Was 2026 wirklich zählt 🔮: Die Business-Predictions einflussreicher Frauen

7. Januar 2026, mit Joël Kaczmarek

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Joël Kaczmarek: High Five, Leute! Hier ist Joel, und wir starten in das Jahr 2026 mit einer Reihe kompetenter Einschätzungen. Anfang des Jahres ist ja traditionell die Zeit, in der alle plötzlich sehr genau wissen, Wie die Zukunft aussieht. Predictions überall. Zu KI, Märkten, Führung, Arbeit. Und natürlich liegen viele davon daneben. Aber genau deshalb sind Predictions ja so spannend. Nicht, weil sie die Zukunft vorhersagen, sondern weil sie zeigen, wie Menschen auf die Zukunft schauen, was Sie für relevant halten, bevor Sie Respekt haben und was Sie vielleicht unterschätzen. So, und wir haben uns deshalb etwas Besonderes, überlegt. Wir lassen mehrere Menschen zu Wort kommen, die ich für sehr kompetent halte und trenne nach Geschlechtern. Für diese Folge haben wir also Frauen aus ganz unterschiedlichen Bereichen gefragt, wie sie auf die Businesswelt 2026 blicken. Unternehmerinnen, Managerinnen, Wissenschaftlerinnen, Strateginnen. Und dabei ging es uns nicht so sehr um die weibliche Perspektive als Label, sondern um die Realität, dass Frauen im Business oft mit anderen Rahmenbedingungen, anderen Erfahrungen und auch anderen Risiken umgehen müssen. Das prägt ja den Blick nach vorn. Also, lass uns anfangen. Das sind die Business Predictions 2026 von Frauen. Ja, ja, ja, ist ja gut. Kommt, wir legen los. Gleich zu Beginn starten wir nämlich mit einer ganz spannenden Frau. Und zwar folgt jetzt eine Stimme, die viele aus ihren Büchern oder auch Hörbüchern kennen. Dafür hat sie nämlich schon goldene Schallplatten bekommen. Und zwar Karin Kuschik ist Bestseller-Autorin der Bücher 50 Sätze, die das Leben leichter machen. Und jetzt jüngst erschienen 50 Fragen, die das Leben leichter machen. Und Karin beschäftigt sich seit Jahren mit der Wirkung von Sprache, Haltung und innerer Klarheit. Sie bringt dabei einen langjährigen Background aus dem Executive Coaching mit und weiß sehr genau, wie Kommunikation, Entscheidungen, Beziehungen und Führungen prägt. Und genau deshalb ist ihre Business Prediction für 2026 so spannend. Statt auf Märkte oder Technologien schaut Karin darauf, wie wir künftig denken, sprechen und handeln sollten. Damit Arbeit funktioniert. So, Und hier ist Karins Business Prediction für 2026.

Karin Kuschik: Wenn ich nur ein Wort als Headline über 2025 schreiben dürfte, dann auf jeden Fall Transformation. Erfolg scheint ja längst nicht mehr so wichtig zu sein. Im Business. Es geht um Erfüllung. Der Beruf ist auch nicht mehr wesentlich. Berufung. Darum geht es offenbar. Und viele wollen die in der Selbstständigkeit erreichen. Ich will in die Sicht... Sichtbarkeit habe ich in fast jedem Speedcoaching gehört und ich traue mich nicht, meinen Preis zu nennen. Oder ich kenne ihn gar nicht, Allerdings auch. 2026 wird also ein spannendes Jahr, Denn da zeigt sich dann vermutlich, wer den Mut hat, durchzustarten und das Business so richtig hochzuziehen. Und wer mit seinen Ideen eher runterfällt, Weil vielleicht nur eine Mission da war oder nur eine Vision und das Know-how gefehlt hat. Long Story short, Ich glaube, dass einige von ihrem Erfolg überwältigt sein werden, mehr vermutlich strugglen und aus Not womöglich zurückschwimmen. Und ein Trend hin zur Festanstellung würde mich als Reaktion darauf auch nicht wundern. Also, Meine Prognose 2026 ist im Business ein Entscheidungsjahr.

