
Schlafcoach Chris Surel: 3 Prinzipien, wie du mehr Lebensenergie bekommst
6. März 2026, mit Joël Kaczmarek
Dieses Transkript wurde maschinell erstellt. Wenn dir ein Fehler auffällt, schreib uns gerne zu diesem unter redaktion@digitalkompakt.de.
Joël Kaczmarek: High Five, Leute, Hier ist Joël, und ich hab heute einen ganz spannenden Gast, Weil geht's euch auch so, dass ihr manchmal in diesem ganzen Dschungel überhaupt nicht mehr durchblickt, was sollte ich für meine Gesundheit eigentlich tun? Muss ich mich jetzt Keto ernähren oder Paleo? Brauch ich irgendwie ein Eistonnenbad? Ist Schlaf wichtig? Uff. Ich fühle mich da richtig überfordert von und habe einen Mann gefunden, der darin Experte ist, der Liebe Chris Surel nämlich. Der ist Experte für Performance, Recovery und Schlaf. Also das Einheitliche, das ganzheitliche zusammen. Und er hat auch ein großartiges Buch, Das High Energy Prinzip. Da hat er acht Prinzipien, die er sich anguckt, die dazu führen, Dass das alles gewährleistet, ist, was ich gerade skizziert habe. Und drei hat er mir heute mitgebracht. Ich weiß noch nicht, welche, zu denen ich ihn fleißig löchern werde. Von daher, schön, dass Du da bist, lieber Chris. Moin.
Chris Surel: Vielen Dank, Joël. Große Ehre, hier sein zu dürfen.
Joël Kaczmarek: Ich meine, da muss ich dich das fragen. Wahrscheinlich ist das immer so ein Stück weit auch Eigenbetroffenheit, die dich zu dieses Thema geführt hat. War das bei Dir so, dass das auch sozusagen? Deine eigene Reise war, dass die damit begann? Oder wie bist du dazu gekommen?
Chris Surel: Absolut. Ich war ganz früh in meinem ersten Leben. Tennisprofi. Hatte ein Ziel, das war Wimbledon gewinnen. Weiß nicht, Tommy Haas, kennst du vielleicht. Das ist mein Jahrgang. Der war immer mit großem Abstand. Die Nummer 1. Nicht so gut wie er, Aber ich habe die Ballen, die Kugeln auch ganz gut getroffen. War immer so. Top 10 Deutsche Tennisrangliste. Und als ich dann mit dem Abi fertig war, Es war immer die Bedingung meiner Eltern, Schule muss fertig gemacht werden und ich auf die Tour gehen wollte, kam eine Schulterverletzung ins Spiel, die meinen großen Traum beendet, hat. Damals ein großes Desaster, weil ich hatte keinen Plan. B. Ich habe mir nie über irgendwelche Studium oder Beruf oder sowas Gedanken gemacht. Das heißt, ich war erstmal von einer großen Lehre, habe einen Sommer nur gefeiert, jede Party nachgeholt, die ich in der Jugend nicht hatte. Und im Nachgang muss ich aber sagen, wie es ja so oft im Leben ist, Connecting the Dots backwards, war es wahrscheinlich gut, weil so gut wie Tommy war ich nie. Und ich hätte wahrscheinlich nicht diese Karriere gehabt. Mit meinem Level, die ich mir vorgestellt hätte. Und ist anders gekommen, Ich bin dann zu Roland Berger in die Unternehmensberatung gegangen. Warum das? Ich habe da Menschen getroffen, die so ein bisschen wie Spitzensportler auf mich wirkten, jetzt nicht auf dem Tennisplatz, aber am Schreibtisch, Hohes Ambitionslevel, Vollgas geben, ALLES für... Für ein Ziel tun hat mich da am Anfang kulturell sehr aufgehoben und sehr gut aufgehoben. gefühlt. Irgendwann merkt man aber sowas bei mir zumindest, Dass doch nicht das Gelbe vom Eis, jede Nacht bis vier Uhr morgens zu arbeiten. etc. Und ich will es gar nicht schlecht machen. Für mich war es ein toller Start ins Berufsleben. Bin dann zur Firma Payback gegangen. Das war einer meiner Klienten. Ich habe da das Financial Service Business aufgebaut, vom Alexander Rittweger sehr, sehr viel lernen dürfen, war so eine Art Mentor für mich, der mich auch inspiriert hat, wirklich eigener Unternehmer zu werden. Und an dem Punkt, wo ich gesehen habe, okay, ich möchte Unternehmer werden, habe aber noch einen sehr gut bezahlten Job bei Payback gehabt, habe ich eine große Dummheit begangen. Ich habe entschieden, meinen Schlaf auf zwei Stunden pro Nacht zu reduzieren, sodass ich quasi meinen Job bei Payback, wo ich Geld verdiene, weitermachen kann. Mein Ziel war immer... So lange wie möglich ohne Investoren auskommen. Das heißt, Ich wollte mir meine Business Angel Runde aus dem Gehalt finanzieren, sozusagen und parallel nachts mein Startup aufbauen. Ich bin dann immer abends um 8, 9 Uhr heimgekommen, Kurz Was gegessen, bis 4 Uhr Morgens Mein Startup zusammengeschraubt, von 4 bis 6 Uhr geschlafen und dann von vorne. Ich dachte damals, es sei eine schlaue Idee. Ich habe bei Berger gelernt, Schlafen ist für Schwächlinge, kann man machen, wenn man alt ist, etc. 14 Monate später stand ich aber am Bahngleis. Und der Zug war noch 10 Meter entfernt. Ich mit einer klaren Intention, mein Leben zu beenden, weil ich eine schwere Depression hatte und keinen Ausweg mehr gesehen habe. Und das ist deshalb, Jetzt rede ich da so locker drüber, Es ist 15 Jahre her, ist deshalb erstaunlich, weil ich vorher mental, komplett stabil war. Ich war nicht irgendwie in der Jugend schon anfällig oder depressiv oder so. Ich stand voll im Leben und habe am eigenen Körper gemerkt, wie schnell Dinge wirklich kritisch werden können, wenn man an so ganz fundamentalen Dingen rumspielt. In dem Fall bei mir am Schlaf. Und wir werden später noch über Dinge sprechen, REM-Schlaf ist ein Thema, Tiefschlaf etc. Und aus dem heutigen Wissen weiß ich genau, Was in meinem Gehirn passiert, ist, sodass mich das in diese Situation geführt hat, wo auf einmal Optionen oder Lösungen, Potenzielle Lösungen auf die Agenda kommen, die völlig vorher absurd gewesen sind. Und es hat nicht geklappt. Gott sei dank durch einen Wink des Schicksals. Und ich hatte großes Glück, dass ich tolle Experten an meiner Seite hatte. Und jetzt fast forward. 15 Jahre, Das, was mir geholfen hat, habe ich irgendwann angefangen, im Netzwerk zu teilen. Ich habe gesehen, das hilft Menschen. Es hilft nicht nur Menschen, die da standen, wo ich damals war, sondern auch zehn Schritte vorher, wo es einfach bei einem chronischen Stresslevel anfängt, wo es bei Erschöpfung, bei Müdigkeit anfängt. Und heute darf ich Menschen mit verschiedensten Tools, Tipps, Tricks helfen, Ihr Energielevel trotz Stress, Trotz vielen Bällen in der Luft halten, zu helfen, dass sie trotzdem mit funkelnden Augen durchs Leben gehen.
Joël Kaczmarek: Okay, also, ich gehe mal davon aus, dass du das sehr stark aufgearbeitet hast, wenn du in den ersten drei Minuten Vorstellung schon uns hier so einen Heavy Hitter präsentierst. Wir gehen mal rein und du sagst mir, wie du dich mal wohlfühlst. Also bremst mich. Was ich ja schon mal mitnehme, ist, und das finde ich ja. krass, dass sowas... Quasi körperlich induziert ist. Also viele Menschen glauben, wenn man an so einen Punkt kommt, Da stimmt, was nicht im Kopf, oder man ist vielleicht sogar ein Schwächling oder so. Finde ich nicht, aber glauben glaube ich viele Menschen. Dass das bei dir vom Körper induziert sozusagen kam, das ist ja irgendwie ganz krass. Bist du da wirklich gesprungen? Habe ich das aber gerade richtig? Oder hast du sozusagen, was war dein Absprung eher, dass du da rauskommst?
Chris Surel: Zum ersten Teil zuerst rein körperlich induziert. Und es zeigt, dass wir das, Und es ist ja auch die neuste Wissenschaft, Wir können diese Trennung zwischen Körper und Geist gar nicht mehr machen. Es sind alles physiologische Prozesse und um da direkt einzusteigen, du hast mich nach drei Prinzipien gefragt. In eins können wir hier direkt aufgreifen, und das ist Schlaf. Was passiert, wenn man nur zwei Stunden schläft? Zwei ist natürlich jetzt extrem, Da werden viele sagen, da bin ich raus, Aber es kann auch bei vier, bei fünfeinhalb etc. sein. Und zwar, Es gibt eine spezielle Schlafphase, Das ist die REM-Schlafphase. Hast du wahrscheinlich schon mal gehört, REM steht für Rapid Eye Movement. Das heißt, in dieser Phase, Unsere Augenlider sind zwar geschlossen, Die Augäpfel bewegen sich aber sehr, sehr schnell. Das ist die Phase, in der wir träumen. Und hier ist ein ganz wichtiger Punkt, Einer, der für mich fast faszinierendsten Features, die unsere Biologie und unsere Evolution uns mitgegeben hat. In dieser Traumphase findet emotionale Verarbeitung statt, und zwar auf einem genialen Weg. Wir haben in unserem Körper verschiedene Hormone, Neurotransmitter, etc. Und einer davon ist Adrenalin. Wenn wir Angst empfinden, wird Adrenalin ausgeschüttet. Im Körper sprechen wir von Adrenalin, im Gehirn von Epinephrin und Norepinephrin. Da kann man ganz vereinfacht sagen, es sind die Angsthormone.
Joël Kaczmarek: Stimmt, das machen die doch auf einen Herzinfarkt, da kriegst du doch mal Epines.
