
Neurotraining Teil 1: Wie Atmung & Zunge dein Nervensystem steuern
Transkript
Luise Walther: Vor allem im Alltag Nasenatmung. Und da kann sich jeder mal selber überprüfen. Es ist erschreckend, vor allem, wenn Menschen gestresst sind, wie sofort der Mund aufgeht und die Anfangen durch den Mund zu atmen. Das ist eine Stressatmung. Das ist nicht das, was wir im Alltag wollen. Also das Erste ist tatsächlich. Nasenatmung. Das Zweite ist, Ich kann über die Atmung bewusst entscheiden, will ich eher angespannt oder entspannt sein. Das heißt, wenn wir uns mehr auf die Einatmung fokussieren, Die Einatmung dominieren, dann sind wir eher im Fokus, in der Konzentration.
Luise Walther: Wenn wir uns mehr als Drittes auf die Ausatmung fokussieren, Die Ausatmung verlängern, dann kommen wir eher in die Entspannung. Was bei den meisten, vor allem die lange Sitzen, passiert, Die füllen ihre Lunge wie mit so einer Espressotasse. Die Rennen wie so ein Duracell-Hasen hin und her, atmen dann vielleicht irgendwie noch nur in Brustkorb. Oder Atmen. Vielleicht auch so, dass Sie den Bauch die ganze Zeit angespannt haben, weil Klamotten nicht sitzen, weil Klamotten zu eng, Die ganze Zeit irgendwie in irgendwelchen Meetings und dadurch Stresslevel sowieso schon erhöht. Und wenn du dann dem Körper dadurch aber diese kurzen Breaks gibst und sagst, Tschüssi. Eigentlich kannst du viel, viel mehr atmen. Rennst du nicht mehr mit der Espresso-Tasse hin und her, Sondern nimmst vielleicht irgendwann mal einen 10-Liter-Eimer und befüllst das Tief und gleichmäßig. Und es wird halt einfacher. Ich bin halt großer Fan davon, es, dem Körper einfacher zu machen.
Joël Kaczmarek: High-Five-Leute, Hier ist Joël. Und ihr wisst, am Feel-Good-Friday interessieren mich Gesundheitsthemen. Jetzt ist mir Folgendes passiert. Ich bin ins schöne Hamburg gefahren, war da auf so einem Gesundheitstreffen. Da sind nur Leute gewesen, Die Sport machen, die sich gesund ernähren. Dann habe ich die Liebe Luise Walther kennengelernt und Luise erzählte mir von Neurotraining. Da war natürlich meine Neugierde geweckt. Was ist das? Wir haben uns schon angefangen, zu unterhalten. Ich habe erste Übungen kennengelernt. Und dann habe ich mal tiefer gefragt, Luise, was machst du eigentlich so? Und dann sagte sie mir, hey, ich bin spezialisiert als Coachin auf Schmerz und Performance. Da ist ja schon mal die neugierde geweckt. Dann habe ich gedacht, komm, Dann sollten wir mal eine Folge zu machen, dass wir uns heute mal darüber unterhalten, über fünf Dinge, Wie neurozentriertes Training dir helfen kann. Also, wir werden über Sowas reden wie Atmung, über Stabilität. Und ich glaube heute richtig, was dabei für euch, weil es auch konkret ist. Also, wir werden richtig auch Übungen machen. Nicht nur langweiliges Theoriegeblal, sondern richtig, richtig Geile, Anwendungen. Von daher, Ich freue mich, da total drauf, Liebe Luise. Schön, dass Du da bist. Hallo.
Luise Walther: Ich freue mich auch, vor allem auf deine Neugier. Das ist ja immer das Schönste, wenn man es wirklich auch erlebbar machen kann. Und nicht nur irgendwelche Fachvorträge hält, sondern wirklich auch, merkt, Da ist eine Begeisterung auf der Seite.
Joël Kaczmarek: Ja, da kannst du Dir aber gewiss sein. Vielleicht fangen wir mal grob an. Bei Neuro denke ich sofort an Gehirn, an Nerven, Aber was genau ist denn neurozentriertes Training?
Luise Walther: Ja, da bist du eigentlich schon genau richtig, weil unser Gehirn ist ja im Endeffekt unser Chef oder Chefin vom ganzen Körper. Also egal, was wir denken, egal, wie wir uns bewegen, egal, wie wir atmen, egal, Welche Gewohnheiten wir haben, Eigentlich entscheidet unser Gehirn in jeder Millisekunde, bin ich sicher, Kann ich hier gerade eigentlich die Performance bringen oder muss ich hier den Körper irgendwie schützen? Und das schauen wir uns halt an. In meinem Fall, du hast es ja gerade schon gesagt, Entweder wollen Leute schmerzenlos werden und oder wollen ihre Leistung steigern. Und Leistungssteigerung oder Performance ist ja bei manchen so fast schon negativ konnotiert. Ich bin da immer relativ entspannt. Das kann natürlich im Sportbereich irgendwie höher, schneller, weiter sein. Das kann aber genauso gut sein. Ich möchte mich irgendwie besser entspannen können. Ich möchte besser abschalten können. Vielleicht auch, Ich möchte meine Atmung optimieren. Vielleicht aber auch einfach, Ich merke, im Alltag ist mir alles zu viel. Ich kann nicht mehr so gut sehen. Ich merke irgendwie, ich werde älter, habe nicht mehr die Konzentration, die ich früher hatte. Und das schauen wir uns einfach individuell an. Okay, was kann man wirklich machen? Und wie kann man es? Individuell dem eigenen Körper, dem eigenen Gehirn leichter machen.
Joël Kaczmarek: Warum kommt man denn mit Schmerzen zu dir? Weil eigentlich, wenn mir was weh tut, gerade vielleicht, Wenn ich im Leistungssport bin, dann würde ich doch eher zu einem Sportmediziner gehen. Oder vielleicht jemanden, der so physiotherapeutisch aktiv ist, osteopathisch, whatever. Wie kommt man denn dann auf das Gehirn und auf die Nerven?
Luise Walther: Total spannende Frage. Das ist natürlich immer ein Zusammenschluss. Also, ich würde jetzt niemanden, DER irgendwie... Keine Ahnung, Gebrochenes Bein hat, sagen, gar kein Problem, Lass den Arzt besuchen, Ich kann dir helfen, sondern ich komme immer ins Team mit dazu. Das heißt, Training, wie der Name schon sagt, kommt natürlich an zweiter Stelle. Also, es geht immer erstmal um die medizinische Abklärung und dann aber beispielsweise, wenn man schmerzen hat, zu sagen, okay, was kann ich aus moderner Schmerzforschung noch übernehmen, Wie kann ich Überatmung beispielsweise einen Einfluss auf den Schmerz haben, aber auch gerade bei chronischen Klienten, egal, ob das dann Kopfschmerzen sind, Rückenschmerzen, Ich habe ja meine eigene Rückengeschichte.
Dann wirklich nochmal zu überlegen, okay, wie komme ich jetzt aber in diese Alltagsbewegung und in den Sport auch wieder rein? Also, ich bin da selber an diese komplette Lücke gefallen. aus, okay, du wurdest medizinisch betreut, Du warst in der Physiotherapie. Und da stand ich irgendwie da und dachte mir so, okay, Ich bin noch nicht fit genug, wirklich wieder ins Fitnessstudio zu gehen. Ich bin nicht fit genug, irgendwie meinem Körper zu vertrauen. Aber eigentlich kümmert sich da keiner so richtig drum. Dann dachte ich mir so ein bisschen vermessen, wie ich bin. Na, wenn das keiner macht, so schwer kann es ja nicht sein. Mach ich das mal. War Gott sei dank naiv genug, mir das zu überlegen. Zu merken, okay, es gibt so viel, was man selber machen kann, Was man auch parallel eben teilweise sogar schon im Krankenhaus machen kann, was du parallel zur Physiotherapie machen kannst, weil ich der Meinung bin, nur, was du selber deinem Körper beibringst, was wirklich selber über das Gehirn auch verarbeitet werden kann, Was eben nicht nur passiv von außen über Therapiereize kommt, Das kann wirklich auch dem Gehirn wieder die Sicherheit geben.
Also, es ist kein Entweder oder, sondern es ist halt eine Ergänzung. Und das finde ich immer irgendwie das Schöne.
Joël Kaczmarek: Ich habe ja, als ich das das erste Mal gehört habe, habe ich so ein bisschen gedacht, Ob ob das so wie Dr. Kawashimas Gehirn-Jogging ist, Was du machst. Ist das in so eine Richtung?
Luise Walther: Jein, kann natürlich auch. Ich glaube, die große Herausforderung ist, Es ist halt alles und nichts, weil alles ist ja im Endeffekt irgendwie gehirnbasiert. Also egal, ob wir uns jetzt die Atmung angucken, ob wir mit der Zunge arbeiten, ob wir Gleichgewichtstraining machen, ob es ganz klassisch wirklich Krafttraining, Isometrie ist. Ich würde es immer so beschreiben, ich setze eher den Scheinwerfer ein bisschen anders. Also zu sagen, mir ist es jetzt egal. Wie tief du ein- und ausatmest, sondern ich gebe den Scheinwerfer eher aufs Gehirn. Wie fühlt sich das für dich an? Bist du danach stabiler? Fühlst du dich danach sicherer? Also ganz viel auch erstmal über die subjektive Wahrnehmung, einfach, um zu schauen, Was kann die Person in dem Moment überhaupt eigentlich erstmal machen? Und wie kriegt man dieses Sicherheitsgefühl? Zurück in den Körper? Weil am Ende geht es ja um Selbstwirksamkeit. Was kannst du selber machen? Und nicht, Wie schaffe ich eine Abhängigkeit von irgendwelchen Trainern, Coaches, Therapeuten oder Ärzten, sondern nur, Was Du 24-7 selber deinem Körper, deinem Nervensystem zuführst. Kann im Endeffekt im Gehirn ja auch zu einer funktionellen, strukturellen Veränderung führen.
