
Reizthema Lieferdienste: "Du kannst nicht mit, aber auch nicht ohne"
1. April 2021, mit Joel Kaczmarek
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Joel Kaczmarek: Hallo und herzlich willkommen zu einem neuen Deep Dive Gastro Podcast von digital kompakt. Mein Name ist Joel Kaczmarek und heute geht es wie immer um die Digitalisierung der Gastronomie und zwar um das Thema Lieferdienste. Gerade in Zeiten des Lockdowns ist ja das Thema Liefern und Abholen und weiß ich nicht, Einlieferflotte versus vielleicht Fremde ein sehr, sehr relevantes geworden. Und deswegen haben wir und wir, das sind in dem Fall der liebe Volker Gläser, der CEO von Hospitality Digital und meine Wenigkeit uns überlegt, wir sollten mal über das Thema Lieferdienste sprechen mit Gastronomen. Und wollen natürlich aber nicht nur eine Werbeveranstaltung machen, weil ich gebe ja immer als kleinen Disclaimer mit, dass die Metro bzw. Hospitality Digital auch in uns zusammenarbeitet wirtschaftlich. Und deswegen haben wir versucht, mal einen breiten Blick zu gewinnen und haben einerseits mit dem lieben Vincent Töpsch aus dem schönen Kiel einen spannenden Gast dort und andererseits mit der Thuan Vu aus dem schönen Köln eine zweite. Deswegen, ihr Lieben, alle drei, schön, dass ihr da seid. Herzlich willkommen erstmal. Und vielleicht fangen wir mal der Einfachkeit halber an. Volker, sag du nochmal einen Satz kurz zu dir, was du machst. Dann haben wir hier schon mal die Moderatorenebene glattgezogen und dann kommen die beiden Superprofis hier ans Wort.
Volker Gläser: Okay, danke Joel, gerne. Ich bin Volker Gläser, bin CEO der Hospitality Digital. Wir sind ein digitaler Arm der Metro und wir kümmern uns insbesondere um Gastronomen, um den Independent Restaurateur, wie wir immer so gerne sagen. Und wir haben mittlerweile mehr als 15 digitale Applikationen im Angebot, Anwendungen. Sehr häufig kann man die einfach über das Smartphone bedienen für Gastronomen. Und wir verstehen uns als Helfer und gerade aktuell kann man sagen Helfer in der Not.
Joel Kaczmarek: Sehr schön. Und dann gilt ja immer so schön, Ladies first, tu an. Erzähl doch mal ganz kurz, mir wurde gesagt, du hast eine Inlocation für Sushi oder die Inlocation für Sushi im schönen Köln.
Tu Anh Vu: Ja, also mein Name ist Tu Anh Vu, ich bin 33 Jahre alt und ich wohne und lebe in Köln seit sechs Jahren und leite das Sushi Köln, welches ich zusammen mit meinen Eltern gegründet habe und als Familienunternehmen führe. Das Sushi Köln habe ich 2014 gegründet und ist tatsächlich sehr schnell zu einem In-Location geworden. Und somit ist das Restaurantgeschäft immer sehr gut besucht. Und genau, also Sushi Köln habe ich aber auch schon immer so ein bisschen als Multi-Channel-Strategie, sage ich jetzt mal, aufgebaut. Das heißt also, ich habe das Restaurantgeschäft gehabt, ich habe das Cateringgeschäft gehabt und das Liefergeschäft und jetzt genau in Corona-Zeiten fallen leider die beiden anderen Verkaufskanäle weg. Das heißt Restaurantgeschäft und Cateringgeschäft und mir bleibt leider nur noch das Liefergeschäft.
Joel Kaczmarek: Kannst du mir mal eine Einordnung geben? Bei Sushi ist ja gefühlt immer so, es gibt so die eine Achse, das ist sehr edel, sehr teuer, so eine Erfahrung, ja? Und die andere Achse ist ganz oft so günstig, geliefert. Also eigentlich ist Sushi gefühlt eines der Paradebeispiele für geliefertes Essen, habe ich mal so den Eindruck. Zumal es auch nicht kalt werden kann, weil es schon kalt ist. Wo seid ihr denn so anzuordnen?
Tu Anh Vu: Das ist auch richtig. Wir haben tatsächlich versucht, einen Spagat zu machen und haben uns auch ein bisschen geärgert über die Mitbewerber, die das Liefergeschäft so ein bisschen ausgenutzt haben, also ganz billiges in Anführungsstrichen. Die Ware zu dem Kunden zu liefern, wirklich Mainstream, günstig und halt ein bisschen billigen Touch vielleicht auch. Und das habe ich vermieden. Also ich mache auch bei meinem Liefergeschäft eigentlich gar keine Abstriche bei der Qualität. Ich verarbeite die Produkte immer noch selbst, also automatisch. Bei dem Sushi ist das so, dass wir halt, ja, also ich habe immer ganze Fische da. Das ist mir immer sehr wichtig, dass wir da halt mit ganzen Fischen arbeiten und nicht nur mit Filets, sodass wir halt komplett die Kontrolle haben über die Qualität, sage ich jetzt mal. Das ist ein Riesenunterschied einfach, wenn man halt nur Filets verarbeitet oder halt auch den ganzen Fisch. Weil ich finde das halt nachhaltiger und man merkt das von der Qualität her. Und ja, also Ich würde sagen, wir sind wirklich ein gehobeneres Liefergeschäft für das Sushi.
Joel Kaczmarek: Super. Okay, kommen wir mal zu Vincent. Lieber Vincent, ich habe mir sagen lassen, dass du seit 2016, glaube ich, wenn ich es schon richtig auf dem Schirm habe, Kiels erstes rein veganes Café und Bistro eröffnet hast. Erzähl uns doch mal ein bisschen was dazu.
Vincent Töpsch: Genau, also ich bin Vincent, 34 Jahre alt. Seit fünf Jahren habe ich das Café Blattgold. Das ist so ein bisschen gestartet als veganes Café Bistro. Mittlerweile würde ich sagen, sind wir ein veganer Burgerladen, auch mit Kaffee-Geschäft. Hauptaugenmerk liegt bei uns darauf, ne? Rein vegan, 100% pflanzliche Küche, das heißt es gibt auch keine Kuhmilch zum Kaffee und auch der Chicken Burger auf der Karte ist natürlich nicht aus Hühnchen, also zumindest nicht aus tierischem Hühnchen, sondern aus pflanzlichem. Und für uns war immer ganz, ganz wichtig der Geschmack oder das Genusserlebnis sozusagen, weil wir immer einfach zeigen wollten, dass Veganismus nicht Verzicht bedeutet, sondern auch Genuss bedeuten kann. Deswegen sind die Sachen bei uns recht üppig. Es geht alles so ein bisschen Richtung amerikanisch, Soulfood, Fastfood, Tex-Mex-Küche. Das ist letztendlich das, wo ich mich selbst auch so ein bisschen wiederfinde und eine Riesenpassion für habe. Also wir haben unter anderem Hausgemachtes, also wirklich Hausgemachtes, selbstgemachtes, gebrautes Rootbeer. Ich bin mir nicht sicher, ob irgendwer das in Deutschland überhaupt anbietet, weil es total nischig und absurd ist. Aber das spiegelt einfach so ein bisschen unsere Passion wieder für diese Kultur, für dieses Essen. Und ja, letztendlich geht das dann halt auch immer in die üppige Ecke. Sahnetorten, Cupcakes, Donuts, Cheeseburger, doppelstöckig und so weiter. Einfach, um mit diesem Klischee zu brechen, dass Veganer einfach langweilige Körnerfresser sind. Wir haben auch kein grünes Logo. Wir haben auch keine Sperrmülleinrichtungen oder so. Das sind einfach so Vorurteile, die ich immer vehement irgendwie von mir gestoßen habe, einfach um Veganismus auch Mainstream-fähiger zu machen und auch mehr den Mainstream zu erreichen. Also klar, wir sind super konsequent, haben auch einen nachhaltigen Anspruch und versuchen halt auch immer, das irgendwie bestmöglich mit einer Mainstream-Gastronomie zu vereinbaren. Wir haben natürlich auch eine große vegane Stammkundschaft. Aber mein Ziel war es auch immer, und das fand ich ganz, ganz wichtig, auch Nicht-Veganer anzulocken oder denen auch ein schönes Erlebnis zu machen, dass sie sagen, hey, krass, kann man auch als Nicht-Veganer essen. Und eigentlich haben wir halt auch eher Restaurantbetrieb, aber jetzt seit dem Lockdown halt tatsächlich nur noch Take-Away. Take-Away gab es bei uns früher auch immer ein bisschen. Aber das war halt eher so ein Nebengeschäft und jetzt ist es halt wirklich so das Standbein geworden. Also den Lieferservice, den wir im ersten Lockdown hatten, den betreiben wir jetzt auch nicht mehr aus dem ganz einfachen Grund, weil wir kein Lieferservice sind.
