Drehbuch für einen Börsengang – Teil 3: Der Abschluss

7. Dezember 2018, mit Joel Kaczmarek

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Joel Kaczmarek: Hallo und herzlich willkommen zu einem neuen Road-to-IPO-Podcast von Digital Kompakt. Mein Name ist Joel Kaczmarek und es geht in den dritten und letzten Teil unseres Drehbuchs für den Gang an die Börse. Alle meine lieben Gesprächspartner kennen das jetzt schon, weil wir zeichnen hier alles hintereinander auf. Muss man sich dreimal im Abstand von einer Stunde irgendwie vorstellen. Aber nevertheless, spannendes Thema und ich glaube auch spannende Gesprächspartner. Und wer von euch noch nicht in die ersten Teile reingehört, sollte das mal nachholen. Erster Teil drehte sich sehr viel um Regulatorik, was man alles rechtlich quasi für Grundlagen legen muss. Zweites war so das Banken-Business. Wie bringt sich eine Bank ins Spiel? Was tut sie dann? Wie entwickelt sie eine Equity-Story? Und wie entsteht eigentlich der Wertpapier-Prospekt? Und heute, in unserem dritten Teil, soll es darum gehen, wie vermarkte ich dann eigentlich einen Börsengang? Wie entscheide ich mich, welchen Börsenplatz ich nutze? Und wie fühlt sich das dann eigentlich an, wenn die Glocke klingelt? So, Glocke klingeln ist natürlich hier unsere Expertin wieder aus dem schönen Frankfurt dabei, die liebe Renata Bandov. Grüß dich.

Renata Bandov: Hallo Joel, ich freue mich natürlich auch im dritten Teil dabei zu sein. Danke für die Einladung. Mein Thema Glocke läuten, Unternehmen beraten, betreuen, wenn sie sich tatsächlich für die Börse entscheiden. Das mache ich mit meinem Team.

Joel Kaczmarek: Hervorragend. Und wir haben natürlich auch wieder unseren geliebten Anwalt und unseren geliebten Banker dabei, den Andreas und den Stefan. Fangen wir wieder mit Andreas an. Sag doch noch einen kurzen Satz zu dir. Und zu CMS.

Andreas Zanner: Grüß dich Joel. Vielen Dank. Andreas Zanner mein Name. Rechtsanwalt und Partner bei CMS und dort für Kapitalmarktrecht zuständig. Und ich beschäftige mich eben insbesondere mit IPO, Secondary Placements an der Börse.

Joel Kaczmarek: Und lieber Stefan, was treibt Berenberg und was tust du dort?

Stefan Ries: Ja, hallo Joel. Ich bin tatsächlich immer noch bei Berenberg und da auch zuständig für alles, was mit Aktienplatzierung zu tun hat. Also Börsengänge, Kapitalerhöhungen, Aktienumplatzierung und solche Themen. Und ja, mache das dort schon seit acht Jahren. Insgesamt schon seit über 20 Jahren.

Joel Kaczmarek: Ich darf ja wirklich mal an dieser Stelle auch euch ganz herzlichen Dank aussprechen. Es ist ja nicht selbstverständlich, dass man mehrere Stunden seiner Zeit, und gerade Anwälte, da ist ja Zeit wirklich Geld, im wahrsten Sinne des Wortes, bei Bankern nicht weniger. Ganz herzlich danken, dass ihr euch so viel Zeit nehmt und unseren Zuhörern hier helft und auch mir, dieses Thema in der Tiefe zu verstehen. So, und jetzt haben wir ja schon gesagt, jetzt sollte man das Eingemachte gehen, eigentlich in die Vermarktung. Das heißt, wir haben jetzt schon die rechtlichen Grundlagen geklärt, wir haben eine Bank irgendwie ausgewählt für unseren Börsengang und haben uns Gedanken gemacht, wie so eine Equity-Story aussieht, wie man die niederschreibt in einem Wertpapierprospekt. Und, lieber Stefan, Vielleicht fangen wir jetzt mal an, den ersten Schritt mal zu sagen, was für Investorentypen es eigentlich gibt, die man dann anspricht mit seiner Equity-Story.

Stefan Ries: Genau, also grundsätzlich, und das muss man ja auch schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt den Kunden zeigen, nämlich auch schon in der Pitch-Situation, über die wir schon gesprochen haben, wo vermarkte ich denn die Aktie? Und da gibt es grundsätzlich die Kategorie institutionelle Investoren einerseits und private Investoren andererseits. Und die privaten kann man noch einteilen in Retail, also Kleinanleger und dann vermögende Privatkunden oder Family Offices. Ich würde jetzt mal Retail so ein Stück weit außen vor lassen, weil das bei Börsengang keine so große Rolle mehr spielt, eher untergeordnet. Für uns speziell als Berenberg sicherlich eine Stärke, dass wir eben auch die vermögenden Privatkunden ansprechen, die wir im Haus haben und die Family Office, die eben auch über entsprechend hohe Liquidität und Vermögen verfügen und dort eben mit großen Tickets sozusagen, großen Orders auch aktiv werden können.

Joel Kaczmarek: Was ist groß?

Stefan Ries: Ja, groß ist durchaus, dass die eine Million, zwei Millionen, Family Office kann auch fünf, zehn, 15 Millionen machen, je nachdem, wie viel Vermögen die verwalten. Also durchaus groß wie ein institutioneller, also eine DWS, Union, Fidelity oder so. Und das sind eben die anderen, die institutionellen. Und da gibt es die Unterteilung grundsätzlich zwischen den Long Onlys, wie wir die nennen, und den Hedge Funds. Und die Long Onlys, wie der Name schon sagt, sind eher so die, sagen wir mal, Investoren, die, ja auch langfristig orientiert sind, die ein Unternehmen über einen längeren Zeitraum begleiten wollen. Und die Hedge-Funds, denen so ein bisschen anhaftet, dass sie eben eher so die Quick-Money-Typen sind. Aber das ist gar nicht so durchgängig, sondern da gibt es auch sehr unterschiedliche Investorentypen. Auch Hedge-Fonds gibt es teilweise, die mit langfristig orientierten Modellen arbeiten. Und selbst wenn sie kurzfristig orientiert sind, die braucht man, weil wenn man am Ende nach dem IPO Liquidität in der Aktie will, dann braucht man ja auch Leute, die bereit sind, Aktien zu verkaufen. Wenn man die nur zu denen tut, die sie halten, dann würde da relativ wenig passieren. Deswegen muss das eine gute Mischung sein.