Joël Kaczmarek: Plötzlich versteht man, warum Karin goldene Schallplatten für ihre Hörbücher bekommt, oder? Eine Stimme wie Honig und Ideen, die wirklich nur so vor Erfahrung strotzen. So, und machen wir weiter. Meine nächste Gesprächspartnerin gehört zu den prägendsten Stimmen der Deutschen Startup- und Digitalszene. Verena Pausder ist Unternehmerin, Investorin und engagiert sich seit Jahren dafür, wie wir in Deutschland Wirtschaft, Bildung und Innovation Neu denken. Und gerade, weil sie so nah an GründerInnen, politischen Entscheidungsprozessen und technologischen Entwicklungen ist, lohnt sich ihr Blick nach vorn. besonders. Also, Hier ist Verenas Business Prediction für 2026.

Verena Pausder: Ja, aus meiner Sicht wird 2026 das Deep Tech Jahr. Wenn man sich anguckt, was im Defense Tech Bereich passiert, Ungefähr 20% des Venture Capital, 2025 ist schon in den Bereich geflossen. Wenn man sich anguckt, was im Space Tech Bereich entsteht. Auch da Riesenunternehmen mit Isar Aerospace, The Exploration Company, Reflex Aerospace oder auch Rocket Factory Augsburg und vielen weiteren. Dann wird da 2026, glaube ich, die Post abgehen. Große Finanzierungsrunden werden wir sehen. Und hoffentlich einen großen Schritt in Richtung europäischer Souveränität im Weltraum und Deep Tech in General sozusagen.

Ob das NEURA Robotics ist, Unternehmen in den eben genannten Bereichen Defense Tech und Space Tech, OB das Unternehmen im Energiebereich wie Proxima Fusion, Marvel Fusion, Sunfire sind. Der Deep-Tech-Bereich bricht jetzt richtig durch. Das sieht man auch daran, dass die Fonds verstärkt in diese Asset-Klasse gehen, dass überhaupt reine Deep-Tech-Fonds immer normaler werden, die Fonds größer werden. Die WIN-Initiative, also, dass Pensionskassen und Versicherer direkt In Deep-Tech-Late-Stage gehen, hoffentlich auch nochmal einen Boost bringen wird, also IN Deep-Tech-Late-Stage-Funds. Also all das stimmt mich sehr positiv, dass wir da ein echtes Deep-Tech-Wunder 2026 sehen werden.

Joël Kaczmarek: Na, das macht doch durchaus Hoffnung für die Zukunft und beeindruckend, Wie breit sich Verena auch auskennt. Krass. So, Und jetzt kommt eine weitere spannende Perspektive hinzu. Und zwar von Sandra Schwedler. Sandra ist Coachin, begleitet Führungskräfte in Transformationsprozessen und ist stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende des FC St. Pauli. Sie kennt Entscheidungsdynamiken aus dem klassischen Unternehmenskontext. Und auch aus Organisationen, in denen Werte, Macht und Verantwortung besonders sichtbar aufeinandertreffen. Deshalb ist ihre Business Prediction für 2026 so spannend. Hier kommt Sandra.

Sandra Schwedler: Meine Business Prediction für 2026 ist, dass die Kombination aus Wirkung und Effizienz zur zentralen Orientierungsgröße wird. Auch 2026 bleibt der Kostendruck hoch, und der stetige Wandel setzt sich fort. Die Phase, in der sich Ineffizienten großflächig durch Wachstum oder Kapital ausgleichen, ließen, ist vorbei. Effizienz ist damit keine Kür mehr, sondern Voraussetzung, Allerdings nicht im Sinne von Sparen um jeden Preis. Sondern als konsequente Frage, wo erzielen wir mit begrenzten Ressourcen tatsächlich relevante Ergebnisse. Gleichzeitig fragen Mitarbeitende deutlich stärker nach dem Sinn ihrer Arbeit. Und diesen Sinn finden Sie immer weniger in Visionen oder Buzzwords, sondern in der erlebbaren Wirkung ihrer Tätigkeit. In der Frage, ob das, was Sie tun, Einen Unterschied macht. Für KundInnen, für die Organisation oder im besten Fall für gesellschaftliche Herausforderungen. Das zusammen führt zu einem interessanten Paradoxon. In der einer Zeit des dauerhaften Wandels entsteht Sicherheit nicht durch Stabilität, sondern durch Klarheit über Wirkung. Wenn klar ist, wo Wirkung entsteht, wird entscheiden leichter. Prioritäten lassen sich setzen, Verantwortung Klären und Dinge auch bewusst wirken lassen. Effizient Wirkung zu erzielen, schafft Orientierung für Führungskräfte. Ebenso wie für Teams. Der entscheidende Punkt ist, Wirkung und Effizienz lassen sich nicht mehr getrennt denken. Wirkung ohne Effizient ist nicht nachhaltig. Effizienz ohne Wirkung ist bedeutungslos. Profitieren werden 2026 die Organisationen, die beides konsequent zusammen in ihr Handeln integrieren.