Joel Kaczmarek: Ja, aber da sind wir schon mitten im Thema. Lass uns doch mal da rein starten. Also Lockdown, du kannst keine Gäste mehr empfangen irgendwann. Also wirklich großer Schmerz. Und dann hast du gesagt, ihr hattet schon einen Lieferdienst bei euch und habt den sozusagen jetzt aber nicht mehr benutzt.
Vincent Töpsch: Ja, nein. Ja, es war halt der erste Lockdown. Und dann, das hat ja noch keiner von uns miterlebt. Und dann war es halt eine Ausnahmesituation, Notsituation. Wir haben überlegt, was können wir machen? Wir hatten, ja, und wir haben dann gedacht, okay, Take-away-Geschäft läuft bei uns eh nicht so. So krass gut. Das hat wirklich einen Bruchteil unseres Geschäfts vorher ausgemacht. Und dann haben wir einfach über Nacht mit dem Elektrofahrrad von meinen Eltern und dem alten Auto vom Geschäftsführer sozusagen einen Lieferservice aus dem Boden gestampft. Ja, hat auch funktioniert, aber es war halt im Endeffekt, es ist nicht unser Business sozusagen. Ich bin ja auch kein gelernter Gastronom, aber ich habe das Gefühl, ein Lieferservice läuft schon nochmal anders als jetzt, sage ich mal, normaler Restaurantbetrieb oder auch nur Take-away-Betrieb. Das war schon logistisch. Wir haben da viel gelernt, aber wir haben halt auch gelernt, dass wir es nicht so gerne machen möchten.
Joel Kaczmarek: Woran liegt denn das? Was ist denn das, wo ihr sagt, es ist nicht Teil eurer DNA?
Vincent Töpsch: Naja, also zum einen ist es natürlich, wie du gerade schon meintest, Sushi ist kalt, das kann nicht kalt ankommen. So ein Burger ist nochmal was anderes. Klar sind wir irgendwie ein Stück weit mehr prädestiniert für Take-away oder Liefergeschäft als sagen wir jetzt ein Sterne-Restaurant oder sowas. Aber trotzdem sind Pommes, die irgendwie zehn Minuten in der Pappschachtel sind und zehn Minuten ist ja eigentlich auch noch kurz, nicht so toll. Und genauso ist es mit den Burgern. Ich war qualitativ immer ein bisschen unzufrieden und dann sind wir halt, keine Ahnung, vor so Aufgaben gestellt, dass dann teilweise, ja gut, da mag sein, dass jetzt so eine Plattform wie Dish Order oder so da Abhilfe schaffen kann, aber wir haben früher die Bestellungen wirklich nur per Telefon reingenommen. Dann hast du einfach immer Peak-Zeiten gehabt, wo einfach, keine Ahnung, 10, 20 Leute auf einmal anrufen, die kommen schon nicht mehr durch, weil wir nur eine Leitung haben, weil wir einfach kein Lieferservice sind. Also ich hatte einfach das Gefühl unterm Strich, Es hat mehr Frust verursacht, auch bei den Gästen, als dass sie sich gefreut haben darüber. Und dadurch haben wir natürlich auch Frust gehabt. Und das waren dann immer viele Kleinigkeiten, wo wir einfach unzufrieden waren, gesagt haben, das ist einfach nicht das Blattgold. Ist es einfach nicht.
Joel Kaczmarek: Tuan, wie war das denn bei dir? Also wir sammeln ja jetzt mal so ein bisschen Eindrücke, dann kann uns Volker ja mal so seine Marktsicht auch geben. Hattet ihr einen eigenen Lieferdienst oder habt ihr immer auf Fremde zurückgegriffen, wenn ihr was gemacht habt in dem Bereich?
Tu Anh Vu: Also bei mir ist das so, dass ich von Anfang an eigentlich meinen eigenen Lieferdienst habe mit eigenen Fahrern und Autos. Und von daher war die Umstellung bei uns nicht so groß. Also wir hatten dann im Prinzip gesagt, okay, es ist Lockdown, dann schließen wir unser Restaurantbetrieb und konzentrieren uns dann halt auf das Liefergeschäft. und haben deswegen halt nicht so die großen Umstellungen. Ich habe dann aber halt immer noch quasi, ja, wir sind auch immer noch bei Lieferando und sozusagen darauf angewiesen, weil da immer noch ein großer Teil von Neukunden reinkommen und dadurch, dass der Restaurantbetrieb und das Catering-Geschäft einfach brach liegt, sind wir wie gesagt darauf angewiesen, aber zum Glück war die Umstellung nicht so groß.
Joel Kaczmarek: Volker, du hast die ganze Zeit fleißig genickt. Das können ja unsere Hörerinnen und Hörer nicht sehen, aber ich kann es ihnen erzählen, dass du das getan hast, speziell als Vincent geredet hat. Also ich lerne, was ich jetzt deinem Gesicht entnehme, dass du öfters auf die Situation triffst, dass Gastronomen sich mit dem Thema Liefern nicht so richtig identifizieren können, weil es ein bisschen ein anderes Spiel ist.
