Cover der Folge „Community aufbauen: Wie aus Reichweite ein Business wird | Sallys Welt & eBay“

Community aufbauen: Wie aus Reichweite ein Business wird | Sallys Welt & eBay

5. Oktober 2026, mit Joël Kaczmarek, Saskia Meier-Andrae und Sally Özcan

Transkript

Joël Kaczmarek: High Five, Leute! Hier ist Joël. Hey, und heute, Das wird eine sehr großartige Folge. Zu mir hat nämlich mal irgendjemand gesagt, Joël, Ich glaube, man kann entweder ein Publikum oder eine Community haben. Und du hast ein Publikum. Dann dachte ich, hm, Community, das ist ja irgendwie was Interessantes. Und wie wird denn daraus eigentlich ein Geschäftsmodell? Und dann habe ich mich umgeguckt und habe geschaut, wer sind denn die besten Leute, die Community in ein Business transformiert haben? Und da sind mir unter anderem zwei Damen eingefallen. Zum einen Die Liebe Sally von Sallys Welt. Ich würde sagen, das ist, so die Backkönigin von Deutschland oder wenn nicht sogar Europa. Das hat mal jemand zu mir gesagt, ein bisschen wie Karls Erdbeerhof, nur für Backen und in digital. Und natürlich die Liebe. Saskia Meier-Andrae, von der Ich weiß, dass die mittlerweile sogar Europachefin von eBay ist. Und da ist ja auch ganz viel im Gange. Mit Live-Shopping, wo Community ja per Se ein Riesenthema ist. Also habe ich mir gesagt, heute lerne ich mal, wie ich aus Reichweite eine Marke mache. Und freue mich total, dass Ihr beide da seid. Hallo erstmal.

Saskia Meier-Andrae: Hallo, schön, dass ich da sein darf. Hallo Joël, freut mich sehr, hier zu sein.

Joël Kaczmarek: Also heute ist ja wirklich dann so pure Community-Power mit mir am Tisch. Wollen wir mal so ein bisschen die Leute vielleicht eine Sekunde abholen? Als erstes. Sally, Wir fangen mal mit dir an. Sally von Sallys Welt, weil wirklich dein Name ja quasi das Produkt auch ist. Was ist das für eine Welt, in der Du dich bewegst? Ich habe es jetzt so als Karls Erdbeerhof für Backens vorgestellt. Eigentlich sind ja Vergleiche immer doof. Wie erklärst Du das selber?

Sally Özcan: Ach, ich finde den Vergleich eigentlich gar nicht so doof, weil ich vergleiche mich auch manchmal wie so... Mit einem Online-Freizeitpark, Denn Menschen, die bei mir auf dem Kanal landen, haben meistens gute Laune, weil ich einfach schönen Content teile, der Menschen abholt, der Menschen, Ideen liefert oder auch mal Lösungen zu Problemen liefert. Und ich sage immer, in meiner Welt ist alles in Ordnung. Heißt jetzt nicht, dass ich nie kritische Themen anspreche, aber ich finde, wenn man mal von seinem schwierigen Alltag abschalten will und sich berieseln lassen will und sagen will, heute will ich einfach mal nur abschalten, ich konsumiere Sallys, Back- und Kochvideos oder schau mir an. Wie sie die Küche einrichtet, Dann sind alle Menschen bei mir herzlich willkommen.

Joël Kaczmarek: Und ich glaube, Saskia, bei dir ist auch gerade wieder so ein bisschen mehr Community-Building angesagt auf nochmal anderer Ebene, weil ihr ja ganz viel live macht. Das heißt, ihr habt ganz viel mit ModeratorInnen, wo ihr arbeitet und so. Was ist so dein Take gerade auf dein Geschäft?

Saskia Meier-Andrae: Na, also, eBay ist ja quasi seit 30 Jahren am Markt und Community war schon immer ein Thema. Also vor allem die Themen, in denen wir super stark sind, Diese Themen, die so Leidenschaft mit sich bringen, Sammelkarten. Modelleisenbahn, auch Luxusuhren, Das sind ja alles Themen, wo schon Communities dahinterstehen. Und was wir jetzt gemacht haben, ist, dass wir letzten November eBay Live gelauncht haben. Ein Live-Format, das uns natürlich noch mal eine ganz andere Möglichkeit gibt, mit den Communities, die wir quasi gebaut haben oder die bei uns schon sind und die vielleicht noch kommen, in Kontakt zu treten. Deshalb finde ich es super spannend, auch heute hier zu sein, und Sally auch mit dir. Du hast unglaubliche Communities aufgebaut, da gemeinsam zu lernen, was denn so eine Community ist. Erfolgreich macht.

Joël Kaczmarek: Da bin ich jetzt mal gespannt wie ein Flitzebogen, Sally. Du hast ja als Lehrerin angefangen. Dann hast du Backvideos hochgeladen. Und ganz ehrlich, Backen ist ja für mich so halbwegs, also ich glaube, Das Einzige, was noch umkämpfter ist, ist Schminkvideos im Internet. Oder vielleicht noch so Unboxing oder so Fashion. Also Backen ist schon ganz oben, was so Wettbewerb angeht. Wie ist es dir gelungen von? Ich unterrichte Kinder zu, ich unterrichte, Erwachsene in Sachen backen zu kommen?

Sally Özcan: Ich glaube, da ist der Sprung zu den Online-Bug-Videos gar nicht so weit. Ich hatte ja vorher meine Schulklasse, die ich unterrichtet habe und habe damals schon angefangen, Videos zu erstellen. Zum Erklären von Inhalten, Damit sich die Kinder das auch immer wieder anschauen können, damit lernen können. Wir haben die Sachen oder die Probleme erarbeitet, Lösungen gefunden. Und für mich war der Schritt dahin eigentlich erst mal nur ein Hobby, Denn ich wollte so ein bisschen einen Ausgleich zwischen Studium, Später Referendariat, Familie. Haushalt. Und habe dann so das Video erstellen. Für mich entdeckt, weil es ja auch ein sehr kreativer Job ist, Da ein Video zu erstellen, plus das Rezept zu erstellen und Menschen einfach für was zu begeistern. Und irgendwann kam der Wendepunkt zwischen, Ist es jetzt nur noch ein Hobby oder wird es jetzt doch zum Beruf? Und das kam tatsächlich nicht mal von mir heraus, sondern aus der Community, Also die damals schon mit knapp 20.000 Abonnenten. So stark war, dass sie immer wieder gefragt haben, Mensch, wo kommt denn der Kochlöffel her? Und wo bekomme ich die Küchenmaschine? Kannst du das Mal alles zeigen, woher du das alles hast? Und so habe ich damals 2013 schon den Online-Shop gegründet.

Joël Kaczmarek: Crazy. Aber ich kann das total nachvollziehen, weil man sagt Ja, dann immer so, Meine Backsachen sind nicht so gut geworden, Das muss am Kochlöffel liegen.

Sally Özcan: Ich glaube, der Punkt dort war einfach auch nie, Produkte anzupreisen, sondern einfach nur zu benutzen. Und immer zu sagen, okay, Ihr könnt jetzt hier mit dem Ausrollstab den Teig ausrollen. Da klebt halt dann auch nichts an. Oder Ihr nehmt euch, wenn ihr sowas gar nicht habt, eine Rolle Frischhaltefolie und bemehlt die Halt leicht und könnt sie dann benutzen zum Ausrollen. Und einfach nur zu zeigen, So hat man halt ein bisschen mehr Erleichterung bei der Handarbeit. Und so klappt es aber allerdings auch. Ich glaube, da einfach immer so transparent, ehrlich und offen sein.

Joël Kaczmarek: Was würdest du sagen, was war, so der Unterschied bei dir, dass es kein Kanal war, sondern eine Person? Weil ich meine, Dein ganzes Produkt trägt ja auch, Und da ist ja der Vergleich mit Karls Erdbeerhof gar nicht so schlecht, der trägt ja sogar deinen Namen. Also, was hat so den Ausschlag gegeben, vielleicht, was war auch die Überlegung dahinter, das Sally zu nennen? Und dass das Sozusagen auf deine Person so stark gemünzt ist?

Sally Özcan: Ich glaube, dass der Unterschied zu einem Kanal, Es gab damals auch einen Kanal, Ich weiß nur allerdings den Namen nicht mehr, Die hatten damals nur ihre Hände gezeigt. Und ich denke, das... Durch mich, durch mein Gesicht, vor der Kamera und auch durch mich als Person, so wie ich halt. Da stand mit meinem badischen Dialekt, mit meinem Kind zu Hause und mit dem ganzen Trubel, den ich im Alltag hatte, Menschen so eine Identifikationsfigur, hatten, mit der sie sagen können, okay, Die Frau hat auch Beruf und Job und Kind und Haushalt, schafft es trotzdem irgendwo zu backen. Und ich glaube, das war ganz früh schon klar, dass Menschen nicht nur mehr an den Rezepten interessiert sind, sondern eben auch an mir als Person. Und daraus wurde dann eben die Marke.

