Ole Plogstedt: Ein TV-Koch und seine Rote Gourmet Fraktion

28. April 2021, mit Joël KaczmarekSebastian Krumbiegel

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Intro & Outro Speaker: Kunst trifft digital.

Sebastian Krumbiegel: Der Podcast.

Intro & Outro Speaker: Aus dem feinen Hamburg heraus, aus dem Atlantik-Hotel, sitzt heute mir Ole Plogstedt gegenüber. Er ist, glaube ich, DER Gourmet-Caterer schlechthin, hat unfassbar viele Bands begleitet. Es gibt eine spannende Geschichte rund um die Ärzte und wie man sich bei den Prinzen kennengelernt hat. Er hat ganz viel TV gemacht. Also man kennt ihn, glaube ich, noch aus den Fast Food Duell Unter anderem. Er macht jetzt eigene Sachen im TV-Bereich. Da fragen wir ihn, löchern wir ihn, genauso wie zu digital. Und natürlich muss man einmal die Rote Gourmet Fraktion erwähnt haben, über die wir auch mehr lernen. Ole, großartig, dass du da bist.

Ole Plogstedt: Guten Tag, vielen, vielen Dank, dass Ihr mich eingeladen habt. Aber was ich nicht, also eigentlich fühle ich mich hier, sagen wir mal, thematisch. Also Kunst, Ich würde mich nie als Künstler bezeichnen. Das möchte ich mal im Vorfeld.

Sebastian Krumbiegel: Kochkunst.

Ole Plogstedt: Ja, Kochkunst. Aber darf ich in die Künstlersozialkasse als Koch?

Sebastian Krumbiegel: Das stimmt natürlich. Künstler, Sozialer, Kasseler, Doster nicht.

Intro & Outro Speaker: Das sagt ja mehr über die Dummheit der Kasse aus, als über das Kunstwerk.

Ole Plogstedt: Ich glaube tatsächlich, ich bin mehr Handwerker.

Intro & Outro Speaker: Handwerk ist auch Kunst.

Ole Plogstedt: Aber ich habe einfach dir das vorher nicht gesagt, weil ich das so geil fand, dass du mich gefragt hast, ob ich bei deinem Podcast mitmachen kann.

Intro & Outro Speaker: Du hast dich also hier reingeschlichen. Ich habe mich hier reingemogelt,

Ole Plogstedt: genau.

Sebastian Krumbiegel: Wann haben wir uns eigentlich kennengelernt?

Intro & Outro Speaker: Apropos reinmogeln, ja.

Ole Plogstedt: Okay. Ach, so, du willst jetzt auf die Story raus. Okay,

Sebastian Krumbiegel: das war wirklich unser Kennenlernen. Haben wir uns überhaupt kennengelernt?

Ole Plogstedt: Das muss 94, 93, 94 gewesen sein.

Sebastian Krumbiegel: Warst du das, der das Tablett an die Tür gebracht hat?

Ole Plogstedt: Nein, das war ich nicht. Ich habe aber die Banane zerschnitten.

Sebastian Krumbiegel: Okay. Kurz, um das vielleicht kurz aufzulösen.

Intro & Outro Speaker: Das hat sich jetzt Ole mit seiner cineastischen Erzählweise. Er ist auch selbstreflektiert und selbstkritisch.

Ole Plogstedt: Ja, das war also im Prinzip Ist das so die Kategorie, Meine peinlichste Geschichte, was ist denn das? Und dann erzähle ich die, dass wir das Catering für die Ärzte gemacht haben. Und irgendwie war das damals eine ganz wilde Zeit. Wir waren ja auch ganz frisch dabei. Und irgendwie war es jedenfalls so, dass die Prinzen, Zumindest Sebastian und ich glaube Tobias oder?

Sebastian Krumbiegel: Ich glaube, Jens und Wolfgang waren auch dabei, ich weiß es nicht genau. Wir waren zu dritt im Docks, in Hamburg. Im Docks, genau.

Ole Plogstedt: Und da habt ihr an der Kasse gestanden und wolltet rein. Und dann kam also ein Funkspruch nach hinten. Und einer aus dem Tourmanagement hat diesen Funkspruch entgegengenommen. Ja, die Prinzen seien vor der Tür, die würden gerne rein auf die Gästeliste. Und dann hat er gesagt, nein. Und dann haben wir so irgendwie, ja, wir haben so gelacht und so, ach komm, Dann lass ihn doch wenigstens eine Banane nach vorne bringen. Das war eigentlich mehr am Scherz gemeint, Aber dann war gerade einer von dem Merchandise auch vorne. Und sagt, ich muss sowieso nach vorne, Ich nehme die mit. Und zack, hatten wir ein kleines Tellerchen, eine Banane ausgepackt, die Klein geschnitten und irgendwie nach vorne geschickt.

Sebastian Krumbiegel: Also eine Banane in fünf Teile geschnitten. Und ich muss natürlich noch dazu sagen, also, ich fand das damals auch echt, scheiße. Muss ich ehrlich sagen. Das ist doch scheiße. Ich finde das mittlerweile schon eine ganz gute Punkrock-Idee. Irgendwie eine Band, die man nicht mag. Irgendwie dann einfach zu sagen, hey, komm, Wir führen die erstmal vor. Natürlich wäre es Cooler gewesen, wenn Ihr gesagt hättet, hier, okay, Banane, Aber Ihr könnt wenigstens irgendwie in die letzte Reihe reinkommen oder so. Wir haben am Vorabend die Crew getroffen, irgendwie. Wir waren mit irgendwelchen Leuten unterwegs und wir trafen dann in irgendeiner Kneipe die Crew. Und die sagt, nee, wir sind morgen mit den Ärzten da. Und wir haben gesagt, Oh, geil, wir kommen vorbei. Und dann haben wir gesagt, ja, klar, kommt vorbei. Und das war eben dann genau das Ding. Wir stehen dann da vor der Tür. Und es gab damals immer irgendwie so einen komischen Beef zwischen Ärzte und Prinzen. Und wie auch immer, woher das kommt, Von unserer Seite ging das nie aus. Und ich weiß auch gar nicht, wie wir... Ole, klär mich mal auf,

Intro & Outro Speaker: Woher kommt das?

Ole Plogstedt: Ja, wenn ich das wüsste, das war irgendwie... Ich hatte mal damals so ein Feindbild. Die Ärzte waren halt. Das Gegenteil von den Prinzen. Und so hat man sich gefühlt, was natürlich auch totaler Quatsch ist. Also ganz im Ernst mal, das ist eigentlich echt schon ganz schön. daneben. Also, ich muss jetzt auch mal die drei in Schutz nehmen, weil die Waren daran nicht beteiligt. Das war irgendwie, War das so eine gruppendynamische Nummer, die dann auf einmal. Habe ich auch mal entschuldigt. Aber ich habe mich, ja, ich habe mich, glaube ich, jedes Mal, wenn wir uns treffen, entschuldige ich mich dafür, weil ich das wirklich echt unterirdisch finde. Und wir hätten auch fast einen Job daraufhin verloren, Denn danach hatte Lucilectric angefragt und Ralf Goldkind, einer von den beiden. Also, das war dann nicht das Mädchen, sondern der Junge.

Sebastian Krumbiegel: Wir hatten ihn im Podcast schon, also wir hatten die Sängerin im Podcast sozusagen.

Ole Plogstedt: Der sagte, Also wenn die da sowas machen, dann können wir die nicht buchen. Und irgendwie, Dann hatte ich mit der Managerin, die ja früher. Auch Ärztemanagerin war, ganz lange gesprochen und habe ihr erzählt, das war so eine Gruppendynamik und so. Und irgendwie, das ist dann auf einmal so passiert. Dann war es schon zu spät. Und dann war das auch alles okay für die. Und wir haben uns auch gut verstanden. Und dann haben wir uns zum Glück, Ich glaube, das war sogar auf dieser Tour, da warst du dann in Leipzig im Auensee. Und da haben wir uns dann auch, glaube ich, mal kennengelernt. Und da habe ich mich dann das erste Mal entschuldigt. Darf ich mich jetzt nochmal entschuldigen? Lieber Sebastian, entschuldige wird erst.

Sebastian Krumbiegel: Wir haben uns mittlerweile schon, wir sind uns so auf den Weg gelaufen. Ich kann über solche Sachen mittlerweile ehrlich sowas von lachen. Und finde das ehrlich irgendwie, Eigentlich finde ich es sogar Punkrock, muss ich ehrlich sagen. Eigentlich finde ich das irgendwie, ja, komm.

Ole Plogstedt: Ja, alles mit Bangkok zu entschuldigen, ist ja auch ein bisschen schwierig, aber jetzt Marsch mal drüber, oder? Unbedingt,

Sebastian Krumbiegel: für meines schon lange übrigens.

Ole Plogstedt: Und ganz im Ernst mal, ich meine, Du warst ja neulich auch in meiner kleinen Sendung kulinarisch, solidarisch. Und da haben wir auch wieder festgestellt, wie viel wir uns zu sagen haben.

Sebastian Krumbiegel: Wie viel wir uns zu sagen haben, auf, was für einer Wellenlänge wir uns bewegen. Ja, genau. Durchaus. Und das hat jetzt nicht nur... Aber auch, was mit Musik zu tun, Aber natürlich auch was mit irgendeinem Standing, mit irgendeiner Haltung, Weswegen wir überhaupt in diesem ganzen komischen Rock'n'Roll-Circus gelandet sind. Und weswegen wir auch natürlich im weitesten Sinne politisch irgendwie ähnlich ticken.

Ole Plogstedt: Ja, absolut. Also Ich feiere dich auch dafür, für diese, Ich habe ja ein paar Podcast von Euch gehört. Und manchmal kommt ja, dass du sagst, in Unterhaltung steckt, Haltung drin. Und im Prinzip passt das genau auf mein kleines kulinarisches Darformat, Das ist Unterhaltung mit Haltung.

Sebastian Krumbiegel: Und auch auf deinem RGF, Rote Gourmet Fraktion, wo man dazu sagen muss, also Hey, Leute, checkt mal im Netz Rote Gourmet Fraktion. Erzähl doch mal über dich selbst kurz, über das, wie du irgendwie dahin gekommen bist, dass du in diesem Zirkus mitspielst.

Ole Plogstedt: Also 1993 habe ich damals mit einem Kumpel zusammen diese Firma gegründet. Das kam eigentlich durch Zufall, weil irgendjemand meinte, ihr müsst das Mal machen. Macht mal keine Kneipe mit Küche, sondern, Das war damals, so die Idee, sondern macht einfach mal hier was Verrücktes. Macht doch mal Catering und dann haben wir es. nee, das kann gar nicht funktionieren.

Intro & Outro Speaker: Hast du ein Background im Kochen? Hast du das gelernt? Ja,

Ole Plogstedt: klar, ich bin ein gelernter Koch. Ich habe Steigenberger gelernt, in Berlin. Und ja, jedenfalls haben wir dann, Irgendwann hatte der dann eine Anfrage für, Ich glaube, eine Tour, Da haben wir dann ein Angebot gemacht, irgendwie und sind gnadenlos abgeschmettert, weil wir uns da irgendwie total vergaloppiert haben. Aber irgendwann haben wir dann, die kannten wir halt auch irgendwie aus den Kneipen, Die Ärzte getroffen. Und die haben dann gesagt, hey, wie sieht's aus? Wir brauchen Caterer. Und dann... Sind wir mit denen mitgefahren. Vorher hatten wir noch einmal, Unser allererster Job war für The Cult in Docks, Örtliches Catering. Da hatten wir noch gar kein Equipment. Das haben wir uns alles zusammen geliehen und haben das da hingefahren. Das war echt Wahnsinn und das hat denen wohl gefallen. Und über diesen Weg hat sich das dann auch so ein bisschen rumgesprochen.

Intro & Outro Speaker: Was ist so komisch bei einer Punkband? Ich hab immer so die Hosen auch im Kopf, die in irgendwelchen Wohnzimmern von besetzten Häusern gespielt haben. Also eine Punkband wäre irgendwie die letzte, wo man so, also Catering, Das klingt ja richtig ein bisschen spießig, so als Begriff, ne? Ich hab so organisiert.

Sebastian Krumbiegel: Der Mensch muss etwas essen. Ja, eben. Auch der Punkrocker muss etwas essen. Und vor allem trinken.

Ole Plogstedt: Ja, das haben wir auch. Wir haben auch eine Bar dabei, Unsere strafbar auf Tour. Nein, also. Dann hat sich das irgendwie zu Werte gefressen. Also seit mittlerweile über, im Vierteljahrhundert, bin ich dann mit diversen Bands unterwegs. Und die Hosen zum Beispiel auch. Also Ärzte haben wir dann irgendwann nicht mehr gemacht. Aber, so Jan Delay und alles mögliche. Prinzen haben wir auch nicht gemacht.

Sebastian Krumbiegel: Letztes Mal haben wir uns getroffen. Bei Feine Sahne. Feine Sahne Fischfilet in Zwickau.