Volker Gläser: Ja, Joel, das ist so. Das, was wir jetzt von Vincent und Juan gehört haben, ist für uns bei der Hospitality Digital jetzt nichts Neues. Und das zeigt der einen Seite die Notwendigkeit dieses Pick-up- oder Delivery-Geschäfts, gerade eben in dieser Phase, die schwierig ist. Ich glaube, das ist eindeutig, dass du heute solch ein Standbein einfach brauchst, wenn du dein Geschäft weiter betreiben möchtest. Auf der anderen Seite haben wir auch gehört, dass von beiden, und das spiegelt die Situation in bestimmten Segmenten im Markt, wer sagt, ich setze auf Qualität, der hat natürlich den Anspruch zu sagen, Okay, ich bin mir nicht sicher, ob nach, keine Ahnung, 20 Minuten Auslieferung meine Ware, meine Speisen noch wirklich so gut sind, wie ich gerne hätte. Und deshalb setze ich in erster Linie auf Pickup. Und das ist etwas, das haben wir schon in der ersten Corona-Welle gesehen und das haben wir jetzt wieder. Viele sagen, also ich hätte ganz gerne ein Belieferungsgeschäft. Aber ich fange mal an mit dem Pickup und dann beginnt das Verständnis eigentlich für die Kunden und für die Qualität und sehr häufig ist das Feedback eben sehr positiv. Das hören wir auch immer wieder und viele sagen, okay, ich brauche eine weitere Säule jetzt. Ich mache sehr gerne das Pickup-Geschäft. Und Delivery mache ich da, wo ich es darstellen kann, aber wirklich nur dann. Entweder beliefere ich selber, mache es über mein Netzwerk aus der Familie, Freunde, Bekannte oder ich arbeite mit einem Belieferungs-Service zusammen. Okay, oder ich mache es tatsächlich mit den großen Playern im Markt. Ich kann sagen, für unsere Zielgruppe, Also die unabhängigen Restaurateure und Thuan und Vincent gehören grundsätzlich dazu, würde ich sagen. Es ist eine Tendenz da, auf Qualität zu setzen. Da, wo es eine wichtige Säule auch des Geschäfts ist, des gesamten Auftritts, zu sagen, also ich stehe für Qualität in meinem Restaurant. Ich möchte sicherstellen, dass das, was ich anbieten kann jetzt nur, sozusagen Pickup, dass das auch wirklich für mich steht, für meine Marke steht, für die Qualität steht, die ich üblicherweise anbiete. Und daher glaube ich, ist das verständlich, nachvollziehbar und da habe ich auch so viel genickt. Einen Punkt möchte ich allerdings auch nochmal machen. Ich glaube, dass diese Corona-Phase, Phase 1, Phase 2, und jetzt hoffen wir, dass wir mit den weiteren Lockerungen jetzt echt eine bessere Situation bekommen. Die hat aber gezeigt, dass dieses Aufbauen und Ausbauen von einem weiteren Standbein und Pick-up und eventuell Delivery ist wirklich eines, ist wirklich sehr, sehr wichtig für Gastronomen, für diese Branche. Und wenn man mal genau hinguckt, da gab es eine Menge von Versprechungen für Gastronomen über die letzten zwölf Monate. Also angefangen von bestimmten angeblichen Öffnungsszenarios, über Hilfen, die dann vielleicht nicht angekommen sind. Also es ist, glaube ich, wichtig, das Thema Digitalisierung auch in der Gastronomie umzusetzen.
Joel Kaczmarek: Gut, jetzt machen wir ganz kurz wirklich mal Plainfield zu an. Wenn wir jetzt mal Corona ausblenden, also wir tun jetzt mal so, als wenn du einen ganz normalen Restaurantbetrieb hättest und als wenn du all deinen Tätigkeiten, die du sonst hast, nachgehen könntest. Wenn ich mir dieses Setting mal angucke, ist dann Lieferung von Essen und Pickup eigentlich auch ein Modell, was für euch attraktiv ist. aktiv ist, weil normalerweise machen ja Gastronomen vielfach ihre Marge auch mit den Getränken und es gibt ja, wenn ich jetzt zum Beispiel das Lieferandomodell fahre, was du gerade gesagt hast, auch gewisse Gebühren. Also wir haben ja schon mal einen Haken gesetzt, besitze ich einen eigenen Lieferdienst, ja oder nein, ist ja eine Entscheidungsachse, weil wenn ich einen habe, bin ich auch bei Lieferando im günstigeren Modell, ich glaube 15%, wenn ich mich nicht täusche, vom Warenwert. versus wenn ich keins habe, bin ich halt bei 30. Und 30 Prozent, ich weiß nicht, hat mir Tim Rauhe irgendwie im Podcast, da hat er die Hände über den Kopf zusammengeschlagen. Welcher Gastronom soll das bei seinen Mahlzeiten rauskriegen? Also wenn wir jetzt aber mal ganz basic starten, würdest du dann sagen, dass Lieferung für euch ein attraktives Geschäft ist, weil es funktioniert, oder ist das eher so ein Service, den man mitnimmt?
Tu Anh Vu: Ne, also ich habe mich, wie gesagt, schon von Anfang an auch für das Liefergeschäft mich entschieden und das hat gezeigt, dass das war halt auch richtig und wichtig. und ich muss auch sagen, ich bin Wehreinsteigerin in der Gastronomie.
Joel Kaczmarek: Ich glaube fast jeder, oder?
Tu Anh Vu: Ich habe vorher Wirtschaftswissenschaften studiert und habe in der Unternehmensberatung gearbeitet. Und jetzt mit den Erfahrungen aus der Gastronomie muss ich auch sagen, ich plane für meine Zukunft irgendwo nochmal diese Erfahrungen mitzunehmen. Und ich plane mich nochmal selbstständig zu machen, auch im Bereich Digitalisierung. Und freue mich, wenn ich irgendwie mal später Gastronomen helfen kann. Digitalisierung voranzutreiben, weil also Digitalisierung ist halt nicht nur im Bereich zweite oder dritte Vertriebskanal, sondern ich erlebe das jetzt bei mir selbst. Also Digitalisierung im Prozessen ist halt auch super wichtig. Also Buchhaltung und auch Kundenservice und so weiter. Und jeder Gastronom sollte sich auch schon darüber Gedanken machen.
Joel Kaczmarek: Aber ist es profitabel zu betreiben, Lieferdienst? Ihr habt jetzt einen eigenen Lieferservice sozusagen da. Ist es für euch ein profitables, attraktives Geschäft?
Tu Anh Vu: Ja, es kann profitabel sein mit der richtigen Kalkulation und dem richtigen Produkt. Aber ich stimme da dem Vincent auch zu. Es gibt einfach Produkte, die sind für das Liefergeschäft nicht gemacht und wir selbst haben auch das Problem. Also Sushi ist natürlich auch Kunstwerk und dieses Kunstwerk, das kann man einfach im Liefergeschäft nicht vermitteln. Da sieht das eingepackt einfach schlecht aus. Also es ist einfach nicht schön darstellbar. Und das ist natürlich super schade und kann man nicht abbilden.
Joel Kaczmarek: Und was ist so deine Einschätzung zu so einer Plattform wie Lieferando? Weil du hast ja gesagt, ihr arbeitet noch mit denen. Ist das so ein bisschen ein Fall von, man kann nicht mit und man kann nicht ohne? Oder würdest du sagen, es ist attraktiv oder es ist nicht attraktiv, ihr wollt da weg? Was ist deine Einstellung dazu?
Tu Anh Vu: Ja, also es ist genau wie du sagst, man kann nicht ohne, aber man kann auch nicht mit denen gut leben. Es ist noch eine Schwierigkeit bei der Kalkulation. Und ich würde es auch nicht mit den Lieferando-Fahrern dann abbilden wollen, weil 30 Prozent, dann bleibt dir einfach nicht mehr viel übrig. Genau.
Joel Kaczmarek: Und wie kommst du zu dem Ergebnis, dass du sagst, einerseits kann ich nicht auf sie verzichten, also ist das, dass du sagst, dass sie einfach Masse schieben und was ist das, was dir Schmerz noch daran bereitet?
Tu Anh Vu: Ja, also wie ich gesagt habe, wir haben leider auch immer noch viele Neukunden, die darüber bestellen. Wir versuchen ein bisschen unabhängiger von Lieferando zu werden durch unseren eigenen Online-Shop und dadurch, dass wir halt unseren Kunden auch immer animieren, bei uns direkt zu bestellen. Genau. Aber wir sind trotzdem darauf angewiesen, diese Neukunden zu generieren.
Joel Kaczmarek: Okay, also es ist eigentlich relativ simpel. Sie bringen viele Kunden, aber sie sind zu teuer, lerne ich. Ja. Und bevor wir gleich mal in Vincents Lösung eintauchen, was heißt das? Ihr habt einen eigenen Online-Shop, also habt ihr euch selber was programmiert und darüber kommen Bestellungen rein und ihr tragt die dann aus. oder wie muss ich mir das vorstellen?
Tu Anh Vu: Ja, ganz genau. Also ich habe über die Domain SushiKöln.de einen eigenen Online-Shop programmiert und wir fahren mit unseren eigenen Fahrern dann auch aus.