Joël Kaczmarek: Und hast du aber umgekehrt auch mal eine Zeche dafür gezahlt? Weil es ist ja auch so, Wenn man eine Marke baut, dann hat man ja auch wirtschaftliche Erwägungen. Und manchmal gibt es vielleicht Dinge, die man aus wirtschaftlichen Gründen macht, die man jetzt sozusagen aus persönlichem Fable nicht gemacht hätte. Oder wo man sagt so, Ach Mann, ja, okay, auch so Algorithmen, Die zwingen einen, Ja manchmal sozusagen zu Dingen. Und hast du das gemerkt, dass dadurch, dass deine Person mit der Marke so eng verbunden war, dass Du dann halt auch... Auch bei vielen Dingen mal nein sagen musstest oder auch mal sachen machen, musstest, die du nicht gut fandest. Wie ging es dir damit?

Sally Özcan: Also definitiv war bei mir eher so auf dem Programm, dass ich eher oft nein gesagt habe, weil ich gesagt habe, okay, Die Kooperation, Die wirkt zwar sehr lukrativ, und ich könnte das Geld auch echt gut gebrauchen, weil ich vor allem am Anfang viel oder eigentlich alles, alles, was ich verdient, habe, über die Kanäle, immer ins Unternehmen gesteckt habe, in bessere Kameras, in Equipment, in Menschen, in Mitarbeiter und einfach immer ins Besserwerden. Und da musste ich sehr oft große Deals absagen, weil sie einfach nicht zu mir und zu meiner Marke gepasst haben, weil ich gesagt habe, ich weiß nicht, wohin der Weg führt, Aber ich möchte, dass ich in fünf, zehn oder 15 Jahren immer noch dazu stehen kann. Und da muss ich schon sagen, hätte man vielleicht mit einem Kanal, der kein Gesicht zeigt, natürlich mehr Umsatz machen können, aber auf lange Sicht, finde ich, Ist es eine richtige Entscheidung gewesen, immer auf den Bauch zu hören und zu sagen, hier, nein, hier, ja, Weil ich jetzt einfach als Personenmarke umso stärker und stabiler bin, weil ich das Vertrauen der Menschen habe.

Joël Kaczmarek: Aber das ist ja auch charming. Ich weiß noch nicht, wohin der Weg führt, aber ich weiß, dass du nicht mitläufst. Mal ganz ehrlich zu sagen. Und ich meine, Saskia, wie geht es dir damit? Du bist ja, glaube ich, gerade, Ich würde ja fast sagen, in so einer ähnlichen Phase auf eine andere Art und Weise, dass Du dir ja auch viel Gedanken machen musst, wie man Menschen abholt durch Gesichter. Also Ihr habt ja sozusagen, wenn du gerade von diesem Live-Geschäft erzählt. hast, hast du ja auch den Punkt, sich zu überlegen, wie bindet man Leute? Siehst Du so ein bisschen Parallelen zwischen dem, Was du gerade baust und dem, Was Sally erzählt, hat?

Saskia Meier-Andrae: Absolut. Ich fand es gerade total spannend, Sally, als du, du hast ja gerade quasi davon gesprochen, Dass die Leute nicht nur den Inhalt sehen wollen, sondern auch es an eine Person rangekoppelt haben wollen. Und auch, dass das Halt viel um Vertrauen geht, ja, und um Glaubwürdigkeit. Und das sehen wir halt auch bei Live. Das sind ja oft keine Professional Creator, die bei uns quasi verkaufen. Das sind oft... Händler, die teilweise schon bei eBay handeln, teilweise schon im Live-Shopping unterwegs sind, die aber eigentlich fast immer eine extreme Expertise in ihrem Bereich haben. Und teilweise quasi schon Followership, um sich herum. Aber die sich wirklich mit Ihren Themen auskennen. Und diese Followership, Die kommt halt nicht nur, weil die bestimmte Produkte anbieten, sondern auch, weil die an die Personen glauben. Die wollen halt diesen bestimmten Verkäufer sehen. Und Vertrauene auch. Die wollen halt teil von dessen Community sein. Und das finde ich halt so spannend, wie wir als eBay das Quasi at Scale durch unsere Plattform ermöglichen, dass unsere Händler und Händlerin halt solche Communities und Followerships, um sich herum aufbauen können.

Joël Kaczmarek: Und jetzt bin ich mal neugierig, wie erkennst du, wenn 50 Sallys vor dir sind, welche die einzig wahre, ist? Also woran erkennst Du Talent für Community Building?

Saskia Meier-Andrae: Du, ganz ehrlich, Das erkennen unsere Kunden. Die 50. Sellies, Wir sind ja eine offene Plattform, wir haben jetzt wirklich, Wir öffnen uns jetzt auch wirklich, dass jeder gewerbliche, Quasi mit bestimmten Checks im Hintergrund halt streamen kann. Unsere Kunden werden das schon erkennen.

Saskia Meier-Andrae: Das ist ja völlig okay als Plattform, dass 50 Sellies oder 50 Händler und Händlerinnen streamen. Und diejenigen, die am erfolgreichsten sind, Das werden unsere Kunden, denen schon sagen. Und das finde ich halt auch so spannend, dass wir wirklich da sehr demokratisch rangehen. Natürlich geben wir den einzelnen Händlern und Händlerinnen. Unterstützung und Trainings und Coachings, damit jeder, von denen die Möglichkeit hat, so erfolgreich zu sein, wie sie können. Aber am Ende des Tages sind wir eine Plattform. Das ist, wie wir die Halt unterstützen. Und dann sind die Shows, deren Shows. Und das macht's ja gerade aus, dass es halt alles unterschiedlich ist. Egal, wo ich reingehe, ganz unterschiedliche Shows.

Joël Kaczmarek: Wir können ja mal ein bisschen auch tiefer reintauchen. Also Sally, Ich bin ja auch auf Folgendes gespannt, weil ich habe ja dieses Zitat am Anfang gebracht, was wirklich jemand zu mir gesagt hat. Joël, Ich glaube, du hast ein Publikum und es gibt da noch was anderes namens Community. Was war so der Schritt für dich, Dass du das so überführt, hast? Also was hast du für Maßnahmen, die vielleicht bis heute noch wirken? Oder vielleicht hast du auch, welche geändert, wo du quasi mit den Leuten interagierst, dass es so ein Stück weit sich mehr anfühlt, wie was Gemeinschaftliches und nicht wie so einer sendet an alle anderen.

Sally Özcan: Ich glaube, das war von Anfang an bei mir immer eine Community. Also, ich erinnere mich noch an mein allererstes Video, Das war im April 2012. Ich habe es hochgeladen und war völlig unsicher, aber ich dachte, komm, jetzt mache einfach ein Bug-Video, das wird schon gut gehen. Und ich habe immer sofort auf die Kommentare geantwortet. Ich bin immer darauf eingegangen, was Menschen geschrieben haben. Und deswegen glaube ich, gab es bei mir gar nicht diesen Switch von Publikum zu Community. Es war einfach schon immer eine Community, weil ich immer sehr... Community Nah, bin, bis heute noch. Also Ich habe immer mein Handy bei mir, bin gerne als Beifahrerin im Auto, Weil ich zu jeder Zeit, in der ich mal kurz Zeit habe und denke, jetzt könnte ich mal wieder gucken, Kommentare, lese, Direct Messages, beantworte, Immer schaue, was sich Menschen wünschen, Wo klicken Sie mehr, wo klicken Sie weniger, Was sind die Bedürfnisse momentan?

Und das war von Anfang an eine Community. Und am meisten merke ich es, Ich war gestern hier in so einem Dorf, in dem ich noch nie war, auf einer Kerwe. Und dann kamen so viele Menschen auf mich zu, die dann ein Bild machen wollten und sagten, Ich schaue schon seit den ersten Videos und mit dir habe ich Backen gelernt. Und ich habe meine Hochzeitstorte selbst gebacken. Oder die für meine Schwester, für meinen Bruder. Und das ist halt richtig schön, weil die Kinder von damals oder auch die jungen Menschen von damals mich bis heute einfach durchbegleiten. Und irgendwie nie weg waren. Die sind immer da und begleiten mich, Auch wenn sie nicht immer laut sind und nicht immer jeden Tag ganz viel kommentieren und machen.

Aber man merkt immer wieder. Gerade zu persönlichen Ereignissen wie jetzt Schwangerschaft, dass dann wieder die komplette Community da ist, die freuen sich mit dir, Die kennen den Werdegang. Und es war einfach von Beginn an eine Community.