Joël Kaczmarek: Also, ich weiß nicht, wie es dir geht, Aber ich musste mir das wirklich mehrfach anhören, weil da steckt ja so viel dichte drin und so viel Erfahrung auf so kurzem Raum. Also, vielleicht spulst du auch nochmal zurück, wenn es dir wie mir geht. So, Aber wenn wir schon bei spannenden Perspektiven sind, dann machen wir in der Richtung doch gleich weiter. Als Nächstes hören wir nämlich eine Perspektive, die im Business oft unterschätzt wird, Die psychologische. Vanessa Laszlo ist Diplom-Psychologin und arbeitet als Executive und Leadership Sparrings-Partnerin mit Unternehmerinnen und Top-Führungskräften Mit Fokus auf, aufgepasst, High-Impact-Kommunikation, Performance und die dynamischen Hinterentscheidungen. Und genau deshalb ist ihre Prediction für 2026 so spannend. Sie schaut nicht nur auf Märkte und Trends, sondern darauf, wie Menschen in Machtpositionen tatsächlich handeln, unter Druck, in Konflikten, in Transformation. Hier ist also Vanessas Business Prediction für 2026.

Vanessa Laszlo: Echt sein. Ich glaube, echt sein wird irgendwann zu einer harten ökonomischen Kennzahl. Und zwar nicht aus moralischen, sondern aus neurobiologischen, systemischen und strategischen Gründen. Ich meine, wir leben in einer Hardcore spannenden Zeit. Auf der einen Seite haben wir... KI-generierte Texte, Bilder, Stimmen, Wir haben mehr Glätte, mehr Perfektion, mehr Output als je zuvor. Und gleichzeitig wird damit genau dieser Output auch total entwertet, weil er austauschbar ist. Texte, Bilder, Stimmen und die damit einhergehende Expertise maximal mittlerer Tiefe. Weil, was psychologisch damit passiert, ist, Es erzeugt, einen massiven Shift in der Aufmerksamkeitsökonomie hin zu Signalen, die Maschinen eben nicht plausibel imitieren können. Weil unser gutes, altes Säugetiergehirn darauf optimiert, ist, Relevanz über Lebendigkeit zu erkennen und nicht über Perfektion. Das heißt, wir reagieren am stärksten auf echte Menschen, auf echte Begegnungen, auf echte Regulation, auf Micro-Expressions, Auf die Stimmmodulation, die eben nur durch minimale Stimmungsschwankungen zustande kommt, auf spontane Regulierung, auf unperfekte Dynamiken. Und das sind Signale, die... Maschinen noch nicht überzeugend produzieren, Aber die sind entscheidend für Vertrauen, für unsere Risikoabschätzung, für Führungswirkung. Und von daher, ja, 2026 wird das Jahr, in dem Organisationen begreifen müssen, hey, wir können Technologie skalieren, aber keine Verbundenheit. Wir können Prozesse automatisieren, aber keine Resonanz. Und während KI skaliert, wird echtsein knapp und alles, was knapp ist, wird ökonomisch wertvoll. Und damit einhergehen. Tritt meines Erachtens noch was anderes zutage. Organisationen globalisieren, beschleunigen, Technisieren müssen Sie auch, Aber ihre psychologische Infrastruktur ist schon längst stehen geblieben. Es fehlt schlichtweg, die Fähigkeit, kollektive innere Komplexität so schnell zu führen, wie die äußere Komplexität wächst. Und damit meine zweite Prediction, Unternehmen müssen 2026 in was investieren, das Sie jahrzehntelang total ignoriert haben, nämlich psychologische Infrastruktur. Also Führungskräfte, die Ihre innere Architektur, also Ihre Stressachsen, Ihre Trigger, Ihre Ambivalenzen, Ihr Energielevel, You Name it, Souverän steuern können, die erzeugen Signale, die KI nicht simulieren kann, Nämlich regulierte, präsente Echtheit, die Fähigkeit, innerlich sauber ausgerichtet zu sein. Und wer in sich klar ist, führt andere klarer. Und wer das nicht ist, kompensiert. Und das spürt inzwischen jede Organisation. Weil wenn du nicht mehr mit Kompensation beschäftigt, bist, dann hast du einen echten Impact, Dann kannst du die Dinge verändern, die... Veränderungswürdig sind, Dann kannst du für schnellere Entscheidungen sorgen, für eine höhere Kooperationsfähigkeit, für weniger politische Reibungsverluste, für Resilientere Systeme. Und am Ende vom Tag wird damit auch PEAK Performance endlich neu definiert, nämlich nicht mehr über diese Klassiker Stundenkloppen sich anpassen und Fassade, sondern über reflektiertes Bewusstsein, das im Echtsein mündet. Also Führungskräfte, die... Tiefe vor Tempo setzen, Die erzeugen letztendlich eine magnetische Wirkung. Deep Work schlägt Hard Work auch hier wieder. Also in dem Sinne, Ihr Lieben, Stay soft.