Joel Kaczmarek: Wie macht man das? Also wie kriegt man als Gastronom es hin, dass man sich selbst so einen Shop baut? Hast du da irgendjemanden beauftragt? Hast du irgendwie einen Cousin, der das kann? Oder kannst du neben deinen Fähigkeiten noch mehr?
Tu Anh Vu: Genau, das ist, wie gesagt, ein Familienunternehmen und deswegen hat mein Bruder auch die Programmierung übernommen.
Joel Kaczmarek: Okay, und ist das ein Investment, was du sagst, was für euch sich als sinnvoll erstellt hat, dass ihr sagt, okay, damit kann ich vielleicht Lieferando auch irgendwann ablösen?
Tu Anh Vu: Ja, also das hat sich definitiv ausgezahlt und hat sich voll gelohnt. Und ich war ja Einkaufsberaterin vor meiner Tätigkeit als Gastronomin. Und ja, wie gesagt, es hat sich komplett ausgezahlt.
Joel Kaczmarek: Aber hast du schon eine Zeitachse für dich, wo du glaubst, also wirst du irgendwann Lieferando abschaffen und abstellen können, dass du das komplett selbst machst oder ist man immer darauf angewiesen?
Tu Anh Vu: Also ich habe für mich beschlossen, ich werde wahrscheinlich weiterhin bei Lieferando bleiben, um einfach neue Kunden zu generieren und fahre mit der Strategie aber auch nicht schlecht, dann später im Kundenkontakt die Kunden davon zu überzeugen oder denen zu sagen, Ja, ihr seid quasi über Lieferando zu uns gekommen, aber wir haben auch unseren eigenen Online-Shop und bestellt doch darüber.
Joel Kaczmarek: Darfst du das? Mal blöd gefragt. Gibt es da irgendwie in den AGBs Vorhaltung von Lieferando?
Tu Anh Vu: Ja, also darf ich eigentlich nicht. Lieferando macht auch schon eine Kopie quasi von unserem Online-Shop. Und es gibt also nicht nur die Plattform, sondern es gibt auch Kopien von unserem Online-Shop. Und das finden wir natürlich nicht so toll, aber da wurden wir auch aufmerksam gemacht von einer Kundin. Die hat uns gesagt, ja, wisst ihr übrigens, ihr habt noch einen Online-Shop, der wird aber von Lieferando betrieben.
Joel Kaczmarek: Ja, das ist ja gerade durch die Presse gegangen, also soweit ich weiß, ist es glaube ich seit 2010 und das wissen viele aber nicht schon, Prozedere, dass Lieferando so eine Art Ghost Sites irgendwie selbst pflegt, das heißt, die bauen quasi Webseiten für Restaurants und es erweckt den Eindruck, als wenn das vom Restaurant so sei, aber das Ordering, der Prozess läuft quasi über Lieferando, sodass ich wieder quasi in der Schleife bin, das zahlen zu müssen. und da man natürlich als so ein großes Unternehmen sehr viel mehr Verständnis hat von irgendwie Suchmaschinenoptimierung und Co., ranken die in der Regel auch besser, also ihr merkt sowas auch, ja? Ja. Vincent, wie ist denn dir damit ergangen? Also du hast ja gesagt, ihr hattet erst was, habt da so ein bisschen hemmsärmelig probiert, habt gemerkt, es passt nicht zu euch. Wie hast du dich dann aufgestellt, als du dann gemerkt hast, okay, ich muss aber, kann gerade gar nicht anders wegen Corona?
Vincent Töpsch: Ja, also ganz zuerst einmal bin ich sehr überrascht, was ihr da gerade erzählt habt. Das habe ich noch nicht gehört. Mag vielleicht auch ein bisschen daran liegen, dass wir uns immer, oder dass ich mich quasi vehement gegen, also Foodora war das ja früher noch, die bei uns angefragt hatten und dann Lieferando, immer vehement gegen die gewehrt habe. Aus irgendeinen Gründen. Also ich habe nur Schlechtes gehört, nur Hopper-Stories. Und eigentlich schon in dem Moment, wo sie mir damals erzählt haben, dass sie 30 Prozent haben wollen, habe ich gesagt, hey, ist nett gemeint, aber nee, danke. Also die Frage hat sich mir schon gar nicht gestellt. rufen öfter an, also nach wie vor, aber, und ich glaube, es ist auch so ziemlich, also wenn ich das überhaupt jemals von mir rechtfertigen könnte, wäre es halt so wie bei Toan, dass ich das als, sag ich mal, Werbemaßnahme sehen würde, aber allein, wenn ich schon sowas höre, dass die dann irgendwie deine Seite klauen und dann, also es geht für mich schon in moralisch total, ja, grenzwürdigen bis absolut falschen Bereich, so, also
Joel Kaczmarek: ich weiß nicht ob sie eine seite klauen aber sie bauen sozusagen fragen
Vincent Töpsch: oder so. also tut mir leid da habe ich gar kein verständnis für. und genau deswegen habe ich mich immer dagegen gewehrt und wollte da unabhängig bleiben weil das ist eine erfahrung nicht gemacht hat seit ich selbstständig bin seit ist tag eins wo wir aufgemacht haben. es kommen immer leute und wollen bei dir mitverdienen so und lieferanten ist halt einer davon und die machen das auch recht aggressiv. und ja als werbemöglichkeit kann man darüber nachdenken. Ich persönlich, ja klar, weil wir nicht mehr Kunden haben und neue Kunden haben, aber ich glaube, also ich bin zumindest immer sehr zufrieden gewesen damit, wie es läuft. Also wir haben nie viel in Werbung gesteckt sozusagen. Also die ganze Geschichte läuft mehr oder weniger von selbst werbetechnisch gesehen und deswegen habe ich mich damit jetzt auch noch nicht näher auseinandergesetzt. Natürlich gibt es immer so Phasen, wo man denkt, so müssen wir mal vielleicht was machen oder so, aber der Laden an sich ist was werbetechnisch gesehen sehr, sehr pflegeleicht.
Joel Kaczmarek: Ich meine, mal ganz blöd gefragt, by the way, wenn du jetzt sagen würdest, okay, ich will jetzt auf so eine Plattform, ich will, dass jemand für mich liefert, hast du eigentlich noch Adressen, zu denen du gehen kannst, außer Lieferando? Also das Einzige, was ich noch kenne, ist irgendwie Volt, hier in Berlin, mit W geschrieben. Ich glaube, in Kiel würde mich jetzt wundern, wenn die aktiv sind, ehrlich gesagt. Also ist das nicht so ein bisschen
Vincent Töpsch: In Kiel ist ja auch ein Wunder, dass es, also wie gesagt, früher war es halt Foodora, die mit ihren pinken Rucksäcken, dann wurden sie halt aufgekauft, dann ist Lieferando, dann fahren sie halt zur Orange rum. Aber ja, es gibt natürlich nichts anderes hier sozusagen. Es gibt einen lokalen Anbieter, der jetzt, sag ich mal, im Takeaway-Geschäft so ein bisschen versucht Fuß zu fassen. Mit denen hatten wir dann auch eine Zusammenarbeit begonnen. Das war ein Start-up. Aber da bin ich auch sehr kritisch gewesen, weil die Gebührenstruktur war ähnlich. Das waren dann vielleicht keine 15 oder 13 Prozent wie bei Lieferando. Da waren es dann halt 10 Prozent oder so plus PayPal-Gebühren und so weiter. Dann bist du auch bei 12 Prozent. Und dann haben wir halt irgendwann von Metro Hospitality Digital Dish Order vermittelt bekommen, dieses Online. ja, was sage ich mal, ein Bestelltool ist, das mehr oder weniger so ähnlich ist wie Lieferando, nur minus den ganzen Monopol-Kram drumherum und diese Gebühren sozusagen. Und da war ich dann direkt hellhörig, weil wir auch stetig Gebühren abgedrückt haben, 10% pro Bestellung, einfach nur dafür, dass die Leute über einen damals auch noch überhaupt gar nicht wirklich funktionierendes Systemvon diesem lokalen Anbieter bestellt haben,das hat mich sehr geärgert. Also ich gucke schon manchmal auf die Umsätzeund denke mir jedes Mal so, Alter,wir haben das seit Mitte Januar,wir haben, ich glaube, weit über 2.000 € schon gespart.