Joel Kaczmarek: Muss man aber als Unternehmer vor Hedgefonds Angst haben, weil die kommen ja sonst immer so aufs Radar in Richtung Short gehen. Also irgendwie Leerverkäufer machen eher auf fallende Kurse setzen, ganz, ganz oft. Ist das eine berechtigte Sorge?

Stefan Ries: Das gibt es, aber eben nicht durchweg. Man muss die Richtigen ansprechen. Also ich will jetzt hier keinen Namen nennen, aber diese Investoren, die sowas schwerpunktmäßig machen, die kann man ja ausklammern. Das ist ja bekannt, wenn die auftauchen und da Druck ausüben und so. Die muss man ja nicht ansprechen, sondern man muss eben zu denen gehen, die durchaus ein gutes Geschäftsmodell haben, die auch eher langfristig orientiert sind oder die in der Tat eben auch Liquiditätsbereitsteller sind sozusagen. Und das ist sowieso sehr wichtig bei diesem Thema. Man muss die Leute einfach gut kennen. Man muss wissen, in welche Sektoren investieren die, in welche Größenordnung, wie vertrauenswürdig, also wie lange halten die, welche Größenordnung brauchen die. Also sehr viel Intelligence zum Investor, die man kennen muss.

Joel Kaczmarek: Jetzt hattest du ja in unserem letzten Podcast bereits zwei relativ lustige Namen gesagt. Also einmal den Early Look und das Pilot Fishing. Ich mag manchmal diese englischen Begriffe da drin. Man hat sicherlich auch noch die Analystenpräsentation, die wir mal aufgreifen sollten an dieser Stelle. Sag doch nochmal, was das genau ist und so die Zeitrahmen, wie dann eigentlich der ganze Ablauf ist der Vermarktung.

Stefan Ries: Also das geht eben zurück auf diesen mehrstufigen Vermarktungsprozess, in den auch immer mehr Leute reinkommen von außen. Also diese Early Look, wie der Name schon sagt, sehr frühen Treffenmitglieder. mit Investoren, die schon viereinhalb Monate vor dem eigentlichen Börsengang stattfinden. Das sind in der Regel drei Tage. Da geht man nach London, Frankfurt und Zürich, um mal was zu sagen. Oder wenn man in den USA platziert, auch einen Tag nach New York. Und da trifft man pro Tag die sechs bis sieben wichtigsten Investoren für dieses Thema, das man da platzieren will. Warum so früh? Weil man eben zu einem frühen Zeitpunkt erste Reaktionen vom Investor haben will, auch so durchaus so ein bisschen testend. Wie findet er das Management? Wie findet er die Equity Story? Wo sieht er Schwachpunkte? Welche Vergleichsunternehmen würde der sehen? Gibt er schon vielleicht mal ein Gefühl potenziell, wie er an die Bewertung rangehen würde? damit man das alles schon nehmen kann, ob positiv oder negativ, um das in die nächsten vier Monate einfließen zu lassen. Denn man will die Fehler ja nicht am Ende machen, sondern möglichst am Anfang. Und dann irgendwann kommen die Pilot Fishings. Das ist, sagen wir mal, wieder die gleichen Orte, teilweise die gleichen Investoren. Warum? Weil man mit denen durchaus zwei, drei, vier Interaktionen haben will, bis es tatsächlich zu der Platzierung kommt, um so ein bisschen ein Vertrauensverhältnis auch aufzubauen und vielleicht ein paar Investoren zu finden, die in Lead gehen, die dann schon sagen, hier, wenn du kommst, ich bin mit zehn Millionen dabei oder so. Das ist ein ideales Ergebnis. Und auch wieder Rückmeldung bekommen, mehr über Financials reden, noch mehr über Bewertung reden, um vorbereitet zu sein für den Zeitpunkt, wenn man dann wirklich rausgeht. Und dann sieht man aber auch noch zusätzlich ein paar neue Investoren. Also erste Runde würde ich mal sagen 15 bis 20 Investoren, Early Look. Pilot Fishing vielleicht 20 bis 40 Investoren, je nachdem, wie man das steuern will. Und dann kommen die Analysten irgendwann an den Tisch, die Aktienanalysten, die dann an einem Tag alle von allen Banken auch zum Unternehmen kommen und dann einen ganzen Tag, acht Stunden lang berieselt werden mit Informationen zum Unternehmen, mit einer meist hundertseitigen Präsentation. Warum? Weil erstens, das sind ja die, die dann als Erste rausgehen und mit Investoren sprechen und wirklich im Detail über das Unternehmen sprechen und das vorstellen und auch die Bewertung erläutern. Und zum Zweiten, man muss denen viel Informationen geben, dass die wiederum alle ihre 40-, 60-, 70-, 80-seitigen Analyseberichte schreiben können. Da brauchen die ja Futter dafür. Deswegen werden die da einen Tag massiert mit Informationen. Und das ist ein ganz wichtiger Termin, weil wenn die da rausgehen und nicht überzeugt sind von der ganzen Geschichte, kann man einpacken. Weil das sind ja die Multiplikatoren in den Markt zu Investoren. Und wenn die dann, haben meistens so vier, fünf, sechs Wochen Zeit, um ihre Reports zu schreiben. Die werden dann veröffentlicht, vier Wochen vor dem eigentlichen Listing, vor dem Glocke läuten. Und zwei von diesen vier Wochen gehen die dann zu Investoren raus, treffen 100, 150 Investoren, vorbereitend darauf, dass dann in den letzten zwei Wochen das Unternehmen wiederum kommt und denen auch nochmal erklärt, was sie alles Tolles machen. Und dann wird der Kreis der Investoren eben und der Beteiligten am Markt auch immer größer. Und so hat man einen mehrstufigen Aufbau.