Joël Kaczmarek: Und wie darf ich mir so eine Übung vorstellen? Ist es was, was ich dann ab sofort, so wie Meditation, immer jeden Tag mache? Oder ist es irgendwann auch mal fertig?
Luise Walther: Ja, idealerweise musst du es natürlich nicht jeden Tag machen. Also Ich vergleiche das mit, keine Ahnung, Zähneputzen, Fahrradfahren. Wenn du das einmal kannst, kannst du es. Dann musst du es nicht wieder irgendwie beigebracht, bekommen. Und gleichzeitig geht es aber so ein bisschen darum, Wie sieht Halt dein Lifestyle aus? Also, wenn ich das bei mir anschaue, ich bin extrem viel vorm. Handy, extrem viel vorm. Rechner. Das heißt, ich trainiere jeden Tag trotzdem meine Augen und gebe, denen quasi die Reize, die ich durch die viele Bildschirmarbeit nicht habe. Oder ich sitze viel, dadurch, dass ich viel am Rechner arbeite, ist meine Atmung allein durch die sitzende Position natürlich teilweise nicht ganz effektiv und nicht ganz optimal.
Das heißt, je nachdem, wenn ich jetzt viel unterwegs bin, viel reise, vielleicht nicht fünf, sechs mal die Woche Meinen Sport schaffe. Habe ich morgens und abends eine Atemroutine, um dem Körper, so ein bisschen dieses Natürliche zurückzugeben? Weil wenn wir uns mal überlegen, wie wir evolutionär eigentlich aufgebaut sind und wofür wir ausgelegt sind, ist natürlich die Umgebung, in der wir uns befinden, hat nichts mehr mit unserer natürlichen menschlichen Funktionalität oder relativ wenig zu tun. Das heißt, da geht es dann halt wirklich so ein bisschen darum zu schauen, was kannst du im Alltag wieder mit einbauen? Ich bin extrem faul und pragmatisch. Das heißt, ich gucke für mich, aber auch für meine Klienten, Was kann man halt in einem vollen Alltag wirklich auch umsetzen?
Weil wenn ich jetzt sage, so, und jetzt machst du jeden Morgen und jeden Abend irgendwie noch. 10, 20 Minuten. Augentraining und Gleichgewichtstraining und Atemtraining. Und dann noch Stabilität und dann noch Mobility und Kraft, Das schafft ja keiner. Sondern wie kann man es in den Alltag einbauen? Und vielleicht auch so ein bisschen, Was ist gerade dein Schwerpunkt? Wo ist gerade dein größter, entweder Painpoint oder deine größte Einschränkung? Was nervt dich gerade? Wo kann man ansetzen?
Joël Kaczmarek: Ich kann es mir total vorstellen, weil lustigerweise, Ich hatte gestern ein Interview mit einer Paralympin. Die mir dann auch erzählt, dass ich auch noch Krebs bekommen hatte. Also, die sieht nur noch 2% und hat einen Hirttumor. Und dann meinte ich, wie haben Sie das festgestellt? Ja, ich hatte Sehstörungen und dann hatte ich ganz schlimme. Kopfschmerzen. Dann bin ich essen gegangen danach, saß so im Restaurant und hatte einen Kreuzworträtsel gemacht, So ein ganz feinteiliges. Sitzt so da, macht das so, guckt hoch. Und auf einmal flimmerte alles, so. Da habe ich gedacht, so What the fuck, Was ist denn jetzt los? Und dachte so, hey, Hast Du gerade dieses Gespräch in dir? So aufgesogen, dass Du jetzt dein Unterbewusstsein dir hier so einen Streich spielst? Als ich dann abends nochmal Kreuzwort-Rätsel gemeldet habe, wusste ich, woran es lag, nämlich genau dieses Fernwahrnehmung und nahe. Also manchmal finde ich, habe ich dann so festgestellt, machen wir Dinge im Alltag, die wir so für natürlich empfinden, die sich auf unseren Körper und auf unseren Umgang mit der Umwelt auswirken, Aber wir realisieren gar nicht, dass das sozusagen auch auf eine Art ein Extrem ist.
Luise Walther: Absolut. Ja, vor allem, Und ich bin jetzt gar nicht irgendwie gegen Handys oder gegen Laptops, Das ist Grundlage von meiner Arbeit, Aber wenn man sich das Mal überlegt, wenn man das mit einem anderen Körperteil machen würde, Dass man den Bewegungsradius die ganze Zeit wirklich nur auf dieses kleine Viereck auslöst. Das wäre genauso, wenn ich meine Arme die ganze Zeit nur noch in dieser Bewegung quasi hätte. Und nicht mehr im maximalen Bewegungsradius bewege. Also, wer guckt irgendwie wirklich mit den Augen mal maximal nach rechts oder nach links? Das ist ja das, was wir machen, wenn wir draußen sind, in der Natur sind. Keine Ahnung, Da fliegt da ein Vögelchen vorbei oder ein Schmetterling.
Oder ich merke das immer, wenn ich mit meinen Neffen nicht irgendwie auf dem Spielplatz bin. Oder am Strand, man wirklich Quatsch macht, spielerisch unterwegs ist und eben irgendwie nicht guckt. Bewege ich mich richtig oder falsch, sondern man in diesen natürlichen Bewegungsabläufen drin ist. Und wenn aber der Alltag so gestaltet, ist, dass man das irgendwie durchgetaktet relativ selten hat, Dann gibt es halt auch einfach Trainingsroutinen, die man morgens, abends macht, die man mit einbindet. Ich versuche das wirklich sehr niedrigschwellig zu machen, weil ich mir immer so denke, okay, Es muss halt irgendwie auch umsetzbar sein und soll nicht noch zusätzliche Belastung, zusätzlicher Stressor sein, sondern Du willst ja endlich das Nervensystem entlasten und wieder so dieses Gönn-dir-Gesundheit, wieder eine Leichtigkeit in diese Themen reinbekommen.
Joël Kaczmarek: Das ist nett. Dann lass uns doch mal eintauchen. Also, wir haben ja fünf Bereiche versprochen. Atmung, Hast du ja gerade schon mal angerissen, ist? glaube ich so der große Elefant im Raum. Also A, Sehr mächtig, habe ich selber am eigenen Leibe schon gemerkt. Ich meine nicht umsonst auch, wenn man ein Kind gerichtet hat, eine Frau, die schwanger war, Atmung ist sozusagen. The Magic that makes it happen. Was ist denn, so der neurozentrierte Zugang zur Atmung?
Luise Walther: Ja, ich breche mal Atmung runter, weil wir können jetzt irgendwie sieben Stunden, glaube ich, alleine nur über Atmung reden und ganz, Ganz viele unterschiedliche Atemübungen machen. Ich sage meinen Klienten immer, wenn man wirklich mit dem Thema anfängt, du musst eigentlich nur drei Sachen über Atmung wissen von den Basics. Das Erste wäre tatsächlich Nasenatmung. Also Einatmung und ja, Auch die Ausatmung hat über die Nase stattzufinden. Wir haben im evolutionären Prozess, hat sich unser Hirn verkleinert, Nasennebenhöhlen vergrößert, Damit wir eine bessere Sauerstoffversorgung haben, eine bessere Transportfunktion, Einfaches Prinzip der Oberflächenvergrößerung. Das heißt, es ergibt keinen Sinn, durch den Mund zu atmen. Ja, wenn wir Marathon ab Kilometer 36, dann da sprinten. Dann dürfen zumindest Hobbysportler auch durch den Mund atmen. Aber wenn man sich echt mal so Elite-Athleten anguckt, sieht man ja wirklich, Die Atmen komplett nur durch die Nase.
Joël Kaczmarek: Ah ja, Selbst, wenn die in der Belastungsphase sozusagen, ganz oben sind?
Luise Walther: Also, das ist total spannend, je nach Ausdauersportarten, aber auch bei den Sprinterinnen. Wenn du Elite anguckst, Die haben den Mund geschlossen, Die haben ein entspanntes Gesicht. Man denkt sich so, okay, so sehe ich irgendwie aus, wenn ich mich einlaufe. Aber ich werde nicht 100 Meter rennen. Also abgesehen davon, dass ich wahrscheinlich dreifach so lange bräuchte. Aber so dieses erste, vor allem im Alltag, Nasenatmung. Und da kann sich jeder mal selber überprüfen. Es ist erschreckend, vor allem, wenn Menschen gestresst sind, wie sofort der Mund aufgeht und die anfangen, durch den Mund zu atmen. Das ist eine Stressatmung. Das ist nicht das, was wir im Alltag wollen. Also das Erste ist tatsächlich. Nasenatmung. Das Zweite ist, Ich kann über die Atmung bewusst entscheiden, will ich eher angespannt oder entspannt sein. Das heißt, wenn wir uns mehr auf die Einatmung fokussieren, Die Einatmung dominieren, dann sind wir eher im Fokus,
Luise Walther: in der Konzentration. Wenn wir uns mehr als Drittes auf die Ausatmung fokussieren, Die Ausatmung verlängern, dann kommen wir eher in die Entspannung. Das heißt, ich kann mir alle Atemübungen aussuchen,
Luise Walther: die es irgendwie online gibt, oder auf der Welt oder in Büchern, oder wo auch immer. Und kann die individuell an mich anpassen? Was brauche ich eigentlich? Will ich gerade mehr fokussiert sein? Will ich gerade mehr in die Anspannung? Oder will ich gerade mehr in die Entspannung? Weil was ich bei Atmung so Faszinierend finde, mir ging das jahrelang auf den Sack. Mir hat man immer gesagt, Luise, du musst mal ruhiger werden. Entspann dich, mal. Du musst mal Atemtraining machen. Ich dachte mir immer so, quatsch mich nicht voll. Ich atme. Meine Atmung ist super, wie alles an meinem Körper. Ich muss nicht Atemtraining machen. Was soll der Quatsch? Und für mich war Atmung immer assoziiert mit diesem Runterfahren.
