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Ansgar Oberholz: Manchmal schickt das Universum ja Zeichen, manchmal muss man ja nur warten. Privat wie unternehmerisch. Ich glaube, wir sollten wieder so Wohlwollender miteinander sein. Egal welches Thema. Lass uns doch versuchen, wo die gemeinsame Richtung ist, in die wir gucken können. Das fehlt total, finde ich. Das macht sich in mir bemerkbar, dass ich nochmal viel mehr bewusst bin, wie kostbar Zeit ist und wie wertvoll man damit umgehen sollte. Und wenn du dir das wirklich immer bewusst machst, dann wirst du... Ein Meeting absagen, wo du weißt, das bringt mir gar nichts, sondern nur dem anderen. Ich sage immer gerne, natürlich müssen wir Dinge tun, die wir mit dem Herzen auch tun und leidenschaftlich. Und parallel musst du immer eine Excel-Tabelle mitlaufen lassen.
Intro & Outro Speaker: Gib Mir fünf oder mehr, Gib mir alles, was du mir sagen kannst und sag, was hast du gelernt? Vom Fallen und Aufstehen, Suchen und Plasen. Und jetzt Du
Joël Kaczmarek: High Five Leute, Hier ist Joël, herzlich willkommen zu einem neuen Money Monday. Und ich habe einen ganz tollen Mann da, nämlich den lieben Ansgar Oberholz. Und Ansgar ist insofern spannend, als dass er zum einen extrem viel sieht, er kommt viel rum. Und vor allem ist er aber auch unternehmerisch interessant. Denn er hat mit dem St. Oberholz Ein ganzes Imperium geschaffen, sage ich immer. Viele von euch kennen bestimmt das St. Oberholz im schönen Berlin-Mitte, Was ja gefühlt. Der Nukleus ganz vieler Startups ist. Und bis heute wird da fleißig gearbeitet. Aber St. Oberholz ist auch viel mehr seitdem geworden. Die Jungs und Mädels vermitteln Flexible Büros, die sie vermieten, also Coworking. Sie haben eine eigene Beratung aufgebaut. Die haben einen Retreat. In Mecklenburg, gehen jetzt in weitere Städte, Köln und München, wenn ich mich nicht täusche. Dann habe ich gesagt, Ansgar, hey, wir müssen uns mal unterhalten. Das ist ja eine richtige Legacy, die du da baust. Was sind denn eigentlich so die fünf Schlüsselmomente, die du hattest, als du dieses Business aufgebaut hast, auf das wir alle davon Wachstum lernen können? Ja, lieber Ansgar, freue ich mich total, dass du dich da bereit, erklärt hast. Moin, schön, dass du da bist.
Ansgar Oberholz: Moin, ja, Ich freue mich sehr, dass ich da sein darf, mal wieder.
Joël Kaczmarek: Habe ich das eigentlich Akkurat wiedergegeben, Dein Imperium? Vielleicht kannst du auch nur ein Wort sagen.
Ansgar Oberholz: Ja, auf jeden Fall. Und ja, ja, meistens, Die meisten Menschen wissen nicht, dass wir eben vor allen Dingen viele Büros betreiben, auch schon in Berlin, weil die Cafés natürlich immer nur sichtbar sind, Die Spitze des Eisbergs. Und die Beratung ist natürlich auch nicht so sichtbar, aber das ist, ja. Das ist richtig viel,
Joël Kaczmarek: 12.000 Quadratmeter oder so allein in Berlin, ja?
Ansgar Oberholz: Riesig. Das ist halt oft nicht gewusst. Also, das kommt natürlich aber aus dem Herz der Hospitality, aus unserer Haltung der Gastgeberschaft heraus. Das heißt, unsere Büros sind natürlich sehr besonders.
Joël Kaczmarek: Und wenn du jetzt mal ganz kurz, bevor wir in der fünf Dinge starten, so die drei Bereiche. anguckst, was würdest Du sagen, was ist am schwierigsten? Gastro, Office oder Beratung?
Ansgar Oberholz: Also, das ist ja immer die Komplexität der Operations. Und die ist natürlich im Gastro und im Hotel hoch. Und das ist die größte Herausforderung. Auf einem Hotel? Das wusste ich gar nicht. Das Retreat in Mecklenburg, ja. Da kann man Offsites machen mit Firmen, Da kann man aber auch einfach hin und einen Wellnessurlaub machen, Da gibt es eine Sauna und einen See und auch ein Coworking Space, Aber es ist im Kern ein Hotel. Ah ja, okay, das hättest du eben gesagt. Ja, stimmt, Retreat und Hotel, ja. Aber da kann man auch Offsites machen, und das ist auch für uns wie ein Komplementärprodukt. Zu den Büros, Wir haben ja mittlerweile sogar Kunden, die gar kein Büro mehr haben, Die sind nur in den Cafés oder machen dann Offsites mit ihren Teams in dem Retreat. Und eigentlich ist es für uns eine Erweiterung der Raumidee, der Büroidee rund um die Veränderung der Arbeit.
Joël Kaczmarek: Überträgt sich eigentlich ein Geschäft ins nächste, dass jemand bei Euch im Café ist, lernt kennen, Ach, ich kann ein Büro mieten oder ich mache mal ein Retreat in Eurem Hotel oder ach. Die Jungs beraten auch und die Mädels, geht das sozusagen, hat das so Spillover?
Ansgar Oberholz: Auf jeden Fall, hat Spillover-Effekte, ja. Nicht so viele, wie ich es mir wünschen würde, Aber die gibt es auf jeden Fall, auf jeden Fall, ja.
Joël Kaczmarek: Okay, da bin ich jetzt immer mal neugierig. Schlüsselmomente haben wir gesagt. Was würdest du sagen, was war so der erste Schlüsselmoment, der dir einfällt, der Euch irgendwie auf dem Wachstum geholfen hat?
Ansgar Oberholz: Ja, also, es gibt natürlich viele, weil wir sind im letzten Jahr 20 Jahre alt geworden. Das vergisst man auch nicht, wie lange wir da dieses Café schon betreiben, vor allen Dingen am Rosenthaler Platz. Ja, ein echter Schlüsselmoment und der knüpft auch an die ganzen Produkte und Expansionen, die wir jetzt gerade besprochen haben, war, als wir das Café am Rosenthaler Platz schon eröffnet hatten, Das lief schon ein paar Jahre, das lief sehr erfolgreich, Da war eine ganz tolle Community entstanden, Aber schon damals wie heute ist der Business Case eines Cafés unter Druck, Wenn so viele Laptop-Leute da sitzen. Es war aber eine wahnsinnig lebendige Community, Sascha Lobo einfach hinter den Tresen gegangen. hat, den Wautern neu gestartet, hat, Leuten geholfen, der war Stammgast, Ja, das ist heute unvorstellbar. Es war wirklich sehr, auch. Back of House, Front of House verschwamm, Ich war Teil von dieser Community und es war wunderschön und wir hatten dann... Schon früh angefangen, im Haus noch zum Beispiel Ferienwohnungen zu betreiben, Abends noch eine Bar, das O-Boys-Konzept um eine Bar zu erweitern, immer, um sozusagen, den Café-Business-Case mit und gegen zu finanzieren. Und das hat auch alles wunderbar, funktioniert. Wir wussten aber, das ist irgendwie nicht skalierbar, Das fordert sehr viel von uns. ein, weil es natürlich sehr viele unterschiedliche Bereiche waren. Und dann kam irgendwann, stand das Hygieneamt bei uns und meinte, hey. Was macht Ihr jetzt alles noch hier im Haus? Ja, also, ihr müsst jetzt noch irgendwie umbauen. Und hier noch eine Umkleide und eine Dusche. Und dann haben wir gewusst, okay, jetzt nochmal ein Rieseninvest. Das macht irgendwie keinen Sinn. Und dann waren wir an einem echten Scheideweg, Kula und ich, meine Mitgründerin, dass wir überlegen mussten. Schmeißen wir die Laptops raus. Das war so 2009, 2008 ungefähr.
Joël Kaczmarek: Das Problem, mit denen ist, dass die nicht so viel bestellen, nehme ich mal an, weil die die ganze Zeit nur da sitzen und an einem Tee nippen.
Ansgar Oberholz: Ja, genau, das ist die Herausforderung. Das hat jedes Café mittlerweile. Damals war es total crazy, dass da Leute in einem Café saßen. Aber mittlerweile hat das ja fast jedes Café, und es gibt ja in vielen Cafés auch Verbote. Das ist natürlich nicht unsere DNA. Und jedenfalls haben wir überlegt, ob wir die vielleicht rausschmeißen müssen, Die Laptops. Was natürlich total gegen diese Community und so weiter. Gegangen wäre und dann, Manchmal schickt das Universum ja Zeichen, manchmal muss man ja nur warten, stand plötzlich Eric Wahlforss von SoundCloud neben Kula und mir am Tresen und meinte so, ich habe ein Megaproblem, Die Factory Berlin macht später auf und ich brauche eigentlich ab gestern ein Büro für ein total krass, gewachsenes Community-Team Und kannst du mir helfen? Und dann waren wir so, naja, Wir haben Ferienwohnungen. Meinte er, ja, ist mir total egal, Also, wenn Du mir die irgendwie bis morgen zum Büro umbaust, dann... Bist du mein Mann? Und so haben wir das dann gemacht und wir haben dann in der Nacht- und Nebelaktion, natürlich waren das dann keine Büros, sondern es waren immer noch Wohnungen. Und was dann ist, was sehr Schönes passiert, Wir haben dann gemerkt, als das Community-Team da eingezogen ist, Wie begeistert die davon waren, dass es eben kein Büro war. Die haben teilweise auch im Bett gelegen, Es gab eine Küche, es gab einen Esstisch. Also, die haben das genutzt wie ein Büro, Aber es war eine Wohnung und wir haben da gestanden und gedacht, wow, das ist es ja. Das ist ja viel näher dran an dem, was die Community braucht. Und vor allen Dingen ist es einfach ein wahnsinnig guter Business Case, Flexible Büros. Und daraus ist das dann entstanden, dass wir, Damals gab es den Begriff Coworking so noch gar nicht, Der war noch komplett unbekannt. Wir wussten ja quasi auch nicht, was wir da tun. Aber das war ein wahnsinnig erhellender Moment, dass wir uns quasi vor den Kopf geschlagen haben und gesagt haben, na klar, Büros, flexibel, ungewöhnlich, in dem Stil, den wir schon haben für die Community, Die lieben das Café. Also, wenn Sie auch Büros lieben, die ein bisschen eher so aus der Gastgeberschaft herauskommen. Und so verstehen wir es bis heute, wenn du unsere Büros nutzt. Und das, Da sind wir sehr dankbar für, weil ich weiß nicht, was sonst passiert wäre.