Joel Kaczmarek: Also, ich finde, da passen Vanessa und Sandra mit ihren Prognosen auch echt gut zusammen. Und jetzt gehen wir mal in eine etwas anders gelagerte Welt, Denn jetzt folgt eine Perspektive aus der Marketingforschung. Carolin Durst ist Marketingprofessorin an der Hochschule Ansbach mit Schwerpunkt auf digitalem Marketing, Konsumentenverhalten und Datengetriebenen Strategien. Sie verbindet also wissenschaftliche Analyse mit einem sehr praxisnahen Blick darauf, Wie sich Märkte, Marken und Kaufentscheidungen tatsächlich verändern. Und genau deshalb ist dieser Prediction besonders wertvoll, weil sie Hypes von belastbaren Entwicklungen trennt. Hier ist Caros Business Prediction für 2026.

Carolin Durst: Wir stehen an einem Wendepunkt. Seit generative KI unseren Alltag erreicht hat, verschiebt sich die Informationssuche radikal. Und mit dem Aufkommen von KI-Agenten, also Systemen, die autonom recherchieren, vergleichen und Entscheidungen vorbereiten, wandert ein großer Teil der Customer Journey in einen Bereich, den wir nicht mehr sehen können. Einen sogenannten Dark Funnel. Früher begann jede Recherche bei Google oder auf einer Webseite. Heute beginnt sie im Inneren eines Agentensystems. ChatGPT, Gemini oder Claude erstellen Shortlists, bevor wir Menschen überhaupt aktiv werden. Und wenn ein Unternehmen in dieser maschinellen Vorauswahl nicht auftaucht, wird es später auch keine Rolle spielen. Im Entscheidungsprozess. Aber, und das finde ich entscheidend, Die Finale Entscheidung, gerade im B2B, Die wird weiterhin menschlich bleiben. Sie wird von Vertrauen, Wiedererkennung und persönlichen Erfahrungen bestimmt. Und genau deshalb gewinnt die menschliche Interaktion wieder an Stärke. Also Offline und hybride Touchpoints werden zur neuen Vertrauensarchitektur. Dort entsteht einfach das, was keine KI simulieren kann. Echte Beziehungen, Sozialevidenzen, emotionale Bindungen. Das heißt... KI-Agenten können sortieren, filtern und priorisieren, Doch sie können nicht entscheiden, wem wir glauben. Sie können keine Begegnung ersetzen, Keine Reputation fühlen und keine Verlässlichkeit spüren. Daher mein Fazit. Erfolgreiches Marketing 2026 verbindet Zwei Welten. Wir müssen sichtbar sein, Wenn Maschinen filtern und relevant, wenn Menschen entscheiden. Marken, die diese Brücke schlagen, werden im B2B die Gewinner der KI-Ära sein.

