Anastasia Zampounidis: Sweetheart ganz ohne Zucker

10. Februar 2021, mit Joël KaczmarekSebastian Krumbiegel

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Joël Kaczmarek: Kunst trifft digital.

Sebastian Krumbiegel: Der Podcast.

Joël Kaczmarek: Hier erfahrt ihr jede Menge über Kunst in Zeiten der Digitalisierung und das Hautnah von ganz fantastischen Künstlerinnen und Künstlern. Meine Damen und Herren, und ich freue mich sehr, den süßen Popprinzen. Sebastian Krumbiegel Heute bei mir zu haben.

Sebastian Krumbiegel: Der süße Popprinz, das hast du ja so noch, nie gesagt. Ich bin total froh, mit dem großartigen, unvergleichlichen Podcast Joël Kaczmarek zusammen hier zu sitzen. Und wir sind nicht allein.

Joël Kaczmarek: Genau, mal musikbett, hier bitte. Ich sage natürlich, dass du ein Süßer bist, weil es heute sicherlich auch viel um Zucker gehen wird. Wir haben eine junge Dame hier. Also, die sieht wirklich verboten, jung und gut aus, auch, weil sie wahrscheinlich viel auf Zucker verzichtet. Ihr Erstlingswerk war nämlich für immer zuckerfrei. Ich habe es sozusagen verschlungen. Ich bin zu drei Vierteln durchgekommen. Das reicht mir meistens. Es ist seitdem eine Art Bibel für mich. Und es gibt ein neues Buch von ihr, um mal ein bisschen Werbung gleich am Anfang zu machen. Das heißt Happy Eating. Da geht es um emotionales Essen, wie man das überwindet. So, Aber ich glaube, du bist sozusagen selbst so wortgewaltig. Man kennt dich aus dem Fernsehen, Liebe Anastasia. Du hast fleißig bei MTV gewerkelt. Du bist Moderatorin, du bist Bücherautorin, hast auch mehrere Kochbücher geschrieben. Das mal nur als sozusagen Auftakt. Schön, dass Du da bist.

Anastasia Zampounidis: Dankeschön für die Einladung. Und ich bin ein bisschen enttäuscht, weil ich dachte, es würde Sirtaki kommen.

Sebastian Krumbiegel: Wenn ich das könnte. Weißt du, du hast ja eben gesagt, wir sind hier ein totaler Podcast. Ein Deutscher, ein Ossi und eine Griechin. Und da würde ich mal sagen, ja, da lasse ich mal lieber den Ossi raushängen.

Anastasia Zampounidis: Ah, okay. Wir probieren das nachher nochmal. Machen wir in aller Ruhe. Also auf Alexis Sorbas, sagt Dir Das was? Natürlich, ja. Ja, so ungefähr. Gut, dann machen wir das doch gleich mal. Und vielleicht bringe ich dir dann, Joël, Das Tanzen bei.

Joël Kaczmarek: Lieber ein bisschen griechisch reden. Kalimera und Kalinichta und Kalispera. Ja,

Anastasia Zampounidis: ich freue mich hier zu sein, weil ich konnte tatsächlich zu Fuß hierher kommen. Wir sagen jetzt nicht genau, wo wir sind, aber...

Joël Kaczmarek: Wir SIND IM Corona-Safen-Studio im schönen Charlottenburg in unserer Hauptstadt. Und du kommst ursprünglich aus Thessaloniki, ne? Aus Griechenland.

Anastasia Zampounidis: Ne, Ich bin in Deutschland geboren.

Joël Kaczmarek: Bist du nicht da? geboren?

Anastasia Zampounidis: Leute.

Sebastian Krumbiegel: Das ist ja sofort die erste Falle. Bäm. Hey, wo kommst Du eigentlich her? Du bist doch Ausländerin.

Anastasia Zampounidis: Leute, also, Da gibt es ein Portal. Das fängt mit W an und hört mit Ippipedia auf. Ich habe damals bei MTV schon meinen Praktikanten gesagt, ihr dürft mit diesem Portal nicht arbeiten. Weil da dürfen Leute reinschreiben, was Sie wollen. Richtig. Das hat sich in den letzten 20 Jahren geändert. Aber ich glaube, da sitzen immer noch nur drei Leute. Und es ist auch gar nicht möglich, da, was zu ändern. Ich weiß nicht, ob du mal probiert hast.

Sebastian Krumbiegel: Habe ich nie versucht, aber über mich stehen auch wunderliche Dinge da drin.

Anastasia Zampounidis: Und jahrelang standen drei Geburtsdaten drin. Es hat acht Jahre gedauert, bis mein richtiger Termin, da stand. Es steht immer noch da, dass ich in Thessaloniki geboren wurde. Ich bin in Deutschland geboren, NRW. Und da stehen ganz viele komische Sachen, und es ist mir egal, was da drin, steht. Es stimmt so im Grunde gar nichts. Und redet Bitte mit mir. Also Deutschland, NRW geboren, Aber meine Family kommt aus Thessaloniki, das stimmt.

Joël Kaczmarek: Aber da sind wir ja schon bei einem spannenden Aufhänger. Also, du hast ja ganz viel zum Thema Ernährung gemacht und bist sehr, sehr bekannt geworden mit diesem Thema. zuckerfrei. Und ich glaube, da ging auch so eine Welle los, insgesamt im Markt. gerade, dass man angefangen hat, sich Gedanken darüber zu machen, Was macht Zucker mit dem Körper. Sugarholic, Ich glaube, die Krankheit habe ich auch. Also da bin ich, wie du, du ehemalig, ich aktiv, sozusagen oder teilaktiv. Also, du machst ja ganz viel dazu, und ich könnte mir vorstellen, das ist ein bisschen so wie bei Veganern, Dass die Leute dann immer denken, dass du so eine Radikale bist, die, wenn du ins Büro kommst, die ganzen Schokoriegel klaut und so. Hast du mit Vorteilen zu kämpfen bei dem Thema?

Anastasia Zampounidis: Ja, ein paar Denken das, bis Sie mich halt persönlich treffen. Oder ein Buch Lesen oder eine Talkshow sich angucken im Internet, Weil dann merkt man eigentlich relativ schnell, dass es nicht dogmatisch ist, Sondern Ich ernähre mich im Grunde so wie unsere Eltern oder Großeltern, je nachdem, wie alt sie sind. Also nichts aus dem Labor, nichts fertig produziertes. Und wenn das dogmatisch ist, okay, dann bin ich pro-Nature dogmatisch.

Sebastian Krumbiegel: Es ist ja immer das Ding, wenn du anfängst, Leute sofort anzukreischen, wenn Sie nicht nach deinem Gusto oder nach deinem idealen Leben, ist das ja auch total kontraproduktiv. Also, du schließt sie ja dadurch aus und wirst sie nie. erreichen. Also auf allen Gebieten, auch politisch oder eben, was Ernährung betrifft. Also mich nerven manchmal wirklich so diese Hardcore-Leute, die wirklich so jeden sofort fertig machen, Wenn sie irgendwie in irgendeiner Weise eben nicht so hundertprozentig politisch korrekt, sich ernähren oder politisch irgendwie sich ausdrücken, gendern. Da finde ich immer, man muss immer gucken. Dass man sagt, hey, ich mache das so, du machst das so, okay, das ist deine Meinung. Solange das nicht in irgendeiner Weise wirklich richtig scheiße ist und richtig irgendwie menschenverachtend ist, ist alles erlaubt.

Anastasia Zampounidis: Richtig, das ist mir aufgefallen, als ich zwei Jahre vegan gelebt habe. Ich bin ja sehr offen und probiere wahnsinnig viel aus, solange es eben kein Industriezucker ist. Und ich habe halt gemerkt, dass ich ganz extreme... Fans auf einmal regeneriert habe in den sozialen Netzwerken. Also Hardcore-Veganer, die mich so gefeiert haben, aber auf eine Art und Weise, wo ich sofort gespürt habe, da stimmt, was nicht. Also, ich bin weder Gott noch ein Guru, noch bin ich Maria Theresia und habe halt nichts Besonderes gemacht, sondern habe jetzt einfach mal eine Probierphase und Rede auch öffentlich gerne drüber, Aber lasst mal die Kirche im Dorf. Und ich wusste ganz genau, dass die Halt Leute total massiv angreifen. Und zwar dann extrem im Umgekehrten, die dann Fleisch essen. Und das halte ich nicht für richtig, denn Menschen sind ja nicht nur schwarz oder weiß. Sagen wir mal, Eine alleinerziehende Mutter mit zwei Kindern kauft nicht. Bio, kauft billiges Fleisch, weil sie es meint, nicht anders zu können oder sich leisten zu können, erzieht aber zwei wunderbare, Gute Menschen für diese Gesellschaft. Wie kann man dann dieser Frau jetzt irgendwie groß, was ankreiden? Ich finde, man sollte immer... Die 50 Shades of Grey eines Menschen auch sehen und nicht immer so stark verurteilen. Aber dafür kämpfst du ja auch, ne? Als Prinz.

Sebastian Krumbiegel: Ich versuche das auf jeden Fall. Ich glaube, das Wichtige ist immer, niemanden belehren zu wollen. Und nicht missionarisch unterwegs zu sein. Das war ich als 16-Jähriger. Genau, ganz genau. Und wenn du jetzt sagst, du hattest eine vegane Phase, Was hat dich davon wieder weggebracht?

Anastasia Zampounidis: Ich saß bei meiner Tante Lisa in einem kleinen Dorf, westlich von Thessaloniki, und mich haben ihre Hühner tierisch genervt. Die haben mich schon immer genervt. Es sind nicht dieselben wie vor 40 Jahren, als ich ganz klein war. Aber die liefen da wieder hin und her und gackerten rum. Und dann dachte ich so, warum sollte ich eigentlich Vitamin B12 substituieren, wenn ich diese glücklichen, total nervigen? Eier von diesen Hühnern essen kann? Weil ich halt, weiß, dass das Vitamin B12-Bomben sind. Und dann kam der Nachbar vorbei mit seinem selbstgemachten Schafskäse. Feta-Käse. Und dann dachte ich so, auch. Vitamin B12-Bombe. Und seitdem esse Ich halt beides und habe hier in Brandenburg auch meine Dealer gefunden. Die selbst gemacht, handgemacht. Also die Eier nicht, aber Hühnerställe im Garten und sowas, Freundinnen. Ja, und das esse ich dann. Also ich bin einfach gegen Massentierhaltung. Aber der Akt des Fleischessens an sich, Den halte ich gar nicht für moralisch verwerflich. Aber das, was wir da mit den Tieren machen, Im letzten Jahrhundert ist da ein bisschen, was aus dem Ruder gelaufen. Das spüre ich einfach und da ist mir egal, Ob jetzt ein Wissenschaftler mir beweisen will, Ob ein Fisch Schmerz empfindet oder nicht. Ich weiß aus der tiefsten Überzeugung meines Herzens, das ist falsch.

Sebastian Krumbiegel: Du hast ja eben selbst gesagt, du ernährst dich sozusagen, so, wie unsere Großeltern sich ernährt haben. Und wenn wir uns überlegen, was wir in unserer Kindheit erlebt haben, Da gab es eben am Sonntag Fleisch. Und das war eben so ein Ding, das war was Besonderes. Und heute frisst du eben wirklich jeden Tag Fleisch, wenn du Fleischfresser bist. Und das ist... Ja,

Anastasia Zampounidis: es ist nicht nur schlecht für die Umwelt und für das Tierwohl, sondern es ist tatsächlich auch nicht gesund. Wenn man sich mal anschaut, Was die WHO empfiehlt, haltet euch fest, 60 Gramm am Tag. Jetzt überlegt mal, ein Steak Locker 200, bei Euch wahrscheinlich 300. Das hieße, Du könntest ein bis zwei Mal pro Woche ein Steak essen, um gesund zu bleiben. Also Fleisch fördert ja Entzündungen im Körper. Und wer macht das schon? Aber dieser Sonntagsbraten, das ist es.

Joël Kaczmarek: So, jetzt drehen wir mal die Zeit ein bisschen zurück, So rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup, rup,

Anastasia Zampounidis: rup, rup, rup, rup, rup, rup, R. Ich habe ja Anfang, der 90er nach dem Mauerfall in Berlin angefangen zu studieren, habe in den illegalen Clubs gejobbt und hatte auch noch einen studentischen Nebenjob, weil ich meinen Lebensunterhalt verdienen musste.

Sebastian Krumbiegel: Was hast du studiert?

Anastasia Zampounidis: Kommunikation.

Sebastian Krumbiegel: Ah ja, merkt man.

Anastasia Zampounidis: Ach. Ja, ich hatte so im Hinterkopf. Plattenfirma arbeiten, Das wäre vielleicht was, weil ich schon immer ganz viel Musik gehört habe. Und so.

Joël Kaczmarek: Ich habe das auch studiert, aber man muss dann immer Kommunikationswissenschaft, was wird man denn damit? Ja, man weiß es nicht,

Anastasia Zampounidis: ja, genau. Und ich hatte da auch schon eine Sieben-Tage-Woche. Also, es ging eigentlich schon Anfang der 90er los. Dann habe ich eine sehr erfolgreiche Radiokarriere gemacht, beim ersten DJ-Radiosender in Deutschland. Und danach wurde ich von einem Kommerziellen abgeworben und da hat mich 99 MTV entdeckt. Und es war tatsächlich so, dass ich sieben Tage im Einsatz war, pro Woche. Das kennen Musiker, glaube ich, auch überstreckenweise. Du bist einfach unterwegs.

Sebastian Krumbiegel: Du bist unterwegs und bist permanent unterwegs. Und dann, wenn das vorbei ist, dann... ist, aber auch dann fällst du in das berühmte Loch.