Joël Kaczmarek: Ja, das ist mal, so cool, wenn man in der Retrospektive drauf guckt, dann denkst du, hä, ist doch voll normal, Büros zeitbasiert zu, also kurz zu vermieten. Aber wenn es das nicht gibt, ist das sozusagen, Da verstehe ich total, normalerweise auch fünf oder zehn Jahre. Und genauso auch, Was du gerade gesagt, hast, dieser Gedanke, dass man sich da ein bisschen heimelig fühlt, Dass das nicht hier so wie diese Cubicles in den USA ist. Oder ich finde In so Versicherungsbüros hast du immer so einen ewig langen Flur. Und links und rechts gehen die Dinger ab und alle sehen irgendwie gleich aus. Finde ich total plausibel. Wie war denn so dieser Moment, wenn du, also? Ich finde mal spannend, wenn einen Sowas findet, weißt du, wenn du so eine Chance witterst? Und dann merkst, Ah, ok, Da steckt ein Geschäft hinter, weil es gibt ja Geschäftsidee und Geschäftsmodell. Ja. Und wie war das so für euch, dass Ihr quasi, was habt Ihr damit gemacht, dass diese Insight kommt, Die Leute lieben das Flexible und die lieben dieses persönlich Menschliche. Und das dann in ein Geschäft zu überführen?
Ansgar Oberholz: Ja, du sagst, dass einen das findet. Ich würde sagen, man muss halt immer gut zuhören. Sozusagen dem großen Ganzen, da draußen und dem Universum und teilweise Nuancen wahrnehmen. Und man muss auch diese Schale irgendwie haben, dass das da reinfällt. Ich glaube, das ist schon wichtig. Ich glaube mehr noch, als dass es einen findet. Also, ich glaube, Es findet einen den ganzen Tag über sehr viele Dinge und ganz viele Dinge resonieren nicht. Oder nehmen wir nicht wahr. Und ich glaube, das ist sehr wichtig, dass man gut zuhört. dem, Was da passiert.
Joël Kaczmarek: Das ist aber auch irre. Ich finde, manchmal kriegt man Sachen gesagt, und du hörst sie zehnmal nicht. Und beim elften Mal ist irgendein Timing bei dir da und dann auf einmal bupp. Also Du kriegst eigentlich die Angebote, aber du musst auch reif sein, um sie wahrzunehmen.
Ansgar Oberholz: Ja, genau, das meine ich mit zuhören. Und diese Schale bereiten. Irgendwie einen Raum herrichten, wo das reinfallen kann. Und was ja auch noch dazu gehört, ich meine, du musst ja dann da stehen und sagen, ja, klar, räumen wir dir das bis morgen in den Büro um. Also, du musst ja nicht sagen, Oh nee, anstrengend und geht's auch sowieso nicht. Bis um die 18 Uhr spiele ich nach Hause. Das kommt ja auch noch dazu. Also diese extreme Anpassungsfähigkeit und diese Lust auf, so Pioniersachen, Die prägt uns schon immer und prägt das Unternehmen bis heute. Und nein, was wir immer schon gemacht haben. Und da sind Kula und ich auch schon seit der Gründung ein gutes, Gute Paar und Gegenpaare. Ich sage immer gerne, natürlich müssen wir Dinge tun, die wir mit dem Herzen auch tun und leidenschaftlich. Parallel musst du immer eine Excel-Tabelle mitlaufen lassen, denn Du kannst sonst eine Menge Dinge tun, wo die Excel-Tabelle nicht stimmt. Und es gibt eine Menge Dinge, wo die Excel-Tabelle extrem gut stimmt, Aber wo du halt sagst, ist aber nicht meins, will ich nicht machen, dann wirst du es auch nicht erfolgreich, betreiben. Das heißt, Diese beiden Komponenten brauchen wir und der Business Case, Ich sag mal, so, An dem Abend habe ich es natürlich im Kopf noch überschlagen und wir haben noch am Tresen quasi ausgemacht. Ich sag mal so, Eric Wahlforss war quasi bereit, alles zu zahlen, damit er sein Team unterbringt. Das war in dem Moment ein sehr guter. Sehr guter Business Case. Und wir wussten nicht, ob das skalierbar ist, Aber wir wussten, dass das könnte. Was sein. Und du hast, was auch noch dazu kommt, und das ist ganz oft so, Du glaubst nicht, wie viele Leute damals gesagt haben, was? Nein, niemals. Niemand wird flexibel. Büros. Und warum sollte man so viel Geld dafür zahlen, wenn man das Büro noch nicht mal lange hat und so. Es gab damals eigentlich nur Regus. WeWork war am Horizont sichtbar. Und Regus hat ja genau das, hat zwar flexibel Büros gemacht, aber was das Produkt angeht, genau das Gegenteil. Unsere Büros waren damals bis heute eher so ungewöhnlich, aber trotzdem hochfunktional und einfach sehr gut gestaltet. Und ja, das glaube ich, muss man einfach dabei beachten.
Joël Kaczmarek: Okay, das merke ich mir. Handel mit dem Herzen und Lass Die Echseln mitlaufen. Geil, I like. Und mal so aus neugierde raus, wie hast du das eigentlich gemacht? Weil wenn du das skalieren willst, brauchst du ja mehr Fläche. Hat euch das alles schon gehört? Oder wart Ihr selbst Mieter und habt nur weitervermietet? Und dann kam ja irgendwann mal eine Ausbauphase. Wie hast du das alles finanziert und gemacht? Also, wir hatten damals, das ist ja auch aus heutiger Sicht,
Ansgar Oberholz: damals dachten wir, Boah. Ist das schon groß. Ich glaube eine Etage, die wir dann erschlossen hatten, hatte 125 Quadratmeter. Das kam uns damals sehr groß vor. Ja, jetzt. Mittlerweile managen wir viele Tausende. Und ja, wir haben damals, Unsere ersten Erweiterungen waren ja im Haus am Rosenthaler Platz. Da haben wir einen ganz tollen Vermieter, der uns bis heute begleitet. Und das zweite Haus in der Zehdenicker Straße, Was wir dann from Scratch on aus den Erfahrungen heraus gemacht haben. Vom Rosenthaler, wo wir ganz viel gelernt haben, in den ersten Jahren, Das ist der gleiche Vermieter. Der hat damals teilweise uns auch ein kleines Darlehen gegeben, um das zu machen. Und hat sehr an uns geglaubt. Und war auch bereit. Der hat zum Beispiel nicht gesagt, das wird niemals funktionieren. Er meinte, hey, smart. Und hat uns eigentlich gepusht. Und ich glaube, sowas brauchst du auch immer auf dem Weg. Wenn alle nur sagen, es wird niemals funktionieren, dann musst du schon verdammt mutig sein. Aber es muss schon hier vereinzelt Leute geben, die da auch mit dran glauben. Und du brauchst solche Leute. Wir hätten das niemals gegen einen Vermieter oder so hinbekommen können.
Joël Kaczmarek: Und ganze Flächen kaufen, Macht ihr das auch oder ist das nicht so? euer...
Ansgar Oberholz: Das ist heute nicht, ist aber quasi Teil der Strategie. Wir werden jetzt erst einmal kräftig wachsen in so einem Management-Mietmodell. Aber es gibt auch die Idee, dass man an Gebäuden mitbeteiligt ist oder eben Gebäude aufkauft. Was wir immer auch machen, ist Gebäude repositionieren und zurück auf die Landschaft bringen. Also den Rosenthaler Platz, Damit fing das alles an. Damals wussten wir das nicht, dass wir quasi Teil der Immobilienwirtschaft sind. Dass wir Gebäude verändern und öffnen, das haben wir alles eher so intuitiv gemacht. Und in der Zehdenicker Straße, wo wir das dann wirklich, Das Haus war komplett zugebaut und zugewachsen. Und zwar zwar Gewerbe, aber wir haben mit dem Vermieter zusammen alles runter umgebaut, Den Umbau geplant, oben aufs Dach, noch was aufgesetzt Und ja, das nennt man halt. Repositionierung von Immobilien und Entwicklung. Das ist am Ende Immobilienentwicklung, so Schnöde. Es ist.
Joël Kaczmarek: Du hast gerade die Factory. Kurz erwähnt, dass Eric Wahlforss da sozusagen nicht rein konnte. Das macht ja hier. Udo Schlömer. Der kauft die Objekte ja meines Wissens. Oder hat Investoren, mit denen er die gemeinsam kauft. Warum war das bei Euch kein Thema?
Ansgar Oberholz: Wir kommen einfach aus der anderen Ecke. Der Udo hat ja ein Immobilien-Mindset und wir haben das Hospitality-Mindset. Das heißt, wir müssen uns da noch in Richtung Udo bewegen.
Joël Kaczmarek: Ja, aber finde ich gut. Also ich meine, Man muss ja auch mit seiner DNA arbeiten. Also, ich nehme so ganz viele Sachen mit, die bei dir dann so ein Bild ergeben.
Ansgar Oberholz: Schön ist, wenn ich dir ein kurzes Wort fallen darf. Wir kooperieren mit der Factory ganz eng und haben gerade ganz viele Member, von denen übernommen, Weil die ja spannenderweise das Konzept noch mal ändern. Da ist ja vielleicht Udo auch mal wert einzuladen.
Joël Kaczmarek: Ja, mache ich mal. Udo, ich schreibe dir. Was ist so der zweite Schlüsselmoment, der dir einfällt?
