenläuft, dass wir Pickup und Delivery anbinden an die Kasse, aber dann auch, wenn du sagst API, auch tatsächlich offen. Also da kann jemand unser eigenes System nutzen, da kann jemand aber auch mit anderen Wettbewerbern zusammenarbeiten, wer dann über diese Schnittstelle auf uns zugreift oder auf das Kassensystem, auf den Restaurateur, die Restaurateurin sozusagen zugreift, der kann das auch tun. Wichtig ist für uns, dass wir dem Unternehmer, der Unternehmerin eben wirklich die Freiheit lassen und sagen, wenn du selber beliefern möchtest, dann kannst du das künftig über unser System tun. Also jemand kann online ordern und du kannst es selber ausfahren zum Kunden. Wenn du sagst, ja, teilweise, ich brauche aber in Spitzenzeiten dann auch noch einen der bekannten Anbieter, dann können wir das freischalten und dann kann das Unternehmen, das Restaurant eben auch mit diesem Lieferdienst zusammenarbeiten. Wir möchten es so offen wie möglich gestalten.
Joel Kaczmarek: Und sag mal, der eine Punkt, der ja immer bei POS Point of Sale zustande kommt, ist ja im besten Fall, wenn man jetzt hier nicht gerade Leute hat, die wegrennen und nicht bezahlen, Sale. Und dann kommt ja Bezahlen ins Spiel. Wie löst ihr denn die Payment-Funktion?
Volker Gläser: Ja, also Payment, was wir machen möchten, generell ist natürlich auch hier so viel Digitalisierung anbieten wie möglich. Das Bezahlen per Karte, sei es die in Deutschland so beliebte EC-Karte, sei es die Kreditkarte, seien es andere Bezahllösungen. Wir hatten vorhin mal über das Thema Krypto gesprochen. Das bieten wir heute in Kooperation mit Payment Service Providern an. In den Niederlanden sehr bekannt Adyen zum Beispiel. oder Paypal. Das sind Lösungen, die wir heute anbieten. Die Abrechnung findet über das Handheld-Gerät statt, der Bedienung am Tisch. Man kann seine Kreditkarte geben oder man kann, das haben wir in den Niederlanden schon in dem einen oder anderen Fall umgesetzt, man kann auch, wenn man verzehrt hat, einfach per QR-Code am Tisch zahlen. Es ist also nicht nötig, dass ich jetzt nun warte, bis mich jemand bedient oder bis jemand kassiert, sondern ich kann einfach mein Handy nehmen, halte es auf einen QR-Code, den ich am Tisch habe und kann dann bezahlen. Wir haben dieses Thema QR-Code, wir kennen das aus Restaurants, am Tisch liegt ein QR-Code, ein bisschen weiterentwickelt, nämlich wenn jemand ins Restaurant kommt und Platz dann bekommt er üblicherweise vom Personal bereits einen QR-Code auf den Tisch gelegt, sodass dieser QR-Code dann tatsächlich auch für einen bestimmten Platz an einem bestimmten Tisch gilt. Und dann kann eben auch tatsächlich ganz einfach abgerechnet werden. Das ist nicht so ein Standard-QR-Code, über den ich die Speisekarte sehe und dann ordere, sondern ich kann nicht nur ordern, sondern ich kann personalisiert sozusagen abgerechnet werden. Ich glaube, in diese Richtung wollen wir gehen mit unserem System. Das testen wir in den Niederlanden und das rollen wir dann in die anderen europäischen Märkte aus.
Joel Kaczmarek: Aber beschreib mal, Martin, bist du mit deinem POS jetzt gesettelt und brauchst nichts weiteres oder hat man da ein bisschen Flickenteppich? Also brauchst du auch noch andere Hardware, andere Software, andere Lösungen. oder deckt das eigentlich alles ab?
Martijn Rozendaal: Für unseren Betrieb deckt das, was wir heute haben, alles ab, weil Gehen wir nächstes Jahr wieder im Sommer oder November, Dezember kommt dran. Wir wollen in unserem Garten einen Weihnachtsboden hinstellen. Dann kann ich das Kassensystem, was jetzt bei der Bar steht, kann ich in den Weihnachtsboden stellen. Und dann habe ich da meine Abrechnung, mein Kassensystem im Weihnachtsboden im Garten. So, ich bin jetzt ganz flexibel und die Lizenz ist, die kann ich, wie gesagt, mit einem Anruf erhöhen oder reduzieren. Ich bin für jetzt wohl fertig. Was wir dann noch wohl machen oder wollen in Zukunft ist QR-Bestellen, wo wir über geredet haben. Das ist jetzt noch nicht rein, aber logisch, weil die deutsche Software ist just released. But it is better that we didn't have that this summer because there were so many people and if they order via QR-Code, you're not in control anymore. So You have to change your processes of the business a bit.