Joël Kaczmarek: Und ich meine, jetzt ist ja bei dir nun so, ja, ich würde ja fast sagen, Eine Art von Intimität könnte ich mir vorstellen, weil man sieht da eine nette, Irgendwie energetische Frau in der Küche, hat das Gefühl, ich bin mit dabei. Menschen erwarten ja dann, wenn Sie so in Community denken oder so erleben, auch so eine gewisse Nähe. Also hast du auch irgendwie für dich so einen Weg gefunden? Oder erzähl doch gerne mal aus dem Nähkästchen. So ein bisschen, wann das vielleicht mal zu viel wird und wo du so deine Grenzen ziehst.

Sally Özcan: Ja, also. Anfangs war es, Das weiß ich noch ganz unangenehm, auch, mich selber zu filmen. Anfangs waren ja nur die Rezepte im Vordergrund und das war für mich immer ganz gut. Ich konnte mich da hinter meiner Küchentheke verstecken und hinter meiner Schürze und den Kochutensilien oder Backutensilien. Irgendwann schwappte es natürlich immer mehr über. mit, zeig, doch mal deine Wohnung, zeig, doch mal dein Haus. Wie machst du das mit den Kindern? Und natürlich habe ich dann Menschen immer wieder mitgenommen. Heute würde ich meine Kinder zum Beispiel nicht mehr zeigen, weil es war damals einfach eine ganz andere Zeit. 2012, Da hat jeder noch auf Facebook private Bilder geteilt und heute hat sich die Welt natürlich gewandelt.

Das würde ich heute absolut anders machen und definitiv nicht mehr, so. Ich musste aber auch mit der Zeit lernen, natürlich private Grenzen zu ziehen. Ich weiß, ich bin sehr nahbar und sehr menschennah. Aber trotzdem habe ich natürlich irgendwo meine private Grenze, wo ich sage, okay, da ist jetzt so meine Privatsphäre. Meine Partnerschaft zum Beispiel stelle ich nicht online. Ich habe einen Partner seit über zweieinhalb Jahren jetzt, und wir leben total glücklich mit meinen Mädels zusammen. Und das behalte ich jetzt alles so geheim im Intimen. Natürlich kriegt man immer mal wieder mit, wenn es Meilensteine gibt, wie eine Schwangerschaft, die ich jetzt natürlich offensichtlich nicht mehr verbergen kann und natürlich auch teilen will.

Aber da muss ich schon sagen, haben mich viele Jahre auch sehr geprägt. Je näher, man ist, Umso angreifbarer wird man natürlich auch, umso mehr Kritik kommt auch auf einen zu. Und da finde ich, muss man sich selbst als öffentliche Person schon auch mal schützen? Und sagen, ich zeige einfach nur so viel, wie ich auch zulassen möchte.

Joël Kaczmarek: Ich meine, beschreib mal, Was gibt es denn so für Momente, die vielleicht auch mal schwieriger sind? Ich weiß nicht, hast du auch mal einen Shitstorm gehabt, weil du, keine Ahnung, Dinkelmehl statt Weizen genommen hast? Garta, was du beschrieben hast, Leute können sich aber vieles aufregen. heutzutage, gehört ja auch zur Wahrheit dazu.

Sally Özcan: Also tatsächlich, was so backen und Kochen angeht, eigentlich nicht. Ich meine, klar, wenn jetzt jemand auf meinen Kanal kommt, der sich nur vegan ernährt, wird er sich natürlich darüber aufregen, wenn ich jetzt gerade ein Fleisch grille. Aber tendenziell passiert Sowas jetzt auch relativ selten. Ich finde tatsächlich, dass heutzutage, und das haben, glaube ich, Ganz viele Frauen leider gemeinsam, die in der Öffentlichkeit stehen, oft optisch viel kritisiert wird. Und es wird das Outfit kritisiert, Das Äußere, das Make-up. Die Haare. Und da muss ich sagen, hatte ich das erste Mal, das Erlebnis, eigentlich nur, Als ich bei Let's Dance tanzen war und dann plötzlich mein Tanzen kritisiert wurde, Mein Äußeres, Meine Outfits, Mein Make-up, Eigentlich so alles, was ich war und wie ich bin, obwohl man da offensichtlich auch in so eine Rolle reinschlüpft.

Und sagt, ich gebe jetzt einfach mal Verantwortung ab und will einfach nur Tanzen lernen. Das war so die erste Erfahrung. Die war damals, muss ich sagen, schon ein bisschen schmerzhaft. Ich sage immer, es war die schönste und die schlimmste Zeit, die ich so öffentlich erlebt habe. Aber da habe ich auch gelernt, So ein bisschen eine Elefantenhaut zu entwickeln und mit mir ins Reine zu kommen und einfach zu akzeptieren, wie ich bin. Das war für mich wirklich gut, weil ich heute, Wenn mich jemand optisch kritisiert oder wegen meiner Art oder wegen irgendwas einfach sagen kann, Leute, dann schaut halt einfach weg. Dann gibt es genug andere Kanäle, die ihr schauen, könnt. Und ich bin da immer so der Typ, der, sagt.

Ich kommentiere online nie, was Negatives, würde ich auch nie tun. Wenn mir was nicht gefällt und mir gefallen, auch viele Dinge nicht, Dann schaue ich halt weg und schaue mir schöne Sachen an, die ich dann positiv kommentieren kann.

Joël Kaczmarek: Ich bin ja mal auf deine Perspektive neugierig, Saskia. Was macht es mit dir, wenn du sowas hörst? Was sind so deine Gedanken?

Saskia Meier-Andrae: Ich glaube nicht, dass ich im selben Maße in der Öffentlichkeit bin, wie Sally und solchen Kommentaren ausgesetzt werde. Aber ich stimme dir mit allem zu. Ich glaube, Man muss einfach... Sicher sein, wer man ist und gut in den Spiegel schauen können. Und quasi glücklich sein mit seiner Person. Und dann alles andere. Es wird immer Meinungen geben, aber ist ja auch okay, aber können halt deren Meinungen bleiben.

Joël Kaczmarek: Und du bist ja jetzt jemand, Saskia, die natürlich sehr viel Number Crunching auch macht, weiß ich. Also Du guckst ja viel in Zahlen. Und da können wir vielleicht mal reintauchen, wenn wir langsam so mal überführen. Von okay, Erstes Interesse geweckt, Nähe hergestellt, Community ist im Aufkommen. Wie guckst du so zahlenseitig auf das auf, Was Ihr macht? Vielleicht auch mal interessant zu verstehen, was messt Ihr denn, um Community sozusagen zu messen als Erfolg?

Saskia Meier-Andrae: Ja, es ist total spannend. Also in erster Linie geht es uns da gar nicht mal um Verkaufen, was man ja denken würde, Das ist natürlich auch ein Absatzkanal. Es geht wirklich um das Thema Community, Nämlich solche Zahlen wie, Wie lange bleiben denn Menschen im Stream? Ja, ich glaube, Es sind bei uns über 20 Minuten, die im Durchschnitt die Leute im Stream bleiben. Das ist eine riesige Zeit für ein Social Media KPI. Dann die Frage, kommen die Leute denn wieder? Wenn ich ein Publikum habe, Wie Frequent kommen die denn bei uns auf die Plattform und schauen sich Shows an? Das ist so die eine Seite auf der Käuferseite, Aber wir sind ja quasi Marktplatz, wir sind ja beide Seiten wichtig. Einerseits Käufer,

Saskia Meier-Andrae: aber auch Händler oder Händlerin. Und da schauen wir uns halt an, Wie viel Umsatz machen denn die Händler oder die Händlerin pro Stunde? Das variiert natürlich massiv pro Kategorie. Also wenn ich jetzt Rolex-Uhren verkaufe, mache ich mehr Umsatz, als wenn ich Sammelkarten verkaufe. Wobei da gibt es auch einige sehr teure. Aber am Ende des Tages geht es darum, lohnt es sich für den Händler oder die Händlerin als Kanal? Lohnt sich deren Zeitinvesten? Das ist ja total linear. Wenn die eine Stunde streamen, müssen Sie ja eine Stunde Ihrer persönlichen Zeit, da rein investieren. Das Tolle bei eBay ist, und das unterscheidet uns auch ein bisschen gegenüber anderen Livestreaming-Plattformen, ich sage immer, you can sell while you sleep.

Wenn du quasi Livestreaming-Händler bist, dann bist du normalerweise daran gewohnt, dass Du halt nur verkaufst, während Du streamst. Aber bei eBay haben wir halt parallel noch ein riesiges... STANDARD QuAsi Online-Geschäft, WAS nicht, Also EIN Non-Live-Online-Geschäft, Wo wir auch immer all unseren Händlern und Händlerinnen, Auch die, die neu hinzukommen, zu Live, raten, komm, mach doch beides. Habt einerseits Euren Live-Kanal, aber habt doch auch einen, Ich sag mal, so. online, digitalen, Stationären Kanal, Damit die Follower, wenn du jetzt gerade nicht online bist, dass die trotzdem deine Produkte kaufen können. Und das sehen wir wirklich, also. Es ist einerseits für Leute, die primär Live-Händler sind.