Ansgar Oberholz: Der zweite Schlüsselmoment. Der grenzt vielleicht gut daran an, weil wir gerade über Skalierbarkeit und so weiter gesprochen haben. Auch der war, sagen wir mal so, der kam auch zu uns, aber der war, Wir haben dann schon bis 2019, bis die letzte Pandemie stattgefunden hat, waren wir uns nicht sicher, wie skalierbar, das alles ist. Wir hatten zwar schon den Plan, weiter zu wachsen, und dann kam er erstmal durch. Die Pandemie, Das Problem, dass eigentlich die Begegnung und die zufällige Begegnung von Menschen eher ein Problem war. Und davon leben ja unsere Cafés, Leben, unsere Spaces. Unter anderem, dass du da über Serendipität und zufällige Begegnungen einfach andere Orte kriegst als in einem herkömmlichen Büro. Das war natürlich erstmal ein Schock. Aber was der spannende Nebeneffekt war, dass... Quasi das letzte Unternehmen, die vorher auch immer noch gesagt haben, nein, Homeoffice und dezentrales Arbeiten geht auf keinen Fall. Das war ja wie ein, also so einen schnellen Shift habe ich selten bei solchen kulturellen Dingen erlebt. Also plötzlich ging das alles. Also wir haben, Unser Itler hat plötzlich nur noch VPN-Tunnel eingerichtet. In Wohnungen und vom Bankmitarbeiter bis zu hoch Confidential Unternehmen waren plötzlich alle im Homeoffice. Und das Homeoffice-Warner ist natürlich auch nicht gut für flexible Büros. Aber indirekt doch, weil nämlich dieses Mindset, diese Änderung, okay, Wir können wirklich dezentral arbeiten, Wir brauchen nicht unbedingt feste Orte, Wir brauchen nicht den 60er Schreibtisch. Man kann an ungewöhnlichen Orten arbeiten. Schnell wurde auch gemerkt, Homeoffice ist nicht die Antwort auf alles. Es gab ja, du wirst dich erinnern, es war ja diese Homeoffice-Euphorie. Es war ja nur noch rosa, Rot und Grün und wie toll. Und ich kann die Wäsche zwischendurch machen, was ja, dann später in so eine Fatigue. Eher überging bis heute. Also, dass Leute sagen, Homeoffice ist so einen Tag die Woche. okay. Klar, es gibt unterschiedliche Menschen, Manche lieben es immer noch und können sich gar nicht mehr vorstellen, woanders zu arbeiten. Aber ich glaube, die meisten Unternehmen und Menschen haben jetzt eine gesunde Mischung und verstehen, Dass Homeoffice eben nicht die Frage auf alles ist und dass das auch negativ sein kann, wenn du die ganze Zeit im Homeoffice bist und diese Trennung auch fehlt, was ja noch einen hohen Grad an Selbstführung und Selbstdisziplin erfordert, den ja nicht so viele Menschen haben. Aber diese Effekte, dieser Mix aus Arbeitsort und Kultur, der hat plötzlich alles das, was... Davor für uns eher, wo wir dachten, Wir sind da so Pioniere und Avantgarde. Und ist das wirklich so sehr skalierbar? Das war plötzlich klar, auf jeden Fall ist das skalierbar. Ja, bis heute, auch aus Eigentümerperspektive, Es ist konventionell überrussend, relativ unter Druck. Die Teams werden kleiner, agiler, KI, Also, es wird sehr spannend sein, Was Ki mit Unternehmen tut, reinen KI-Unternehmen. Wir haben jetzt schon sehr viele Kunden, Ich würde sagen in den letzten zwölf Monaten die neuen. Nur Bürokunden von uns sind über 60% KI-Startups. Das sind ja teilweise vier Personen, die schon richtig Umsatz machen und profitabel sind. Nach einem halben Jahr. Da ändert sich auf jeden Fall was. Und für die ist aber so ein Ort noch wichtiger, weil die sagen, hey, das ist alles so digital, da draußen. Orte werden wichtiger. Und das ist auch eine große Veränderung, die wir jetzt gerade sehen, dass gerade durch KI das, was man anfassen kann, Noch mal wichtiger wird. Die echte Begegnung. Und das Reale, das Unfertige. Man sieht ja auch auf Social Media so ein bisschen diesen Shift. Aber das ist noch ein anderes Thema, können wir vielleicht gleich nochmal anschauen. Aber der eigentliche Erfolgsmoment davon war, Da hat uns sozusagen, das Schicksal oder die Veränderung oder die Pandemie in die Karten gespielt, dass das plötzlich Mainstream wurde und wir natürlich dadurch nochmal ganz andere Skalierungsmöglichkeiten haben. Und wie gesagt, heute die meisten Eigentümer, die... Schlau auf ihre Büroimmobilien gucken, wissen, dass du irgendwas tun musst, selbst in guten Lagen, Wenn das noch wertheitig als Büroimmobilie laufen soll. Du musst eine lebendige Lobby haben, brauchst irgendwie flexible Flächen, auf denen auch die Unternehmen atmen können, Die konventionelle Büros haben. Ganz viele Anfragen von konventionellen Büros sind mittlerweile so, dass die sagen, Wir mieten 1000 Quadratmeter, aber wir brauchen Meetingräume und vielleicht mal eine Eventfläche im Haus und mieten das nicht an, so, wie man das noch vor fünf Jahren gemacht hätte. Das sind Anforderungen, die quasi im Mainstream gelandet sind, die wir schon jetzt blöd gesagt, seit 20 Jahren mitdenken. Und das ist natürlich so. wow, was für eine große Chance. Wenn man so will, stellen wir den Product-Market-Fit wieder her zwischen dem konventionellen Büro. Wenn du da jetzt draufsetzt als Betriebssystem, dann funktioniert es jetzt auch wieder für die aktuellen Nutzerinnen und Nutzerbedürfnisse. Und das ist ein großer Shift, den wir gerade erleben und der natürlich, Was die Skalierbarkeit angeht, Ein großer Spaß ist.
Joël Kaczmarek: Und was war so eure Strategie? Diesen Shift zu ernten, dass jetzt sozusagen dieses Mindset sich verbreitert, hat, dass die Bedürfnisse sich auch verwandelt haben. Wie konntet ihr das für euch anzapfen?
Ansgar Oberholz: Also, wir haben vor zweieinhalb Jahren festgestellt, dass wir unbedingt außerhalb von Berlin nennenswert wachsen wollen. Wir sind in Brandenburg, Frankfurt (Oder) betreiben wir einen Coworking Space für die Sparda-Bank als Filiale. Auch schon seit 2018 auch ein ganz tolles Projekt. Da sieht man, was alles bei Reposition, Am Ende haben wir da auch ein Gebäude repositioniert mit der Sparda-Bank zusammen. Das Retreat in Mecklenburg seit etwas mehr als zwei Jahren. Und wir haben gesagt, wir wollen auf jeden Fall Markant in weitere Deutsche A-Städte wachsen. Und dieses Produkt, also? Wir sind natürlich sehr Berlin getrieben und wir gelten als Berliner Marke. Wir haben eine starke Marke, schönerweise, anders als die meisten anderen. Flex-Office-Operator. Und wollten beweisen, dass es eben auch in anderen Städten funktioniert. Natürlich kannst du das mit ganz viel Kapital machen, und dann kannst du dich in jeden Markt reindrücken, Aber wir wollten es wie immer smart machen und nicht so kapitalintensiv und haben quasi auch dort Eigentümer gesucht, die das, was ich eben gesagt habe, verstehen. Und unsere Wette auf die Strategie war, wenn diese Marktphase für Büros im Moment so ist, dass es Eigentümer gibt, die ein Pain haben und die sagen, Ihr löst das, ihr löst unser Problem. Und wir quasi auch, was davon haben, wenn wir es lösen, denn man muss da immer genau hingucken, Manchmal löst man nur das Problem der Eigentümer, Dann ist das eine total schlaue Strategie für die jetzige Marktphase, Um gut, gesund zu wachsen. Wir werden nie irre skalieren, das ist nicht unsere DNA, Wir werden jetzt kräftig wachsen, aber niemals irre schnell. Und genau das ist bestätigt worden. Natürlich mussten wir da in anderen Städten ein bisschen suchen, In Berlin sind wir natürlich bekannt. Aber Eigentümer In München und Köln gibt es eben auch, die das genauso sehen. Und die schönerweise, Das hat sich dann auch bewahrheitet, Eben uns eher als noch so ein Boutique-Hospitality-Operator ansehen. Und nicht von einem der Großen, die natürlich immer das gleiche durchmetern. Auch wir müssen natürlich jetzt in der Skalierbarkeit gewisse Dinge standardisieren, Aber wir hören immer Gebäuden zu, wir gucken immer, was kann man da machen. In Köln ist zum Beispiel eine ehemalige Deutsche Bank in der Nähe vom Dom, DA IST unser... Sankt mit dem Heilig natürlich perfekt. Und all diese Dinge beachten wir, wenn wir Gebäuden zuhören und dann entsprechend die Konzepte darin ausrollen. Und das ist quasi das Momentum, was gerade in der Wachstumsstrategie auf viele Dinge einzahlt und auf unser Produkt.
Joël Kaczmarek: Meine Blöde Frage, wie findest du solche Hausbesitzer? Also, du kannst ja jetzt schlecht, irgendwie dich mal eine Woche ins Katasteramt einmieten. Und sagen, ich scanne mal nach interessanten Namen. Wie wird man auf diese Menschen aufmerksam?
Ansgar Oberholz: Also, du kannst natürlich immer klassisch über Makler gehen. Oder ImmoScout24. Das kann funktionieren. Es gibt mittlerweile auch einige Makler, die quasi den Flex-Office-Markt viel besser verstehen. Und wir sind da recht eng. Mit Flex-Office-Agency heißen. Das sind ehemalige klassische Makler, die sich auf genau diesen Bereich spezialisiert haben und die schönerweise auch Immobilien mitdenken. Für Operator. Also die denken das in alle Richtungen. Vermitteln auch Büros an Startups und Corporates in Flex-Office-Spaces und Andersrum kennen Sie den Immobilienmarkt sehr gut. Die waren starke Partner, Also am Ende ist die Antwort Netzwerk, ja, du brauchst ein gutes Netzwerk. Natürlich kennen wir auch größere Eigentümer, Die andere größere Eigentümer kennen in den Städten. Und so musst du dich halt umhören. Und das klassische Makler-Netzwerk ist es nicht und ImmoScout24 ist es auch nicht. Es ist schon, weil Du brauchst ja innovative Eigentümer, Die verstehen, was Du da machst. Ja, aber da zahlen wir natürlich die 20-jährige Geschichte. Und das Schöne ist, dass die Marke wirklich bekannt ist und wir dafür eine gewisse Qualität stehen.
