Cover der Folge „Reflexintegration: Wenn alte Reflexe dich im Dauerstress halten“

Reflexintegration: Wenn alte Reflexe dich im Dauerstress halten

7. August 2026, mit Joël Kaczmarek und Anne Cornelius

Transkript

Joël Kaczmarek: High Five, Leute! Hier ist Joël und Ihr wisst... Feel Good Friday. Da geht es um Gesundheitsthemen, wie wir da wachsen können. Ey, und Wachsen ist ein richtig gutes Stichwort. Kennt Ihr das, dass man als kleine Kinder reflexe, hat? Und manchmal im Leben ist es ja so, dass diese Reflexe einem dann irgendwann nicht mehr dienen. Und was passiert denn dann eigentlich? Da habe ich noch nie drüber nachgedacht, bis ich dann irgendwann mal auf ein Thema gestoßen bin. Namens Reflexintegration. Dass es manchmal sein kann, dass wir Reflexe in uns tragen, die wir als Kind quasi aufgenommen haben, Die eine Funktion hatten. Aber wir haben die nicht so richtig integriert. Und jetzt haben wir sie im heutigen Leben immer noch.

Und die beeinflussen uns vor allem, weil sie Energie kosten. Und mehr noch, Es gibt ganz viele Dinge, auf die sich das auswirkt, unter anderem das Nervensystem. Also heute ist eine Folge, Da nimmst du ganz viele Sachen mit, die Dich vielleicht beeinflussen, von denen du aber gar keine Ahnung hattest. So, Und da ich auch keine Ahnung von hatte und auch noch nicht so richtig habe und das ändern möchte, Habe ich mir heute die Liebe Anne Cornelius eingeladen. Anne ist Coachin und Therapeutin. Und ich würde mal sagen, darauf spezialisiert, bei den Menschen mit dem Unterbewusstsein zu arbeiten. Das heißt, sie macht so Reflexintegration, Sie arbeitet auch viel mit Hypnose. Und sie hat zu mir so schön gesagt, sie versteht sich eigentlich als Potenzial-Coach.

Und that being said, würde ich mal sagen, arbeiten wir mal alle an unserem Potenzial. Und da bin ich neugierig. Hallo, schön, dass Du da bist, Liebe Anne.

Anne Cornelius: Ja, Hallöchen. Ich freue mich auch sehr.

Joël Kaczmarek: Ja, klasse. Also, muss ich jetzt erst mal fragen. Ich habe das ja so laienhaft gerade wiedergegeben. Über Reflexe. Stimmte das so halbwegs? Ja,

Anne Cornelius: ich fand es gerade ganz lustig, wenn du gesagt hast, ihr kennt ja alle, das mit den Reflexen. Aber in der Regel ist einem das ja überhaupt gar nicht bewusst. Also. Jeder hat vielleicht schon mal, was von Reflexen gehört. Das sind erstmal automatische Bewegungen. Und wir alle haben Reflexe in uns. Der Atemreflex zum Beispiel, Den kennt jeder. Und so erkläre ich das tatsächlich auch den Kindern immer. Du kannst natürlich kurz versuchen, diese automatische Bewegung von Einatmen und Ausatmen, so kurz zu unterdrücken. Geht aber nicht lange. Irgendwann musst du atmen und das ist wundervoll, weil. Deswegen müssen wir einfach nicht die ganze Zeit drüber nachdenken, ich muss jetzt einatmen oder ausatmen, weil dann könnten wir eigentlich gar nichts mehr machen.

Das heißt, unser Körper ist super intelligent, Super Schlau. Und der möchte einfach uns unterstützen und automatische Dinge für uns tun. Genau. Und so ist das eben auch mit den sogenannten frühkindlichen Reflexen, die… Die sind wie so ein Betriebssystem in unserem Körper, in unserem Gehirn. Die sitzen so im Stammhirn, Unser Ältester Gehirnteil, unser Neandertaler Gehirn, sage ich manchmal auch. Und damit werden wir geboren. Das heißt, dieses Betriebssystem, Diese frühkindlichen Reflexe, Die fangen schon in der Schwangerschaft an und die helfen halt unserem Körper, bestimmte Bewegungen zu machen. Die helfen uns bei der Geburt. Ersten Lebensjahr dann auch die ganzen Entwicklungsschritte auch zu machen.

Du wirst erstmal geboren, du kannst noch nicht viel, außer irgendwie auf dem Rücken liegen, aber du kannst direkt, Können die Babys in der Regel zum Beispiel trinken, also der Saugreflex. Also unser Körper weiß schon, was zu tun ist. Er kann saugen. Greifreflex kommt irgendwann dazu. Genau, Und dann gibt es viele verschiedene Reflexe, die uns dann helfen, die Entwicklungsschritte zu machen und zu krabbeln und irgendwann hinzustellen. Und dann laufen zu lernen.

Joël Kaczmarek: weil woran ich gerade dachte, so ein Reflex, den wir als Erwachsene, glaube ich, kennen, ist, fliegt was auf dein Gesicht zu, Du machst instinktiv die Augen zu. Ja,

Anne Cornelius: genau, genau, dieser Lidschlussreflex, ja.

Joël Kaczmarek: Ich weiß zum Beispiel, als ich Boxtraining hatte, dann versuchen Sie das, so ein bisschen abzutrainingen, was ich voll unangenehm finde, weil ich denke, hallo, das ist doch voll wertvoll, Aber wenn natürlich eine Faust auf dich zukommen, muss, sehr handlungsfähig bleiben.

Anne Cornelius: Genau, genau.

Joël Kaczmarek: Weil das andere, was mir sonst einfiel, war dieses Cover von dem Nirvana-Album damals mit dem Baby, Was so unter Wasser schwimmt. Ich meine, es mal gehört zu haben, dass, wenn man Babys ins Wasser wirft, dass die Luft anhalten, dass die unter Wasser nicht atmen.

Anne Cornelius: Die können automatisch schwimmen.

Joël Kaczmarek: Also es gibt sozusagen so eine Art Betriebssystem, was uns schon mitgegeben wird, Was im Kindesalter quasi, der Babyalter dann.

Anne Cornelius: Genau. Ich vergleiche das wirklich wie so eine Software. Unser Körper, Die Muskeln, Skelett, Alles das ist die Hardware. Und dann haben wir eben dieses... Programm. In unserem Gehirn dieses Software, dieses Betriebssystem, mit dem wir auf die Welt kommen. Und dann hat jeder Reflex, hat dann sozusagen seine Aufgabe und hilft uns dabei, die Entwicklungsschritte zu machen, bis wir eben laufen können. Und dann kann man sich das vorstellen, dass jeder Reflex geht, dann so einmal auf die Bühne, macht, so tadaa.

Joël Kaczmarek: Es gibt einen, den ich immer, wenn man Kinder hat, Merkt man den, kriegt man den Mal in so Geburtshilfe. Groß und erzählt, dass dieser Moro-Reflex... Ich kann das hier so schlecht machen, aber wenn man so, wenn du die auf den Wickeltisch hast. Und dann strecken die die Arme so von sich wie so eine... Genau,

Anne Cornelius: dieses, so. Du legst das Kind so schnell ab.

Joël Kaczmarek: Warum machen die das eigentlich?

Anne Cornelius: Genau, Das ist zum Beispiel auch, wenn im Bauch, also noch in der Schwangerschaft, Wenn die Nabelschnur zum Beispiel zu nah ran, kommt, dann ist das zum Beispiel auch dafür, da, die wegzuhalten. Dieser Reflex, der reagiert können. Auf Visuelles, Wenn was auf uns zukommt. Später dann auch auf Geräusche und bei manchen auch auf Berührungen. Und manchmal sieht man das eben sogar noch bei Erwachsenen. Wenn man sich, Menschen, die sehr, sehr schreckhaft sind, dann reißen die sogar die Arme hoch. Stimmt, genau. Und in der Regel verschwinden diese Reflexe dann. Ja, das heißt, Wir machen diesen Entwicklungsschritt und wenn wir laufen können. Dann tritt dieser Reflex sozusagen in den Hintergrund, Der geht von der Bühne runter, wie so ein Schauspieler. Habe ich dann meinen Auftritt gehabt und dann verschwinde ich. Ich gehe nicht ganz weg, aber ich gehe in den Hintergrund. Das ist ein schönes Bild,

Joël Kaczmarek: so offstage.