Fühle ich, gehe in deinen Körper. Mache irgendwie die, keine Ahnung, Die Duftkerzen an und die Räucherstäbchen. Das war für mich immer Atmung. Also, ich hatte da ein sehr negatives Bild von, Bis ich aber irgendwann vor allem auch so in diesem Leistungskontext verstanden habe, Ich kann entscheiden, ob mein Körper gerade an- oder entspannt sein will. Ich kann, wenn ich auf eine Bühne gehe und maximalen Fokus brauche, mache ich eine andere Atemübung, als wenn ich irgendwie gestresst, genervt bin in der Deutschen Bahn und mir, so denke, schon wieder drei Stunden. Verspätung. Dann will ich vielleicht eher in die Entspannung gehen. Und dieser sofortige Effekt. Das war für mich, glaube ich, einer der größten Erkenntnisse zu sagen, okay, ich kann selber regulieren, wie ich sein will.
Ich bin nicht irgendwie fremdgesteuert, sondern mein Nervensystem, entscheidet. Und über die Atmung ist es ja wie eine Art Fernbedienung. Will ich eher angespannt sein? Brauche ich diese Anstrengung? Oder will ich runterfahren? Und ich glaube, das ist etwas, was vielen nicht bewusst ist. Und vor allem viele im Performance und viele im Schmerzkontext, auch eher eine negative Assoziation. Damit haben. Und das vielleicht auch so ein bisschen Sperrig sehen. Und ich da aber, finde, Das ist die geilste Möglichkeit, mit wenig Aufwand, den Körper erstens besser zu verstehen und auch selber zu regulieren.
Joël Kaczmarek: Das ist ganz interessant, weil ich erinnere mich gerade zurück. Ich war in Vietnam und dann war da so ein Atemtrainer und dann war Eistonne angesagt. Und ich bin so der Kandidat. Meine Familie, weißt du, die tauchen schon unter im See, während ich noch bis zu den Knöcheln drin bin. Ich saß am Ende volle Cannabis hier oben in diesem Ding drin. Ich habe fairerweise auch meine Hände nicht mehr gespürt, aber es kam wieder. Und ich weiß auch noch, der hat so einen Feueratem, glaube ich, gemacht. So tief einatmen, zweimal ausatmen, den dritten Atmer erst komplett lang. Und ich fand das echt faszinierend. Und versuche jetzt gerade nochmal so zu rekapitulieren, woran es liegt, dass man das so genau zuordnen kann, Dass Ausatmen für Entspannung sorgt und Einatmen für ich will, was leisten.
Luise Walther: Weil je nachdem, was du dir einerseits von der Anatomie, aber auch neurologisch anguckst, Bist du bei der Einatmung. Atmung aktivierst du eher Sympathikus. Also Unser Nervensystem hat ja quasi zwei Modi. Das hast du ja auch schon mit unterschiedlichen Podcast besprochen. Wir haben einmal Sympathikus, also diesen Erregungszustand, wo man eher gestresster ist, wo man angespannter ist, wo man aktiviert ist, aber erregt. Das finde ich ganz wichtig. Das ist nicht automatisch, weil das wird oft irgendwie so, dass man gestresst. Und Stress wird dann irgendwie so negativ assoziiert, sondern tagsüber, wenn ich wach, bin, wenn ich konzentriert bin, will ich in diesem Sympathikus sein.
Und dann haben wir jetzt den Gegenspieler, die sich quasi immer wieder abwechseln. Parasympathikus, Das ist eher der Ruhe, der Regenerationsmodus. Da findet Verdauung statt, Da werden Abbau-Umbauprozesse stattgefunden. Und die wechseln sich idealerweise so ein bisschen wie so eine Waage ab. Sympathikus fährt hoch, Parasympathikus fährt runter und umgedreht. Viele sind dann so, Ich kann Parasympathikus aktivieren. Nein, können wir leider nicht, sondern wir können den Sympathikus nur inhibieren, also runter reduzieren. Ich weiß, im Podcast wurde bei dir auch schon das ein bisschen mit Gas und Bremse beschrieben. Es ist nie das Eine oder das andere, sondern bei fast allen Prozessen spielen beide eine Rolle.
Und es geht immer so ein bisschen um diese Balance, Wie kann ich das austarieren. Weil du brauchst bei fast allen Prozessen ein bisschen Sympathikus, ein bisschen Parasympathikus. Und dann gleicht sich das immer wieder idealerweise aus. Und wir können dann beispielsweise auch über den Vagusnerv, also der Erholungsnerv, Der wandernde Nerv, der fast alle inneren Organe auch beeinflusst, der eben für den Parasympathikus, also für diesen Ruhezustand zuständig ist, Der wird eben bei dieser verlängerten Ausatmung. aktiviert, also Da sendet der mehr Informationen ans Gehirn. Wir können das über Herzratenvariabilität, Also, wir können das mittlerweile über Funktions-MTs, Du kannst das wirklich messen und sehen.
Wir machen das gerade im High-Performance-Bereich dann ganz oft, Egal, ob die dann irgendwelche Uhren haben, Ob die Sensoren haben, ob die Ringe haben, mit denen, die das messen können, wo du wirklich direkt den Zusammenhang siehst und merkst, okay, wow, mein Blutdruck geht runter, okay, wow, Meine Herzratenvariabilität verändert sich. Und viele spüren das selber auch, dass nach zwei, drei Atemzügen diese sagen, okay, jetzt bin ich irgendwie ruhiger oder Halt der Kontrast, ah, jetzt bin ich irgendwie, Ich fühle mich klarer, ich fühle mich fokussierter. Viele mit Brainfog, ganz, ganz viele Frauen, mit denen ich arbeite, Mit Wechseljahrssymptomatiken haben das auch. Die sagen, sie wollen gar nicht die ganze Zeit runterfahren, sondern sie brauchen eher Fokus und Konzentration.
Und ich glaube, das ist ein total schönes Learning, dass man das selber regulieren kann und man nicht so diese. Ich bin dem Nutzlos ausgeliefert und kann es gar nicht irgendwie selber bewirken, sondern man kann das selber beeinflussen. Und, das ist mir aber auch immer total wichtig. Bei Atmung, Es gibt keine falsche Atmung. Es gibt ja gerade auf Social Media jetzt diesen ganzen Atemhype, wo dann irgendwie den Leuten erklärt wird, Deine Atmung ist katastrophal. Und du atmest falsch. Also, wenn wir falsch atmen würden, wären wir tot. Gott sei dank, ist Atmung zum Großteil Autonom gesteuert. Also genauso wie unser Herzschlag, wie Blutdruck autonom gesteuert ist oder, keine Ahnung, Magensäure, Gallensaft.
Müssen jetzt nicht überlegen, Muss ich ein bisschen mehr Magensäure produzieren oder oder oder. Gott sei Dank, Das macht das Hirn alles automatisch oder autonom, Autonomes Nervensystem. Aber Atmung ist das einzige System, was wir kurzfristig, willentlich, willkürlich ansteuern können. Also, du kannst die Luft einhalten, du kannst tief einatmen, du kannst tief ausatmen, Aber Du kannst die Luft ja nicht so lange anhalten, dass Du stirbst. Sondern das gehirnsautonome Nervensystem, sagt dann Danke für die Luftanhaltungsübung, Aber Ich übernehme jetzt mal wieder, ich gehe wieder in den Automatismus. Und deswegen ist das das Spannende, ja, auch in ganz vielen Therapieformen, auch in ganz vielen bei TCM, also traditionelle chinesische Medizin, Ayurveda, Aber auch selbst die Inkas, Die Mayas haben schon immer über Atmung wirklich.
Auch diese Bewusstseinszustände verändert.
Joël Kaczmarek: Ich sag mal, so rum, Ich habe auch die Erfahrung mal gemacht, Ich war bei so einem Heilpraktiker und dann haben wir einfach gesagt, komm, wir machen jetzt mal hier. Attacke, Blutuntersuchung. Und dann hat er mir so ein Band rumgelegt, ein iPad in die Hand gegeben. Und hat gesagt, atme mal, setz dich mal hin, entspann dich mal, atme mal so, wie du mal atmest. Und dann hat er mir auf dem iPad so ein Ding aktiviert. Dann ging man, Kennst du garantiert, so ein Kreis, kleiner, größer. Wenn der Kreis größer wird, atmest du ein. Wenn er kleiner wird, atmest du wieder aus. Dann hab ich hinterher die Auswertung gesehen. Ich hab's in blau und roten Balken gesehen. Das war wirklich so von 90 Prozent runter auf 40 oder 30. Also so unfassbarer Sprung. Und wenn man das Mal so sieht, auch noch Also leider sind wir ja so ein bisschen eine Gesellschaft geworden, wo wir uns nicht mehr so gut spüren. Oft sind wir mal ehrlich. Nehm ich mich jetzt auch nicht aus. Ich lern's grad. Aber das ist ja schon ein krasser Effekt. Und was du eben gerade gesagt hast Zum Vagusnerv, wollte ich nochmal ganz kurz nachfragen. Ich meine Mal abgespeichert zu haben, dass dieser Vagusnerv einer ist, der vom Gehirn innerviert wird. Das heißt, von oben nach unten passiert ganz viel Kommunikation, von unten nach oben glaube ich aber gar nicht so viel, oder?