Joel Kaczmarek: Volker, erzähl doch mal ganz kurz,das Produkt, was ihr da beschreibt, dieses Dish Order,was genau hat es damit auf sich?
Volker Gläser: Ja, Dish Order ist eine Plattform, die bietet eben Pick-up und Delivery grundsätzlich mal an. Also ein Gastronom, eine Gastronomin kann sich ein eigenes Standbein aufbauen. Wir verlangen im Unterschied zu anderen Anbietern eben keine Provision in Abhängigkeit vom Bestellvolumen, sondern es gibt eine monatliche Grundgebühr und that's it. Die liegt bei 49 Euro. Da wir die Plattform in unterschiedliche Märkte ausrollen, ist es von Land zu Land ein bisschen unterschiedlich. Unser Ziel dabei ist es, dem Restaurateur zu helfen, eben einen eigenen Kanal zum Kunden aufzubauen. Man kann entscheiden, Pickup anzubieten oder eben auch Belieferung. Und beim Thema Belieferung liegt es dann beim Restaurantbetreiber, ob er das selber darstellen möchte, mit einem Partner oder sich selbst. einen Partner suchen möchte. Wenn gewünscht, geben wir auch Hinweise darauf, welche Belieferungsunternehmen im jeweiligen Umfeld zur Verfügung stehen. Aber wir überlassen es letztlich dem Restaurateur und er oder sie sollen sich eben einen eigenen Kanal aufbauen. Die Idee, das so auf die Beine zu stellen, gab es schon vor der ersten Corona-Welle, also wir haben schon 2019 darüber gesprochen, weil wir angesprochen wurden von unseren Kunden, die gesagt haben, sag mal, gibt es nicht eine Möglichkeit, ihr macht jetzt sowas wie Dish, gibt es nicht eine Möglichkeit, eine Belieferung, Pick-up, Delivery-Plattform zur Verfügung zu stellen? Und da haben wir drüber nachgedacht. Wir haben dann erste Versuche gestartet in Frankreich, ein großer Markt, auch ein reiner Food-Markt für die Metro. Und da haben wir gesehen, das ist ein sehr interessanter Ansatz. Wir helfen letztlich dem Restaurantbetreiber, seine Kunden anzusprechen, eigenen Kanal aufzubauen, ohne großen Aufwand. Und ja, eben dann eröffnen wir die Möglichkeit, Kunden letztlich direkt anzusprechen. Also wir basteln da keine Websites, auf die man nicht zugreifen kann, eben dieses Beispiel. Das hast du nochmal gebracht. Das ist ja so, als würde jemand jetzt für mich, für uns, jeweils privat, sagen wir mal, Vermarktung durchführen. Über eine Seite mit unserem Namen. Da hast du dann keinen Zugriff mehr drauf. Also das halte ich schon für grenzwertig, ganz ehrlich. Das tun wir nicht mit diesem Dish Order. Wir überlassen es letztlich dem Restaurantbetreiber, die Plattform zu nutzen, auf das eigene Geschäft hinzuweisen, den Stammkunden mitzuteilen, schau mal, ich habe jetzt eine alternative Möglichkeit, über die du bestellen kannst.
Joel Kaczmarek: Und wir haben es immer so, dass wir so Vorgespräche machen und dann sage ich mal, hey Leute, hier muss keiner irgendwie Metro-Produkte feiern, wenn die cool sind, gerne sagen, aber ihr seid auf keinen Fall zu gezwungen. Und da meinte Vincent gleich, nein, nein, ich bin da voll der Fan von, das ist super, ich erzähle da was. Was ist es denn bei dir, Vincent, außer, dass du dafür nicht irgendwie Gebühren zahlen musst, was du an dem Tool gut findest? Weil du hättest ja auch, wie du ansagen können, dass du was Eigenes versuchst aufzusetzen.
Vincent Töpsch: Da muss ich ein bisschen weiter vorne ansetzen, weil ich bin ja quasi Dish- oder Metro-Digital-360-Grad-Kunde mittlerweile. Und auch so ziemlich von der ersten Stunde an. Also angefangen hat das Ganze ja damit, dass, ich weiß es gar nicht mehr, irgendwer, glaube ich, aus dem Markt auf mich zukam und meinte, also aus dem Metro-Markt, und meinte, hier, guck mal, wir haben eine gratis Website. Und ich, naturkritisch, natürlich auch schon, keine Ahnung was, drei, vier Jahre Gastro-Erfahrung, wie war es gratis, das kann nichts sein, ne? Ich habe es mir angeguckt und ich hatte zu der Zeit sowieso ziemlich einen Ärger mit unserer Webseite. und ja, das war so eines dieser typischen Beispiele, wo, ja, junger Gastronom bin ich halt drauf reingefallen. Ist irgendwer angekommen, hat mir eine Webseite verkauft, hat gesagt, hey, wir machen hier einen tollen Deal, alles super toll und schick und so weiter. Letztendlich war das irgendwas aus dem Baukasten, wofür wir sehr, sehr viel Geld bezahlt haben und was auch nie wirklich zufriedenstellend lief. Und dann hatte ich mir halt die Website angeguckt, die hatte ich eigentlich dann, das war mehr so ein Versuch irgendwie auch und dann hat aber auch alles sehr, sehr intuitiv und spielend ineinander gegriffen und ich habe da innerhalb von ein, zwei Stunden, ja, eine komplette Website da auf die Beine gestellt, die, ja, ich sage mal, mindestens so gut aussah wie die davor, zumindest auch für den Preis von null Euro. und, ja, also da waren jetzt Die einzige Kleinigkeit, die mich wirklich gestört hat, war, dass man auf der Seite sozusagen in gewissen Bereichen so gesiezt wird, wo wir unsere Kunden einfach nur duzen. Und das konnte man jetzt nicht ändern. Da gibt es halt so Bereiche, da geht das nicht. Das ist halt ein Baukastenprinzip. Aber das war dann auch schon so ungefähr das Schlimmste. Und dann wurde das Angebot da immer weiter ausgebaut. Dann gab es noch das Reservierungstool, auch ganz wichtig, um Reservierungen im Laden dann zu koordinieren. Auch super, super praktisch, weil dann kriegen die Gäste, wir haben es früher alles mit dem Telefon gemacht, wirklich Telefon und Zettel, ganz oldschool. Und da ist jetzt halt einfach so, du nimmst die Reservierung an, die kommt rein, nimmst die an, Gast kriegt Erinnerungs-E-Mail, Erinnerungs-SMS und nochmal kurz vorher und nachher und es ist einfach super praktisch so. Also es ist alles an einem Ort, du kannst die Gäste anrufen, wenn du möchtest und das sind dann einfach auch Punkte, wo im Betrieb dann Zeit eingespart wird. Genau, dann kam der Lockdown. und dann kam irgendwann Dish Order und das hat halt auch einfach viel, viel besser funktioniert als das von den lokalen Mitbewerbern hier. Da waren so schlimme Fehler drin bei denen. Ich möchte da jetzt auch gar nicht ins Detail gehen, ich möchte die jetzt nicht in Verruf bringen oder so, aber da waren so Sachen, die haben mich so maßlos geärgert, wo ich dachte so, habt ihr überhaupt mal mit der Gastronomie euch auseinandergesetzt oder seid ihr einfach nur ein paar Programmierer, die eine flotte Idee hatten? Die Idee an sich war jetzt vielleicht nicht schlecht, aber das wurde überhaupt nicht unseren Bedürfnissen gerecht. Und das ist jetzt halt bei Dishorder ganz anders. Es ist viel, viel besser, Hand zu haben. Und klar gibt es da auch Verbesserungsvorschläge. Ich bin ja auch selber öfter relativ eng in Kontakt mit teilweise den Entwicklern jetzt auch. Also hatte ich letzte Woche auch ein Gespräch. Und das ist ein sehr, sehr fruchtbarer Austausch soweit. Und da passiert so viel auch gerade. Die haben mir gerade so einen kleinen Sneakpeak gegeben auf den neuen Shop. Der soll jetzt irgendwie auch nochmal komplett neu umgestaltet werden. Und ich bin ja schon zufrieden, aber es sah echt nochmal ein bisschen aufgeräumter, ein bisschen durchdachter, intuitiver aus. Ja, am Ende sind es Kleinigkeiten, wo ich dann sage, hier könnte man vielleicht ein bisschen besser machen, hier kommt der Kunde immer nicht so gut klar. Aber im Großen und Ganzen ist es übersichtlich, intuitiv. wie man sich halt ein webshop vorstellt. kosten sind überschaubar ja und wir haben und du hast es halt auch gleich integriert auf der webseite. du hast dann die webseite von tisch und dann sagst du ja ich könnte auch durch order und dann macht klopp und du hast einfach direkt mitten auf der webseite im button jetzt hier essen bestellen abfahrt oder Nichts Kompliziertes, nicht irgendwie, irgendwer muss dir dann HTML-Gedöns reinprogrammieren oder was weiß ich. Ich habe auch keine Ahnung von Webseiten und all dem, so rudimentär, aber ich habe keine Lust, mich damit auseinanderzusetzen. Und das ist halt auch schön, wenn man, na klar, tu an, wenn man so einen Bruder hat, der das macht und das auch gut macht und einen da betreut, hey cool. Aber das ist Luxus, den die allermeisten Gastronomen nicht haben und auch von der Zeit her nicht. Ich habe gar keine Lust, das zu betreuen oder sonst irgendwas. Ich will da einen Button haben und dann soll das losgehen. Ja, das ist so ein bisschen Pragmatismus. Es gibt einfach so Sachen, um die will man sich als Gastronom ungern länger kümmern als nötig.