Joel Kaczmarek: Wann genau ist so ein Pilotfishing? Also zu welchem Zeitpunkt ungefähr?

Stefan Ries: Pilotfishing ist eher so zwei bis drei Monaten vor dem eigentlichen Börsengang.

Joel Kaczmarek: Und was für Fragen werden so bei diesen Early-Look-Meetings und den Pilotfishings üblicherweise gestellt? Gibt es da so Klassiker, was Investoren dann wissen wollen?

Stefan Ries: Ja, also es geht immer sehr stark in Wettbewerber. Also wir kennen den und den, der macht doch das Gleiche. Warum seid ihr da besser? Warum überlebt ihr? Und warum kommt nicht der Große und überrollt euch? Solche Dinge. Wachstum, wenn das Unternehmen sehr stark wächst, wie wollen die das sicherstellen, dass das Wachstum weiterkommt? Unternehmen, die noch nicht profitabel sind, die werden natürlich gegrillt darauf, dass sie dann in zwei Jahren hoffentlich mal profitabel sind. Wie wollen die das erreichen? Geht es über die Kosten? Geht es über das Wachstum und dass sie dann irgendwann nicht mehr so viel investieren müssen, um zu wachsen? Also wo kommt das her?

Joel Kaczmarek: Geht man unprofitabel an die Börse?

Stefan Ries: Kann man machen. Allerdings muss man einen klaren Weg aufzeigen, dass man profitabel wird. Und zwar nicht irgendwann, sondern möglichst in ein bis zwei Jahren. Länger wird es schwierig, Akzeptanz zu finden. Und diese Runde der Investoren da, wenn die Analystenreports draußen sind, die ist sehr wichtig, weil die natürlich auch Preispunkte sammeln. Also da geht es ja schon sehr konkret um Bewertung. Und zwei Wochen bevor dann wirklich das Management rausgeht, also zwei Wochen vor dem Börsengang, muss man ja diese Preisspanne festlegen, mit der dann die Aktien angeboten werden. Und diese Preisspanne muss man eben idealerweise nicht einfach so würfeln oder irgendwo hinlegen, sondern die muss man ableiten aus den Rückmeldungen, die man von Investoren bekommen hat in dieser zweiwöchigen Analysten-Roadshow.

Joel Kaczmarek: Wenn jetzt jemand sich mit diesem Begriff Analyst noch nicht so auskennt, also man würde ja als erstes denken, Analyst kennt man ja eher so aus dem Journalistischen, das ist jemand Neutrales, der was schreibt. Also das sind schon Rollen, die bei euch als Bank angestellt sind, die das quasi durchanalysieren, einen Report daraus schreiben und dann so ein bisschen Pre-Deal-Investor-Education machen, also die schon mal aufschlauen. Das heißt, das sind Rollen bei euch?

Stefan Ries: Richtig, das sind Rollen bei uns. Die haben eine sehr wichtige Funktion. Und das sind eben Leute, die in ihrem Sektor teilweise aus diesen Industrien kommen. Also, was weiß ich, Healthcare zum Beispiel. Da sind Ärzte, Biologen, die tatsächlich in der Industrie mal gearbeitet haben. Oder bei Capital Goods, die haben mal bei Maschinenbauern, Werkzeugmaschinenbauern gearbeitet. Das sind Techniker, Ingenieure, die eben wirklich diese Industrien auch verstehen und die ein tiefes Know-how haben bei der Begutachtung oder Betrachtung dieser Unternehmen, die es da zu verkaufen gibt. Okay.

Joel Kaczmarek: Gibt es da so Rockstars? Ist das sozusagen so ein kleiner Greif?

Stefan Ries: Ja, es gibt durchaus. Zum Beispiel wir haben einen meines Erachtens der bekanntesten, besten Immobilienanalysten, der wirklich alle Transaktionen mitgemacht hat, der im Markt gehört wird, dessen Meinung da zählt und den die Leute einfach sehen wollen, wenn man im Immobilienbereich was macht. Und so gibt es das für andere Sektoren auch.

Joel Kaczmarek: Ist das ein Faktor, nachdem man eine Bank sogar ausübt?

Stefan Ries: Das kann in der Tat eine Rolle spielen, dass man beim Pitch auch dann gerade das Thema spielt und den Analysten positioniert, damit man da auch wieder seine Chancen verbessert.

Joel Kaczmarek: Bringst du den teilweise sogar mit zum Beispiel?

Stefan Ries: Bringen wir auch teilweise mit. Das ist compliance-mäßig nicht so einfach, weil die ja nichts hören und erfahren dürfen über zum Beispiel Zukunftszahlen oder andere Themen. Aber wenn man die nur 10, 15 Minuten an den Tisch holt für ihren Teil, nämlich zu erklären, wie sie das Unternehmen positionieren und sehen und wie sie die Equity-Story sehen, dann ist das sehr hilfreich, weil diejenigen ja am Ende eine große Rolle haben, wenn es in diese PDI geht, in diese Investor Education.

Joel Kaczmarek: Und warum gibt es bei denen Compliance-Regeln? Also wenn das eigentlich so eine Art hochgebildeter Salesman von euch ist, so die Vorhut, die man schickt, wer erlegt mir das auf, Compliance-Regeln?

Stefan Ries: Er ist eben gerade nicht ein Salesman, er ist ein unabhängiger Analyst, der sich ein eigenes Bild machen soll von der Firma und dem Potenzial, das diese Firma hat. Und der eben nicht zum Beispiel den Businessplan, also die zahlenmäßige Planung des Unternehmens bekommen darf, weil er sich eben selbst unabhängig davon ein Bild machen soll, wie sich das entwickeln kann. Und der dann auch nur beim Investor ernst genommen wird. Also wenn ich da hingehen würde und dem Investor erklären würde, wie toll das Unternehmen ist, würden die alle sagen, ist ja klar, weil der Ries, der will ja den IPO machen. Natürlich findet er das toll. Der ist eben getrennt von diesem Corporate Finance Bereich, kriegt viele Informationen, die ich habe, nicht und muss das eben aus seiner Sicht unabhängig beurteilen und insbesondere bewerten. Und aus dieser Position und Unabhängigkeit heraus kriegt er auch seine Glaubwürdigkeit beim Investor.