Anastasia Zampounidis: Das ist bei Euch so. Bei uns ging es ja immer weiter. Ich hatte dieses Loch nicht. Und dieses Loch, was da eventuell sich hätte auftun können, war mehr so, dass der Körper gesagt hat, ICH bin Müde. Was habe ich da gemacht? Zucker. Ich habe mich mit Zucker gepusht. Ich habe vor jeder Live-Show ein Stück Schokolade, Kuchen oder Eis gegessen und das hat geholfen. Danach, das ist ja das Problem bei Industriezucker, bist du noch schlapper, bist unterzuckert, willst eigentlich noch mehr. Es gibt auch den einen oder anderen Praktikanten bei MTV, Der meinte, Ich sei dann so ein bisschen zickig gewesen. Ich halte das für ein Gerücht. Ja, aber das war ja einfach zu lösen. Die mussten ja nur loslaufen und Nachschub holen. Also auf jeden Fall war das meine Droge. Andere haben andere Substanzen rechts und links von mir zu sich genommen. Das hat mich nicht interessiert, solange Zucker, da ist. Eric Clapton hat ja auch gesagt, seine Einstiegsdroge war Zucker. Alle haben gedacht, Er sagt Jetzt Kiffen. Er meinte, ganz klar, das weiß ich ganz genau, Zucker.

Sebastian Krumbiegel: Hat er dann verwechselt mit dem anderen weißen Pulver.

Anastasia Zampounidis: Dann hat er es wahrscheinlich verwechselt, so, ups, Was war denn jetzt was? Ich habe es nie verwechselt.

Joël Kaczmarek: Na, wir können ja mal ein Stück weit auch Aufklärungsarbeit leisten. Also, wir wollen jetzt hier sicherlich, Also. Manchmal sind vielleicht manche Menschen noch ein bisschen beschwerlich, über Gesundheitsthemen und Ernährung zu reden. Du hast gerade gesagt,

Anastasia Zampounidis: du bist. Sugarholic. Wie sieht es mit dir aus, Herr Prinz?

Sebastian Krumbiegel: Es geht eigentlich. Ich muss mich dann auch erst mal anders ansehen. Nein, es geht wirklich. Ich bin nicht so der Wahnsinns-Junkie. Sondern,

Anastasia Zampounidis: was isst du denn gerne? Wo wirst du schwach?

Sebastian Krumbiegel: Ich glaube, naja, ich könnte jetzt mal ganz doof sagen, alles. Ich verstehe. Alles, was lecker ist. Du isst einfach gerne. Also ich glaube, ich bin sowieso ein eher exzessiver Typ, was mein gesamtes Leben betrifft. Um jetzt mal hier ein bisschen aus dem Nähkästchen zu plaudern. Gerade als Corona losging, habe ich exzessiv angefangen, irgendwie Sport zu machen, Fahrrad zu fahren und so. Und das ist dann aber auch mal wieder gut. Und dann esse ich gern und trinke auch gern Alkohol. Also ich weiß, ich glaube, ich bin ein schwacher Mensch. Also das klingt jetzt auch wieder, bescheuert, Aber ich denke schon, dass ich irgendwie mich wenig disziplinieren kann. Dass das echt eine Schwäche ist.

Anastasia Zampounidis: Vielleicht bist du ja dann ein Kandidat für mein neues Thema, Emotionales Essen.

Sebastian Krumbiegel: Unbedingt, Ich glaube ja. Bewusst.

Anastasia Zampounidis: Genau, also sowohl positiv als auch negativ. Also belohnen und auch Frust essen, beides. Klar,

Sebastian Krumbiegel: klar. Also Frust essen übrigens weniger, also auch alkoholmäßig. Ich bin keiner, der sich aus Frust besäuft. Eher Genuss. Ja, aber eben auch. Ergebnis.

Anastasia Zampounidis: Ergebnis?

Sebastian Krumbiegel: Was alkohol betrifft.

Anastasia Zampounidis: Verstehe ich nicht.

Sebastian Krumbiegel: Er möchte gerne besoffen sein. Der Rausch. Achso, Du willst raus sein. Na klar, na klar. Und das inspiriert mich auch durchaus. Ich weiß, das ist alles irgendwie natürlich. Eine Entschuldigung vor irgendwas. Und ich weiß gar nicht, wenn ich jetzt eine Therapie machen würde, wo ich da ansetzen müsste. Ich glaube,

Anastasia Zampounidis: da gäbe es einiges.

Sebastian Krumbiegel: Natürlich, natürlich.

Joël Kaczmarek: In der Internatsjugend bei den Thomanern und so.

Sebastian Krumbiegel: Ohne Scheiß, Ich glaube wirklich. Entschuldige, aber die Internatsjugend. Wir hatten damals wirklich immer extrem wenig Zeit zu essen. Es war, du musst dir vorstellen, Ein großer Speisesaal. Drei große Tafeln mit jeweils 30 Leuten am Tisch. Und du hattest wirklich fürs Essen maximal eine Viertelstunde Zeit. Und du musstest dich wirklich beeilen, um alles zu essen, was du essen konntest. Ja,

Anastasia Zampounidis: aber das ist ja ein Trauma, das ist ja ein Kindheitstrauma.

Sebastian Krumbiegel: Ich könnte noch andere Traumata erzählen.

Anastasia Zampounidis: Zum Beispiel?

Sebastian Krumbiegel: Es gab eine Bibelrüstzeit, damals, als ich noch Kirchenmitglied war. Da war ich echt ein kleiner Junge in Röbel an der Müritz. Und dort hat der damalige Leiter, der Katechet oder, wie es heißt, Der Christenlehrelehrer, hat mich gezwungen, irgendwie ekliges Zeug, irgendeinen Gulasch, irgendwelches Glibberscheiß aufzuessen, was dann darin mündete, und ich war glaube ich, ich war neun Jahre alt, was dann? Darin mündete, dass ich mich auf dem Tisch übergeben habe. Und das ist natürlich wirklich ein Ding, wo ich irgendwie gedacht habe, scheiße, Sowas war damals scheinbar wirklich Usus, und Sowas macht man heute nicht mehr. Also dieses Ding, was auf den Tisch kommt, wird gegessen und du isst aber mal auf, Das ist ja heute kein Erziehungsmodell mehr.

Anastasia Zampounidis: Nee, also, ich bin halt ganz anders groß geworden in einer griechischen Familie. Wir haben die Teller abgeleckt und teilweise versucht, den Teller auch noch zu essen. Also, so wird eine griechische Familie groß, weil mir ja manchmal auch Leute unterstellen, ja, vielleicht bist du ja auch magersüchtig oder essgestört. Nein, bei uns musste das niemand. Aber ich kenne tatsächlich auch, so Nachbarskinder, Die mussten die Teller aufessen, Sonst gab es irgendwie Stubenarrest oder sowas.

Sebastian Krumbiegel: Oder kein Nachtisch oder irgendwie sowas.

Anastasia Zampounidis: Oder du musst ins Zimmer gehen oder irgendwie solche Sachen. Und ich so, hä, was ist das? Oder es gab auch Verbote. Die Kinder durften zwischen den Mahlzeiten nicht an den Kühlschrank. Und was zu essen holen. Da dachte ich so, also, bevor das meine Mutter machen würde, Würde Sie sich die Linke Hand abhacken.

Joël Kaczmarek: Ich finde aber auch mal ganz schlimm, wenn Leute sozusagen, manche Sachen auch nicht wissen. Also das schmerzt mich ja dann auch aus Unwissenheit, wenn ich dann sehe, du hast Kinder in der Kita oder in der Grundschule, Wo die Eltern, die mit einer Sprite und einem Schokobrötchen hinschicken. Das ist echt Schmerz für mich, wo du dann so denkst, dem willst du eigentlich mal. Die Welt erklären. Ja,

Anastasia Zampounidis: aber das ist so ein bisschen das Argument von Frau Klöckner. Und der Zuckerindustrie, dass die Verantwortung nur bei den Eltern liegt, das sehe ich so nicht, weil du kannst nicht von, Ja, sagen wir es einfach mal, von einfachen, Ungebildeten Menschen erwarten, dass sie sich für ein Thema so differenziert interessieren wie Ernährung, wie ich das zum Beispiel tue. Für mich ist das Leidenschaft und Interesse. Ich erwarte nicht, dass das jeder kann. Also, es müsste in der Schule auch wirklich ein Fach geben. Über gesunde Ernährung, Das wäre das erste. Und das Zweite ist, dass du eben den Großteil einer Bevölkerung auch ein Stück weit unter die Arme greifen musst, Indem Du einfach veränderte Rezepturen, Gesetze für die Transparenz, Was denn überall drin ist. Also, wir sind ja 40 Jahre lang durchs Leben gegangen und wurden mit Zucker bombardiert, ohne dass uns das jemand gesagt hat. Wir wurden nicht gefragt. Also der Unterschied ist ja... Nutella.

Sebastian Krumbiegel: Ich will aber kein Einzelessen.

Anastasia Zampounidis: Der Unterschied ist halt, Wenn ich einen Wodka trinke, dann kriege ich das mit. Wenn ich eine Zigarette anzünde, weiß ich das auch. Aber 40 Jahre lang wurde mir in Gewürzgurken, Senf und Tomatensauce so viel Zucker untergejubelt. Und mich quasi konditioniert. Von Klein auf. Das ist nicht fair. Play. Und da würde ich nicht sagen, dass nur die Eltern schuld sind. Aber klar, die Eltern können, sagen wir mal, Ein Drittel auch mit anschubsen.

Sebastian Krumbiegel: Du hast es ja eben vorhin sehr klug, verklausuliert, gesagt, dass die alleinerziehende Mutter Glaubt, billiges Fleisch kaufen zu müssen, ja, Natürlich ist erst mal Fakt, dass diejenigen, die weniger Kohle haben, natürlich nicht wie Leute, die besser gestellt sind, eben beim Bio-Fleischer für das Doppelte der Kohle, irgendwie ihr Fleisch kaufen können. Aber trotzdem ist es am Ende natürlich eine Bildungssache, ist mir völlig klar, ist mir theoretisch völlig klar. Und selbst Ich versuche auch, mich da, irgendwie in letzter Zeit mehr und mehr zu hinterfragen. Und mehr, und mehr auch, obwohl es mir schwerfällt, zu disziplinieren.

Anastasia Zampounidis: Na, das ist ja der Punkt. Ich glaube, mit Disziplin kommt man nicht weit. Mir wird ja unterstellt, dass ich wahnsinnig diszipliniert bin. Ich bin es nicht.

Sebastian Krumbiegel: Mit Überzeugung Meinst du jetzt? Mit Wissen und Überzeugung? Na, mit der Ernährung. Ja, nee, ich glaube, wenn es bei dir nicht disziplin ist, dann ist es die Überzeugung.

Anastasia Zampounidis: Nee, auch nicht. Das sind immer so kleine Motivationsschubser für den Anfang. Ich glaube, dass wir Menschen gar nicht großartig... Bewusst entscheiden, was wir den ganzen lieben langen Tag machen. Und Neurologen sagen das ja auch, dass wir noch nicht mal 1% frei entscheiden. Also viel sind Automatismen, wie zum Beispiel Autofahren. Aber vieles ist halt im Unterbewusstsein verankert. Und damit habe ich mich jetzt für das neue Buch Happy Eating auseinandergesetzt. Das war sehr faszinierend. Ich glaube ja, dass diese Situation auf dem Sofa. Okay, so, es ist jetzt Feierabend. Wir liegen auf dem Sofa, haben einen harten Arbeitstag. Hinter uns und denken uns, ach, das ist jetzt schön. Feierabend. Da ist zwar noch eine Tafel. Schokolade in der Küche, Ich werde die aber nicht essen. Weil ich habe heute schon Schokolade gegessen. Ich will auch nicht zähne putzen, ich will auch nicht dick werden, Ich will keinen Pickel haben. Ich gehe gleich ins Bett. Während ich diese Gedanken habe, was du gerade gesagt hast, Bildung, Wissen, Während ich das alles denke, geht mein Körper parallel in die Küche. Und jetzt erklär mir, was ist das? Sind wir doof, dumm, ungebildet, schwach? Was sind wir in dem Moment?

Sebastian Krumbiegel: Ich glaube schon, dass es sozusagen, du hast eben gesagt Mechanismen, dass es sozusagen Gewohnheit ist. Wenn du abends vor der Glotze sitzt. Und wenn du dann irgendwie denkst, ich habe immer irgendwie was zu essen. da, dann gewöhnst du dich dran und machst das immer. Wenn du aber sagst, nee, brauche ich eigentlich gar nicht, dann machst du es eben nicht. Also ist das dann die Lösung? Also das sagt mir meine Frau manchmal. Du hast dir angewöhnt, immer irgendwie dann MHM, MHM, mhm. Ich merke das auch und denke dann auch wieder, ja, da ist doch noch irgendwie, da ist doch noch was. Und dann sozusagen, dich selbst zu kasteien, ist dann nicht der richtige Weg. Nee,

Anastasia Zampounidis: in dem Moment ist das der falsche Weg. In dem Moment, wo du dieses Bedürfnis hast, deswegen fresse ich dann eben. Musst du aber auch. In dem Moment, sich das zu versagen, du wirst halt fünf Tage später, dann dafür dreimal so viel essen. Das ist nicht der Weg, glaube ich. Der Weg ist, erstmal zu beobachten und sich bewusst zu machen, was du da machst. Einfach zu beobachten, Ach, ist ja interessant, Ich denke gerade das, aber mein Körper macht was anderes. Einfach mal ohne zu verurteilen, sich nicht verurteilen, weil es sind, wie du sagst, Gewohnheiten, Traditionen. Und ich glaube, dass wir diese automatischen Verhaltensweisen über Jahre uns angeeignet haben. Und das läuft über Emotionen, die im Unterbewusstsein quasi sich ansammeln. Das heißt, Ich hatte so einen harten Tag, Ich brauche eine Belohnung, oder mein Chef hat mich heute gemobbt. Ich brauche einen Trost. Hier, Bridget Jones mit einem Eimer Eis vorm Fernseher. Sie hat Liebeskummer, sie ist dick und kriegt keinen Mann ab. Sie meint, das muss jetzt sein. Und eine gute Nachricht vorab, Du kannst es tatsächlich ändern und es ist gar nicht so schwierig. Weil ich war das schlimmste Beispiel. Ich hatte diese Sofa-Abende ständig. Ich nenne das übrigens nicht Pillow-Talk, Bettgeflüster, sondern Sofa-Talk. Es ist machbar. Wenn man erstmal den Zucker weglässt, weil man dann keinen Heißhunger mehr hat. Das ist tatsächlich einfach. Aber erstmal dieses Bewusstwerden, das ist der erste Schritt, würde ich sagen.