Joel Kaczmarek: Ich kann ja auch mit den Spaß mal machen, euch hier einen Post vorzulesen und zwar von Christoph Gerber. Der ist mittlerweile CEO von Talon One, also eine ganz andere Firma, aber war einer der Gründer von Lieferando. Und als jetzt gerade Diese Geschichte rauskam mit diesen Ghost-Sites, von denen ich gesprochen habe, hat er was geschrieben und das können wir mal ganz interessant jetzt mit Tuan auch irgendwie diskutieren, hat er geschrieben, schon witzig, dass hier eine große Welle gemacht wird über eine Methode, die ich mir 2011 ausgedacht habe und schon zehn Jahre läuft. Kurzer Hintergrund, Lieferheld und Pizza.de, das waren damals noch Wettbewerber, hatten beide massiv Geld, wir waren aber im SEO besser, also in der Suchmaschinenoptimierung und mussten irgendwie mit Growth-Hacking gegen die beiden anstinken. Das Projekt hatte den Namen Satelliten und ich musste noch im Board-Meeting mit Elmar Broscheidt dafür kämpfen. Jedem Restaurant wurde automatisch eine Domain erstellt, nach Name und eventuell Food-Type. Es gab zehn Farbtemplates, Rich Snippets, das sind so Textbausteine, waren automatisch und die geschriebenen Bewertungen waren der Unique Content. Ziemlich schnell kamen über 10% der Orders über diese Satelliten und die Conversion Rate lag bei 76%. Das heißt, 10% aller Bestellungen von Lieferanten damals waren über solche Seiten und drei Viertel quasi sind auch wirklich zu Kunden geworden. Und kleiner Nachtrag schreibt er noch, Ende 2013 kamen 15 % der Neukunden über diesen Kanalund damals hatten die Restos, also die Restaurants,die Möglichkeit gehabt, die Domains zu claimen. Wie das jetzt gemacht wird, weiß ich nicht. Und was ich ja daraus lerne, was ja eigentlich ganz interessant ist,und das würde mich ja mal interessieren, Thuan,dass ja offensichtlich die Kundinnen und Kunden schon den Wunsch haben,bei den Restaurants direkt zu bestellen. Also man will eigentlich das Restaurant unterstützen. Und bei mir ist es auch so, dass ich ganz oft eher mit dem Automal hinfahre und es selber hole, als denen die Kosten aufzubürden. Weswegen ich ja noch neugierig wäre, Du machst das ja nicht, dass du bei Lieferando sagst, die sollen bei dir privat sein, das darf man ja nicht, ja? Aber wenn du es machen würdest, funktioniert das gut? Also sind eure Bestellraten, die über euren Shop kommen, sozusagen ähnlich gut wie bei Lieferando?
Tu Anh Vu: Ja, doch. Also die Kunden, dadurch, dass es hier in Köln, es gibt ja bestimmte Stadtteile, die Fedels, wir halten da schon immer sehr gut zusammen. Ich habe auch so meine Stammkunden, die bestellen halt schon immer irgendwie über unsere Webseite. Es war nur eine Zeit lang schwierig gewesen, als Lieferando damit gestartet hat, wo es bei Google möglich war, also Google My Business. Da gab es ja dann eine Funktion eine Zeit lang, dass die Kunden dann direkt von der Google-Suche dann bei dem Restaurant angeblich dann bestellen können. Aber dieses Tool ist, davor ist im Prinzip dann der Lieferando-Shop geschaltet. Das heißt, die Kunden denken, die haben uns gegoogelt, haben uns gefunden und bestellen über uns. Und das ist aber einfach nicht richtig. Also die haben dann über den Lieferandoshop bestellt. Und das war halt schwierig gewesen. Lieferando hat uns natürlich auch nicht Bescheid gesagt, dass da dann das gemacht wird. Und wir haben einfach dann in dem Zeitraum gesehen, dass auch unsere Stammkunden, die normalerweise über unseren Onlineshop bestellen, auf einmal dann bei Lieferando bestellt haben. Und die wollten das auch nicht. Die Kunden wollten das definitiv auch nicht so machen. Aber es ist passiert. Also über die Google-Suche ist das automatisch dann so eingestellt worden.
Joel Kaczmarek: Vincent kriegt, glaube ich, gerade ein bisschen eine Faust in der Tasche, oder?
Vincent Töpsch: Für mich ist es schon ein emotionales Thema. Wie gesagt, ich finde es nicht in Ordnung, weil du hast ja dann als Gastronom auch gar nicht die Möglichkeit, da anscheinend Einfluss drauf zu haben. Allein das macht mich schon fuchsig. Außer wenn auf einmal irgendwo ein Yelp-Account auftaucht, den du nie haben wolltest. Dann hast du ihn ja, meine Güte. Aber es ist halt auch dein Laden. Ich habe ja auch schon gehört, ich weiß gar nicht mehr, wer mir das letztens erzählt hat, dann dauert das mal drei Wochen irgendwie, bei Lieferando die Karte irgendwie zu aktualisieren oder sowas. Da kriegt die Krise bei sowas. Also, hallo, entschuldige mal, da ist das Aktionsgericht dann auch schon wieder vorbei so ungefähr. Also, boah, nee, also überhaupt nicht meine Welt. Das tut mir wirklich leid, aber ich sehe mich da gar nicht wieder und bin nach wie vor heilfroh, dass wir uns da raushalten konnten. Ja, und auch froh, dass es
Joel Kaczmarek: Magst du mal ein bisschen Best-Practices-Time-To an? Also ist das noch so mit dem Google-Zwischenschaltungselement von Lieferando? Und wenn ja, was kann ich als Gastronom dagegen tun?