Anne Cornelius: Ja, genau. Und so kann dann der Körper sich gut entwickeln.

Joël Kaczmarek: Okay, also das erste Ding, was ich schon mal lerne, ist, das sind eigentlich jetzt... Überlebensmechanismus, Überlebensprogramm. Es ist kein Fehler, dass ich sowas habe, sondern es ist, was Wertvolles.

Anne Cornelius: Es ist unfassbar, wertvoll. Das ist auch wirklich, was ich gerne mitgeben möchte. UNSER Körper, alles, Was unser Körper macht, ist so intelligent.

Joël Kaczmarek: Ja, finde ich schon. Es ist fast schon, Ich rieche da schon eine Lektion, die am Ende des Gesprächs kommt, Vertrauen mehr auf deine Körperintelligenz, Das steckt da so ein bisschen auch drin. Ja, gefällt mir. Und jetzt hast du eben gesagt, die gehen so offstage. Wie darf ich mir das vorstellen? Also im Gehirn wird das sozusagen so ein bisschen ausgegraut, weil ich irgendwie weiß, alles klar, Da gibt es keine Nabelschnur. Mehr zum Wegschieben. Trittst Du in den Hintergrund? Und es wird einfach so inaktiviert. So ist das quasi über die Zeit?

Anne Cornelius: Genau, also Es tritt in den Hintergrund. Du kannst dir zum Beispiel vorstellen, es gibt, Viele Reflexe werden ausgelöst, auch durch eine Kopfbewegung. Und dann bewegen sich zum Beispiel Arme und Beine mit. Das hilft uns dann bei der Geburt, sich da durchzuschlängeln. Und eben, wie gesagt, später, diese Entwicklungsschritte zu machen. Und so trainiert sozusagen der Reflex die Muskulatur, Bestimmte Bewegungen, bis wir das gut können. Und dann in dem Fall, das ist ja im ersten Lebensjahr, treten die meisten Reflexe auf, bis dann der Säugling, da alles trainiert hat. Und dann kann die Willkür. Also das, was wir bewusst steuern können. Dann wird sozusagen nicht mehr der Arm automatisch bewegt, sondern wir können irgendwann sagen, ah, okay, Arm, beweg dich jetzt. Ich möchte jetzt das greifen. Also so lange sind die Reflexe dann eben noch da, bis wir es bewusst steuern können.

Joël Kaczmarek: Okay, also mit Willkürbewegung, ist gemeint, Ich mache etwas bewusst aus. Entscheidung raus oder das Willkürbewegung, Das andere, okay.

Anne Cornelius: Genau.

Joël Kaczmarek: Reflexe sind sozusagen das Gegenteil von einer Willkürbewegung.

Anne Cornelius: Das ist was. Was unbewusst passiert, was automatisch passiert, was wir nicht willentlich steuern.

Joël Kaczmarek: Und wann hast du gesagt, ist das? Nach sechs Monaten oder nach sechs Jahren ist das sozusagen schon?

Anne Cornelius: Die Reflexe treten bei jedem Menschen schon im Mutterleib auf und dann vor allen Dingen im ersten Lebensjahr. Und jeder Reflex hat dann, so seine Spanne. Auch da muss man das nicht so festhalten, weil jeder Mensch hat ja seine eigenen Entwicklungs... Ein Fenster sozusagen. Aber so in der Regel integriert. Also die verschwinden dann, Die treten auf und verschwinden dann im ersten Lebensjahr wieder. Es gibt so ein paar Reflexe, Die bleiben auch nochmal bis zum zweiten, dritten, vierten Lebensjahr. Genau. Und dann treten sie in den Hintergrund und ruhen da. Ja. Und manche Reflexe können auch wieder aktiviert werden. Du hast vorhin den Moro-Reflex. Also es gibt so, Man nennt sie auch die Stressschutzreflexe. Das sind so zwei, die vielleicht auch viele Erwachsene kennen, die mit Stress vielleicht gerne mal zu tun haben.

Joël Kaczmarek: Was guckst du mich da so an?

Anne Cornelius: Ich meine, wer nicht? Wer kennt es nicht? Genau, und diese Stressschutzreflexe, Das ist wie so ein automatisches Programm, was uns eben dabei hilft, uns vor Stress zu schützen. Ja, und da haben wir den Moro-Reflex und wir haben den Furcht-Lähmungsreflex. Und die machen wie so eine innere Alarmanlage. Und die sitzen halt tief im Nervensystem, und das Nervensystem will uns ja auch irgendwie... Helfen vor Stress, beschützen. Und wenn wir Stress im Außen haben, dann geht in uns, Geht da so ein System an, Was sagt, okay, Entweder wir kämpfen jetzt oder wir fliehen oder wir stellen uns tot. Freeze. Wir erstarren. So, Und das sind erstmal normale Reaktionen, damit wir handlungsfähig sind.

In Stresssituationen. Das kommt noch so aus unserer... In der Neandertalerzeit, als wir noch vom Tiger wegrennen mussten, da kannst du nicht lange darüber nachdenken, was wäre jetzt hier eine gute Möglichkeit. Was für eine Situation ist adäquat. Genau. Oder dass wir uns, Ach, ja, du rennst vom Tiger Weg und dann auch ein schickes Blümchen, Gucken wir uns das auch noch an. Nee, das heißt, Fokus, Du musst sofort Adrenalin, Cortisol im Körper haben. Das ist was sozusagen. Wo diese Reflexe dir dabei helfen, sofort zu reagieren, nicht drüber nachzudenken, sondern wirklich. Hier musst du dein überleben. sichern. Und jetzt ist das Ding, normalerweise entweder. Wurdest du vom Tiger dann geschnappt oder hast irgendwie ein Versteck gefunden, bist weggerannt, Was auch immer, hast, überlebt.

Dann ist erstmal Pause, dann kannst du dich wieder entspannen. Bei Hunden oder bei Tieren? Generell sieht man das auch gerne mal, Die schütteln sich dann danach. Die Zittern dann, die einmal so ausschütteln. So, Und dann kann alles wieder abfließen. Wenn jetzt aber wir im Dauerstress sind, weil, weiß ich nicht, viel zu tun auf Arbeit, Dann vielleicht noch irgendwelche Emotionen, die noch in uns irgendwie... Gespeichert sind aus vergangenen traumatischen Erfahrungen. vielleicht, Dann kann es sein, dass es eben dieses Runterkommen nicht mehr gibt, sondern dass in uns dieses Alarmsystem dauerhaft aktiv ist und dauerhaft. Der Moro-Reflex sagt, okay, Gefahr, Fight or flight. Und das ist dann halt zum einen super ungesund, weil dann eben die ganze Zeit Adrenalin und Cortisol innen.

In uns ist und auch super anstrengend, weil wir dann auch gerne auch überreagieren, weil unser Nervensystem das Gefühl hat, Der Tiger rennt hier die ganze Zeit hinter mir her und wir kommen gar nicht mehr runter.

Joël Kaczmarek: Aber damit ich das einmal sauber verstehe, also Moro war eigentlich, ich haue die Nabelschnur weg.

Anne Cornelius: Das ist die Bewegung.

Joël Kaczmarek: Weil ich wollte gerade sagen, ansonsten ist es ja sinnhaft, dass ich auch als Erwachsener einen Reflex habe, der mich, Vielleicht ist es kein Säbelzahntiger mehr, Vielleicht ist es irgendwie, keine Ahnung, eine Schlägerei oder so, der mich vor Gefahren sozusagen. Dieses Programm vorholt. Das ist ja per se nicht so sinnvoll.

Anne Cornelius: Genau, genau. Und das ist das, dass wir in wirklichen Stresssituationen oder weiß ich nicht, Ein Auto kommt und wir können ganz schnell reagieren. Super sinnvoll. Diese Reaktion brauchen wir. Nur unterscheidet dann unser, wenn dieser Reflex eben dauerhaft aktiv ist, Sind wir dauerhaft in dieser…

Joël Kaczmarek: Wenn es nicht mehr ausgeht, sozusagen.