Joël Kaczmarek: Lass uns doch mal ein bisschen Aufklärungsarbeit leisten. Also er sagt, er ist kein Sugarholic, ich sage, ich schon. Bei mir ist es so, also ich weiß, WHO-Empfehlung für Zucker ist, Glaube ich, du bist die Expertin, du korrigierst mich, 25 Gramm am Tag Zucker?

Anastasia Zampounidis: Nein, es ist nicht die Empfehlung. Es ist die Menge, die der Körper verarbeiten kann, ohne... Schäden für die inneren Organe davon zu tragen. Also Die WHO empfiehlt nicht. 25 Gramm, Das ist ein Missverständnis. Aber so argumentiert natürlich auch eine ganz bestimmte Industrie. Und dann denken die Leute, so, Ich muss 25 Gramm. Also kein seriöser Arzt würde Dir sagen, bitte essen Sie jeden Tag 25 Gramm. Aber das ist die Menge, Wo zum Beispiel die Leber keine Fettleber wird und die inneren Organe nicht langfristig geschwächt werden. Das passiert ja auch nicht von heute auf morgen. Ich war ja mit 37 auch noch. Am Leben. Mit meiner Leber ging es nicht so gut, aber ich war noch da. Das ist die Menge und wir sind auf dem Weg zum Fünffachen.

Joël Kaczmarek: Ja, weil bei mir ist es so, Ich weiß dann immer genau, ich gucke mir mal die Schokoladen an, Wie viel Prozent ist Zucker sozusagen auf 100 Gramm, Dann rechne ich hoch, wie groß ist so ein Stück. Meine Lieblingsschokolade, Ich mache jetzt unbezahlte Werbung, ist hier Vego, so eine vegane Schokolade mit Haselnüssen und die ist in fünf Teile portioniert, dann weiß ich 150 Gramm durch fünf, Ah ok, 30 Gramm Schokolade auf ein Ding, Hälfte davon. Zucker, 15, Alles klar. Dann weiß ich, ich kann zwei von den Dingern essen und bin im Fenster. So.

Sebastian Krumbiegel: Knapp drüber, wenn ich richtig rechne.

Anastasia Zampounidis: Aber toll. Aber es ist ganz gut, dass du das erwähnst. Ich achte nicht auf die Nährwerttabelle, weil da steht ja auch der natürliche Zucker drin. Verstehst du? Mich interessiert nur der künstliche, zugesetzte Industriezucker. In der Nährwerttabelle hat eigentlich fast alles außer Fleisch, hat auch seinen eigenen natürlichen Zucker. Ob das jetzt Getreide ist, Gemüse, Alles hat Zucker.

Sebastian Krumbiegel: Das merkst du ja, wenn du kaust. Das war ja ein Experiment in der Schule. Nimm dir ein Stück Brot, Kau das ganz, ganz lange und du merkst, Irgendwann wird es süß.

Anastasia Zampounidis: Genau. Und ich glaube, alles außer Fleisch hat eigenen Zucker.

Sebastian Krumbiegel: Chemisch werden sozusagen Kohlehydrate in Zucker umgewandelt. Genau.

Anastasia Zampounidis: Und der stört aber nicht, weil der führt nicht zum Heißhunger. Das war ja meine ursprüngliche Motivation. Ich will entweder satt sein oder Hunger haben. Und das ist bei mir jetzt seit 14 Jahren, so. Und deswegen achte ich nur auf die Zutatenliste. Das heißt, wenn IN deiner... Nährwerttabelle von der Schokolade. Auch der natürliche Zucker drin ist, Weil vielleicht, weiß ich nicht, was drin ist, Vielleicht ist da ja auch eine Dattel drin oder eine Pflaume oder eine Rosine, Dann wäre das schade, weil dann dürftest du eigentlich mehr essen. Aber ich könnte dir hundertprozentige Schokolade empfehlen.

Joël Kaczmarek: Ja, ich komme da immer nicht so drauf. Also, ich war gerade im Begriff zu sagen, das Problem oder die Milchmädchenrechnung ist ja eigentlich, Ich nehme diese zwei Stücke und denke dann, hey, ich bin safe. Und man vergisst ja dabei. Das alles sozusagen, also ich esse keine Tiefkühlware, nichts Fertiges, aber selbst, wenn ich mir hier einen Curry hole an der Ecke, Da ist ja auch Zucker drin und und und. Also, wir haben ja schon normales drin. Das heißt, wahrscheinlich sprenge ich den schon um 1,5, den Faktor und packe noch einen drauf.

Anastasia Zampounidis: Also selbst, wenn du kein Eis, keine Schokolade und keinen Kuchen essen würdest, würdest du immer über diese 25 Prozent kommen, weil ja eigentlich 90 Prozent verarbeitet ist. Also das macht es halt schwierig. Das ist so mein Wunsch, dass sich die Industrie und Politik mal zusammensetzen und sich überlegen, Ob man so wie in England zum Beispiel den Zuckergehalt in Cola und Limonade einfach halbiert. Und siehe da, Die Cola wird immer noch gekauft und getrunken, Aber es gibt eben keine andere. Es gibt nur noch die mit 8% Zucker.

Sebastian Krumbiegel: Und das ist Lobby-Scheiß sozusagen, um es mal klar zu sagen. Ja klar. Wer ist daran interessiert? Also die großen Konzerne? Naja,

Anastasia Zampounidis: Wenn Du Dir die Zahlen anschaust, Das ist ein Milliardengeschäft.

Sebastian Krumbiegel: Und die wissen, dass es sozusagen ein Suchtmittel ist, mit dem sie die Leute als Junkies erziehen.

Anastasia Zampounidis: Also da, die ein bisschen mehr Geld haben als die kleine Griechin, würde ich jetzt wahrscheinlich verklagt werden, wenn ich ja sage. Aber es gibt schon in den 60er Jahren Studien und Wissenschaftler, die das herausgefunden haben. Es gab auch einen in Amerika, der wurde danach ganz Fies gemobbt und gerufmordet, weil der schon in den 60er Jahren gesagt hat, dass es gesundheitsgefährdend ist, Zu viel Zucker zu sich zu nehmen.

Sebastian Krumbiegel: Aber das ist doch heute eigentlich allgemeines Wissen.

Anastasia Zampounidis: Ja, heute ist es allgemeines Wissen, Aber ich habe vor vier Jahren die erste Dokumentation gemacht, Die Zuckerfalle fürs ZDF. Und 2017 kam dann mein erstes Buch. Ganz ehrlich, Zehn Jahre davor wollte niemand was davon hören. Also, ich habe das ja auch nicht für mich behalten, Das hat niemanden interessiert. Die Medien nicht, die Redakteure nicht, auch mein Umfeld nicht. Ich habe mich halt für eine Spinnerin gehalten, und mir war es dann auch egal, weil ich wusste. ja, was mich glücklich macht. Und das sind jetzt drei, vier Jahre. Und wie gesagt, da waren wir noch beim Vierfachen, mittlerweile sind wir fast beim Fünffachen. Das wird leider noch eine ganze Weile dauern. Wir haben ja auch 40 Jahre mit der Tabakindustrie gekämpft. Die hat uns in den 60ern ja auch gesagt, dass...

Sebastian Krumbiegel: Das ist gesund, macht die Atemwege frei.

Anastasia Zampounidis: Kennst Du diese Spots aus den 60ern? Diese T-Zone, Da hat ein Arzt im weißen Kittel geraucht. Es ist schon eigentlich kriminell. Kriminell und alle wissen, dass Zucker gesundheitsgefährdend ist, Aber es ist einfach wahnsinnig viel Geld, das da dran hängt.

Sebastian Krumbiegel: Aber ist es nicht auch umgekehrt, so, Aber natürlich sind die Folgekosten der Erkrankungen und der Behandlungen der Erkrankungen für den Staat ja dann umso teurer. Dann weißt du,

Joël Kaczmarek: warum vielleicht die Pharmaindustrie, das auch ganz gut findet.

Anastasia Zampounidis: Ja, da greifen ganz viele Zweige ineinander. In 10 bis 20 Jahren schätzt man ja auch, dass die Krankenkassen kollabieren. Also Depression ist ja im Vormarsch, und auch da hilft übrigens eine zuckerfreie Ernährung. Kann ich gleich nochmal erklären? warum. Und Adipositas und Diabetes Typ 2. Und zwar mittlerweile bei Kindern, was man vor 25 Jahren bei Kindern nicht beobachtet hat. Da gab es nur Diabetes. Typ 1, Das ist ja genetisch vererbbar. Mittlerweile haben das Kinder und das Übergewicht. Also, mittlerweile ist jedes sechste Kind übergewichtig und jedes Vierte ist übergewichtig und jedes Sechste ist schon adipös. Das werden die Krankenkassen nicht tragen können. In Zukunft und auch unsere Gesellschaft nicht. Weil es macht, ja ganz viel mit einem Kind und einem Menschen stigmatisiert zu sein. Wegen Übergewicht. Und ja, das ist ja ein Teufelskreis, auch.

Joël Kaczmarek: Ja, und es ist so schockierend, wo das eigentlich alles drin ist. Also wenn ich an meine Jugend trinke, so irgendwie Oberschule, ich weiß, ich hatte immer so. ACE-Saft, Da ist ja tierisch viel Zucker drin, Tiefkühlpizza, tierisch viel Zucker, Sechserpack, Snickers, Twix, You Name it, Irgendwelche Schokoriegel, also. Nimm die ganzen soßen in Dönern, nimm irgendwie Salami, nimm Joghurt, nimm Müsli, Also, um nur mal so die gefühlt Top 5 zu nennen, ja. Also, du kannst das, glaube ich nochmal besser. Auch erklären, vielleicht gehen wir mal zu über. Was macht Zucker im Körper, Was sozusagen all diese negativen Effekte hat, wenn man ihn jetzt zu viel konsumiert?

Anastasia Zampounidis: Also allen voran kommt die Leber nicht damit klar. Also Zucker besteht ja aus zwei Teilen, 50% Glucose und 50% Fructose. Bei der Glucose kommt dann dieses Hormon Insulin ins Spiel, das kennt, man glaube ich, ne. Und das ist dann aktiv, hilft, den Zucker aus dem Blut zu holen, fällt ab. Und danach bei diesem Abfall hat man wieder Lust. Das ist eine körperliche Reaktion, Aber auch das Gehirn ist sehr massiv. Am Start, weil du produzierst Dopamin. Das ist so ein Belohnungsglückshormon. Und wenn das abfällt, hast du halt schlechtere Laune. Ich kenne das von früher noch. Und dann willst du Nachschub. Das ist, so der Suchtfaktor. Und die Fruktose muss die Leber alleine übernehmen. Wenn du dann noch zusätzlich auch Obst, was ja gesund ist, zu dir nimmst, Aber eben immer durch den Industriezucker, dann die Fructose, Wirst du über die Jahre eine Fettleber bekommen, Leberzirrhose, So ähnlich wie beim Alkoholiker. Man redet auch von der nichtalkoholischen Fettleber. Und die Leber ist wirklich ein wahnsinnig wichtiges Organ. Also, wenn die uns nicht entgiftet, die ist ja eh schon belastet durch Umwelt, Medikamente, Plastik, alles. Wenn wir dann noch die Nahrung dazu nehmen. Es gibt kaum eine Leber in unserer Welt, die nicht geschwächt ist. Meine ist ein bisschen stärker geworden. Meine ist ein bisschen glücklicher geworden.

Joël Kaczmarek: Aber wie machst du das mit Substituten? Also auch in deinem Buch steht das, glaube ich, und meine Osteopathin, sagt, Herr, Joël Kaczmarek, Ernähren Sie doch mal sich weniger entzündlich. Also entzündlich heißt dann in der Sekunde Sowas wie...

Anastasia Zampounidis: Basisch.

Joël Kaczmarek: Ja, also Weißmehl wäre entzündlich, Rotes Fleisch, Zucker, um so mal die Top 3 zu nennen. Und dann fragst du, ja, aber ich mag Schokolade einfach unglaublich gern. Oder hier, Es gibt so ein super leckeres Hafer-Schokoladeneis, was ich nenne, super lecker. Ja, dann essen Sie doch mal eine getrocknete Dattel oder Schokolade. 100 Prozent. Und dann ist es jetzt, Ihr Ernst? Naja,

Anastasia Zampounidis: Pur kannst du die nicht essen. Habt ihr die Mal probiert? Die ist sehr bitter. Aber ich nehme dann halt so zwei Stücke, mache quasi ein Sandwich draus, stecke eine Dattel rein und jetzt kommt die Krönung. Ich röste, Sesam und Wälze die Dattel in den gerösteten Sesam. Habt ihr das mal gerochen, wie das riecht, wenn es geröstet ist? Wälze die, Quetsche, die dann wie ein kleines Sandwich. Und wenn du das isst, explodierst du vor Glück. Ich kann's, ich, wirklich Loch in der Decke, du schießt da durch. So und der Unterschied ist, Es ist nicht Dopamin, sondern, Welches andere könnte es denn sein?