Joel Kaczmarek: Also, ich habe allein schon mit dem Wort Dark Funnel, was Neues gelernt. Und es ist ja wirklich spannend, was sich im Marketing so auftut, wo wir gleich zu einer weiteren Frau kommen, die sich da super anschließt. Denn jetzt folgt eine Perspektive aus einem der zentralsten Marktplätze des digitalen Handels. Saskia Meier-Andrae ist die Deutschlandchefin von eBay und verantwortet damit, eine Plattform, auf der Hunderttausende Händlerinnen und Millionen Kundinnen zusammenkommen. Sie hat also einen sehr breiten Blick auf den deutschen Handel, vom Mittelstand über Recommerce bis hin zu Plattformökonomie und neuen Wachstumsmodellen. Und genau diese Übersicht macht ihre Prediction besonders spannend. Sie sieht früh, wie sich Angebot, Nachfrage und Händlerstrategien tatsächlich verändern. Hier ist Saskias Prediction für 2026.

Saskia Meier-Andrae: Ich habe drei Predictions für 2026, die meines Erachtens nach den Handel in Europa prägen werden. Erstens, Agentic Shopping wächst. Ich glaube, Anwendungen wie ChatGPT werden zu echten Einkaufsorten werden, vor allem für standardisierte Produkte. Das heißt für Unternehmen, Sie müssen einerseits an diesen AI-Empfehlungen sichtbar sein, sich andererseits aber auch überlegen, wie sie in Zukunft den direkten Kundenkontakt behalten und nicht nur zum anonymen Zulieferer der AI werden. Ich denke, Defense-Strategien Dagegen sind einzigartige Ware, statt Austauschbarkeit tiefer in die Wertschöpfungskette gehen und beim Shoppen für Entertainment und Erlebnisse zu sorgen.

Was mich zum zweiten Punkt bringt, nämlich Live-Shopping als Entertainment-Antwort. Ich denke, Live-Shopping in Deutschland wird massiv wachsen. Der Markt ist noch jung, aber wir, zum Beispiel bei eBay, investieren da massiv rein. Live-Shopping ist halt Die Entertainment-Schicht über dem reinen Klick-Kauf. Du hast Host, du hast Storytelling, du hast Interaktion, Community. Und ich glaube, Live-Shopping wird 2026 eines der spannendsten Wachstumsfelder im deutschen E-Commerce. Und ein wichtiger Baustein. Um Kunden und Kundinnen emotional an Plattformen und Händler zu binden.

Und dann zuletzt glaube ich, dass es mehr intraeuropäischen Handel geben wird. Wir haben einen Wegfall von De-Minimis-Grenzen in 2026 und auch neuen Gebühren auf Kleinsendungen von außerhalb der EU, die kommen werden und dadurch werden Direktimporte aus Asien einfach weniger attraktiv. Das heißt, ich glaube, Die Warenströme werden sich verlagern, Mehr Händler, Lager und Fulfillment. Innerhalb der EU, Mehr nationaler und europäischer Handel und weniger extrem günstige Direktbestellungen von weit weg. Deshalb unterm Strich 2026 wird meines Erachtens nach geprägt von AI-Agents, Von Entertainment-Formaten wie Live-Shopping und von einer deutlichen Stärkung des Europäischen Handels.

Joel Kaczmarek: Ach, ich finde das immer wieder spannend, was für Einsicht man aus einer solch globalen Position heraus gewinnen kann. Und wo wir schon im Handel sind, bleiben wir doch gleich dabei. Denn jetzt kommt eine Stimme wirklich aus dem Zentrum der Deutschen Handels- und E-Commerce-Community: Verena Schlüpmann ist Geschäftsführerin der K5 Future Retail Conference, einem der wichtigsten Treffpunkte für Retail, Brands, Tech und Marktplätze im DACH-Raum. Sie sieht das ganze Jahr über, also, Welche Themen in der Branche wirklich Priorität bekommen und welche Hypes wieder verschwinden. Und genau deshalb sind wir jetzt neugierig auf ihre Prediction.

Sie speist sich nämlich aus unzähligen Gesprächen mit EntscheiderInnen, Gründerinnen und HandelsmacherInnen. Hier ist Verenas Business Prediction für 2026.