Ole Plogstedt: In Zwickau, genau.

Sebastian Krumbiegel: Das erste Mal, dass ich Crowdsurfing gemacht habe. Dass ich also Crowdsurfing... So reingesprungen ins Publikum. Reingesprungen und reingeglitten. Also Monchi hat mich, ich hatte ihn angeschrieben, hey, Ihr spielt in Zwickau. Ich konnte in Leipzig irgendwie nicht. Ja, wenn du bock hast, komm vorbei. Dann bin ich vorbeigekommen und dann stand ich da wirklich in der ersten Reihe. Also richtig so an der Seite. Und am Ende sah er mich und hat dann auf der Bühne. So gesagt, wisst ihr, Was ich als Kind immer gehört, habe? Ich habe irgendwie hier Küssen verboten, alles nur geklaut, total Prinzen und so. Das fand die Meute auch irgendwie ganz gut. Und dann, Na komm Sebastian, komm hoch. Und wir singen jetzt zusammen. Let's please. Und dann haben wir zusammen, ich bin komplett im Arsch, haben wir gesungen. Und danach sagte er dann, so und jetzt hier. Crowdsurfen. Und du gehst, sozusagen hinter dem Graben so eine kleine Treppe hoch. Und dann. Machen die Leute Ihre Hände so nach oben? Und du tust deinen gazellengleichen Körper lässt du von der Meute sozusagen? Nach hinten tragen. Und das war eine große Halle. Mit irgendwie, weiß ich nicht, 6.000, 7.000 Leuten. Und ich wurde sozusagen wirklich auf Händen getragen. Bis zum hinteren Ende der Halle. Und das war schon für mich echt eine Erfahrung. Ich habe zuerst zu Monchi gesagt, ey, weißt du, wie viel ich wiege? Sag ich, weißt du, wie viel ich wiege? Und dann haben wir das irgendwie auch gegessen.

Intro & Outro Speaker: Aber erstaunlich, mit 50 oder wie dann so dem Alter, Also waren da 500 an, wo du selber Konzerte eingefüllt hast, Das erste Mal?

Sebastian Krumbiegel: Ja. Wie gesagt, wir sind ja keine Punk-Rocker. Ach, das ist so ein Punk-Rocker-Ding. Es ist schon ein Punk-Ding. Es ist schon irgendwie, oder auch ein Hip-Hop-Ding. Bei uns ist es schon eher ein anderes Publikum auch immer gewesen.

Ole Plogstedt: Du bist ja auch auf dem Wasted in Jarmen aufgetreten. Da war ich nämlich auch. Genau,

Sebastian Krumbiegel: ich sah dich. Und du hast dir sogar mein Konzert angeguckt. Weil ich war da Solo am Piano. Also Wasted in Jarmen, muss man dazu sagen, für die, die das nicht kennen, Feine Sahne machen jedes Jahr in Jarmen, also eigentlich in ihrem Heimatort, wo Monchi auf jeden Fall herkommt. Und die ganze Family kommt daher.

Ole Plogstedt: In Vorpommern, genau.

Sebastian Krumbiegel: Ja, in Mecklenburg-Vorpommern. Die machen da ein Festival und laden irgendwie Bands, ein. Der war bei mir dabei, Olli Schulz. Frittenbude war dabei. Wie viele tausend Leute sind da immer? Weiß ich nicht, das war halt ein großes Festival. Das sind schon irgendwie drei, vier, fünf, sechs, sieben Tausend Leute. Ich glaube, viertausend,

Ole Plogstedt: wenn ich mich richtig erinnere. Aber weiß ich nicht genau.

Sebastian Krumbiegel: Und das war schon cool. Und da gibt es auch eine kleine Bühne am See. Und Monchi hatte mir irgendwann gesagt, wenn du Bock hast, komm vorbei und spiel da irgendwie eine Stunde.

Ole Plogstedt: Ja, das war groß. Und da hast du gesehen, Wie viele Leute da waren. Ja, das war schon cool.

Sebastian Krumbiegel: Man muss dazu sagen, in Meck-Pom. Und ich will jetzt nicht irgendwelche Plattitüden und irgendwelche Stereotype benutzen, Aber natürlich ist das auf dem Flachen Land, und man muss auch dazu sagen, da ist hohe AfD-Wähler-Dichte, um es so zu sagen. Wir kennen das vielleicht auch, die sich dafür interessieren, dass Feine Sahne zusammen mit Campino, zusammen mit Marteria, dass DIE da... In Anklam, glaube ich, irgendwie so ein kleines Festival gemacht haben.

Ole Plogstedt: Noch nicht komplett im Arsch war das. Genau.

Sebastian Krumbiegel: Das war total cool und man muss die Leute da unterstützen. Und man muss die Leute, die da eben wirklich gegen Windmühlen kämpfen, Weil da gibt es eine Hardcore-Nazi-Szene und wie auch immer, Die muss man unterstützen. Und das machen Feine Sahne extrem. Und dieses Festival, das Sie da machen, da kommen echt Coole Leute hin. Das hat mir so gefallen. Ja,

Ole Plogstedt: auch bunt. Also, da war das das ganze Dorf da. Und es ist halt eine Band, die es schafft, irgendwie so viele Leute zusammenzukriegen. Und das ist eine Band, die vom Verfassungsschutz beobachtet wurde. Also, das schafft kaum jemand. Also die sind so voller. Frieden, finde ich.

Sebastian Krumbiegel: Und das ist wirklich Fakt. Also, es sind keine Linksradikalen, wie es immer wieder gesagt wird. Muss man echt ganz klar sagen. Also, ich kenne manche hauptsächlich. Und das sind echt gute Jungs, die sich seit langer Zeit kennen. Und die natürlich sehen, dass es gilt, in so einer Gegend Stellung zu beziehen und sich zu positionieren.

Ole Plogstedt: Worauf ich hinaus wollte, weil du hast ja, erzählt, du hast bei Ihnen auch komplett im Arsch mitgesungen. Uns hat er natürlich auch alle auf die Bühne raufgeholt, also in Jamen, zum Abschluss am zweiten Tag komplett im Arsch. Und ich war schon ein bisschen betrunken. Und dann habe ich Olaf ins Becken beim Schlagzeug gebissen. Und der hat gedacht, scheiße, jetzt geht er weg, sonst schlage ich dir die Zähne aus. Und das war echt super peinlich. Aber ich weiß nicht, ob das schon mal jemand vorher gemacht hat. Irgendwie im Schlagzeug. Würde ich nicht machen. Das ist echt gefährlich, glaube ich. Es ist gefährlich.

Sebastian Krumbiegel: Wenn der da aufhört, dann sind wirklich deine Zähne weg.

Ole Plogstedt: Aber.

Sebastian Krumbiegel: Hallo, Ich bin Koch.

Intro & Outro Speaker: Also jetzt müsst ihr mir mal die Bahnen zusammenbringen. Jemand, DER Punk-Background hat, lernt im Steigenberger, Was ja eigentlich konservativ ist, darf man sagen. Das ist ja ein sehr feines Haus und macht dann Catering. Also ist Catering nicht eigentlich, wenn man aus Steigenberger-Eck kommt, so ein bisschen verpönt und umgekehrt. Steigenberger merkwürdig, wenn man eigentlich Punker ist?

Ole Plogstedt: Ja, vielleicht, aber ich wollte ja immer Koch werden, so ist es ja gewesen. Und deswegen habe ich auch, weil ich einen Berufslehreunterricht gelernt habe, dass ich da kein Abitur brauche, bin ich direkt nach der 10. Klasse abgegangen. Und sagte, Ich will raus in die Silberrechtsschule. Ich will jetzt endlich Koch lernen und habe mich dann im Steigenberger beworben, weil ich wusste, Das ist eine ganz coole. Ausbildung. Du hast viele verschiedene Küchen, viele verschiedene Bereiche und kannst eine ganze Menge mitnehmen. Und dann bin ich da hin und habe mich beworben und habe gesagt, ja, das ist ja schön, aber bei uns im Hause, Da brauchen Sie schon ein Abitur, wenn Sie Koch lernen wollen. Super scheiße irgendwie. Und dann haben wir gesagt, aber wir können einen Deal machen. Entweder machen Sie ein Jahr Praktikum oder arbeiten ein Jahr als Page. Dann lernen wir, sie kennen und dann entscheiden wir, ob Sie Ihre Lehre hier machen können. Und dann habe ich gesagt, okay, dann mach ich doch mal Page. Dann habe ich tatsächlich in so einem Pagenanzug im Steigenberger an der Tür gestanden, habe den Leuten die Tür aufgemacht und dann die Koffer hochgetragen. Und dann waren da natürlich auch manchmal so. Veranstaltungen, weißt du, wo Du so... Genscher kam oder sogar der George W. Bush Senior, Dem habe ich die Tür aufgehalten und dachte ich, alte Scheiße, jetzt stehst du hier. Und musst dem Präsidenten der Vereinigten Staaten die Tür aufhalten, um irgendwie damit vor mir selber bestehen zu können, habe ich mir so vorgestellt, wenn ich jetzt im richtigen Moment einfach den Fuß ausstrecke, dann liegt der auf der Fresse. Dann habe ich so irgendwie Reingegrinst und dann ging's. Und dann habe ich die Lehre gemacht, und die war auch wirklich ganz gut da. Ich glaube, ich war gar nicht so ein schlechter Auszubildender, aber ich hatte da ziemlich schnell eine Narrenfreiheit. Ich konnte mir deswegen auch eine ganze Menge erlauben. Deswegen konnte sich das alles auch wieder mit der Punk-Philosophie, Wenn man so will, lief das wieder konform. Und das ist sowieso, also. Ich habe mir eigentlich immer gesagt, das, was ich mache, dazu möchte ich stehen, Dahinter möchte ich stehen, das möchte ich machen. Mittlerweile würde ich zwar viele Sachen, die ich früher gemacht habe, nicht mehr machen, Aber das liegt auch daran, weil ich irgendwie vielleicht ein bisschen mehr Erfahrung... Habe oder viele Sachen dazugelernt habe. Aber das war für mich da auf alle Fälle alles komplett. okay. Im Prinzip ein Fernseher genauso, weißt du? Das passt ja genauso wenig. Ein Punker, der bei RTL II irgendwie bei einer Reality-Show mitmacht.

Sebastian Krumbiegel: Wie kam das eigentlich?

Ole Plogstedt: Da komme ich gleich mal drauf. Ich habe dann mir auch mal gesagt, okay, also. Irgendwann habe ich dann gesehen, okay, aber ich stehe ja für mich. Das heißt, in dem Moment, in dem ich nach wie vor alles das machen kann, was ich will, ist das für mich in Ordnung. Da kann ja auch auf SUPER RTL gesendet werden, wenn ich, ich bin. Das war am Ende auch so. Ich habe meine Feine-Sahne-T-Shirts, meine Kein Bock auf Nazis-T-Shirts getragen. Das hat mir nie jemand gesagt. Sie wird etwas anderes sagen. Es gab da ohne Ende Mails von Zuschauern an mich, aber auch an den Sender. Der Linke Typ mit seinem Slime-T-Shirt und die Deutschland-Verrecke gesungen haben. Und so weiter. Und nehmt den Mal vom Sender. Und das hat der Sender überhaupt nicht gemacht. Als ich dann irgendwann, war es für mich... Die Zeit vorbei, ich bin halt ein Jahr, bevor diese Sendung dann eingestellt wurde, bin ich auch rausgegangen aus der Sendung, weil ich damit nicht mehr klarkam. Also irgendwie hat sich auch so ein bisschen, was in der Redaktion geändert. Und so mein Weltbild hat sich auch noch ein bisschen mehr verschärft, was damit zu tun hat, dass ich dann irgendwie auch noch für Oxfam unterwegs war und egal. Jedenfalls bin ich dann zum RTL-Chef hin und hab ihm gesagt, hey, das geht nicht mehr, Ich möchte gerne aufhören und das war schade. Du warst unser gutes Gewissen, und bei dem habe ich mich auch noch bedankt, dass die mir quasi nie Vorhaltungen gemacht haben, was ich anziehen soll oder wie ich sein soll. Das finde ich in Ordnung und so komme ich echt ganz gut durchs Leben.

Sebastian Krumbiegel: Verstehe ich.

Intro & Outro Speaker: Wie bist du hingekommen?

Ole Plogstedt: Ins Leben?

Intro & Outro Speaker: Ins Leben, Ja genau. Meine Mutter hat mich geboren. Erzähl mal ein bisschen von deiner Geburt. Nee, zu RTL II oder zum Fernsehen? Achso,

Ole Plogstedt: Ja genau. Also zum Fernsehen bin ich gekommen, weil ich dann irgendwann mal... Gefragt wurde. Das ging irgendwie über Stefan Marquard, den habe ich kennengelernt. Über den habe ich seine damals im Management kennengelernt und die hatte dann irgendwie...

Intro & Outro Speaker: Wer ist Stefan Marquard für den Laien unter uns?