Chris Surel: Genau. Im REM-Schlaf kann unser Gehirn kein Norepinephrin ausschütten. Es ist die einzige Phase, während wir leben, dass kein Norepinephrin ausgeschüttet werden kann. Das heißt, In einem Traum durchleben wir emotional aufreibende Situationen wieder und wieder und wieder. Entweder man erkennt es tatsächlich von den Bildern her, worum es sich handelt, kann aber auch ein ganz anderes Setting sein. Aber in der Abwesenheit von Angst. Wir können im Traum keine Angst empfinden. Und dadurch passiert etwas, dass die emotionale Schärfe im Traum abgetragen wird. Das heißt, In der wissenschaftlichen Fachliteratur wird der REM-Schlaf auch von der Overnight Psychotherapy gesprochen. Das heißt, Wir alle haben eine nächtliche Psychotherapie-Funktion, die ist schon drin, die ist eingebaut. Man muss ihr aber Zeit geben, dafür. Und wozu ich mich, ohne es zu wissen, entschieden habe, ist, mir einfach mal über ein Jahr keine Minute REM-Schlaf zu geben. Und dadurch fehlt diese Entkopplung. Ich habe ein Start-up gegründet. Meine Ehefrau hat mich damals betrogen, was zu einer Scheidung führte. Es kamen finanzielle Themen dazu. Das heißt, Sie hatte sehr viele Themen, die emotional an mir genagt haben. Gleichzeitig habe ich mir das evolutionsbiologisch wichtige Ventil abgeknipst. Und da kann man die Uhr nachstellen, wann das zu Problemen führt. Bei mir war es ein sehr intensives Problem, Aber wir können beobachten, dass Menschen, vor allem auch Jugendliche, die zu wenig REM-Schlaf haben, Ein vielfach höheres Risiko für Angststörungen, für Depressionen und weitere Themen in die Richtung haben. Das heißt, das ist ein wunderbares Beispiel, wo man, wenn man anfängt, an den körperlichen Phänomenen rumzuschrauben, weil man denkt, man braucht mehr Zeit oder wie auch immer eine gewisse Überheblichkeit auch der eigenen Biologie. Gegenüber an den Tag legt, dass das relativ schnell, Wir sprechen hier von 14 Monaten, zu Konsequenzen führen kann, die man sonst für völlig unmöglich halten würde.
Joël Kaczmarek: Krass. Und jetzt versuche ich nochmal nachzuvollziehen, was sozusagen die Ausschlüsse sind. Also ist REM-Schlaf jetzt an der Stundenzahl festgemacht? Heißt das, Ich musste bestimmte Dauer schlafen? Oder ist es an was anderem orientiert, dass ich zum Beispiel irgendwie einen bestimmten Zustand habe oder auf Dinge achte?
Chris Surel: Ja, gute Frage. Es sind zwei Komponenten. Gerade der REM-Schlaf hängt tatsächlich viel an der Dauer, weil, da müssen wir jetzt tief reingehen, Wenn wir schlafen, durchlaufen wir verschiedene Schlafzyklen. Und in so einem Schlafzyklen lau... Durchlaufen wir verschiedene. Schlafphasen. Das sind jetzt ein paar Fachbegriffe, Aber wir wiederholen das ein paar Mal. Es gibt Leichtschlaf, Das ist der Übergang vom Wachzustand in den Schlaf. Dann den Tiefschlaf, da kommen wir gleich auch noch zu. Da passieren andere Dinge, hauptsächlich körperliche Erholung. Und dann am Ende eines Zyklus typischerweise der REM-Schlaf. Jetzt ist es aber nicht so, dass in jedem Zyklus die Zeitanteile identisch sind, sondern Es ist dynamisch über die Nacht. Das heißt, in den ersten Zyklen, In den ersten Stunden der Nacht haben wir einen hohen Tiefschlafanteil und einen Geringen bis keinen REM-Schlafanteil. Und nur in den letzten Zyklen, Zyklus 4, Zyklus 5, haben wir einen hohen REM-Schlafanteil. Das heißt, wenn man jetzt sagt, für siebeneinhalb Stunden schlaf, habe ich nicht die Zeit, nicht die Muße. Oder wie auch immer, Ich kürze auf sechs Stunden, dann ist es erstmal nur 20% Weniger Schlafzeit. Durch das, was ich gerade erklärt habe, heißt das, dass ich mir 60, 70, vielleicht 80 Prozent meines REM-Schlafs abschneide. Das heißt, um wirklich aus der REM-Flasche ausreichend großen Schluck zu nehmen, muss man tatsächlich in Richtung Minimum 7, 7 bis 8 Stunden. Schlaf ist für die meisten Menschen hier eine notwendige Bedingung. Noch keine hinreichende Bedingung. Also Schlafdauer, Das eine. Das Zweite ist, ES müssen... Wir müssen dem Körper die Möglichkeit geben, auch im REM-Schlaf zu sein. Und das ist das Zweite. Der Körper ist, selbst wenn wir schlafen, häufig nur im Leichtschlaf. Das ist ein Phänomen, das ich vielfach, wenn ich Menschen begleite, beobachte. Wir nennen das Junk Sleep. Junk Food kennen die meisten. Junk Food heißt, Ich stopfe zwar genug, Kalorien in mich rein, Ich kriege aber nicht die Nährstoffe, die ich eigentlich bräuchte. Proteine, etc. So ein Junk Sleep ist ganz ähnlich. Viele Menschen schlafen zwar genug, 6, 7, 8 Stunden kriegen aber nicht die Nährstoffe des Schlafs, Sprich die Zeit im Tiefschlaf, im REM-Schlaf. Und da gibt es verschiedene Gründe, um jetzt beim REM-Schlaf zu bleiben, Wenn man zum Beispiel viel zu viel Licht im Schlafzimmer hat in den letzten Stunden oder eine zu hohe Geräuschkulisse oder andere Dinge. Kann es sein, dass man zwar im Leichtschlaf ist,
Joël Kaczmarek: aber eben nicht im REM-Schlaf. Ja, weil ich erinnere mich, Ich hatte mal einen Gründer zu Gast, Der hat so Nachtlichter gebaut und die waren immer alle rot, weil er auch mir beigebracht hat. Wenn du, es gibt irgendwie einen Punkt im Auge, so eine Art Sensor, Der nimmt Licht auf und über die Wellenlänge wird sozusagen dem Körper, der füllt, glaube ich diesen zirkadian, Kurz sagen, orientiert sich halt an der Sonne, was ich auch total einleuchtend finde. Und ich weiß nicht mehr, hat es mir eingebrannt, wie der erzählt, hat, Überleg, mal, Unsere Vorfahren lebten auch am Lagerfeuer, und der Punkt ist in der unteren Seite des Augapfels. Das heißt, wenn die Sonne von oben kommt, scheint sie drauf, wenn Lagerfeuer von Unten aber scheint nicht. Und so hat er mir erklärt, dass dieser Lichtfaktor wichtig ist. Und man liest ja immer mehr, also ich sehe, Du hast auch so einen Messring am Finger, Was so? Die wichtigsten Faktoren für gesunden Schlaf sind. Hilf mir mal, die noch besser zu verstehen, weil ich habe auch so ein bisschen den Verdacht, Ich schlafe viel, aber manchmal bin ich noch nicht so in dem Rennen vielleicht drin. Was ist denn noch so, Würdest du sagen, die Top 3 oder Top 5 für? Ich komme abends gut ins Schlaf und schaffe diesen Qualitätsschlaf?
Chris Surel: Ja, ich. Ich würde gerne noch diesen Punkt kommentieren, den du gerade gesagt hast, dass wir das noch einordnen. Es ist tatsächlich nicht nur ein Punkt, sondern es sind bestimmte Nervenzellen. Die meisten Menschen kennen die Stäbchen und Zäpfchen im Auge. Das sind die, die für das Sehen zuständig sind. Und diese lichtsensitiven Zellen nennen sich intrinsisch-photosensitive Retinalganglienzellen. Das ist ein bestimmter Zelltypus, genau wie du sagst, im unteren Bereich durch die Krümmung. Der Körper will immer sehen, ist die Sonne oben. Und wenn wir jetzt zum Beispiel, Wir haben wahrscheinlich auch viele Eltern, die hier zuhören, Was hängt bei den meisten Kindern im Kinderzimmer? Ein großer Ball, Ein Lichtball, der von diesen IPRGC-Zellen als Sonne fehlinterpretiert wird. Und solange er dieses Signal hat, muss er davon ausgehen, dass es Tag ist. Das heißt, Der Körper ist weit weg davon, Hormone auszuschütten, die Richtung runterkommen, Richtung Schlafvorbereitung, Melatonin, etc. gehen. Ich sehe es ein bisschen anders als dein Kollege, dass man nachts nicht wirklich rotlicht haben muss, sondern das Beste, Und da kommen wir zu einem Punkt, Was die Wahrscheinlichkeit verbessert, in einen wirklich erholsamen Schlaf zu kommen, ist, nachts so gut wie keine Lichtquellen zu haben. Denn wenn wir dem Auge nichts anbieten, dann kann es sich 100% sicher sein, dass jetzt erstmal Erholungszeit ist. Und da dürfen Menschen sich auch nichts vormachen, Nur, weil man die Augen geschlossen hat. Das ist eine wenige Millimeter dicke Hautschicht. Auch da kommt Lichtinformation durch. Das heißt, wenn Menschen in einem, im Englischen würden. Wir sagen, Pitch Black environment, also ein stockdunkles Schlafzimmer, ist eine der ersten Voraussetzungen, an denen man arbeiten darf. Jetzt hat nicht jeder die Infrastruktur, Da kann man leicht mit Schlafmasken arbeiten. Nicht so eine, die man auf einer Flugreise bekommt, die nach einer halben Stunde weggefallen ist. Sondern es gibt auch hier so Joël Kaczmarek, Die sind schön ergonomisch geformt, die sind bequem. Und die führen dazu, dass in dein selbst geschlossenes Auge eben keine vielen Informationen eindringen.
Joël Kaczmarek: Okay, ich bin Team Schlafmaske, habe ich schon mal einen Haken hinter. Was würdest du sonst sagen? Was sind noch so zwei, Drei Faktoren irgendwie für den richtig guten Schlaf?
Chris Surel: Was auf jeden Fall, Und da mache ich mir jetzt nicht besonders beliebt, ist Alkohol. Ganz klar. Und Alkohol ist deshalb verzwickt, Denn es ist eine wunderbare Einschlafhilfe. Es ist Fakt, Alkohol verkürzt die Einschlafzeit, Die Einschlaflatenz. Und deshalb nutzen es auch viele nach einem anstrengenden Arbeitstag. Das Nervensystem ist noch hibbelig, da ist ein Bierchen oder ein, zwei Gläschen Wein oder so, fühlt sich erstmal entspannend an. Das ist aber ein großer Trugschluss, Denn nur, weil wir schneller in den Schlaf finden, bedeutet nicht, dass der Schlaf, der darauf folgt, auch wirklich erholsam ist. Denn das Gegenteil ist der Fall. Egal, ob man Alkohol gerne konsumiert, ob es Teil des Lifestyles ist oder wie auch immer, Es ist ein Zellgift, ein Nervengift. Und der Körper kann so lange nicht in die erholsamen. SchlAFPhasen eindringen, Wie er mit der Verarbeitung, dem Abbau dieses Zellgifts beschäftigt, ist. Das heißt, hier ist ganz klar die Empfehlung, Ich persönlich trinke gar keinen Alkohol mehr, wenn man sich so viel damit beschäftigt, fällt es einem irgendwann schwer, dieses Zellgift noch dem Körper zuzuführen. Auch wenn man sagt, für mich ist es Teil des Lifestyles, dann ist die Empfehlung, so lange Zeit, von dem letzten Alkoholschluck bis zum Ins Bett gehen zu lassen. Damit die Verarbeitung noch im Wachzustand stattfindet und eben nicht die Erholung im Schlaf darunter leiden muss.