Joël Kaczmarek: Und es hilft mir, das nochmal besser zu verstehen, Warum ist es jetzt heute in der Gegenwart? so, dass diese großen Büroflächen solche Probleme haben? Weil ich erinnere mich vor ein paar Jahren, wenn ich da mit einem Startup mit relevanter Größe gesprochen habe, was weiß ich, 300 Mitarbeiter, 500.000, Die waren halt genau an diesem Punkt, was du gesagt, hast, Wir brauchen 1500 Quadratmeter Fläche oder noch mehr, wir brauchen Veranstaltungsräume. Wir brauchen irgendwie Meetingräume, wir brauchen solche Kabinen, pipapo. Die haben nie was gefunden in Berlin. Also da war tierischer Run drauf. Warum ist das gerade ein Problem für die?
Ansgar Oberholz: Also die Zeit, die du beschreibst, kenne ich auch noch. Da haben wir auch schon flexible Büros gemacht. Da lebten die flexiblen Büros davon, dass, also, da haben wir quasi keinen Vertrieb gehabt. Da hast du, kennst Du diese Forellenteiche, wo du mit Kindern hingehen kannst, wo du quasi einfach so eine Angel reinhältst. Und dann hast du auf jeden Fall einen Fisch dran. So war das ja damals mit Büros. Und das heißt... Wir hatten quasi eine Warteliste, und wenn jemand ein Büro abgeben wollte, dann haben wir jemanden von der Warteliste angerufen, Dann war das Büro wieder vermietet. Mittlerweile haben wir auch ein richtiges Sales und Vertrieb, und du musst da wirklich auch gucken, welche Bedürfnisse, Das ist auch ganz spannend zu sehen. Also Du vermietest nicht einfach nur ein Büro, sondern Du musst vorher die Bedürfnisse abfragen. Was braucht ihr? Seid ihr Mal acht Leute und nur mal vier? Vielleicht können wir andere Räume für euch geben, Vielleicht können wir die Räume auch anpassen. Das heißt, das ist vielmehr auch Beratung. Ein Low-Level geworden. Und nein, die Zeiten sind vorbei. Und die Zeit, die wir jetzt haben, ist, ich weiß auch, was du meinst, Es gab auch Start-ups, Die haben dann schon mehr Fläche angemietet, weil sie wussten, dass sie wachsen werden, um danach nicht nervig ein Büro suchen zu müssen. Man muss beachten, dass die einzelnen Märkte in den einzelnen Deutschen A-Städten anders sind. Berlin Auf jeden Fall hat einen hohen Überschuss an konventionellen Büros. Vor allen Dingen auch an konventionellen Büros, die zwar noch in einem Mietvertrag sind, aber die Eben Leer sind und die untervermietet werden. In der Startup-Szene gibt es extrem viel Untervermietung im Moment, weil einfach der Flächenbedarf stark zurückgegangen ist. Eine Menge große Unternehmen haben eine Menge Bürofläche angemietet, die sie aus heutiger Sicht nicht mehr brauchen. Ich nenne es immer so den grauen Leerstand. Da ist eigentlich niemand, und irgendwann kommen diese Flächen auch nochmal richtig auf den Markt, im Moment nur über die Untermiete. Aber ich glaube, das ist das, was ich eben gesagt habe, Das hybride Arbeiten ist überall, vor allen Dingen in den eher innovativen Tech. Unternehmen. Das heißt, du brauchst einfach nicht mehr so viele Plätze, weil einfach nie alle im Büro sind. Und ich glaube, es gibt eine viel höhere Sensibilisierung, Wie viel Miete du im Balance Sheet hängen? hast. Das ist ja auch eigentlich Teil der CapEx. Die CFOs gucken da sehr drauf. Das gibt einen Trend. Und das flexible Büro hast du ja nicht auf der CapEx-Seite, sondern auf der OpEx-Seite. Und das ist natürlich...
Joël Kaczmarek: Pfiffig, habe ich mir eigentlich schon mal nachgedacht.
Ansgar Oberholz: Ja, Das ist... Solche Sachen passieren halt unter der Oberfläche. Ich habe sogar neulich von einem Deal gehört, Da hat der Käufer des Startups so viel Bürofläche übrig gehabt, dass er nur das Startup gekauft hat, es gezwungen hat, in seine Bürofläche zu gehen. Und damit dann die AE angemietet hat. Und damit das Balance-Sheet des Startups komplett nach oben geliftet, hat. Sowas passiert, Da siehst du, wie relevant Büro und Raum ist. Und nein, Der Markt in Berlin ist genau so, dass einfach große konventionelle Flächen werden, kaum noch angemietet. Also ein Vertrag. Sagen wir mal, Jemand mietet 5000 Quadratmeter auf zehn Jahre, Das ist ein Unicorn, mittlerweile. Und das ist eine große Veränderung. Und unser Produkt, Du kannst ja bei uns eine Coworking-Membership anbieten. Bis hin zu unser größter Kunde hat 100 Tische, Kannst Du dazwischen alles bei uns buchen. Und wenn du jetzt mit sechs Leuten ein Startup hast, kannst du bei uns für ein halbes Jahr ein Büro anbieten, Kannst du dann verlängern oder nicht. Und diese Flexibilität und auch dieses Plug and Play. So ein bisschen wie bei Carsharing, was ich eben meinte mit Product-Market-Fit, Die stellen wir her, weil auch diese Untermietflächen, Das ist halt nicht das Gleiche, und du brauchst ja auch einen gewissen Service. Das merken wir auch, Der Serviceanspruch, Der Anspruch an die Fläche, ist die Akustik gut, Ist das Wasser hier wirklich gefiltert, wie genau ist dieser Filter, Das hat sich so Irre geändert. Du musst dir vorstellen, Da passt die Metapher auch mit dem Auto, mit dem Carsharing. Teams kommen, Probearbeiten. Also die machen eine Probefahrt. Ach, echt? Die sagen, ja, ihr seid jetzt in der engeren Auswahl und dann kommen die einen Tag Probearbeiten. Und dann sagen die, Wir nehmen das Büro dann nicht. Machen nicht alle, aber das gab es vor drei Jahren auch nicht. Und da siehst du, wie, ja. Und das kann zum Beispiel eine konventionelle Fläche niemals leisten. Also wenn du jetzt zum konventionellen Vermieter gehst und wir sagen, können wir das mal testen. Einen Tag. Wie soll das gehen, ja? Oder oft ist es auch so, dass der Vermieter vielleicht noch genügend anfragen hat. Sagen wir mal, Er hat Flächen, die auf 800 Quadratmeter teilbar sind. Aber er kriegt die ganze Zeit Anfragen zwischen 150 und 300 Quadratmeter, und er kann sie nicht teilen. Wegen Brandschutz, wegen Stromzähler. Und so weiter. Das können wir alles. Also Wir bringen dann unser Betriebssystem da rein, da kannst du eben einen Teil der Fläche mieten, weil wir ja quasi da das Scharnier sind. Und das ist natürlich deshalb ganz schön, das im Moment da zu skalieren.
Joël Kaczmarek: Okay, und die Frage Muss ich zu deinem zweiten Schlüssel mit noch stellen. Bei wem soll ich das fragen, wenn nicht dich? Die KI-Effekte, von denen du gerade auch besprochen hast, was beobachtest du da? Also wie wirkt sich das auf? So ein Büro und lebensweise aus? Was du gerade gesagt hast, hat bei mir resoniert. Ich habe gerade so New Year's Predictions gemacht von irgendwie zehn spannenden Männern, elf spannende Frauen oder umgekehrt. Und da waren ziemlich viele dabei, die gesagt haben, Der echte menschliche Kontakt kommt wieder zurück. Wir brauchen diesen Human Touch. Merkst du das im Büro auch?
Ansgar Oberholz: Ja, also, ich habe das schon gedacht, als das Digitale immer mehr in den Mainstream kam. Also, wie gesagt, wir sind ja seit 20 Jahren dabei. Das war ja damals alles Avantgarde-Blogs und so, Web 2.0. Und es gab noch keine Smartphones. Ich habe immer gedacht und auch vorhergesagt, und so war es eigentlich auch immer, dass immer, wenn es so digitale Schübe gab, sage ich mal, dass die Welt nochmal digitaler wurde, Dann gab es eigentlich eine Sehnsucht nach der Begegnung, nach dem Echten, nach dem Anfassen. Und auch die Wichtigkeit, wo du da sitzt, wenn du das digitale machst, ist immer gestiegen. Und ich glaube, die KI wird das, wie die KI ja alles gerade Turbolodet, wird die das auch turboloden und auch die Besinnung. In unserem Retreat kommen auch Leute, du kannst da arbeiten, aber und aus unserer Bubble, Unsere Kunden sind alle aus der digital kompakt und trotzdem sind da ganz viele, Die sagen, hier Natur und eben abschalten, sozusagen und ganz bewusst, diesen Gegenpol zu schaffen. Ich glaube, das wird immer wichtiger.
Joël Kaczmarek: Warum habt Ihr eigentlich kein Beteiligungsgeschäft aufgebaut? Weil ich denke, gerade so, wäre total smart, für dich zu sagen, Ein Teil des Deals ist, dass die X Monate umsonst Bürofläche kriegen. Du siehst ja vor allem auch. Wer mieset immer mehr Schreibtische, Wer wächst, wo geht's gut? Hast du mal drüber nachgedacht?
Ansgar Oberholz: Ja, habe ich mal drüber nachgedacht, haben wir auch noch nicht realisiert, könnte auch Teil der Strategie sein. Beteiligung an Immobilien und Startups. Ja,
Joël Kaczmarek: okay, das sehe ich schon.
Ansgar Oberholz: Ja, aber es ist noch einiges zu tun. Ich habe noch große Lust.
Joël Kaczmarek: Wie alt bist du jetzt, wenn ich fragen darf?
Ansgar Oberholz: Ich bin 53.
Joël Kaczmarek: Ja, ist ja geil, wenn man da noch Bock hat. So, Drei ist ein gutes Stichwort, dein dritter Schlüsselmoment.