Joel Kaczmarek: Und sag mal, Martijn, es gibt ja ein großes Thema bei so Online-Fuzzis wie dir und mir, das ist ja Daten, Daten, Daten, das neue Gold. Also was ich darauf hinaus will, ist BI, Business Intelligence. Ich weiß, als ich mit Volker so angefangen habe, über die Digitalisierung von Restaurants zu reden, kam oft auch das Thema Speisekartenmanagement auf, dass man halt mal versteht, so eine gewisse Intelligenz drin zu haben, was wird eigentlich häufig bestellt, zu welcher Uhrzeit, was muss ich vorrätig haben, dass ich auch so ein bisschen planen kann. Oder wenn es ganz schlau ist, dann verknüpft es auch bestimmte Dinge. Also ich erinnere mich zum Beispiel, hat jetzt nichts mit Restaurants zu tun, aber ich war in Berlin mal auf dem Flohmarkt und meinte, wie laufen die Geschäfte? Dann war der ja heute beschissen, weil Berlin-Marathon ist. Das heißt also, manchmal gibt es so große Happenings in der Umgebung vielleicht und die haben dann auch einen Effekt auf dich, dass du vielleicht irgendwie schon einen Hinweis kriegst. Achtung, heute werden viele Sportler am Eck sein, weil hier ist irgendwie eine Fahrradtour oder sowas. Benutzt du sowas auch? Kriegt das System sowas schon hin, dass du sagen kannst, alles klar, Wetter, Happenings oder allgemeine Speisekarte kriege ich so ein bisschen BI?
Martijn Rozendaal: Nein, es ist noch kein API mit Wettervorlage oder anderen Sachen. Das muss ich noch manuell in meinem Excel-Sheet einführen. Aber ich gucke wohl jeden Tag nach, wie viele Kassentransaktionen habe ich gehabt und was ist dann die average amount of the transaction. That's for me a key thing to say. Also to see where we can do upsell to people, wenn er fertig mit Kuchen essen, kann er zu Tisch, nimmt die Teller hin, fragt, ob die noch etwas anders möchten. Und so gucken, ob wir die Turnover Amount per Transaction can increase.
Volker Gläser: Ja, aber Martin und Joel, ich glaube, das ist das, was wir in 2023 sehen werden. Wir werden sehen, dass diese Angebote über das Kassensystem oder über separate Applikationen wirklich Einblick, Insights, Data Insights, das große Buzzword eigentlich in das Restaurant geben werden. Wir haben das vorbereitet. Wir werden das ab 2023 auch anbieten. Und ich glaube, wenn man so einen Restaurateur wie Marteina, der sich für das Thema interessiert, der einen Online-Background hat, dann ist so jemand natürlich Vorreiter, um wirklich Daten im Restaurant zu nutzen. Und ich glaube, dass die Lösungen, die wir da haben, sehr interessant sind. Sie müssen es sein, denn wir greifen ja auf den wichtigsten Datenpool zu, den ein Restaurant eigentlich hat in dem POS-System. Und da kann man sehr, sehr interessante Sachen machen. Ich weiß nicht, Joel, ich glaube, wir hatten das auch mal angeschnitten. Der nächste Schritt Das größte Buzzword dieser Branche eigentlich im Horeca-Umfeld, Hotels, Restaurants, Catering, ist ja eigentlich Automatic oder Advanced Replenishment. Sozusagen lernt die Kasse eigentlich, was im Restaurant los ist über die Zeit und kann sie dann automatisch bei den Belieferungsunternehmen fürs Restaurant ordern. Und das ist nicht ganz unkomplex umzusetzen, technisch gesehen, aber es ist jetzt auch keine Raketenwissenschaft. Und das ist etwas, woran wir mit beschäftigen. hohe Geschwindigkeit arbeiten. Ich glaube, das ist ein Thema, das wird bestimmten Restaurateuren und Restaurateuren wirklich helfen, um einfach sozusagen die Saisonalität, den Abverkauf besser zu verstehen im Restaurant und eben effizienter ordern zu können. Am Ende des Tages geht es ja darum, Food Waste schaffen können. Also an diesem Sustainability-Aspekt im Restaurant wirst du nur hinkriegen können, wenn du mit Daten arbeitest.