Joël Kaczmarek: Wie ist es denn generell mit Ernährung? Weil ich habe eine Bekannte, die erzählte mir, wir haben uns über Erdungsmarken unterhalten. Also gibt es ja mittlerweile, dass Du so Erdungslaken auch hast, weil die Logik ist, wenn Du Geerdet bist, würden dir irgendwie Elektronen helfen, dass du besser entgiftest. Dann sagte sie, die brauche ich gar nicht mehr. Ich war richtig im Arsch, ich war richtig hin, richtig wasted. Also, ich habe geheult ohne Grund, ich bin zusammengebrochen, mein Körper war am Ende. Ich dachte, Oh, mein Gott. Dann bin ich zu einer Heilpraktikerin gegangen, und die hat das gemacht, was die Ärzte mal hätten machen sollen. Die hat mir Blut abgenommen, die hat meinen Stuhl untersucht, Die hat einen Mundabstrich gemacht. Und dann hat die meinen Darm saniert. Das heißt sozusagen, Ich habe irgendwie gelernt, mich anders zu ernähren und seitdem Joël, Ich habe Tiefschlaf. Es ist so, das fand ich so niedlich, wie du das erzählt. hast, Ich meinte, so fühlt sich Reichtum an. Und ich konnte mir das so vorstellen, wenn man halt so in den richtigen Schlaf kommt. Da du jetzt der Profi bist, ist da was dran? Also ist sozusagen Darm, Ernährung, Ist das irgendwie ein Hebel für guten Schlaf?
Chris Surel: Ein riesiger Hebel und in verschiedensten Dimensionen. Musst du mich jetzt ein bisschen bremsen, Wie viel Zeit? Wir haben, aber wir fangen mal an. Zum einen alles, was wir brauchen, um guten Schlaf zu produzieren. Nehmen wir mal ein Beispiel Melatonin. Melatonin ist das Einschlafhormon. Es ist nicht das Gutschlaf, nicht das Tiefschlafhormon. Auch das wird oft verwechselt. Menschen, die nicht erholsam schlafen, nehmen Melatonin und sind frustriert, dass es nicht klappt. Melatonin ist erstmal nur das Signal, dass man einschlafen soll. Woraus besteht Melatonin? Aus Aminosäuren. Aminosäuren sind Proteine. Ein Großteil der Menschen, die zu mir kommen, eins der ersten Dinge in einem Personal Coaching Projekt ist, dass wir uns angucken, Wie viel Proteine nimmst Du am Tag zu dir. Denn das ist eines der wichtigsten Baumaterialien. Wir können die Enzyme, die Neurotransmitter, die Zellen, die wir brauchen, um Recovery-Prozesse anzustoßen, nicht durchführen, Wenn das Baumaterial dafür fehlt. Das ist wie bei einem Haus. Man kann den besten Plan haben, man kann alles da haben. Wenn die Ziegel nicht angeliefert werden, dann wird das Haus nicht wachsen. Das heißt, das ist schon mal das Erste, was ich Menschen an die Hand geben möchte. Guckt mal bitte, ob Ihr an einem normalen Tag, nicht an einem Sonntag, wo ihr Zeit zum alles herrichten. Und so habt, an einem normalen Arbeitstag auf Minimum. Ein Gramm Protein pro eigenes Kilogramm Körpergewicht kommt. So, Das ist breiter. Daumen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung sagt 0,8, wenn es andere gehen Richtung 1,2, Aber lassen wir einfach halten. 1,0. Das heißt, ich wiege 75 Kilogramm, das heißt, meine Benchmark ist, jeden Tag 75 Gramm Proteine zu mir nehmen. Und das ist nicht super duper. Biohacking Champions League, Das ist die Basis. Und ich sage das deshalb, weil wenn Menschen jetzt überschlagen, Die meisten sind erstens ein bisschen zu bequem, es überhaupt einmal zu rechnen, Aber es geht relativ schnell, Einfach mal so zwei, Drei Standards, die man am Tag isst, Frühstück, Mittag, Abend. Dann kann man in Google gehen und sagen, wie viel Protein ist eigentlich da? drin. Ganz grob abschätzen, Wie viel Gramm das sind. Mir geht es jetzt nicht darum, ob das Ergebnis 37 oder 41 Gramm sind. Mir geht es darum, ob du 30 oder 70 Gramm isst. Und da kann man relativ schnell drauf kommen, also mit einem breiten Daumen. Merkt man es eher bei der Hälfte. Und das ist das, was ich erlebe in Coachings. Die Menschen sind bei 0,3, 0,4, 0,5. Dann sind sie erstmal frustriert, aber dann sage ich, wir können jetzt feiern. Du hast einen der schnellsten und effektivsten Hebel, um dein Energielevel zu boosten. Denn alles, was du jetzt tun darfst, ist, Ein paar Dinge ändern, sodass du in Richtung dieser 1,0 Gramm kommst. Denn dann hat auf einmal dein Körper wieder die Dinge, um das zu produzieren.
Joël Kaczmarek: Kurze Zwischenfrage. Wenn ich jetzt deutlich drüber bin, also, wenn ich jetzt über 78 Gramm bei mir hätte, Ist das dann umgekehrt? Schlecht oder macht das, was schlaft?
Chris Surel: Es gibt bei allem irgendwo einen Tipping Point, Aber um auf zu viel Protein zu kommen, Da wird dein Hungergefühl. Dagegen arbeiten. Da wird allein die Menge, die du zu dir führen musst. Also, es geht, vielleicht hört jetzt jemand zu, der sagt, schaffe ich, alles easy, Aber da mache ich mir eher weniger Sorgen. Also, da ist eine große Spannbreite, um an das Maximum zu kommen. Gerade wenn du sportlich aktiv bist, kannst du gerne auch Richtung 1,5, 1,8 gehen. Also, da kommt man wirklich an einen normalen Punkt. Das ist das eine. Also, was wir essen, hat einen großen Einfluss. Da könnten wir jetzt bei Fetten weitermachen, auch bei Kohlenhydraten. Also all diese Dinge braucht der Körper in der richtigen Dosierung, in der richtigen Qualität. auch, um Schlaf zu produzieren oder Erholung zu produzieren. Ein genauso wichtiges Thema ist allerdings Timing. Und das wird von vielen Menschen wirklich noch völlig unterschätzt, weil wir denken, Hauptsache, man nimmt die richtige Anzahl Kalorien zu sich und die richtigen Dinge, Aber es hat einen massiven Unterschied, wann wir Dinge zu uns nehmen. Denn auch unser Stoffwechsel, Unser Metabolismus folgt der inneren Körperuhr, dem zirkadianen Rhythmus. Das heißt, Deine Bauchspeicheldrüse, wo Insulin produziert wird, arbeitet morgens ganz anders als abends, wenn schon Melatonin im Spiel ist. Und hier beobachte ich bei vielen Menschen, gerade, die berufstätig sind, die wenig Zeit haben, ist, dass sie... Morgens vielleicht ein kleines Frühstück nehmen, wenn überhaupt. Abends irgendwie zwischendurch mal ein Sandwich auf die Hand oder so. Und dann abends, wenn die Arbeit getan ist, Wenn die Familie zusammenkommt, dann 60, 70, 80 Prozent der Kalorien abends zu sich genommen werden. Und das ist etwas, was den Schlaf massiv beeinflussen kann. Vor allem, wenn dann noch schnelle Kohlenhydrate im Spiel sind, die den Blutzucker ganz stark schwanken lassen. Denn was ich oft beobachte, bei Menschen, Die klagen, dass sie um zwei, drei Uhr morgens wach werden, und nicht wissen, woran das liegt, ist, dass ihr Blutzucker abends sehr stark angestiegen ist durch die gerade beschriebene Nahrungsaufnahme, Dann aber im Schlaf Er abfällt. Und wenn du in Unterzucker kommst, dann entsteht Stress. Du wachst auf, weißt gar nicht, warum. Es muss auch gar nicht zwingend ein Hungergefühl sein, Aber Der Körper meldet Alarm und sagt, hier, ich bin im Unterzucker, mach bitte was. Und wenn dann im Umkehrschluss das Gedankenkarussell einsetzt, weil man noch die To-dos vom letzten Tag nicht verarbeitet hat. Oder schon, Respekt vorm nächsten Arbeitstag hat, dann, obwohl man aus einem ganz anderen Grund wach war, kommt dann das Stresslevel hoch. Und dann liegen die Menschen morgens um vier Uhr wach.
Joël Kaczmarek: Es gibt auch irgendeinen Spruch, Frühstücken wie ein König, Mittagessen wie ein Und Abendessen wie ein Bettler oder so. Edelmann,
Chris Surel: Also Abend wie ein Bettelmann. Ja, da ist was dran, dass man es einfach, Wir haben jetzt hier keine Folien, aber viele Menschen essen wie so eine Pyramide. Also eine richtige Pyramide. Morgens wenig, mehr, abends. Und ich probiere den Menschen eher, Es muss nicht direkt eine umgekehrte Pyramide sein, aber eher in so eine Rechteckform zu kommen. Und im Übrigen auch dann, weil viele sagen jetzt, ja, ich mache ja Intervallfasten, soll doch so gut sein, ich esse morgens nichts, ich lasse das Frühstück weg. Das stimmt, Aber selbst, wenn man das Frühstück weglässt, sollte die Form dennoch die Gleiche sein. Intervallfasten bedeutet nicht, dass man abends vorm Schlafen 80 Prozent der Kalorien zu sich nehmen muss. Das bedeutet erstmal nur, dass man ein Zeitfenster von 14 bis 16 Stunden hat, wo man keine Nahrung zu sich nimmt. Man kann aber dennoch, wenn man die erste Nahrung um 11 oder um 12 zu sich nimmt, das zur größten Mahlzeit machen und dann Richtung Abend kleiner werden.
Joël Kaczmarek: Schön. Du hast gesagt, da können wir uns jetzt wahrscheinlich noch eine Stunde drüber unterhalten, Aber, dass wir einmal das Thema darm und Schlaf abrunden. Also wir haben jetzt gesagt, die Uhrzeit, dann der Proteinfaktor. Gibt es noch irgendwas, wo Du sagst, das ist noch so ein richtiger Hammer, was Darm- und Schlafqualität angeht?
Chris Surel: Ja, im... Ich bin jetzt nicht der Darmexperte, da gibt es andere, Julia Enders zum Beispiel, Darm mit Charme, sehr geschätzte Dame, Die könnte da mehr sagen. Aber Fakt ist, Im Darm äußern sich viele Dinge, die an anderen Stellen falsch laufen. Leaky Gut Syndrom ist zum Beispiel eins, Das heißt, der Darm wird porös. Und im Darm finden viele Funktionen des Immunsystems statt. Das heißt, Wenn man... Sukzessive sich die falschen Dinge, Viel verarbeitete Nahrungsmittel zu sich, führt etc., Das zur falschen Zeit tut, wo der Darm eben mehr Schwierigkeiten hat, wird sich bei manchen, nicht bei allen, im Ergebnis Probleme im Darm äußern. Und das führt dann in der Konsequenz dazu, dass auch beim Schlaf Dinge nicht gut funktionieren. Wir beobachten es ganz oft, dass der Schlaf ein Ventil ist, das an anderen Stellen etwas nicht gut funktioniert. Das kann sein, weil mental bestimmte Dinge nicht entsprechend verarbeitet werden. Es kann sein, dass Entzündungen im Körper sind. Es kann sein, dass im Darm Probleme sind. Es kann sein, dass die Muskulatur mit zu wenig Magnesium versorgt ist. Und den Zusammenhang herzustellen, Das ist das, was auch ein bisschen Erfahrung und Expertise bedarf. Aber wenn man nicht richtig schläft, muss nicht zwingend heißen, dass an den letzten 30 Minuten, Stichwort, Abendroutine oder so, Irgendwo der Game Changer liegt, sondern man darf ein bisschen gesamtheitlicher gucken, Wo im Gesamtsystem... Irgendwo ein Engpass liegen könnte.