Verena Schlüpmann: Ich würde meine Business Prediction für 2026 in zwei Teile splitten. An erster Stelle steht für mich natürlich ganz klar. Die menschliche Komponente. Schon in 2025 haben wir gesehen, dass das Zwischenmenschliche, die Begegnungen immer wertvoller und wichtiger geworden sind, Vor allem vor dem Hintergrund von mehr Digitalisierung, mehr KI, Automatisierung und überhaupt mehr technologischen Fortschritt. Für mich wird 2026 das Thema Begegnungen und echte Nähe nochmal deutlich relevanter. Denn ich glaube, dass Menschen in diesen unsicheren Zeiten, in denen wir auch in den letzten Jahren schon waren, Sehr viel psychologische Sicherheit suchen. Menschen brauchen Orientierung, sie brauchen Vertrauen und das Gefühl, gesehen zu werden. Und deswegen glaube ich, dass 2026 die Unternehmen erfolgreich sein werden, die zum einen nah an ihren Kundinnen dran sind. Und gleichzeitig aber auch ein hohes Vertrauensverhältnis innerhalb des Unternehmens haben. Das heißt für mich eben, Echte Beziehungen aufbauen, Communities schaffen. Und das eben aber nicht nur als Marketing-Blabla zu verstehen, sondern als wirklich echte Mission mit Nähe zum Team und zum Kunden. Und der zweite Teil meiner Prediction ist, dass ich sage, jetzt ist die Zeit, um wirklich ins Handeln zu kommen. Gerade im Handeln. Wir haben in den letzten Jahren viel an Unsicherheit, an Krisen, an Zurückhaltung. Und wir haben aufgeräumt, wir haben analysiert. Aber 2026 ist jetzt für mich der Moment, wo man einfach wieder echt ins Machen kommen muss. Und ich bin ein großer Freund des Einfach-Machens, auch mal im MVP-Modus zu sein. Das heißt also nicht immer alles perfekt zu planen, sondern auszuprobieren und einfach entscheiden und loszugehen. Und das spricht ganz tief aus meiner Seele, eben auch mal auf den Bauchhörnern. Und gegebenenfalls muss man halt den Kurs dann mal anpassen. Auf dem Weg. Daher gilt für mich ganz klar, 2,26, Now is The time. Also Ich glaube, man muss Nähe zum Menschen mit Mut zum Handeln verbinden. Und dann kann man 2,26 wirklich großartiges bewegen.

Joël Kaczmarek: Ja, das klingt doch echt erstrebenswert, wieder ein bisschen mehr menschlichen Kontakt in die Welt reinzubringen, oder? Und Apropos Umgang miteinander und miteinander verkehren, Meine nächste Gästin verbindet Wirtschaft mit Haltung. Irène Kilubi ist Diversity-Expertin, Beraterin und Unternehmerin. Und arbeitet mit Unternehmen daran, Vielfalt zu diskutieren und vor allem auch strategisch wirksam zu verankern. Und gerade, weil sie sehr genau weiß, wo Organisationen heute noch blinde Flecken haben, ist ihr Blick auf die Business-Zukunft besonders relevant. Das ist Irènes Business Prediction für 2026.

Irène Kilubi: Wenn ich auf Business 2026 schaue, sehe ich drei sehr konkrete Verschiebungen. Erstens, Vertrauen wird zur harten wirtschaftlichen Entscheidungsgrundlage. ESG, CSRD, der AI Act. All das führt dazu, dass Unternehmen sich nicht mehr nur gut darstellen können. 2026 zählt, ob Governance, Wirkung und Verantwortung nachvollziehbar abgesichert sind. Wer keine belastbaren Standards und Referenzsysteme hat, wird es schwer haben. Bei Investoren, Partnern und Talenten.

Zweitens, Standards werden wichtiger als Visionen. Visionen gibt es genug, Was fehlt, ist Orientierung. 2026 gewinnen nicht die Unternehmen, die am lautesten Zukunft versprechen, sondern die, Die Maßstäbe setzen, an denen sich andere orientieren können. Vergleichbarkeit schlägt Vision, Referenz schlägt narrativ.

Und drittens, Führung verschiebt sich von Sichtbarkeit zu Verantwortung. Öffentlichkeit wird kritischer, Fehler werden teurer, Entscheidungen müssen erklärbar sein. 2026 reicht Präsenz nicht mehr aus. Führung bedeutet dann, Verantwortung zu tragen, und Entscheidungen nachvollziehbar zu machen. Kurz gesagt, 2026 wird Business leiser, aber strukturierter, verbindlicher und wirksamer.