Die jetzt zu eBay kommen, Halt Eine super spannende Value Proposition, Weil die einfach noch quasi einen kompletten neuen Vertriebskanal haben und ihre Follower aber auch da reinziehen können. Und aber auch für unsere bestehenden Händler und Händlerin, die sich jetzt das erste Mal in Live reintasten, merken die, dass live eine Möglichkeit ist, für die ganz unmittelbar mit ihren Kunden und Kundinnen zu sprechen, auf eine Art und Weise, die vorher nicht möglich war. Du hast Sally gerade, erzählt, wie du quasi die Kommentare beantwortest. Das ist natürlich bei Live dann nochmal krasser, weil ich mache das dann in Real time. Am Wochenende hatten wir auf der IFA zusammen mit Dyson einen Stream. Ich habe mir von Boris Entrup die Haare machen lassen, Während ich quasi einen Livestream moderiert, war.

Das war für mich auch eine Multitasking-Herausforderung. Aber das war so cool, weil du hast ja die Kommentare gesehen und konntest darauf antworten. Und dann kam das Feedback. Und ich meine, Wir haben 18 Millionen Kunden bei eBay in Deutschland. Aber ich habe mich noch nie so nah gefühlt, als wirklich den Kommentar zu lesen. Und dann direkt verbal, darauf zu antworten. Das war so toll und es waren auch so positive Nachrichten, die Reinkamen. Und es hat sich einfach Phänomenal angefühlt.

Joël Kaczmarek: Ich müsste meiner Schande gestehen, Sally, das weiß ich bei dir nicht. Machst du auch viel live? Also bist du auch irgendwie Twitch irgendwie am Start oder hast du Instagram-dauernd Live-Experiences? Wie ist das bei dir?

Sally Özcan: Ich mache live, aber tatsächlich, Ich habe jetzt mich eben live. Fernsehshopping probiert. Das ist natürlich nochmal, was ganz anderes. Livestreaming Auf meinen Kanälen mache ich auch ab und an mal wieder. Und da sehe ich das genauso. Du hast halt diese totale Interaktion, dieses Sekundenschnelle drauf antworten, drauf eingehen. Und ich liebe live auch. Also klar lebe ich jetzt meistens davon, dass ich Content produziere und hochlade. Aber im Live fühle ich mich auch meiner Community noch mehr verbunden, weil ich dann wirklich direkt darauf antworten kann. Und ich finde, Da merken Menschen eben auch, dass die Authentizität da ist. Und eben nicht irgendwie vor der Kamera. Was gespielt wird, weil es für mich tatsächlich keinen Unterschied macht, ob ich jetzt ein Video aufzeichne oder ob ich live vor der Kamera stehe.

Es ist nur die Vorbereitung, die anders ist, weil ich dann im Live einfach nur weiß, welches Rezept muss ich vorbereiten, welche Produkte müssen schon da liegen, damit ich einfach die Zeit spare und jetzt nicht noch im Küchenschrank irgendwo kramen muss. Aber ansonsten, von der Interaktion her, ist live für mich einfach noch schöner. Also das finde ich tatsächlich am allerschönsten. Ich hatte auch mal eine Live-Tour, da hat man es dann ganz hautnah gemerkt. Da stand ich auf der Bühne, tausende Menschen vor mir, und da ist natürlich das Feeling nochmal ganz anders. Da stehst Du da, die Menschen klatschen, Die schauen, die staunen. Manchmal weinen Sie mit, weil es etwas so rührend ist. Und das ist also live, finde ich, auch ganz klasse.

Saskia Meier-Andrae: Und ich glaube, was du auch gerade gesagt hast, Sally, mit Authentizität. Ich glaube einerseits von dir als Person,

Saskia Meier-Andrae: aber... Ich schätze mal beim Backen halt auch die Authentizität der Rezepte. Du siehst halt dann live, dass es wirklich klappt. Das ist nicht irgendwie, das habe ich schon mal vorbereitet. Und ähnlich bei uns auch die Produkte. Wir haben ja viele, Viele hochpreisige Produkte, irgendwie eine Louis Vuitton-Handtasche oder, wie gesagt, eine Rolex. Da kann ich in Live natürlich ganz anders das Produkt nochmal präsentieren. Und da können auch die Kunden nochmal nachfragen, hey, zeig mir nochmal die Ecke von der Handtasche, zeig mir mal das Innenfutter. Das sind ja alles diese Vertrauensbarrieren, die durch ein Live-Format. abzubauen, die sonst beim Online-Handel von solchen hochpreisigen Artikeln vielleicht da sind. Dafür ist Live Halt ein unglaublich tolles Medium.

Sally Özcan: Vor allem hat man da auch immer die Möglichkeit, nochmal Dinge zu erwähnen, auf die man selbst wahrscheinlich gar nicht kommen würde. Also bei mir, Ich backe jetzt mein Leben lang schon und bin schon seit über 14 Jahren online. Und manchmal ist für mich einfach schon sehr vieles selbstverständlich. Und wenn dann die Community live reagiert? Und sagt, ja, wofür ist denn da? Aber dieser Klemmhebel an dem Tortenring? Denke ich mir ja klar, das hätte ich jetzt vielleicht gar nicht mehr, erklärt, weil ich es schon in 4000 Videos erklärt habe, Aber es kommen halt auch immer wieder neue Menschen dazu. Und dann kann man die wirklich da abholen, wo sie gerade sind, und das ist echt gut.

Joël Kaczmarek: Sally, Du hast ja gesagt, dass du gerne mal auf dem Beifahrersitz sitzt und dir so sachen anguckst, was wie performt. Und Saskia hat gerade ja im Prinzip so zwei Metriken, erzählt, die sie sich unter anderem anschauen, Retention, Rate, Also Wie oft werden die Videos oder wie lange werden die Livestreams verfolgt? Und Euro pro Stunde. Was guckst denn Du so für Zahlen an? Also, was ist denn dir wichtig, was deine Inhalte leisten sollen, damit Sie für dich funktionieren?

Sally Özcan: Bei uns eigentlich ähnlich. Also wenn ich jetzt meine Saskia Meier-Andrae anschaue, dann schaue ich natürlich auch nach Likes, nach. Wie oft wird der Beitrag angeschaut, Wie oft wird er gespeichert, wie lange werden die Videos bis zum Ende geschaut. Da gehen wir natürlich auch darauf ein, um zu schauen, wie können wir Videos denn dauerhaft verbessern, sodass Menschen wirklich im besten Fall natürlich bis zum Schluss dranbleiben und nicht früher abschalten. Und wenn ich eben... Shop zum Beispiel nachschaue. Für mich sind es ja zwei Welten. Auf meinen Kanälen schaue ich eher, dass meine Inhalte gut ankommen, dass Menschen sich mit mir identifizieren können. Da steht eher so, das Kreative im Vordergrund und Menschen abholen. Und im Online-Shop Natürlich müssen wir natürlich auf Zahlen schauen. Welche Produkte verkaufen sich? Wo haben wir die geringste Rücklaufquote? Wo können wir noch Produkte verbessern? Wo können wir den Online-Shop verbessern? Was kam im Adventskalender gut an? Was kam nicht so gut an? Also, da sind es eigentlich... Würde ich sagen, fast dieselben Zahlen wahrscheinlich, auf die Saskia. Genauso schaut.

Joël Kaczmarek: Und wenn wir jetzt mal ganz ehrlich sind, weil ich bin ja auch Unternehmer, manchmal tappe ich mich dabei, Ich bin ein bisschen zu Kapitalisten-Arsch-mäßig unterwegs, Aber es ist ja trotzdem so, dass es Umsatz machen soll. Und wenn du jetzt, sage ich mal, zum Beispiel live. Was machst, also keine Ahnung, Vielleicht machst du was wie Instagram Live oder TikTok Shop. Ich glaube, wenn eBay eine Kategorie backen hat, dann hast du sofort einen Anruf, bin ich mir sicher. Habt Ihr noch nicht, oder Saskia?

Saskia Meier-Andrae: Noch nicht, Sally, aber Let's talk. Wir weisen Kategorien aus und du hast... Ich finde es mega.