Anne Cornelius: Das geht genau, wenn es nicht mehr ausgeht. Und das ist dann eben das gefährliche oder das Anstrengende, wo dann Menschen, vielleicht auch das Gefühl haben, ich komme gar nicht mehr runter. Und da gibt es dann eben genau die Möglichkeit, mit dem Unterbewusstsein zu sprechen und zu gucken, okay, durch so eine Reflex-Integration, Wie können wir jetzt zum einen Diese? Was braucht der Körper, Damit die Reflexe sich integrieren, können, dass die Sozusagen abgeschaltet werden und wirklich nur hochgeholt werden, wenn es gebraucht wird?

Joël Kaczmarek: Okay, also eine Integration der Reflexe heißt da nicht, dass die wie bei so einem Computerprogramm ausgeschaltet. Im Hintergrund liegen, sondern sie sind sozusagen, wie Stand-by. Die sind da, wenn du Sie brauchst, aber Sie sind nicht daueraktiv, während du sozusagen. Normales Betrieb machst. Bis du normalen Betrieb fährst.

Anne Cornelius: Genau.

Joël Kaczmarek: Ich erinnere mich so daran, ich glaube, wir haben da mal drüber geredet, dass es manchmal Situationen gibt, Eine davon mache ich lustigerweise gerade, wenn ich zum Beispiel Auto fahre, Wenn ich nach links gucke, lenke ich mal nach rechts. Ich meine, dass Du was, dass du mir auch mal erzählt, hast, Das sei so ein Symptom für einen...

Anne Cornelius: Das ist der ATNR, genau, Die haben immer so ganz komische Namen, der asymmetrisch-tonischer Nackenreflex. Das ist einer, genau, Der wirkt sich so auf die Bewegung auch vor allen Dingen aus. Das heißt, wenn der Kopf sich zu einer Seite dreht, dann streckt sich die Seite, die Arme und die Beine. Und auf der anderen Seite beugen die sich. Deswegen sieht es aus, wie so ein Fechter, Man nennt den auch den Fechterreflex. Und bei diesem Reflex ist es dann... Zum Beispiel so, dass mit jeder Kopfbewegung, die über die Körpermittellinie geht, sagt sozusagen Ein Teil im Gehirn, Arm Streck dich. Und ein anderer Teil will das natürlich verhindern, damit wir hier nicht die ganze Zeit wie so eine Marionette hier rumlaufen. Oder diese Hampelmann-Figuren, wo man so dran zieht, und die Arme und Beine bewegen sich. Genau, das kann dann eben sein, dass der Kopf bewegt sich und die Arme machen mit. Beim Autofahren Schulterblick.

Joël Kaczmarek: Ich habe immer gedacht, man fährt dann in die Richtung, wo man hinguckt. Aber bei mir ist es genau umgekehrt. Wenn ich links gucke, was ist noch auf der gegenüberliegenden Spur, Dann bin ich manchmal rechts so fast in der Leitplanke drin.

Anne Cornelius: Ja, genau. Ziel ist ja eigentlich, also gerade bei diesen Reflexen, die sich auch auf die Motorik auswirken, dass, wenn die dann im Hintergrund sind, wenn die, wir sagen, integriert sind, dass wir unseren Kopf frei bewegen können, ohne dass jetzt die Arme und Beine einfach mitmachen.

Joël Kaczmarek: Weil das andere, was ich gesagt bekommen habe, ist das, was ich gerade mache. Ich sitze ganz oft so da, dass ich so einen Fuß unter den Oberschenkel nehme. Da sagt mir jemand auch mal, ist das auch sowas?

Anne Cornelius: Das kann sein. Das kann sein, genau. Ich sitze zum Beispiel auch super gerne mit Beinen oben. Liegt aber auch daran, dass ich einfach nicht die größte bin. Und die meisten Sitze oder Stühle sind für 1,75 Meter Menschen, habe ich mal gehört, ausgelegt. Das ist schon gut, wenn man irgendwie Bodenkontakt hat. Aber es kann sein, dass dann der Körper versucht, dadurch, dass der Kopf sich bewegt und dann unbewusst der Körper sich mitbewegt, Dass man durch das Draufsitzen auf die Füße zum Beispiel das verhindern möchte. Bei Kindern sieht man das dann auch, dass die vielleicht körperlich unruhiger sind. Oder manche Bewegungsabläufe einfach nicht gut gehen. Ich kann mich erinnern, bei meinem Sohn war das auch so, als der Inliner Fahren gelernt hat, Der hatte noch so ein Reflex aktiv, wo immer, wenn der Kopf nach unten geht, strecken sich die Beine. Und ich immer zu ihm, du musst in die Knie gehen. Beim Inliner fahren, so ein bisschen die Knie anbeugen, dann bist du softer. Aber er guckte nach unten und zack, streckten sich die Beine wieder. Es war nicht möglich, bis wir diesen Reflex integriert haben. Und dann sind plötzlich dann... Bewegungsabläufe möglich, die vorher nicht so gut gingen.

Joël Kaczmarek: Ich frage für einen Freund.

Anne Cornelius: Ja?

Joël Kaczmarek: Gibt es so Classics, Also gibt es so klassische Reflexe, was du bei Erwachsenen immer wieder siehst, die irgendwie reaktiv sind. Und woran kann ich die erkennen?

Anne Cornelius: Also, das ist definitiv, Das sind die beiden, von denen ich vorhin auch schon erzählt habe. Die Klassiker sind der Moro-Reflex und der Furchtlähmungsreflex. Das sind diese Stress-Schutz- Reflexe, die Genau, die eine Überempfindlichkeit machen können im taktilen Bereich, also dass wir vielleicht auch nicht so gerne kuscheln oder Berührung oder wenn jemand hinter uns steht.

Joël Kaczmarek: Ich mag das im Bett gar nicht, wenn ich beim Schlafen berührt werde, kann ich auch tot nicht leiden.

Anne Cornelius: Ja, es ist auch spannend, dass viele berichten auch, dass sie beim Schlafen, dass sie dann in dieser Moro-Haltung zum Beispiel auch. Die habe ich auch,

Joël Kaczmarek: die habe ich auch.

Anne Cornelius: Genau, dass man dann, Das Bewusstsein ist ausgeschaltet und dann werden die Reflexe oder das Reflexmuster sichtbarer.

Joël Kaczmarek: Ja, weil ich meine, was zur Ehrlichkeit dazugehört, also, ich habe mir irgendwann, Fiel mir das Mal auf, dass ich so dachte, warte mal ganz kurz, Ich habe mir mal irgendwie so eine Decke oder so übers Gesicht gelegt, über die Ohren. Irgendwann, ich meine, das ist eigentlich ganz gesund, wenn es dunkel ist, mit so Schlafmaske, Dann habe ich gemerkt, krass, du deckst dich so ab, damit du nicht die ganze Zeit Input kriegst. Also ich glaube, ich bin nachts so ein Kandidat. Damit ich ausruhen kann, will ich nicht die ganze Zeit so scannen. Das passt ja treuerweise genau mit deiner, also ich komme mal zu dir.

Anne Cornelius: Absolut, ja, Voll gerne, genau. Also auch Lichtempfindlichkeit ist auch so typisch für den Moro-Reflex. Das sind auch gerne mal Menschen, die super gerne Sonnenbrillen auch aufhaben.

Joël Kaczmarek: Das macht wirklich ein Bild, weil ich habe das wirklich, wenn wir mal gedreht haben. Früher mit Kamera, Ich habe richtig Tränen in den Augen gekriegt von diesen Scheinwerfern.

Anne Cornelius: Ich habe immer gedacht,

Joël Kaczmarek: es ist der Vitaminmangel. Siehst du mal, da kommt man ja nicht drauf, oder? Ja. Bei vielen dieser Dinge.

Anne Cornelius: Genau, deswegen ist es einfach gut, darüber Bescheid zu wissen. Und das Ding ist, Reflexe sind jetzt keine Krankheit oder so. Man kann damit leben, aber es lebt sich halt leichter ohne.