Ansgar Oberholz: Ja, passt auch gut zu meinem Lebensalter, denn... Ich erlebe, ich bin vor zehn Monaten das erste Mal Opa geworden von unserer 28-jährigen Tochter. Ich habe vier Kinder, ich bin 53, Wie gerade schon verraten wurde. Und ich habe vier Kinder, 28, 27, 20 und 9. Und jetzt noch ein zehn Monate altes Enkel. Und gleichzeitig ist mein Vater mit 86 leider sehr am Abbauen und sehr krank. Und man sieht so wie quasi das Leben. Aus ihm weicht. Das ist natürlich auch ein schmerzhafter und ein trauervoller Prozess, aber dieses dieses irre Bewusstsein, Das war mir vorher zwar schon möglich, aber das, was ich gerade erlebe von diesem, das sind ja, warte mal, Sind das vier Generationen? Genau, von diesem Neugeborenen, was jetzt natürlich schon ein Baby ist, bis hin zu meinem Vater, dass da sozusagen unten sowas nachwächst. Und bei meinem Vater, dass wohl nicht mehr viel nachwachsen wird, sondern dass der bald einfach sterben wird. Das ist etwas, was ich gerade wahnsinnig intensiv erlebe. Es gibt noch eine Besonderheit, die ist mir auch erst in diesem Zusammenhang bewusst geworden. Mein 20-jähriger Sohn hatte genau den gleichen Jahresabstand zu mir, wie ich zu meinem Vater. Das heißt, ich kann immer so in beide Richtungen gucken. Er ist nämlich 34 Jahre, ja. Ich gucke immer so runter und horen weiß, okay, das kommt noch. Und da war ich mal, und da kann ich wie in so einem Tunnelblick, kann ich noch auf den Enkel gucken und sagen, okay, jetzt lernt er gerade krabbeln. Und das macht was mit mir auf jeden Fall gerade. Und natürlich fühlt sich das auch nochmal anders mit 53 als mit 33. Aber das muss ich sagen, ist gerade eine sehr intensive Erfahrung. Und die Spiegelt auch, also die erzeugt, Ich würde mal behaupten, Ich bin generell eher demütig. Und halte Demut für einen sehr schlauen Wert und ein sehr schlaues Tool. Und das macht da gerade nochmal eine ganz große Demut in mir. auch. Und diese Vergänglichkeit und diese Zirkel. Diese Kreise sehen zu können, Das ist wahnsinnig intensiv. Und ich glaube, das kann jeder und jede, Du kannst dir das ja immer bewusst machen, dass das eben alles in Kreisläufen läuft und dass unser Leben natürlich nicht endlich ist. Das ist einfach sehr gesund, zu wissen. Ich fange ja auch gerne mal ein Meeting an mit, hey, Wir halten kurz inne und denken daran, dass wir alle sterblich sind. Ja, ich glaube, Die Meetings verlaufen dann schneller und es wird weniger unnötiges Zeug gesprochen. Das erlebe ich gerade intensiv und das ist was ganz Tolles. Und ich glaube beim Stichwort Demut, ich glaube, dass Demut und Mut zusammengehört. Ich glaube, du brauchst beides. Und das sind zwei Pole, wie das Wort ja auch schon andeutet. Und ich glaube, wenn du mutig sein willst, dann brauchst du diese Demut, die das Leben dir eigentlich die ganze Zeit auch dich auffordert und schenkt, um dann wirklich mutig zu sein.
Joël Kaczmarek: Ich habe noch nie darüber nachgedacht, woher das Wort Demut kommt, dass da Mut drin steckt, Ob das so verwandt, ist.
Ansgar Oberholz: Das weiß ich nicht, das behaupte ich jetzt mal. Also in meinem Empfinden gehört das zusammen.
Joël Kaczmarek: Ja, und ich meine, das ist ja auch, was du gerade beschreibst, ist ja auch so ein bisschen so ein Classic, Einer kommt, der andere ist gerade im Gehen. Also manchmal ist ja das Universum da. Auch interessant Unterwegs und jetzt bin ich ja nochmal neugierig, sofern du das vertiefen magst, wie macht sich das in Dir bemerkbar, wenn Du auf der einen Seite Vergänglichkeit erlebst? Und auf der anderen Seite wie so eine sprießende Pflanze, so dieses Wachstum, siehst?
Ansgar Oberholz: Das macht sich in mir bemerkbar, dass ich nochmal viel mehr bewusst bin, wie kostbar Zeit ist und wie wertvoll man damit umgehen sollte. Und wenn du dir das wirklich immer bewusst machst, dann wirst du ein Meeting absagen, wo du weißt, das bringt mir gar nichts, sondern nur dem anderen. Also, das klingt jetzt sehr hart, aber du wirst dich selber öfter an erste Stelle stellen. Es gibt ja dieses Bild, das ist ja ein bisschen abgelutscht, aber ich finde, das ist ja total wertvoll. Wenn ein Flugzeug abstürzt, fallen die Sauerstoffmasken RunteR und... Du sollst dir ja die zuerst anziehen. Und nicht erst den anderen, Weil du kannst dir sonst den anderen nicht mehr anziehen. Und ich glaube, das ist etwas, Was ich oft vergesse und was mir da bei diesem, wenn ich dieses ganze Bild gerade anschaue, was mir da total hilft. Da selber ohne andere zu verletzen, mich an erste Stelle zu stellen, sagen wir mal bestimmt, aber liebevoll. Und das vergesse ich natürlich auch mal wieder zwei Tage lang, aber das ist etwas, was das in mir gemacht hat. Und da kommt dann die Kraft. Da kommt die Kraft raus, um das machen zu können. Das ist sehr gut. Wenn du das wirklich von Herzen aus machst, dann passiert auch nichts Schlimmes. Wenn Du was Podcast, wenn Du nein sagst, das Nein sagen. Ich glaube, in diesem Bewusstsein ist das Nein sagen viel leichter. Und das andere, was ich aber auch in dem Zusammenhang immer mehr mache, ist mir zwar auch schon davor gelungen, aber was ich jetzt noch mehr priorisieren werde, ist, ich nenne das Inseln, also Inseln für mich. Das sind für mich vor allen Dingen Zeiten, in denen nur eine Person bestimmt, was als nächstes geschehen wird, nämlich ich. Nicht irgendein Kind, nicht irgendein Meeting, nicht irgendeine E-Mail. Und wenn es nur zwei Stunden sind, dass ich weiß, okay, es kann sein, dass ich deine E-Mail beantworte, aber ich entscheide das, ob ich das jetzt tue. Oder vielleicht gehe ich auch in die Sauna. Aber diese Inseln zu haben, Kleine Inseln pro Tag, Eine mittlere pro Woche und eigentlich eine Große im Monat. Das ist etwas, was ich immer noch besser machen kann, Aber was mir jetzt gerade nochmal sehr in den Fokus gerückt ist. Durch diese Erfahrung, durch dieses Bild. Und?
Joël Kaczmarek: Ich finde es total wichtig und ich kann damit total relaten, weil natürlich ist es auch eine Altersfrage, wenn du so in den Zwanzigern bist, dann ist, so Hustle Time, weil dann hast du die Energie, und du hast halt auch keinerlei Verpflichtung, Die nehmen nach hinten raus immer mehr zu. Also Deine Beweglichkeit nimmt ab und deine Verpflichtung nimmt zu.
Ansgar Oberholz: Ja.
Joël Kaczmarek: Da verstehe ich natürlich, dass du da dann sagst, hier will ich jetzt was reißen. Und trotzdem ist es ja so, ich weiß, ich habe da mit Niklas Oestberg mal drüber geredet. Von Delivery Hero, der CEO, Der meinte, ey, Es gibt immer, was zu tun, es gibt immer, was zu tun. Es hört nie auf. Ich kann auch um 10 noch E-Mails schreiben, deswegen arbeite ich so lange. Ja, okay, fair. Aber ein bisschen, wie du sagst, also eigentlich lustig, dass ausgerechnet Fluglinien jetzt hier so eine Alliteration oder so eine Metapher fürs Leben bieten, Aber ich kann es total verstehen. Und mal so blöd technokratisch gefragt, weil ich das Bild sehr geil finde, was ist eine kleine Insel am Tag, Was ist eine mittlere? Wie viele Stunden?
Ansgar Oberholz: Also Eine kleine Insel am Tag ist eine halbe Stunde. Einfach nur sich rausnehmen, aus allem. Ich glaube, ganz wichtig ist. dabei, ich meine damit nicht eine halbe Stunde aufs Handy Glotzen und irgendwie scrollen, sondern vielleicht auch meditieren. Das ist dann schon Premium, Aber vielleicht auch einfach nur analog, was lesen oder ganz in Ruhe mittagessen. alleine, ganz bewusst. Achtsamkeit ist ein großes Thema. Was esse ich da eigentlich gerade? Und du merkst das ja auch. Also ich merke das, Dein Körper, belohnt sich, Dein Geist belohnt dich sofort dafür. Ich habe während der Woche, Meine wichtigsten Inseln sind Sport, Und die verankere ich eben auch so, dass ich mit anderen verabredet bin. Gestern Abend habe ich Basketball gespielt. Tut mir immer noch alles weh, aber ich liebe dieses Gefühl. Man ist dann einfach so toll. Du bist halt total erschöpft und es ist ein intensiver Sport. Und die meisten Menschen, mit denen ich das spiele, sind jünger als ich. Aber das ist irre. Das ist halt total anders. Du bist in diesem Sport, bist du wirklich woanders. Du kannst nicht aufs Handy gucken. Und du musst es trotzdem, die ganze Zeit gegen das Leben verteidigen, sozusagen. Gehe jetzt jeden Mittwoch zum Basketball und an anderen Tagen habe ich eben noch andere Sportverabredungen. Das funktioniert ganz gut als Insel. Wo ich noch nicht so gut bin, ist mein Wochenende alleine raus. Am besten pro Monat eigentlich. Da muss ich noch hin.
Joël Kaczmarek: Ja, wenn man Kinder hat, ist da auch nochmal ein anderer Schnack. Wobei, du hast auch ein kleines Kind, hast du gerade gesagt. Acht, neun, ne? Okay. Ja, aber ne, verstehe ich total, weil mir geht's auch, so, Wenn ich da zur Ruhe komme, dann beplattern immer die ganzen Sachen noch auf mich. ein, die ich alle so in diesem ganzen Wust daneben geschoben habe, ja. So, dann fange ich an, Ach, scheiße, dem willst du noch ein E-Mail schreiben. Oh, warte mal, da war ja noch eine Projektidee.