Joël Kaczmarek: Gut, also, ich finde deswegen so super, dass du so ein Buch geschrieben hast. Mit dem High Energy Prinzip, Weil es ist ja genau, wie du sagst, dass es so ein Dschungel, so ein Dickicht ist. Und so, wie ich dein Buch interpretiere, ist es ja so diese Rückführung. Hey, ich zeige euch mal, und ich mag es ja gerne, du hast mir im Vorgespräch gesagt, es gibt so jeder zu seinen Big Domino, den einen Stein, der alle anderen zu fallen bringt. Und du guckst sozusagen verschiedene an und aber nicht so überbordend, sondern dass jeder Mal so in sich reinfühlen kann. Jetzt haben wir einen Steinchen schon mal angeguckt, Schlaf. Was ist denn so das Zweite, was du heute mitgebracht hast?
Chris Surel: Wo ich immer wieder merke, dass viele Menschen aus ihrem Lifestyle ein Thema haben, ist ganz klar das Nervensystem. Fühle ich. Okay, das hast du mir im Vorgespräch auch gesagt. Das fühlen viele, und das ist sehr häufig. Schritt 1 in jedem Coaching-Projekt, wo es um Energielevel geht. Denn ich möchte das Bild, was ich dir im Vorgespräch gegeben habe, hier auch gerne teilen. Ich frage, die Menschen immer, was würde passieren, wenn du den ganzen Tag mit einem angespannten Bizeps deinen? Alltag verbringst. So, um es einfach zu verstehen, der Bizeps würde stärker werden, immer stärker, Aber er würde auch verkürzen. Und das würde dazu führen, dass man am Feierabend, Wenn man dann sagt, jetzt brauche ich den gar nicht mehr, Nicht einfach den Arm ausstrecken kann. Vor allem auch nicht am Wochenende im Urlaub. Die Menschen kommen zu mir und sagen, Chris, Ich war im Urlaub und ich habe zwei, drei Tage gebraucht, um überhaupt mal so richtig runter zu kommen. So, da gehen bei mir alle Alarmglocken los, beziehungsweise am Weißigsten.
Joël Kaczmarek: Die sind noch soft. Ich habe eher, Wir machen zwölf Wochen Urlaub und die letzten drei, letzte Woche oder so, also? Man braucht so eine Woche, um runterzukommen. So,
Chris Surel: und was ist das? Das ist ein sehr langer Bremsweg des Nervensystems. Unser Nervensystem, Lassen wir mal kurz, ich bin immer ein Freund davon, erstmal zu gucken, Wofür wurde unsere Hardware gemacht und wofür nutzen wir Sie heute. Unser Nervensystem hat zwei Modi. Den Stressmodus, auch Sympathikus genannt, Das ist der Fight-or-Flight-Mode. Der ist dafür gemacht, wenn wir Gefahr wittern, den Körper und den Geist so zu fokussieren und so vorzubereiten, dass wir in Millisekunden kampfbereit sind, um unser Überleben zu sichern. Dann gibt es den Erholungsmodus, den Parasympathikus, den Rest and Digest Mode. Der ist dafür gemacht, wenn wir in Sicherheit sind, zu regenerieren, runterzufahren, auch strategisch zu denken, eben nicht im Tunnelblick zu sein. Jetzt Toi Toi toi, Die meisten Menschen, die zuhören, werden wahrscheinlich bestätigen können, dass sie nicht mehr wirklich in Lebensgefahr sind, im Sinn von, dass ein Säbelzahntiger vor ihrer Tür wartet. etc. Ist auch nicht in allen Bereichen der Welt, so, Auch politisch bedingt etc. Deshalb großer Luxus, Wer das von sich sagen kann. Fakt ist aber, dass andere Gefahren diesen Platz eingenommen haben, um die Menschen immer in diesen Stressmodus, der eigentlich nur für Überlebenskämpfe gedacht ist. Das kann eine E-Mail sein, eine Deadline, Das können finanzielle Nöte sein, Das können Nachrichten sein. All das führt dazu, dass unser sogenanntes autonomes Erregungslevel erhöht wird. Der Körper reagiert mit Adrenalin, vielleicht sogar Cortisol. So und jetzt kommt der Punkt. Dieser Modus ist für die Dauer eines Kampfes konzipiert. Ein Kampf dauert mal eine halbe Stunde, mal zwei Stunden. Und er findet auch nicht täglich statt, sondern alle paar Tage mal. Und viele Menschen haben aber den Lifestyle, dass Sie in diesem Stressmodus, DIESEM Fight-or-Flight-Mode, 12, 14, 16 Stunden am Tag sind. Es geht los, wenn man aufwacht, der Gedanke, Wie der Tag laufen wird, der Stress, die Kinder fertig zu machen und sie in die Schule zu bringen. etc. So, Und das führt dazu, dass der Körper einfach in einem Modus angespannter Bizeps über einen viel zu langen Zeitraum ist, ohne zwischendurch mal umzuschalten. Und damit, um das Bild jetzt die Parallele zu machen, haben Menschen oft einen verkürzten mentalen Bizeps. Das heißt, er ist in dem Stressmodus festge... Fest gewachsen. So, und mein Job ist es, den Menschen wieder beizubringen, hier Flexibilität ins Spiel zu bringen. Und das ist nicht irgendwie ein theoretisches, Esoterisches Konzept, Das lässt sich messen. Vielleicht hast du schon mal, Joël, Von der sogenannten Herzratenvariabilität gehört. Das ist eine Kennzahl, die die ganzen Tracker, die Menschen heute an ihren Handgelenken haben, misst. Das zeigt, wie adaptiv dein Nervensystem ist, Wie gut es darin ist, vom Stressmodus in den Erholungsmodus zu kommen und vom Erholungsmodus in den Stressmodus. Und das ist die wichtigste Kennzahl, die Menschen beobachten dürfen. Wenn Menschen zu mir kommen auf einer Veranstaltung und sagen, hey, ich trage den und den Ring. Oder ab dem Armband oder so, kannst du dir mal meine Daten anschauen. Wenn ich zehn Sekunden Zeit habe, dann gucke ich mir die HRV an, Also Herzratenvariabilität, Und zwar den im wöchentlichen Durchschnittswert, im Trend über die letzten drei Monate. Da sehe ich in zehn Sekunden alles, weil dann sehe ich, Ob die Menschen auf dem kontinuierlichen, ansteigenden oder absteigenden AST sind, was die Flexibilität ihres Nervensystems betrifft. Und ohne jetzt deine Zuhörer, Zuhörerinnen im Detail oder persönlich zu kennen, Was ich beobachte, ist, dass die allermeisten Menschen einen verkürzten, mentalen Bizeps haben. Da eben die Folge ist, dass man abends nicht zur Ruhe kommt oder man eine Woche von zwei Wochen braucht, um überhaupt mal runterzufahren. Das klingt jetzt erstmal als dramatisch. Und jetzt, Was kann man dagegen tun? Und das Schöne ist, als ich das lernen durfte, das war für mich eine der wichtigsten Erleuchtungen, ist, Man muss nicht den Job wechseln, Man muss auch nicht seine Familie aufgeben. Oder irgendwas. Alles, was wir tun dürfen, ist in diesen Alltag kleine Stretching-Übungen einbauen. Und zwar nicht... ECHTE Muskel-Stretching-Übungen, sondern Nervensystem-Stretching-Übungen. Und da habe ich im Buch viele aufgeschrieben. Wenn es für dich okay ist, würde ich hier gerne mal ein, Zwei davon teilen. Auch hier möchte ich erst die Physiologie vorweg schicken und den Mechanismus, Weil wenn wir den Verstanden haben, dann machen Dinge auf einmal. Sinn, die man vielleicht vorher völlig unterschätzt hatte. Wir haben, wenn wir einatmen und ausatmen, dann verändert sich das Volumen unserer Lunge. Wenn wir jetzt mal einatmen, dann kannst du dir vorstellen, dass das Zwerchfell, was unter der Lunge ist, runtergedrückt wird. Dadurch kriegt unser Herzmuskel mehr Volumen, hat mehr Platz im Brustkorb. Auf der anderen Seite, wenn wir ausatmen, Wird der Herzmuskel etwas komprimiert. Warum erzähle ich das? In diesem komprimierten Zustand erhöht sich die Blutflussgeschwindigkeit etwas in unserem Herzmuskel. Ein paar Neuronen, Wir nennen die Sinusknoten, melden diesen erhöhten Blutflussgeschwindigkeit sofort ans Gehirn. Das Gehirn merkt, okay, zu hohe Blutflussgeschwindigkeit und gibt ein Top-Down-Signal und sagt, Herzschlag verlangsamen, Autonomes Erregungslevel senken. Deshalb führt immer, wenn wir ausatmen, führt das vom Nervensystem immer zu einem Entspannungssignal. So, Und wenn man jetzt nur einmal einatmet, einmal ausatmet, dann reicht das nicht aus, um einen Unterschied zu kreieren. Wenn wir jetzt aber den Ausatemvorgang extrem überbetonen, Stichwort ist hier Exhalation Emphasized Breathing, Dann können wir das Nervensystem sehr stark konditionieren, runterzufahren. Und das ist eine meiner absoluten Lieblingsübungen. Die erste Stretching-Übung ist das sogenannte 4-8-4-Protokoll. Das heißt, du atmest auf 4 bis 4 innerlich, zählst du, Es müssen nicht genau Sekunden sein, Größenordnung, durch die Nase ein. Du atmest bis 8 durch den Mund aus, also doppelt so lang, wie du einatmest. Atmen würdest und machst das viermal. Es dauert nicht mal eine Minute. Das ist Schritt 1, um dein Nervensystem wieder adaptiver zu machen. Wenn du das einmal pro Woche machst, bringt es gar nichts. Wenn du aber mit einmal am Tag anfängst, ist dann auf 3 hoch, fährst auf 5. Ich mache im Moment 15 bis 20 484 Protokolle am Tag. Das klingt jetzt total überwältigend für jemanden, der da neu ist. Und ich möchte auch niemanden abschrecken. Ich habe mit 1. angefangen. Von 0 auf 1 ist immer das Schwierigste, weil da muss im Gehirn Neuroplastizität entstehen, Da muss eine neue Gewohnheit entstehen. Und da kann ich jeden ermutigen, entscheidet jetzt, zu welcher Uhrzeit ihr ein 484-Protokoll am Tag macht. Und wenn ihr das habt, dann werdet ihr sehen, wie es sich gut anfühlt. Und dann könnt ihr auf. 2. hochfahren. Dann steht ihr auf einmal im Einkaufsladen, in der Warteschlange und statt zum Hunderttausendsten Mal aufs Handy zu gucken, könnt ihr ein. 484-Protokoll machen. Ihr könnt es im Gehen, machen. Vier Schritte einatmen, acht Schritte ausatmen. Und das ist egal, Welche Herausforderungen Menschen mit Energie haben. Ob es schlaf, ist, ob es was auch immer. Das ist immer Schritt eins, dein Nervensystem wieder flexibler zu machen. Denn das ist die Basis. Wir können nicht in die richtige Erholung kommen, Wenn unser Nervensystem im Stressmodus verhaftet ist.