Sebastian Krumbiegel: Du hast es vorhin gesagt, ich hab's wieder vergessen.

Anastasia Zampounidis: Serotonin. Der Unterschied ist, Dopamin hat so einen Peak. Und Serotonin nenne ich so das Zufriedenheitshormon. Das hat halt so eine flache Kurve und hält stundenlang an und macht dich emotional, stabiler. Und dann ist dieses emotionale Essen nicht so oft. Und dann würde deine Frau gucken und sagen, boah, das machst du aber toll.

Sebastian Krumbiegel: Genau. Ich gehe erstmal in die Küche und röste mir etwas Sesam. Es ist eben dann nicht so ein Junkfood, auch, das muss man auch sagen. Es ist nicht so easy, mal nebenbei zu machen. Aber am Ende ist auch das wieder alles. Gewohnheit.

Anastasia Zampounidis: Ja, aber die Industrie könnte das ja alles produzieren. Also ich sage ja nicht, dass ein reiches Land von heute auf Morgen eine Industrie wegbrechen lassen soll. Ich will ja auch nicht in einem Armen Land leben, und ich will auch nicht, dass Zuckerrübenbauern arbeitslos sind, Aber wir können daraus Taschen und Sprit machen, zum Beispiel. Das Zuckerrüben, ja. Es geht ja alles, wenn man nur will. Und das weiß auch jeder Wissenschaftler, Ingenieur. Das geht mit der Umwelt, Das geht mit allem. Und ich wünsche mir einfach nur ein paar Alternativen, die zuckerfreie Rezepturen anbieten. Und mittlerweile gibt es ja, ne? Es gibt zuckerfreien Senf, pflanzliche Milch, Sojasauce, Gibt's Ja alles. Man muss halt ein bisschen danach suchen.

Joël Kaczmarek: Ja, das finde ich immer das Schwierige. Man muss immer wissen, auf was man sich als Trade-off reinholt. Also, ich darf irgendwie keine Milch, keine Eier. Und dann gucke ich auch mal danach. Darfst du nicht?

Anastasia Zampounidis: Warum nicht?

Joël Kaczmarek: Laktoseintoleranz bei Milch. Und ich vertrage irgendwie Eiweiß nicht, wurde mir mal osteopathisch gesagt.

Anastasia Zampounidis: Alles Eiweiß?

Joël Kaczmarek: Nur Hühnereiweiß. Also nur Hühnereiweiß ist für mich der Tod und es stimmt leider wirklich. Ich merke, das kann man medizinisch nicht beweisen, dann ist es ja Hokuspokus, Das hat man in seinem Freundeskreis in Debatten. Und ich weiß aber, ich kriege mittlerweile, das fühlt sich an Wie Depression, wenn ich Hühnereiweiß esse. Und ich habe mal irgendwie beim Italiener Nudeln gegessen. Und am nächsten Tag sitzt du da. Und es ist so wie dein, wie hast du es genannt, Pillow Blues?

Anastasia Zampounidis: Sofatalk.

Joël Kaczmarek: Ja, so vertorkt. Scheiße, alles ist so schlimm. Was hab ich denn gegessen? Und dann dachte ich, ach, Nudeln, Ei, scheiße. Und manchmal holt man sich mit den Substituten ja schlimmere Sachen ins Haus oder zumindest ähnlich schlimm. Bei mir bist du schnell bei Soja und ich finde soja so unbekömmlich für mich.

Anastasia Zampounidis: Du bist aber ein Sensibelchen, oder? Meine Güte.

Joël Kaczmarek: Sieht man mir gar nicht an, mir Harten Kerl.

Anastasia Zampounidis: Dafür verträgst du alles.

Sebastian Krumbiegel: Ich vertrage, glaube ich, wirklich alles. Aber ich bin, wie gesagt, auch sehr lernfähig und merke das auch, dass sich da bei mir gerade was tut. Und das sage ich jetzt nicht, weil du da bist. Also, ich bin ja ein großer Fan von Fest und Flauschig, Schulz und Böhmermann Podcast.

Anastasia Zampounidis: Habe ich noch nie gehört.

Sebastian Krumbiegel: Ist echt cool. Also ist wirklich echt gut, ja. Joël schimpft immer, wenn ich das erwähne.

Joël Kaczmarek: Das stimmt nicht.

Sebastian Krumbiegel: Nee, stimmt nicht, ne, komm. Und Olli Schulz hat jetzt irgendwie gesagt, dass er wirklich mehr und mehr versucht, Vegetarier zu werden. Und gerade Letztens hat er gesagt, er hat jetzt wieder irgendwie so einen Sojaburger oder irgendeinen Veggieburger gegessen. Und das war so lecker. Und das ist überhaupt irgendwie, Er braucht das andere Zeug gar nicht mehr. Und da denke ich, Mensch ey, Krumbiegel, beschäftige Dich. Endlich auch mal damit und versuch da, auch mal irgendwie einfach zu lernen. Und irgendwie eben, ja, verdammt, Natürlich wollen wir alle alt werden, Natürlich wollen wir alle irgendwie... Ach,

Anastasia Zampounidis: das ist mir zu abstrakt, da habe ich noch nie dran gedacht. Ja gut, du hast Kinder, ne?

Sebastian Krumbiegel: Ich hätte fast gesagt, werde du erst mal so alt wie ich. Bin ich doch. Ich habe ein Bild gesehen, Ich habe ein Foto gesehen von Wolfgang Niedecken und mir von vor über 20 Jahren. Und habe dann gedacht, ey, der Typ, Der ist jetzt irgendwie gerade 70. Und da habe ich gedacht, 70 ist ja echt ganz schön alt. Da haBE ich gedacht, ey, Ich werde irgendwie in 16 Jahren, in 15,5 Jahren bin ich 70. Und das ist für mich so eine abstrakte Zahl. Und natürlich weiß ich, ich werde keine 120 Jahre alt. Ich hoffe, ich werde irgendwie, keine Ahnung, ich hoffe, ich zocke noch eine Weile. Das ist für mich so ein Ding. Und ich weiß natürlich, dass ich das bis zu einem gewissen Grad selbst in der Hand habe. Schon mal durch Ernährung und durch irgendwie Lebenswandel und Bla. Aber ich denke da gar nicht so dran. Ich gehe gerade mal so steil. Natürlich macht es auch Spaß. Ich finde es toll. Ich wollte gerade sagen. Es macht auch Spaß, irgendwie scheiß zu machen. Und es macht Spaß, irgendwie, sich ungesund zu ernähren und irgendwie sich zu betrinken und andere Dinge zu tun. Ich weiß natürlich, es ist ungesund. Und es ist für mich der... Konflikt, den ich irgendwie vergammelte, Speisen zu überwinden, als sie zurückzuweisen. Ich dachte,

Anastasia Zampounidis: du machst jetzt irgendwas Dramatisches. Mein Lebensmotto ist eigentlich, Ich kann nur etwas machen oder ändern, wenn ich es jetzt gut finde. Also dieses Morgen und wie alt ich werde, und auch der Aspekt der Gesundheit ist für mich viel zu abstrakt. Das kann mich mal hier und da motivieren, aber ich weiß, dass ich alles, was ich tue, rein emotional basiert ist. Und das ist gespeist in meinem Unterbewusstsein, was ich ja gerade mit diesem Sofa-Talk erklärt habe, wenn meine zuckerfreie Ernährung sich heute nicht gut anfühlt. Und ich mich aber dafür disziplinieren muss. Oder was verzichten muss oder irgendwas zwingen muss, wird es nicht funktionieren. Und ob ich dann morgen tot umfalle oder nicht, Ganz ehrlich, ist mir egal. Weil es geht mir heute gut. Verstehst du?

Sebastian Krumbiegel: Natürlich, aber trotzdem weißt du ja auch, Es gab doch dieses Experiment von Michael Moore, sich wochenlang nur von Junkfood zu ernähren und dann wirklich auch zuzugucken, wie der Mensch, Wie der Körper sich verändert.

Anastasia Zampounidis: Der Verfall.

Sebastian Krumbiegel: Ätzend und eklig und so richtig widerlich.

Anastasia Zampounidis: Aber dann fühlst du dich ja auch nicht gut, und das zeigt es dann halt auch.

Sebastian Krumbiegel: Das ist eben die Frage, inwiefern du dich auch daran gewöhnst, dass du dich nicht gut fühlst. Ja, okay. Das wäre aber traurig. Natürlich, aber es ist doch so.

Joël Kaczmarek: Ich glaube, das Faszinierende ist, Meine Osteopathin sagt immer, Es gibt ganz viele Menschen, die unglaublich starke Rückenschmerzen haben wegen falscher Ernährung. Und man weiß es nicht. Man denkt ja dann immer, ich sitze zu viel, ich habe meinen Rücken verhoben. Oder so. Und es ist sehr, sehr faszinierend, wie das eigentlich generell, also. Ich habe auch mal komisch gefunden, ich bin ja. Asthmatiker und Asthma und Verdauung spielen auch zusammen, also Darm und Lunge, Da kennt man ja im Leben nicht drauf.

Anastasia Zampounidis: Also eigentlich sagen die Osteopathen ja wirklich, wie es ist. Alles hängt miteinander. Aber dann, du hast Happy Eating, mein neues Buch, Ja, erst gerade bekommen, aber dann solltest du mal, ich weiß nicht, Das vierte oder fünfte Kapitel lesen, da schreibe ich über meine Osteopathin. Da habe ich halt ein paar lustige Sachen miterlebt.

Joël Kaczmarek: Das klingt so ein bisschen nach Kräuterhexe bei dir. Ich glaube, die ist im ersten Buch schon erwähnt, oder?

Anastasia Zampounidis: Ja, die habe ich auch schon mal erwähnt, genau.

Joël Kaczmarek: Ist die so ein bisschen alternativ?

Anastasia Zampounidis: Die ist natürlich alternativ. Die ist meine Heilpraktikerin, Die ist auch Meditationslehrerin, Praktizierende Buddhistin. Also, die ist schon ein Freak, aber ich finde die voll normal. Ich bin halt sehr offen. Der Wissenschaft und auch den Freaks gegenüber. Und es hängt halt alles zusammen. Und was ich am Tollsten fand, ist, dass die Ernährung wirklich über mein Gemüt entscheidet. Ich war ja früher jetzt auch kein hochgradig depressiver Mensch. Aber ich hatte schon depressive Verstimmungen. Und ich habe auch mal grübeln können. Und das mache ich nicht mehr. Ich mache es einfach nicht mehr.

Sebastian Krumbiegel: Ich merke es am kleinen, so, wenn ich wirklich manchmal so einen widerlichen Heißhunger habe und auf der Autobahn bin. Und dann wirklich mal bei einer Fastfoodkette anhalte und mir wirklich irgendwie sowas reinziehe, dann ist das so ein kurzer... Mini-Genuss, den ich habe und kurz danach denke ich, was war denn das jetzt? Und ist das nicht eklig gewesen? Und da denke ich dann, mach es einfach nicht mehr.

Anastasia Zampounidis: Aber der Tag wird kommen, an dem du es nicht mehr machst. Also lass es Hundertmal noch passieren, beobachte es, verurteile es nicht, sondern frag dich Mal so, warum mache ich das jetzt eigentlich?

Sebastian Krumbiegel: Vor allem mit dem Wissen, dass es danach scheiße, war. Genau.

Anastasia Zampounidis: Irgendwann war ich wieder auf dem Weg in die Küche, vom Sofa kommend. Und ich bin mit... Mitten auf dem Weg angehalten. Zum Glück ist der Weg in die Küche bei mir sehr lang.

Sebastian Krumbiegel: In Deinem Schloss vom Westflügel. In dem vom Westflügel.

Joël Kaczmarek: Eine halbe Stunde später.

Anastasia Zampounidis: Sagt die Griechen, die ja gut. Ich sage jetzt kein griechischen Witz mehr über Pleite sein, also auf jeden Fall. Auf halbem Wege bin ich stehen geblieben und habe zum ersten Mal daran gedacht. Wenn du das jetzt tust, wirst du dich danach schlechter als richtig fühlen, obwohl du denkst, dass es dir gerade nicht gut geht? Und dieser Tag war wirklich quasi, also ich, ich habe, glaube ich, dann oben irgendwie so die... Die Decke ging auf und ein Lichtstrahl kam von oben. Und ich fühlte mich erleuchtet. Das war für mich, die ja wirklich emotionale Esserin war, sensationell. Und jetzt gibt es halt hier und wieder mal eine Dattel mit Schokolade und Sesam als Belohnung. Und dann schieße ich durch die Decke, freue mich. Aber das war's. Kein Trostessen, kein nichts.

Joël Kaczmarek: Jana, Die Frage ist ja immer, was ist das Motiv dahinter? Also, ich ertappe mich auch dabei. Dann kommt immer mein Osteopathen. Herr Joël Kaczmarek, Warum müssen Sie denn immer so große Portionen essen, und warum muss das denn auch mal zucker sein? Was ist denn der Grund, dass Sie das tun? Haben Sie sich das Mal gefragt? Und dann denkst du so, Blöde Kuh, war das rhetorisch?

Anastasia Zampounidis: Voll die Psycho.