Ansgar Oberholz: Und dann stehst du wieder auf und sagst, Ach, komm, die mache ich noch schnell. Weil du denkst, ah, sonst kann ich ja gar nicht runterkommen. Und das ist, glaube ich, wichtig, dann das kurz auszuhalten und das wirklich nicht zu machen. Weil man hat normalerweise den Reflex, Oh, mein Gott, es ist ja gerade wieder so viel los. Ich kann mir jetzt diese halbe Stunde gar nicht nehmen. Ich arbeite lieber durch. Ach, dann würde sich das bestimmt gut anfühlen, wenn ich was erledigt habe. Ich meine, es fühlt sich immer gut an, wenn Dinge erledigt sind. Diese Falle, in die man da ganz schnell kommt, Und ich rede jetzt gar nicht von Burnout, sondern einfach nur, dass man merkt. Nach einem Jahr, Oh, wow, war ich wirklich da, war ich wirklich bei den Kindern, War ich wirklich bei dem, was das Leben wirklich gibt oder habe ich nur gehustelt. Das ist, glaube ich, Ganz wichtig, sich das immer wieder bewusst zu machen. Ein sehr weiser Mann hat mal zu mir gesagt, er meditiert jeden Morgen eine Stunde, Es sei denn, es ist so viel los, dass er gar keine Zeit hat, Dann meditiert er zwei. Und da steckt sehr viel drin.
Joël Kaczmarek: Ja, das ist wahr, weil ich glaube, diese Inperspektive, Vielleicht muss man das erlebt haben, damit man es versteht, Aber ganz oft ist es ja so, Wenn Leute ins Schweigekloster gehen, dann fangen die an, zu heulen. Ja, warum? Weil sie einfach mit sich selbst konfrontiert sind und weil sozusagen, das so hochkommt, was sonst immer so weggedrückt wird. Ich glaube, deswegen war Corona auch für viele Leute so eine krasse, Traumatische Erfahrung, Weil ganz vielen Leuten sind ja die Kompensationen weggebrochen. Ich habe mit einer Sexcoachin Podcast und die sagte mir, ey. Ich bin irgendwie hellhörig geworden, als in Corona die ganzen Beziehungen auseinander geflogen sind. Weißt du warum? Weil die ihre Affäre nicht mehr treffen konnten. Und das ist ja schon traurig, so. Na gut, aber ich schweife da ab. Aber nevertheless, Ich finde den Punkt sehr wertvoll, weil das, was du machst, also, ich stelle mir das auch sehr anstrengend vor. Unglaublich stimulierend, aber auch unglaublich anstrengend. Und ich hasse diesen Scheiß. Spruch mit dem Westhoff, Das ist ein Marathon-Juell und kein Sprint. Leider hat er aber Recht, um das zu sprechen.
Ansgar Oberholz: Ja, das stimmt. Und weil es ein Marathon ist, musst du Pausen machen. Weil sonst... Sonst machst du nämlich nur einen Sprint und dann hängst du hechelnd in der Ecke. Und ich glaube, das ist irre wichtig. Und ja, mit der Ruhe umzugehen, ist ja gerade, ich meine, Das ist ja auch ein abgedrauschenes Thema. Aber das, was mit den Smartphones passiert, Wie sehr, die in unserem Leben, wie sehr, die ein Körperteil geworden sind, Wie sehr, das wirst du auch kennen, du merkst, Deine Hand geht schon, Es ist eine kurze Pause und deine Hand geht quasi zum Smartphone. Deine Hand macht das alleine, ja. Du musst dafür gar nicht nachdenken. Oder fühlt in der Tasche, ob es da ist? Und dann suchst du es kurz. Und es ist ja nachgewiesen, dass selbst, wenn ein Smartphone neben einem liegt, dass die Aufmerksamkeit geringer ist. Also, ich glaube, dass... Das ist ein großes Thema, aber ich glaube, da diesen Gegenpol auch zu schaffen, Weil eben die Arbeit durch das Smartphone, durch das Digital immer da ist, ist extrem wichtig. Und ich war auch schon im Schweigekloster, und es ist genau das. Der erste Tag, sage ich mal, ist wirklich hart. Das Ego haut dir die ganze Zeit rein und sagt, was machst du hier, mach das nicht, Lass uns das abbrechen und das ist viel zu Krass und so. Es kommt ganz viel Zeug hoch und irgendwann hört es halt auf, und dann ist es natürlich toll. Und auch das, tausendmal schon besprochen, Aber ich glaube deshalb, und es kommt ja auch immer mehr in unserer Gesellschaft wieder an, ist eben meditieren und diese Achtsamkeit, Das ist essentiell, um zu überleben und um glücklich zu sein.
Joël Kaczmarek: Was war denn das vierte, was deine Firma essentiell hat? Überleben lassen? Das war schon das Schlusswort gewesen.
Ansgar Oberholz: Ja, das vierte. ist, dass wir von Anfang an, und wir haben aber irgendwann mal sehr gezweifelt, Nie customer-centric waren. Ich würde sagen, die Produkte, die wir haben, sind in dem, wie sie sind, sehr customer-centric, Aber unsere Haltung war nie so, sondern wir haben eher immer gesagt, ich sage es jetzt auf Englisch, weil das ist einfach immer schöner, Don't Listen to the audience. Wir haben also quasi immer in dem Kreativprozess, Nun stand der Eric Wahlforss neben uns und sagt, ich brauche ein Büro, aber wir haben ihn danach nicht gefragt, wie soll denn das Büro genau aussehen, sondern wir haben gesagt, ey. Wir glauben, es ist cool, wenn du in dieser Ferienwohnung bist. Und so war es dann auch. Und wir haben vorher nicht das Team befragt, Wie viele Tische braucht ihr? Sondern es war, Also Natürlich wussten wir, wie viele Leute da Platz haben müssen. Aber wir folgten da eigentlich und folgen bis heute. Da eigentlich immer unserer Vision und teilweise auch unseren eigenen Bedürfnissen, dass wir gut finden würden. Und ich habe dann aber lange... Auch Startups gecoacht. Es gab immer so eine Zeit in Berlin, ich würde sagen so zwischen 2007 und 2012, wo alle Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-Mentor-M Wir erheben ja gar nicht so viele Daten, und wir haben, was wir schon immer gemacht haben, ist auch, Wir haben einen sehr direkten Zugang zu unseren Kunden bis heute. Wir können ja einfach zu jemandem, der mit dem Laptop im Café sitzt oder im Retreat oder in dem Büro gehen. Und sagen, hast du mal kurz eine Minute? Und Du kannst ein Mini-Interview führen, Sowas wie, Was hältst Du davon, wenn du hier jetzt auch mittags noch ein Angebot hättest? Oder oder oder. Sowas können wir natürlich machen, machen wir auch, aber nie Datengetrieben in dem eigentlichen Sinne. Und es ist ja mittlerweile so vieles Datengetrieben und digital. Und wir versuchen gerade deshalb auch, den Gegenpol zu machen und herzustellen, und wir folgen da sehr, sehr der Intuition, natürlich nicht ohne Excel-Tabelle, Aber wir stellen die Sachen, die Produkte her, eigentlich, ohne auf die Kunden zu hören. Wie gesagt, am Ende kommen Produkte raus, die für die Kunden passen. Und das ist, glaube ich, und wir waren kurz davor, Ich dachte, wir müssen vielmehr, Wir müssen wirklich Umfragen machen und das genau wissen. Und dann das nächste Buch, was wir machen, Total darauf abstimmen. Haben wir dann nicht gemacht, weil ich quasi zum Glück dann auch im Dialog mit Cola gemerkt habe, nee, das ist nicht unsere DNA und das würden wir wahrscheinlich auch nicht gut machen, sondern wir machen das, was wir glauben, was Cool ist und was Spaß macht und was funktionieren könnte. Und wir haben es ja nie dann riesig ausgebaut. Und dann kriegst du natürlich Feedbacks von den Nutzern. Und dann musst du es anpassen. Das haben wir schon immer gemacht. Und ich glaube, zum Glück haben wir diesen Pfad nicht verlassen, weil gerade jetzt, Es ist. Doch, so krass, gerade mit KI, auch, Es ist ja alles, wenn du jetzt mal siehst. Die Logos von Startups, Songs, Texte, Es ist alles customer-centric, alles einheitlich. Es ist alles, ich weiß nicht, wie es dir geht, Die meisten KI-Texte, die ich lese, ich kann sie einfach nicht lesen. Du spürst ja nach drei, vier Sätzen, Natürlich sind die gut geschrieben. Es ist KI, ich kann es einfach nicht lesen, im inneren körperlichen Widerstand. Und ich habe das Gefühl, Es gibt ja diesen wunderbaren Begriff des AI slop, den Wirst du kennen. Den finde ich super, weil es ist ja so. Und es gibt wirklich wie so eine Suppe mittlerweile im Internet, wie so eine Müllhalde von diesen ganzen Lieblos hergestellten KI-Inhalten, die einfach alles verschmutzen, sozusagen. Natürlich erstmal in der digitalen Sphäre, aber das stimmt auch nicht ganz. Das landet natürlich auch im Grafikdesign, im Stadtbild bis hin zu, Ich bin neulich, das ist eigentlich eine schöne Anekdote, Meine Tochter hatte ich erlaubt, wir sind da sehr, Sehr streng mit der Neunjährigen, mit digital. Aber sie darf ab und zu mit Chatgpt sprechen. Und sie hat ChatGPT nach guten Büchern für neunjährige Mädchen gefragt. Hat drei empfohlen. Zwei davon kannte ich und eins kannte ich nicht. Und sie wollte das haben, was ich nicht kannte. Habe ich bei Amazon bestellt. Das Buch kommt an. Ich denke schon, was ist mit diesem Buch los? Komisch, War Print on Demand. Das war das eine. Das habe ich dann geschnallt, weil ich auch mal ein bisschen mit Büchern zu tun hatte. Und dann habe ich schnell gemerkt, das ist komplettes KI. Ein Mädchenroman, KI generiert. Und ich habe eineinhalb Seiten gelesen. Kannst du lesen, aber ist wirklich schlecht, ja. Und dann habe ich das kurz recherchiert. Und das ist total abgefahren. Es gibt quasi diesen AI slop auch auf Amazon bei Books on Demand. Das heißt, da gibt es Leute, die pushen halt pro Tag. 100 Romane raus mit Autor, mit allem, mit Klappentext und die landen bei Books on Demand. Das kostet dich ja erstmal nicht, und dann bestellt das natürlich irgendjemand, so ein Depp wie ich. Und dann hast du natürlich, ne, The Long Tail, Hast du dann plötzlich, wenn du drei, vier Bücher pro Tag verkaufst, wo du einfach die KI... Das Rausballern lässt, das Manuskript, das druckbare PDF, So landet dieser AI slop eben doch schon in der realen Welt. Und das wird ja immer mehr. Und das finde ich, Und da ist jetzt unser Job, Und wir machen das eben zum Glück schon lange, dass wir da diese Gegenpole schaffen. Das darf ein bisschen rough, das darf Edgy sein, Das darf unfertig wirken. Und das darf aber, muss irgendwie von wirklich von Herzen sein. Und das kriegt halt zum Glück bisher nur ein Mensch hin, Ja, auch Design, also wirklich gutes Design.