Joël Kaczmarek: Ich kann da total mit relaten, weil ich bin so eine Frostbeule. Ich bin immer, wenn wir in den See gehen, alle planschen schon und ich bin bis zu den Knien drin. Und dann war ich in Vietnam, hab da Atemtechniken beigebracht bekommen und hab in eine Eistonne gegangen, geendet. Wirklich bis zum Hals. Also das zeigt ja die Macht von Atem. Und dann war ich bei einem Heilpraktiker. Und der hat dann auch gesagt, ich pack dir mal hier. So ein Gurt um, Jetzt atmest du mal, Setz dich mal hin, mach mal entspannt. Fünf Minuten machst du einfach nichts. Guck aus dem Fenster, geht gleich los. Und jetzt machst du mal, Dann hat der so eine Atmung gesagt wie du, und dann hab ich hinterher eine Auswertung bekommen. Du saßt diese Säule. War so ein roter Balken, wenn man das gesehen hat, das brennt sich ein. Die war so bei, weiß ich nicht, 66 Prozent von 100. Und als ich geatmet habe, war die auf einmal bei 20. Also, die ist um wirklich zwei Drittel nach unten gegangen. Deswegen, Ich glaube, das ist echt big, was du da beschreibst. Und es ist so simpel.
Chris Surel: Das fatale ist, weil es so simpel ist, unterschätzen die Menschen die Macht. Und deshalb bin ich immer ein Freund von Mechanismen, erklären. Denn wenn du weißt, dass das nicht einfach nur so ein bisschen und nichts gegen Esoterik. Also, ich möchte es nicht bewerten, aber ich beobachte, wenn Menschen Esoterik vermuten, nehmen Sie es nicht mehr. ernst. Und deshalb erkläre ich immer die Physiologie dahinter. Wenn man das macht, dann wirst du in acht Wochen ein anderes Nervensystem haben. Das ist einfach Fakt. Und jetzt ist die Frage, wie sehr will man etwas? Oft gibt es nicht den Quick-Fix. Mein Job ist wirklich so einfach und so schnell, wie es irgend geht, zu machen. Auch wenn mir jemand sagt, mein Tag ist zu stressig, um drei 484-Protokolle am Tag zu machen, Dann muss ich leider attestieren, dass die Ernsthaftigkeit hinter einer Veränderung eben nicht gegeben ist. Denn wenn man sich mal ansieht, Raucher zum Beispiel, Ich weiß nicht, ob du selbst rauchst oder ob du Raucher, Raucherin im Umfeld hast, Was kann man von Ihnen lernen? Egal wie gestresst. Sie sind, Sie schaffen es, 5 bis 10 bis 20 Mikropausen in den Alltag zu integrieren. Es geht. Und zwar je Gestresster. Sie sind, desto mehr Mikropausen machen Sie typischerweise. Diabetikerinnen, Diabetiker, Egal wie gestresst Sie sind, sie schaffen, es, sich auf einen Schutzraum zurückzuziehen, weil sie Insulin brauchen. Also, es geht immer um Ernsthaftigkeit. Und wenn die gegeben ist, dann ist 484-Protokoll Schritt 1 in der Journey.
Joël Kaczmarek: Kann ich hier noch was entlocken? Aus deinem Buch? Bitte, was gesagt? Du hast gesagt, du hättest uns mal zwei, Drei Sachen rund um das Nervensystem. Was gibt es denn noch außer Atem?
Chris Surel: Ein zweites jetzt auf einer ganz anderen Ecke, was viele Menschen, glaube ich, umtreibt, ist, dass sie, selbst, wenn Sie nicht gestresst sind, gestresst sind. Das klingt jetzt ein bisschen doof, Aber wenn ich es nochmal sage, wenn sie nicht gestresst sind, trotzdem gestresst sind. Und das liegt unter anderem daran, dass Sie sich... Verhaltensweisen angewöhnt haben, die unterbewusst dem Körper signalisieren, dass Gefahr im Verzug ist. Lass mich ein Beispiel geben. Wir wissen aus der Forschung, dass die Signale immer in zwei Richtungen passieren. Du hast vorhin gesagt, du bist in Vietnam in Eiswasser gestiegen. Da hast du über deine Sensorik. Lebensgefahr, die gemeldet wird. Das macht Sinn, dass dein Körper da in den Stressmodus geht. Das macht Sinn, weil er will reagieren. Er zieht das Blut aus den Gliedmaßen zurück, um deine überlebenswichtigen Organe zu schützen. Etc. Was auch passiert sein wird, ohne dass du es wahrscheinlich bemerkt. hast, ist, dass sich die Distanz zwischen deinen Pupillen reduziert hat. Du träumst nicht in die Ferne, wenn du im Eiswasser bist, sondern Du bist hier, Du bist hier in dem Moment. So, das ist ein ganz starkes Signal des Sympathikus. Kann man auch beobachten, wenn man unter der kalten Dusche steht, flupp, Die Pupillen gehen zusammen. Genauso kann man es aber andersrum auch stimulieren. Du kannst über die Verengung der Pupillen Deinen Fokus schärfen. Wenn Du Dir zum Beispiel Spitzensportler, die in die Arena reingehen, Die Guten, die sich mit diesen Themen auskennen, Die gucken nicht gemütlich und lassen sich vom Umfeld inspirieren, sondern sie sind im Fokus. Das heißt, mentaler Fokus folgt visuellem Fokus. Und so können wir an verschiedenen Stellen beobachten, dass die Signale, die wir über den Körper geben, Einen Einfluss haben. Was passiert jetzt, Joël, wenn du timingbedingt oder wie auch immer jeden Tag 10-20% schneller läufst? Als du es eigentlich im Ruhemodus tust. Was sagst du deinem Nervensystem?
Joël Kaczmarek: Dauergefahr, Dauerstress.
Chris Surel: So, sagst du, ich muss, damit alles pünktlich ist und so. Ist okay, aber jetzt erst mal, Wir geben allein über die Gehgeschwindigkeit, geben wir dem Körper das Signal, Hier ist Gefahr im Verzug. Die Menschen gehen auch etwas mehr auf dem vorderen Fußballen und setzen nicht mit der Ferse auf, weil man so schon in einer Habachtstellung Richtung ansetzendem Sprint ist. Es geht weiter, wenn du die Position der Schultern von Menschen beobachtest. Sie sind drei bis fünf Millimeter zu hoch. Gar nicht mal, so krass, wie du es jetzt zeigst, nur ein bisschen. Die Distanz zwischen Ohrläppchen zu Schulter ist ein ganz starkes Signal, was wir auch unterbewusst wahrnehmen. Wenn du so vor mir sitzt, dann nehme ich dich Anders wahr, als wenn ich so vor dir sitze. Und das sind aber alles nicht nur Dinge, die nach außen Signale geben, sondern nach innen. Und das wäre, um deine Frage zu beantworten, Und da ist in dem Buch eine ganze Liste mit Themen, wie wir ohne es zu wissen unserem Körper signalisieren, bitte sein, Hab Achtstellung. Und wenn wir da korrigieren, ist ein bisschen anstrengend. Am Anfang, Die Schulterposition anpassen, auch ein bisschen, Ich gebe das Bild immer, Probier mal so zu laufen, als würdest du in einem Swimmingpool laufen.
Joël Kaczmarek: Geil.
Chris Surel: So, einfach als Bild, Mal so 20, 30 Prozent weniger. Und du wirst dich ertappen, wie du wieder zu einer anderen Geschwindigkeit gehst. Man kann sehen, dass die durchschnittliche Gehgeschwindigkeit in New York zum Beispiel höher ist als auf dem Land. Also, man wird auch durchs Umfeld. An einem Flughafen ist sie schneller, wo Menschen einen anderen Zeitplan haben als in den Bergen. Aber das macht was mit uns. Und ich hoffe nicht, dass der Eindruck entsteht, dass Leute sagen, boah, ich muss mir tausend Dinge merken. Darum geht es gar nicht. Sondern es geht darum, ein paar essentielle Dinge, sich rauszupicken und dann ganz klein anzufangen. Macht das Sinn für dich?
Joël Kaczmarek: Ja, total. Ich erinnere mich dran, ich hatte mal einen Dude, Der hat zu mir gesagt, hier probier mal, was aus, aus dem Meditativen immer langsam gehen, so richtig in Zeitlupe. Und dann bin ich mit meinem Investor zum Essen gegangen. Ich fand das so fass, der ist vor mir weggesportet. Also wirklich, der war gefühlt, ich kam gar nicht hinterher, aber ich durfte ja nicht. Es war so ein Deal zwischen uns, du machst das jetzt mal eine Woche, mal gucken, was passiert. Also, so fühlte sich das für mich an. Dann dachte ich, ja. crazy, Wie schnell sich die Welt bewegt. Und du fängst auch an, anders in die Innenwahrnehmung zu gehen, weil wenn du richtig lange brauchst, um von deinem Schreibtisch in die Küche zu laufen, dann überlegst Du Dir zweimal, was will ich von da holen. Ich habe es immer als mentale Übung gesehen, sozusagen meditativ, Aber, dass es natürlich auch mental dahingehend wirkt, dass du nicht dieses Leben auf der Flucht hast und deinem Körper damit gefahr. signalisierst. Genau. Das ist schon relevant.
Chris Surel: Zwei Dinge noch dazu. Es muss ja nicht gleich, so Krass sein, dass die Leute es auch sehen. Es reicht schon gedanklich, ein paar Prozentpunkte an, Schub rauszunehmen, um ein anderes Körpergefühl zu entwickeln. Und wenn Menschen jetzt vermuten oder befürchten, dass sie dann als Schludriane, als Lahme Esel wahrgenommen werden, Das Gegenteil ist der Fall. Es gibt Sozialexperimente, die zeigen, Die Menschen, die am höchsten in der Hierarchie sind, bewegen sich am langsamsten. Es signalisiert Charisma, es signalisiert Gelassenheit, Es signalisiert Autorität, Denn du musst dich von niemandem wegrennen, sondern nach dir wird sich gerichtet. Geh mal, wenn du es nicht, mal in irgendeinen Raum gehst, wo verschiedene Hierarchien zusammen sind. Man kann ja auch beobachten, dass immer zu den mächtigsten, in Anführungsstrichen, Menschen, die Körperneigung, also die Menschen orientieren sich in die Richtung. Dem Chef neigt man typischerweise nicht den Rücken zu. Oder Menschen, die in der Hierarchie oben stehen. Aber das Gleiche gilt eben auch für die Geschwindigkeit.