Joël Kaczmarek: War das eine rhetorische Frage? Kriege ich jetzt noch die Antwort? Und manchmal ist ja so eine der Antworten, die ich gefunden habe, ist so, sich spüren. Ich habe aber noch nicht den zweiten Teil verstanden, Warum will man sich denn spüren? Also beim Sport ist es bei mir auch manchmal so, Ich mache dann Sport und dann im nächsten Tag, so, fuck, Wie komme ich aus dem Bett wieder raus? Und dann meint meine Frau immer, ja, hast du wieder doll. Sport, Man muss sich wieder ein bisschen mehr spüren. spüren. Und ich weiß nicht, was hast du denn für dich? So entdeckt?

Anastasia Zampounidis: Du spürst dich eben nicht, das ist der Punkt. Also ich hatte den Aha-Effekt, dass ich quasi von hier, also vom Hals an, das, was unten abgeht, nicht mehr wirklich spüre. Sprich, Wann habe ich Hunger, wann bin ich satt? Das habe ich nicht mehr mitbekommen. Ich hatte ja nur noch Appetit. Und es ist, glaube ich, so ähnlich, wie wenn man Gesangstraining oder Sprecherziehung oder Schauspielunterricht hat. Man lernt ja anders zu atmen. Du atmest also in Areale, vielleicht auch Zwerchfell, Das ist ja ein Bereich, der vorher nie beatmet wurde.

Sebastian Krumbiegel: Bei mir ist das mittlerweile sozusagen normal. Genau, genau.

Anastasia Zampounidis: Aber Menschen, die das neu lernen, haben ja wirklich emotional und Psycho. Erlebnisse, wo Sie sagen, ich entdecke und erlebe mich gerade neu. Die spüren also über den Körper sich selbst wieder anders. Wir sind eine Einheit. Und ich habe dann irgendwann angefangen, die Signale meines Körpers wahrzunehmen. Und alles, was mein Körper mir jetzt sagt, höre ich und tue ich, ohne es zu hinterfragen, weil ich weiß. Er ist am Start. Er weiß immer alles besser. Ich verneige mich vor meinem kleinen, feinen Körper. Ich bewundere ihn, was er täglich macht und liebe ihn abgöttisch. Und vorher habe ich ihn nicht gespürt. Und das ist halt der Punkt. Wenn du Gift zu dir nimmst, spürst du deinen Körper nicht. Aber auf dem Körper finden ja ganz viele Emotionen statt. Also die TCM hat das ganz schön auch, erklärt. Das habe ich ja... TCM? Traditionelle chinesische Medizin?

Joël Kaczmarek: Achso, okay,

Sebastian Krumbiegel: alles klar.

Anastasia Zampounidis: In all meinen Büchern ja. Den Zusammenhang zwischen inneren, Organen und Emotionen. Also, es gibt aber auch so alte deutsche Sprüche. Es schnürte ihm die Kehle vor. Angst zu. Oder es schlägt ihm auf den Magen. Es geht mir an den Kloß im Hals. Genau, das klingt jetzt so nach lustige, altmodische Sprüche, Aber die haben ja irgendwo ihre Begründung. Also, das ist gar nicht mal, so, verkehrt. Und wenn du den Körper vergiftest durch Stoffe, die aus dem Labor kommen, kommen, künstlich hergestellt werden. Und dann Anfängst, aber natürlich dich zu ernähren, Spürst Du den Körper, und Du wirst wirklich neu geboren.

Joël Kaczmarek: Ja, das Lustige ist...

Anastasia Zampounidis: Gepriesen sei der Herr Halleluja. Kannst du mal deine Orgelfunktion nochmal anmachen?

Sebastian Krumbiegel: Mach doch mal irgendwas Dramatisches. Wie geht denn hier die Orgel? Da gibt es irgendwo so einen Knopf, glaube ich. Wir müssen dazu sagen, wir haben jetzt seit heute ein, Warte mal hier, Strings, Vibraphone, Gitarre, Church-Orgel.

Joël Kaczmarek: Meine Damen und Herren

Anastasia Zampounidis: Halleluja. Gepriesen sei der zuckerfreie Herr. Hier spricht Guru Anastasia ist das Geil Oh, I love it.

Joël Kaczmarek: Ich komme hier öfter vorbei. Ich wohne ja in der Nachbarschaft.

Sebastian Krumbiegel: Ich wusste gar nicht, dass wir mittlerweile so einen kleinen Gottesdienst-Slot im Podcast haben.

Anastasia Zampounidis: Oh, toll. Kennt Ihr diese Preacher aus dem amerikanischen Fernsehen? Ja, ja. Ach, ich will das jetzt auch.

Joël Kaczmarek: Ja, aber weißt du, Das Lustige ist immer, Ich habe gerade meinen Vater im Ohr. Der kommt immer an und sagt, Junge, was willst du eigentlich? Ich ernähre mich nur von Döner, Tiefkühlpizza, Rauche wie ein Schlot, Ich saufe ab und zu mal Alkohol, ich kiffe, mir geht es wunderbar, ich habe doch gar nichts. Und meine Osteopathin meinte immer, ja, Herr Joël Kaczmarek, Vielleicht ist Ihr Vater auch zu. Der merkt gar nichts mehr. Also die sind dann sogar wirklich resistenter, weil der Körper kann gar nichts mehr aufnehmen. Mein Vater sagt dann immer so liebevoll, Er desinfiziert sich von Innen und Räucherwerk kann nicht schlecht werden. Das finde ich schon lustig, muss ich ihm lassen.

Anastasia Zampounidis: Also, wenn mir jemand sagt, er isst Zucker und es geht ihm gut, dann fällt mir auch nicht viel dazu ein. Dann sage ich, weitermachen. Also ganz ehrlich, es geht doch darum, wie es dir geht. Aber es gibt immer mehr Menschen, Die haben so chronische Alltagsbeschwerden. Ob das jetzt schlechter Schlaf, ist, Schlechte Haut. Frauen haben einmal im Monat Schwierigkeiten, Man hat halt depressive Verstimmung, man isst mehr, als man eigentlich will, Man hat fünf Kilo Übergewicht, Die Haare werden ganz schön, schnell grau, etc. Dann bin ich da und sage, ja, eventuell hätte ich da was für dich, Aber wenn es dir gut geht, mach weiter. Also wenn du immer wieder mal gerne exzessiv trinkst.

Sebastian Krumbiegel: Das wollte ich vorhin fragen, ob dir das nicht irgendwie in irgendeiner Weise fehlt, also diese Art von Exzess oder von...

Anastasia Zampounidis: Ja, aber ich hab dir doch gerade gesagt, was mir passiert, wenn ich Schokolade, Dattel und gerösteten Sesam esse.

Sebastian Krumbiegel: Okay, das ist dann dein Exzess.

Anastasia Zampounidis: Wenn ich durch die Decke schieße, dann ist das doch eine Sensation für mich. Boah,

Sebastian Krumbiegel: Ich hab mich gestern wieder mit stillem Wasser besoffen, das war so geil. Total der Rausch, VolL DER Flash, ja.

Anastasia Zampounidis: Also Der Homo Sapiens Sapiens ist nicht dafür gemacht, mit Verzicht durchs Leben zu gehen. Er kann es nicht. Ich kann es auch nicht. Ich lasse es wirklich Krachen auf einer Party und Trinke Apfelschorle. Das ist für mich, ich lasse es voll. krachen. Die Sache ist halt wirklich die, Wo kommst Du her, was hast du für eine Einstellung. Die Leute trinken, sekt, und ich trinke auch aus dem Sektglas meine Apfelschorle. Und die merken gar nicht, was ich da trinke, und ich bin genauso lustig drauf. Also, worum geht's hier eigentlich?

Sebastian Krumbiegel: Du hast noch den Entertainment-Faktor, dass du guckst, wie die anderen langsam ihre Kontenanz verlieren. Genau,

Anastasia Zampounidis: und ich kann schön filmen und Fotos machen, und sie erpressen danach. So verdiene ich mein Geld. Aber du hast doch auch Kinder, ne? Wie alt sind die? Oder redest du nicht so? Ich rede eigentlich in der Öffentlichkeit nicht so richtig um meine Schule.

Sebastian Krumbiegel: Nein, nein, nein.

Anastasia Zampounidis: Okay, gut. Dann essen Sie ja eh, selbstständig.

Joël Kaczmarek: Aber das ist schon faszinierend, da hast du einen validen Punkt. Mein Sohn, also der kommt bald in die Schule. Und ich finde es faszinierend, wenn du ihm so einen Teller hinstellst, mit zu essen, wo du denkst, fuck, lecker. Oder so ein Döner oder so mal sein Highlight. Und der ist halt fertig und legt das hin. Also der hört einfach auf. Und das kann auch Schokolade sein. So musse Schokolade, wo du denkst, Ich habe so oft Situationen, da habe ich geiles essen und denke, ich merke, ich bin satt. Aber es ist so lecker, und ich esse es so selten. Ich will nicht aufhören, aber ich sollte eigentlich. Ja,

Anastasia Zampounidis: weil entweder Zucker drin ist, Aromen, Farbstoffe, Konservierungsstoffe oder Geschmacksverstärker. Das verführt dich zum Mehressen.

Joël Kaczmarek: Meinst du, es sind nur diese bösen Sachen?

Anastasia Zampounidis: Was denn sonst?

Joël Kaczmarek: Ja, das kann sein. Ich überlege gerade, Manchmal ist das so ein Block House-Steak und ich glaube, da ist mehr Geschmack drin, als sonst Was in den ganzen Fettwanderern.

Anastasia Zampounidis: Spazielein. Und bei Kindern kann man wirklich beobachten, die hören auf zu essen, wenn die satt sind. Und das geht verloren durch diese Stoffe. Warst du früher eigentlich auch schon mucklig?

Sebastian Krumbiegel: Ja.

Anastasia Zampounidis: Als Kind?

Sebastian Krumbiegel: Immer schon.

Anastasia Zampounidis: Wie kam es? Was hast du denn da gemacht? Du hast schnell gegessen. Du hast wahrscheinlich, weil du in der Schule nur 15 Minuten hattest, doppelt so viel gegessen. Ich weiß es wirklich nicht,

Sebastian Krumbiegel: aber ich glaube schon, dass gewisse Sachen auch durchaus erblich sind.

Anastasia Zampounidis: Aber es sind nur 20 Prozent.

Sebastian Krumbiegel: Die reichen.

Anastasia Zampounidis: Mama und Papa waren auch gut bei der Sache. Meine Mama auf jeden Fall,

Sebastian Krumbiegel: nach wie vor, alles gut.

Anastasia Zampounidis: Aber die alten Chinesen sagen, dass es das nicht gibt. Es gibt kein Übergewichtsgen. Das ist eine schöne Ausrede. Und wenn ich mir meine alten Tanten und Omas und alle Angucke in Griechenland, Die sind alle übergewichtig, Das ist halt diese zwischen den Zwei Weltkriegen geborene Generation, 80 und älter, Dann habe ich dieses Gen definitiv und gucke mich an. Ich habe damals zwei Kleidergrößen verloren, ohne zu hungern, innerhalb vom ersten Jahr und bin jetzt 51 und halte das und Hunger nicht. Das ist schon für unsere Gesellschaft eine Sensation.

Joël Kaczmarek: Ein schönes Bild, das mir in den Kopf kommt, Ich war mal beim Blutabnehmen und bei meinem Hausarzt ist immer die gleiche, die mit dem Blutabnehmen, Janine, Die ist super, die ist total nett und so ein, da ist man irgendwie empathisch. Wenn man Leuten, glaube ich, Eine Nadel in den Arm piekt, Tag, ein, Tag aus, Dann setzt man sich mit denen auseinander. Und da haben wir über eine Verwandte von mir gesprochen, die sie auch kennt. Und die meinte, Guck, mal, die ist halt, so dick, Die hat sich einen Schutzpanzer angefressen. Und das fand ich ein schönes Bild, dass man innerlich seelisch verletzlich ist und irgendwas einem zusetzt. Dickes Fell. Ja, und man legt sich Schutzschichten zu. Ja,

Anastasia Zampounidis: ist ein gutes Bild, ja.

Joël Kaczmarek: Und ob es manchmal bei dem einen Frust ist oder Angst, oder Trauer, oder so, Das ist ja dann ganz... unterschiedlich.

Anastasia Zampounidis: Und das Letzte, was mir einfallen würde, ist zu so einer Frau zu gehen und zu sagen, hör mal auf damit. Ich meine, du musst ja auch immer einen Menschen da abholen, wo er ist. Wenn du jemandem etwas nimmst, was ihm quasi so das letzte Seil im Leben ist, dann ist das noch dümmer als alles andere. Du musst halt immer gucken, wo steht ein Mensch? Und wie bereit ist er überhaupt? Und wie stark ist er? Das ist nicht ohne. Aber ich sehe zwar nicht so aus, aber ich bin wahnsinnig empathisch. Ich kann fühlen, was andere fühlen.

Joël Kaczmarek: Wieso sollst du nicht so aussehen? Warum siehst du nicht so aus?

Anastasia Zampounidis: Nur weil ich so wildes Temperament habe. Das Macht, glaube ich...

Joël Kaczmarek: Da denkt man, dass man mehr sendet als empfängt. Genau,

Anastasia Zampounidis: dass ich mehr extrovertiert als andere bin, dass ich so egoistisch und Party und ach. Keine Ahnung. Was für Vorurteile es gibt, Aber ich bin wahnsinnig sensibel. Da lachen sie?

Sebastian Krumbiegel: Ne, komm, WIR schmunzeln, Wie sagt man, bewundernd. Ich habe gerade über, ob ich, also? Ich glaube, und mir wird immer oft nachgesagt, dass ich wirklich Probleme habe. Mit Empathie. Also ich versuche empathisch zu sein, wirklich, aber ich bin, glaube ich, wirklich auch ein ziemlich selbstbezogenes... Stück.