Joël Kaczmarek: Wie läuft es denn ab, wenn man sowas integriert? Ein bisschen Was habe ich bei dir ja schon erlebt. Das war sehr körperlich, ehrlich gesagt. Also das war dann so mit Beinen Hin und her Schwenken. Und irgendwie mach mal den Kopf, so, mach mal die Beine, so. Hol mich mal ab. Genau,

Anne Cornelius: also es gibt wie immer, gibt es natürlich verschiedene Möglichkeiten, diese Reflexe zu integrieren. Und ich selber habe vor vielen, vielen Jahren mit bewegungsorientierten Übungen, so Übungsprogrammen damals angefangen. DAS sind... Und die sind oft sehr langwierig, wo dann auch meistens kommen ja dann auch die Kinder und danach dann die Eltern auch.

Joël Kaczmarek: Das ist eine gute Akquise, wenn die Eltern zugucken, das würde ich auch.

Anne Cornelius: Ja, voll. Das lohnt sich auch total, weil es ist ja immer ein Familiensystem auch, und das ist gut, bei allen zu gucken.

Joël Kaczmarek: Ist das so, dass sich das sozusagen auch über die Familie sozusagen? dadurch, dass man zusammen sozialisiert?

Anne Cornelius: deaktivieren, wenn bei einem so der Moro-Reflex zum Beispiel an ist. Das heißt, das ist ja auch, dass der Körper ist reaktiver. Das heißt, wir reagieren auch schneller, Auch in Konfliktsituationen reagieren wir schneller. Und wenn, bei dem Moro ist das dann ja entweder Angriff oder Flucht. Und wenn ich dann halt eher, das ist ein bisschen Persönlichkeitsabhängig. auch, eher Der Angreifer bin, das heißt, schneller laut werde, schneller rumschrei, naja, Dann aktiviert das ja auch wieder das System, zum Beispiel meines Kindes. Ja, da geht es auch nicht um Schuld oder irgendwas. Sondern wirklich, dass man, ja, im besten Falle, dass alle dabei sich gucken. Und dass alle Nervensysteme da entspannt, sich besser entspannen können und sich gegenseitig auch besser co-regulieren können.

Joël Kaczmarek: Jetzt habe ich dich hier mit meiner Frechen Zwischenfrage unterbrochen. Ja. Also Bewegung ist ein Weg. Erzähl mal mehr davon, wie man das integriert.

Anne Cornelius: Ah ja, genau. Wir waren bei den Bewegungen. Ich bin mit, also, ich habe selber noch diese Bewegungsprobe. Programme Mit meinem eigenen Sohn durchlaufen. Ich fand das sehr, sehr anstrengend und bin irgendwann in meiner Praxis auch an Grenzen gestoßen, dass ich einfach gespürt habe, okay, Das funktioniert bei vielen und bei manchen sitzen da aber noch irgendwie, Da kommt es dann zum Beispiel wieder, der Reflex. So, das heißt für mich, Ich liebe das da immer auch wirklich an der Ursache anzufangen oder zu gucken, was ist es denn? Und ich schaue mir mittlerweile mehrere Ebenen einfach an. Das heißt, ich arbeite mit der kinesiologische Reflexintegration. Müsstest du mir mal erklären,

Joël Kaczmarek: was das heißt, kinesologisch?

Anne Cornelius: Also mit der Kinesiologie können wir den Körper befragen und der Körper reagiert, wie so beim Lügendetektor, über einen Muskeltest. Der Körper kann dir Antworten geben über... Einen starken oder einen schwachen Muskel. Das heißt, wenn dein Körper, Du stellst dem Körper eine Frage und dein Körper kann mit einem Ja antworten, Das wäre dann mit einem starken Muskel. Ich in der Praxis mache das über den Fuß, Man kann das aber auch selber über die Finger auch machen, zum Beispiel.

Joël Kaczmarek: Das kriege ich immer nicht hin.

Anne Cornelius: Hast du schon mal probiert?

Joël Kaczmarek: So halb gar nur, aber ja, also, man macht so zwei Kreise.

Anne Cornelius: Du machst, genau, können wir gerne mal machen, weil ich liebe das. Genau, Daumen und Zeigefinger aufeinander. Und dann machst du hier auch mit der anderen, mit dem anderen Hand einen Ring. Genau, und dann erstmal entspannen. Erstmal entspannen. Dann Verstand ausschalten, ganz wichtig. Das ist ja so einfach. HALLO Intuition, Hallo Körper, genau. Und dann stell dir doch einfach mal irgendeine schöne Situation vor, ein Tier, was Du vielleicht... Gerne Magst oder, weiß ich nicht, am Strand, irgendwo, wo du ein gutes Gefühl dazu hast. Ja, hast du? Okay. Und dann sagst du einfach mal, ja?

Joël Kaczmarek: Ja.

Anne Cornelius: Drückst die Daumen und Zeigefinger aufeinander und guckst mal, wenn du jetzt den Ring aus den, also. Du ziehst jetzt an deinen Fingern und du guckst mal, Wie stark ist dein, ja, sind deine Finger, wenn Du

Joël Kaczmarek: volle Power hier.

Anne Cornelius: Volle Power, Alles klar. Genau, sehr gut. Dann schüttelst du nochmal aus. Sehr gut. Machst wieder diesen Ring, die Ringe ineinander. So, Und jetzt stellst du dir mal eine Situation vor, wo du dich ganz unwohl gefühlt hast. Vielleicht auch irgendein Tier, was du eklig findest oder irgendeine Doofe Situation. Hast du? Ja. Okay, dann sag mal nein.

Joël Kaczmarek: Nein.

Anne Cornelius: Und jetzt ziehst du nochmal. Und jetzt guckst du mal.

Joël Kaczmarek: Ist schon ein bisschen leichter, ja?

Anne Cornelius: Ist ein bisschen leichter, ja, genau. Und dann flutscht es nämlich auseinander. Und wenn man das ein bisschen übt, dann kannst du deinem Körper Fragen stellen. Ich finde es immer, am Leichtesten zu üben, mit Essen, mit Nahrungsmitteln, zum Beispiel. Wenn du mal wieder nicht vor dem Kühlschrank stehst und nicht weißt, was du essen möchtest, dann fragst du einfach mal, Ist das Käsebrot jetzt für mich optimal? Und dann sagt, wenn es auseinander geht, sagt Dein Körper halt. Nee, einmal lieber nicht.

Joël Kaczmarek: Ich habe das jetzt mal mit Vorkippen und Zurückkippen geübt. Geht das auch?

Anne Cornelius: Ja, genau. Es gibt mehrere Möglichkeiten. Es gibt auch diesen Pendeltest, wo man das im Stehen einfach macht. Man guckt erst mal, funktioniert. Also wenn ich ja sage, dann kippt man in der Regel nach vorne und bei einem Nein nach hinten. Man kann es auch mit dem eigenen Namen machen. Ja, ich würde sagen, ich heiße Anne und dann gucke ich, kippt mein Körper nach vorne. Wenn ich heiße Dornröschen, dann sollte er nach... Nach hinten kippen.

Joël Kaczmarek: Das eine schließt es dann ja nicht aus. Genau, so dass ich erstmal weiß, ah, so fühlt sich mein ja, und so fühlt sich mein Nein an.

Anne Cornelius: Manche auch hier, Manche müssen ganz doll drücken, weil, also, ich muss jetzt auch da gar nicht doll drücken, Ich lege, die einfach aufeinander und ich fühle, okay, wo komme ich jetzt hier nicht weiter? Und bei einem Nein flutscht das. Genau, Und das ist das Coole, So können wir den Körper eben, also Diese innere Intuition können wir so gut befragen. Manche haben auch schon direkt dann so eine Antwort. Von jetzt, wenn ich nochmal das Käsebrot nehme, dass man so direkt so ein Bauchgefühl, so eine Stimme hat von MHM oder mhm. Aber man kann das nochmal deutlich machen mit diesem Test. Und so mache ich das eben in der Praxis, im Liegen über den Fuß. Dann stelle ich dem Körper eine Frage, zum Beispiel, genau, Gibt es noch frühkindliche aktive Reflexe?