Tu Anh Vu: Es ist zum Glück nicht mehr so. Es ist im Prinzip nur eine Einstellung bei Google My Business, den man allerdings machen muss. ausschalten muss und das wusste ich vorher nicht. Mittlerweile ist das umgeschaltet und ausgeschaltet, sage ich jetzt mal. Und dadurch sind wieder mehr Kunden in unserem eigenen Online-Shop.
Joel Kaczmarek: Und ich habe ja mal eine ganz banale Frage, die man glaube ich nur stellen kann, wenn man selber kein Restaurateur ist. Ich sehe das ja immer, dass in Deutschland, wenn du so einen Bon ausstellst, wenn ich im Lokal esse, zahle ich 19% Steuer, wenn ich es mitnehme 7%. Und manchmal weise ich meinen Burger-Onkel hier um die Ecke drauf hin und sage, hier, guck mal, hast du Bon falsch gedruckt. Dann ärgert er sich natürlich, weil bei irgendwie 15 Euro Bon musst du dann 19 Prozent Steuern zahlen anstatt irgendwie 7. Macht das eigentlich attraktiv? Also ist das sozusagen ein Faktor, dass Lieferdienst attraktiver wird, weil ich weniger Steuern zahle, aber den gleichen Preis beim Endkunden durchsetze? Oder macht das gar nicht so den Unterschied?
Tu Anh Vu: Also für mich war das Liefergeschäft schon immer auch ein Teil gewesen. Und es macht schon auch attraktiv, ja doch, für die Kunden.
Joel Kaczmarek: Na gut, ihr Lieben, aber Volker, so ein bisschen. mein Fazit heute ist eigentlich, dass Gastronomen unter dem Druck stehen, sich digital waffenfähig machen zu müssen, sage ich mal, und aber wahrscheinlich gar nicht oft den Fokus, die Konzentration oder vielleicht auch die Fähigkeit haben, also ohne dass das was Schlimmes ist, das zu tun und welche Lösung man am Ende dann anstrebt, ob Eigenbau, ob was von euch, ob was von Lieferando, das ist ja erstmal egal, solange man sozusagen weiß, was man da tut, aber da bedarf es offensichtlich einer gewissen Reflexion und Aufklärungsarbeit, ne?
Volker Gläser: Das glaube ich auch. Also das haben wir von Duan eben auch nochmal gehört. Man muss es wissen, dass man bestimmte Funktionalitäten da disablen kann. Die Tatsache, dass eine Website geowned wird von jemand anders, vielleicht fällt dir das so schnell auch erstmal gar nicht auf. und dann Fragst du dich, sag mal, wo bleibt denn jetzt der Traffic auf meiner eigenen Webseite? Dann siehst du, das ist ja in der Branche wie in vielen anderen Branchen auch so. Die Erfahrung mit digitalen Tools, die kommt natürlich dann mal mit jüngeren Generationen, das ist klar. Gut, ihr beide gehört jetzt, du und Vincent, definitiv auch dazu. Aber sehr häufig ist ja der Fokus auf dem Geschäft, also aufs Restaurant ausgerichtet und dann passieren da irgendwelche Sachen im Internet, die du dann vielleicht nicht beeinflussen kannst. Oder du weißt nicht, wie du es beeinflussen kannst. Und das sind Themen, die sind wichtig. Das haben wir von Vincent ja auch nochmal klar gehört. Das ist ja dein Laden. Also das ist ja dein Geschäft. Und da passiert irgendetwas, das du vielleicht dann jetzt mittlerweile beeinflussen kannst oder nicht. Und du musst es wissen. Dafür brauchst du ein gewisses, entweder Budget, um eine Agentur zu beauftragen, die dir das macht. Oder du musst es dir selber angeeignet haben, das Wissen. Also das ist schon wichtig. Natürlich, wie wir alle wissen, eine interessante Branche, eine tolle Branche und die sollte doch die Freiheiten haben, die sie auch verdient hat. Nicht nur, was das Angebot angeht, sondern auch, was das Spielen im Markt angeht. Und ich finde, alle Marktteilnehmer sollten das auch fair halten und fair gestalten.
Joel Kaczmarek: Sagt mal, ihr Lieben, eigentlich ein Faktor, der mir beim Thema Liefern ja auch immer so schmerzbereit ist, ist das Thema Umwelt. Also wenn man diese ganzen Assetten sieht, der Kunststoffmüll ist ja wirklich Alumüll, es ist ja wirklich hart. Ich weiß jetzt hier in Berlin probieren sie gerade einen Dienst aus, der heißt Vital, mit Y geschrieben, wo man sich zum Beispiel so Recycler, oder eigentlich sind es de facto so Mepalboxen, quasi wie Tupperware. die dann von den Restaurants ausgegeben wird, die man per App scannt und gibt sie wieder zurück. Und wenn man sie nicht zu lange behält, zahlt man auch nichts für. Also das beobachte ich mit Spannung. Tu an, wenn du das eigentlich von Anfang an schon geplant hast, das Thema Lieferung, wie geht es denn dir mit dem Thema Umwelt? Habt ihr da auch Ansätze? Denkt ihr über sowas nach?
Tu Anh Vu: Ja, also ich denke eigentlich ständig darüber nach und habe auch schon von Anfang an immer alles Mögliche gesucht. Und gerade als ehemalige Einkaufsberaterin ist das so ein Thema, das brennt immer. bei mir. Aber ich habe auf dem Markt noch nichts Vernünftiges gefunden. Gerade im Bereich Sushi ist das auch super schwierig, weil man natürlich auch die ganzen Sachen schön anrichten will. Und der Standard, gerade bei Takeaway-Verpackungen, ist einfach Standard. Das sieht nicht mehr schön aus. Man hat wenig Möglichkeiten, da irgendwie was Eigenes zu gestalten. Und Das ist auch noch ziemlich viel Müll, wie du gesagt hast. Und also das Thema beschäftigt mich seit der Eröffnung.
Joel Kaczmarek: Vincent, wie ist es bei dir? Ich weiß nämlich, wir haben hier so, wenn ich mir so Burgerlokale angucke, und das ist ja egal, ob die vegan oder aus Fleisch sind. Ich bin ja mittlerweile so, ich rümpfe ein bisschen die Nase, wenn ich so wirklich diese Plastikverpackung kriege. Weil mittlerweile gibt es ja schon teilweise für Burger so kompostierbare Geschichten. Also ist es auch was, wenn du vegan bist? Ich meine, Tierwohl ist ein Thema, das fängt irgendwie beim Tier an, aber hört ja irgendwie auch bei Umweltfragen auf. Beschäftigt du dich damit auch? Ist es was, was euch irgendwie, oder auch wie man zum Beispiel zum Kunden kriegt, CO2-frei, sind das alles Sachen, wo man drüber nachdenkt als Veganer?