Luise Walther: Ja, also, es sind ja alle Nerven vom Hirn innerviert. Also Der Unterschied zwischen den Hirnnerven ist ja, dass sie nicht übers Rückenmark laufen. Also vereinfacht gesagt, wir haben das Gehirn, Normalerweise gehen aus dem Hirn dann unterschiedliche Nervenstränge raus, Das sind die Hirnnerven. Und dann haben wir aber auch nochmals Rückenmark und aus dem Rückenmark dann die peripheren Nerven. Also Hirnnerven, vereinfacht, gesagt, Vagusnerven, Alles, was irgendwie oberhalb vom Schlüsselbein innerviert wird, geht direkt ins Hirn und wird nicht übers Rückenmark überleitet. Deswegen sind beispielsweise auch Augen, Geruch, Unsere fünf Sinne so viel bedeutender, und wir reagieren da so viel empfindlicher darauf.
Also kennt jeder, der Mal Kopfschmerzen hatte, wie lichtempfindlich. Man ist auf einmal, wie geräuschempfindlich man auf einmal ist. Und der Vagusnerv, sagt man eigentlich, Der sammelt ganz viele Informationen, aber sowohl aufsteigend als auch absteigend. Also der hat auf- und absteigende Äste, Was heißt das? Der nimmt zum Beispiel ganz viele Informationen aus dem Inneren, schickt die hoch ins Gehirn, sammelt also diese ganzen Informationen. Der sendet nicht ganz so viele Informationen zurück. Also, das ist aber auch da, Man hat eine Zeit lang immer so gesagt, Der sammelt nur Informationen und verändert nichts. Das stimmt nicht. Mittlerweile wissen wir, Der hat natürlich auch einen Einfluss auf Blutdruck, auf eben Herzratenvariabilität.
Das Spannende ist aber tatsächlich, dass man das nicht willkürlich ansteuern kann. Also, ich kann eben jetzt nicht bei den Augen, Bei den Sehnerven kann ich jetzt sagen, okay, ich will jetzt irgendwie die Augenmuskeln nach oben, unten, rechts, Links bewegen. Das kann ich beim Vargusnerv nicht. Wir haben nur über die Atmung tatsächlich diese Einflussmöglichkeit zu sagen, Wir senden da andere Informationen und entscheiden selber, Wollen wir eher in die Erregung oder eher in die Entspannung.
Joël Kaczmarek: Vielleicht mal so letzte Frage, bevor wir mal in Übung neugierig sind. Oder vielleicht wollen wir ja zwei, eine zum Runter, eine zum Hochkommen. Ich weiß, das ist so eine Frage, da kannst Du mir jetzt wahrscheinlich sieben Stunden drauf antworten, aber so Big picture, mal gesprochen, Was sind denn eigentlich die wichtigsten Dinge, die beim Atmen passieren? Also Blut sozusagen, Sauerstoffanreicherung im Blut ist jetzt mal sowas relativ plain. vanilla, Aber du bist ja so super gut, da drin, so große Strömungen aufzumachen. Was sind denn so die großen Strömungen, die im Körper passieren, wenn ich die Atmung quasi steuere?
Luise Walther: Ja, wir haben einmal ja tatsächlich erstmal nur diese reine Luftzirkulation. Also wie viel Atemvolumen reden wir dann immer davon, wie viel Luft kann ich überhaupt einatmen, wie viel Luft kann ich überhaupt ausatmen. Wenn man wirklich mal entspannt, tief, gleichmäßig ein- und ausatmet, merkt man das erstmal. Dann reden ganz viele ja immer von der Sauerstoffsättigung. Also viele haben, glaube ich, diesen Trugschluss, je häufiger, je tiefer, ich einatme, Umso besser ist die Atmung. Wir regulieren aber die Atmung hauptsächlich über die Ausatmung. Wir haben CO2, atmen wir aus. Und CO2 kann man sich so ein bisschen vielleicht vereinfacht vorstellen, wie so ein Türsteher, der dann entscheidet, Ob der Sauerstoff, der eingeatmet wurde, überhaupt aufgenommen wird und weiterverarbeitet wird. Das heißt, Wenn wir über Atmung was regulieren wollen, wollen wir eigentlich die Ausatmung regulieren. Und wir wollen nicht... Oft atmen, weil viele sind dann so und Atmen ganz schnell und häufig quasi ein und aus. Wir wollen aber eigentlich die Atmung regulieren, indem wir seltener atmen, also die Atemzyklen reduzieren und dadurch aber tiefer, gleichmäßiger einatmen. Also, es geht nicht darum, möglichst häufig zu atmen, sondern tatsächlich eigentlich die Atemfrequenz runter zu regulieren. Man sieht das jetzt gerade aktuell,
Luise Walther: Ich meine Tour de France sind, glaube ich, irgendwie mit. Die krassesten Athleten, die man sich teilweise so anschauen kann, Was die für eine ruhige Atmung haben. Also gerade, wenn die dann auch in der Off-Season sind, Wenn ich da teilweise auch mit betreuen darf, denke ich mir so, okay, Das ist faszinierend mit wie wenig Atemzügen pro Minute. Die klarkommen, wo ich so da sitze und denke, okay, ich trainiere schon viel.
Luise Walther: Klar, ich muss mich nicht mit Tour de France Athletin vergleichen. Natürlich nochmal irgendwie ein anderes Level.
Luise Walther: Und dann hat man, ich glaube, das wird total unterschätzt, Wir haben unterschiedliche Muskeln, die für die Ein- und für die Ausatmung zuständig sind.
Luise Walther: Wenn wir gleichmäßig natürlich ein- und ausatmen, haben wir damit alleine über die Muskulatur. Und dann eben auch über die Körperhaltung, über den wirklichen Bewegungsapparat. Schon immer wieder dieses An- und Entspannungsmuster. Einatmenmuskulatur spannt an. Lässt wieder locker, spannt an, lässt wieder locker. Dann haben wir ja Zwerchfell- und Beckenbodenmuskulatur, die immer bei jedem Atemzug zusammenarbeiten. Und ja, diesen Ein-Atemzug und Ausatemzug quasi steuern, haben darüber, wenn das gleichmäßig tief stattfindet, Also, ich vereinfache das jetzt mal sehr stark, wie eine Art Massagefunktion auf die Organe. Wenn ich jetzt aber flach und häufig atme, passiert da nicht wahnsinnig viel.
Das heißt, habe ich eine tiefe, gleichmäßige Ein- und vor allem auch Ausatmung, habe ich auch direkten mechanischen Effekt auf die Organe. Was wieder einen positiven Effekt hat auf die Verdauung. Wir haben dann wieder einen positiven Effekt, Wenn Zwerchfell, Beckenboden sich an, aber eben auch entspannen können, auf die Körperhaltung, auf die Stabilität, auf das Gleichgewichtssystem. Wir haben dann einen positiven Effekt auf die kompletten Hormonzyklen, Also Wie viel Stressausschüttung habe ich, Wie sind meine Stresshormone. Dann natürlich wieder ein Zusammenschluss auf die ganzen anderen Hormonzyklen. Deswegen bin ich immer so, wenn man die Atmung optimiert, optimierst du eigentlich jede Körperfunktion.
Joël Kaczmarek: So, was sind deine Übungen? Also, du hast ja schon gesagt, eine, vielleicht hast du auch eine andere, dann sag gerne du. Eine Hast du, wenn du immer auf eine Bühne gehst und performen willst, versus eine, wenn Du abends vielleicht eher runterkommen willst oder dich in der Bahn nicht stressen, hast du, glaube ich, gesagt. Was wären da so deine Übungen?
Luise Walther: Also Ich glaube, das Einfachste, was ich immer mache, was ich auch mit jedem Klienten mache, ist erstmal sogenannte Leiteratmung. Klingt total langweilig, geht im Sitzen stehen in jeder Körperposition, in der man ist. Das heißt, erstmal einfach Hände auf den Bauch legen. Kannst gleich mal direkt mitmachen. Entspannt quasi hin. Hände vorne auf den Bauch, in etwa auf Bauchnabelhöhe und dann einfach mal bewusst in Bauchatmung. Und zwar jetzt nicht, ich bin mal gemein, einfach Bauch, rausstrecken, Das ist irgendwie eine aktivierende Muskulatur, sondern wirklich versuchen, Richtung Bauchraum zu atmen. Und dann vergleichen rechte Seite, Linke Seite, bewegt die sich gleichmäßig. Bei ganz vielen, die das jetzt vielleicht auch zu Hause mitmachen, Die werden merken, Eine Seite bewegt sich mehr, eine bewegt sich weniger. Die Seite, wo weniger Bewegung ist, Einen leichten Druck aufbauen. Und dann versuchen, wenn ich dann leichten Druck aufbaue, wird das einfacher. Bei ganz vielen, mit Verlaub, vor allem Männer. Ich habe viele Klienten, die so diese, kann man das sagen. online, die so Atombäuche haben. Ich glaube, da wissen viele, was gemeint ist.
Luise Walther: Also, die so ganz aufgebläht, sind, die extrem viel Viszerales Fett haben, denen fällt das natürlich total schwer. Dann ist es einfacher, wirklich Haut und gewebe so ein bisschen nach vorne, Richtung, Bauchnabel oder nach hinten zu schieben, dass man überhaupt erstmal wieder in diese Bauchatmung kommt. Das ist das Erste. Schritt zwei ist, Hände auf die Rippenbögen zu legen. Also wirklich da, wo die Rippen sind, Selbes Prinzip. Zwei-, Dreimal tief ein- und ausatmen. Erst mal ein Gefühl dafür bekommen, Kann ich da überhaupt hinatmen. Das fällt relativ vielen schwer.
Luise Walther: Auch da kann man wieder damit spielen, ein bisschen Druck aufbauen. Entweder nach vorne rotieren oder nach hinten. Die meisten Frauen finden es angenehmer, wenn man nach vorne rotiert. Die meisten Männer finden es angenehmer, wenn man nach hinten rotiert. Und dann dritte Etage Brustkorb. Auch da wieder daumen, idealerweise unter die Achsel. Und dann gucken, wenn ich in den Brustkorb gezielt. ein- und ausatme, Was bewegt sich da und wohin bewegt sich das?