Und dann verschiebe ich den Fuß, und dann kann der Körper mir sagen, ja oder eben nein. Oder eben bezogen auf ein bestimmtes Thema. Wenn du zu mir kommst und sagst, ich fühle mich so gestresst, ich komme gar nicht mehr runter. Dann kann ich deinen Körper fragen, okay, Gibt es da vielleicht noch einen Reflex, den wir uns da angucken dürfen? Und das Schöne ist, Dein Körper, weiß es. Unser Körper weiß es, Nur wir wissen es oft nicht bewusst. Also das ist ganz gut, Dann genau diese Fragen stellen zu können. Und dann kann mir eben der Körper genau auch sagen, Okay, zum Beispiel der Moro-Reflex, Lass uns den Mal angucken. Und dann auf welcher Ebene? Braucht es eine Übung, die wir dann vor Ort machen?

Oder aber sitzen da noch Emotionen da drauf? Und das ist, was wir eben mit der kinesiologischen Reflexintegration. Oder ich auch mit meiner Methode auch super gerne mache, da, auf allen Ebenen zu gucken, weil gar nicht so selten. Gerade wenn dieser Moro-Reflex zum Beispiel immer wieder kommt, immer wieder, Dass wir uns immer wieder gestresst fühlen und immer wieder diese Alarmanlage an ist, Kann es einfach sein, dass da in uns noch Emotionen gespeichert sind. Im Körper aus vergangenen Erfahrungen. Viele vielleicht aus der Kindheit, wo Emotionen nicht da sein durften, wo sie zu überfordernd waren. Und dann hat das der Körper wie so in uns gespeichert. Und dann begegnet uns... Eine Situation im Hier und jetzt.

Und wir fühlen uns, Ja, dieses schöne Wort, getriggert. Und jemand anders nehmen uns aber vielleicht nicht. Ja, warum? Weil in uns dann nämlich noch was gespeichert ist.

Joël Kaczmarek: Okay, also, ich weiß jetzt schon mal, wenn ich zu dir komme, ziehe ich frische Socken an. Ja,

Anne Cornelius: ich bin auch hart im Nehmen, mittlerweile. Aber danke, ja. Du bist aufmerksam von mir, ne?

Joël Kaczmarek: Und dann habe ich dazu in der Tat auch darüber nachgedacht. Jetzt verstehe ich auch, warum du mit Hypnose arbeitest, weil Der Körper ist ja nicht doof. Der macht ja jetzt nicht so einen Reflex in Dauerbetrieb, Weil er irgendwie mal, weiß ich nicht,

Anne Cornelius: uns ärgern will.

Joël Kaczmarek: Weil Venus gerade in einer Linie mit Merkur steht oder so, sondern weil er einen Grund dafür hat. Und dann verstehe ich, wenn du mir jetzt sagst, Hypnose ist Teil deiner Arbeit, dass Du natürlich wahrscheinlich im Unterbewusstsein danach fragst, sagst du hier, was ist da los? Und dann sagt Dein Bruder, Schwester, ich habe da mal irgendwie so.

Anne Cornelius: Ja, voll. Und das sind ja manchmal, zeigen sich dann auch Themen von unseren Ahnen, zum Beispiel. Also von den Generationen vor uns. Da können auch stressige Situationen gewesen sein, die dann weitervererbt, wurden. Und dann wissen wir das gar nicht. Dann machen wir im Hirn jetzt Coachings und verhalte ich doch da mal so. Oder dann auch in Beziehungen mit den Partnern. Was gibt es Elterncoaching, So und so, verhältst Du dich mit deinem Kind? Und dann probieren wir das irgendwie, klappt aber nicht lange, weil dann wieder in uns etwas aktiviert wird, Was Altes.

Joël Kaczmarek: Ich habe von irgendjemandem Mal gehört, Der hatte Angst vor Fahrstühlen. Es gab eigentlich nie einen Grund. Und dann stellte sich heraus, dass der Opa im Krieg im Fahrstuhlschacht verschüttet war. So das Niveau. Ja,

Anne Cornelius: ja. Und das geht also manchmal sogar auch nochmal in andere Leben zurück. Damit hatte ich früher nie was am Hut, aber einfach durch die Erfahrung in der Praxis. Das ist super spannend, was wir manchmal noch in uns tragen.

Joël Kaczmarek: Ich war mal bei der Chiropraktik, ich weiß nicht, vielleicht ist das selten, aber ich finde das völlig intuitiv, dass wenn der immer so am Kopf irgendwas macht, da sag ich mir, Alter, ich krieg da richtig, Panik. Also, ich raste jetzt da nicht aus. Aber das ist so, Ich merke sofort, da denke ich, der bricht mir das Genick. Und dann meinte er, ach, das ist ja witzig, das haben manche Leute, Vielleicht bist du im früheren Leben mal aufgehängt worden oder so. Da dachte ich so, Jesus. Aber als Bild fand ich es auch irgendwie, ich fand es schon irgendwie verständlich, was er meinte. Und jetzt mal, also, ich bin ein spiritueller Typ. Ich glaube, auch, was du sagst, halte ich für plausibel. Aber das ist ja sogar wissenschaftlich. belegt, dass Zellen Informationen vererben.

Anne Cornelius: Das ist wissenschaftlich, genau, über mehrere Generationen. Ja, da gab es auch, Ich glaube, In den Niederlanden war das Mal eine Studie, wo auch nachweislich bei Familien, die eben besonders viel Hunger erlebt haben, Dass dann auch die nächsten Generationen vermehrt auch so Stoffwechselstörungen auch hatten. Und definitiv, ja, das...

Joël Kaczmarek: Also, ich habe das mal jemandem gesagt, wenn der Psychologe war, das hätte es da bestimmt... Bei FAR nicht irgendwie belegt oder sowas. Aber ich fand es ganz plausibel, dass der meinte, Warum sind denn in den USA der große Anteil der Leute in Gefängnissen? Schwarze? Weil natürlich so durch die Sklaverei und die Entwurzelung von zu Hause natürlich auch Dinge nachwirken. Heißt das jetzt, dass jeder, der im Knast ist und schwarz ist, Irgendwie einen Sklavereitraum hat? Nein, aber so als Bild, also sich mal so zu überlegen, wie sich sozusagen, was weiterfährt. Es gibt schon,

Anne Cornelius: denke ich, so kollektive Dinge. Auch hier in Deutschland. Genau, das hat meine Freundin auch zu mir, Die ist Niederländerin, Auch gesagt, dass sie noch nie so viele Schuldthemen erlebt hat. Sie lebt viele, viele Jahre schon in Deutschland. Das gibt es bei uns nicht. So dieses, Wer ist schuld? Wer hat es gemacht? Wer war das jetzt? Stimmt,

Joël Kaczmarek: Es ist der Deutsche.

Anne Cornelius: Ja, und da einfach. Genau, aus den Kriegserfahrungen. Das ist mir da auch nochmal so bewusst geworden. Und tatsächlich Auch in der Praxis begegnet mir das sehr, sehr, sehr oft auch, Diese Themen von Schuld und dadurch nicht in die eigene Kraft zu kommen, Nicht ins eigene Potenzial zu kommen. Weil Schuld ist dann nochmal, wenn man so davon ausgeht, dass jede Emotion auch auf so einer bestimmten Frequenz schwingt. Liebe, Freude auf einer ganz anderen Frequenz als Ich bin schuld. Und wenn ich schuld bin, kann ich auch nicht empfangen oder erfolgreich sein.

Joël Kaczmarek: Also, ich bin da total bei dir und mir liegt immer so am Herzen, aber Menschen, die sich das jetzt anhören und sagen, was ist das für ein Hokuspokus, Was die beide da reden, so ein bisschen abzuholen.

Anne Cornelius: Kann ich voll verstehen, ja, gegen die Aufgröße.

Joël Kaczmarek: Ich verstehe es mit der Schwingung aber sehr gut, weil das kann man ja manchmal auch aus diesem Abstrakt. So übersetzen, weil mir ging es zum Beispiel, so, Das kennt vielleicht jeder, wenn man mal abends mit so einem schlechten Gefühl ins Bett gegangen ist, hat geschlafen und am nächsten Tag bewegt man sich so durch, Dann strahlt man auch so ein bisschen, was, so grumpy, so Grinchiges aus. Sowas kann ja damit auch schon gemeint sein, dass du so eine Schwingung hast, dass Du was ausstrahlst auf Leute. So, wie du guckst, wie die Stimmlage ist, die Körperhaltung und so.