Sally Özcan: Also, ich finde es auch gerade ziemlich spannend, Vor allem, wenn ich weiß, da kann ich dann genauso mit der Community interagieren. Genau. Und ich finde es auch immer schön, wenn mal was nicht funktioniert vor der Kamera. Das finde ich bei live eigentlich noch wichtiger, dass wirklich auch mal was schiefläuft und die Community sieht, ja, wie geht denn die Sally jetzt damit um? Genau. Bei mir ging der Zeig jetzt auch nicht gut. Was ist denn da jetzt die Lösung? Weil das ja gerade bei den Menschen zu Hause eben auch passiert, ja.

Joël Kaczmarek: Ah, nice. Weil ich fange, gerade an, begrifflich zu fragen. Wenn du Abverkäufe, machst, also Ich versuche so ein bisschen die Kette zu verstehen. Wenn du Content machst und am Ende des Tages ist eine mögliche Outcome, dass man bei dir ein Nudelholz kauft. Oder irgendeine Kelle oder whatsoever. Machst Du Content immer mit der Idee, ich will gar nicht direkt verkaufen, Ich will eine Beziehung bauen. Und am Ende der Beziehung ist vielleicht ein Sale drin? Oder machst du Content schon auch mit dem Blick mit, Okay cool, 50% Community, 50% Was verkaufen?

Sally Özcan: Tatsächlich muss ich sagen. Mein Shop hasst mich da manchmal dafür, weil natürlich möchte der Shop immer nur Sales und Umsatz und Abverkäufe sehen. Ich sehe aber immer langfristig meine Marke und dazu gehört eben auch meine Personenmarke. Und ich habe noch nie den Verkauf in den Vordergrund gestellt. Und wir sind trotzdem erfolgreich mit dem Verkauf geworden, weil ich immer sage, ihr könnt, meinen Ausrutschstab kaufen. Ihr könnt den benutzen. Da sind diese Abstandsringe drauf. Und der hat eine tolle Beschichtung. Und da bleibt der Teig nicht kleben und ihr spart. Hier die Zeit und da die Zeit. Und erklärt die Vorteile. Aber ich sage halt auch immer, das sind alles. Luxusartikel. Ihr könnt auch weiterhin mit einer Flasche, den Teig ausrollen oder mit einer Rolle. Frischhaltefolie. Man muss da immer ein bisschen abwägen. Und am Ende des Tages glaube ich, dass dieses Ehrliche beraten und das Ehrliche eigentlich nicht verkaufen wollen, Sondern legt eher den Wert auf eure Zutaten und kauft euch gute Zutaten. Am Ende dann doch mehr verkauft sogar, weil es einfach der natürlichere Weg ist. Ich finde krampfhaft, etwas verkaufen zu wollen. Ist der falsche Ansatz, für mich zumindest als Personenmarke.

Joël Kaczmarek: Ich meine, man fragt ja noch nicht beide. Vielleicht habt ihr ja schon so ein paar, also Saskias Erfahrung im Live. Jetzt vielleicht noch einen Ticken anders oder vielleicht auch Kürzer als Sallys, Aber habt ihr beide so Sachen identifiziert, was so richtige Community-Killer sind? Also, was so richtige Fehler sind, wo man sich das Geschäft mit kaputt macht? Weil dauernd Werbung senden, könnte ja zum Beispiel eine Sache sein. Aber gibt es noch so andere Elemente, die ihr festgestellt habt?

Sally Özcan: Wir hatten mal tatsächlich, das war jetzt ein paar Jahre her, hatten wir auch zwei, Drei andere Marken mal gründen wollen. Die mit Sallys Welt gar nichts zu tun hatten. Und da war tatsächlich der Killer, dass ich die Zeit nicht dafür hatte und dass Menschen hier im Unternehmen aber dachten, ja, gut, Wenn da jetzt der Name draufsteht und das Ganze hier im Silicon Valley entwickelt wurde, Dann wird sich das von alleine verkaufen. Aber ich finde, es verkauft sich einfach. Kein Produkt von alleine. Es lebt immer so ein bisschen von der Geschichte und vom Einsatz natürlich auch. Und ja, von der Nachfrage. Und das war für uns oder für mich so ein großes Learning, wo ich wusste, okay, Ich muss doch weiterhin auf mein Bauchgefühl hören und sagen, nee, Ich konzentriere mich schon eher auf. Sallys Welt. Natürlich habe ich auch Kooperationen mit anderen Marken, weil ich sage, alles will ich nicht selber produzieren. Und es gibt eben tolle Marken und Partner, mit denen ich kooperieren kann, die das einfach besser können und für die ich dann Werbegesicht sein darf. Und dann passt es da eben auch schon wieder.

Joël Kaczmarek: Sally Özcan Valley, Wie geil ist das denn? Aber Saskia, wie ist es bei dir?

Saskia Meier-Andrae: Ich würde die Frage vielleicht ein bisschen flippen. Also ich glaube, was einen richtig erfolgreich macht, Und das quasi im Gegenteil beantwortet, Ich glaube, was richtig erfolgreich macht, ist,

Saskia Meier-Andrae: wenn du halt glaubwürdig bist. Glaubwürdig, transparent, du wirklich dich auskennst, du eine Expertise hast. Und wenn ich zum Beispiel unsere Livestreams anschaue, dann habe ich einen Livestream, Da werden Luxushandtaschen verkauft, einen Livestream, da werden Sammelkarten verkauft und einen Livestream, Da werden Retourenware verkauft. Und wenn du dann die Händler dazu stellst, also Du würdest genau wissen, welcher Händler? Zu welchem Stream passt. Und das ist auch super so, Weil ähnlich, wenn ich jetzt irgendwie einkaufen, gehe auf der Schlossstraße, Da erwarte ich ja auch eine andere Art von Händler, wenn ich jetzt irgendwie bei einem Re-Commerce-Handyladen reingehe, als wenn ich bei einem Luxushandtaschen-Vintage-Laden reingehe.

Und deshalb, Ich glaube, diese Expertise, diese Authentizität, die ist super wichtig. Und wenn du jetzt fragst nach, was wäre Community Killer? Ich könnte mir vorstellen, wenn die jetzt switchen, das sind alles super Verkäufer, Aber wenn die jetzt Switchen würden, dann wäre es wahrscheinlich nicht so erfolgreich. Ich glaube, diese Expertise, diese Leidenschaft, das... Das merken die Leute. Das sind ja keine Verkäufer, die 20 Lippenstifte in 20 Minuten verkaufen wollen. Das sind ja Verkäufer und Verkäuferinnen bei eBay, die wirklich hinter Ihrer Ware stehen, die wirklich eine Expertise haben. Vielleicht noch ein Livestream, den Wir haben, der heißt Klaus Kö. Das ist ein Uhrenverkäufer aus Köln.

Oder aus Düsseldorf. Der ist so... authentisch, Der ist so ein bisschen brummig, der kennt sich total aus mit Uhren, Die Streams sind total roh, aber der ist so Entertaining und so glaubwürdig. Und das ist für mich, was Erfolg ausmacht. Und das siehst du auch in seinen Zahlen, Der hat eine unglaubliche Community aufgebaut, weil den Hängst du einfach an den Lippen, wenn er dir seine Uhren verkauft. Und am Ende des Tages auch zu der Frage, was wichtiger ist mit irgendwie Content oder Verkauf, Da sind irgendwie, keine Ahnung, Bei dem sind irgendwie 600, 700 Leute im Stream. Natürlich kaufen jetzt nicht alle 600 oder 700 Leute eine Rolex-Uhr. Muss es ja aber auch gar nicht. Es ist primär, glaube ich, dass du einfach gehst mit Entertainment und Vertrauen und Community.

Und das Verkaufen, das kommt dann.

Joël Kaczmarek: Ich fände aber ehrlich gesagt cool, wenn ihr ein Format hättet, wo auf einmal ein Restpostenhändler Luxusuhren verkauft und der Luxusuhrenhändler die Restposten.

Saskia Meier-Andrae: Das können wir ja mal als Testtag machen und schauen. Wie das funktioniert, Joël.

Joël Kaczmarek: Und dann rufe ich dich an und gebe dir mal Feedback. Ich meine, Sally, vielleicht noch so abschließende ein, Zwei Fragen zum Thema Geld verdienen mit dem ganzen Thema. Weil du hast ja auch gesagt, da lag durchaus mal Geld auf der Straße, du hast, es liegen gelassen. Ich bin mal so ein Stück weit noch neugierig, warum bist du so diesen Anstrengenderen Weg gegangen? Also hättest du dich auch sponsern lassen können? Und was ist so auch vielleicht der Faktor, der Deinen Kompass? Dann eicht? Wie bist du da reingewachsen?