Joel Kaczmarek: Ich wollte gerade sagen, das wäre so auch mein Outcome gewesen, jetzt nach hinten raus euch mal nach so den ganzen Wholesale-Entwicklung zu fragen. Also verstehe ich das richtig, dass Martains Kassensystem dann bald in der Lage ist zu sagen, Martain, bestell mal ein paar mehr Erdbeeren. Da kommen halt wieder eine Kaffeefahrt angefahren und am nächsten Wochenende ist Marathon und in Amsterdam ist gerade Party und die nächste Woche. darfst du dich darauf einstellen.
Volker Gläser: Wenn Martijn das möchte, ja, auf jeden Fall. So sollte es funktionieren. Das sind super Beispiele, die du da gerade genannt hast, die ja, wenn wir mal drüber nachdenken, technisch gesehen gar nicht so komplex sind. Das sind Informationen, die liegen vor und das gleicht man ab mit dem durchschnittlichen Abverkauf zu bestimmten Jahreszeiten im Restaurant von Martijn. Man kann sich darauf einrichten und kann sich besser vorbereiten auf Spitzenzeiten, Er kann aber eben in dieser Spitzenzeit dann auf Basis der Daten, die er hat, auch viel besser einkaufen, viel besser wirtschaften und eben sicherstellen, dass er nicht mehr so viel Food Waste hat im Restaurant. Das sind ja Kosten, die er nicht haben möchte.
Joel Kaczmarek: Geht es eigentlich auch richtig bis in die Hardware rein? Weil ich erinnere mich, ich habe mal vor einigen Jahren schon am Anfang von Digital Kompakt, habe ich mich mal mit Beer Beverage und so einer Geschichten-Analytics auseinandergesetzt. Also Beverage-Analytics, so hieß das. Weil als Gastronom ist es ja so ein Ding Du schmeißt da so ein Fass irgendwie an die Zapfanlage, da kommt dann hier irgendwie einmal frisch gezapft raus, die Leute im Sommer kühlen sich alle schön ab und dann ist das Ding irgendwie leer. und so ein neues Fass anzuzapfen, das dauert ja gerne mal irgendwie 15 Minuten, musst du aus dem Keller holen, das alte abstöpseln, neue an, dann kommt erstmal nur Schaum etc. etc. Also geht es bis auf so eine Ebene runter, dass so ein System, die auch immer die Intelligenz hat zu sagen, alles klar, jetzt haben wir gerade mal eine kleine Delle in der Nachfrage, jetzt solltest du vielleicht mal die Gelegenheit nutzen und schon mal den nächsten Kasten aus dem Keller holen, solche Geschichten auch oder ist das noch Zukunftsmusik?
Volker Gläser: Das ist wirklich eine ziemlich klasse Use Case, den du da erwähnst. Umzusetzen wäre das einfach. Ich schreibe mir das sofort auf, Lois.
Joel Kaczmarek: Okay. Na gut, ihr beiden. Also, es war ein sehr spaßiger, bunter Ritt und ich hoffe drauf, wenn ich das nächste Mal in Dessau im Restaurant sitze, dann gibt es da auch bald so eine Automatisierung.
Volker Gläser: Du kannst dann mal das Icing-System dort empfehlen, bitte.
Joel Kaczmarek: Mache ich einmal das und dann muss ich, glaube ich, auch mal hier an die Grenze zu Holland fahren, um irgendwie in der Mallemühle mal den Erdbeersahne gucken zu können.
Martijn Rozendaal: Es gibt eine Zugverbindung von Berlin nach Bad Bensheim. Wir haben noch eben eine halbe Stunde mit dem Fahrrad. und bist du da, Joel? Ja.
Joel Kaczmarek: Sehr gut. Also ihr beiden, ganz herzlichen Dank. Es hat viel Spaß gemacht. Ich hoffe euch auch. Bleibt gesund und gute Geschäfte wünsche ich euch. Alles klar.
Martijn Rozendaal: Vielen Dank.
Outro: Vielen Dank. Tschüss. Danke fürs Zuhören beim Digital Kompakt Podcast. Du merkst, hier ziehst du massig Wissen für dich und dein Unternehmen heraus. Wenn du mit uns noch erfolgreicher werden möchtest, abonniere uns auf den gängigen Podcast Plattformen. Und hey, je größer wir werden, desto mehr Menschen können wir helfen. Also erzähl doch auch deinen Kolleginnen und Kollegen von uns. Bis zum nächsten Mal.