Joel Kaczmarek: Also das ist jetzt mehr sozusagen gelebte Praxis, als dass jetzt was Juristisches dranhängt. Wie kann man da sicher gehen, dass das eigentlich jemand ist, der in eurem Haus mit angestellt ist und du trotzdem diese Chinese Walls hat? Also wer garantiert mir das?

Stefan Ries: Ich darf zum Beispiel mit dem während des IPO-Prozesses nicht kommunizieren. Also ganz einfach, der darf von mir keine E-Mails bekommen, den darf ich nicht anrufen. Das läuft alles über einen Filter, sozusagen eine Compliance-Abteilung, die dann steuert, wie die Informationen fließen in die eine oder andere Richtung.

Joel Kaczmarek: Also ihr sitzt dann sozusagen in unterschiedlichen Gebäuden?

Stefan Ries: Das sowieso. Nicht nur in unterschiedlichen Gebäuden, sondern unsere Analysten sitzen alle in London. Die sitzen auf einem isolierten Flur, alle im Großraumbüro und mit natürlich klaren Zugangsbegrenzungen. Also ich habe zum Beispiel mit meiner Karte keine Zugangsberechtigung in diesen Bereich. Ich darf da nicht rein.

Joel Kaczmarek: Okay, aber dann kann es ja theoretisch auch passieren, dass so ein Analyst Sachen anders sieht als du oder du sie vielleicht verkaufen würdest.

Stefan Ries: Richtig. Und deswegen ist es ja so wichtig, diese Analystenpräsentation, dieser Tag, wenn die Analysten da alle zusammenkommen und vom Unternehmen erklärt bekommen, was die Tolles machen. Diese Präsentation bereiten wir natürlich auch mit dem Unternehmen zusammen vor. Und die Aufgabe und das Ziel ist eben, dass man die an diesem Tag überzeugt davon, dass das eine tolle Geschichte ist.

Joel Kaczmarek: Gibt es da so Klassiker? Haben die so eine Art Checkliste, die sie durchgehen, wenn sie Unternehmen aus der Sicht ansehen?

Stefan Ries: Checkliste in dem Sinne, dass die natürlich auch verstehen wollen, warum dieses Unternehmen mit ihrem Produkt gegenüber dem Wettbewerb der Gewinner sein wird. Das ist es am Ende auf den Punkt gebracht. Warum schaffen die es zu wachsen und profitabel zu sein?

Joel Kaczmarek: Und die Reports, die die rausgeben, sind die hinterher öffentlich für jeden verfügbar? Kann man sich die kaufen? Gibt ihr die nur an Investoren raus? Wie läuft das?

Stefan Ries: Die sind nicht öffentlich verfügbar. Die werden bei uns an einen festgelegten Kreis der Investoren, die wir betreuen, verschickt oder elektronisch zur Verfügung gestellt, dass die auch nicht da rausgespeichert werden können und weiter benutzt werden können. Also das ist insofern auch ein reglementierter Prozess.

Joel Kaczmarek: Okay, wenn jetzt so ein Journalistenfuzzi wie ich herkommt und sagt, so ein Jahr nach so einem Börsengang fände ich das mal ganz interessant, da habe ich auch keine Chance, so ein Ding mehr anzugucken.

Stefan Ries: Doch, glaube schon, dass man da irgendwie drankommt wahrscheinlich. Ich weiß es nicht wie, aber ich würde es auch nicht ausschließen, dass man im Rahmen des Börsengangs da schon irgendwie drankommt. Das können wir nicht kontrollieren. Also am Ende stellen wir sicher, dass das nur an die Leute kommt, die Zugang dazu haben dürfen. Was danach damit passiert, ist außerhalb unseres Einflussbereiches.

Joel Kaczmarek: Gut, und dann muss es ja irgendwann den Zeitpunkt geben, wo man in Anführungsstrichen die Hosen runterlässt, wo man sagt, wir wollen irgendwie den Börsengang angehen, das und das sind unsere Überzeugungen. Wann ist das typischerweise und wie geht man da vor?

Stefan Ries: Genau, das ist in der Tat so. Bis vier Wochen vor dem Börsengang ist im Grunde genommen alles nur in der Privat- oder Teilöffentlichkeit, also sprich Early Look und Pilotfishing, wo halt schon ein eingegrenzter kleinerer Kreis dann mit einbezogen wird. Und öffentlich wird es mit der sogenannten ITF, Intention to Float, vier Wochen vor dem eigentlichen Börsengang. Listing, das ist der Zeitpunkt, wo eben die Research Reports verschickt werden und zu Investoren gehen und wo es auch in der Pressemeldung ein offizielles Announcement gibt des Unternehmens in allen Details. Wir wollen an die Börse gehen, so und so viel Geld aufnehmen. In dem und dem Zeitrahmen wird das passieren. Das Unternehmen wird ein Stück weit vorgestellt. Da ist halt noch nicht drin die Preisspanne und noch nicht die Bewertungsindikatoren und so weiter. Das kommt dann ja zwei Wochen später. Aber das ist dann quasi der Knopfdruck, wo man sagt, jetzt geht's los.

Joel Kaczmarek: Wie ist das, Andreas, hat man da rechtliche Themen? Also ich weiß, bei Fonds ist ja zum Beispiel so, wenn die raisen, dürfen die das teilweise öffentlich nicht ankündigen, weil das mit US versus Europa zu tun hat und irgendwelchen Gleichberechtigungsregeln, da kannst du richtig Stress kriegen. Hat man das bei Börsengängen auch oder ist das da nicht so?