Vincent Töpsch: Ja klar, absolut. Also Veganismus hört halt gerade nicht bei Umweltfragen auf, sondern ist eigentlich die Umweltfrage überhaupt. Klimakiller Nummer eins ist und bleibt nun mal Massentierhaltung und deswegen sind wir zwar nicht vor Kritik gefeit, was jetzt irgendwie Verpackungsmaterialien angeht, aber ich glaube, wir würden uns selber unglaubwürdig machen und auch damit auch nicht wohlfühlen, wenn wir da nicht auch drüber nachdenken würden. Nun haben wir vielleicht ein bisschen rustikaleren Ansatz und ein bisschen das Glück, dass Burger in Pappen Kartons besser funktionieren als Sushi. Tendenziell ist es eh so, dass ich finde, dass es in Pappe einfach schöner ist, weil es nicht so krass schwitzt, wie sag ich mal jetzt in diesen alten, was sind das so, Schaumstoff Kartons oder so. Wir haben da von Anfang an auf jeden Fall immer Wert drauf gelegt, kompostierbare, zumindest Papp oder recycelbare Pappverpackungen zu haben. Dennoch fällt natürlich Müll an. Ich würde es gerne am liebsten vermeiden, aber da ist momentan keine bessere Lösung in Sicht. Klar, wir haben mittlerweile keinen Plastik mehr im To-Go-Bereich, also auch was Kaffee und so weiter angeht, auch Strohhalme und so weiter, jetzt aus Bio-Kunststoff und so weiter. Aber das ist für uns schon von Anfang an auch mehr oder weniger keine Frage gewesen, weil wir natürlich Wert auf Nachhaltigkeit legen mit Bio-Strom, mit, frag mich nicht noch was, mit den ganzen Verpackungsmaterialien und so weiter. Und klar, das spielt da völlig mit rein und ist ein ganz, ganz wichtiger Bestandteil. Aber auf der anderen Seite ist es für mich auch oft so, wenn ich so mitkriege, dass ich Ja, dass dann hier in Kiel war so eine Initiative Kiel Plastiktüten frei und so weiter und dann gibt es Kritik, weil man mal einen Strohhalm oder eine Plastiktüte hat, wo dann eigentlich das viel, viel größere Umweltproblem tatsächlich der Fleischkonsum ist. Da fehlt mir dann auch immer so ein bisschen das Verständnis dafür, wo ich denke, so Leute, Plastiktüten sind nicht cool, aber ich sage mal so, Da muss jetzt nicht sozial geächtet werden, ne?
Joel Kaczmarek: Okay, verstehe ich schon auch. Und gibt große Hebel und kleine Hebel. Volker, ich meine, ihr verkauft das Zeug ja auch an Gastronomen. Was siehst du da am Markt? Gibt es da irgendwie Tendenzen, dass solche Asiaten und Co., dass das irgendwie umweltverträglicher wird?
Volker Gläser: Also gibt es eine Menge Tendenzen im Markt. Gerade auch deutsche Unternehmen sind da sehr aktiv. Ich glaube, du hast auch mit unserem Fabio Zimzin gesprochen, der jetzt das Thema NX Food macht. In dem Umfeld haben wir immer wieder über solche Anbieter gesprochen. Das ist etwas, das wird kommen. Es gibt interessante Ansätze, interessante Unternehmen, die sich darum kümmern. Und ich finde es natürlich toll zu hören, dass Pappe oder ein recycelbares Material genutzt wird. Metro ist da ja auch wirklich ein echter Nachhaltigkeits-Champion bei diesen Themen. Ich würde mal sagen, da sehen wir in den nächsten zwölf Monaten noch eine Menge an Innovation. Und das wäre natürlich dann eine ganz, ganz klasse Sache, wenn dann auch im Belieferungs- oder Pickup-Geschäft die nachhaltigeren Verpackungen genutzt würden.
Joel Kaczmarek: Thuan, vielleicht noch eine Sache in Richtung Nachhaltigkeit, weil du ja auch meintest, ihr arbeitet mit einer eigenen Flotte in Anführungsstrichen oder eigenen Fahrern. Sind es dann wirklich Fahrer? Also ist das dann Fahrer im Sinne von Benzin oder ist das Fahrer im Sinne von Elektroauto, Motorroller, Fahrrad? Was nehmt ihr da?
Tu Anh Vu: Also wir haben zurzeit eine Flotte von normalen Benzin- und Diesel-Smarts noch. Aber ich habe auch mich mit dem Thema E-Mobility beschäftigt und überlege da auch umzusteigen auf Elektroautos oder Roller. Und das wird auch jetzt auf jeden Fall in den nächsten Monaten.
Joel Kaczmarek: Gut, ihr beiden, macht doch mal vielleicht ein kleines Schlusswort. Also Thuan und Vincent, was ist so euer Outlook? Wie seht ihr so das kommende Jahr? Womit rechnet ihr? Welche Ziele setzt ihr euch, wenn ihr auch gerade über das Thema Lieferdienst nachdenkt, aber vielleicht auch insgesamt so, dass wir mal einen kleinen Lockdown-Corona-Abschluss mit vielleicht Silberstreifen am Horizont haben?
Tu Anh Vu: Ja, dann fange ich mal an. Also ich habe für dieses Jahr mir das Ziel gesetzt. Ich habe ja auch schon gesagt, ich habe viel gelernt durch Corona, dass es sehr, sehr wichtig ist, sich mit Digitalisierung auch auseinanderzusetzen. Und ich kann es nicht nur jedem Gastronomen empfehlen, also eigentlich alle Gewerbetreibenden. Also ich denke da auch an die Einzelhändler und quasi die Vorbereitung auf, Nach Corona, sage ich jetzt mal. Da steht aber halt auch noch einiges an Aufgaben. Ich denke da an die Schritte der Öffnung. Wie registriert man Kunden? Wie sieht das mit dem Datenschutz aus? Also da kommt noch ganz, ganz viel auf uns zu. Und ja, da kann ich nur jedem empfehlen, sich damit jetzt halt auseinanderzusetzen und sich vorzubereiten.
Joel Kaczmarek: Binse, wie ist es bei dir?
Vincent Töpsch: Ja, also für uns ist es so, es ist nach wie vor im Lockdown ist es halt irgendwie so ein Durchhalten. Ohne Perspektive ist es schlecht und für mich ist ganz klar die Perspektive, dass wir irgendwann wieder aufmachen können. Da haben wir alle Bock drauf. auf jeder einzelne bei uns im Laden, da freuen wir uns tierisch drauf. Wir wollen die Terrasse nochmal komplett umbauen, Plätze erweitern, sicherlich auch nochmal über vielleicht einen zweiten Laden nachdenken. Wir sind einfach voller Tatendrang und haben total Bock auf Gastronomie. Das hat sich jetzt so angestaut und ich glaube bei den Gästen auch und gerade jetzt der letzte sommer hat das auch gezeigt dass da auch bei den gästen total so ein bedürfnis nach ist. genau deswegen haben wir uns auch plan zurechtgelegt wie das jetzt ablaufen könnte. mit der eröffnung da muss ich auch noch mal sagen hat hat mir auch metro digital viel geholfen. da gibt es ich weiß nicht hat irgendwie auch mal so workshops irgendwie da habe ich ein bisschen was mitgenommen. stichwort gästeregistrierung gibt es auch ein tool von. also es gibt halt nichts was es nicht gibt. sozusagen Ich fühle mich da sozusagen in der Hinsicht super aufgestellt. Das ist eine riesige Hilfestellung. Und ja, wir stehen in den Startlöchern und warten einfach nur noch auf das Go. Es wird sicherlich nicht von heute auf morgen so sein wie immer oder wie früher. Aber wie Thuan schon gesagt hat, man hat unglaublich viel gelernt. Ich glaube, jeder Gastronom, der es durch diese schwierige Zeit geschafft hat, kann sich mehr als nur auf die Schulterklopfen. Ja, das ist so eine Situation hatte noch nie jemand und ich weiß ganz genau, wenn noch mal sowas kommt, dann werden wir das auch schaffen und allein das gibt schon einen riesen, riesen Selbstbewusstseinsboost. Ich bin da sehr, sehr zuversichtlich eigentlich. und ja, ich freue mich auf die Zeit danach.
Joel Kaczmarek: Gut, also ich lerne hier als Schlusswort, Digitalisierung ist everywhere und wir haben alle Bock auf Gastro. In diesem Sinne, besser kann ich es ja gar nicht sagen. Ich danke euch ganz herzlich und drücke euch die Daumen. Vielen, vielen Dank, ihr Lieben.
Tu Anh Vu: Danke auch. Tschüss. Ja, ja.