Sally Özcan: Ich habe ja tatsächlich von Anfang an Recht früh schon die eigene Marke entwickelt und Produkte entwickelt. Ich hätte auch von Anfang an sagen können, ich hole mir eine Marke, unterschreibe den Vertrag, verdiene einfach mein Geld damit, indem ich Videos für die Marke mache. Aber ich wollte, dass ich Einfluss habe. Auf die Qualität der Produkte, auf die Eigenschaften der Produkte. Vor allem habe ich Produkte immer anders gesehen. Ich komme ja gar nicht aus dem Koch- und Backbereich. Ich habe weder eine Kochausbildung noch ein Bäckerhandwerk gelernt. Ich habe Grundschullehramt und Hauptschullehramt studiert und hatte Hauswirtschaft im Hauptfach und habe mich eher so mit den Hintergründen beschäftigt.

Wo kommt? was her? Wie entwickelt man was? Und habe eher so den Blick von der Frau zu Hause, die zu Hause backen und kochen möchte, hin zu was machen denn Konditor, Köche und Bäcker in ihrer professionellen Konditorei? Und habe dann eben Produkte quasi von dort genommen und umgemünzt für den Haushalt, damit sie zwar funktional und praktisch sind, aber eben auch schön sind. Denn wir wollen ja zu Hause nicht nur backen, damit Es funktioniert. Wir wollen ja backen, weil es uns glücklich macht und weil es schön ist und ästhetisch aussehen soll. Und deswegen bin ich den Weg gegangen und habe mir gedacht, okay, ich gehe halt auf volles Risiko. Ich muss die Qualität prüfen, Produkte entwickeln. Wir mussten viele Werkzeugkosten natürlich auch tragen.

Mitarbeiter einstellen, Rücksendungen, Lager, Logistik und alles. Aber ich glaube, auf lange Sicht hat es mir einfach dabei geholfen, diese Marke so aufzubauen. Und das erfordert, muss ich sagen, viel Mut, viel Risikobereitschaft und sehr viel Erfahrung. Mittlerweile natürlich. Heute kann ich sagen, dass ich im Bereich Back- und Kochwaren mit Sicherheit eine richtig gute Produktauswahl habe, die aber sich auch stets entwickelt, Weil natürlich auch das Backen und Kochen sich verändert, Der Konsum ändert sich. Die Bedürfnisse der Menschen ändern sich, Aber ich kann auch sagen, es gibt einfach einige Artikel, die ich nicht herstellen möchte. Und dafür lieber dann Kooperationen anstrebe, weil jeder in seinem Gebiet einfach Experte ist.

Joël Kaczmarek: Und sag mal, passiert, was mit den Menschen in der Sekunde, wo man auch was verkauft? Weil gerade in Deutschland tun sich ja viele Menschen irgendwie so ein bisschen schwer mit, Da verkauft jemand was, als wenn das was giftiges ist. Da haben ja andere Nationen, uns was voraus. Wie war das bei dir?

Sally Özcan: Ich glaube, dass bei mir Menschen... Das gar nicht so wahrnehmen, weil meine Rezeptvideos einfach keine Verkaufsvideos sind, sondern einfach nur gute Laune. Videos, informativ, unterhaltsam. Und der Verkauf steht da wirklich eher im Hintergrund, obwohl trotzdem wahrscheinlich sehr, sehr viele danach den Online-Shop begutachten und anschauen. Ich finde, Das beste Beispiel ist immer der Adventskalender. Der Adventskalender ist quasi eine Box, bei der man gar nicht weiß, was drin steckt. Die hat's. Einen sehr hohen Warenwert und ist jetzt auch nicht unbedingt günstig. Ich glaube, der in diesem Jahr kostet auch wieder um die 200 Euro. Das heißt, Menschen kaufen eine Box, von der sie gar nicht wissen, was drin steckt, für knapp 200 Euro. Und das zeigt mir, dass mir meine Community wahnsinnig vertraut, weil sie wissen, egal, was drin steckt, Da steckt einfach 100 Prozent. Sally drin. Da steckt die Qualität mit dabei, Da stecken Innovationen dabei. Da hat man was Schönes, was Leckeres, was Lustiges. Jedes Jahr wird eigentlich immer wieder bestätigt, dass wir da auf der richtigen Spur sind. Klar sind nicht alle 24 Türen für jeden Menschen genau das Richtige, Aber die Mehrheit der Produkte ist eben für die Mehrheit der Community einfach richtig.

Joël Kaczmarek: Ja, ich hoffe, meine Frau hört jetzt hier nicht zu. Die backt nämlich auch gerne. Ansonsten bin ich gerade 200 Euro im vierten Vertrag losgeworden. Nein, kann ich für Teilen nachvollziehen. Und glaube ich auch, dass es ja auch so Magic Moments macht. Mit so einem Publikum sozusagen oder mit so einer Gemeinschaft, wenn man dann da… So interagiert. Und jetzt können wir ja mal vielleicht lustigerweise, wenn ich mit euch das Thema Handwerk so ein bisschen verstehen möchte, Also Wie fängt man an, irgendwie Videos zu produzieren, Wie macht man Dramaturgie und so, vielleicht ja lustigerweise mal mit Saskia anfangen, weil ganz ehrlich, Bei euch muss es doch irgendwie auch total das neue Ding sein, Wenn man jetzt auf einmal mit Live was macht, Weil? Bisher war das so, Wir stellen einen Ort zur Verfügung, wo man was kaufen kann. Jetzt bist du ja fast ein Fernsehsender, hätte ich beinahe gesagt.

Saskia Meier-Andrae: Das habe ich auch gemerkt. Nee, du hast, total recht. Also, wir haben... Ein großes Live-Team Und das ist effektiv. Ein Team, was sich um ein Entertainment-Format kümmert. Und da haben wir natürlich die einen Teammitglieder, die sich um Händler kümmern, dass die Händler erfolgreich sind.

Saskia Meier-Andrae: Aber ein anderes Team kümmert sich dann auch wirklich pro Kategorie darum, Wie sieht denn ein erfolgreicher Livestream aus? Ob ich jetzt eine Sammelkarte verkaufe oder ob ich jetzt eine Luxushandtasche verkaufe, Das sind schon andere Rezepte, was ein erfolgreiches Livestreaming ausmacht. Und dann haben wir eine Abteilung, Die kümmert sich um Programmierung. Und das ist wirklich fast schon wie so ein klassisches Fernsehprogramm. Ich muss ja sicherstellen, dass, wenn sich jemand bei uns einwählt, der an Sammelkarten interessiert, ist, Dass der Halt auch nicht nur einen Stream findet, sondern halt zehn. Und du musst wirklich diese Programmdichte haben. Und deshalb haben wir auch im Aufbau uns darauf fokussiert, Wir machen jetzt erstmal irgendwie fünf Kategorien, Mittlerweile sind es ein bisschen mehr.

Weil wir halt gesagt haben, bevor man in die Breite geht, musst Du in die Dichte gehen. Und du musst halt sicherstellen, Ich mache Sammelkarten, ich mache jetzt Uhren, ich mache jetzt Luxushandtaschen. Und da muss ich dann halt viele Händler haben und Händlerinnen, die dann halt eine Breite an Sortiment haben, Eine Breite an Programmen. Damit es für sich, für Zuschauer lohnt, sich einzuwählen. Und was wir dann nochmal obendrauf gemacht haben, ist auch zu sagen, okay, lass uns das bündeln. Wir machen jetzt irgendwie Trading Card Tuesdays. Ja, das heißt, Am Dienstag sind dann irgendwie alle Sammelkarten. Oder am Donnerstag ist dann... ja, unser Luxusuhren- und Handtaschentag, ja, dass wir das Halt so bündeln und wirklich, ja, wie so ein Fernsehprogramm uns überlegen, Was sind denn die verschiedenen Blöcke, die wir unseren Kunden und Kundinnen anbieten.

Und so schaffst du, es geht ja bei einem Marktplatz, ja, bei einer Plattform. Es geht ja immer um Liquidität. Es geht ja immer um Supply and demand. Flywheel. Die Händler und Händlerinnen, Die muss ich erstmal rankriegen, die müssen streamen, die müssen verkaufen, Das müsste ich für Sie lohnen. Und dann kommen die zurück. Und dementsprechend kann ich meinen Käufern und Käuferinnen auch mehr Angebot angeben. Und diese Liquidität aufbauen, Das machst du durch so einen programmatischen Ansatz, der wirklich an ein Entertainment-Format erinnert. Das macht unglaublich viel Spaß. Und ist ein Muskel, der wirklich sehr komplementär ist zum klassischen Online-E-Commerce.

Joël Kaczmarek: Aber da sind wir an einem spannenden Punkt. Es gibt ja jetzt gerade auch, Gehen ja, so die Thesen los, dass manchmal vielleicht sogar der stationäre Handel wieder gewinnt, Weil es online immer so teuer ist, sich über Marketingkunden neu einzukaufen. Also wenn ich Kunden nicht gehalten, kriege und reaktiviert bekomme, habe ich ein Problem. Und es ist ja bei Euch, so, Ihr habt ja quasi zwei Ebenen drin. Ihr habt sozusagen Sub-Communities, ganz viele, und Ihr habt Creator, die teilweise diese Sub-Communities ownen. So geht das für euch total gut auf, dass man es quasi mit diesen Community Owners eigentlich schafft, die Leute immer wieder hinzuziehen, zu einem? Weil ich denke ja viel darüber nach, wem gehört die Community? Und Ihr verteilt das ja, so. Weißt du, was ich meine, so von der denke her?