Andreas Zanner: Ja, es ist in den sogenannten Publicity Guidelines ist die gesamte Kommunikation des IPOs geregelt. Die muss dann immer mit den Juristen abgestimmt werden und viele Themen sind dann eben entsprechend zu veröffentlichen. Man ist Abstellung des Zulassungsantrags bei der Börse, also auch wenn man noch nicht notiert ist. auch nicht die Glocke geläutet hat, im Übrigen auch ad hoc pflichtig. Also man muss Insiderinformationen dann eben auch veröffentlichen. Also das wissen manche nicht, dass man auch schon vor dem Listing der Kapitalmarktkommunikation, also dieser ad hoc Publizität der sogenannten, unterworfen ist. Also da stellen sich viele, für Juristen jetzt keine komplizierten Themen, aber man muss eben mit auf dem Verteiler sein, damit man sieht, was wird zu welchem Zeitpunkt auch mit welchem Inhalt und mit welchem Disclaimer veröffentlicht.

Joel Kaczmarek: Ich meine, der eine oder andere hat ja auch nochmal diesen Begriff der Quiet Period irgendwie gehört, dass man sogar zu gewissen Phasen irgendwie ruhig sein muss. Also nichts sagen sollte über das Unternehmen, dann gibt es auch keine Interviews etc. pp. Wann wäre die? Vielleicht sagen wir da mal einen Satz zu, so kurz exkurshaft, bevor wir wieder eintauchen.

Andreas Zanner: Ja gut, ich weiß nicht, ob der Begriff so technisch zu verstehen ist. Stefan, ich kenne es vor allem, ich habe jetzt gerade wieder eine Frage gehabt von börsennotierten Unternehmen, deren Vorstände sinnvollerweise in gewissen Perioden nicht mit Aktien handeln sollten. Also wenn nächste Woche der Quartalsbericht des Unternehmens X veröffentlicht wird, dann sollte der Finanzvorstand vielleicht ein paar Tage vorher Aktien verkaufen oder kaufen. Also das sind so diese Stillstands- oder Stillhalteperioden.

Joel Kaczmarek: Aber gibt es nicht auch richtig dezidiert Phasen, wo man auch öffentlich nichts sagt über sein Unternehmen? Also habe ich sogar gehabt, dass ich Leute dann interviewen wollte und die gesagt haben, tut uns leid, wir sind gerade in der Quiet Period, wir machen gerade keine Interview, gar nichts.

Andreas Zanner: Naja, eigentlich nur, wenn sie natürlich gewisse Phasen, wo man also Beispiel, bevor man eben diese ETF natürlich rausgegeben hat, wird der Vorstand im Zweifel auch nichts über seine konkreten Börsenpläne sagen. Dann sagt er vielleicht, man will ja teilweise dann schon Aufmerksamkeit für das Unternehmen erregen, Investor Relations Agentur, sofern man eine solche Beauftragte hat, möchte das ganz gerne, aber dann wird dann dem Vorstand gesagt, naja, sag jetzt aber nichts dazu. Über deine Börsenpläne. Du kannst ja das als Option, das sind ja diese berühmten Sätze, die wir in der Zeitung lesen. Börsengang ist eine Option, aber wir halten uns alle Finanzierungsalternativen offen. Dann sagt er halt nichts konkret. Und ab dem Moment ETF, Intention to Float, weniger rechtlichen Erwägungen folgen, sondern einfach um so ein bisschen den Spannungsbogen auch bis zum IPO aufrechtzuerhalten.

Renata Bandov: Wobei ich glaube, kommunikativ bis der Prospekt veröffentlicht ist, ist man natürlich auch zurückhaltend von der Kommunikation, weil man sich auch nicht in Widersprüche verstricken will. Also weil du hattest es ja auch schon in einer der Sitzungen gesagt und erwähnt, dass letztendlich alle Kommunikation gestreamlined werden muss mit dem Prospekt. Also am Ende des Tages dürfen keine unterschiedlichen Informationen im Umlauf sein und sollte alles letztendlich irgendwie auch mit dem Prospekt auch im Einklang stehen.

Joel Kaczmarek: Gut, gehen wir zurück in den Prozess. Also Intention to Float. Wie verändert sich dann dein Leben? Was passiert dann? Wie geht es weiter?

Stefan Ries: Vielleicht noch eine Bemerkung. Wenn man diese Intention to Float rausgibt und deswegen gibt es ja diesen mehrstufigen Aufbau der Vermarktung, sollte man sich schon relativ sicher sein, dass man das dann auch so hinkriegt. In der Bewertungsspanne und in dem dann verfügbaren Zeitraum. Es ist schon wichtig, weil sonst würde dieser ganze Aufbau vorne ja keinen Sinn machen. So nach dem Motto Trial and Error. Das soll es eben nicht sein, sondern da muss man sich schon sehr sicher sein. Und dann in der Tat, dann fängt die heiße Phase an, dann ist es öffentlich, dann sind die Analysten unterwegs und dann gibt es Tag für Tag, also die reisen dann durch Europa oder auch Amerika, treffen jeden Tag acht bis zehn Investoren und teilweise direkt nach ihren Meetings geben die erste Feedbacks. Was haben die für Fragen gestellt, wie gut oder schlecht fanden die es, wo sind Concerns, was sind gute Dinge und so weiter. Diese Feedbacks werden alle gesammelt, werden täglich abends dem Unternehmen und den Eigentümern zur Verfügung gestellt. Und in der Regel gibt es dann auch jeden zweiten Abend, in der zweiten Woche manchmal sogar jeden Abend dann Telefonate, wo sich wieder alle Berater einwählen und das Management und so. Und dann kriegen die natürlich völlig transparent auch offengelegt, wie das Feedback aussieht. Mit dem klaren Ziel, dann nach diesen zwei Wochen die Preisspanne festzulegen. Das ist wirklich ein ganz wichtiger Milestone im ganzen Prozess, weil da geht es ja dann wirklich um die Bewertung. Das sind dann am unteren und am oberen Punkt mal das Minimum und das Maximum der Bewertung, die man kriegen kann. Idealerweise natürlich wollen die eher am oberen Ende liegen als am unteren Ende oder mindestens in der Mitte. Und deswegen ist das eine ganz heiße, wichtige Phase, wo es auch rund um die Uhr viel Arbeit gibt.

