🧠 Joëls Learnings
Ich war verblüfft, wie anders Christoph Werners Weg in die Führung erfolgte: es waren seine frühe Vaterschaft sowie Schicksalsschläge, die ihm zu Resilienz und der Einsicht verhalfen, dass es Zuversicht benötigt, um Dinge zu bewirken.
Christoph erzählte mir extrem offen, wie die Bipolare Störung seiner Mutter und ihr späterer Freitod sein Leben prägten – sogar aber auch im Guten, etwa durch die daraus entstandene enge Beziehung zu seinem Vater.
Mit dem Goethe-Zitat „Was du ererbt von deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen“ betonte Christoph, dass ihn Verwandtschaft nicht automatisch zu einem guten Firmenlenker mache und Wissen etwas anderes als Einsicht sei – ersteres kann man weitergeben, zweiteres muss man erlangen.
Seines Vaters Konzept vom „lernenden Unternehmen“ war stark zu spüren, etwa wenn er erzählt, wie wichtig es ist, dass Führungskräfte sich Zeit für die Fragen ihrer Mitarbeitenden nehmen und um Empathie und Lernbereitschaft bemühen.
Christoph erklärte mir das Persönlichkeitsmodell der Temperamentenlehre, welche den Menschen nach ihrer Grundwesensart in eines von vier Temperamenten (Choleriker, Phlegmatiker, Melancholiker und Sanguiniker) kategorisiert und wie dabei jeweils Licht- und Schattenseiten zusammenkommen.
Christophs Vater riet ihm "Ruf doch nicht immer gleich an, schreib doch mal 'nen Brief" und so gewöhnte Christoph sich an, Briefe an sich selbst oder Tagebuch zu schreiben, um die Dinge für sich selbst zu sortieren.