Fehlerkultur

Fehlerkultur beschreibt, wie in einer Organisation mit Fehlern umgegangen wird: ob sie offen angesprochen, ausgewertet und als Lernquelle genutzt oder ob sie vertuscht und einzelnen Personen angelastet werden. Treffender wäre eigentlich das Wort Fehlertoleranz, denn es geht nicht darum, möglichst viele Fehler zu machen, sondern darum, dass Mitarbeitende sich trauen, Neues auszuprobieren, ohne persönliche Nachteile zu fürchten. Eine belastbare Fehlerkultur gilt als Voraussetzung für Innovationsfähigkeit, verlangt der Führung aber auch etwas ab: Wer Fehler nicht mehr sanktioniert, kann sich nicht mehr darauf verlassen, dass Probleme über interne Meldewege von selbst sichtbar werden, und braucht dafür andere Führungsinstrumente.

BeispielEin Team führt ein monatliches Lessons-Learned-Board ein. Prämiert wird nicht der Fehler mit den geringsten Folgen, sondern der mit dem größten Lerneffekt – samt kurzer Notiz, was daraus zu lernen ist, ausgehängt im internen Chat-Kanal. Wer eine Idee verantwortet hat, die nicht aufgegangen ist, berichtet selbst: Das war die Annahme, das ist tatsächlich passiert, das ist meine Erklärung dafür. So wird der Fehler zu gemeinsamem Wissen statt zu einem persönlichen Makel.

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