Saskia Meier-Andrae: Viele von unseren Händlern und Händlerinnen haben selber eine Community, die Sie dann mitbringen und wo Sie uns als Plattform nutzen, über unsere Reichweite. Wie gesagt, wir haben 18 Millionen Kunden in Deutschland, dann nochmal neue Leute in die Community mit reinzuholen. Das heißt, das ist wirklich eine Symbiose, das ist Give and Take, Die bringen, was mit,

Saskia Meier-Andrae: aber wir geben natürlich auch viel hinzu. Ich habe dann zu dem Punkt stationäres Geschäft. Ich habe über 50 Prozent der Händler und Händlerin, bei uns haben ein stationäres Geschäft. Wir haben ja auch wirklich eine riesige Anzahl von ganz, ganz kleinen Händlern. So ein Spielwarenladen in Regensburg oder so ein Münzhändler in Wiesbaden. Und die nutzen ja dann schon eBay, quasi als Zweitkanal. Gerade in den heutigen Zeiten, wo es halt nicht immer so einfach ist, stationär, die Umsätze zu machen, die sie machen müssen, ist natürlich eBay eine fantastische Möglichkeit, dass die parallel noch hinzuverdienen können. Und und was wir denen jetzt quasi bieten, ist ein dritter Kanal, nämlich live, wo Sie so ein bisschen so Best of both worlds, Wo Sie quasi den direkten Austausch und die Stärken, den sie ja wahrscheinlich auch im Offline-Handel haben, aber jetzt an ein viel breiteres Publikum, Nämlich nicht nur alle, die in Regensburg sind, sondern auch Leute in Berlin oder in Hamburg bringen können. Aber das finde ich halt wirklich. Diese Dreifaltigkeit, dass du wirklich dann stationär klassisches Online und Live hast, das finde ich ein unglaubliches Angebot. Und das ist auch was, wo wir schon... Inhärente Stärke haben, weil wir Händler und Händlerin haben, die eigentlich schon eine Community haben, Sei es dann vielleicht eine lokale.

Joël Kaczmarek: Gut, ALSO hier, Sally, ICH sehe, Saskia ist voll im Game drin, Die wird quasi Medienunternehmerin.

Sally Özcan: Aber wir müssen uns danach noch unterhalten, Saskia.

Saskia Meier-Andrae: Unbedingt, unbedingt, Sally.

Joël Kaczmarek: Wie war das denn bei dir, Sally? Also, du bist ja wahrscheinlich auch da gesessen und hast gesagt, alles klar, von Klassenraum zu, oh, Jetzt brauche ich hier irgendwie eine Kamera und noch eine zweite und Licht, AlSo Also... Vielleicht kannst du uns ja mal so ein bisschen mit an die Hand nehmen. An deine Schaffensreise.

Sally Özcan: Gut, ich meine, Vor 14 Jahren war die Welt noch ein bisschen nicht so digital wie heute. Also, ich hatte damals andere Herausforderungen, überhaupt mal eine stabile Internetverbindung zu haben oder eine Kamera zu finden, die den technischen Anforderungen entspricht. Also ganz klassisch, wirklich angefangen mit so einer Mini-Digitalkamera, hatte kein Stativ, kein Mikrofon und kein Licht, habe die auf Kisten und Kartons in der Küche gestellt. Und mich irgendwie... Versucht, aus allen Winkeln zu filmen, Aber ich habe tatsächlich die Inhalte immer so aufgebaut wie ein Unterricht. Also wir haben ein Thema, wie zum Beispiel den Nusszopf. Dann haben wir die Problemstellung, Wie gelingt denn ein hefeteig überhaupt perfekt?

Bis hin zu, Wie bekomme ich das perfekte Ergebnis ganz einfach? Und habe wirklich so Einleitung, Hauptteil und Schluss, wie eben auch meinen Unterricht damals aufgebaut. Und dachte, ich bin einfach ganz transparent und wiege mir vorher alles in Schüsseln und Schälchen ab. Das hat damals auch noch niemand gemacht. Man kannte zwar klassisches Kochfernsehen, wo Köche einfach immer eine Prise davon und eine Schüssel hiervon. Und alles irgendwie so ein bisschen intuitiv gemacht haben. Geht natürlich beim Backen auch gar nicht. Und habe dann einfach gedacht, okay, Inhaltlich passt und technisch muss ich es jetzt irgendwie hinkriegen. Und habe mir dann selbst beigebracht, wie man Videos schneidet, wie man Sie hochlädt.

Und natürlich dann Von Zeit zu Zeit wurde es natürlich besser. Also Ab dem zweiten Video habe ich mir schon eine andere Kamera gekauft. Aber das war halt auch echt witzig. Ich bin damals in so ein Filmfachgeschäft und habe gesagt, ja, Ich mache YouTube-Videos und brauche jetzt eine Kamera. Und der Typ war so, Was ist denn YouTube? Und ich habe gesagt, ja, Das ist eine Online-Plattform, auf der man Videos hochlädt. Und dann hat er irgendwo eine Kamera entdeckt und sagte, ah, da ist so ein Symbol drauf, nimm doch die. Und hat mir wirklich so einen Camcorder mitgegeben. Und kurze Zeit später dachte ich, nee, das ist auch nicht das Wahre. Ich will ja auch, dass es schön wird und habe mir dann die erste Spiegelreflexkamera gekauft, weil ich wusste, ich will so, Ich wusste natürlich damals die Begriffe nicht, aber ich will Tiefen, Schärfe, ich will Scharfstellen, Ich will ranzoomen können.

Heute ist es einfacher, Online-Videos zu erstellen, Aber es ist nicht mehr so einfach, natürlich groß zu werden, weil die Konkurrenz stark ist. Jeden Tag wacht jemand anderes auf mit einer tollen Idee. Und heute muss man sich eher durch Innovation, Kreativität. Durchsetzen. Und damals war es wirklich so dieses Dranbleiben, ständig Content produzieren. Und ich habe den Content auch wirklich hochgefahren. Von einem Video im Monat auf drei Videos Die Woche. Bis ich eine Community von einer Million Abonnenten aufgebaut habe. Weil ich wusste, ich kann nur groß werden. Oder der größte Food-Channel Europas werden, Wenn ich alles, was man sucht, eben auch bei mir, findet. Also von Apfelkuchen bis Zimtschnecke, Da war das ganze Alphabet abgedeckt, Was Rezepte angeht.

Ich habe gewachsen.

Joël Kaczmarek: Aber da sagst du was Spannendes. Ich meine, Wie erlebst du denn die aktuellen Zeiten, wenn jetzt irgendwie eine Sally Junior um die Ecke kommt? Und sagt, ich bin 20, ich möchte so werden wie die. Ich habe ja so den Eindruck, Die Menschen sind alle. So übersättigt, dann noch der ganze KI-Content. Also, was ist heute der Weg?

Sally Özcan: Total. Also, ich finde ja auch, dass heute ganz viele Kanäle nur noch copy-paste sind. Wenn einer einen Trend anfängt, dann ziehen plötzlich alle mit. Keiner weiß mehr, wer hat denn den Trend überhaupt gesetzt. Ist auch gar nicht schlimm. Ich finde, Auch heute können sich Persönlichkeiten eher durchsetzen. Ich meine, wenn ich heute Instagram öffne, Ich werde ja auch überschüttet mit 50 Food-Kanälen, die ständig wechseln. Und ich finde, Menschen bleiben nur dran. Wenn Sie etwas fesselt, Entweder ist es die Person, die mich fesselt. Oder es ist die Art und Weise, wie jemand, was zubereitet. Oder es sind vielleicht die innovativen Rezepte. Also irgendwas muss man schon finden, was einen so ein bisschen herauskristallisiert, heutzutage, Ansonsten bleiben Menschen nicht dran.

Joël Kaczmarek: Ich werde so einen Kochkanal machen für Männer, wo ich dann mit Werkzeug sozusagen. umrühre, mit so einem Akkuschrauber anstatt mit so einem Dings. Also, ich verstehe das Prinzip.

Sally Özcan: Und immer der blaue Pullover. Ich glaube, Joël,

Saskia Meier-Andrae: Männer sind auch daran interessiert, einen guten Nussenzopf zu machen.