Joël Kaczmarek: Ich merke gerade, ich war im Bauch, glaube ich, Weiter rechtslastig, in der Brust weiter linkslastig.
Luise Walther: Das hat man relativ häufig, weil wenn du dir anguckst, wie die Bewegung stattfindet, bist du ja gekreuzt, Rechter Arm mit linken Beinen. Also das hat man relativ häufig, dass die Dominanz wechselt. Mir geht es nicht darum, dass das immer alles symmetrisch sein muss, sondern es geht erstmal nur um die Wahrnehmung. Okay, wie kann ich da eigentlich hinatmen? Vor allem... Im Brustkorbbereich merkt man bei ganz vielen, da bewegt sich fast gar nichts.
Luise Walther: Und der Brustkorb will sich ja eigentlich so ein bisschen kranial, also ein bisschen kopfwärts bewegen, ein bisschen zur Seite. Dreidimensional Mit den Daumen spürst Du eigentlich auch so ein bisschen diese seitliche Bewegung. Je nachdem, es gibt, Man kann jetzt auch eine Hand auf den Brustkorb, Eine Hand hinten zwischen die Schulterblätter. Das kriegen viele von der Schulterbeweglichkeit schon gar nicht hin. Deswegen bleibe ich immer bei der einfachen Variante. Aber damit kriegt das Gehirn erstmal so einen kurzen Status, Quasi Update. Okay, ich kann in den Bauchraum, in die Rippenbögen und in den Brustkorb atmen. Weil klassische Ein-Ausatmung beginnt, eigentlich unten von der Lunge, von der Füllung,
Luise Walther: erst im Bauchraum, Rippenbögen, Brustkorb, Ausatmung von oben wieder nach unten. Das Hirn erst mal merkt, Ah, ok, Diese drei Bereiche habe ich, wenn du jetzt mal tief ein- und ausatmest. Hat man schon eine andere Wahrnehmung. Da kriegt man meistens schon mit, okay, jetzt kann ich ein bisschen tiefer atmen. Das heißt, Diese Leiteratmung mache ich mit allen, die mit Atmung noch nicht viel zu tun haben, mit allen, die viel Spannung haben. Ganz viele sagen dann so, ach, krass, ist ja Wahnsinn, wie viel ich einatmen, kann. Irgendwie fühlt sich das jetzt anders an. Je nachdem, was man vielleicht schon für OPs hatte, was man für Verletzungen hatte.
Luise Walther: Ganz viele Frauen atmen fast gar nicht im Brustkorb. Und wenn nur so leicht nach oben, je größer die Oberweite ist, umso weniger meistens Ausdehnung im Brustkorbbereich. Einerseits natürlich von Masse und Gewebe. Oftmals aber tatsächlich auch einfach, so dieses Schamthema, ja, ich will den Leuten ja irgendwie nicht meine Brüste entgegenstrecken. Also ganz, ganz viele, die wirklich auch angefangen haben, in diese Beugung zu gehen. Aus Schamgründen. Thema, Was ich immer wieder mit anspreche, weil ich mir so denke, ja, okay, Ihr dürft euch wohlfühlen, Wir haben ja nur den einen Körper und das eigene Leben, da die ganze Zeit irgendwie mit dem Körper zu strugglen. Und was ich bei der Bauchatmung ganz oft dann höre und merke. Und was ganz viele dann aber auch sagen, Ah, ja, aber das mache ich ja im Alltag nie, weil dann sehe ich dick aus, dann fühle ich mich aufgebläht.
Luise Walther: Wie viele Klienten, Klientinnen? Ich habe, die sagen, Na, eigentlich ziehen Sie den ganzen Tag den Bauch ein. Egal, ob Sie sitzen, ob Sie stehen, damit hast du die ganze Zeit. Spannung Auf dem Zwerchfell, auf der Beckenbodenmuskulatur, feuerst die ganze Zeit den Sympathikus, also dein Stresslevel vom Nervensystem an, wo ich so denke, wie willst du dann Performance bringen, wie willst du dich konzentrieren können, Wie willst du emotionsreguliert sein, wenn dein Nervensystem alleine über diese Anspannung eigentlich die ganze Zeit, sagt, ey, Der Tiger steht vor mir, ich muss kämpfen. Bring halt Bewegungsvielfalt in deinen Alltag. Der Körper ist auf Bewegung ausgelegt, nicht auf eine Schutzspannung. Du willst ja keine Schutzspannung, weil anatomisch, Es geht nicht anders. Wenn du den Bauch leicht anziehst, spannst du Beckenbodenmuskulatur an, spannst du Zwerchfell an. Und damit hast du nicht mehr diese gleichmäßige Atemmuskulatur. Ist jetzt was anderes, wenn wir, keine Ahnung, ins Gym gehen und sagen 200 Kilo Kreuz heben. Ja, dann darf man mit einer Schutzspannung und mit der Atmung gezielt arbeiten, aber eigentlich willst du... Wenn du dich normal bewegst, wenn Du stehst, willst du halt eine gleichmäßige Atmung, damit die Atemmuskulatur, Das ist ja die Hilfsmuskulatur, damit die eben nicht anspannt.
Joël Kaczmarek: Und die Übung, die du jetzt gerade gesagt hast, Mit dieser Leiteratmung, ist das jetzt eher eine beruhigende oder eher eine Verortung?
Luise Walther: Das ist erstmal nur, Wie atme ich eigentlich? Und jetzt kann man tausend Übungen machen. Wir machen mal, welche machen wir? Wir machen physiologische Säufzeratmung, Weil das glaube ich, das haben schon viele, gehört. Ich bringe die mal ein bisschen anders bei. Ich weiß, ich mache mich da oft sehr unbeliebt, weil ich mir anmaße, zu sagen, man kann DIE noch... optimieren, Man kann die noch ein bisschen alltagsspezifischer machen. Die heißt Seufzeratmung, weil man zweimal tief durch die Nase einatmet und dann einmal langsam ausatmet. Klassisch wird die beigebracht mit Ausatmung durch den Mund. Halte ich für ineffektiv im Alltag, weil wir wollen ja Menschen beibringen, erstens, Nasenatmung ist wichtig.
Wenn man jetzt bei einer Atemübung aber sagt, ja, Aber bei der Nasenatmung darfst du, oder bei der Übung darfst du aber mal durch den Mund ausatmen, Was bleibt? Bei den Leuten hängen? Luise hat gesagt, Einatmung, Nase, Ausatmung, Mund. Das heißt, ich bringe dir immer bei, dass man auch die Ausatmung durch die Nase macht. Also wirklich zwei Atemzüge Nase ein, nochmal nachziehen und dann langsam durch die Nase wieder ausatmen. Das kann jeder mal zwei, Drei Zyklen machen. Wirklich einen sehr tiefen Atemzug durch die Nase. ein, noch einmal durch die Nase nachziehen und dann langsam durch die Nase wieder ausatmen. Man seufzt dabei eigentlich. Ich seufze dabei auch nicht, weil ich es völlig albern, finde.
Das ist aber jetzt meine persönliche Sache. Man kann natürlich auch... Tief einatmen, nochmal nachziehen und dann seufzend ausatmen. Mir bringt das nichts. Bei mir führt das eher dazu, dass ich es nicht mache.
Luise Walther: wo ich so denke, verliert Ihr vielleicht. 5% der Übungen, wenn Ihr nicht seufzt. Ist mir aber total egal, weil die 95%, die sie bekommen, dadurch, dass Sie es machen, sind mir ehrlicherweise viel, viel wichtiger. Das heißt, auch da gucke ich sehr pragmatisch, was ist relevant, was ist wichtig. Mir ist bei der Übung viel wichtiger, dass die Zunge oben am Gaumen liegt, beispielsweise. Als dass man dadurch den Mund ausatmet. Weil wieder, Ich möchte Menschen beibringen, Nase ein, Nase aus. Deswegen passe ich auch alle Atemübungen so an, damit sich das wirklich manifestiert. Dann kann ich aber selber entscheiden. Bei der Seufzeratmung, will ich jetzt die Einatmung nochmal fokussieren oder will ich die Ausatmung mehr fokussieren? Das heißt, ich kann die Übung sowohl vor der Bühne nutzen, als auch zum Runterfahren nutzen.
Luise Walther: Je nachdem, wo ich sage, worauf setze ich den Fokus, Worauf setze ich die Verlängerung. Das finde ich das Schöne. Du brauchst nicht 17.000 Übungen, du brauchst nicht sieben Wochen. Endkurse, um dich mit Atmung auseinanderzusetzen, Sondern fokussiere ich mich eher auf die Einatmung oder eher auf die Ausatmung. Und damit kann ich jede Übung individuell für meine jeweilige Situation anpassen.
Joël Kaczmarek: Also, wenn du sehr betont ausatmest und da so ein bisschen so eine Entspannung reinbringst, dann ist es eher eine entspannende Atmung. Und wie müsste ich atmen, dass mit ich die Einatmung, Das ist doch relativ vorgegeben durch dich.
Luise Walther: Ja, aber du kannst ja zum Beispiel die Einatmung nochmal verlängern. Also, du kannst jetzt wirklich sagen, tief einatmen, nochmal einatmen, kurz Luft anhalten und dann langsam erst ausatmen. Das heißt, je nachdem, wo ich beispielsweise auch die Pausen hinsetze. Kann ich nochmal eine Varianz setzen? Und das Nervensystem weiß ja selber, ob ich danach in An- oder Entspannung gehe. Das heißt, Die Seufzeratmung, erklärt man immer klassisch, ist eher so ein bisschen eine regulierende Atmung. Wenn ich auf der Bühne stehe, Licht übelst in meine Augen knallt, irgendwie noch laute Ansagen kommen. Und ein Applaus, bin ich sowieso schon dann in der Aufregung. Ich schaue ganz oft, dass ich eher regulierende Übungen mitgebe. Vor allem Menschen, die das vielleicht noch nicht so oft gemacht haben. Und jetzt gar nicht so sehr sage, okay. Die darfst du nur für die Anspannung machen, die darfst du nur durch die Entspannung machen, weil du den Fokus über Ein- und Ausatmung sowieso noch setzen kannst.