Anne Cornelius: Man merkt das ja meistens, das finde ich immer so spannend, dass das Außen ein Spiegel ist. Das heißt, wird. Sehen uns ja meistens selber nicht, aber gesehen ist im Außen und das, Wie so ein Radiosender stelle ich mir das auch immer vor, das, was wir ausstrahlen, Dieses Programm oder diesen Sender, empfange ich dann auch. Und dann kann ich ja einfach mal gucken, wie ist denn gerade so das Außen zu mir auch.

Joël Kaczmarek: Menschen, da zähle ich euch auch zu, die manchmal sagen, wenn es mir super beschissen geht, gehen alle Leute mit mir voll in Resonanz, Die merken manchmal gar nicht, dass es mir schlecht ist. geht. Und der Grund ist, dass wenn die nicht mehr die Kraft haben, sozusagen, irgendwelche Masken zu halten, Irgendwelche Sachen aufrecht zu erhalten, die vielleicht so kaschierend sind, dass die dann auf andere Menschen sehr, sehr, natürlich in der Sekunde wirken. Das heißt, Sie haben so eine natürliche Anziehungskraft und Überzeugung, weil es ja total authentisch ist, was da passiert. Versus, Ich versuche jetzt nicht gerade voll, das perfekte Bild abzugeben. Es sitzt mein Parfüm noch. Deswegen finde ich das plausibel. Um nochmal jetzt zurückzukommen auf das, wo ich dich jetzt gerade so ein bisschen in weitere Gefilde entführt, habe. Also wir haben über diese Integration geredet oder manchmal auch Reintegration. Also Du gehst hin, arbeitest körperlich, fragst sozusagen über dieses kinesiologische ab, kannst dann auch mit Hypnose arbeiten, um, Sag ich mal, so ein bisschen aus dem Unterbewusstsein rauszukitzeln, Was ist hier gerade Phase.

Joël Kaczmarek: Genau.

Joël Kaczmarek: Wie ist dann, so der Prozess? Also was tust du dann? Was sagst Du dem Körper? Was gibst du dem, dass der das dann in der Lage ist, wieder zu integrieren?

Anne Cornelius: Also, das ist tatsächlich super unterschiedlich, weil ich den Körper frage. Das heißt, ich habe jetzt hier nicht... Programm.ABC.de. Und das mache ich dann mit jedem, das wäre mir auch selber viel zu langweilig, weil auch jeder Körper braucht Ja, was anderes. Das heißt, es ist eigentlich, kann man sich vorstellen, Es ist ein Dialog mit dem Körper, und ich spreche dann über den Fuß mit dem Körper, über den Muskeltest. Und dann sagt der Körper mir, okay, Anne, lass uns da auf der motorischen, also auf der Bewegungsebene. Erstmal arbeiten, das braucht dir in die Bewegung. Dann findet das auf der Liege statt.

Joël Kaczmarek: Was passiert denn bei diesen motorischen Arbeiten? Also warum ist es so, dass, wenn du jetzt beim Becken nach links und rechts kippst, dass mein Körper auf einmal irgendeinen Reflex nicht mehr in den Vordergrund schiebt?

Anne Cornelius: Naja, Zum Beispiel gibt es da auch sogenannte pränatale Übungen. Das heißt, wir machen ein Reset mit dem Gehirn, indem wir bestimmte Bewegungsabläufe machen, Wenn der Körper sich das wünscht, die die Babys sozusagen im Bauch auch machen. Und wir, wir gehen dann noch sozusagen vom Gehirn nochmal zurück und sagen dem Unterbewusstsein, hey, du bist safe, so, wie du damals auch im Bauch warst. Wir geben dem Unterbewusstsein dieses Sicherheitsgefühl wieder zurück.

Joël Kaczmarek: Ich habe lustigerweise gerade ein Gespräch geführt, wo die mir erzählt, hat, wenn jemand per Kaiserschnitt geboren ist, beobachtet sie, dass die Nachts manchmal diese Geburtsbewegungen, die sie nicht hatten, nachholen. Also ist es zum Beispiel bei Reflexen. Jetzt so, dass wenn ich ein Kaiserschnittkind bin, dass dann bei mir sachen. Anders sind, als wenn ich durch den ganz normalen Geburtskanal gegangen bin?

Anne Cornelius: Also, es gibt so ein paar Faktoren, Die können das begünstigen, dass zum Beispiel die Reflexe noch aktiv bleiben. Und das kann zum Beispiel sein durch einen Kaiserschnitt, wo der natürliche Geburtsablauf unterbrochen wurde. Das heißt, diese Reflexe, die müssen sich ja alle ausleben. Und die konnten sich dann aber nicht ausleben. Auch durch diesen Enggeburtskanal durchzugehen, Das sind ja ganz wichtige Erfahrungen. auch. Und dann kann es eben sein, dass die Software sozusagen hängt oder irgendwie ein bisschen durcheinander gekommen ist. Und dann bekommt eben der Körper im Nachhinein nochmal die Möglichkeit, das nochmal nachzugreifen, zum Beispiel. Oder du hast vorhin, das auch mit dem Kopf angesprochen.

Was ich eigentlich jedem neugeborenen Kind bzw. Den Eltern empfehle, ist, die Halswirbelsäule checken zu lassen. Weil, ich habe ja vorhin gesagt, Die meisten Reflexe werden ausgelöst durch eine Kopfbewegung. Bewegen sich Arme und Beine dann mit. Und wenn der Kopf aber durch die Geburt zum Beispiel oder schon durchs Liegen im Bauch oder? Und wenn da eine kleine Blockade ist, kann es sein, dass der Kopf sich nicht komplett drehen kann. Oder nur zu einer Seite. Man merkt es auch vielleicht am Bild beim Stillen. Nur eine Seite geht gut. Oder dann beim Krabbeln, dieses asymmetrische Krabbeln. Manche Kinder haben auch ein Auge kleiner als das andere. Also, dass irgendwie eine Asymmetrie ist. Und das kann daran liegen, dass da eine Blockade in den Halswirbeln ist und die dann eben verhindert, dass sich diese Reflexe voll auslegen können.

Deswegen... Empfehle ich immer, die Hardware nochmal zu checken. Beim Osteopathen wäre es ein bisschen krasser, aber auch beim Chiropraktiker. Und es gibt auch ausgebildete Orthopäden, die sich da wirklich spezialisiert haben auf diese sogenannte Atlas-Therapie. Aber wahrscheinlich würde dann direkt nach der Geburt einmal kurz vom Osteopathen drüber gucken lassen. Wäre eine gute Sache, auf jeden Fall.

Joël Kaczmarek: So, Und jetzt habe ich dich eben schon wieder unterbrochen. Und du warst im Begriff zu sagen, wie du das sozusagen integriert, was da passiert. Also wir hatten gesagt, du machst diese Tests, Dann hast du gesagt, über das Körperliche Hast du so ein bisschen beschrieben, Was dann passiert? Und wolltest es noch weiter vortragen.

Anne Cornelius: Genau, genau. Emotionen werden zum Beispiel gelöst, die dann noch fest sitzen. Manchmal sitzen dann eben noch Emotionen im Körper fest, die eben auch verhindern, dass so ein Reflex Integriert wird. Die zum Beispiel bei dem Moro-Reflex dem Körper sagen, halt mal lieber hier die Alarmanlage an, Das ist sicherer. Weil auch da möchte der Körper uns wieder schützen. Das, was ich damals gefühlt habe, vielleicht irgendeine Blöde Erfahrung in der Kindheit, Das möchte ich nicht noch mal fühlen. Und dann baut der Körper Schutzprogramme auf.

Joël Kaczmarek: So brechen bei dir Leute auch regelmäßig, Tränen dann aus?