Sally Özcan: Und ich hatte damals auch recht schnell, weil wir jetzt die ganze Zeit über den blauen Pullover gesprochen haben, Aber ich hatte damals auch so einen Wiedererkennungswert. Ich habe jahrelang tatsächlich nur Karo-Hemden getragen. Ich war immer die mit Karo-Hemd und Schürze. Irgendwann, Gott sei Dank, Nach zehn Jahren konnte ich die Karo-Hemden wieder ablegen, weil ich sie auch gar nicht mehr sehe. Aber heute kennen Menschen zumindest mein Gesicht, meine Schürze, meine Küche und ich muss mich nicht mehr jeden Tag... Gleichkleiden und kann einfach anziehen, worauf ich Lust habe.

Joël Kaczmarek: Ja, es hat so ein paar Nebeneffekte. Man kann ganz gut schneiden, wenn man mal das Gleiche, trägt. Man kann Inkognito sein, wenn man mal will, dass man die Leute in Ruhe lässt, indem man mal Rot trägt. Also fühlig. Und sag mal, wie geht es dir denn, so, wenn du jetzt so einen Stream machst oder ein Video produzierst? Woran merkst du, okay, das ist gelungen? Also klar, das ändert sich immer, und es gibt irgendwie auch, sag ich mal, Unterschiedliche Faktoren, je nachdem, was für ein Video, das ist. Ja. Hast Du so kleinere Rezeptelemente, wo Du sagst, Ein gutes Video hat für mich eigentlich eins, zwei, drei?

Sally Özcan: Eigentlich, dass die Interaktion gut ist. Also, dass Menschen das Video viel teilen, viel kommentieren oder speichern, Mir Ganz viele Privatnachrichten schicken. Das ist für mich eigentlich so ein Indiz dafür, dass etwas gut funktioniert, hat. Und Rezepte kommen natürlich besonders gut an, wenn ich sehe, dass sie ganz oft nachgemacht werden.

Joël Kaczmarek: Und ich bin ja auch noch auf einen Faktor neugierig, weil ich erlebe das auch oft. Gestern habe ich irgendwie ein Kind von mir vom Geburtstag abgeholt, saß mit dem Vater da. Und dann meinte ich so, ja, du weißt du, Ich habe jetzt irgendwie 850 Folgen. Podcast aufgenommen. Ich habe schon ein paar Hundert gelöscht, ich habe schon über tausend. Ich habe alles so gesehen und dann hat er so ganz lustig frech zu mir gesagt, Joël, du machst jetzt hier lustig auf dicke Hose, dass du 850 Folgen hast, aber hat doch keinen Bock, sich anzuhören. Wenn ich jetzt von dir lernen will, wie mache ich Vertrieb? Was soll ich mir denn nach 40 Folgen bei dir anhören? Also, wie machst Du Dinge auffindbar, wenn Du solche Masse hast?

Sally Özcan: Ähm, TATSÄCHLICH Tschüss. Das ist der große Vorteil. Ich habe so Evergreen Content. Bei mir suchen Menschen natürlich nach einer Schwarzwälder Kirschtorte. Die habe ich vor zwölf Jahren mal gebacken. Das sind einfach Suchbegriffe bei mir. Ich glaube, das unterscheidet mich auch von den ganzen TikTokern, zum Beispiel, bei denen immer alles tagesaktuell sein muss, weil man gerade bei TikTok alten Content von Creatoren eigentlich nicht mehr sucht. Und ich glaube... So weitet sich das eigentlich auf jeden Content aus. Auch bei mir wird nicht jeder Content natürlich gesucht. Wenn ich jetzt heute, was über meine Schwangerschaft poste, gut, Es wird wahrscheinlich doch wieder gesucht, weil es mit meiner Person zu tun hat. Aber im Prinzip brauchst du Evergreen-Content, wenn du immer wieder gesehen werden willst. Und auch willst, dass deine alten Folgen, dein Alter Content eben immer wieder gesucht werden soll.

Joël Kaczmarek: Schön. So, jetzt habe ich eine ganze Menge von euch gelernt. Am Ende macht man ja immer so schöne Ausblicke. Ach, und wie undankbar. Die Welt dreht sich so schnell. Also eigentlich wird das alles schnell veralten. Deswegen machen wir mal nicht. Fünf Jahre in die Zukunft. Vielleicht machen wir mal ein oder zwei. Was nehmt Ihr euch? Denn beide jeweils noch so vor für die kommenden zwei Jahre?

Saskia Meier-Andrae: Ich kann gerne anfangen. Also, ich nehme mir vor, dass ein substanzieller Teil unserer Händler, die bei eBay sind, streamen. Und das live wirklich, das, was ich gerade gesagt habe, ja, Dieses idealerweise alles drei stationär Online und live. Aber ich nehme auch online und live, dass das quasi der Standard ist, und das ist quasi einfach. So ist, wie eBay, ist, Sowohl in den Augen der Kunden als auch der Käufer, als auch in den Augen der Händler und Händlerinnen. Und dass wir es schaffen, Und das ist eine Sache, an der wir gerade sehr aktiv arbeiten, Dass es wirklich auch grenzenüberschreitend ist. Also wir arbeiten gerade daran,

Saskia Meier-Andrae: dass wir Streams, die in Frankreich und Italien sind, auch in Deutschland sichtbar sind. Und über das nächste Jahr hinweg wollen wir das sogar global öffnen. Und das ist natürlich total cool, weil eBay einfach so eine Brand ist und so eine Marke in all diesen Ländern aktiv ist. Und wenn ich da die Möglichkeit habe, dass ich einem deutschen Käufer ermögliche, Produkte in einem Livestream aus Japan verfügbar zu machen. Und dass auch noch alles übersetzt ist. Mit AI, also, er kann es ja unglaublich viel machen, um da Friction rauszunehmen, Das ist das, was ich wirklich machen möchte.

Joël Kaczmarek: Das ist ja spannend.

Saskia Meier-Andrae: Ja, da arbeiten wir gerade dran.

Joël Kaczmarek: Crazy. Von der Redaktionsleiterin auch noch jetzt zur Pop-Übersetzerin. Das läuft ja bei dir, Mann, Mann.

Saskia Meier-Andrae: Da hilft ai sehr, da kannst du sehr viel machen.

Joël Kaczmarek: Fühle ich. Wie ist es bei dir, Sally?

Sally Özcan: Ja, bei uns ähnlich. Ich habe mich tatsächlich lange Zeit gegen die Internationalisierung entschieden, weil ich dachte, jetzt bist du in den deutschsprachigen Ländern schon so bekannt. Als Personenmarke ist halt Vor- und Nachteil, dass ich als Person natürlich im Mittelpunkt stehe. Und egal, wo ich hingehe, Menschen mich natürlich auch in meiner Freizeit und in meiner Privatsphäre erkennen. Ich sehe aber auch den großen internationalen Markt. Und wir haben sehr gute Kontakte. Zum Beispiel auch nach China und in andere Länder. Und es reizt mich schon immer wieder. Und ich denke, dass wir den Schritt auch wagen werden und das versuchen werden. Ich habe einen stationären Handel in Mannheim, und mein großer Wunsch war es immer.

Und ich hoffe, Wir können das die nächsten Jahre noch realisieren, Auch mal ein Franchise-Konzept zu entwickeln. Wo man einfach innerhalb Deutschlands oder in den deutschsprachigen Ländern, Ich will es gar nicht nur auf Deutschland beschränken, einfach. Auch Sally Naba hat mit einem kleinen Shop in schönen großen Städten, mit einem Cafés und Concept Store, Dass wir das so ausweiten können und tatsächlich, dass wir uns auch weiterhin ein bisschen breiter aufstellen, Was Community angeht, ein bisschen mehr andere Zuschauergruppen noch mit aktiviert bekommen. Aber ich glaube, dass wir jetzt schon... Eine ganz gute Zuschauerschaft haben, weil ich ja nicht nur online bin, sondern auch im Fernsehen, im stationären Handel, in Magazinen, in Zeitschriften, in Talkshows.

Ich glaube, dass viele, viele Menschen Sallys Welt schon kennen und immer eine andere Quelle nennen. Ich kenne Sie von YouTube, ich kenne Sie vom Fernsehgarten, ich kenne sie aus dem Radio. Und das möchten wir natürlich weiter ausbauen.

Joël Kaczmarek: Was habt Ihr denn? Bitte für Coole Ideen? Ich dachte, Ihr sagt jetzt hier so lustlos, ja, naja, meiner Community dranbleiben. Nee, die eine will international übersetzen, Die andere Geile Konzepte im Laden. Also Ich bin JA richtig... baff. Da freue ich mich aber drauf und bin euch ganz dankbar, was ich heute alles von euch lernen durfte. Vielen, vielen Dank.

Sally Özcan: Vielen Dank, auch. Ich fand es auch richtig schön.

Saskia Meier-Andrae: Ja, Danke für die Einladung. War toll.

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