Anastasia Zampounidis: Ja, aber da bist du ja nicht alleine als Künstler.

Sebastian Krumbiegel: Das ist immer eine gute Ausrede.

Anastasia Zampounidis: Ja, aber ich, meine, Dafür macht ihr halt andere Dinge. Also Du wirfst dich ja raus in der Öffentlichkeit. Das würde sich ja ein normaler Mensch auch nicht trauen. Also, da scheinst du ja auch, einen Panzer zu haben und zu sagen, ich nehme das in Kauf, Gegenwind zu kriegen. Ich denke, du kriegst auch Gegenwind.

Sebastian Krumbiegel: Unbedingt, ja. Siehst du,

Anastasia Zampounidis: Du äußerst dich politisch. Ganz ehrlich, Dann sei doch egozentrisch dabei.

Sebastian Krumbiegel: Wie gesagt, ich darf es nicht als Freibrief nehmen. Nein. Und ich versuche natürlich auch, diesbezüglich an mir zu arbeiten. Bravo.

Anastasia Zampounidis: Und das in deinem fortgeschrittenen Alter. Ich bin beeindruckt.

Sebastian Krumbiegel: Vielen Dank für die Kompliment.

Anastasia Zampounidis: Wie alt bist du eigentlich?

Joël Kaczmarek: Was schätzt du denn?

Anastasia Zampounidis: Nach Stimme würde ich 22 sagen, aber ein paar Nachfalten hast du. 32, 35 maximal.

Joël Kaczmarek: 36, wird jetzt 37.

Anastasia Zampounidis: Läuft. Also quasi könnte er unser Kind sein.

Sebastian Krumbiegel: Genau, genau. Der kleine Joël.

Joël Kaczmarek: Der kleine Joël in Småland möchte mit abgeholt werden.

Anastasia Zampounidis: Der kleine Joël möchte spielen.

Sebastian Krumbiegel: Genau, bitte ins Bällebad kommen.

Joël Kaczmarek: Ich überlege gerade noch, was du gesagt hast, mit dem du bist nicht empathisch. Ich glaube, ich würde dich da nicht unterstreichen. Als Gregor Gysi hier meinte, das fand ich ganz geil, das stand da so neben uns, wir machen Selfiefoto, Meinte er, Jungs, sind wir doch jetzt mal ehrlich. Leute wie wir, die gerne irgendwie auch das Rampenlicht suchen, Das ist doch immer die Frage. Wir haben alle Eitelkeiten, Aber beherrscht die Eitelkeit uns oder beherrschen wir die Eitelkeit? Und was ich gerade so dialoghaft hatte, hat mich an meine Schulzeit erinnert, als meine Eltern sich geschieden haben. Jetzt mache ich mal hier mal die emotionale Kiste auf. Ich bin in eine andere Schule gekommen und wurde tagtäglich irgendwann verdroschen, weil ich so eine große Klappe hatte. Vor dem Herrn. Und irgendwann, also, es ist im Leben, glaube ich so, wenn du eigentlich unsicher und verängstigt bist, gibt es zwei Wege, finde ich. Flucht nach hinten oder Flucht nach vorne. Und ich habe mich für Flucht nach vorne entschieden. Ich habe dann irgendwann angefangen, zu sagen, gut, wenn du Sie mit dem Körper qua Überzahl nicht schlagen kannst, mach es mit dem Geiste. Und mich dann auch etabliert auf dem Weg. Und vielleicht ist es ja bei dir auch ein bisschen so, dass man dann gerade den Weg nach vorne sucht. Also genau da hinten, bekannt, wird mir immer gesagt.

Sebastian Krumbiegel: Ich konnte es weder körperlich noch geistig, um es mal so zu sagen. Aber stimmlich. Mit Entertainment Wett zu machen, sozusagen. Auch schon als ganz kleiner Stöttchen? Ja, schon irgendwie immer so ein bisschen der Kasper gewesen und irgendwie mich damit auch in den Vordergrund gespielt. Also klar. Ja,

Anastasia Zampounidis: aber du wirkst so sympathisch. Also, ich kann mir gar nicht vorstellen.

Sebastian Krumbiegel: Das scheint nur so.

Anastasia Zampounidis: Also, du kannst auch nett sein. Hey. Heute.

Sebastian Krumbiegel: Nein, du, Ich bin schon empathisch. Ich versuche schon empathisch zu sein. Und ich weiß nur, dass es eben auch eine Schwäche ist. Natürlich, du hast es eben selbst gesagt. Wer auf eine Bühne geht, der ist erstmal hier. Muss er auch. Guck mal hier. Und natürlich muss das so sein, aber es darf, wie gesagt, kein Freibrief sein. Und ich versuche schon, und das möchte ich mir wirklich auch zugestehen, Ich versuche schon, mich zu hinterfragen und an mir zu arbeiten. Und gerade, weil du sagst, Gegenwind kriegen. Natürlich kannst du immer ganz leicht sagen, ja, wenn ich Gegenwind kriege, checken die Leute nur nicht irgendwie, dass sie das nicht checken, dass sie irgendwie nicht auf der richtigen Seite stehen. Oder wie auch immer. Aber ich will für mich auch nicht in allen Belangen irgendwie in Anspruch nehmen, dass ich auf der richtigen Seite stehe. Natürlich weiß ich in einigen Dingen, dass ich auf der richtigen Seite stehe. Wenn ich mit irgendwelchen Leuten, die definitiv schräg drauf sind und eben menschenverachtend rassistisch scheiß erzählen, dann weiß ich, dass ich da auf der richtigen Seite stehe. Aber es gibt noch so viel mehr. Und manchmal stehe ich nicht auf der richtigen Seite. Und ich glaube, erst mal das selbst zu checken, ist der erste Weg, um mit sich und seinem sozialen Umfeld klar zu kommen.

Anastasia Zampounidis: Das wollte ich gerade sagen. Ich denke mal, dein Privates Umfeld, da müsstest du dich drum kümmern, dass Du da auch empathisch bist. Weil die Leiden ja dann am meisten drunter, würde ich mal sagen. Und zweitens finde ich es ganz wichtig, Wer einen kritisiert. Also von wem kommt denn Gegenwind? Weil manchmal hat der Gegenwind rein gar nichts mit dir persönlich zu tun. Das stimmt. Also bei mir geht das manchmal so, wenn mich jemand irgendwie angeht mit diesem zuckerfreien Thema, wo ich sofort merke, hier geht es nicht um mich. Und hier geht es auch gar nicht um das Thema zuckerfrei. Da fühlt sich jemand getriggert.

Sebastian Krumbiegel: Genau, ein ideologisches Ding, irgendwie. Ja,

Anastasia Zampounidis: da hat jemand seine eigene Baustelle und projiziert das gerade auf mich. Das ist jetzt hochgradig. psychologisch, ich weiß, aber das spüre ich sofort. Aber es gibt Leute, die haben eine ganz sachliche Frage oder einen Kritikpunkt, und das finde ich interessant. Und da wiederum finde ich es gut, weil wenn du in deinem Leben keinen Spiegel mehr vorgehalten, bekommst, Kannst du dich ja, so dermaßen in blinde Flecken verirren. Das ist ja langweilig. Ich will SpiEgel vorgehalten, bekommen, aber von Menschen, von denen ich weiß. Dass sie es ehrlich meinen und mir nichts böses wollen. Und die, die halt irgendwelche Motivationen haben, die nichts mit mir zu tun haben, ganz ehrlich.

Sebastian Krumbiegel: Solange es konstruktiv ist oder solange es in irgendeiner Weise ehrlich gemeint ist. Wenn mich nur jemand irgendwie färbig machen will, nö, dann rennt er bei mir echt irgendwie gegen den Rand. Ja,

Anastasia Zampounidis: wir haben anderes zu tun. Also, ich habe ja auch noch ein Leben.

Joël Kaczmarek: Aber da gibt es einen Namen für in der Führungswissenschaft sozusagen. Also, wenn man über Teamführung nachdenkt, dann nennt man es ein Derailer. Also, es ist ein Derailer für manche Leute.

Anastasia Zampounidis: Wie schreibt man das?

Sebastian Krumbiegel: Was heißt das?

Joël Kaczmarek: Rail von zu China. R-A-I-L-A. Derail, also Entgleisung. Es entgleist mich, was du sagst. Ich deraile. Es gibt sozusagen... Krass,

Sebastian Krumbiegel: Was man hier alles lernt. Hallo Deutsch,

Anastasia Zampounidis: hier in Ossi und in Griechen. Hallo.

Joël Kaczmarek: Ja, und wie soll man sagen, man kann so Teamstudien anlegen. Dann gibt es sowas wie, Jeder hat eine Farbe, Rote Farbenregeln, so, gelbe, so. Und dann redet man über seine Derailer. Und dann sagen manche, ey, mich derailt es total oder mich entgleist es total. Wenn man immer zu spät kommt oder wenn jemand nicht ehrlich ist. Oder es gibt ja, bei jedem Sowas oder Wertschätzung fehlt mir. Und ja, das kann ich mir vorstellen, dass bei so einem Thema dann halt irgendwas ist. Bei meinem Vater ist das zum Beispiel Bioläden. Der kommt immer zu mir an aus heiterem Himmel und erzählt mir, warum ich doch bei Lidl kaufen sollte. Im Bioladen gibt es doch auch schlechtes, Gefälschtes Fleisch. Und dann sehe ich mich da und denke so, okay, also, vielleicht muss ich mal merken, wie du das sagst. Da geht es ja nicht um mich. Ich liebe meinen Papa, aber über Bioladen, was Lidl das Gespräch sagt.

Anastasia Zampounidis: Er hat nicht komplett Unrecht, weil mir mal eine Frau gesagt hat, Sie geht nur im Bioladen einkaufen. Und meinte, Sie ernährt sich deswegen gesund. Und ich so, ja, aber was genau machst du denn? Und Sie so, ja, ich kaufe im Bioladen einen. Verstehst du? Also, die hat schon den richtigen Ansatz, aber ist komplett unreflektiert. Aber du kannst natürlich im Bioladen stark verzuckerte, versalzende und verfettete und zu viel rotes Fleisch. Und weiß, was ich alles. Das hat die nicht so gesehen. Also im Grunde, Es ist nie schwarz oder weiß. Du musst immer gucken. Was sache ist.

Joël Kaczmarek: Ich finde auch bei Apotheken zum Beispiel, Ich habe immer gedacht, wenn ich ein Shampoo in der Apotheke kaufe oder eine Zahnpasta oder sowas, dann ist das sozusagen. Highest of the highest und by far, it's not. Also wenn ich mir so die PEG-Stoffe in irgendwelchen Duschgels da angucke, fällst du und ohnmacht.

Anastasia Zampounidis: Es ist ja ein Wirtschaftsunternehmen. Apotheken machen Geld.

Joël Kaczmarek: Aber sage mal...

Sebastian Krumbiegel: Bioläden auch, um es mal jetzt zu sagen. Klar,

Joël Kaczmarek: aber ich weiß ja, was sache ist.

Sebastian Krumbiegel: Ich gehe ja hier nur mit Lupe einkaufen. Natürlich, natürlich.

Anastasia Zampounidis: Ich kann euch ja mal meine iKarfs-Liste nachher zeigen.

Sebastian Krumbiegel: Zum Beispiel, wo ich kein Junkie bin, sind wirklich... Medikamente. Also ich nehme nie Kopfschmerztabletten oder sowas. Sehr gut.

Joël Kaczmarek: Du trinkst lieber einen Wodka. Du machst lieber Kopfschmerzen als die.

Sebastian Krumbiegel: Sag, mal, so, ich krieg, sie, glaube ich gar nicht erst. Wirklich? Ja, wirklich.

Anastasia Zampounidis: Das ist aber ein gutes Zeichen.

Sebastian Krumbiegel: Das denke ich auch und deswegen, ach komm, ich mach einfach so weiter.

Anastasia Zampounidis: Mach Doch was du willst, ist mir doch egal. Ich hab anderes zu tun, als mich, um deinen Diätplan zu kümmern. Nein,

Sebastian Krumbiegel: ich hab mich da gerade so drauf gefreut. Und wie gesagt, ich werde jetzt auch gerade wieder angestupst.

Anastasia Zampounidis: Von?

Sebastian Krumbiegel: Von dir. Ach, von mir? Ich dachte von deiner Frau. Nee, nee, nee. Also auch, aber natürlich irgendwie jetzt, gerade in diesem Gespräch.

Anastasia Zampounidis: Aber grüß mal deine Frau. Wir sind an der Sache dran. Sie von der einen Seite, ich von der anderen flankiert.

Joël Kaczmarek: Er hat ja ein bisschen, da kann man ja.

Anastasia Zampounidis: Da kann man, ja, ja.

Joël Kaczmarek: Sage mal, bevor ich dir noch ein Paar unserer Nutzerfragen stelle, die bei uns auf Instagram gestellt wurden. Eine letzte habe ich noch, die mich gerade bei dem Themenkomplex noch beschäftigt. Ich lese sowas im Kopf immer gerne ab. Wie schaffst du es denn, bei All deinem wissen nicht missionarisch zu werden? Weil ich finde, manchmal ist Ja, wissen dann auch eine Last.

Anastasia Zampounidis: Du formulierst die Frage so, als ob das jetzt schwierig wäre. Ja,

Joël Kaczmarek: ich finde das unfassbar schwierig. Ja, wenn ich sachen, weiß.

Anastasia Zampounidis: Dann willst du sie weitertragen. Nee, ich gar nicht.