Ole Plogstedt: Das ist auch ein Koch, auch ein, ja, auch so ein rock'n'rolliger, Punkrockiger Koch aus Bayern. Also der Südpunk sozusagen. Ich bin der Nordpunk, er ist der Südpunk. So könnte man es vielleicht sagen. Guter Typ. Der hatte immer dieses Stirnband und...

Sebastian Krumbiegel: Ich kenne ihn, ja.

Ole Plogstedt: Du kennst ihn, ne? Ja, ja.

Intro & Outro Speaker: War da nicht auch der mit dem langen Rauschebart bei?

Ole Plogstedt: War das nicht der eine Koch,

Joël Kaczmarek: der, die glatzert? Das ist Ralf,

Ole Plogstedt: genau, Ralf Zacherl, Der auch. Irgendwie kennt man sich ja auch irgendwie so. Nein, Jedenfalls über ihn kam dann irgendwie, letzten Endes der Kontakt so, dass ich dann angefragt wurde. Fürs Fast Food Duell. Und dann dachte ich, okay, mache ich jetzt mal ein Casting. Habe das gemacht und habe mir auch da nichts bei gedacht. Ich dachte, das wird sowieso nichts. Und dann, Na, ja, wer im Lotto spielt, der muss damit rechnen, dass er gewinnt. Und genau so ist es passiert. Und das war irgendwie ein schönes Format. Da haben wir dann gegen den Lieferservice gekocht. Das war irgendwie immer im Wechsel mit Frank Rosin und Björn. Freitag war dieses Format. Und das war dann irgendwann vorbei. Und dann war ich, glaube ich, mit Fettes Brot auf Tour. Wir waren in Stuttgart und dann habe ich den Frank Oehler, den ich auch kannte, der in Stuttgart ja gearbeitet hat, den habe ich angerufen, weil mir irgendwas gefehlt hat. Das war ein Sonntag, glaube ich, ob er noch ein paar Perlhuhnbrüste für mich hat oder irgendwie sowas und ob er auch auf die Liste will. Er sagt, nee, ich bin gerade im Urlaub. Perlhuhnbrüste kannst du Dir abholen. Aber wo du gerade anrufst ... Er war gerade bei den Kochprofis. Es hat sich gerade irgendwie so. Ralf Zacherll und Stefan Marquard und Mario Kotaska waren raus. Und da haben neue Köche angefangen. Und die haben halt einen ausgetauscht. Das war dann der Mike Süßer, der Andi Schweiger und Frank Oehler und irgendein anderer Mick. Oder wie der, hieß. Und der ist wohl ganz schnell wieder aus dem Format weg gewesen. Und dann brauchten sie halt einen neuen. Und dann hat er mich gefragt. Ich, echt, meinst du, weiß ich nicht, Das Format und ich hatte da echt erstmal so ein bisschen, war ein bisschen auf Abstand, hab dann aber mit der Redakteurin Mich unterhalten, hab dann irgendwie abends auch nochmal kurz irgendwie geguckt, dass ich mir so eine Sendung angucke, Ich kannte die gar nicht so wirklich. Und irgendwie bin ich, Nächsten Tag, Da waren wir in München, da bin ich dann direkt gecastet worden und irgendwie, Ich glaube, anderthalb Monate später war ich schon auf dem ersten Dreh. Das war echt, Eigentlich war das wirklich ein sehr, sehr cooles Format, weil das wirklich ehrlich war. Also, das war auch geil. Andi sagte mir ganz am Anfang, damit dir eins klar ist, Wir erzählen hier keine Lügen, keinen Scheiß, sondern wir machen das ernst. Da SAg ich, ja, das ist genau das, was für mich wichtig ist.

Sebastian Krumbiegel: Wir haben vorhin gesagt, wir sind in einem Kosmos in irgendeiner Weise unterwegs, Was eben auch unsere politischen Ansichten oder unsere allgemeinen, ja, wo fühlst du dich zugehörig? Und wenn du sozusagen eine Popularität erlangst, die erlangst du ja dadurch, dass du eben in ein kommerzielles Fernsehen, In einem kommerziellen Fernsehender eben auf der Mattscheibe zu sehen bist und dadurch ein breites Publikum erreichst, dann hilfst du damit sozusagen der Sache. Welche Sache das auch sein mag. Du weißt genau, ich bezeichne mich überhaupt nicht irgendwie als linksradikal. Ich bezeichne mich garantiert irgendwie viel mehr als links, als in irgendeine andere Richtung. Aber ich finde die Sachen, wofür wir irgendwie stehen, wenn wir wirklich sagen, Wir stehen für eine Solidargemeinschaft. WIR stehen... Was weiß ich auch, wie du dich gerade für die Seenotrettung engagierst, weswegen ich wirklich irgendwie denke, hey, wir brauchen immer Podien, wir brauchen Bühnen, auf denen wir stattfinden.

Ole Plogstedt: Und Botschafter brauchen wir, weißt du, also? Ich sehe mich tatsächlich irgendwie auch so ein bisschen als Botschafter, Also das ist, glaube ich mal Monchis Worte, der hat das Mal wirklich gut hingewiesen, der hat gesagt, meine verschissene Prominenz, die nutze ich komplett dafür einfach aus, um irgendwie was zu erreichen und irgendwie die Haltung zu zeigen und zu transportieren. Also sinngemäß hat er das gesagt und das trifft. Absolut den Nagel auf den Kopf finde ich also, wofür bräuchte Prominenz? Die kann er nicht gebrauchen. Aber wenn ich so ein bisschen vielleicht Leuten Sachen nahm, bringen kann, was. Sie können ja am Ende auch sagen und wie? Ich sehe ich anders, aber sie haben darüber nachgedacht Das ist ja schon mal so der erste Schritt. Und das ist zum Beispiel auch das, was ich bei Oxfam mache. Da bin ich ja Kampagnenbotschafter, also, da ist sogar dieses Wort da drin. Also ist jetzt schon die zweite Kampagne, die ich mache, also die Make Food Fair Kampagne bzw. Fernes Eintüten. Das geht letzten Endes. Eine vernünftige Lieferkette um Gerechtigkeit. Unsere Bananen, Ich war in Ecuador, ich kenne mich da auf den Bananenfeldern aus. Das heißt, wenn du da bist, dann siehst du, dass die Leute erstens ausgebeutet werden, haben teilweise keine Verträge, müssen weiße Blätter unterschreiben, werden während der Arbeit mit Pestiziden eingenebelt. Behinderte Kinder bringen Sie zur Welt, weil Sie die ganze Zeit mit den Pestiziden konfrontiert sind. Also, wir haben wirklich eine Schule besucht und das ist kein Einzelfall in Ecuador. Also, es war eine normale Schule, aber da waren halt überwiegend behinderte Kinder. Das war echt, Die sind die Tränen in die Augen geschossen. unfassbar. Und wenn du dann überlegst, irgendwie hier im Angebot kostet irgendwie ein Kilo Bananen 80 Cent. Man hat schon mal ein Kilo Äpfel gekauft, hier von der anderen Seite von der Elbe. Dann zahlst du das Dreifache oder vierfache, wenn du es wirklich billig kaufst. Und jetzt wollen wir halt eine Lieferkettengesetz. Wir möchten gerne, dass die Leute, die Sachen importieren, Auch verantwortlich gemacht werden dafür. Die könnten ja im Prinzip genau das gleiche machen, wie wir von Oxfam gemacht haben. Ich habe auch meinen Flug selber bezahlt. Tausender ab nach Ecuador. Und mal losgehen. Ich kann dir eine Adresse geben von jemandem, der sich auf die Felder führt. Das ist der Roche, der hat da so eine Gewerkschaft gegründet. Der war früher selber Pestizidflieger und ist dann selber auch krank geworden. Dann hat er gemerkt, das stimmt ja gar nicht, was sie mir erzählt haben. Das ist ja doch voll giftig, Das Zeug. Und hat dann eine Gewerkschaft gegründet. Du hast es in Ecuador, es ist ein bisschen anders. Da gibt es halt nicht so eine Dachgewerkschaften wie bei uns, sondern das sind eigentlich eher so Betriebsräte. Und die werden immer unterbunden. Und er hat halt so eine außerbetriebliche Gewerkschaft gegründet. Und da sind halt auch ganz viele von den mittlerweile schon verbrannten Leuten, Also alle, die sich da engagieren für eine Gewerkschaft oder so ein Betriebsrat, Die kommen sofort auf rote Listen und kriegen keinen Job mehr in dem Bananengewerbe.

Sebastian Krumbiegel: Was kannst du da jetzt speziell bewegen? Also, natürlich kannst du darüber reden. Du kannst herkommen, kannst dich in einen Podcast setzen, kannst darüber reden, kannst in deiner Sendung drüber sprechen, kannst Interviews geben, kannst als Oxfam-Botschafter. Aber kannst du am Ende auch sozusagen, ich sag jetzt mal. Politische Entscheidungsträger sensibilisieren? Kannst du die erreichen? Ich glaube,

Ole Plogstedt: das haben wir schon getan. Also, wir haben sogar richtig viel erreicht. Zum Beispiel hat sich Lidl damals sehr, sehr sperrig gezeigt. Die haben sich gefeiert. Für ihre Gemüse und letzten Endes waren auch nur 8% der Bananen, die sie da hatten, beispielsweise Fairtrade-Bananen. Dann gibt es zum Beispiel auch noch Rainforest Alliance zertifizierte Bananen. Und das sind dann übrigens die schlimmsten Verhältnisse, die wir in Ecuador gesehen haben, Diese Rainforest Alliance. Also DAS ist... Also, das Fairtrade ist schon so das Beste. Da gibt es sicherlich auch irgendwo Sachen, die man kritisieren kann, Aber das ist schon der beste Weg, finde ich. Und dann war es halt so, dass wir dann mit Oxfam auch Kampagnen gemacht haben, irgendwie so. Internetaufrufe. Also zum Beispiel gab es so kleine Labels mit So Schockbildern. Und wir haben dann Leute aufgerufen, Aktivisten, die sich diese Labels besorgt haben. Von Oxfam. Dann in die Lidl-Läden rein und an die Bananen. Diese Dinger rangemacht haben mit Statements von den Landarbeitern, wie es ihnen geht, oder an die Weinflaschen Südafrikas, Genau das gleiche mit den Trauben und solche Geschichten. Das Lidl, mittlerweile, also Die sind so sensibilisiert, die sind natürlich, haben sich auf die Hinterbeine gestellt. Und es war natürlich echt schlimm für die, Aber mittlerweile haben die, glaube ich, Eine Menschenrechtsabteilung, eine große Abteilung gegründet, die sich irgendwie diese, ja, Die haben zumindest zum Beispiel schon mal viel mehr Transparenz gezeigt und haben eigentlich diese Sachen jetzt auf der Agenda, die Oxfam auch gefordert hat. Also, die haben sich offensichtlich ganz klar auch an Oxfam orientiert. Klar, jetzt muss man das natürlich weiter beobachten und weiter Druck machen, dass sie da auch Wort halten. Und Oxfam bringt ja immer irgendwie alle Jahre so einen Supermarkt-Check raus. Da hat Lidl irgendwie total schlecht abgeschnitten, Was die Menschenrechte angeht, anlang der Lieferkette. Und jetzt bei dem dritten Check, Da ist zum Beispiel Edeka ganz weit hinten gelandet. Jetzt habe ich mich auch mit jemandem hier aus Hamburg, mit einem Edeka-Betreiber getroffen und haben davon erzählt. Und das fand ich auch so interessant. Das gibt es gar nicht. Das ist halt auch so unterschiedlich. Weißt du, du hast halt bei Lidl, da ist Familie Schwarz dahinter. So, da hast du wirklich jemanden, den Du anpacken kannst. Aber Edeka ist eine Genossenschaft. Das heißt, da ist eigentlich jeder einzelne.

Sebastian Krumbiegel: Edeka-Betreiber... Sein eigener Unternehmer sozusagen. Ja, der gehört auch mit Edeka.

Ole Plogstedt: Das heißt, der ist mitverantwortlich. Aber der Mensch hat mir, erzählt, da habe ich mir noch gar nicht Gedanken drüber gemacht, das wusste ich gar nicht. Und wir verlassen uns immer auf die Marketingabteilung. Das heißt, irgendwie müssen wir jetzt versuchen, diese Edeka-Leute zu erreichen. Oder wir müssen halt mal mit einem Werbesport auflösen. Wir verachten Menschenrechte oder Sowas nicht. WIR lieben... Lebensbedingungen.