Joël Kaczmarek: Ich weiß, total, was du meinst. Ich schreibe, gerade ein Buch, habe dann mein Kapitel wieder angeguckt. Ich mache das so Assisted mit KI. Und dann guckst du Dir die Formulierung an und ich sehe die sofort. Sie stand da, schwieg, Tränen rinnten ihr übers Gesicht. Sie konnte nicht und ich denke, oh, furchtbar. Und ich habe eine ganze Zeit lang gerade überlegt. Bei deiner Ausführung, Ob dein Insight war, oh, wir waren nicht Customer-Centric, wir müssen mehr Customer-Centric werden, aber ich habe das jetzt richtig verstanden. Du sagst das Gegenteil. Nein, das ist super. Dass wir sozusagen unseren Innovationsgrad da behalten, auf unseren Stärken, was wir dem Markt anbieten. Und da kann man es ja noch ein bisschen anpassen, und man kann ja so eine gewisse Nähe trotzdem haben, Aber du siehst die Stärke gerade darin nicht, customer-centric zu sein.
Ansgar Oberholz: Exakt, Ja, wir waren einmal kurz davor, so extrem Datengetrieben zu sein, was die Büroausbauten vor allem angeht und Cafés, Natürlich haben wir da auch Daten, also wir wissen, wir brauchen so und so viele Tische pro Quadratmeter Bürofläche, Sonst geht der Business Case nicht auf, Da sind wir natürlich datengetrieben, sonst wäre es uns verrückt. Aber was die Ausgestaltung angeht, sind wir zum Glück nicht abgebogen. Und es bewahrt sich jetzt, gerade jetzt mit diesem ganzen AI slop als echtes Unterscheidungsmerkmal. Vor allem Es wird ja schlimmer,
Joël Kaczmarek: wenn die KI sozusagen auf altem Material lernt. Und dann lernst du auf dem neuen, was wieder kriegt, dann hast du ja sozusagen, so eine inzestuöse Content-Erstellung, glaube ich total.
Ansgar Oberholz: Es wird schlimmer und ich weiß nicht, Ich höre wenig zeitgenössische Musik, sondern relativ viel Altes. Da kann es ja sicher sein, dass es nicht Ki ist, Aber schon wieder muss ich sie benutzen, Meine neunjährige Tochter. Die hört natürlich viel so zeitgemäßes Zeug. Und ich bilde mir ein, dass ich, also ich kann da eh, kaum, ich kann da eh nicht viel unterscheiden. Du brauchst ja auch irgendwann so in der aktuellen Popkultur dieses geschulte Gehör. Aber auch da ist es ja so, dass ganz viel KI ist. Es tut mir für Sie auch Total leid. Die singt dann diese Songs mit, und es tut mir irgendwie ein bisschen weh, weil ich denke mir so, schade, weil das ist, Es hat, glaube ich, einfach mehr Seele, wenn das wirklich von einem Mensch. Gemacht wurde.
Joël Kaczmarek: Ich meine, es gibt ja auch dieses schöne Zitat, Damals wird am meisten geschrieben Mönche. Und dann gab es diesen Spruch, wenn Guttenberg die Mönche gefragt hätte, wie kann ich euch helfen, dass Ihr besser schreibt, Dann hätten die gesagt, mach uns bessere Federn, dass wir schneller schreiben können. Und er hat schnell einen Buchdruck erfunden. Und ich glaube, Bei Steve Jobs gab es was ähnliches. Wenn Jobs gefragt hätte, Wie soll das iPhone aussehen, hätten die wahrscheinlich gesagt, mehr Batterie, Aber ob es eine Tastatur ist? drunter. Also, das ist eigentlich ein ganz faszinierendes Phänomen. Irgendwie die Bedürfnisse seiner Kunden zu kennen und trotzdem aber auch nicht zu sehr drauf zu hören, weil es ja auch immer nur eine Momentaufnahme ist, So ein Stück weit.
Ansgar Oberholz: Ja, und es entsteht ja in dem Sinne auch nichts. Neues. Weil du ja nur, was baust, was schon von den Bedürfnissen her da ist. Und ich glaube, wie gesagt, das ist gerade in der jetzigen Welt. Und dieses Jahr werden wir, glaube ich, noch mehr erleben, was KI angeht, ist das sehr, sehr wichtig.
Joël Kaczmarek: Was war denn so der verrückteste, Geilste Shit, den Du gemacht hast, wo Du sagst, Okay. Hätte ich die Leute gefragt, hätten die mir sowas nie gesagt. Und es war aber dann so ein absolutes Highlight.
Ansgar Oberholz: Ja, es war schon, dass wir Büros, Wir haben dann mit der SoundCloud-Erfahrung, als wir dann die erste große Erweiterung in die Zehdenicker Straße gemacht haben, haben wir nicht alle Büros, aber auch die Büros eher so in Richtung Wohnungen auch ausgestattet. Du konntest da also auch eine Küche haben. Du hättest auch einfach in zwei der Räume noch Betten reinstellen können. Und das haben wir einfach gemacht. Und da haben ganz viele Leute gesagt, niemals, du kannst doch nicht, gerade wenn du dafür, Also. Wir wollen ja quasi viel Geld für die Büros, Aber weil sie flexibel sind und weil sie möbliert sind, kannst du doch niemals für viel Geld? Büros verkaufen, die eigentlich eine Wohnung sind, so ungefähr. Und das haben wir durchgezogen, Das sind die absolut beliebtesten Büros bis heute. Und das ist immer so, wenn Leute da reinkommen und sagen, oh, Manche sind damit überfordert und dann irgendwann, so, oh, Oder wenn Sie einen Probetag gemacht haben, mega.
Joël Kaczmarek: Ich denke gerade, du und ich haben uns kennengelernt, als uns Vitra zur Orgatec eingeladen hat. Und ich weiß noch, es war das Jahr, wo Vitra gesagt hat, Die Couch wird das neue It-Büro-Item. Also das neue It-Item im Büro. Und ich so, hä, wie? Ja, wir haben Tische auf Rollen, Die kann man auf Couchhöhe ranstellen, dass du auf der Couch arbeiten, kannst. Und ich fand das total, ich fand es plausibel. Also von daher wurdest du da spätestens da bestätigt, würde ich sagen.
Ansgar Oberholz: Ja. Ja,
Joël Kaczmarek: spannende Perspektive, die du hast. Und eine fehlt, glaube ich, noch.