Joel Kaczmarek: Oh, das ist ein gutes Stichwort, Denn wenn es darum geht, strukturierter zu werden, Dann kann die nächste Dame, die uns ihre Prediction für 2026 mit auf den Weg gibt, garantiert helfen. Und zwar ist das Judith Andresen. Und damit hören wir eine Perspektive aus der Organisations- und Arbeitswelt. Denn Judith ist Agile-Coachin und begleitet Unternehmen dabei, Zusammenarbeit, Führung und Entscheidungsprozesse neu zu gestalten. Sie arbeitet sehr nah an Teams und Führungskräften. Und sieht, wo Agile Prinzipien wirklich helfen und wo sie an ihre Grenzen stoßen. Und genau dieser Praxisblick macht ihre Prediction besonders spannend. Hier ist also Judiths Business Prediction für 2026.

Judith Andresen: Das Agile Manifest fordert dazu auf, konkrete Veränderungen im Moment Willkommen zu heißen. Genau darin liegt aus meiner Sicht die eigentliche Herausforderung für Organisationen in 2026. Was ich erwarte, ist weniger ein neuer Trend als eine Zuspitzung bestehender Spannungsfelder in Organisationen. Neben dem radikalen Wandel von Geschäftsmodellen wird es entscheidend sein, Arbeit und Zusammenarbeiten in Zeiten von AI neu zu denken. Und vor allem... Wirklich neu zu machen. Wer macht hier eigentlich was, Mit welchem Zweck? Und lässt sich das nicht direkt erklären? Und geht das nicht wirklich digital? Dabei geht es nicht nur um Generative AI, sondern um Systeme, Die Entscheidung, Vorbereitung, Prozesse, Steuern und Verantwortung neu verteilen. Organisationen werden dabei sehr deutlich spüren, Ob Führung im Alltag wirklich stattfindet, also Ob Zielräume geklärt, Entscheidungen getroffen und Verantwortung übernommen wird. Oder ob sich die Organisation hinter Modellen, Tools und selbst Organisationsrhetorik verstecken. Gleichzeitig wird Lernen zur Überlebensfrage. Teams und Organisationen, die keine echten Lernräume haben, um neue Formen der Zusammenarbeit, Auch mit AI auszuprobieren, zu reflektieren und in das Tun zu bringen, werden langsam konfliktreich und erschöpft werden, unabhängig davon, Wie effizient Sie auf dem Papier sind. 2026 entscheidet aus meiner Sicht nicht die nächste Methode oder Technologie, sondern die Fähigkeit von Organisationen, Verantwortung zu übernehmen, Arbeit neu zu organisieren und Konflikte konstruktiv zu bearbeiten. Denn nur so wird der radikale Umbau von Geschäftsmodellen überhaupt möglich sein. Für Organisationen, die Lernen nicht ermöglichen, wird es 2026 wirklich ungemütlich. Und ich drücke die Daumen, dass es vielen gelingt, sich neu zu erfinden.

Joel Kaczmarek: Ja, sich selbst neu zu erfinden, das klingt doch gut. Passt auch super zu unserem Thema hier bei digital kompakt, nämlich Wachstum. Und damit dir das gut gelingt, Sowohl Wachstum als auch sich neu zu erfinden, Habe ich jetzt noch eine letzte Dame für dich parat. Meine nächste Gesprächspartnerin gehört nämlich zu den prägendsten Unternehmerinnen der Deutschen Fintech-Szene. Miriam Wohlfarth ist Gründerin von Ratepay und Banxware und beschäftigt sich seit Jahren mit der Frage, wie Finanzsysteme, Plattformen und Mittelstand neu zusammenspielen können. Sie hat mehrere Innovationszyklen beobachtet und selbst gestaltet. Und und genau das macht ihre Einschätzung für 2026 besonders relevant. Hier ist also unsere letzte Prediction von der Lieben Miriam.

Miriam Wohlfarth: Also, wenn ich auf 2026 schaue, dann ist da schon der Eindruck, Dass die großen Themen, Das ist nicht der glänzende Hype. Es ist eher so, dass es stärker in den Mittelpunkt rückt, Welche realen und welche messbaren Auswirkungen KI tatsächlich haben kann. Also nicht dieses noch eine neue KI. Jetzt, denke ich, Beginnt eine neue Phase, in der auch Investoren, Auch Unternehmen und auch ganze Märkte, Die möchten einfach Ergebnisse. KI muss sich jetzt im Alltag beweisen, in Prozessen, in Produkten, in Abläufen, die bislang eben selbstverständlich analog waren. Oder viel manuell. Und deshalb müssen sie jetzt einfach auch da wirklich verbessern. Entscheidend ist nicht mehr, ob man KI einsetzt, sondern welchen nachweisbaren Mehrwert sie schafft. Weiterhin geht es im Technologiebereich vor allem um Infrastruktur und große Substanz.