Intro & Outro Speaker: Ich habe mal einen Satz gelernt von einem Unternehmerfreund, der sich sehr viel damit auseinandergesetzt hat. Der meinte, Es heißt Einzelhändler, weil es kommt von Einzelhandeln. Also, es ist so eine Branche, glaube ich, die lange Zeit auch sehr, ich fixiert war, also jedes Unternehmen für sich. Und da wird ja auch alles durchgeplant. Bis zum Gettenhof. Also wenn du mit denen Aktionen machen willst, du schlägst dir eine Kooperation. Und dann haben die auf einmal, sagen die dir, Welche Postergrößen du in die Gänge hängen? sollst, Bevor die überhaupt noch über Inhalte reden. Ich meine, ich muss fairerweise sagen, ich finde es auch herausfordernd. Es ist wichtig, da hast du absolut recht. Ich finde es herausfordernd, wenn du Milliarden von Bananen über die ganze Republik oder ganz Europa bis in die USA, Dass du Lidl auch importierst. Das ist schon auch eine ganz schöne Herausforderung, Sowas zu kontrollieren. Aber ich finde, man muss auch gar nicht so weit gucken. Also ich meine, wenn ich jetzt mal diese Tönnies angucke.

Ole Plogstedt: Tomaten, alles. Also die Banane ist einfach nur ein wirklich klassisches Beispiel, woran Du wirklich dieses Systematik eigentlich schön beschreiben kannst.

Sebastian Krumbiegel: Zumal sie bei uns nicht wächst und du musst sie importieren. Genau.

Intro & Outro Speaker: Und ich bin ja auch der Meinung, ehrlich gesagt, das ist ja wirklich auch mal ein Thema, wenn Sebastian immer sagt so, wir können alle, was verändern, im Kleinen und so weiter. Und da kannst du es wirklich, weil es ist ein echt deutsches Thema, das irgendwie ein Kilo Pute, drei Euro kostet oder so. Da gucken Dir Die Franzosen, fassen sich an den Kopf. Ja, und wir deutschen rennen immer hin und sagen, jetzt muss billig, billig, billig sein. Ja,

Ole Plogstedt: aber ich finde das immer so zweischneidig. Also klar, finde ich, muss man von Leuten erwarten, dass Sie ethisch-moralisch einkaufen. Dann gibt es aber auch wieder viele Leute, die sich das gar nicht leisten können. Die werden einfach, weil sie unter diesem Niveau verdienen. Und weiß ich nicht, von mir aus eine Mutter oder ein Vater, der irgendwie mit, Alleinerziehend mit drei Kindern, irgendwie und drei Minijobs irgendwie über die Runden kommen muss, Dem ist das auf alle Fälle genommen, dass er sich ethisch und moralisch, weiß ich nicht, vielleicht nicht jedem, aber egal. Also ich verstehe, was du meinst. Aber worauf ich eigentlich, worauf ich eigentlich,

Sebastian Krumbiegel: Der wohlhabende Mensch kann mit seinem SUV vorm Biomarkt vorfahren und kann da für 100 Euro Fleisch einkaufen, wo er bei Lidl oder Aldi irgendwie, Es steht ja auch nirgendwo geschrieben,

Intro & Outro Speaker: dass du jeden Tag Fleisch essen musst für 4 Euro.

Sebastian Krumbiegel: Darum geht es ja gar nicht. Aber natürlich geht es irgendwie darum. Und das muss man auch irgendwie sagen. Wir können alle verachten. Und das finde ich immer auch ganz wichtig, dass man da als jemand, dem es ganz gut geht. Und uns geht es ganz gut, die wir hier sitzen. Dass man einfach irgendwie wirklich cool bleibt. Und auch sagt, hey, die ganzen Schweine, die bei Kick und bei irgendwie, wie es alles heißt, einkaufen. Da muss man einfach auch vorsichtig sein. Nee, aber ganz ehrlich. Natürlich musst du das nicht machen. Das ist mir völlig klar. Und du musst nicht dir irgendwie ein T-Shirt für 1 Euro kaufen oder so. Für 1,50 Euro. Und ich verachte das auch. Aber ich verachte nicht die Leute, die das machen. Aber jetzt mal ganz ehrlich. Weil sich viele Leute das so auch nicht leisten können. Also gleich... Vielleicht erzähle ich hier gerade auch scheiß übrigens. Nein,

Intro & Outro Speaker: bevor das mal wieder an Ole geht, weil der hat ja sozusagen hier die Stimme, um die es geht. Ich finde ganz ehrlich, was komischerweise bei all den Leuten immer geht, ist Zigaretten. Da hat man immer Geld für und irgendwie so alle. Zwei Jahre ein neues Handy. Also, ich sehe das total ein, dass wir hier alle privilegiert sind und so weiter, Aber es gibt schon Raum. Ja,

Ole Plogstedt: Geld. Ausgeben ist immer nur Privatredenfrage. Und auch im Geringverdienerbereich, das stimmt. Gebe ich dir auf alle Fälle? recht. Auf der anderen Seite, wenn man jetzt sagt, Man hat totales Verständnis mit der Industrie dafür, dass hier irgendwie die Kastenstände, das kann, Muss man jetzt noch eine Weile warten, weil Diese Umstellung ist ja zu teuer. Und Püpa po. Der Industrie, Der wird zugestanden, dass Sie ja irgendwie ihre Gewinne machen müssen. Aber von dem Verbraucher wird erwartet, dass er tiefer in die Tasche greift für die Moral. Und das finde ich ungerecht. Die Gesetzgebung musste auch her und Voraussetzungen schaffen. gleiche.

Intro & Outro Speaker: Das ist bei Marktwirtschaft immer schwer, ne?

Ole Plogstedt: Ja,

Sebastian Krumbiegel: Marktwirtschaft kann man eingrenzen. Man kann irgendwie, also, wenn Freie Marktwirtschaft... Wir hatten früher mal eine soziale Marktwirtschaft. Ja, genau. Das gibt es gar nicht mehr, Das Wort. Ja, das gibt es schon noch, das Wort, aber eben theoretisch. Ich meine,

Intro & Outro Speaker: ich bin ja auch dafür, Man muss ja auch mal ganz ehrlich sein, man kann ja auch das Glas halb voll sehen. Wir reden ganz viel auf einmal über hier so Netze, UM irgendwie... Gemüse rum, Dass man wiederverwertbare Tüten nimmt, Die Plastiktüte wird besteuert und so weiter und so fort. Also, es tut sich auch was. Ja,

Ole Plogstedt: das stimmt. Aber mich regt zum Beispiel auf, Also, wenn du jetzt so Bio-Gemüse beispielsweise hast oder wenn du konventionelles Gemüse hast, Da sind irgendwelche Zusatzstoffe dran, nämlich diese Gifte. Das muss nicht deklariert werden. Alle anderen Sachen, Da müssen die Zusatzstoffe immer deklariert werden. Bei Gemüse ist es umgekehrt und bei Fairtrade genauso. Wir müssen davon ausgehen, dass nicht Fairtrade-Klamotten zum Beispiel unter Nicht-Einhaltung der Menschenrechte produziert werden. Das ist, weißt du, Wir haben uns schon damit abgefunden.

Joël Kaczmarek: Das Wissen glaube ich viele nicht. Es gibt da so Perversitäten. Ja,

Ole Plogstedt: deswegen bin ich ja Botschafter, weißt du.

Joël Kaczmarek: Finde ich gut, weil es ist ja wirklich so, Du musst manchmal Inhaltsstoffe nicht angeben, wenn sie quasi ein Inhaltsstoff von einem Produkt sind, Was dann als Gesamtprodukt wieder ein anderes reingeht. Dann musst du sozusagen Auf die zweite Sub-Ebene musst du gar nicht angeben, dass das da drin ist. Und das ist doch irgendwie Verarsche.

Ole Plogstedt: Ja, es ist sowieso so viel Verarsche, weißt du. Das ist mit der Scheuermilch, und der Sojamilch ist noch das Gleiche. Sojamilch darf es nicht heißen, Scheuermilch darf es heißen. Oder die Kalbs. Leberwurst zum Beispiel. Da ist irgendwie keine Kalbsleber drin, weil Sie nämlich Kalbs-Leberwurst ist. Das heißt, da ist noch ganz wenig kalbsfleisch drin, dass sie gerade Kalbsleberwurst heißen darf. Aber dann war der damalige, der Vorgänger von der, Ich weiß vergessen, wie er heißt, Der Vorgänger von der Aigner, der unbedingt wollte, Das wäre nicht zumutbar, dass eine vegetarische oder vegane Wurst wurst, heißt. Ich meine, dass jeder Grill-Maxe, der irgendwie Veganer-Hasser ist, Der riecht das gegen den Wind, Ob das eine vegane Wurst und nicht, Außerdem steht es ja drauf.

Sebastian Krumbiegel: Ich glaube gar nicht, dass man das so sehr riecht. Ich habe schon öfter gehört, in letzter Zeit, dass Leute gesagt haben, sie haben irgendwie, Wer hat das? Neulich? erzählt bei uns, dass er Würstchen gegessen hat?

Joël Kaczmarek: Johannes Oerding.

Sebastian Krumbiegel: Johannes Oerding hat das erzählt, Johannes Oerding. Er war beim Grillen und hat irgendwie gesagt, ey, Deine Würstchen sind aber heute besonders geil. Und da sagt der Typ, Hör mal her, Das sind aber vegane Würstchen. Und das ist schon auch geil, das finde ich irgendwie einfach natürlich, hey, ich bin auch Fleischfresser und ich muss mich da auch hinterfragen, wie gehe ich damit um? Wo kaufe ich ein? Wie oft esse ich fleisch und wie auch immer? Und ich denke darüber nach. Und das ist, glaube ich, genau der Punkt. Wie machst du das, wenn du auf Tour gehst? Wenn du mit Feiner Sahne auf Tour gehst? Das ist ja keine vegetarische Küche. Nein,

Ole Plogstedt: also das Schöne ist, dass wirklich viel vegetarisch gegessen wird. Wir bieten das an. Und das Ding ist tatsächlich, dass wir in diesen, Wir gehen jetzt zum Beispiel mit den Hosen auf Tour, da sind wir so richtig viele Leute. Also auch für diese vielen Leute, immer in den einzelnen Orten, wo wir frisch einkaufen müssen, Kriegen wir die Quantität überhaupt nicht an den Start. Was heißt hier? Viele Leute? Bei einer normalen Tour sind es so 60, irgendwie 60 Leute unterwegs, dann hast du mal ein paar Gäste dabei, das heißt, du rechtest mal so 60, 80 Essen, die du machen musst, Vollverpflegung halt. Und bei den Hosen ist es halt, ja, das variiert mal sehr, aber bei den Open-Air-Dingern, Das ist schon richtig viel. Also wir sehen dazu, dass wir zum Beispiel, pute, kaufe ich gar nicht mehr. Bei dem Schwein guckt man, dass man ein Duroc-Schwein kauft. Also, dass man da wirklich schon irgendwie zusieht. Wir haben jetzt zum Beispiel auch die Plastikflaschen irgendwie aus dem Programm genommen und haben nur noch Glasflaschen. Das funktioniert echt wunderbar. Das hätte ich vorher gar nicht gedacht. Ich habe euch zum Beispiel auch so einen kleinen Becher mitgebracht, So einen Karabinerbecher. Und die haben wir auf Tour auch, weil wir halt den Müllberg kleiner machen wollen. Also, Hundertprozentig funktioniert es nicht, aber man kann immer das, was man macht, Step by step. Was ich aber noch erzählen würde, was du sagst, ist ja der Johannes Oerding und hat die Wurst nicht erkannt. Ich habe eine... Kochshow, Das war in der Nähe von Stuttgart, in Ditzingen. Oder so, mit einem Freund. Und da hatte ich eine Pasta Bolognese gemacht. Mit Bio-Hack. So habe ich es angekündigt und habe die gekocht und habe in einem kurzen Moment dann das Hackfleisch dazu gemacht. Das habe ich schon mal vorbereitet, schon mal angebraten, und das war halt geschredderter. Räuchertofu mit Steinpilzpulver. Und habe dann diese Soße gekocht, habe denen dann dieses Essen serviert und alle fanden es total lecker. Und danach habe ich ihnen erzählt, dass Sie mir in das vegane Schlachtermesser gerannt sind, dass ich sie verarscht habe.

Intro & Outro Speaker: Und dann sagt einer, Er hat eine Soja-Allergie. Ja,

Ole Plogstedt: das wäre dann doof, aber jedenfalls gab es wirklich Leute, die vorher gesagt haben, das war ja total lecker und hinterher, Ich hätte Vorurteile gehabt. Und genau das wollte ich durchbrechen, das ist ja der Vorteil. Also meine Gerichte nenne ich auch nie vegetarisch oder vegan, sondern ich koche die einfach, Punkt. So in dem Moment, in dem das Wort vegan drüber steht, Gibt es schon wieder ganz viele Leute, die das ablehnen.