Joël Kaczmarek: Eine Restaurantsituation mit meiner Mutter. Wir waren beim Kroaten. Dann gibt es ja diese Pljeskavica oder wie man das ausspricht. So ein großes Stück Fleisch. Und dann lässt sie sich so ihren Gewürzketchup kommen. Das ist ihr Highlight. Und dann haut die sich den Ketchup auf dieses Ding. Und haut nochmal. Der Teller war schon. Also, no kidding. Es war wirklich.

Anastasia Zampounidis: Ach, herrlich.

Sebastian Krumbiegel: Es schwamm.

Anastasia Zampounidis: Ja.

Joël Kaczmarek: Und ich habe genau gewusst, ich habe gesagt, sag es nicht,

Anastasia Zampounidis: du hast es gesagt.

Joël Kaczmarek: Weißt du eigentlich, wie viel Zucker du Dir da mit reindrückst, was du da gerade isst? Und dann war es halt echt vorbei, da war die echt sauer. Und ich verstehe es auch, weil es ihr den Genuss irgendwie verhagelt hat. Genau,

Anastasia Zampounidis: die Arme.

Joël Kaczmarek: Und dann dachte ich, okay, das wusste sie, glaube ich eigentlich selber, Aber es war so Ihr Cheating-Moment oder was auch immer. Naja,

Anastasia Zampounidis: Man fühlt sich ja auch so ertappt in seiner Schwäche. Das möchte man ja auch nicht, weil wir haben ja alle, unsere Schwächen. Hand aufs Herz, Wir sind alle süchtig. Ich sage nur hier Smartphone, Internet, social Media. Bingen, Serien gucken, was weiß ich. Nicht alle sieht man halt gleich, so, Aber wir haben alle unsere Süchte. Deswegen sich über einen anderen zu stellen, ist schon sehr anmaßend. Also, ich halte mich schon für toll, ja, aber ich gehe nicht rum und denke, ich bin toller, als du und du. Und das wäre schon ein Teil, wenn ich jedem sagen würde, was er falsch macht, weil ich nicht denke, dass ich alles weiß. Und ich weiß auch nicht, dass das, was ich denke, richtig ist oder falsch ist. Am Ende ist es so, wie Aristoteles gesagt hat, oder war es Sokrates? Einer von den beiden. Also einer meiner Großväter.

Sebastian Krumbiegel: Einer deiner Kumpels, genau.

Anastasia Zampounidis: Ich weiß, dass ich nichts weiß. Also, ich bin nicht Gott. Ich weiß nicht, was die absolute Wahrheit ist. Meine Wahrheit weiß ich, Aber ob die jetzt für andere auch gültig ist, weiß ich nicht. Und dann kommt hinzu, dass ich zehn Jahre ja alleine war, mit dieser zuckerfreien Ernährung. Und ich habe Auskunft gegeben, wenn ich gefragt wurde, wenn jemandem, was auffiel. Aber Zeit und Energie. Ist ein ganz, ganz wichtiges Gut. Und wenn ich die verschwenden würde für Menschen, die mich gar nicht danach fragen, dann könnte ich ja den Menschen nicht helfen, die um Hilfe bitten. Also was ist effizienter am Ende des Tages? Ein Strich ziehen, Was steht da drunter? Wie schaffe ich es, mehr, im Leben etwas zu erreichen? Indem ich Leute, konfrontiere und missioniere, was ich als 16-Jährige Umweltthemen in den 80ern gemacht habe. Oder ich helfe denen, die um Hilfe bitten, und da schaffe ich halt am Ende des Tages viel mehr. Und deswegen schaffe ich das auch. Ich halte mich nicht für Gott, ich habe ein Leben, Ich möchte Dinge bewirken und ich bin lieber effizient, als dass ich mir den Mund fusselig rede. Und Live and let live. Ich möchte nicht, dass jemand zu mir kommt und sagt, du musst. Schweinshaxe essen, das ist gesund für dich. I don't care, Das interessiert mich nicht, was der sagt. Insofern mache ich das auch nicht. Also, ich finde es überhaupt nicht. Nicht schwierig, ganz im Gegenteil.

Joël Kaczmarek: Da muss ich jetzt nochmal nachhaken, weil dann lerne ich, glaube ich, von dir Unmengen. Also Ratschläge sind auch Schläge und so, und man erhöht sich, Fair point. Aber geht's dir, wenn du in Berlin wohnst, nicht manchmal so, Du läufst durch diese Straßen. Und manchmal frage ich mich, von was? Für Pennern bin ich eigentlich umgeben? Die lassen ihren Müll fallen, die machen dir irgendwie, weiß ich nicht, Kratzer ins Auto, fahren weiter, Die bringen Ihre Kinder in die Kita, haben die Mundschutz nicht auf, die sind irgendwie gemein. Zu Ihrem Nachwuchs, die, weiß ich nicht, die Hunde kacken hin, Sie machen so viel Sachen.

Anastasia Zampounidis: Also Spazilein, so. Ich sag dir jetzt mal was. Dieses Buch, was du gerade hier auf den Schreibtisch bekommen hast, konntest du noch nicht lesen? Da ist eine Liste drin. Da sind Nahrungsmittel drauf. Wenn du die regelmäßig isst, produziert dein Gehirn Serotonin. Das ist mir alles egal,

Joël Kaczmarek: sozusagen, meinst du.

Anastasia Zampounidis: Dazu brauchst du die Vorstufe Tryptophan. Und die sind zum Beispiel in Quinoa, in Kurkuma schon mal gegessen?

Joël Kaczmarek: Nee.

Anastasia Zampounidis: Noch nie?

Sebastian Krumbiegel: Ich hab's noch nicht mal, gehört.

Joël Kaczmarek: Du hast noch nie Quinoa gegessen?

Sebastian Krumbiegel: Nee.

Joël Kaczmarek: Okay, wow.

Anastasia Zampounidis: So. Wenn jetzt deine Frau zuhört, würden Sie bitte unbekannte... Ach, doch, stimmt,

Sebastian Krumbiegel: stimmt, Habe ich jetzt gerade kürzlich, weil ich irgendwas aß, wo das drin war? Und ich habe sogar gefragt, was das ist, und dann war das das. Doch, war lecker, war übrigens wirklich lecker.

Anastasia Zampounidis: So, also, Wenn deine Frau jetzt zuhört, dann möchte sie doch bitte mal Quinoa und dann noch so eine goldene Milch, Kurkuma, mit Kurkuma, Goldene Milch. Steht alles im Buch drin, schicke ich euch auch zu. Nach Leipzig, ne? Ja. Und wenn du diese Nahrungsmittel regelmäßig isst, hast du so viel Serotonin in deinem Gehirn, Dass Du das zwar wahrnimmst und dass du das auch nicht gut findest, aber du bist emotional, so stabil, Es müsste ein sechsfache Orkan kommen, dass er dich umpustet. Mich kann nichts umhauen. Ich war auch gebeutelt, coronamäßig, Meine ganze Lesetour ist ab... Abgesagt war und ich habe viel Geld verloren. Dieses Jahr, wirklich so, okay. Dieses Jahr kannst du knicken finanziell. Und das hat mich auch die ersten zwei Wochen echt mitgenommen. Und dann habe ich gemerkt, boah, krass. Du lässt dich nicht umhauen. Es ist unglaublich. Und ich sag's dir, das hat, was mit meiner Ernährung zu tun. Also Spazilein, ESS Dich glücklich. Das ist der Hashtag. ESS dich, doch bitte emotional, stabil. Und wenn du fragen hast, kannst du mich jederzeit anrufen. Das ist das Geheimnis. Es ist so einfach. Körper, Seele, Geist ist eine Einheit. ESS Dich glücklich.

Sebastian Krumbiegel: Ich hab noch eine Frage, was auch damit Hand in Hand geht, glaube ich. Weil du vorhin sagtest, wir haben alle, unsere Süchte sozusagen. Ob es jetzt das Handy ist, Ob es irgendwie seriengucken ist, was weiß ich, was. Ist das dann auch eine Art von deiner Seite aus eine Art Suchtverlagerung, die auch eine Rolle spielt? Also, wenn Du sagst, okay, ich mache eben dieses ganze Junkfood-Scheiß nicht mit. Also meine Frage war ja vorhin, wie kommst du eigentlich klar? Ohne Rausch, ohne irgendwelche... Deine Kompensation. Ja, genau, ohne einen Ausgleich.

Anastasia Zampounidis: Das ist eine sehr schlaue Frage, weil es gibt ja Suchtärzte, die behaupten, es ist nur eine Suchtverlagerung. Gibst nichts auf, weil du verlagerst es. Also, ich habe damals zum Beispiel keinen Kaffee getrunken. Ich habe damals dann mit einer Tasse am Tag angefangen. Jetzt bin ich bei dreien. So und dann Ich gebe es zu, ich bin Smartphone und Internet süchtig. Also wenn ich es drei Stunden nicht anfasse, kribbelt es.

Sebastian Krumbiegel: Hohe Bildschirmzeit?

Anastasia Zampounidis: Ja, sehr hoch.

Joël Kaczmarek: Ist Kaffee eigentlich schlecht, mal blöd gefragt? Nein,

Anastasia Zampounidis: nur, wenn du zwei Liter am Tag trinkst und kein Wasser trinkst.

Sebastian Krumbiegel: Jeder Stoff ist giftig, Es kommt nur auf die Dosis an, hat unser Chemielehrer immer gesagt. Nein,

Joël Kaczmarek: wie geil ist das denn?

Anastasia Zampounidis: Weil alle es falsch von Paracelsus zitieren. Es steht in meinem ersten Buch richtig drin, das ist genau richtig. Mensch, Du hast, es erfasst. Er hat nämlich nicht gesagt, die Dosis macht das Gift, sondern alles ist giftig. Allein die Dosis entscheidet, und das ist schon ein kleiner Unterschied. Das heißt nämlich... Dass auch ein Pfefferminzblatt giftig sein kann, Aber wenn du einen in deinen Tee packst, nicht, Aber wenn du ein Kilo zu dir nimmst, ist es giftig. Und das ist schon ein feiner Unterschied. Das finde ich faszinierend. Sehr gut.

Joël Kaczmarek: Also, um mal, wie gesagt, auf ein Paar wie angedroht, Nutzerfragen einzugehen. Ich glaube, Gefühlt haben wir die so halb, aber schon beantwortet. Wie sind wir vielleicht so einfach? Anna.Hamburg2017, Ich glaube, Sie heißt Annabelle, fragt, ob Anastasia schon mal rückfällig geworden ist. Stichwort zuckerfrei. Achso, By The way, alle, die zuhören, Kunst trifft digital auf Instagram. Da sammeln wir immer Fragen. Also bist du schon mal rückfällig geworden beim Thema zuckerfrei?

Anastasia Zampounidis: Seit ich weiß, wie es geht, nicht. Aber ich habe drei Jahre lang versucht, zuckerfrei zu werden, Aber ich hatte keine Ahnung, dass es über 70 Begriffe gibt. Seit ich das weiß, bin ich clean.

Joël Kaczmarek: Was heißt über 70 Begriffe? Für Zucker oder für Zuckerfrei sein?

Anastasia Zampounidis: Für Zucker, genau. Also zum Beispiel Maltodextrin. Das weiß nicht jeder,

Joël Kaczmarek: dass es Zucker ist.

Anastasia Zampounidis: Isoglukose. Also, es gibt ganz, Ganz viele Begriffe für Zucker. Und wenn du die auf der Zutatenliste liest, Aber das Wort Zucker nicht auftaucht, denkst du, ja, kein Zucker drin.

Joël Kaczmarek: Ich hab mich auch gerade, jetzt verstehe ich, was du mit dem Verschiebung meinst. Ich hab, glaube ich, mal mehr Fett gegessen, als ich Zucker aufgetan habe. Na,

Anastasia Zampounidis: wenn es gesunde Fette, sind, Nüsse und Öle. Schön wär's.

Joël Kaczmarek: Kann schon sein.

Sebastian Krumbiegel: Was macht denn dein Zucker? Zuckt er noch? Boah,

Anastasia Zampounidis: der war gut, den merke ich mir. Gut, mehr Fragen.

Joël Kaczmarek: Green Home Base fragt, ob alle von dir benannten gesundheitlichen Vorteile ausschließlich eintreten, wenn man wirklich strikt zuckerfrei bleibt oder ob Ausnahmen bzw. Ersatzprodukte wie zum Beispiel Honig, Birkenzucker und Co. Auch in Ordnung wären.

Anastasia Zampounidis: Also in Ordnung entscheidet man ja selbst. Aber was den Gesundheitsfaktor angeht, ich kann nur sagen, dass der... Körper am Ende der Stoffwechselkette auf Honig, Agavendicksaft genauso reagiert wie auf Zucker. Also wenn du das nur aus gesundheitlichen Gründen machst, ja, und ich esse es auch nicht, weil ich davon ja auch wieder Heißhunger bekommen würde. Und das ist ja mein Hauptgrund, es sein zu lassen.

Joël Kaczmarek: Sabine Müller 2020 Fragt uns, ob du die alten MTV-Zeiten vermisst. Das hat sie immer geguckt.

Anastasia Zampounidis: Ach, wie süß. Ja, alle über 35, ne?

Joël Kaczmarek: Vermisst du das manchmal auch so ein bisschen, diesen Transit, in dem man da ist, diese Medienwelt?

Anastasia Zampounidis: Nee, weil ganz ehrlich, bin. there, done that, abgehakt. Also ich habe wirklich alles mitgenommen. Also, da ist ja kein, hätte ich mal das noch gemacht. Also, ich habe alles gemacht. Ich habe nichts ausgelassen.