Joël Kaczmarek: Spannend, Also ist das System auch so ein bisschen selbstregulierend. Wir können uns quasi auf uns verlassen.
Luise Walther: Ja, und da mache ich mich sehr unbeliebt bei vielen Kollegen, weil dein Nervensystem, dein Körper weiß. Ja, gerade viel besser, was du brauchst, als ich dich dir irgendeine Übung mitgebe. Also wer bin ich zu sagen, das ist die Übung, die du vor der Bühne machen musst oder die Übung zum Schlafen. Wir haben natürlich gewisse... Und Mustererkennung haben wir ja in jedem System, Vor allem aber auch in der Medizin und beim Körper, zu sagen, okay, Wenn Du beispielsweise die Atmung abends machst,
Luise Walther: dann würdest du dich zum Beispiel auch eher auf die Bauchatmung fokussieren, weil du dadurch den Varusnerv wieder mehr in der Aktivierung dabei hast. Und dadurch auch nochmal eher so In dieses Runterfahren zur Ruhe kommen. Du würdest die Atmung vielleicht auch abends nicht im Stehen machen, sondern vielleicht eher im Sitzen, vielleicht sogar im Liegen. Das heißt, man kann auch darüber, allein über die Körperposition, ganz, ganz viel nochmal anpassen.
Joël Kaczmarek: Und sag mal, so, Abschließende Frage dazu, wenn man jetzt irgendwie viel am Schreibtisch sitzt, wohin sollte man dann atmen, wenn man gut atmen will? Sitzt man dann eher beim Bauch oder Brust oder geht es darum, wechselhaft zu atmen?
Luise Walther: Sowohl als auch von unten nach oben aufsteigen, von oben nach unten absteigen, Also mit der Einatmung vom Bauchraum, Rippenbogen, Brustkorb. Und dann bei der Ausatmung wieder von oben nach unten.
Luise Walther: Das wird man aber nicht bewusst steuern können, das kannst du zwei Minuten, Danach ist der Fokus wieder weg. Ich gebe fast allen Klienten eine super einfache Atemübung mit. Atmung gegen Widerstandsband, Das heißt, ich sage, ihr nehmt euch irgendeinen Fitnessband, TheraBand, Widerstandsband, Völlig egal was, muss elastisch sein und bindet euch das morgens und abends 20 Minuten um die Rippenbögen und macht, was auch immer ihr machen, wollt. Ob ihr irgendwie frühstückt, ob Ihr Spazieren, geht, ob man auf dem Sofa sitzt und Netflix guckt, ob man E-Mails beantwortet, ob man sitzt, steht, läuft mit den Kindern und irgendwie noch Was macht, die Kinder fertig? macht, ob man Essen vorbereitet, Einen Haushalt macht, völlig egal. Die meisten Leute sind morgens und abends 20 Minuten irgendwie beschäftigt. Und wenn man da gegen dieses Band atmet, hat man automatisch Zwerchfell- und Beckenbodenaktivierung mit dabei. Das wäre so, als ob du jetzt automatisch sich 20 Minuten mit den Händen hinsetzen würdest. Und gegen die Rippenbögen atmest. Das macht aber ja keiner im Alltag.
Joël Kaczmarek: Spannend. Also hier oben, wo wir sozusagen, die mittlere Etage hatten. Genau.
Luise Walther: Oberhalb des Bauchnabels, unterhalb der Brust. Ob das jetzt einen halben Zentimeter weiter oben oder unten ist, ist völlig egal. So, dass es angenehm ist, dass man gut dagegen atmen kann. Das soll jetzt nicht dazu führen, dass man das, Ich sage das bewusst dazu, dass man das so straff macht, dass Man dann... Nur noch Hyperventilierend in den Brustkorb atmet, Sondern wirklich so, dass man sagt, das ist irgendwie angenehm. Und dann ist das Schöne, nach 20, 30 Minuten, Wenn man das abmacht und normal weiteratmet, merkt man so, Das fühlt sich jetzt aber frei an. Weil was passiert? Durch den Widerstand kommt der Körper erstmal in eine Stresssituation. Und sagt, okay, da fühle ich mich eingeschränkt.
Fängt jetzt an, dagegen zu atmen. Also muskulär dehnt sich nicht nur die Lunge, sondern auch die Ganze. Ein- und Ausatemmuskulatur mehr an. Nach 20 Minuten hast du natürlich den Effekt, dass die Muskulatur gesagt hat, okay, ich atme da die ganze Zeit dagegen. Ich nutze mehr Muskulatur. Der Körper ist faul. Das heißt, die Ganze Ein- und Ausatmenmuskulatur wird gleichmäßiger verteilt. Wir nutzen mehr Lungenvolumen, Weil wenn du dir die Lunge anguckst, was bei den meisten, vor allem die lange Sitzen passiert, Die füllen ihre Lunge wie mit so einer Espressotasse. Die Rennen wie so ein Duracell-Hasen hin und her. Atmen dann vielleicht irgendwie noch nur im Brustkorb oder Atmen. Vielleicht auch so, dass Sie den Bauch die ganze Zeit angespannt haben, weil Klamotten nicht sitzen, weil Klamotten zu eng.
Die ganze Zeit irgendwie in irgendwelchen Meetings und dadurch Stresslevel sowieso schon erhöht. Und wenn du dann dem Körper dadurch aber diese kurzen Breaks gibst und sagst, ey, Eigentlich kannst du viel, viel mehr atmen, rennst Du nicht mehr mit der Espressotasse hin und her, Sondern nimmst vielleicht irgendwann mal einen 10-Liter-Eimer und befüllst das Tief und gleichmäßig. Und es wird halt einfacher. Ich bin halt großer Fan davon, es, dem Körper einfacher zu machen. Und du brauchst aber mindestens 30, 40 Minuten Trainingszeiten, Damit sich vor allem bei der Atmung Was anpasst. Wer macht 30, 40 Minuten Atemtraining? Macht ja keiner. Machen auch die Leistungssportler nicht, mit denen ich arbeite.
Aber morgens, abends 20, 30 Minuten das Band umzumachen, Egal, was ich mache, in einer Alltagssituation, Und dann merkt der Körper, Warte mal, Danach ist die Atmung viel geiler.
Luise Walther: Vielleicht sollte ich mich darauf mal anpassen. Also, wir haben ja dieses Dopaminesystem im Hirn, Wenn sich etwas gut anfühlt, will der Körper das weitermachen. Und natürlich atmen wir so. Wenn wir draußen, sind, wenn wir im Urlaub sind, wenn wir uns viel in der Natur bewegen, geht automatisch die Atmung in dieses entspanntere, tiefere, gleichmäßige Atmen über.
Joël Kaczmarek: Nice. Okay, Morgens 20, abends 20, merke ich mir. Jetzt hast du eben unseren zweiten Bereich quasi angerissen, weil du meintest, dir sei. wichtig, dass die Zunge mal im Kauben ist. Lass uns mal über Zunge reden.
Luise Walther: Ja, Zunge, meiner Meinung nach, Geilstes Körperteil, wird total unterschätzt,
Luise Walther: Weil die Zunge ist ja das einzige Körperteil, Wir hatten vorhin schon die Hirnnerven, also gehirn, und da gehen Nerven raus. Und normalerweise hast du eine Aufteilung in rechts und links, also rechtes Auge,
Luise Walther: Linkes Auge, Rechter Kiefer, Linker Kiefer, Rechter Trapezius, Linker Trapezius. Bei der Zunge landet es aber im selben Körperteil. Das heißt, du hast Hirnnerven von der Rechten und der linken Seite, die in einem und demselben Körperteil landen. Wir haben in der Neurologie, wird über Zunge ganz viel getestet. Das kennt man vielleicht so von Schlaganfalltests, wo man dann sagt, Streck, mal die Zunge raus. Man guckt, geht die in die eine oder in die andere Seite. Und Zunge ist nicht nur evolutionär, sondern auch, Wenn wir uns Kommunikation angucken, wenn wir uns sexuelles Wohlbefinden angucken, wenn wir uns angucken, Wie ist Nahrungsaufnahme,
Luise Walther: Wie ist Getränkeaufnahme, brauchen wir immer die Zunge. Du kannst ohne Zunge nicht atmen, du kannst ohne Zunge nicht trinken, du kannst ohne Zunge nicht essen, Du kannst ohne Zunge nicht kommunizieren. Das heißt, wo unterscheiden wir uns von ganz vielen Säugetieren? Eigentlich hauptsächlich, nicht nur, aber Zunge ist ein total treibender Faktor. Wir haben, ich weiß nicht, sagt der Homunculus. was? Es gibt also, Wir haben im Hirn Landkarten. Wir haben Landkarten von sämtlichen Körperteilen. Das heißt, wie groß und wie wichtig ausgeprägt sind quasi die neuronalen Verbindungen. Die Hände sind relativ groß, weil wir über die Hände natürlich angefangen haben. Hand zu werken, Essen zuzubereiten, Feuer zuzubereiten.