Sebastian Krumbiegel: Wo meine Frage jetzt hin zielte, war eigentlich... Die Richtung, Dass du ja natürlich, wenn du Caterer auf einer Tour bist, dass du natürlich wirtschaftlich rechnen musst. Und wenn du jetzt Caterer auf einer Tour bist, wo du eben wirklich nicht ausschließlich Vegetarier dabei bist, sondern eben Fleischesser, Dann ist es ja ein Unterschied, ob Du da eben... Fürs fünffache Fleischkauf oder so. Genau, ganz genau. Und wie gehst Du damit um? Oder sagst du dann der Band vorher oder dem Veranstalter, Hey, übrigens, wenn wir hier irgendwie cool sein wollen, KaNn ich... Also, es gibt ja auch eine Konkurrenz auf dem Catering-Markt und wie auch immer. Du musst ja irgendwie da im Limit bleiben. Weißt du,

Ole Plogstedt: wenn ich das machen würde, dann würde ich ja den Zuchtzwang haben. Es kommt ja nicht nur, dass ich dann, also ich kriege die ja gar nicht in der Quantität an den Start, also in der Menge, die ich sie brauche. Das wäre ja nochmal teurer, weil ich das so organisieren müsste. Das heißt, ich bräuchte noch jemanden im Büro, der sich nur darum kümmert, diese Sachen in den einzelnen Orten zuverlässig am Start zu haben. Dass die Köche dann das auch wirklich pünktlich zur Verarbeitung da haben. Und das funktioniert halt nicht.

Sebastian Krumbiegel: Ich meine das auch überhaupt nicht vorausvoll. Ich meine, das ist wirklich nur irgendwie, wie... Wie gehst Du sozusagen mit diesem Dilemma um?

Ole Plogstedt: Ich sehe zu, dass ich das, was ich bio kriege, das kriege ich. Und viele Sachen sind auch gar nicht so viel teurer. Also Bananen, zum Beispiel, Das Thema hatten wir ja schon. Oder Paprika, Das ist ein bisschen teurer. Aber wenn du es bio kriegst, dann kriege ich es. Aber meistens hast du, also ganz besonders. In vielen Gegenden, hast du teilweise gar kein Bioprogramm oder fast gar keins. Und dann liegen da irgendwie so drei in Plastik eingepackte Dinger Paprika. Denn ja, du brauchst aber zwei Kisten. Nimmst du auch nicht die drei, weißt du? Dann nimmst du diese zwei Kisten halt, weil du sie halt brauchst. Und weil es auch schnell gehen muss.

Joël Kaczmarek: Also, ich versuche auch mal, Leute, Man darf ja nicht missionieren und ich finde einfach nur wichtig, dass man nachdenkt. Und ich sage das zum Beispiel auch, Bei mir war so ein Insight,

Intro & Outro Speaker: wenn du dir Bio-Fleisch kaufst, das kocht einfach nicht so zusammen. Da ist einfach nicht wie im Supermarkt Fleisch so viel Wasser eingeprügelt. Und das sind dann manchmal so Aha-Effekte, finde ich. Und dann hatte ich aber auch so, ich war neulich im Bioland, das war echt witzig, Ich gehe jeden Tag, glaube ich, gefühlt hin, weil ich mir morgens immer mein Frühstück da auch hole. Und dann sage ich so, ey, ich wollte euch mal sagen, ich finde es total. geil, dass euer Gemüse hier nicht so in Plastik eingepackt ist. Dann guckt der Verkäufer mich an und meint so, sagte er zu mir, als ich gerade die Bananen aus einer Plastiktüte holte. Ich sag so, ja, stimmt, hab ich auch gerade gesehen. Dann gucke ich so runter und sag, guck, mal, scheiße, der Salat. Hier ist auch okay, ich nehme es zurück, Das Kompliment. Ja, dann, meinte er so, nein, nein, hast schon recht. Und da fand ich dann, Da merkt man, okay, wow, es wird komplizierter. Da hat er gesagt, ja, guck, mal, Rucola ist bei uns so ein Ding. Wenn du das ohne Plastikverpackung hier hinstellst, das ist mittags welk. Das kauft dann kein Mensch mehr. Und wenn du eine Packung drüber hast, Das sieht nach vier Tagen noch Top aus. Und dann merkst du so, Ah, shit, Ganz so einfach ist das Leben dann doch nicht.

Ole Plogstedt: Manche Sachen sind dann auch noch begast, damit sie länger halten. Also das ist alles so... Ja, es ist wirklich schwierig. Was ich zum Beispiel auch echt, also? Es ist zum Beispiel auch ein Ding, was wir auch in Ecuador, war. Das so, habe ich das so gelernt. Also gerade der Deutsche Markt, Der nimmt nur die perfekte Banane, wenn da irgendwo ein Vogel drauf gesessen hat und deswegen ein kleiner, schwarzer Punkt ist. Was der Qualität keinen Abbruch tut, Die wird schon aussortiert. Also wenn, ne, Die kontrollieren diese ganzen Container, Wenn die geladen werden, dann kontrollieren die so eine Kiste. Wenn da eine Banane in einer Kiste, dann wird die ganze Reihe aussortiert. Und das geht alles zu Lasten, dann der Bauern auch, der Produzenten. Aber deswegen, Wir haben halt auch so einen Qualitätswahn. Das ist halt, also, ich finde, Eigentlich bräuchte es sowas wie in Stufenweise. Also weißt du, so ganz High-End-Produkte sind halt sehr teuer und die, die, dann schon ein bisschen älter sind, haben einen etwas geringeren Preis und so weiter. Also das sehe ich jetzt zum Beispiel auch an vielen Gourmet-Restaurants und das macht mich total aufregend. Dieser Totale High-End-Wahn, dass alles unheimlich das Allerbeste vom besten sein muss, weißt du. Und nur das Mittelstück vom Filet und der Rest, Ach, egal, Personal oder so, weißt du. Und das finde ich so respektlos irgendwie.

Joël Kaczmarek: Ich habe das bei Pommes immer gehabt. Ich gebe es zu, wenn da so Braune stellen. In den links waren.

Intro & Outro Speaker: Aber ich finde Ja, ein bisschen hat ja Sebastian einen Punkt. Ich verstehe, was er meint. Wie ist denn eigentlich dein Geschäftsmodell? Also auch jetzt in Zeiten von Corona. Du bist ja wahrscheinlich voll umgeschossen. Wie machst du das?

Ole Plogstedt: Null, null, GAR nicht. Also, es ist tatsächlich so, dass ich so ein bisschen Rücklagen habe. Das wird sich wahrscheinlich irgendwann im Alter alles rächen. Panga, wenn,

Intro & Outro Speaker: noch nicht alt, oder?

Ole Plogstedt: Ja, wahrscheinlich. Dann ist ja wieder alles gut. Aber vielleicht wird ja meine Familie älter. Das ist dann auch doof. Nein, es ist halt wirklich so, dass das jetzt erstmal gar nichts an Jobs denkbar ist. Deswegen habe ich jetzt ja auch Zeit, irgendwie so ein kleines Kochformat zu machen. Auf YouTube. Da habe ich ja den Sebastian gerade eingeladen. Wir haben gerade eben eine Sendung aufgenommen und das war ganz toll. Und die nennt sich halt kulinarisch, solidarisch, wo wir dann immer irgendwie einer NGO oder guten Leuten irgendwie.

Sebastian Krumbiegel: Wir haben übrigens, kann man ja gleich mal hier noch mit spreaden, Wir haben den Treibhaus e.V. Döbeln Sozusagen gefeatured. Ein kleiner Verein aus einer kleineren Stadt in der Nähe von Leipzig, die wirklich echt gute Arbeit machen und die echt auch Unterstützung brauchen. Und das finde ich ja auch geil, dass du sowas machst. Aber die Frage ist jetzt trotzdem, also die Joelle gerade gestellt hat, was macht Corona mit dir, was machen die? Wir hatten jetzt Tim Rauer zum Beispiel zu Gast. Tim Rauer Kennst du, ne? Irgendwie Sternekoch und wie auch immer. Der ist ja nun sehr viel, auch international unterwegs gewesen und auch nach wie vor unterwegs. Und er hatte sozusagen, das Glück, ziemlich zeitig von Corona zu erfahren, weil er eben gerade irgendwo in Shanghai oder Hongkong war. Und da sagten die Leute eben dann, EY übrigens hier Wuhan, Da ist gerade irgendwas, da ist die Kacke am Dampfen, Irgendwas kommt auf uns zu. Und da konnte er sozusagen schon planen und hat ziemlich schnell angefangen, sein Geschäftsmodell umzustrecken. Auf Take-away-Zeug. Und das fand ich irgendwie bestechend und fand das irgendwie auch logisch. Hast du über sowas nie nachgedacht? Oder ist für dich, entschuldige, Letzte Frage, ist für dich sozusagen als eigentlich Live-Caterer das Geschäftsmodell vorbei, Wenn keine Touren stattfinden? Punkt aus.

Ole Plogstedt: Also das ist es tatsächlich. Dieses Geschäft ist komplett vorbei. Zwischendurch hatten wir mal irgendwie auch so noch Event-Catering gemacht und das hat mich derartig gestresst und genervt. Das funktioniert auch nicht. Also entweder machst du Tournee-Catering, Da hast du deine Küche und fährst an die Locations und Baust da deine Küche auf. Oder du machst Event-Catering, dann hast du eine Produktionsküche, in der du produzierst und die Sachen anlieferst. Um das Mal grob zu sagen. Beides zusammen funktioniert nicht. Wenn ich jetzt zum Beispiel eine Hochzeit annehmen, würde für in vier Monaten irgendwie 150 Leute. Und dann kommt mir dann aber eine Tour rein, dann kann ich die nicht annehmen, weil ich ja diese Hochzeit machen muss. Weißt du, Deswegen funktionieren diese beiden, also zumindest so, wie ich es mache, diese beiden Sachen nicht. Und das Ding ist, Ich sage mir einfach, ich will irgendwas machen, ich möchte da sein, also auch gesehen werden. Ich zum Beispiel meine Solidarisch-Kulinarisch, was ich da auf YouTube mache. Und dann wird sich daraus irgendwas entwickeln. Wenn ich nichts mache, passiert gar nichts. Also ich habe keinen konkreten Plan, was ich machen kann. Ich hatte die letzten Jahre wirklich ganz gute Jobs. Da bin ich echt irgendwie auch privilegiert. Klar, das ist, Irgendwann wird das alle sein, Aber ich weigere mich jetzt auch, mir da Sorgen zu machen. Also ich versuche, prävent zu sein und offen zu sein. Für alles, was kommt. Aber jetzt irgendwie einen anderen Catering, weiß ich nicht. Das hatte ich halt alles schon mal, und das hat alles irgendwie nicht so funktioniert. Wie ich mir das vorstelle.

Intro & Outro Speaker: Ich habe ja mal eine verrückte Idee. Also, ich blende jetzt mal Corona aus. Ich tue mal so, als wenn Türleben ganz normal wäre. Ich war mal bei Lufthansa zu einem Vortrag gebucht. Und das war die Sparte, Ich glaube, das hieß damals LSG Sky Chefs. Das sind quasi die Restaurants, die die Bordküchen managen. Also, es ist ein unfassbar krasses Geschäft. Das ist so, die können irgendwie, Wenn du einen Flieger buchst und du gehst nicht hin, Dann laden die weniger Essen auf den Flieger rauf. Und so kalkulieren die. Also die können sozusagen eine halbe Stunde vorher noch per Computer ausladen, dass da Essen raufkommt. So. Und deren Geschäftsmodell war teilweise auch, dass die so Küchen gekauft haben in den Lokationen, wo ihre sozusagen Flugzeuge landen. Und richtig für richtig, richtig viel Geld, also wirklich Millionenbeträge. Und ich habe gerade so überlegt, weil bei diesem Tourgeschäft, wenn du dann mal sagst, ich muss dann regional mir da. Einen abasten, wäre es für dich nicht auch denkbar gewesen zu sagen, du machst ein Restaurant, Vielleicht so eine Ghost Kitchen, die gar keinen Publikumsverkehr mehr hat, sondern wo du zum Beispiel lieferst. Und wenn du da weißt, dass, also? Ich glaube, es gibt doch bestimmt so Orte, wo alle durch Touren, so. Weißt du, was ich meine? Dass man dann sagt, Berlin, Hamburg, Leipzig und so weiter. Wäre Sowas denkbar?

Ole Plogstedt: Ich glaube es nicht. Also eigentlich brauchst du dann Festangestellte. Ich arbeite mit Freelancern, also mit freien Köchen. Das sind quasi Subunternehmer. Ich biete letzten Endes die Basis, also die Küche, und habe so quasi so ein Konzept. Und das füllen, die mit Leben, so. Und die Buche ich dann halt dazu. Und wenn ich aber dann ein Restaurant habe, das ist ja genau das, Warum Restaurants noch nicht funktionieren. Also, ich hätte ja auch selber ein Restaurant irgendwie hier in Ottensen, in Hamburg. Das war ja gar nicht schlecht besucht. irgendwie, aber ohne Scheiß, Du müsstest den Staat bescheißen und du müsstest deine Leute unterbezahlen, damit sich sowas einigermaßen hält. Ich rede jetzt von so 50, 60 Plätzen, Restaurants, Wenn du da noch ein bisschen Herzblut da reinlegst und nicht nur Pommes sehr teuer verkaufst. Also das funktioniert einfach nicht, so. Und deswegen würde das, glaube ich, auch nicht funktionieren, weil die meisten Bands ja auch einen Caterer dabei haben. Das heißt, die gehen ja nicht ins Restaurant, die gehen am Offday. Ja klar, da waren auch mal welche bei uns am Offday essen, aber das war verschwindend.