Joel Kaczmarek: Also man testet in dieser PEIE schon relativ aktiv ab, was für eine Preisbereitschaft da ist.

Stefan Ries: Genau. Also der Analyst hat ja in seiner, ein Teil des Research Reports ist ja auch ein Bewertungsteil. Das heißt, da nennt er eben seine Vergleichsgruppe, macht seine DCF, macht diese ganzen Bewertungsverfahren und leitet daraus dann eine Bewertungsspanne ab. Und in dieser Spanne kriegt man dann eben auch hoffentlich in dieser Spanne Rückmeldung. Investoren, die sich eher darunter legen, das ist schon problematisch. Eben wie gesagt, aufgrund des Feedbacks sollte man dann innerhalb dieser Spanne die Preisspanne festlegen.

Joel Kaczmarek: Ich frage mich ehrlich gesagt immer, wenn du das die ganze Zeit machst, sieht einen die eigene Familie eigentlich mal? Also wenn du sagst, jeden Abend callst oder jeden zweiten, dann irgendwie zwei Wochen da ganz oft Leute treffen, das hört sich alles schon sehr, sehr zeitintensiv an.

Stefan Ries: Ja, das ist so. Das ist so. Man muss die Bereitschaft mitbringen, da phasenweise auch immer rund um die Uhr zu arbeiten und Familie kommt dann auch oft zu kurz, aber weil Weil das alles so spannend ist und immer wieder herausfordernd und jedes Projekt an sich in sich zwar ein Ablauf ist, aber trotzdem immer wieder neu, ja, ist das auch eben nie langweilig, sondern immer wieder spannend. Und deswegen macht man es auch gerne.

Joel Kaczmarek: Was würdest du denn sagen, also haben wir bisher schon die Bereiche gestriffen, sozusagen getroffen, wo dann so ein Börsengang auch mal scheitern kann, wo man den dann irgendwie abbläst? Also ist das so der Zeitpunkt nach diesen PDIIs, dass man sagt, oh, haben gemerkt, Preisspannen liegen mir voll daneben oder Bereitschaft ist total gering. Ist das so einer der Genickbrecher-Zeitpunkte?

Stefan Ries: Ehrlich gesagt, nach der ETF sollte das nicht passieren, weil dann hat das Unternehmen extrem Reputationsschaden und ist auch auf eine gewisse Zeit zunächst mal wahrscheinlich nicht mehr in der Lage, so einen Schritt nochmal zu versuchen. Und für die Bank ist es auch schlecht, es sieht einfach schlecht vorbereitet aus. Deswegen hatte ich das vorhin auch gesagt, wenn man diese ETF macht, dann sollte man relativ sicher sein, dass man das durchkriegt und schon mal gute Indikationen von ein paar großen Investoren haben. Wir finden es gut, wir sind dabei, dass man da ein gutes Gefühl hat. Trotzdem, also wenn das passieren sollte, dass man da schief liegt, dann gäbe es zumindest nochmal einen Punkt, das dann nochmal zu stoppen. Das wäre dann eben kurz bevor man die Preisspanne festlegt und dann rausgeht wirklich ins Angebot. Das wiederum sollte man wirklich nur machen, wenn man weiß, man kriegt das auch hin. Kommt es vor, dass das mal nicht funktioniert? Ja, kommt auch vor. Weil dann, was weiß ich, plötzlich irgendwelche Marktdinge passieren, die bei Investoren zu totaler Zurückhaltung führen. Oder weil dem Unternehmen vielleicht auch irgendeine Besonderheit passiert, die dann sehr negativ ist oder so. Aber das sind wirklich eher die Ausnahmen. Oder was auch mal passieren kann, ist, dass man dann doch gezwungen ist, nochmal die Struktur der Transaktion anzupassen. Also man sieht, das Interesse ist da, aber nur zu einem niedrigeren Preispunkt als die Preisspanne. Da hat man sich halt vertan. Oder als Bank ist man vielleicht auch nicht gehört worden. Also ich habe auch Situationen erlebt, wo wir als Bank gesagt haben, wir würden nicht mit 10 bis 15 rausgehen, sondern mit 8 bis 12. Dann war der Druck aber so massiv, dass man gesagt hat, okay, dann machen wir es, aber ihr müsst euch bewusst sein, das kann auch schief gehen. Und dann muss auch die Bereitschaft sein, hinterher nochmal anzupassen und mit möglicherweise einer niedrigeren Beispann rauszugehen oder das Volumen ein bisschen runterzufahren. Also sprich, die Transaktion an das tatsächliche Interesse im Markt anzupassen. Das kann passieren.

Joel Kaczmarek: Wenn du sagst, Volumen runterfahren, was ist denn generell gut? Ist es immer geschickter, ein bisschen verknappen? Also Apple ist ja zum Beispiel immer so Verknappung und es gibt ganz wenige iPhones am Anfang. Ist das auch ein Zeichen von Premium? Oder sollte man eher eine gewisse Flow-Masse haben?

Stefan Ries: Also wir reden jetzt ja über Ausnahmefälle. Das passiert auch in der Tat sehr selten. Aber wenn es passiert, dann sollte man gucken, dass man es so anpasst, dass der Investor sieht, man hat auf ihn reagiert. Also wenn die Mehrzahl der Investoren sagt, der Preis ist nicht 10 bis 15, sondern 8 bis 12 und man geht dann so nochmal raus, dann holt man die Leute ab. Dann merken die, okay, die haben ja zugehört und wenn die jetzt darauf eingehen, bin ich auch dabei. Kleiner machen hängt häufig damit zusammen, es gibt ja immer so einen sogenannten Primary-Teil, also es ist eine Kapitalerhöhung und das Geld fließt ins Unternehmen. Und es gibt auch einen Secondary-Teil, da werden Altaktien von den alten Gesellschaften verkauft und Da ist es dann meistens gut, bei so einer Restrukturierung diesen Secondary-Anteil kleiner zu machen. Also dem Markt zu zeigen, passt auf, wir haben euch verstanden und wir zeigen als Alteigentümer hier auch noch mehr Commitment. Wir verkaufen also eher weniger als das, was wir mal vorhatten und zeigen damit, wir sind mit euch im gleichen Boot. Wir bleiben doch noch größer Eigentümer, als wir das vorhatten, wenn ihr reinkommt zu der neuen Struktur.