Joël Kaczmarek: Na, ich meine, Die gute Frage ist ja, was machst du jetzt eigentlich? Also lebst Du wirklich nur in Anführungsstrichen? Also, das ist ja ein Fulltime-Job, Ich weiß das ja. Aber lebst du von deinen Büchern? Nein,

Anastasia Zampounidis: von Kochbüchern und Sachbüchern kann man glaube ich nicht leben. Es sei denn, Man ist fünf Jahre in der Bestsellerliste. Ich war nur zwei Jahre in der Spiegel-Bestsellerliste mit dem ersten. Nee, dafür müsstest. Du glaube ich wirklich ganz viele Bücher verkaufen. Aber klar, ich habe auch Geld verdient, was ich aber auch wirklich verdient habe, weil da sehr viele Jahre Arbeit drin steckt und Mühe. Ich gehe auf Lesetour. Jeden Winter, die ja dann im März abgebrochen wurde. Und dieses Jahr auch nicht mehr wirklich weitergeführt wird. Ciao. Ab nächstes Jahr wieder hoffentlich. Ich gebe Vorträge, so Gesundheitsmessen. Ich plane jetzt eine YouTube-Kochshow. Dann plane ich einen Podcast, und das kommt alles hoffentlich auch noch in diesem Jahr. Und ich moderiere tatsächlich. Also morgen. Zum Beispiel moderiere ich für eine Naturkosmetikfirma. Also Ich moderiere Events, und im Internet habe ich auch Sendungen moderiert, die halt nicht im Fernsehen sind. Meine letzte Sendung war beim ZDF, Das war eine Verbraucherschutzsendung. Die wurde leider abgesetzt. Vor drei Jahren, was ich sehr schade finde, weil das hätte ich gerne zehn Jahre lang gemacht. Weil Verbraucherschutz, Das liebe ich.

Sebastian Krumbiegel: Klar. Die nächste Frage wäre die dann, also? Unser Podcast heißt Ja, Kunst trifft digital. Inwiefern, also, du hast es eben ja schon angedeutet, irgendwie YouTube-Sendung, Podcast, Inwiefern nutzt du die digitalen Medien, nicht vordergründig, um Geld zu verdienen, aber, um dich zu verwirklichen, um dein Ding zu machen?

Anastasia Zampounidis: Also, ich könnte viel mehr machen, zum Beispiel bei Instagram, Aber ich lebe ganz gerne in der Analogen Welt. Ich sitze nur deswegen, weil ich auch schon über 50 bin. Ich möchte nicht so viel Zeit digital vertrödeln, sag ich jetzt mal. Aber wie ich ja schon gesagt habe, Podcast und YouTube-Kochshow wird kommen. Und das ist ja digital. Aber das ist ja dann auch, Ich bin ja dann mit Menschen. Ich möchte nicht alleine zu Hause sitzen und irgendwas alleine da machen. Das ist für mich nicht das Leben. Das passt auch nicht zu meinem griechischen Temperament. Ich plane auch ein E-Book, was ich als Self-Publisher rausbringe, quasi so als Coach, Sugar-Free-Coaching. Also ich führe dich quasi durch die ersten, drei oder ersten, sechs Wochen und sage dir, worauf du alles achten sollst. Das kommt dann auch. Das wäre dann auch digital. Aber ich müsste eigentlich mehr Foodfluencerin werden. Aber ich glaube, das mache ich, wenn ich dann jemanden habe, der mir hilft, und da habe ich jetzt jemanden gefunden. Und mit der Person zusammen wird auch mehr kommen.

Joël Kaczmarek: Na, ich überlege gerade, so, Wir haben uns ja vor unserer Aufnahme darüber unterhalten, So auch mal Werbekunden für einen Podcast finden. Wir machen ja auch hier und da Werbung. Und wenn ich so nochmal nachdenke, könnte ja für dich fast eher so ein Kanal sein. Es gibt so, Ich habe in meinem letzten Büro, das war so ein Coworking-Space, war eine, die war total heiß drauf auf so eine Australierin, so ein Fitnessmodel auf Instagram, die hat dann so eine Fitnesskurse sozusagen online gemacht und hat sie so ein PDF gehabt. Also eigentlich könnte sich für dich ja anbieten, dass du sagst, ich mache mir hier so ein digitales Portal, da kannst du dich einloggen, Es gibt so ein Monatsprogramm oder mein Programm geht drei Monate. Und dann kannst du das nächste abschließen oder auch nicht.

Anastasia Zampounidis: Tatsächlich schon jemanden geplant. Und der ist dann aber im ausgestiegen quasi, Der hätte das gemacht. Also, da war eigentlich schon viel geplant. Achso, Und ich plane auch Workshops. Ich habe zusammen mit einem Fitness, Nee, nicht. Fitness, Ernährungscoach, Der geht so in den Bereich, wie esse ich mich fit und vital. Und wir machen zusammen. Workshops in Hotels, in Veranstaltungsorten. Da wird dann auch mal gekocht oder zusammen zuckerfrei gegessen. Wir halten Vorträge und da kann man mich natürlich auch bombardieren. Mit Fragen. Und klar, das kostet alles Geld, Aber ich finde, es ist es wert. Und von irgendwas müssen wir ja die ganzen Leute auch bezahlen. Und die Locations und so. Also, es ist sehr viel geplant. Ich habe einfach irgendwann beschlossen. Im Lockdown, Dieses Jahr ist das Planungsjahr. Und ich habe so viel geplant, Mir ist der Kopf explodiert. Klopapier auf der einen Seite, tausend Ideen auf der anderen. Also du, es hat alles Vor- und Nachteile.

Joël Kaczmarek: Ist doch echt Fies bei dir, Du hast gerade gesagt, du bist über 50. Und ich gucke mir in den Händen und den Hals, nicht mal. Die verräterischen Altersstellen sehen bei dir Alt aus. Das ist ja, oder Sebastian, muss man echt mal sagen, die sieht...

Sebastian Krumbiegel: Hammer.

Joël Kaczmarek: Du merkst, wir wollen, dass du nochmal wiederkommst.

Anastasia Zampounidis: Zucker macht alt. Der Prozess nennt sich Glykation. Zucker geht mit Eiweiß unter der Haut eine Verbindung ein und macht Falten. Und ich hatte mit 37 die Lachfalten, die ich jetzt habe, und die sind zurückgegangen und kommen jetzt wieder. Also, statt Botox Sag ich... Zucker weglassen. Nee, Dattel statt Botox. Free the Dattel, Kill the Botox. Ich möchte gern die No-Botox-Botschafterin werden. Kann mir jemand dafür ganz viel Geld geben, bitteschön? Pro Nature.

Joël Kaczmarek: Vielleicht einen Themenkomplex, den wir noch gar nicht angesprochen haben. Ich weiß, ich führe dich jetzt auf Glatteis. Aber ich könnte mir vorstellen, Viele Menschen hören jetzt zu und sagen, hey. Ich trinke doch meine Limonade immer als Light, mit irgendwie Süßstoffen, da ist doch gar kein Zucker drin. Dann bin ich doch voll im Soll. Was antwortest du solchen Menschen? Also gibt es Süßstoffe, Ist das ein adäquater Ersatz oder Sowas wie Stevia und so?

Anastasia Zampounidis: Bitte, bitte, bitte nicht. Es macht nicht nur alt, dumm, krank, Dick und alles. Es ist hochgradig, gefährdet. Es steht im Verdacht, krebserregend zu sein.

Sebastian Krumbiegel: Genau, das darfst du sagen, damit dich nicht. Coca-Cola verklagt zum Beispiel. Genau,

Anastasia Zampounidis: also, ich darf nicht sagen, dass es so ist, sondern es steht im Verdacht. Bitte, bitte. Reduzieren, soweit. Es geht. Es passiert nichts, wenn du mal eine Cola light trinkst, ja? Aber wenn du sieben Tage lang jeden Tag eine trinkst, bist du dann auch schon wieder drauf. Und es hat ganz, ganz schlimme Folgen für dich, Deine Gesundheit, für dein Gehirn, für alles. Bitte, bitte nicht, auch wenn es keine Kalorien hat. Und du kriegst Heißhunger danach. Also, ich könnte meine Uhr danach stellen, wenn ich eine Cola Light trinke. Halbe Stunde später muss ich was essen. Das ist es doch nicht wert.

Sebastian Krumbiegel: Genau wie auch Kaugummi, ne? Gibt es eigentlich überhaupt irgendeinen Kaugummi, den du empfehlen kannst? Ey,

Anastasia Zampounidis: Du stellst gute Fragen. Das werde ich auch fast täglich bei Instagram gefragt. Tatsächlich nicht, aber es gibt Zuckerfreien in Griechenland. Tatsächlich vom Baum abgekratzt. Der Mastikbaum. Kennt Ihr den? Also, das ist so bäh, das kannst du nicht kauen, Aber es wird in Griechenland verkauft. Das schmeckt aber ganz furchtbar. Aber wenn du das brauchst. Was ich entdeckt habe. Im Biomarkt ist Süßholzdrops. Ohne. Zusätze, nur Süßholz. Und es schmeckt tatsächlich Süß. Und statt Kaugummi kannst du das da mal ein bisschen rumlutschen.

Joël Kaczmarek: Da musst du aber, glaube ich, mit Blutdruck aufpassen, ne? Ist das nicht dasselbe, was auch in Lakritze ist?

Anastasia Zampounidis: In welche Richtung denn?

Joël Kaczmarek: Dass du den hochtreibst.

Anastasia Zampounidis: Ach, sehr gut. Ich habe grundsätzlich eher zu niedrig, dann sollte ich da noch mehr von lutschen.

Sebastian Krumbiegel: Süßholz raspeln.

Anastasia Zampounidis: Ein Kapitel in meinem ersten Buch ist auch keine Süßholzraspelei.

Sebastian Krumbiegel: Okay, okay.

Joël Kaczmarek: Man schaut manchmal, wie viele Sprichwörter irgendwie so bedeuten.

Anastasia Zampounidis: Das ist ganz entzückend, ja. Aber ich bin beeindruckt, ob der Fragen, Also natürlich auch von deinen, Aber er hat die schon so auf den Punkt gebracht.

Sebastian Krumbiegel: Also sehr spontan, übrigens, wirklich, weil ich kenne jemanden, Der hat extrem abgenommen in den letzten zwei Jahren, und der hat unter anderem in einem Nebensatz dann gesagt, ja, auch Kaugummi lasse ich völlig weg, ja. Wo ich erst überlegt habe, nun, Und als du aber eben sagtest, es triggert dich sozusagen, wenn du eine Cola light trinkst, zack, du kriegst dann eben Heißhunger, Das ist ja dann mit dem Kaugummi-Scheiß genauso.

Anastasia Zampounidis: Genau. Weil da entweder Süßstoff drin ist, Aber auch Zuckeraustauschstoffe haben denselben Effekt.

Joël Kaczmarek: Also Ich glaube, ich habe noch keinen Kaugummi ohne Aspartam gefüllt gesehen. Genauso wie ich keinen Rasierer mehr kriege, wo nicht so ein Gelstreifen mit PEG-Stoffen drin ist, was mich voll nervt. Ich meine, ich mache sowieso Rasierhobel, aber man staunt manchmal, Was ist sozusagen...

Anastasia Zampounidis: Ja, gut, ich rasiere ja nur einmal die Woche, deswegen kommt das nicht so.

Joël Kaczmarek: Ja, dein Bartwuchs, der ist auch... Deswegen kratzt es so im Mikro die ganze Zeit. Aber ich fand einen schönen Satz, und vielleicht ist das ja unser Abschluss auch so ein Stück weit, was du meintest, Vieles, was mit Zucker passiert, ist nicht Fairplay. Da habe ich gedacht, so ja, da ist echt was dran, weil bei vielen Sachen weißt du straight, worauf du dich einlässt, wenn ich jetzt das mache und da irgendwie nicht.

Anastasia Zampounidis: Genau, ich zünde jetzt eine Zigarette an, Trinke, einen Wodka und freie Entscheidung.

Sebastian Krumbiegel: Okay, ich auch.

Anastasia Zampounidis: Gut, also, wo ist der Wodka? Bitte auf Eis mit einem Spritzer Zitrone.

Joël Kaczmarek: Der Tag geht weiter wie den gestartet hast, was Sebastian? Ja,

Sebastian Krumbiegel: genau.

Joël Kaczmarek: Lieber Anastasia, Es hat viel, viel Spaß gemacht und ich sage nochmal für alle Hörerinnen und Hörer, also für immer. Zuckerfrei ist sozusagen die Einstiegsdroge für Euch zum Lesen. Die zahlreichen Kochbücher helfen mit den Titeln.

Anastasia Zampounidis: Für immer zuckerfrei, für Kids, für immer zuckerfrei To go und für immer zuckerfrei meine Glücksrezepte. Und das neue Buch ist für alle. Die wissen, was Sofatalk ist, die alle emotionale Esser sind. Happy Eating.

Joël Kaczmarek: Also man merkt, Du bist Überzeugungstäterin und danke, dass du uns heute mit in deine Verbrechenswelt genommen hast.

Anastasia Zampounidis: Es war eine sehr erquickende Runde.

Sebastian Krumbiegel: Und ich hab echt wirklich, also ich nehm was mit. Das ist mir erstmal ganz Fakt.

Anastasia Zampounidis: Lass uns doch in einem Jahr nochmal wieder treffen.

Sebastian Krumbiegel: Genau.

Anastasia Zampounidis: Und dann klopf ich mal ab, was sich bei euch getan hat. Ist das ein Deal?

Sebastian Krumbiegel: Das ist ein Deal. Das ist cool. Gut. Hey Anastasia, vielen, vielen Dank.

Anastasia Zampounidis: Gerne.