Intro & Outro Speaker: Ob du so eine Art Homebase hast in jeder Stadt und kochst dann da sozusagen? Und bringst es nur noch Rüber an die Eventlocation. Ich glaube, das wäre Wahnsinn. Pain in the ass.

Ole Plogstedt: Ich glaube, das wäre Wahnsinn. Da brauchst du ja, was du, da muss man hochrechnen, was du da an personal brauchst. Ja,

Intro & Outro Speaker: ich sehe schon meine Mathematikkenntnisse hier. Was ist denn mit der ganzen digital kompakt bei dir eigentlich? Also du hast ja vorhin so beiläufig, erzählt, Du machst ein YouTube-Format. Was hast Du für Erfahrungen damit gemacht?

Ole Plogstedt: Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich noch ganz viele Follower brauche. Ich weiß nicht, wie ich sie kriege. Das ist sehr schwer. Und ich weiß, dass ich so beim Instern, also ein Koch von mir, der mir das Mal gezeigt hat, Der hat dann das Wort Betreutes Instern irgendwie in den Raum geworfen. Und genau so geht es mir eigentlich. Also, ich bin da wirklich sehr, ja, ich mache das. Ich habe auch so eine Facebook-Seite und ich habe auch eine Facebook-Gefällt-mir-Seite. Und da bin ich dann, also? Eigentlich weiß man ja, dass man keine Passwörter irgendwo eingibt. Aber manchmal ist man müde und dann ist das so. Also das war halt irgendwie jedenfalls. kurzum. Ich war dumm und meine Seite war weg. Die war echt weg. Das war eine mit, keine Ahnung, 23.000 Followern und blauen Haken. Und die war verschwunden. Und irgendwie war dann auch Urlaub. Und ich habe dann irgendwie ein neues Passwort eingegeben, bei mir im Profil und dachte, jetzt ist irgendwie alles gut, weil ich dann gemerkt habe, irgendwas ist da komisch. So, Meine Frau hat gesehen, da ist noch irgendwie so ein anderer. Admin-Administrator drin. Da habe ich geguckt, nee, bei mir ist keiner, ich kann den nicht löschen. Ich mache mal ein neues Passwort und bin in Urlaub gefahren. Auf diese Weise sind dann auch diese zwei Wochen, die dann irgendwie, also. Dann konnten diese neuen Administratoren, uns auf einmal rausschmeißen und wir hatten keinen Zugriff mehr auf die Seite. Und dann habe ich irgendwie alle Hebel, dachte ich, ach, du Scheiße, was hast du mir? angestellt? Sondern dann habe ich irgendwie alle Hebel in Bewegung gesetzt und dann über alle möglichen Wege Facebook angeschrieben. Und auch über einen Anwalt, der wieder einen Ansprechpartner hatte, der das dann nach Irland geschickt hat. Und so weiter. Und immer wieder bin ich im Kreis gelandet. Also, die haben mich immer wieder auf irgendeine Seite geschickt, wo ich dann wieder dieselben Optionen hatte. Wie vorher, um das zu melden. Also, das ging überhaupt nicht. nicht. Denn auf einmal war meine Frau wieder Administratorin von der Seite. Die hieß dann auf einmal anders, Die hieß dann Ole Rote, nicht. Ole Rote Gourmet Fraktion, Ich bin ja froh, dass die nicht irgendeinen vietnamesischen Namen gemacht haben. Das waren nämlich auch Vietnamesen, die die wohl gekabbert haben. Das konnten wir sehen anhand der Verläufe, anhand der Aktivitäten Protokolle der Admins. Und das Irre war dann, also. Ich könnte sogar ein paar Leute, könnte ich sogar auf deren Profile gehen und da habe ich gesehen, dass die tatsächlich, also ohne Scheiß. Die haben wirklich ganz unverblümt. Seiten mit blauem Haken angeboten. Also auf meiner Seite waren dann auch irgendwelche Videos von Mädchen, die Unterhosen verkauft haben. Oder so. Unfassbar. Und ich hatte irgendwie 200 oder 120 neue vietnamesische Fans. Und die haben ganz viel Werbung geschaltet, mit ganz viel Geld. Ja, auf alle Fälle habe ich dann irgendwie, weil meine Frau hat mich dann wieder als Administrator. Und wir haben noch ein paar andere Leute mit reingenommen, damit wir da viele Leute sind, einfach nur, um Eindruck zu machen und haben alles gelöscht und haben das wieder auf diesen normalen Stand zurückgebracht. Bis auf den Namen, Das muss man erstmal beantragen. Und seitdem ist Ruhe. Jetzt frage ich mich auch, warum meldet sich da Facebook nicht? Warum reagieren die da nicht? Ich habe sogar einen Aufruf gemacht, meldet meine Seite, damit, die das Mal prüfen. Und die haben alle nur gekriegt, ja, nee, Der verstößt nicht gegen die Standards, Irgendwie kannst du nicht machen. Und weiß ich nicht, also, wenn man jetzt mal eins und eins zusammenzählt, wenn die eine Seite kapern. Und die Kaperer ohne Ende für richtig viel Geld. Werbung schalten, Dann ist das natürlich für Facebook ja eigentlich ein viel größeres Geschäft, Als wenn so ein Typ wie ich mal für einen Zehner oder für einen Zwanni irgendwie eine kleine Veranstaltung bewirkt.

Joël Kaczmarek: Ich glaube ja eher, dass das ein Skalierungsproblem ist. Wenn du irgendwie 1, irgendwas Milliarden Nutzer hast, ist, es glaube ich super schwer, dass irgendwie, kannst du bei Google genauso sagen. Wenn ich bei Google mal irgendwie was nicht hingereilt, kriegt, Kriegst du nie einen Support dran, was Amazon zum Beispiel relativ gut. macht, finde ich. Aber sag mal, so rum, ich finde, man kann so zwei Dinge ableiten. Aus dieser Geschichte. Also, einerseits ist es immer so ein bisschen, Man baut sein Haus auf fremdem Grund, und man merkt halt daraus dann auch so eine Abhängigkeit. Und es ist total kacke, wenn dann kein Service, da ist, die mit dieser Abhängigkeit wenigstens einhergeht. Ja,

Ole Plogstedt: genau. Also meine Vermutung ist, dass die gesagt haben, nee, da kommen die Stressen da rum, Die haben das gelöscht, irgendwie, Wir haben hier so viele andere Seiten schon gehackt, irgendwie, dann lassen wir die Mal links liegen. Das ist meine Vermutung. Aber Bye. Egal, Ich habe da echt viel gelernt.

Joël Kaczmarek: Okay, also, du hast dir sozusagen im sozialen, digitalen Umfeld, da mal die Finger verbrannt, aber ist es sonst für dich ein wertvolles Werkzeug?

Ole Plogstedt: Digital doof, sozusagen.

Joël Kaczmarek: Aber ist es für dich sonst ein wertvolles Werkzeug?

Ole Plogstedt: Ich weiß es ehrlich gesagt, nicht. Ich glaube, es wird ganz schön überschätzt. Also zum Beispiel auch Twitter oder so. Also, das sind so ein paar Leute, die sich da... Aber eigentlich ist das... Das ist,

Joël Kaczmarek: glaube ich, nicht deine Plattform, fairerweise.

Ole Plogstedt: Ja, da bin ich eigentlich nur politisch unterwegs. Ja, ich wollte gerade sagen, wenn man so intellektuell, politisch und so... Und ich hatte das irgendwie, Ich habe mich irgendwie zum Beispiel bei Facebook, Da bin ich eigentlich auch so einen Schritt wieder zurückgegangen, weil ich irgendwie mich beim G20 dann für Zeltplätze stark gemacht habe. Und da gab es auch Shitstorms ohne Ende. Und da war ich so ein bisschen, da dachte ich, ey, Was ist dieses Drecksformat irgendwie? DA HATTE ICH da... Und seitdem bin ich da so ein bisschen mit Abstand dran. Jetzt, ja, und jetzt, man sieht halt zu, dass man die Sachen, die man, ne, Eine neue Show auf YouTube oder eine Live-Show oder so, Damit versucht man damit zu bewerben. Und da nehme ich auch mal irgendwie ein paar Euro in die Hand. Und bewerbe die, Weil Leute sagen, das würde es bringen. Stimmt das eigentlich?

Joël Kaczmarek: Bei YouTube jetzt oder bei Facebook? Ne,

Ole Plogstedt: bei Facebook.

Joël Kaczmarek: Das stimmt leider schon. Es ist, glaube ich, einfach mittlerweile ein verstopfter Kanal, durch den du nur noch mit Geld durchkommst.

Ole Plogstedt: Hm, ja, wahrscheinlich. Und... Und ansonsten, ja, weiß ich nicht. Also eigentlich nervt es mich eher, aber auf der anderen Seite macht es auch mal so ein bisschen süchtig, dass man da ständig raufguckt, irgendwie. Deswegen nervt es besonders.

Sebastian Krumbiegel: Die Frage ist ja, ob es dir sozusagen, was bringt. Ja, aber es ist auch dein Ziel.

Ole Plogstedt: Ich weiß es nicht. Vielleicht. Ich weiß nicht, wie es wäre, wenn ich das nicht hätte. Weißt du? Oder? Was wäre denn nicht? Vielleicht würde ich dann das Gefühl haben, dass ich freier bin. Vielleicht würde ich aber auch das Gefühl haben, dass ich gar nicht mehr wahrgenommen werde. So ein bisschen Narzissen sind wir ja alle.

Sebastian Krumbiegel: Ja, wir müssen ja auch wahrgenommen werden, um Geschäfts... Wenn ich zum Beispiel auf Lesereise gehe, wenn ich irgendwie Buch geschrieben, zack, Musikalische Lesereise, Ich höre das ganz oft von Leuten, Die sagen, hey, ich war bei dir, weil du es auf Facebook gepostet hast. Und ich wäre nicht gekommen, wenn ich das nicht gesehen hätte. Da kommen irgendwie 100 Leute. Aber es wären sonst eben vielleicht nur 50 gekommen.

Ole Plogstedt: Es ist ja auch so, also mir fällt das immer wieder auf, wenn man dann irgendwie wieder irgendwelche Freunde trifft oder so und denen sagt, ich habe das gelesen, Total geil.

Joël Kaczmarek: Es gibt eine Sache, die ich bei Facebook und auch anderen sozialen Netzwerken beobachtet habe, ist, Man hat gefühlt eine niedrige Interaktionsquote, also, du machst so einen Post und hast dann meinetwegen 20 Likes, Aber es gibt ganz viele Leute, die das Ding sehen.

Ole Plogstedt: Aber nicht Geliked haben. Und nicht darauf reagieren. Genau, das.

Joël Kaczmarek: Und ich meine an deiner Stelle, also du bist als Geschäftsmann, ist das ja für dich ein Werkzeug. Als Privatmensch ist das nochmal ein anderer Schnack, aber als Geschäftsmann. Ja,

Ole Plogstedt: so sehe ich das eigentlich auch, aber ich bin auch auf der anderen Seite, Ja, klar bin ich auch irgendwie Geschäftsmann, aber irgendwie auch nicht.

Joël Kaczmarek: Da kommt dein Künstlergehen durch sozusagen.

Ole Plogstedt: Ja, wenn du es so beschreiben möchtest, aber. Nein, ich bin halt. Kein abgewichster Typ, der alles für die Kohle macht. Also auch beim Kochen, wenn ich dann irgendwas geil finde. Und dann kostet das aber ein bisschen mehr, Das ist mir jetzt egal, Dann lege ich das Halt drauf, weil ich das so geil, finde.

Joël Kaczmarek: Ich kann das total verstehen. Dann will man die Sachen So haben, wie sie gut sind und nicht, wie sie günstig sind. Ja,

Ole Plogstedt: oder wie man sie haben will. Also, ich bin ja so, Ich glaube, ich bin schon Perfektionist, wobei ich nicht finde, dass alles super perfekt sein muss, Aber das muss meinem Anspruch genügen. So, wie ich das haben will, will ich das denn. Perfekt haben.

Joël Kaczmarek: Es gibt so einen Spruch, ich weiß mal nicht, ob ich den mögen soll, weil ich finde, Viele Leute gehen ja über ihre gesunden Grenzen hinaus. Es ist immer so, Man geht nicht nach Hause, weil es 17 Uhr ist, sondern wenn die Arbeit getan ist. Das ist bei mir immer so ein bisschen so ein Mantra, Dass ich sage, lieber eine halbe Stunde mal drüber sein und vielleicht ein bisschen zu spät. Zum Abendbrot kommen. Man setzt da eine Priorität um. Aber ich würde das Kirre machen, So halbfertige Sachen. Ja,

Ole Plogstedt: aber wenn du dann nochmal irgendwie früher gehen kannst, also weißt du, ich finde, das ist mal so ein Arbeitgeberspruch. Und das finde ich dann... Wenn der dann dir nicht zugesteht, auch mal eine halbe Stunde früher zu gehen, Wenn es passt, dann finde ich das scheiße. Ansonsten, ja.