Joel Kaczmarek: Aber jetzt mal unabhängig von, das kam vielleicht gar nicht so gut an in dem ganzen PDII-Prozess, empfiehlt es sich, viel zu floaten. oder gibt es sozusagen da eine Menge, wo du sagst, so viel soll es schon sein? Man sagt ja auch bei Finanzierungsrunden, so erste Finanzierungsrunde 20 bis 30 Prozent, nicht mehr. Wie ist das bei einem Börsengang?

Stefan Ries: Also ich würde das jetzt weniger an der Prozentzahl aufhängen, sondern mehr wiederum an diesem Mindestvolumen. Das ist immer am Ende eine Resultante aus der Unternehmensbewertung. Also wenn ich ein Unternehmen habe, das nur 200 Millionen wert ist insgesamt und ich muss diese 100 Millionen erreichen, dann kommt da eben als Resultat 50 Prozent Freeflow draus. Wenn ich ein Unternehmen habe, das 500, 600, 700 Millionen wert ist, platziere da eben nur entsprechend weniger, dann reicht es vom absoluten Volumen auch und dann ist der Freeflow halt ein bisschen kleiner bis auf die Mindestfreeflow. die man ja erreichen muss. Ich glaube, das sind 25 Prozent, die muss man ja erreichen. Das sind so die Stellschrauben, die man da hat.

Joel Kaczmarek: Wie ist das, Andreas? Wir haben ja irgendwie jetzt zum Beispiel gesagt, man kann irgendwie den Leuten entgegenkommen, indem man die Secondaries kleiner macht. Man kann irgendwie zeigen, man reguliert beim Preis nach. Sind so Lock-Up-Perioden auch so ein Thema, mit dem man irgendwie, was ja, glaube ich, eher ein juristisches Thema ist, dass man das irgendwie festschreibt. Ist das auch was, wo man das irgendwie hebeln kann, das Interesse der Investoren?

Andreas Zanner: Ich denke schon. Also auf jeden Fall erwartet der Investor, dass jetzt nicht komplett Kasse gemacht wird und die Altaktionäre jetzt komplett aussteigen. Oder in der Regel, es gibt immer Fälle, wo das auch möglich ist. Aber vom Prinzip her, glaube ich, muss es, Stefan, korrigiere mich, eine angemessene Mischung sein. Und man möchte eben dann den Investor, der sicherlich ein bisschen was verkauft hat, aber man möchte nicht, dass der unkontrolliert am Tag 2 des Listings oder am 2. Abend, das Ding irgendwie verkauft, sondern der hat dann eben ein Lockup. Und je nachdem, wie groß die Portion ist, die er vielleicht nach sechs Monaten oder zwölf Monaten abgeben möchte, wird das dann auch versucht, in einem organisierten Prozess eben zu machen und nicht irgendwie wild und unkontrolliert über den Markt.

Stefan Ries: Deswegen ist der Lockup so wichtig. Der ist ein Signal an den Markt. Hier in einem Zeitraum von zum Beispiel sechs Monaten können keine weiteren Aktien in den Markt geschüttet werden, die den Kurs drücken würden. Da habt ihr eine Sicherheit, dass das nicht passieren wird. So eine Schutzfunktion.

Joel Kaczmarek: Gut, und dann kommt irgendwann die Stunde der Wahrheit, man legt sich auf den Preis fest.

Stefan Ries: Genau, dann ist halt diese Preisspanne draußen, dann ist das Management zwei Wochen unterwegs, das Orderbuch ist offen, Investoren können Orders reinlegen und dann sieht man da auch wieder jeden Tag, wie das Buch sich entwickelt. Es wird auch wieder transparent dann dem Kunden mitgeteilt und am Ende findet man dann in diesem Wasserfall, der sich dann dadurch ergibt, irgendwann den Preis, wo man eben die meisten Orders hat und idealerweise mit einer sogenannten Überzeichnung den Preis festlegen kann. Weil man will ja auch nicht bei einem Preis X nur einmal die Aktien verkauft haben, sondern eher Faktor 1,5, vielleicht sogar doppelt oder mehrfach, damit so eine Art Übernachfrage hat und man eher in den ersten Börsentagen Leute hat, die nachkaufen, statt dass da schon Druck reinkommt und der Kurs eher nach unten geht.

Joel Kaczmarek: Okay, also ich habe sozusagen noch gar keinen Preis, sondern ich führe meine Auftragsbücher schon, die sagen dann im Prinzip Summen, die sie bereit sind zu investieren?

Stefan Ries: Genau, jeder Investor sagt, ich will zum Preis von X so und so viel Aktien oder so und so viel Euro gerne zeichnen. Und aus diesen ganzen Orders, das sind je nach Größe der Transaktion, sind das 50, 100, 200, 300 Orders sozusagen. Und die reiht man dann alle auf, quasi preislich abgestuft und sieht dann, wo kriegt man das gesamte Volumen eben weg, einmal oder mehrfach. Dann ist das Buch irgendwann zu und dann guckt man eben, macht man einen Vorschlag als Bank, wo würde man den Preis festlegen und wem gibt man die Aktien? Das ist ja auch so eine Frage. Da sind dann eben 200 Orders drin und die Frage ist dann, wer kriegt die Aktien und wie viele? Das ist dann auch nochmal ein Prozess, der ganz am Ende abläuft.

Joel Kaczmarek: Und wonach entscheidet ihr das?

