
Zur (düsteren) Lage der Nation im Handel
29. November 2023, mit Joel Kaczmarek, Alexander Graf, Jochen Krisch
🧠 Joëls Learnings
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Die Konsumschwäche schadet dem Online-Handel etwas weniger, mangels Kapitalzugang wird dort nicht investiert und die Marketingausgaben werden gesenkt und trotzdem läuft es dank Stammkundengeschäft und Effizienzthemen halbwegs – eine Marktbereinigung im Onlinehandel war nötig, hat aber nichts mit der Rückkehr des stationären Handels zu tun, sondern da die Screen Time steigt, werden auch virtuelle Güter (z.B. Gaming, Services) weiter zunehmen
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Ganz schlecht lief es bei denen, die zu wenig Ware zu Corona hatten und zu viel danach als die Krisen aufkamen – wer genug Geld hatte, fuhr gut und Akteure wie die Börsenplayer, weil diese früh zu Sparmaßnahmen gezwungen waren, was sehr gesund war
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Pleitegänger waren dann häufig Online-Player der ersten Generation besonders hart traf es den Möbelmarkt (mangels Wiederkaufsraten) und die Modebranche (durch den Wettbewerb mit China); am besten liefen Apotheken, die hatten Sondereffekte und stammkundenaffine Konzepte
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Es wird gerade auch kein Geld mehr in Modellen geparkt, die noch schlecht funktionieren und wo es nur um Wachstum geht – früher war es immer noch attraktiver bei nicht bewiesenen Geschäftsmodellen Geld zu parken, als bei Null-Zinsen anzulegen, doch jetzt herrscht ein schlechter Risk Leverage
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International funktionieren Unternehmen mit niedrigen Produktpreisen gerade gut, der Offline-Online-Shift hält an und der Trend geht weiter Richtung Mobile, während insgesamt der APEC-Raum wächst – inbesondere große Märkte mit geringer Exportabhängigkeit (z.B. Indien, Vietnam)
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Fragt sich: Wann kommt der IPO-Markt zurück? Der Markt hatte sich daran gewöhnt, dass VCs attraktive Modelle lange aufbauen und nur am Börsenmarkt Objekte platziert werden, die nicht in dieses Schema passen – bisher sind die Unternehmen wohl aber noch zu teuer und ineffizient