Also, Dinge zu bauen, die verlässlich funktionieren und langfristig Wirkung haben. Was bleibt, was auch langfristig funktioniert, Was trägt wirklich Systeme, Infrastrukturen, Was löst wirklich Probleme? Und ich glaube auch, es geht über mehr Kapital. In Technologien, die Tief in die Industrieprozesse und in die Realwirtschaft eingreifen. Also gerade im Energiebereich, Medizintechnik, Produktion, Raumfahrt und natürlich Investoren schauen genauer hin, Wer kann skalieren, Wer verdient Geld. Also, es geht auch vielmehr darum, Profitabilität zu zeigen. Es geht nicht mehr um Top-Level-Growth So wie früher. Was auch noch zu sehen, ist, dass eben Berlin als Start-Up-Hauptstadt nicht mehr so. Dieses Zentrum ist, SONDERN es... Es gibt halt, so im Land mehrere Zentren, zum Beispiel Heilbronn, Dort entsteht ein Riesen-Ökosystem für KI und angewandte Forschung. München wird zunehmend zum Zentrum für Deep Tech, Raumfahrt, Verteidigung. Aachen hat eine Dynamik im Bereich Robotik und Health Tech. Und auch in Dresden ist halt viel mit dem Thema. Halbleiter in Europa. Also deshalb verteilt sich das ein bisschen. Und im Fintech in meiner Welt, da ist es eben auch so. Dass weniger junges Wildes entsteht. Es geht also eher darum, Finanztechnologien in andere Produkte einzubetten. Also Embedded Finance, Das sehe ich ganz stark, weil es halt einfach zum geänderten Kundenverhalten passt. Dass der Kunde ein Produkt am richtigen Ort zur richtigen Zeit haben will, was zu ihm passt. Das passiert für Zahlungen, Konten, Kredite, Investments. Das ganze Banking verlagert sich immer mehr auch in Plattformen und Geschäftsmodelle. Außerhalb der klassischen Bank. Und die Bank ist quasi im Hintergrund und supported. Also mein Gefühl, Wir treten jetzt in eine Phase, In der Technologie wird. Ernst wird, mehr Fundament, und daraus wird dann auch eine langfristige Veränderung entstehen.

Joel Kaczmarek: Hervorragend, Das waren Sie also, Unsere Business Predictions 2026 von zehn tollen Frauen. Und vielleicht ist es dir auch so gegangen, dass du in den unterschiedlichen Predictions durchaus Schnittmengen gehört, hast. Punkte, die mehrere gesagt haben, wo man sich einig war oder die aufeinander aufbauten. Also ich glaube, wir sind da an was gutem dran. Das neue Jahr macht uns Hoffnung. Und ich hoffe, du nimmst ganz viel für dich mit. Und wenn du magst, Diskutier, doch auch mit uns. uns. Du könntest zum Beispiel bei Spotify fleißig kommentieren unter dieser Folge oder auch auf LinkedIn. Uns schreiben. Freuen wir uns immer drüber. Ach, so, Und falls du natürlich auch noch die männliche Perspektive hören möchtest, Dann hör unbedingt auch in unsere Business Predictions von den Männern rein.

Und ansonsten wünsche ich dir jetzt erstmal ein gutes, neues Jahr, einen tollen Start und Mach 2026 zu deinem Jahr.

Vielleicht gibt es ein Gedanken aus dieser Folge, den du mit in deinen Alltag nehmen möchtest. Etwas, das Dich auf deiner eigenen Reise begleiten kann. Weil diese Next Level Journey ist genau dafür da, dir beim Wachsen zu helfen. Und dabei Menschen und Perspektiven an die Seite zu stellen. Und wenn du dabei bleiben, willst, Abonnier den Podcast. Wenn Du magst, hilf uns mit einer 5-Sterne-Bewertung, diese Gespräche noch sichtbarer zu machen. Danke fürs Dabeisein. Bis zur nächsten Etappe.