Joël Kaczmarek: Das ist so spannend, weil ich habe mal ein Gespräch mit jemandem geführt, ich weiß nicht mehr wem, da habe ich gesagt, ich glaube, irgendwas ist los. Ich merke immer, wenn ich einen Podcast beginne, sind meine Schultern an den Ohren. Ich muss die richtig runternehmen. Aber ich habe gar keine Angst. Aber das Schultern zu den Ohren ziehen, ist ja so ein Angstsignal. Da meinte sie, nein, Das Deutest du völlig falsch. Das ist nicht Angst, du machst dich bereit zum Sprung. Das ist Anspannung vor der sozusagen Action. Da dachte ich, ach, das macht ja alles langsam Sinn in meinem Kopf, weil ich weiß, ich hatte mal einen Osteopathen, die meinte, Herr Kaczmarek, Sie haben immer hier am Necken. So Verspannung, weil die kurze Nackenmuskulatur ist, die direkt aus dem Gehirn innerviert wird. Wenn wir Stress haben, spannen wir die an, Das geht gegen die Schultern hoch. Also so die Baustelle, Die Dominos fangen an, zu fallen.
Chris Surel: Ja, und das, was du sagst, ist so schön, weil wenn Menschen Stress hören, Assoziieren Sie es immer mit dem schlechten Zustand und dem Ängstlichen. Und Menschen wollen ja keine Angst haben, sie wollen ja selbstbewusst sein und so. Die Physiologie dahinter ist die gleiche. Es zeigt nur, dass du dich auf etwas Wichtiges vorbereitest und das kann komplett positiv sein. Du willst ja, wenn du in einen Peak-Moment gehst, nicht völlig schludrig sein. Du willst bestimmte Stresshormone ausschütten, damit du die notwendige Spannung kognitiv und körperlich hast. Du willst nicht überschießen, dass du blockierst, aber du willst auch nicht im kompletten Ich-schlaf-gleich-ein-Modus sein.
Joël Kaczmarek: Naja, Ich sag mal, so rum, Ich glaub für mich auch, dass das so ein Big Domino, wie du es nennst, weil wenn man sich mal anguckt, was so ein hochgefahrenes Stresssystem in der Folge hat, wenn du die ganze Zeit voll bist mit Adrenalin, mit Cortisol, Du schläfst schlechter, Ich hab gemerkt, du musst das ja auch abbauen. Also deine Leber muss ja das ganze Adrenalin in deinem Körper auch abbauen, Dann kann sie schlechtere Galle ausstellen. birken, dann hast du, wie ich zum Beispiel, manchmal mit der Fettverdauung Probleme und zack, Bist du in so einem, dann liegt der darm los, dann schläfst du schlecht. Und das finde ich das Faszinierende daran. Und manchmal braucht es auch irgendwie dich, das macht es manchmal auch ein bisschen schade, weil es so kompliziert ist. Weißt du, welcher normalsterbliche Macht denn diese Verbindung auf? Ich schlafe schlecht, weil ich schlecht verdaue, weil ich so viel Stress habe, dadurch Adrenalin produziere. Und dann so, also diese Ketten. Und deswegen finde ich das auch sympathisch, dass du Acht in diesem Buch hast, weil damit ja auch zum Ausdruck kommt, Jeder ist individuell. Mein Big Domino ist vielleicht ein ganz anderer als Deiner. Und vielleicht hat man auch mal zwei Sachen, die Zusammenwirken oder drei. Und deswegen das finde ich gut. Gibt es noch so etwas Abschließendes, was ich wissen sollte rund um Nervensystem oder haben wir das Wichtigste, berührt?
Chris Surel: Wir haben auf jeden Fall viele wichtige Dinge besprochen. Ich glaube, ein Mindset-Thema und eine Einstellung dazu ist noch wichtig. Es nicht ein Problem ist, wenn man dauerhaft, falsch, Nicht wenn man dauerhaft, sondern wenn man einen großen Teil des Tages im Stress ist, ist kein Problem. Menschen sagen sich, wenn ich einen anderen Job nehme oder wenn die Kinder älter sind, Irgendwann wird es schon weniger stressig. Stress per SE ist ein wunderbarer Impuls. Ohne Stress wäre Lethargie die Folge. Es geht nicht darum, den Stress rauszunehmen, sondern es geht darum, ins Pulsieren zu kommen. Diese Stress-Events immer wieder zwischendurch. Und wenn es nur kurz ist. Zu unterbrechen. Und das war für mich... Dann hatte ich Bock, diesen ganzen Weg zu gehen, weil ich habe. Vom Lifestyle her hatte ich immer schon Pläne im Leben, die eher auf ein stressiges Leben hinführen, wo das ein notwendiger Preis ist, den ich dafür zahle. Und ich war nie bereit, den abzulegen. So, Wenn ich sage Stress oder Hängematte, hätte ich immer Stress gesagt. Und ich bin auch bereit, den Preis dafür zu zahlen. Jetzt hat mir aber jemand erklärt und das ist das, was ich an Menschen weitergeben darf. Man muss sich gar nicht mehr entscheiden. Man kann Vollgas geben, im Leben. Wenn man ein bisschen seine Hausaufgaben macht und dem Körper immer wieder sagt, hey, Nicht 16 Stunden am Tag, sondern fünf kleine Pausen dazwischen. Und dann wird dein Bizeps, Er wird noch stärker, aber er bleibt flexibel. Und dieses Bild hat für mich alles geändert.
Joël Kaczmarek: Ich habe mir jetzt so eine kleine Maschine gekauft, So eine kleine Kugel, Die stellt man ins Schlafzimmer und die Beamt an die Decke. Solche Kreise, die größer und kleiner werden. Du kennst, es bestimmt. Wenn der Kreis größer wird, atmest du ein und wenn er kleiner wird, atmest du aus. Und es folgt genau diesem Prinzip, was du gesagt hast. Man hat zwei Einstellungsmodi, vier Achtatmungen oder das Zweite ist noch so eine Yoga-Atmung Und dann kannst du sagen, acht Minuten oder 20. Es ist eigentlich gedacht als Einschlafhilfe. Ich habe es mal probiert. Ich habe diese acht Minuten noch nie vorgekriegt. Gefallen hier auch dermaßen zu. Und da kommt so ein bisschen beides zusammen, Beide Themen, die wir schon hatten. Schlaf und Stresssystem. Und jetzt machen wir mal den Bogen voll. Unser Drittes für heute. Was hast du noch mitgebracht?
Chris Surel: Ich habe es bewusst nicht vorab entschieden, weil ich auch sehen wollte, Wie unser Gespräch geht. Und nochmal eine ganz andere Baustelle, die auch zu deinem Podcast Positionierung passt. Und das ist Dopamin.
Joël Kaczmarek: Ah ja.
Chris Surel: Weil ich beobachte und das habe ich nicht initial gesehen, Aber es gibt einfach so viele Studien, die das belegen, dass Menschen in einen Erschöpfungszustand kommen, in einen Zustand von fehlender Motivation. Und verstehen gar nicht, warum es ist, weil sie vielleicht nicht das Stressproblem haben. Sie haben nicht das Schlafproblem. Sie haben einfach die Dinge, über die die ganze Welt redet, die fühlen Sie nicht. Und trotzdem sind sie in einem Bereich, wo ihnen, so der Drive fehlt. Und da gibt es Zusammenhänge, die ich hier gern mit dir diskutieren möchte, rund ums Thema Dopamin, die Menschen gar nicht in diesen Kontext setzen würden. Also, was ist Dopamin? Dopamin, sagen fähige Wissenschaftler, bezeichnen es als das The Molecule of More. Es ist nicht das Genussmolekül oder so, sondern es ist erstmal das Molekül, Was uns dazu antreibt, dass wir mehr von etwas kriegen. Was ist evolutionsbiologisch? Die Funktion? Wir haben früher unter Knappheit gelebt. Das heißt, es gab nicht unendlich viel Essen, Es gab nicht unendlich viele Partnerinnen und Partner für die Fortpflanzung, Es gab nicht unendlich viel Shelter, also Schutzhöhlen etc. Das heißt, wir mussten uns so entwickeln, dass wir bereit sind, viel... Aufwand zu betreiben, um dann eine kleine Belohnung zu kriegen. Also Das Verhältnis war viel Schuften für etwas Belohnung. Und das schafft Dopamin. Dopamin in der Aussicht, dass etwas Gutes passieren könnte, gibt uns schon einen kleinen Kick. Dann fallen wir in einen Dopamin-Defizit-Zustand. Das wäre ein Hangover, wenn wir über Alkohol sprechen. Oder wenn jetzt zum Beispiel, Je nachdem Wie addiktet Du zu deinem Handy bist, wenn du nur so eine kleine Vorschau kriegst. Du kriegst so einen kleinen Dopaminkick und danach Defizit. Und dieses Defizit möchtest du loswerden. Deshalb gehst du Ans Handy. Aus diesem Dopamindefizitzustand können wir Bäume ausreißen. Wir können über große Strecken laufen, um ein Tier zu erlegen, um jetzt mal früher in einem Use Case in der Savanne zu bleiben. Das heißt, wir sind für Knappheit gemacht. Die heutige moderne Welt, Du schmunzelst schon, ist genau das Gegenteil. Denn wir müssen so gut wie gar keinen Aufwand mehr betreiben. Um Überfluss zu kreieren. Das geht los, dass wir uns von einem Anbieter das Essen vor die Tür bringen lassen können und dann eine Menge von Essen haben, die völlig unnatürlich ist. Es führt dazu, dass wir auf dem Handy so viele potenzielle Sexualpartner finden können, wie es noch nie da war. Es geht weiter, dass wir auf allen Social-Media-Plattformen uns die schönsten Bilder kreieren können, die alles übersteigen, was wir jemals selber erleben werden. Und das in einer Geschwindigkeit und vor allem ohne Upfront. Und das führt in der Folge dazu, dass es sich zum einen immer ein bisschen gut anfühlt, deshalb hohes Suchtpotenzial, aber unsere Baseline, Unser Grundpegel an. Dopamin wird mit diesem Verhalten, wo wir keinen