Ansgar Oberholz: Ja, und das Couch und Tisch ist vielleicht wieder zufällig. Eine gute Überleitung. Eine andere, wichtige Erkenntnis in diesem ganzen Geschichte von St. Oberholz war, dass wir, Wir haben lange Zeit, ohne es zu wissen, New Work betrieben. Ich habe auch vor St. Oberholz Schon Unternehmen gehabt. Also früher hätte man eher gesagt, so Hippie-Kultur in einem Unternehmen, also ganz früher. Aber wir waren immer schon mit Flachen Hierarchien und auf Augenhöhe mit Mitarbeitern und das Einbinden von Mitarbeitern in Entscheidungsprozesse, Das haben wir immer schon gemacht. Wir haben immer schon mit Zahlentransparenz auch geführt. Und als das dann irgendwann noch einen Begriff hatte, hatte ich das Gefühl, Wir müssen das wahnsinnig hochschrauben. Wir müssen noch viel mehr New Work einführen. Wir müssen vielleicht ein Betriebssystem wie Holacracy einführen. WIR müssen... Von transparenten Gehältern, Jeder darf alles mitentscheiden. Und so weiter. Und damals habe ich auch bis heute viele mit Waldemar und Philipp von Einhorn rumgehangen. Und die sind ja sehr, Sehr weit bis heute mit den New Worker Themen. Und obwohl diese Unternehmen damals zu jünger waren, haben die uns die ganze Zeit quasi rechts überholt. Und das hat mich irgendwie, Ich weiß nicht, wir müssen da noch aufholen, wir müssen das unbedingt. Und zum Glück, Das war vor allen Dingen auch Kula, die dann irgendwann immer gesagt hat, ey, so Ansgar, ich weiß nicht, vielleicht verstehe ich das ja auch alles nicht, aber ich weiß nicht. Also, ich habe auch manchmal das Gefühl, Die Leute wollen einfach nur wissen, morgen machst du A, B, C, D. Und wenn du D nicht schaffst, ist es okay, wenn du es übermorgen, machst. Und das war dann, In diesen Konflikt kam schon wieder die Pandemie. Und da war ja so ein Effekt, dass alle plötzlich, das habe ich von vielen gehört, Die ganzen Flachen Hierarchien, die ganzen, hey, alle entscheiden alles mit, hat nicht mehr funktioniert. Also, wenn das Schiff in den Sturm kommt, Ist es doch dieses Bild, dass da zwei Personen auf der Brücke stehen und einfach das Ding da durchlenken müssen. Und die anderen halten sich irgendwo fest und gucken nach oben. Und so war es bei uns auch. Und durch diese Erfahrung, was ein heiserer Prozess war, Haben wir dann erstmal testweise verschiedene Sachen wieder zurückgedreht. Wieder sehr klassische, also viel, viel mehr klassische Sachen eingebaut in die Struktur, als wir sie vorher hatten. Und das hat sofort sehr gut gewirkt und war sehr heilsam. Zudem haben wir noch bemerkt, auch ein ganz wichtiger Erkenntnis, dass du neigst, Gerade in solchen, sagen wir mal, offenen Strukturen in Unternehmen, Du neigst dazu, die Leute immer aufsteigen zu lassen, wenn Sie irgendwas gut gemacht haben. Dann steigen sie auf, Kriegen mehr Verantwortung, haben vielleicht irgendwann ein kleines Team. Aber das Problem ist, dass die. Du lässt die Leute meistens, nicht meistens, Bei manchen funktioniert es sehr gut, aber du musst genau hingucken, manche Leute lässt du aufsteigen in eine Ebene. Und du stellst dann fest, nach ein paar Monaten in der Ebene. Darunter werden sie besser aufgehoben gewesen. Wir haben Sie quasi eine Stufe zu weit aufsteigen lassen. An Verantwortung und so weiter. Und das natürlich zurückzudrehen, downzugraden, ist hart. Das macht auch kaum jemand mit. Da musst du dann schon sehr gutes Verhältnis im Miteinander haben. Aber das ist etwas, was wir dann auch noch sehr gelernt haben. Durch diese Einführung von echten Strukturen. Und haben dann aber uns auch von solchen Leuten dann auch trennen müssen, Ja, konsequenterweise, und da achten wir mittlerweile sehr drauf, dass wir, wenn wir jemanden aufsteigen, das genau gucken und das auch offen ansprechen, hey, lass uns das mal drei Monate anschauen, Wir müssen wirklich aufpassen, Dass das nicht, Dass das dann nicht zwischen uns ist, dann gehst du eben wieder zurück, ist natürlich trotzdem doof, aber das sind so, also diese, Ich habe immer das Gefühl gehabt, Dieses New Work Thema war so eine Zeit lang in so einer Pubertät wie so ein Teenager. Und das ist ja eher so, du musst erstmal diese Grenzen austesten, dann führen wir da noch was ein. Und Holacracy, ich meine, kennst Du noch ein Unternehmen, was Holacracy wirklich lebt? Damals war das so der Hot Shit, das waren so, Wenn du nicht Holacracy machst, bist du quasi schon alt und patriarchal so ungefähr. Und ich glaube, diese Zeit ist vorbei. Die haben wir auch als Unternehmen erlebt. Und du musst dir wirklich... Einfach das Beste aus allen Welten picken. Und natürlich sind Flache Hierarchien, Gutes Miteinander sehr wichtig. Und auch das nochmal ist ganz wichtig, ein Team zu haben, Die Menschen, die dich auf diesem Weg begleiten, das kannst du gar nicht hoch genug hängen. Ich weiß, das ist auch eine altbekannte Weisheit, aber du brauchst gute Leute, die müssen loyal sein, die müssen Bock haben, Du musst dich, mit denen wirklich gut verstehen, und dann kannst du Dinge machen. Und das kannst du aber auch nur, wenn das Betriebssystem stimmt. Und das musst du natürlich dann immer auch anpassen. Und wie gesagt, wir hatten auch diese Teenager-Phase, wo wir dachten, alles ausprobieren, Grenzen austesten. Und wir sind eigentlich schon zu weit gegangen und haben das dann schönerweise zurückdrehen können. Und das machen wir bis heute. Ich würde sagen, wir waren noch nie so konservativ. Es gibt Organigramme, Rollenbeschreibungen, Reporting-Strukturen und das alles, klar, kannst Du auch in einer Flachen Hierarchie machen, aber da sind wir... Das war eine sehr wichtige Erkenntnis, dass du da nicht so dogmatisch sein darfst. Es ist okay, wenn du in einem bestimmten Bereich vielleicht eine ganz krasse Top-Down-Struktur hast. Es gibt Mitarbeiter, die lieben das, die brauchen das auch. Und andere brauchen eben mehr Freiheit. Und da musst du, glaube ich, gut aufpassen, dass Du da die richtige Umgebung findest. Und das war wahnsinnig wichtig für uns.
Joël Kaczmarek: Ich weiß, was du meinst, weil ich hatte mal eine interessante Erfahrung. Unser Business Coach Stefan Lammers, Wir haben mit dem so ein Tech Breakfast gemacht, haben lustigerweise in den Coworking Space Leute zu Frühstück eingeladen. Hat er gesagt, passt auf, Freunde, Gute Unterhaltung, Wir machen jetzt hier eine Übung. So, komm mal her. Da kamen so drei Leute zu ihm nach vorne. Wir stehen jetzt gerade in einem Fahrstuhl, Der fährt in den Mount Everest. Der fährt bis zur Spitze des Mount Everest. Wie ich das hingekriegt habe, verrate ich euch das nächste Mal. So, und jetzt macht es bing, Die Türen gehen auf. So, Leute, Wir stehen jetzt hier auf der Spitze und hier ist eine sechs Meter lange Scheibe. Aus Glas. Ihr könnt sechs Meter nach draußen treten und den Ausblick Eures Lebens von Mount Everest genießen. Nehmt euch mal Euren Raum. So, dann haben die sich so, so ein Meter oder vielleicht zwei nach vorne bewegt. Sagt er, gut. Okay, cool. Machen wir noch einen Ausflug. Wir sitzen wieder im Fahrstuhl, wir fahren wieder in den Mount Everest hoch. Jetzt ist folgendes, Wir sind immer noch auf der Sechs Meter Scheibe. Da hinten ist die Grenze dort bei den Stuhlreihen und hier links auch. Und dahinter ist sie übrigens dort. Kommt, nehmt euch wieder eure Meter. Dann hast du gesehen, Auf einmal sind die vier, fünf Meter weg von seiner Imaginären Tür gegangen. Und dann guckt man sich so an, so was weiß die Lehre hier, habt Ihr gemerkt, wenn Ihr wisst, wo die Grenzen sind, nutzt Ihr Sie viel mehr aus, wenn du nicht weißt, wo endet diese Glasscheibe, dann bewegst du dich gar nicht. Und ich glaube, darum geht es auch in Unternehmen, dass Du sagst, okay, Pass mal auf, das sind die Banden, da drin kannst Du Fußball spielen, wie Du es willst oder Basketball oder Tischtennis, Du willst den Sport, Aber das sind die Banden und das ist das Ergebnis. Und das fand ich ganz eindrücklich, weil mir ging es auch, so, wenn ich das Mal gehört habe, so mit, ja, hier darf jeder mitentscheiden und so. Also, kennst du diese? Eine Szene bei den Sopranos, wo die New Yorker Mafia und die New Jersey Mafia stehen an dieser Brücke. Und dann sagt der so, das ist hier nicht die Fucking UNO, das hier entscheide ich. Und so ein Feeling-Moment hatte ich da so ein bisschen, deswegen, Ich kann das echt ganz gut verstehen. Dass es zu euch passt, finde ich ja auch irgendwie einen wichtigen Insight.
Ansgar Oberholz: Naja, ICH meine, Wir sind natürlich dadurch das, was wir tun, Die Räume, die wir kreieren. Denken natürlich alle, dass wir extrem new Work sind. Sind wir wahrscheinlich auch im Vergleich zu den meisten Unternehmen. Aber schönerweise dürfen wir jetzt auch ganz klassische Sachen machen. Aber das Bild finde ich sehr gut, Das kennen der Grenzen und die Spielfelder zu definieren, Damit die Leute dann in diesem Spielfeld ihre Stärken ausleben können. Und mit einem gewissen Grad an Freiheit. Ich glaube, das ist sehr wichtig. Und übrigens, um die Sportmetapher weiter zu strapazieren, Pep Guardiola, Sehr berühmter Fußballtrainer für die Leute, DIE NICHT Fußball... Gucken, der hat ja, Wahrscheinlich ist es mittlerweile anders, Aber vor ein paar Jahren habe ich mich ein bisschen mit ihm beschäftigt. Der war extrem streng in den ersten zwei Dritteln des Spiels. Also wie bringen wir den Ball nach vorne vor das gegnerische Tor? Und im letzten Drittel hat er gesagt, okay, das wisst Ihr besser als ich. Da seid ihr die Kreativen und die Dribbler und so weiter. Da könnt Ihr machen, was Ihr wollt. Und das passt ja ein bisschen zu dem Bild. Ja,
Joël Kaczmarek: ich glaube, es geht gar nicht so sehr um Härte oder Weichheit. Ich glaube, es geht um Klarheit. Wenn Du Klarheit hast, kannst du sozusagen. Auch Regeln haben, die vermeintlich Old Work sind. Weil ich gestehe dir auch ganz ehrlich, Holacracy, New Work, Diese ganzen Worte habe ich alle schon mal gehört. Ich kann die gar nicht immer adäquat mit Leben füllen. Also, ich kenne die Definition gar nicht gut genug. Aber am Ende ist es vielleicht auch genau das, was ich jetzt von dir lerne. Das ist halt, die Definition, manchmal auch die ist, die man für sich selber schreibt. Die zu deiner Organisation passt und zu dem, was du mit dieser Organisation auch erreichen willst.
Ansgar Oberholz: Ja, ich glaube, kann sich komplett von trennen. solltest. Du kannst dir angucken, was es für Strukturen gibt, du musst nichts neu erfinden, aber du sollst da nicht dogmatisch sein, dann wird es übel. Und ich glaube, es ist teilweise auch pro Team unterschiedlich. Also manche Teams, Manche Menschen müssen eng geführt werden, ist ja auch ganz böse, was zu sagen, aber ist so. Und dann sind die Happy und Performen und andere brauchen eben gewissen. Karte und Freiheit.
Joël Kaczmarek: Na gut, aber anyway, lieber Ansgar, Ich habe das sehr genossen, vielen, vielen Dank. Spannende Momente auch, die Du da unternehmen, hast. Herzlichen Glückwunsch auch, by The way, zu 20 Jahren und auch zu dem ganzen Erfolg. Dankeschön. Ich freue mich schon aufs nächste Mal mit dir. Ja, ich auch. Danke dir.
Intro & Outro Speaker: Wow, das war ein inspirierendes Gespräch, oder? Denk dran, Abonnier den Podcast unbedingt,
Joël Kaczmarek: damit du keine Episode verpasst. Und teile ihn auch total gerne mit deinen Freunden oder Kollegen. Bis zum nächsten Mal. Bleib inspiriert und neugierig. Dein Joël.
Intro & Outro Speaker: Und jetzt.