Anne Cornelius: Auf jeden Fall. I love it. Weil das ist genau das. Das ist ja was, ich weiß, da haben viele Angst davor, aber DAS ist... Die Heilung. Weil auch das Wort Emotion, Emotion, da ist schon, Es ist Energie, Die Motion, die sich bewegen möchte, die fließen möchte. Und wenn wir uns erlauben, all das da sein zu lassen, was da ist, die Wut, Die Trauer, genau wie die Freude, Alle Emotionen, wenn wir das nicht mehr wegdrücken, sondern, Oh ja, das fühlt sich gerade echt traurig an, Und uns dann erlauben zu weinen, Oder... Nochmal so, weiß ich nicht, nochmal einen extra traurigen Song anzumachen oder dann nochmal reinzufühlen und das fließen lassen, Direkt fühlte sich besser an.

Joël Kaczmarek: Ich habe jetzt körperliche Arbeit schon gemacht, das ist doch wahrscheinlich nicht mit einmal gegessen. Also wenn ich so Körperarbeit erlebe und Traumata, Bewältigung, Da reden wir aber von Jahren, oder?

Anne Cornelius: Nö. Nicht? Nö. Also, ich mag es ja gerne leicht und direkt. Und natürlich kann das... Jeder hat ja unterschiedliche Päckchen. Und das kann ich jetzt vorher nicht sagen. Gibt es da noch ein fettes Ahnthema mit dabei, was wir uns dann da noch mit angucken oder wie viele Emotionen sitzen da noch aus der Kindheit fest. Aber was ich auf jeden Fall aus meiner Erfahrung sagen kann, dein Unterbewusstsein weiß alles. Das ist so unfassbar. Schlau einfach. Und deswegen liebe ich auch diese Hypnose-Tools. Ja, die Hypnose ist ja nicht... Ich lege dich, jetzt schlafen, und du bist jetzt ein Huhn oder so. Sondern das ist ja eher wie so eine tiefe, tiefe Reise zu dir selbst. Und dann können wir auch richtig ein Gespräch führen. Auch das hast du, glaube ich, so in der Art auch noch nicht kennengelernt. Aber wo ich dann auch mit deinem Unterbewusstsein richtig sprechen kann. Oder auch mit Anteilen. Das sind ja immer so Anteile in uns.

Joël Kaczmarek: Ich wollte es gerade sagen, ich habe es mal erlebt bei einer Hypnose, da war, also, ich habe das einmal gemacht und dann hat die mich, Die hat gesagt, wenn ich dich an der Schulter antippe, dann bist du der Sechsjährige. Und wenn ich dich am Arm antippe, dann bist du wieder der Erwachsene. Und ich habe anders geredet. Also, ich habe mich selber gehört, ich habe es alles mitgekriegt. Und ich hätte es auch entscheiden können, dass wir es anders machen und so, Aber ich habe richtig geredet, mich dann anders, Die Stimmlage war anders. Spannend, ne? Ja, war alles lustig.

Anne Cornelius: Und das wirkt ja immer noch in uns. Und das passiert dann eben auch in Situationen, wo wir dann manchmal gar nicht mehr Die Erwachsenen sind, sondern plötzlich das Fünfjährige. Ich aus uns spricht und dann wütend ist und dann irgendwie nur noch reagiert.

Joël Kaczmarek: Ich glaube, wir sollten auch noch mal zwei Sätze sagen. Rund um das Thema Nervensystem. Weil das, was du gerade beschrieben, hast, so mit Cortisol, Adrenalin, Nervensystem in Alarmanlage, Das ist ja sozusagen das Nervensystem, der die Basis drunter. Genau.

Anne Cornelius: Also, was da glaube, ich nochmal wirklich wichtig ist, zu verstehen, dass, Ich habe vorhin schon gesagt, dass diese Reflexe sitzen. In unserem Stammhirn, hier ganz hinten, in unserem aller, aller ältesten Gehirnteil. Und das logische Denken und alles, was wir gelernt haben, Das sitzt ja hier vorne in unserem Frontalhirn. Das heißt, wenn ich im Reflex gerade drin bin, habe ich gar keinen Zugriff darauf. Viele Eltern kennen das vielleicht auch mit ihren Kindern, wenn die dann ihren Wut... Anfall haben, Da kannst du nicht sprechen. Da erreichen wir uns einfach nicht. Oder auch wir selber, wenn wir mal in unsere Limits kommen, wo wir hinterher sagen, Gott, was habe ich denn da gesagt? Ich weiß es, was war denn das? Also, da ist sozusagen keine Verbindung mehr in diesem Moment.

Joël Kaczmarek: Es gibt so einen Defense-Mode vom Gehirn. Wenn du nicht mit jemandem streitest, dann kannst du sagen, was du willst, dann wird nichts angenommen. Sondern es wird eigentlich nur so beiseite geräumt.

Anne Cornelius: Ja, und das ist halt, auch spannend zu merken, auch fleißig in partnerschaftlichen Konflikten. vielleicht, dass man dann auch merkt, also? Ich merke das sofort, wenn mein Partner zum Beispiel, wenn der gerade in so einem Modus ist, das ist nur wichtig für mich, weil dann muss ich auch nichts persönlich nehmen in dem Moment, sondern dann weiß ich, ach, da ist gerade dieser Modus aktiv oder eben bei mir selber auch.

Joël Kaczmarek: Das ist ein schönes Bild. Ich sage dann immer, Die Leute sind nur Beifahrer. Okay, du sitzt gerade nicht im, Wie sagst du das auf? Englisch, Driver's Seat, sagst du in Englisch, sondern bist gerade nur Beifahrer deiner eigenen Emotionen.

Anne Cornelius: Ja.

Joël Kaczmarek: Kann man anders dann verzeihen, damit umgehen? Voll. Das ist persönlich.

Anne Cornelius: Und das ist es genauso, da auch nicht in den Vorwurf zu gehen, sondern das einfach ist, sich zu verstehen.

Joël Kaczmarek: Was beeinflussen denn solche Reflexe eigentlich noch? Also, wir haben jetzt schon so ein bisschen über das Nervensystem geredet. Kannst Du auch, was Körperliches sehen? Kannst Du an Bewegungen oder an Haltung ablesen, Ob jemand sowas hat? Beträgt es sich auch aufs Körperliche?

Anne Cornelius: Ähm, ja. Also, ich muss jetzt vor allen Dingen, auch bei Kindern an. Also so Rundrücken gibt es diesen STNR, der auch gerne mal einen Rundrücken macht. Oder auch, dass die Zunge zu weit vorne ist. Die rutscht dann irgendwann durch den Reflex, auch nach hinten wieder. Und bei so schulischen Schwierigkeiten, beim Lesen, beim Schreiben, Mathe, DA HAT man... Auch festgestellt, Dass Kinder, die da irgendwie auch Auffälligkeiten haben, dass die da vermehrt Reflexe noch aktiv haben. Da gibt es so zwei, diesen STNR und diesen ATNR. Diese Kinder, die damals da irgendwie getestet wurden, in dieser Studie, in die ich gerade denke, Die hatten zu 100 Prozent diesen asymmetrisch-tonischen Nackenreflex, diesen ATNR, diesen Fechterreflex noch aktiv. Und zu 75 Prozent, glaube ich, diesen STNR, der das Krabbeln auch mit unterstützt und einleitet. Und generell ziehen diese Reflexe, wenn die noch sehr aktiv sind, im Körper, Die ziehen auch von der Konzentration viel ab, weil Der Körper ist ja immer damit beschäftigt.

Joël Kaczmarek: Für ein Alarmsystem, Die ganz fest kennt.

Anne Cornelius: Genau, und dagegen dann auch zu halten. Wenn jetzt beim Greifreflex, Also auch da zum Beispiel so eine verkrampfte Stifthaltung oder dass die Hand so sehr weh tut. Ich bin ja ganz ursprünglich Ergotherapeutin, Da werden in der Ergotherapie super gerne so Schwungübungen gemacht. Bei Kindern. Und naja, wenn da so ein Greifreflex noch da ist, Das heißt jedes Mal, wenn was in meiner Hand kommt, genau. Oder auch dieser Fechterreflex. Dann ist ja auch so eine vermehrte Anspannung einfach in der Muskulatur. Und dann kann ich noch so oft irgendwelche Übungen machen. Es wird nicht diesen Erfolg haben, weil ich will ja eine entspannte Hand haben. Ich will, dass meine ganzen Muskeln, Wir haben so viele Muskeln auch in der Hand, dass das alles ganz fluffig miteinander arbeitet. Das ist eine höchste Präzision. Genau, Und deswegen ist so ein Fundament, Diese reflexe dann zu... Entspannen.