Upfront-Aufwand kreieren müssen und aber immer belohnt werden, wird mit der Zeit sinken. Und wenn man das über Monate, Jahre und Jahrzehnte, so kultiviert, dann ist das eigene Dopamin-Level niedriger als vorher. Und das führt dazu, dass man einfach weniger Drive hat, Dass man sich an den kleinen Dingen nicht mehr erfreut. Wieso soll man sich an dem Sonnenaufgang in Berlin erfreuen, wenn man auf Instagram irgendwie von Honolulu und Australien und wie auch immer innerhalb von zehn Sekunden, Das hat alles keine Wertigkeit mehr. Ist messbar. Dieser Dopamindefizitzustand ist etwas, was man bei Drogenabhängigen sehr gut versteht. Aber die Logik ist die gleiche, Egal, ob wir über Kokain sprechen oder über Social Media oder über Gaming oder über Pornosucht. Wir sind immer die gleichen Belohnungspfade im Gehirn. Und jetzt kommt der Punkt, und der ist mir wichtig. Wir haben nur ein Konto für Dopamin. Das heißt, wenn die Menschen sagen, am Handy, wenn ich mir das angucke, ist doch gar nicht so viel. Zwei Stunden, Aber mein Nachbar hat vielleicht drei oder vier Stunden. Wie viel Netflix gucken ist dabei oder jeder andere Streamingdienst? Wie viel sehr würziges, sehr schmackhaftes Essen ist dabei? Es gibt die verschiedensten Verhaltensweisen, die auf das gleiche Konto einzahlen. Das heißt, wenn man sich eine Woche insgesamt anguckt, Selbst, wenn jedes Silo per Se in moderatem Konsum stattfindet, ist es für unser Dopaminsystem eine Dauerbeschallung. Und das führt dazu, Im Buch schreibe ich, wir sind eigentlich wie ein Kaktus im Regenwald. Ein Kaktus ist für Knappheit gemacht, Aber wir werden nur zugeregnet von allen Stellen. Und das führt, wie gesagt dazu, dass Menschen ein viel höheres Limit haben, um sich über Dinge zu freuen. Es fühlt sich an, als wäre alles so ein bisschen Grau in grau. Und da rede ich nicht von einem depressiven Zustand, sondern einfach von etwas, Was immer mehr dazu führt, dass man noch mehr Zeit am Handy verbringt. Dass die Netflix-Serie noch extremer werden muss. Einfach, es muss immer mehr Reiz da sein. Genau wie bei einem Drogenabhängigen, dem die 2 Gramm vom Anfang nicht mehr reichen, sondern der auf 5 Gramm, auf 7 Gramm, auf 10 Gramm hochgehen muss. Und das ist etwas, was die ganze Gesellschaft betrifft. Und das Problem ist, diese Drogen, Es sind, wenn man sich die Mechanik ansieht, Drogen, sind aus unserer Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Wichtig, wenn man sagt, Das eigene Energielevel ist einem wichtig, dass man zumindest ein paar Gegenmaßnahmen macht. Und eine Gegenmaßnahme, Auch die beschreibe ich. Im Buch, ist es eine schöne Studie, die aus der Uni Heidelberg kam. Die hat gezeigt, dass sich in diesem Dopamin, in diesem Belohnungssystem im Gehirn schon nach 72 Stunden. Vollständiger Handyabstinenz Erste regenerative Effekte zeigen. Aus der Forschung mit Drogenabhängigen wissen wir, dass eigentlich eine 30-Tage-Pause notwendig ist, um die ersten Effekte zu kreieren. Aber die meisten Menschen würden sagen, es geht nicht. Mein Job hängt am Thema, Meine Familienkommunikation hängt am Thema. 30 Tage geht nicht. Aber 72 Stunden, Das ist möglich mit ein bisschen Vorbereitung. Und das kann ich jedem und jeder, der hier zuhört, empfehlen. Macht euch einen Plan, wie ihr in den nächsten vier Wochen eine 72-stündige Pause von Eurem Handy erlebt. Ihr werdet Sehen, wie süchtig ihr seid, Weil am Anfang hat man wirklich so eine Art Phantomschmerz. Wo ist es denn gerade? Man wird ausreden, finden und sagen, ja, aber ich brauche es doch für die Navigation oder dies oder das. Also, es ist erstens ein spannendes Experiment, um sich selber auch ein bisschen kennenzulernen. Aber dieses Gefühl dann, wenn man zurückkommt, nach den 72 Stunden, es geschafft hat. Und auch sieht, dass man, die meisten zumindest, nicht direkt wieder in den alten Konsum reinkommt, Sondern dass man es auch genießt, ein bisschen runterzufahren. Es ist wirklich was, was ich jedem empfehlen kann. Und es ist nicht nur Einbildung, Es ist wirklich mit guter Wissenschaft, hinterlegt.
Joël Kaczmarek: Ich kann es total fühlen, weil mir geht es immer so, wenn ich mich am ausgelaugtesten fühle, ist immer ein Indiz, dass ich mich dabei ertappe, dass ich das Smartphone auf Toilette nehme. Und es ist eigentlich total pervertiert, wenn man sich mal überlegt, beim Zähneputzen. Zum Beispiel auch, dass ich diese Langeweile nicht mehr aushalte. Du hast ja auch ganz recht, das sind ja ganz unterschiedliche Dinge. Ich habe zum Beispiel auch manchmal Momente, wenn ich eine Arbeitsemail kriege. Und da kommt ein Deal rein über die Arbeit oder ein spannender Gast, oder ich kriege eine WhatsApp. Oh, schön, jemand, der denkt an mich. Oh, da passiert was. Oh, oh, oh, oh, oh und bing, bing. Das ist echt so das Ding.
Chris Surel: Und nicht falsch verstehen, Das sind gute Effekte. Es geht nur um Frequenz. Und die Frequenz hat komplett überhand genommen. Bei uns, weil es eben nicht nur der Deal ist, der, Ich weiß nicht, ob du jeden Tag fünf Deals machst oder vielleicht alle zwei Wochen einen. Das ist ja das, was wir wollen. Das motiviert dich eben, die Arbeit zu investieren, auch für den nächsten Deal zu arbeiten. Wenn es nur das wäre, dann ist dein Dopaminsystem völlig in Balance. Wenn dazwischen aber noch 250 andere Events kommen, die auf die gleiche Mechanistik einzahlen, Dann ertrinkt dein Dopamin.
Joël Kaczmarek: Ja, und ich finde es so schade, weil du merkst ja, dass die Leute so übersättigt. Damit sind. Also Ich finde immer traurig, wenn ich Jugendliche sehe, die zu Zweit oder zu dritt an der Bushaltestelle hocken. Und jeder glotzt auf sein Handy oder in der Bahn. Ey, Wir haben uns unterhalten damals, als ich ein Kind war.
Chris Surel: Die Realität ist auch, Ich habe einen zweijährigen Sohn gerade. Auf dem Spielplatz sind 90 Prozent der Eltern in der einen Hand, die Schaukel, im anderen das Handy. Das ist alles menschlich. Ich bin jetzt auch niemand, der einen Moralzeigefinger. Ich finde wichtig, dass man weiß, wo es herkommt. Erstmal so ehrlich zu sein. Im Gehirn passiert das Gleiche wie mit Kokain. Da sagen die Leute, Jetzt, übertreibt er. Nein, das sage auch nicht ich. Das sagen die renommiertesten Stanford-Professoren. Dr. Anna Lembke, eine der weltweiten Koryphäen. Kommt aus der Suchtforschung und hilft Menschen mit Alkohol, mit Kokain, mit allem. Sie zeigt im Brainscan, dass es die gleichen Mechanismen sind. Also lass uns doch erstmal nur annehmen, dass wir alle Menschen sind, die Schwächen haben und wie wir es bei Drogenabhängigen akzeptieren. Und sagen, das sind teilweise nicht die eigenen Schwächen, sondern spielt viel rein, Die gleichen Mechanismen sind im Smartphone. Man weiß ja in dem Moment selber, dass man eher ein unaufmerksames Elternteil ist, wenn man das Kind gerade ignoriert, weil man am Handy ist. Aber es gibt offensichtlich eine höhere Kraft in uns. Und es lässt sich bei Drogenabhängigen beobachten, dass das Wertesystem ignoriert wird. Denn der nächste Kick, The Drug of choice, überstrahlt alles andere. Es überstrahlt ein Wertesystem. Und deshalb ist es wichtig, da nicht mit Willenskraft. Und sagen, ich mache jetzt mal ein bisschen weniger Handy. Sondern du kannst zum Beispiel sagen, mein Handy geht ab heute nie wieder auf die Toilette mit mir. Und zwar nie wieder. Nicht ab und zu. Das sind strikte Regeln. Einfach schwer, mit gegen diese Willenskraft anzuarbeiten. Und so könnte man eben zum Beispiel auch sagen, man macht in den nächsten vier Wochen eine 72-Stunden-Pause. Ich gucke, ich habe es mit meiner Frau zum Beispiel so gemacht, Einer von uns hat ein Notfall-Handy, Dass wir, unsere Eltern etc. Immer erreichbar sind für Notfall. Man kann sich ein System schaffen, dass es funktioniert. Man muss aber wollen. Und hier kommt das, Was wieder bei vielen Drogenabhängigen zu beobachten, ist. Man sagt, ich könnte ja, aber es macht ja auch Spaß. Es entspannt mich doch nach der Arbeit. Ich werde doch wohl noch ein bisschen lustige Videos zur Entspannung gucken dürfen. Dürfen tun wir alles. Aber wenn du mich fragst, wie können wir unser Energielevel nach oben fahren, dann ist das ein riesiger Hebel.
Joël Kaczmarek: Jetzt ist es ja so, Wir haben jetzt über drei von acht Sachen aus deinem Buch gesprochen. Ich habe festgestellt, Der Mensch hat ein gewisses Maß an Disziplin. Der kann immer nur bestimmte Dinge gleichzeitig tun. Wie gehst Du damit um? Weil jetzt haben wir alleine schon mal mitgenommen, Schlaf ist wichtig, Dann hatten wir Nervensystem, jetzt irgendwie Handy. Wie mitigierst du das? Wie steuerst du das aus, wo du deine Disziplin investierst in all diesen Punkten, die du da hast?