Und die Zunge ist das größte Körperteil im Homunculus, sowohl sensorisch als motorisch. Das heißt, die Zungensteuerung, klar, weil für Atmung wichtig, überleben, für Nahrungsaufnahme, für Getränkeaufnahme, für Kommunikation. Wir könnten als Spezies ohne die Zunge nicht überleben. Und Zunge machen sich, glaube ich, Die wenigsten Aktiv Gedanken drüber, Es sei denn, Sie sind im Freizeitbereich. Und bei ganz, Ganz vielen ist aber die Zunge nicht in der natürlichen Ruheposition. Also teilweise über Nahrung, teilweise über die Sachen, die wir essen, aber auch über unterschiedliche Stressmuster. Und die Zunge, wenn du nicht gerade isst, trinkst oder irgendwas gezielt mit der Zunge machst, gehört die Zunge ja eigentlich immer oben an den Gaumen, hinter die Schneidezähne, ohne Kontakt zu den Schneidezähnen und liegt oben am Gaumen relativ breit an.
Und ganz, ganz viele, die jetzt vielleicht auch zuhören, merken dann aber so, ach, nee, Meine Zunge liegt unten oder meine Zunge drückt gegen die Zähne oder meine Zunge ist irgendwie so. In der Mitte, aber berührt eigentlich gar nichts. Das hat sofort einen Einfluss auf Körperhaltung, auf Nackenspannung, auf Beweglichkeit, auf Atmung, auf Spannung im Kehlkopf, Spannung im Zwerchfell, Spannung in der Beckenbodenmuskulatur. Ich habe das bei ganz, ganz vielen Frauen mit PMS, aber auch mit Endometriose, mit Wechseljahrsthematiken. Wenn die über die Zunge arbeiten, die Zunge wieder in eine natürliche Position bringen, haben die weniger Kopfschmerzen, weniger Migräne. Du veränderst alleine schon die Zusammensetzung vom Speichel.
Du veränderst, dass Du mehr in die Nasenatmung gehen, kannst. Du kannst es selber mal testen, wenn du die Zunge nach oben legst, hast du ein anderes Atemzugvolumen, also Du kannst mehr Luft, ein- und ausatmen. Wenn du gezielt mal die Zunge nach unten legst, ist es blockierter, Es öffnet sich gar nicht. Also wieder, Der Mensch ist ja nicht doof, sind ja natürliche Prozesse, die aber verändert werden. Ich habe zum Beispiel Retainer, also, ich hatte eine feste Zahnspange und bei mir sind von hinten unten. Im Kiefer und in den Zehen ist es noch verklebt und da sind noch dritte drin. Keine Ahnung, wahrscheinlich mit 16, 17 angewöhnt, Dass die Zunge immer unten gegen diese Retainer drückt. Und mir wurde auch in der Reha bei der ersten oder nach der ersten Bandscheiben-OP beigebracht, Zunge locker unten liegen zu lassen.
Also völliger Quatsch, weil völlig falsch. Weil wenn die Zunge unten liegt, baust du sofort. Spannung im Kiefer auf. Also, du hast es ja damals, als wir uns in Hamburg kennengelernt haben, auch schon gesagt, dass ich einen relativ prägnanten Kiefer habe. Und der ist schon deutlich schmaler geworden. Also, ich hatte früher quasi noch mehr Spannung im Kiefer. Und das Schöne ist, knirschen, schnarchen, Kieferpressen, Wenn die Zunge wieder in die natürliche Position kommt, hast du das alles nicht mehr. Weil das alles, Es ist halt Fluch und Segen im Körper, Es ist alles miteinander verbunden. Und alleine die faszialen Strukturen, die das Zungenbein stabilisieren, hängen direkt mit der Occipitalfaszie zusammen.
Also damit, wie Atlas-Axis Die ersten zwei Wirbel hängen. Ganz, Ganz viele kennen das mit Atlas-Behandlungen. Die sagen immer wieder Halsschmerzen, immer wieder irgendwie Nackenprobleme. Über die Zunge kannst du es viel einfacher steuern. Und es gibt eine sehr alberne Übung, wie man das trainieren kann. Das heißt, du legst die Zungenspitze nach oben an den Gaumen, hinter die Zähne, sodass das nicht berührt, grinst, reißt die Augen auf, schluckst. Und in dem Moment, wo du schluckst, geht die Zunge mit einem natürlichen Anpressdruck oben genau in diese Position. Jetzt hat man das bei dir relativ gut schon gesehen. Du hast nämlich schon eine Kopplung von Zungenspannung und Nackenspannung. Und wenn du schluckst, ich überspitze, kompensierst du schon diese Bewegung.
Wenn du einen Schluck Wasser nimmst, geht es meistens fairerweise einfacher. Wir reden jetzt hier ja schon eine Weile. Und diese Grinsebewegung ist aber die einfachste Möglichkeit zu trainieren, Wo gehört die Zunge eigentlich hin.
Joël Kaczmarek: Also, die muss theoretisch weiter nach hinten und mehr Auflagefläche vielleicht haben, lerne ich dann durch.
Luise Walther: Ja, und das ist das Geile. Dadurch wird der Kiefer breiter, hat mehr Platz. Dadurch hast du mehr Platz. Du hast vorhin ja auch gesagt, dass du Allergiker bist, früher Asthma hattest. Das hängt ganz oft damit zusammen, dass der Kiefer in der Entwicklung Quasi zu Spitz geworden ist, dadurch, bei der Ein- und Ausatmung in Nasen-Nasen-Nebenhöhlen nicht genug Platz ist. Wir können über den Druck der Zunge, breitet sich quasi der Kiefer aus. Damit hast du, also bei mir ist das jetzt ein bisschen, Jetzt kann man sich wieder drüber lustig machen. Und Hater-Kommentare drunter schreiben, dass es bei mir ein bisschen übertrieben ist. Ja, ich habe einfach einen sehr viereckigen Kopf.
Aber diese Zungenposition ist halt tatsächlich entscheidend für Stabilität. Aber eben auch für die Atmung, tatsächlich auch für die Zusammensetzung vom Speichel, damit Verdauung. Es gibt ganz viele Klienten von mir, Es gibt auch Studien, das kann man auch alles nachlesen, dass du allein über Zungenpositionen einen Einfluss hast, dadurch, dass du dann mehr Nasenatmung hast, weniger Mundatmung, Hast du die Oxidation im Mundraum nicht, also dadurch, dass dann kein Sauerstoff, quasi die ganze Zeit im Mundraum ist, Weniger Karies, weniger Zahnfehlstellung, weniger CMD, also weniger Kieferthematiken. Du hast sofort eine Entspannung, das kannst du auch mal testen, wenn du die Hände hinten auf die Nackenmuskulatur legst und die Zungenposition änderst, spannt sofort hinten die Nackenmuskulatur an.
Wenn die oben am Gaumen ist, ist es locker. Wenn ich die Zunge nach unten lege oder nach vorne presse, habe ich sofort. Spannung in der Nackenmuskulatur.
Joël Kaczmarek: Ich merke das gar nicht, so doll, ja, echt?
Luise Walther: Du darfst nicht so doll drauflegen. Leg mal deine Fingerspitzen so ganz leicht nur auf die Nackenmuskulatur und dann beweg...
Joël Kaczmarek: Also doch, leicht merkt man schon.
Luise Walther: Also wenn du zu doll drückst, dann hast du die Empfindsamkeit nicht mehr, weil dann ist der Muskel schon... Hat einen zu hohen Grundtonus, also eine zu hohe Grundspannung. Und alleine dieses Umpositionieren, Wo gehört die Zunge eigentlich hin? Ich merke das manchmal in Stresssituationen noch, dass ich dann anfange, irgendwie zu beißen. Und die Zunge irgendwo hindrücke. Im Leibniz-Support-Bereich nutzen wir dieses Druck nach oben aufbauen, tatsächlich sogar mehr Stabilität zu haben. Also ich mache zum Beispiel HYROX, Ich wiege keine 50 Kilo, wenn ich gerade schlitten schieben, ziehen. Es sagen wir herausfordernd, wenn mir dann immer die Coaches erklären oder irgendwelche auftrainierten. Dudes, ja, du musst dich da richtig so reinlehnen, dann bewegt sich der Schlitten, denke ich mir so, nee, Es ist einfache Physik, da ist nicht genug. Schwungmasse, da bewegt sich bei mir einfach nichts. Wenn ich die Zunge nach oben drücke, Blick. Geradeaus habe, also eine Blickstabilisierung, habe ich viel mehr Kraft, diese 152 Kilo wirklich bewegen zu können oder 132 Kilo zu ziehen. Wenn ich die Zunge nicht in der richtigen Position habe, habe ich keine Chance. Ich kriege die Kraft einfach nicht, Ich kriege die Stabilität nicht, Ich kriege die Kraftübertragung nicht aufgebaut.
Joël Kaczmarek: Wie absurd ist denn das, So ein kleiner Teil des Körpers, auf so viele Dinge einen Effekt hat? Und auch solche intensiven?
Luise Walther: Ja, und deswegen, Ich finde, Zunge ist so unterschätzt. Und es gibt super viele, In der Logopädie gibt es auch ganz viele Übungen, man kann ganz, ganz viel mit der Zunge machen. Du kannst über Zungenkreise alleine nach rechts und links quasi an den Zähnen. entlang, kannst das Nervensystem regulieren. Das ist so eine klassische Übung, die man ganz oft mitgibt, wenn Leute zu gestresst sind, Wenn die merken, das Immunsystem nicht mehr so gut funktioniert. Bei vielen Sachen bin ich... Würde ich sagen, es ist sehr dünnes Eis. Hilft das wirklich? Was ist da irgendwie Ihr Nocebo-Placebo-Effekt? Aber wir können über die Zunge so viel verändern, So viel bewusst beeinflussen, gerade, was Stabilität angeht und vor allem aber, was die Atmung angeht. Und ich war immer so, ich habe mal gesagt, ich kriege gar nicht genug. Luft durch die Nase. Das funktioniert bei mir eigentlich alles gar nicht, Diese ganzen Atemzyklen. Ich kann mittlerweile, keine Ahnung, selbst die 90 Minuten, So eine zweiläufe kriege ich komplett über Nasenatmung hin. Zunge ist halt oben am Gaumen.