Joël Kaczmarek: Nee, ich sage das eher zu mir. Wobei ich sagen muss, du bist ja selber Arbeitgeber. Wie geht es denn dir? Ich kann zum Beispiel nicht mit Ambitionslosigkeit, wenn Leute irgendwie so, ach, es ist 17 Uhr, Ich lasse den Stift fallen, kann ich gar nicht mit.

Ole Plogstedt: Also das finde ich zum Beispiel ganz interessant. Das klappt irgendwie mit Freelancern. Total gut. Also, ich habe das Glück, dass ich so eine Geile Crew habe. Und so geile Leute, die auch die Philosophie von der AGF irgendwie so... Aufgesogen haben und ja, die sich im Prinzip auch die Stimmung auf Tour so hoch pushen lassen, dass die diese Ambition haben. Das ist halt auch echt viel Arbeit. Als Caterer bist du der Erste und der Letzte. Da musst du schon Bock drauf haben. Wenn du da keinen Bock drauf hast, dann mach's lieber nicht.

Joël Kaczmarek: Ich glaube, du hast alternative Währungen bei dir. Heute saßen wir zusammen mit dem Noah, der hier auch bei Udo Lindenberg irgendwie Saxophon spielt. Dann hat er mir erzählt, die haben 300 Leute da auf der Tour. So, boah, da dachte ich so, Wahnsinn. Dann geht bei mir was geratterlos im Kopf. Wie sind die Gehälter? Was kostet das? Wie viel Einnahmen hat der durch so ein Stadion? Catering und so weiter und so fort. Und dann habe ich gedacht, Wahrscheinlich ist bei denen aber auch so viel Geilheitsfaktor auf dieses Ding, so dieses Tourlaub, Was der anscheinend geprägt hat, Dass das auch so eine alternative Währung ist. Dass es gar nicht mehr nur darum geht, okay, ich kriege jetzt Stunde X bezahlt, sondern man erlebt einfach auch was.

Ole Plogstedt: Ja, also, ich finde das immer total gefährlich, so Alternative Währung. Das ist irgendwie genauso wie Koch, ist der schönste Beruf der Welt. Toll, Dafür kann ich, ja, aber das wird immer irgendwie, erzählt. Du musst trotzdem nicht davon bezahlen. Ja, eben. Und in der Gastronomie wirst du halt einfach echt ganz oft. Scheiße bezahlt. Und deswegen sind auch viele, die dann Freelancen und dann ein bisschen mehr verdienen, klar. Und ich würde auch gerne noch mehr zahlen. Ich finde, eigentlich ist das ja, Das ist sogar noch mehr wert als das, was man zahlen kann. irgendwie. Aber deswegen, Ich finde das immer total schwierig. Klar, eigentlich muss das jeder für sich selber ausmachen. Aber gerade jetzt als Arbeitgeber zu sagen, hey, Dafür hast du aber auch die Ehre, Campino, einen Teller Nudeln zu kochen. Nee, also echt nicht. Sorry.

Intro & Outro Speaker: Nee, ich bin da anders als ihr. Also für mich ist Geld ein Hygienefaktor. Ich finde, es ist immer wichtig, gut und fair zu bezahlen. Und ich bin bei dir. Ich würde auch gerne mehr zahlen, als ich manchmal gerade kann. Aber ich finde absolut, dass das eine Rechnung ist, die man aufmachen kann. Was erlebt man da? Also Du darfst dann einen Promi-Teller Nudeln kochen. Das klingt krass despektierlich. Fair Point, ja. Aber ich glaube, da ist ja ein Spirit bei, bei dem, was ihr tut. Ja,

Sebastian Krumbiegel: und trotzdem ist es ein Job. Und trotzdem verdienen alle unser Geld damit. Weißt du, es ist ein bisschen so, wie wenn Du sagst, ach, du bist doch Sänger, sing mal was. Sing mir mal einen vor. Ich gehe auch nicht zum Bäcker und sage, gib mir mal ein Brötchen, du bist doch Bäcker.

Intro & Outro Speaker: Habe ich nicht verstanden, Die Brücke zwischen, Ich sage

Sebastian Krumbiegel: Dass wir das nicht aus Idealismus machen. Ich finde, das Muss Man Ich mache es natürlich aus Idealismus. Ich bin mit Leib und Seele das, was ich mache. Ich mache mit Leib und Seele Musik. Und ich glaube, darum geht es.

Ole Plogstedt: Du musst es selber machen. Ich buche doch nicht Leute und sage, Pass auf, du kriegst ja das und das an Kohle. Aber das ist ja auch so ein geiler Job. Und deswegen mach das mal. Das müssen die für sich selber klar machen. Wenn die sagen, ja, die Kohle ist okay für mich. Oder Aber insgesamt, Ich würde so gerne auf die Tour, da kann ich viel lernen, da kann ich viel erleben, da treffe ich die Leute wieder, Deswegen ist mir das wichtig, und das ist mein Ding. Weißt du, das müssen die selber entscheiden. Das kann ich doch als Arbeitgeber nicht. Du bist aber ein Verkäufer. Nein, was heißt, ich bin ein Verkäufer? Ich verkaufe erstmal mein Catering an die Band oder an die Produktion sozusagen. Und ich brauche dazu Leute, und ich weiß, was ich zahlen kann, das sage ich denen. Und wenn ich merke, ich kriege keine Leute mehr. Dann muss ich halt umkalkulieren. Also, ich hatte das tatsächlich, das war wirklich während meiner Zeit als Kochprofi. Also, wir haben ja sieben Jahre Kochprofis gemacht und hatte eine Geile Crew, Die haben quasi viele Touren echt so gemacht, dass ich da echt, also, die haben mir echt ganz viel Wind aus den Sägen genommen. Da habe ich so ein bisschen vergessen, irgendwie immer mal, so die Preise anzuziehen. Und war auf einmal, Scheiße ey, Ich muss denen mehr zahlen. Da musste ich mich dann wirklich echt hinterklemmen, dass ich da auch wieder, dass die Leute nicht abspringen und dass ich halt auch meine Preise anziehe. Und das hat aber auch alles echt funktioniert. Also, das war auch alles erklärbar und überhaupt und wahrscheinlich wird es auch immer so weitergehen. Aber das ist das Ding. Aber ich kann doch nicht hingehen und sagen, weil du hier bei mir einen guten Job hast. Also, wenn das so ist, dann weiß das derjenige Selber oder das muss der selber für sich entscheiden. Und wahrscheinlich ist es im Umkehrschluss, so, wenn es jemand ist, der es nur des Geldes wegen macht. Wahrscheinlich macht er es dann einmal und wahrscheinlich passt er dann noch nicht in die Crew, weißt du? Also, das ist eigentlich eine Sache, die sich selber...

Sebastian Krumbiegel: Also Du hast ja vorhin irgendwie so schön entwaffnend, ehrlich gesagt, dass du eigentlich kein Geschäftsmann bist oder dass du kein abgewichster Zocker bist, der irgendwie das deswegen macht. Du bist natürlich auch, und ich weiß gar nicht, ob du darüber reden möchtest, du hast mir das, erzählt neulich, Du hast ja auch schon schlechte Erfahrungen gemacht mit Partnern, mit denen Du unterwegs warst, wo du dann irgendwie gemerkt hast, oh, jetzt läuft hier aber gerade, was ernsthaft schief. Möchtest du von dieser Erfahrung berichten?

Ole Plogstedt: Also ehrlich gesagt, geht mir das sehr, sehr ins Herz rein. Also weil da auch sehr viel Ja, da war auch sehr, sehr viel persönliches dabei. Dann lassen wir es weg, ganz einfach. Aber grundsätzlich ist es halt so, klar, also weißt du, wenn ich, ey, was ich an Geld schon versenkt habe, ohne Scheiß. Und trotzdem irgendwie geht es mir echt gut, weißt du, also so? Von daher kann ich da echt froh sein.

Joël Kaczmarek: Ich glaube, du machst ein Angebot an deine Arbeitnehmer sozusagen, an die Leute, die mit dir arbeiten, für dich. Ich glaube eher, die Arbeiten mit dir und nicht für dich. Ich glaube, du verkaufst, aber Du machst es gar nicht mit einer Intention, sondern es ist natürlich. Also, wenn man sich mit dir unterhält, Ich glaube, dann ist da sehr, sehr klar, so, hey, wow, das ist ein netter, herzlicher Typ. Der ist aus einer Dunstsphäre, so einem Dunstkreis, Die ist irgendwie links, da kann ich mich mit identifizieren. Ich kriege klar gesagt, was von mir erwartet wird, was geleistet werden kann, was nicht. Und dann macht man sich sozusagen seine Rechnung auf. Passt das oder passt das nicht?

Sebastian Krumbiegel: Einerseits richtig, Andererseits ist es natürlich wirklich so, Wir haben gerade über die Hosen gesprochen. Die Hosen sind eine sehr autarke Band. Die haben KKT als Veranstaltungsband, die haben JKP, Jochens kleine Plattenfirma. Also die haben Ihre eigene Plattenfirma, haben Ihren eigenen Tour-Service. Und das finde ich erstmal total. geil. Die Ärzte übrigens auch ähnlich. Und trotzdem, wenn du Konzerte machst vor zigtausend Leuten, Da wird richtig Geld umgesetzt. Da wird richtig Geld verdient. Und dann irgendwie zu sagen, Also entweder der Catering-Firma, Was weder die Hosen noch die Ärzte machen. Aber dann zu sagen, hey, Du hast das große Glück, mit uns auf Tour zu gehen und dann sozusagen, das weiterzureichen. Nach unten, Damit dann der Caterer seinen Angestellten oder seinen Leuten, die mit ihm zusammen arbeiten, sagt, ja, ey, geil hier, komm, ey, Rock'n'Roll, Aber du kriegst leider nur ein Appel und ein Ei. Das ist unanständig. Das würde ich niemals machen und das würden die auch nicht machen. Und man muss ganz klar sagen, mittlerweile ist Rock'n'Roll oder es ist eben das ganze Veranstaltungsbüro, Es ist ein großes Geschäft auch, und da wird viel Geld umgesetzt. Und die Leute, die da arbeiten, sollen auch anständig Geld verdienen. Wenn wir in Leipzig zeigt Courage machen, unser Festival, Das mit freier Eintritt, ist, das irgendwie nur über Stiftungen, also Die Zeitstiftung hat das unterstützt, zum Beispiel, Die Stadt Leipzig hat das unterstützt, Der Freistaat Sachsen hat das unterstützt. Da ist Geld am Start, und du brauchst Kohle, um eine Bühne zu bauen, um die ganze Peripherie zu machen. Und selbst wenn die Leute eben die Zahlen, keinen Eintritt, ich sage immer, Hey, Leute, jeder, der da in irgendeiner Weise arbeitet, jeder, der da auch Musik macht, Es ist auch ein Beruf. Und die kriegen keine Vollegade oder kriegen auf jeden Fall eine Aufwandsentschädigung. Und das finde ich richtig. Also, ich kriege da natürlich nichts. Ich bin irgendwie einer von denen, die da irgendwie, und wir vier, die das machen. Wir sind vier Leute, die das irgendwie eben als nicht vereinen, aber wir sind so die, Wir sagen mal die fantastischen vier, die das jetzt seit drei Jahren. Eine GBR quasi. Ja, nicht mal das oder vielleicht irgendwie so, ja, aber wir, also. Ich halte mich aus dem ganzen Rechnungsscheiß völlig raus. Ich weiß genau, ich kriege kein Geld, aber ich möchte, dass jeder, der da arbeitet, Geld verdient.

Joël Kaczmarek: Ich sage Hygienefaktor.

Sebastian Krumbiegel: Ja, und das finde ich wichtig und nicht irgendwie, sagen. Hey, geil, Wir sind doch alle hier idealisten und machen irgendwie jetzt hier was Geiles.

Ole Plogstedt: Das hat ja was mit Wertschätzung zu tun. Unbedingt, ja. Also das ist zum Beispiel auch was, was ich immer wieder mitkriege. Also, es gibt Booker, die Buchen, den günstigsten Caterer. Und die gucken wirklich total aufs Geld. Und dann gibt es wieder welche, Die sagen, nee, Ich möchte gerne einen Caterer, der meine Crew gut behandelt. Und das merkst du, Das ist eine totale Wertschätzung an die Crew. Wenn die ein gutes Catering haben, dann sind die viel abgeholter. Also, die sind auch eigentlich viel leistungsfähiger. Ich meine, Stell dir mal vor, Du bist irgendwie total genervt, weil du irgendwie wenig Geld kriegst, weil du irgendwie ein Scheiß Catering hast. Und dann ist irgendwas. Und dann sagst du ja, weißt du was, da muss ich dir jetzt aber was nachberechnen. irgendwie, weil das kann ich jetzt leider nicht umsonst machen. Das ist in dem Moment, in dem du dich da wohlfühlst und irgendwie dich gewertschätzt fühlst, dass der kommt, mach mal nebenher mit, weißt du, Und dann redet keiner mehr drüber. Also im Prinzip rechnet sich ein gutes Catering, dann auch wieder ganz automatisch.