Chris Surel: Ja, also, ich kann berichten, wie ich es mache, aber auch, wie ich Menschen helfe. Das Aller, Allerwichtigste ist, dass wir nicht auf Disziplin und nicht auf Willenskraft setzen. Denn das sind sehr endliche Ressourcen, die über den Tag schon weniger werden. Ich glaube, wir alle kennen es, dass wir spätabends andere Nahrungsmittelentscheidungen treffen als früh am Morgen. Das ist einfach, weil unsere Willenskraft auf Null ist. Deshalb, Mein Job ist im Kern, den Menschen in diesem Urwald, wie du vorhin gesagt. hast, Priorisierung, Richtung und Fokus zu geben. Und ich habe so eine Membership, heißt High Energy Club, Da machen wir genau das. Die Menschen definieren sich die drei, maximal fünf Themen, an denen sie arbeiten wollen und nichts anderes. Und das ist das Gegenteil von dem, was Menschen bei guten Neujahrsvorsätzen machen. So, wenn Sie schön ausgeruht nach Weihnachten sind und denken, das nächste Jahr wird anders. Dieses Jahr wird es wirklich anders. Dann machen sie eine Liste von 8, von 10, von 12 Punkten, Weil das ist ja auch noch wichtig. Und ich will meine Finanzen neu strukturieren. Ich will dies, ich will abnehmen, ich will mehr Sport machen. Das nächste Jahr wird es. So, und Ende Februar ist alles nur Schall und Rauch. Das Gehirn hat nur eine gewisse... Ja, gewisse Möglichkeit. Und de facto bin ich fest von überzeugt, Mehr als drei Dinge, Wenn Sie fundamental sind, kann man nicht verändern. Und selbst in den drei Dingen ist noch wichtig, so kleinteilig wie es geht, anzufangen. Ich habe vorhin bewusst gesagt, macht bitte ein. 4-8-4-Protokoll. Ich wollte schon fast gar nicht sagen, dass ich 15 mache, weil die ambitionierten Performer sagen, ja, okay, dann fange ich mit 10 an. So, das ist aber nicht der Weg. Der Schritt von 0 auf 1 ist der wichtigste. Ich mache seit... Menschen, die meinem Podcast folgen, wissen das, seit bald acht Jahren jeden Tag eine Liegestütze. Jeden Tag. Als ich Corona hatte, als ich krank war, nie null. Manchmal mache ich 10, manchmal 50, manchmal deutlich über 100. Aber nie null. Und darum geht es, dass man den Anspruch so klein wie möglich schneidet, dass man das müde, krank, ausgelaugt, gestresst trotzdem machen kann. Wo sich viele Menschen vorstellen können, ich weiß nicht, ob... Guck, Du zu denen gehörst, Die meisten Menschen würden von sich behaupten, dass sie selbst gestresst zähne putzen. Putzt du Dir Zähne, wenn du gestresst bist? So, weil es einfach ist. Es läuft auf Autopilot. Du brauchst keine Disziplin mehr. Wenn ich jetzt frage, wer von uns macht? Zahnseide, wenn er gestresst ist, dann wird die Luft schon dünner. Weil man es noch nicht so automatisiert hat. Die Motorik ist noch nicht so fein geschliffen. etc. Wir wissen genauso, dass Zähneputzen nicht reicht, weil in die Zwischenräume kommst du nicht rein. Aber die Menschen haben nicht diesen Schritt in den Autopiloten vollzogen. Und Lernen folgt immer vier Phasen. Ich weiß nicht, ob du es in einem Podcast schon mal vorgestellt hast, Aber der erste Schritt ist immer eine unbewusste Inkompetenz. Das heißt, du machst irgendwas und weißt gar nicht, dass es eigentlich nicht ideal wäre. Dann hast du eine neue Info, du hast deinen Podcast oder wie auch immer, Dann wird diese Inkompetenz bewusst. Bewusste Inkompetenz. Dann fängst du an, was zu ändern. Es wird zur bewussten Kompetenz. Aber du musst es noch bewusst machen. Aber erst, wenn wir in Schritt 4 kommen, unbewusste Kompetenz, dann wird es einfach. Vielleicht erinnerst du dich noch an deine erste Fahrstunde. So, wie komplex, alles war. Und heute schreiben die Menschen beim Autofahren WhatsApp-Nachrichten. Das heißt, das eine war bewusste Inkompetenz. Und jetzt ist man in einer unbewussten Kompetenz. Und mein Job ist es, die Menschen dahin zu führen, dass es so einfach wird wie Zähneputzen. Denn dann passiert es auch, wenn du müde, krank, ausgelaugt, gestresst bist, wenn du es am ehesten brauchst.
Joël Kaczmarek: Ich weiß noch, in meinen Fahrstunden hat mich der Fahrer mal angemerkt, Er soll beide Hände ans Lenkrad nehmen, Weil ich mal gesagt habe, wieso, Mein Vater macht das auch so. Da hat er gesagt, ja, DU Penner, aber dein Vater hat 30 Jahre Fahrfahrung, du nicht. Nimm die zweite Hand dran. Zehn und neun, Oder was soll ich noch mal sagen?
Chris Surel: Ganz genau.
Joël Kaczmarek: Ne, finde ich ein spannendes Bild, weil ich glaube, da hast du ganz recht, dass wenn man das so ähm, wenn es Disziplin erfordert, die ist halt wirklich endlich. Und wenn man es aber im Modus drin hat, dann geht das.
Chris Surel: Es hat einen Grund, warum die großen Bücher zu dem Thema alle ähnlich heißen. Atomic Habits, James Clear, Das meistverkaufte Buch der Neuzeit, atomkleine Veränderungen, also Atomarkleine, Tiny Habits von einem sehr bekannten Dr. B. J. Fogg, Stanford-Professor, Große Koryphäe. Es geht immer um die kleinste Einheit, ich nenne es die Zehn-Sekunden-Version. Was ist die kleinste Einheit dessen? Was du tun, kannst. Und das ist genau das Gegenteil von dem, worauf die Leute stehen. Sie wollen Challenge, Sie wollen Ambition, Sie wollen sich gut fühlen. Und das könnt ihr Alle machen. Aber bitte nicht bei den Gewohnheiten, die die nächsten 30 Jahre stabil bleiben sollen. Challenged Euch woanders. Challenged Euch bei was weiß ich, was nicht so schlimm ist, wenn es wegbricht. Aber bei dieser Diskussion hier bin ich ein Freund. davon, es einfach, langsam, aber kontinuierlich und nachhaltig zu gestalten.
Joël Kaczmarek: Ich glaube, das ist auch der Nummer 1, Vielleicht hat die Leute bei Sprechen. Sport machen, dass die zu schnell zu viel wollen. Wenn du die 50 Kilo handtisch stemmst, bevor du die 5 Kilo handtisch stemmen kannst, dann...
Chris Surel: Wenn der Neujahrsvorsatz so formuliert, ist, jemand, der seit Monaten nicht joggt, der sagt, ab dem 1. Januar werde ich dreimal die Woche 40 Minuten joggen. Das macht er die erste Woche, die zweite, die dritte, Dann kommt ein bisschen Schnupfen, dann lässt er eine aus, dann kommt eine Dienstreise, so. Auf einmal Frust, man hat es wieder nicht durchgehalten, man lässt es. Es gibt Tage, Joël, da gehe ich sieben Minuten joggen. Das klingt Abstrus für Menschen, die sagen, aber es bringt doch gar nichts. Man weiß doch, dass man mindestens 30 Minuten joggen muss. Mir geht es aber nicht darum, aus jeder Session den Effekt rauszuholen, Sondern, dass ich im Momentum bleibe. Denn wenn ich unter der Woche sieben Minuten joggen war, dann ist das Joggen am Wochenende ein Fortführen meiner Gewohnheit. Und nicht das wieder von neuem Anfang. Denn das ist das, was so anstrengend ist.
Joël Kaczmarek: SaG mal, Chris, Wenn wir jetzt mal den Bogen schließen, weil ich glaube, die Antwort haben wir so ein bisschen übersprungen. Sprung. Wir beamen uns nochmal zurück auf den Bahnhof, auf dem du standest. Was war denn dein Rauskomm-Moment? Also, ich habe jetzt nicht mitgehört, ob du sozusagen kurz vorher abgebrochen bist oder ob du da vorgelandet bist oder ob es jemanden gab, der dich festgehalten hat, ob du so einen Mentor, eine Person hattest. Was war so dein Moment, der Dich wieder auf die gerade Straße gebracht hat?
Chris Surel: Mein Labrador. Der Stand zehn Meter hinter mir, hat in dem Moment, wo es richtig ernst wurde, Töne von sich gegeben, die ich vorher nie gehört, hatte. Ich habe mich umgedreht, in seine Augen geguckt, und er hat mir gesagt, du übersiehst irgendwas. Dir fehlt da gerade was. Ich habe in seine Augen geguckt, mir war klar, was passiert eigentlich mit ihm, wenn ich jetzt den letzten Schritt mache. Und er hat mir in dem Moment den Schritt zurück ermöglicht und dann den Schritt in mein neues Leben.
Joël Kaczmarek: Ist ja bewegend. Krass, Wie tiere Sowas merken.
Chris Surel: Es ist verrückt. Also habe ich oft, Wer Hunde hat, weiß, dass Sie viel leben,
Joël Kaczmarek: aber... Diesen Ton habe ich vorher und nachher von ihm nie wieder gehört. Macht dich denn glücklich, wie du gerade bist mit all der Performance? Weil ich neige immer dazu, also, so beobachte ich bei mir selbst, Aber es ist vielleicht so rum und auch bei anderen, dass dieses Ewige in Performance sein. Halt ja, auch irgendwie manchmal zum Selbstzweck wird. Hast du einen Punkt für dich gefunden, wo du dich damit richtig wohlfühlst, auch?
Chris Surel: Voll. Also, ich würde das, was ich jetzt mache, Ich verstehe, dass sich das wie Performance anfühlt für Menschen, die an einem ganz anderen Punkt sind. Wenn man aber weiß, wie lange es bei mir gedauert hat, wie Klein jeder einzelne Schritt war, Dann hat es mit Performance gar nichts zu tun. Und ich bin niemand, der in Selbstoptimierung, der in, was ich im Kern mache, ist, den Menschen, die ein sehr unnatürlich gewordenes Leben leben, wieder dahin bringen, wo wir eigentlich herkommen. Und nicht auf eine, wie gesagt, nicht auf eine Hängematten. Nicht auf eine weltfremde, nicht auf eine technologiefremde Art, sondern diese Balance zu finden. Aus dem, wie die Welt heute aussieht. Und unsere Biologie, unsere Physiologie, so ein bisschen noch so zu pflegen und zu behandeln, wie es damals in der Savanne war. Und nie mit der perfekten Option. Ich gebe dir ein Beispiel, wir sollten eigentlich fast nur draußen sein. Das haben wir vorhin über die Zellen gesprochen. Geht halt nicht. Aber es gibt mittlerweile Lampen, die simulieren dieses Licht. Wenn ich mir das auf meinen Schreibtisch stelle, so eine Lamp kostet 30 Euro. So, dann kann ich ein bisschen was von dem, wie es eigentlich sein sollte, in meinen aktuellen Alltag führen. Das ist das, was mich fasziniert und da habe ich eine große Leidenschaft. Das ist für mich nicht Performance, sondern das ist Best of Both Worlds. Also das moderne Leben leben, Aber die Biologie nicht einfach im Stich lassen, sondern sie mitnehmen und ihr die zweitbesten Optionen an vielen Stellen anbieten. Und das, um deine Frage zu beantworten, gar kein Druck dahinter, Für mich persönlich kein Zwang, kein... Und keine Kritik, wenn es mal nicht passiert, sondern einfach nur eine große Dankbarkeit, dass ich mit einem Energielevel durchs Leben gehen kann, was ich vor 15, 20 Jahren einfach für unmöglich gehalten hätte. Und ich bin jetzt 20 Jahre älter, das muss man auch sehen. Ich habe jetzt ein besseres Energielevel, sowohl mental als auch körperlich, als ich es Mitte, Ende 20 hatte. Als ich als noch junger Mann, Aber Roland-Berger-Berater, der von all dem keine Ahnung hatte, wirklich auf dem Zahnfleisch lief. Und da bin ich sehr, sehr dankbar für.
Joël Kaczmarek: Ich danke dir ganz herzlich, dass Du mir gleich drei Bereiche gezeigt. hast, wo wir nach zweitbesten Lösungen gucken konnten. gemeinsam. Und das sollten wir wiederholen. Unbedingt. Hat Spaß gemacht.
Chris Surel: Vielen Dank. Danke für die schönen Fragen und bis bald.
Joël Kaczmarek: Wow, das war ein inspirierendes Gespräch, oder? Denk dran, Abonnier den Podcast unbedingt, damit du keine Episode verpasst. Und teile ihn auch total gerne mit deinen Freunden oder Kollegen. Bis zum nächsten Mal. Bleib inspiriert und neugierig. Dein Joël. Gib Mir alles von mir, was du gelernt hast und aufstehen, suchen und versehen, und jetzt du.