Joël Kaczmarek: Okay, ich mache mal so ein kleines Wrap-up. Also, wir haben ja fünf Dinge versprochen. Also, wir haben das Erste schon mal festgestellt, dass Reflexe keine Fehler sind, sondern eigentlich so eine Art. Notfallüberlebensprogramm. Es hilft einem. Das Zweite ist, Wir haben darüber gesprochen, dass die integriert werden, können mal wieder nach vorne flutschen und man kann es wieder reintegrieren. Dann haben wir im Prinzip gesagt, Nervensystem ist der Ort, wo sich ganz viel davon abspielt. Und dann gerade auch beschrieben, dass sie halt zum großen Teil bewegungbeeinflussend verhalten, aber halt auch Ja, im Prinzip damit den Alltag. Und als letztes, weil ich das von dir so mitbekommen habe. Und ich finde es wichtig, nochmal einmal zu betonen, was du gerade so beschrieben hast mit diesem, Ich befrachte immer das Unterbewusstsein und so. Ich weiß, du wirst jetzt, sagen, Es ersetzt keine Therapie, Aber dass wir das nochmal, weißt du, dass wir so mal so ein Verhältnis setzen. Ist es damit getan oder was braucht es noch? Ist es sozusagen so ein abgeschlossener Prozess, wenn du sowas machst und ist da so ein Haken hinter? Weil mein Verdacht ist, dass es immer so ein bisschen das Arbeiten an mehreren Stellen braucht. Und nicht nur eine.

Anne Cornelius: Auf jeden Fall, auf jeden Fall, genau. Du hast ja auch vorhin gefragt, Reicht das jetzt einmal? Natürlich ist das auch irgendwie ein Prozess, weil es lohnt, sich natürlich total auch zu gucken, auch im Umfeld oder in meinem Alltag, warum ist denn, Werden die Reflexe immer wieder aktiviert, wenn ich in einem Job zum Beispiel bin, der mich dauerhaft überfordert? Wenn ich dauerhaft im Tigerkäfig bin, kann ich noch so oft immer wieder Reflexintegration machen. Natürlich muss ich da auch was verändern. Und im Außen da schauen, ein möglichst reguliertes Leben zu leben, was zu mir passt. Zu mir, meinem eigenen Design passt. So wie ich bin, wo ich Freude auch daran habe.

Joël Kaczmarek: Ich war gerade im Begriff, dich zu fragen, ob es so eine Art Prophylaxe gibt. Kann man verhindern, dass Sowas wieder anspringt? Also gibt es etwas, was ich tun kann? Oder ist das sozusagen einfach Teil des Lebens, was ich auch eine faire Antwort, finde?

Anne Cornelius: Ja, ich denke, verhindern, weiß ich nicht. Ich denke, es geht auch sowieso nicht ums Verhindern, weil die Dinge zeigen, sich, die gesehen werden wollen. Sowieso. Aber ich kann natürlich mir ein Leben schaffen, wo ich diese, ich nenne das die Glimmersmomente, auch. Wo ich ganz viele Glimmermomente habe, Das heißt diese kleinen Glücksmomente, wenn ich die wieder wahrnehme, wie so ein Kind, was einfach, weiß ich nicht, stundenlang einen Marienkäfer angucken kann.

Joël Kaczmarek: Bis zu einem gewissen Alter nur, dann kommt Roblox. Aber ja, erzähl weiter.

Anne Cornelius: Genau, Einige Kinder können das. Wo wir auch so vielleicht zweckfreie Dinge tun, wo wir wieder unserer Freude folgen. Das reguliert unser Nervensystem. Und das ist dieses Wichtige, dieses Aufzuhören, immer vom Tiger wegzurennen, sondern mehr, Und das braucht schon bewusste Entscheidungen, und sagen, okay, ich gehe da mal raus. Und ich gönne meinem Nervensystem dieses Runterfahren, dieses entweder mal nichts machen. oder, Ich bin auch nicht so der Typ für nichts machen, Dinge machen, die mir wirklich Freude machen. Weil das ist eben das Schöne, Das können Kinder noch auch sehr gut, wenn man sie lässt. Die Folgen ihrer Freude. Und dadurch reguliert sich unser Unterbewusstsein, unser Nervensystem.

Joël Kaczmarek: Ich finde auch Langeweile ist so ein Ding. Wir haben das ja aus unserer Gesellschaft so ein bisschen verbannt, indem wir immer auf irgendein Display gucken und uns mit Filmen, Serien, was weiß ich, was oder Lesen unterhalten.

Anne Cornelius: Ja, ja. Und für die Menschen, die eben trotzdem gerne. Was tun, Wie gesagt, ich bin auch jetzt nicht die, die jetzt hier stundenlang meditiert, weil ich einfach, ja, ich mag Bewegung, ich mag Action, Aber auch da ist für mich das Tanzen und Singen zum Beispiel die absolute Regulation für mein Nervensystem. Wenn ich merke, boah. Ja, manchmal ist einfach, es gibt diese Tage und da ist einfach viel. Oder es ist auch so eine Anspannung oder hormonelle, whatever da einfach gerade ist. Das sind ja alles Eindrücke, die wir bekommen und dann wieder ein Output zu kreieren. Und für mich ist das absolut Singen und tanzen. Und dann merke ich, ich muss jetzt singen, und dann geht es auch meinem Nervensystem wieder gut. Und das darf halt jeder auch für sich rausfinden. Und das ist so, dass diese Alltagsroutine, die wir machen dürfen und begleitet, Kann man sich dann natürlich noch so diese Altballasten, Da würde ich mir immer Begleitung dazu holen. Einfach, da kommt man selber in der Regel nicht so gut ran.

Joël Kaczmarek: Ja, also, ich nehme mit, Es ist sozusagen eine sehr individuelle Reise. Es ist eine, die man, glaube ich, Nicht alleine schafft, sondern wo man sich Hilfe holen darf, Unterstützung, Rat, was auch immer es ist. Ja. Und, ähm... Die vielleicht mal über den Berg und mal durch den Tal führt. Also Abwechslung gehört ja auch dazu. Spannend.

Anne Cornelius: Und es geht auch nicht, das würde ich gerne noch sagen, es geht nicht darum, den ganzen Keller 100 Jahre aufzuräumen. Das aus meiner Sicht. Dass man jetzt nicht denkt, ich muss jetzt erst fünf Jahre Therapie machen und dann erst kann ich ein glückliches Leben haben. Nee, es ist wirklich dieses... Ja, manche Dinge zeigen sich aus dem Keller, die stehen dann irgendwie noch im Weg. rum, wo man nicht weiterkommt. Aber wir können im Hier und jetzt direkt anfangen zu gucken, okay, wo ist meine Freude? Und der mehr und mehr Raum geben. Und dadurch reguliert sich schon auch ganz, ganz, ganz viel. Das heißt, dass wir eben anfangen, im Hier und jetzt zu gucken, wie will ich wohnen? Wenn ich mir das jetzt wie so Keller und dann hier Wohnbereich angucke. Und, ähm... Dass wir uns unser Leben so gestalten, dass es sich passend für mich selbst anfühlt.

Joël Kaczmarek: Was soll ich da noch als Schlusswort ergänzen?

Anne Cornelius: Amen. Liebe Anne,

Joël Kaczmarek: es war mir ein Fest. Danke für die Aufklärung. Und ich glaube auch für das Aufrütteln, weil wie gesagt, das ist ja sowas von, Ich habe es vorher noch nie gehört, und ich finde es sehr plausibel. alles. Und ja, deswegen freue ich mich sehr, dass wir das zusammen beleuchtet haben. Vielen, vielen Dank.

Anne Cornelius: Danke dir für die Einladung. Ja, und alle, die noch. Zugehört haben. Bis zum Schluss.

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