Sebastian Krumbiegel: Der Vergleich hinkt jetzt ein bisschen, Aber du kannst natürlich auch sagen. Um jetzt wieder mal auf mein Lieblingsthema zu kommen, Kapitalismus oder eben in was für einer Welt leben wir. Der Kapitalist gibt den Menschen keinen Urlaub, weil um ihr einen Gefallen zu tun, Er gibt den Menschen Urlaub, damit sie ihre Arbeitskraft reproduzieren. Ja, und das ist auch richtig, so. Und am Ende ist das auch, Das geht gar nicht anders. Wenn du die Leute gut behandelst, Ich glaube, dann sind Sie motiviert, dann sind Sie irgendwie besser dabei. Und ich möchte nicht mit irgendwelchen... Ich glaube,

Joël Kaczmarek: ihr habt so ein bisschen Vorurteile. Im Kopf, habe ich das Gefühl. Ihr habt so... die, Vielleicht so, Ich kenne gerade wieder Tönnies hier mit irgendwie. Arbeitnehmerüberlassungsgeschichten, Taschen voll machen. Ach,

Ole Plogstedt: du meinst den rassistischen Tierquäler?

Joël Kaczmarek: Ja, genau, das hast du gesagt.

Ole Plogstedt: Und Menschenrechts, und Menschenverachter.

Joël Kaczmarek: Weißt du, das ist so ein Punkt, da kannst du nicht hingehen und kannst sagen, ich mache mir die Taschen voll, Sitze in der Loge von Schalke 04, Also, ich unterstelle das jetzt einfach mal so, mal ein plakatives, gemeines Bild. Von Sowas rede ich jetzt nicht, sondern ich rede davon, Man macht ein Angebot und man kriegt ein Gegenangebot, und das ist ein Verhandeln. Am Ende ist es also, Ich glaube, man kann es auch zuspitzen. Leute sehen Vorstellungsgespräche immer so, dass sich der Arbeitnehmer vorstellt. Ich glaube sehr, sehr stark, dass sich der Arbeitgeber vorstellt, vor allem in deiner Branche, weil Köche, glaube ich, was ich so mitkriege, wenn ich mit Ehl Rede und sowas,

Intro & Outro Speaker: Das ist ein aussterbender Beruf, das lernt keiner mehr. Also ich glaube, DER Markt... Ja, warum?

Ole Plogstedt: Knickknack, warum?

Intro & Outro Speaker: Anstrengend und wenig Geld.

Joël Kaczmarek: Genau,

Ole Plogstedt: weil sie eben nicht gewertschätzt werden. Also was ist letzten Endes?

Joël Kaczmarek: Ja, absolut.

Sebastian Krumbiegel: Das ist ja genau das. Ich bin ja vorhin noch über einen Satz von dir gestolpert, Ode, wo du sagtest, wenn du in der Gastronomie arbeitest, musst du auf der einen Seite den Staat bescheißen, wenn du überleben, willst, und auf der anderen Seite deine Leute schlecht bezahlen. Ja, ist jetzt auch populistisch gewesen.

Ole Plogstedt: Wir sind natürlich schon wieder drüber, aber das trifft schon auch sehr, sehr, sehr viele Restaurants zu. Also ich glaube, dass es da schon einige gibt, die mir zunicken würden, wenn Sie sich damit nicht selber ins Messer liefern würden.

Intro & Outro Speaker: Also, ich sehe das immer nur so. Also alle Gastrobetriebe, Die ganzen dreckigen Kassentricks und keine Ahnung. Also kann ich total nachvollziehen. Corona ist ja auch so ein bisschen Zeit der Besinnung. Also, man ist entschleunigt und kann ja was mitmachen. Hat das für dich auch so ein bisschen eine Perspektive geöffnet, dass du sagst, ich Hinterfrag, mal, was ich mache und überleg mir neue Dinge. Oder bist du gerade so ein bisschen in Ab 8 blauer Stellung und überharrst erstmal der Dinge, die da kommen?

Ole Plogstedt: Also, das klingt jetzt vielleicht echt doof, aber ich habe das tatsächlich echt genossen. Also Die Corona kam, und ich habe dann an einem Tag zwei Torequipments zurückgekriegt. Einmal von drei Fragezeichen, einmal von einem Alcantara. Dann haben wir das alles verräumt. Dann nächsten Tag bin ich zur Tafel gefahren und habe dann die frischen Lebensmittel gebracht. Ja, dann wusste man ja nicht, was passiert. Und dann war ja erstmal relativ viel, Geht man nicht raus und bleibt man alle zu Hause. Und eigentlich habe ich da erstmal, also man konnte ja noch gar nicht sehen, Wie lange, was passiert, ist. Wird es auch Geld geben, Ausfallkohle oder nicht? Das wusste ja eigentlich noch gar keiner. Jedenfalls ging ja gar nichts und dann habe ich sehr viel selber zu Hause gekocht. Wir hatten ja noch ein paar Lebensmittel da und habe das aber eigentlich echt total genossen, mal runterzukommen, weil man arbeitet ja schon eine ganze Menge, und da bin ich wirklich mal wieder auf den Boden gekommen. Und dann hat man irgendwie gesehen, okay, das wird wohl alles noch eine langfristigere Nummer. Dann hat man mal geguckt, ja, Kohle, irgendwie das reicht erstmal, das kriegt man da hin. Wir haben nicht so viele Ausgaben. Ich habe keine Mitarbeiter, die ich bezahlen muss oder entlassen muss, außer meine Frau halt, Aber die muss ich ja nicht entlassen. Und ja, das ist halt. Irgendwie die Miete fürs Lager muss man aufbringen und muss halt selber über die Runden kommen. Das kriegt man noch eine Weile hin. Ja, dann hat man halt irgendwie, Dann kam irgendwie ein Kumpel auf mich zu. Und dann haben wir dieses YouTube-Format angefangen. Mit kulinarisch solidarisch. Das ist auch ein komplettes Non-Profit-Format. Also, da verdiene ich kein Geld mit. Ich weiß nicht, ob man das machen könnte, Aber irgendwie finde ich es auch schäbig. kulinarisch, solidarisch und dann noch Geld zu verdienen. Die Kohle,

Sebastian Krumbiegel: die reinkommt, wird gespendet. sozusagen. Ja,

Ole Plogstedt: da kommt gar keine, es werden Leute dann vielleicht spenden. Oder auf alle Fälle wird aufmerksam gemacht. Auf irgendwie NGOs.

Joël Kaczmarek: Also ich merke, hier ist auf jeden Fall was in der Luft. Du bist sozusagen gerade in so einer Sollbruchstelle. Ich habe so das Gefühl, das Brodel. Mir hat es auch super viel Spaß gemacht. Ich finde auch nett, dass du so einen Kapitalisten-Arsch wie mich hier ganz nett mit mir diskutiert. hast. Wie geht es dir? Haben wir noch was vergessen?

Sebastian Krumbiegel: Nö. Wie gesagt, ich habe mich gefreut, dass wir uns wieder getroffen haben. Ja, ich auch total. Ich habe wieder was gelernt. Wie bei jedem Podcast lerne ich Dinge.

Joël Kaczmarek: Glaube ich, fairerweise schwer, menschlich dich nicht zu mögen. So viel darf man auch sagen.

Ole Plogstedt: Das ist aber nett. Nein, vielen, Vielen Dank, dass ich da sein durfte. Wirklich, dass ich mich hier reingemogelt habe. Sorry, dafür.

Joël Kaczmarek: Ach, Quatsch, hast du noch eine Adresse, auf die man gehen soll, wenn man sich für deine Projekte interessiert?

Ole Plogstedt: Naja, also, man kennt mich ja irgendwie auf Facebook, findet man mich unter meinem Namen. Ansonsten solidarisch, kulinarisch auf YouTube, Da würde ich mich natürlich total freuen. Und da ist ja dann auch die Sendung von Sebastian und mir drauf. Und die war auch toll.

Sebastian Krumbiegel: Und RGF gibt es da auch irgendwie?

Ole Plogstedt: Also RGF ist halt tatsächlich so ein Business-Ding. Also, es gibt eine Seite, da passiert nicht viel. Also auf den Webseiten passiert auch so lange nicht viel. Das ist ja immer alles nur noch auf Social Media. Also meine Seite ist halt meine Rote-Gourmet Fraktion. Es gefällt mir, Seite ohne Plotsch, ohne Gourmet Fraktion. Und da poste ich dann halt, was mich politisch bewegt. Und da poste ich halt was, was ich gerade mache. Und ansonsten ist RGF ja, es ist halt Business. Also wenn du eine Band hast, die Hallen voll macht, dann, sagt Dein Booker, Ruf RGF an. So, Aber das machen auch schon ein paar.

Joël Kaczmarek: Richtig so.

Sebastian Krumbiegel: Ja, ich habe das vorhin gerade gedacht. Wir haben ja schon über KKT gesprochen. Ja, genau. Kikis kleiner Tourneeservice. Genau, ganz super. Landstreicher ist zum Beispiel eher anmerkant. Ja, das Landstreicher. Genau, das sind so unsere. Du suchst dir ja auch Leute aus, mit denen du Arbeitest sozusagen.

Ole Plogstedt: Vielleicht habe ich ja die Zeit, das doch zu sagen. Also, ich habe seit 25, 26 Jahren mache ich das Ganze. 27 fast. Also früher haben wir dann. Kamen irgendwie Veranstalter, die dir gesagt haben, oh, Das war viel zu teuer und da waren wir echt total günstig. Und man hat sich so gedacht, scheiße, ey, okay, es muss noch günstiger werden. Dann hast du irgendwie geackert und geackert und nichts verdient. Mittlerweile kenne ich das Business. Ich weiß genau, wie es funktioniert. Ich weiß, was ich brauche. Ich weiß, was ich meinen Leuten zahlen muss und so weiter. Und kann einen Preis aufrufen. Das heißt, wenn jetzt mal von irgendeinem Veranstalter eine Anfrage kommt. Und sagt, ah, da musst du aber im Preis ganz viel runtergehen, dann sage ich, ach, du, sorry, das tut mir ja leid. Na, gut, aber Ruf mich wieder an, wenn mal wieder, was ist. Aber das kriege ich dann gleich hin. Kriege ich das nun den Tschüss und halt, halt, halt, warte, warte, warte, warte, Ich frage nochmal. Und dann klappt es dann auf einmal doch. Also, das hat man sich über die Jahre echt erarbeitet, dass man Cool ist und weiß, wo man steht und weiß, dass man sich da auch nicht unter Preis verkaufen muss. Dass du nicht gierig bist, aber, dass du dich auch nicht unter Preis verkaufst. Und dass es auch funktioniert, also eher besser funktioniert, wenn ich da wirklich mein Geschäftsmodell durchziehe. Zu den Preisen, die ich habe, und ich glaube gar nicht, so. Mit vergleichbaren Caterern, Da nehmen wir uns auch nichts. Also, das ist gar nicht, Man denkt immer irgendwie, da hat man eine Zeit lang wirklich gedacht, RGF, Die sind so super teuer, weil wir irgendwie durch den Namen Halt auch so recht bekannt wurden, irgendwie. Und dann hat man sich dann gleich gedacht, irgendwie, die sind total teuer. Und letzten Endes waren wir aber mit vergleichbaren Caterern, die ein ähnliches Niveau fahren, echt vergleichbar. Und von daher.

Intro & Outro Speaker: Bei viel, viel geilerer Qualität.

Ole Plogstedt: Weiß ich nicht. Ja, sag jetzt ja. Nein, Andere machen ja auch noch gute Qualität. Das ist das Adelste.

Sebastian Krumbiegel: Das finde ich echt geil. Ja, komm, Ole. Nicht Licht unter den Scheffel stellen, sondern auch mal sagen, yeah, ich bin ein geiler Scheißer.

Ole Plogstedt: Ja, vor allem sind meine Leute Geile Scheißer. Ja. Weil ich stehe ja selten am Herd jetzt nur noch.

Intro & Outro Speaker: Es war ein Fest. Also, wir fassen nochmal ganz kurz zusammen. Kulinarisch, solidarisch. Rote Gourmet Fraktion. Und du bei Facebook.

Ole Plogstedt: Genau.

Intro & Outro Speaker: Ole Plogstedt. Sehr gut. Ja, vielen Dank.

Ole Plogstedt: Kommt zuhauf.

Intro & Outro Speaker: Vielen, vielen Dank.

Ole Plogstedt: Ich danke euch.

Intro & Outro Speaker: Tschüss.