Joël Kaczmarek: Das ist der Dreh, Warum du als Leistungssportler durch die Nase atmen kannst, selbst, wenn die Zunge oben, ist?
Luise Walther: Also nicht nur bei Leistungssportlern. Die haben ganz entspannte Gesichter. Ich finde das ja immer, so faszinierend, sich wirklich so diese Gesichtszüge anzugucken. Wo ist da Spannung, wo nicht? Jetzt kommt es ein bisschen, Kraftsport ist noch was anderes. Da nutzen die ja wirklich die Zungenposition oftmals direkt, um zu sagen, okay, Ich habe hier nochmal einen Extra Push und gehe an diesen sympathischen Ton, Also gehe in diese Erregung, gehe in diese Anspannung. Aber Zunge, völlig unterschätzt. So simpel, so einfach.
Joël Kaczmarek: Ich habe mir gerade die ganze Zeit, so ein Bild von so einer Zunge, die so liegestütze macht.
Luise Walther: Und es sieht bescheuert aus, mit diesem Grinsen und Augen aufreißen. Warum hilft das? Weil wir darüber die unterschiedlichen Hirnnerven mit aktivieren. Wir haben die Gesichtsmuskulatur dabei, Wir haben die Kiefermuskulatur dabei. Durch dieses Augen aufreißen haben wir einen Pupillenreflex dabei, weil mehr Licht reinkommt. Und dadurch merkt das Hirn quasi schneller, das, was ich hier mache, ist gerade wichtig. Und wenn man dann auf einmal merkt, warte mal, ich kann ganz entspannt. Schlucken und ich kann ganz entspannt Luft holen. Ich bin jetzt in drei Wochen wieder bei der Opernakademie. Und arbeite mit den ganzen Stipendiatinnen, die sich dann bei den ganzen Opern bewerben.
Und da sage ich auch jedes Mal, was alleine Zunge, Zungenposition beim Gesang, Und da sind die eigentlich immer schon alle ganz gut, Aber die lernen teilweise auch noch irgendwie diese Zunge nach unten locker lassen, Was die für eine Tonfrequenz auf einmal bekommen, Was die für eine Stabilität bekommen, Was die für eine Klangfarbe bekommen. Die können auf einmal bei den Arien zwei Takte länger singen, bevor sie Luft holen müssen, Weil natürlich das Atemzugvolumen sich total verändert. Ich kann mich da immer todlachen. Ich bin gänzlich unmusikalisch, ich kann gar nicht singen. Wer hat da aber immer dazugebucht? Und dann sind immer so alle, ja, Und was sind seine Erfahrungen? Und hier, und ich, und ich.
Ich habe nichts mit Oper zu tun. Mir geht es nur darum, euch oder eurem Körper es einfacher zu machen, besser singen zu können. Und ob das dann singen ist, Ob das Golf ist. Wir hatten das jetzt in Zürich mit einem Institut mit Golfstabilität und Schwung. Wie kann ich mehr? Besseren Schwung holen. Ja, wenn die Zungenposition stabiler gibt oder ist, hast du viel mehr Rotationsmomentum, was du dann wiederum aus der Wirbelsäule holen kannst. Das ist ja das Schöne. Es hängt alles miteinander zusammen.
Joël Kaczmarek: Aber beim Singen nehmen die dann auch die Zunge an den Gaumen, oder was?
Luise Walther: Je nachdem, wie die die Atemmuster machen, Dass Sie dann die unterschiedlichen Töne beim Singen der Töne natürlich nicht. Aber wenn du atmest, kannst du ja damit spielen, wo ist in dem Moment schnell die Zunge? Und wie kannst du in den Pausen vor den Einsätzen Luft holen? Du kannst natürlich nicht oben, die Zunge haben, wenn da irgendwie eine krasse hohe Arie ist. Da musst du die Zunge schon ein bisschen, aber alleine in diesen Pausen- und Atemzyklen, da ein Bewusstsein zu schaffen. Und auch da wieder, Selbes Spiel. Wie schaffen, die das überhaupt erstmal, in diese unterschiedlichen Bereiche zu atmen? Da Atmung gegen Widerstandsband, Was das auch im Gesang, beim Aufwärmen für eine Vereinfachung schafft.
Joël Kaczmarek: Mein Gesangsthema hat mir immer einen Strohhalm im Mund gegeben. Musst durch den Stroh, musst die auf. Und dann musst du immer. Und das ging, wenn du nur so bist und das Ding hast, hast du halt Lippenspannung drin.
Luise Walther: Lippenspannung, ja, aber oft zu viel Lippenspannung. Ich bin auch bei vielen Sachen echt kritisch, was da teilweise noch gelehrt wird, weil das ja noch sehr, sehr Oldschool ist und sehr, Sehr viele Gesangslehrerinnen haben es selber nicht geschafft und bringen ihre Frustration und ihre vielleicht nicht absolute Expertise da. Mit rein, wo ich mir manchmal so denke, okay, das ist wirklich Bullshit. Das machen wir so nicht mehr.
Joël Kaczmarek: Das ist aber einfach faszinierend, was auf so kleinen Raum geht. Also bestimmt, wenn er das jetzt hört, erschlägt er mich, weil er sagt, Joël, Da sind noch fünf andere Sachen drin, nämlich so. Sauerstoffrückfluss in Richtung Stimmbänder. Und was weiß ich nicht, was. Ja, ja, total. Aber es ist halt krass, was diesen Effekt so hat.
Luise Walther: Und diese Ausdauer. Und mit dem Strohhalm, Das ist ja so eine ganz bekannte Atemübung, Lernst Du ja auch eigentlich diese Reduktion, also langsamer zu atmen, weil du diesen Widerstand hast. Und durch diesen Widerstand, Durch den Strohhalm gibt es ja auch ganz viele Tools. Aber du kannst es genauso mit dem Strohhalm machen. Lippenbremse funktioniert ja genauso. Also nur durch eine ganz kleine Lippenöffnung zu atmen. Und das sind ja all diese ganzen schönen Sachen. Oder so, die durch die Hand zu atmen, ein- und auszuatmen, ist oft das Regulierendste. Und je nachdem, wie groß du das Loch machst,
Joël Kaczmarek: kannst du halt viel oder weniger. Ja,
Luise Walther: da hast du nochmal so ein bisschen. CO2-Rückatmung. Das ist tatsächlich dann eher dieses CO2-Level, der Türsteher, Wie viel Sauerstoff wird aufgenommen. Das nutzt man ja beim Hyperventilieren auch extrem. Oder wenn Leute Anfälle haben. Aber hier hast du eher diesen Atemwiderstand, den du selber einstellen kannst. Brauchst halt keine Geräte, Faust hast du immer dabei. Um zu sagen, okay, du kannst dich mit zwei Atemzügen auch wieder in die Regeneration bringen.
Luise Walther: Und dann wieder, Wo ist die Zunge?
Joël Kaczmarek: Ich bin immer neugierig, vielleicht abschließend eine Frage dazu. Vielleicht ist es auch sehr persönlich, interessiert andere Leute gar nicht. Aber du hast ja so von dieser Nackenmuskulatur geredet. Wenn ich beim Chiropraktiker bin, ich habe jedes Mal, dass der sagt, ach, wieder Atlas und Podcast. Und das sind ja genau hier oben diese sozusagen, die an den Schädel ran gehen.
Luise Walther: Du schiebst ja auch so nach vorne.
Luise Walther: Ich würde bei dir jetzt, ohne das getestet zu haben, vermuten, dass du mit der Zunge zu sehr vorne Richtung Zähne drückst. Und einen Kontakt mit den Zehen hast, Das führt genau zu der Position. Und jetzt kann man wieder, Chiropraktikers hat alles seine Berechtigung, Vor allem für Leistungssportler, die diese schnellen, ruckartigen, Bewegungen auch im Training oder im Spiel gewohnt sind. Weil man jetzt, ich bin gemein, ich überspitze das nicht, dass dein Leben so stattfindet, Aber ein Großteil des Tages sitzt, am Rechner ist und dann so schnelle, Ruckartige Bewegungen hat, Bin ich immer so ein bisschen, Wie nachhaltig ist das eigentlich? Der Körper lernt ja nichts, der wird kurz korrigiert, aber hat ja nichts gelernt, Wie das Spannungsverhältnis eigentlich sein müsste. In der Nackenmuskulatur. Was ich oft einen viel sinnvolleren, zusätzlichen, adaptiven Ansatz fände, zu sagen, trinniere die Zungenposition. Nach vier bis sechs Wochen hast du das drin. Wenn die Zunge einmal dort ist, wo Sie ist, geht die auch nirgends woanders mehr hin, weil es viel angenehmer ist, viel leichter zu atmen, viel, viel weniger Spannung. Wieder Der Körper ist faul. Und dann eher eine Bewegungsvielfalt aufzubauen. Also Welche Position kann Dein Atlas-Axis eigentlich alles aushalten und das mit Kraft und Geschwindigkeit kombinieren.
Luise Walther: Und schon brauchst du keinen Chiropraktiker mehr oder deutlich seltener.
Joël Kaczmarek: Ja, cool. Komm, Wir sind jetzt schon fast bei der Stunde hier. Ich bin jetzt gespannt wie ein Flitzebogen. Ich sehe noch drei weitere Punkte hier. Ich könnte stundenlang zuhören. Und ich würde sagen, Wir vertrösten die Leute mal ins nächste Video in den nächsten Podcast und freue mich total. Also, Liebe Luise, vielen, vielen Dank. Mega spannend.
Luise Walther: Sehr, sehr gerne. Ja, Geilster Job, weil Nervensystem ist einfach faszinierend. Es ist einfach beeindruckend, was alles geht.
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