Stefan Ries: Da gibt es viele Kriterien. Also einerseits, wir hatten das ja, glaube ich, in einem der anderen Podcasts mal, dass wir Long Onlys, Hedge Funds und Private hat, dass man da eine vernünftige Mischung macht und eine Aufteilung. Und dann bei den Long Onlys eben entscheidet, wie gut vorbereitet war der, hat der mehrmals das Management gesehen, hat der früh eine Order gegeben, war der preissensitiv oder nicht, ist der akzeptabel. Am ersten Tag reingekommen, unlimitiert oder hat er lange gewartet und kam erst am Ende, als er gemerkt hat, es ist schon heiß und das Ding läuft. Und so, das sind so Kriterien, die man da festlegen kann. Und vielleicht auch ein Stück weit, wie wichtig ist der nach vorne raus, wenn man nochmal Geld braucht und eine Kapitalerhöhung macht. Sind das Leute, die dann mit dabei sind und das weiter unterstützen und so. Da kann man also viele Kriterien festlegen.

Joel Kaczmarek: Wird dann nochmal nachverhandelt beim Preis?

Stefan Ries: Ja, also in der Tat ist der Vorschlag, den die Bank dann macht, der wird dann schon auch nochmal verhandelt mit dem Management und den Eigentümern und kann auch dazu führen, dass man dann nochmal sich meistens dann nach oben, nach unten in der Regel nicht, dass man sich da nochmal nach oben bewegt.

Andreas Zanner: Wobei, ich habe das einmal mitgemacht, normalerweise ist man als Anwalt da ja nicht dabei und finde das schon sehr spannend, dass im Gegensatz zu der manchmal landläufigen Meinung, dass man denkt, naja, da sind alle immer nur daran interessiert, den Preis zu treiben und die Bank auch, habe ich das mal erlebt, dass eine Bank also sehr auf einen Emittenten und am Ende auch erfolgreich eingeredet hat, dass man lieber mit dem Euro weniger rausgeht, weil man dann eben den und den Fonds drin hat, der extrem langfristig orientiert ist, der stabil ist, der nicht gleich wegläuft, wenn es mal Wind von vorne gibt und im Ratschlag ist dann die Company auch gefolgt. Dann gesagt, okay, wenn ich dann den Investor mit so einem großen Steak gewinnen kann, dann gehe ich jetzt nicht auf 20 Euro, sage ich mal, sondern auf 19 Euro.

Joel Kaczmarek: Also du verhandelst mit den Investoren gar nicht mehr großartig, weil du kannst ja eigentlich hingehen und kannst sagen, du, wir haben so viel Nachfrage. Wenn du bereit wärst, 15 statt 12 zu zahlen, dann wärst du drin, ansonsten nicht.

Stefan Ries: Also in der Form so deutlich kann man es nicht machen. Das passiert vorher, während des Bookbuildings. Also da gibt es natürlich nicht genau, wie das Buch gerade aussieht und bei welchem Preis man das machen könnte. Das darf man nicht nach draußen geben. Das ist ja quasi wiederum dann an der Stelle schon eine Insiderinformation. Aber es gibt so gewisse Messages zur Buchentwicklung. Also die erste wichtigste ist immer, dass man sagt, das Buch ist gecovert. Also das Aktienvolumen ist verkauft. Und dann wissen schon mal alle, das ist jetzt nicht die Frage, ob das passiert oder nicht, sondern es ist nur noch eine Frage, passiert es am unteren Ende oder am oberen Ende. Diese erste Message, das Buch ist gecovert, bezieht sich immer erstmal auf das untere Ende. Da wissen die alle, am unteren Ende der Spanne ist das Buch voll. Und die nächste Message, die man hinkriegen muss, Books are covered through the entire range. Also da weiß jeder, an jedem Preispunkt bis ganz oben ist das Buch auch einmal voll. Und dann fängt eben dieser Wettbewerb an, dass die Leute wissen, okay, jetzt muss ich damit rechnen, dass es über meinem Limit, das ich gegeben habe, möglicherweise festgemacht wird. Also muss ich mir nochmal überlegen, gehe ich nochmal hoch oder nicht? Weil wenn ich nicht hochgehe, bin ich vielleicht nicht dabei. Das ist genau diese Blackbox und diese Interaktion, die da passiert, die dazu führt, dass man den Preis dann Stück für Stück nach oben bekommt. Weil das wäre die Aufgabe der Bank am Ende auch, den Preis dann ein Stück weit zu optimieren. Deswegen früh Buch füllen, früh diese erste Message, idealerweise am ersten Tag und dann über geschickte Interaktion auch den Preis optimieren am Ende. Und gar nicht, wie du sagst, ganz am oberen Ende vielleicht, sondern wenn es irgendwo in der Mitte ist oder oberen Hälfte, sind auch alle schon happy. Und wenn das Buch dann zu ist, Dann ist jeder Investor drin, dann kann der seinen Preis nicht mehr verändern, sein Volumen nicht mehr verändern. Dann muss er abwarten, was die Verhandlungen mit dem Kunden ergeben haben, ob er Aktien kriegt und wenn ja, wie viele Aktien er kriegt und zu welchem Preis, weil der Preis ist für alle gleich.

Joel Kaczmarek: Darf man ein bisschen flunkern, dass man sagt, wir sind schon durch die ganze Range voll und ist vielleicht noch bis zur Mitte gekommen?

Stefan Ries: Nein, flunkern darf man auf keinen Fall. Was man dann auch noch machen kann als dritte Nachricht, ist, dass man die Preisspanne nochmal einengt. Also wenn man diese zweite hatte, man ist durch die ganze Range gecovert, dass man dann sagt, man hatte vorher 10 bis 14, sage ich mal, dass man dann sagt, Book is covered in the range 12 to 14. Also da wissen die Leute dann, von 12 bis 14 sind wir jetzt einmal voll. Und dann kriegt man das so Stück für Stück nach oben.

Joel Kaczmarek: Gut, und dann verhandelt ihr im Prinzip mit eurem Mandanten und man legt sich dann fest und dann werden die im Prinzip zugeteilt?

Stefan Ries: Dann werden die zugeteilt, genau. Und dann ist in der Nacht, irgendwann, das kann auch nachts oder bis morgens gehen, muss es entschieden sein. Und am nächsten Tag geht dann die Pressemeldung raus, erfolgreich gemacht zu dem und dem Preis. Und die Investoren werden dann von den zuständigen Aktien-Sales-Leuten morgens informiert darüber, wie viele Aktien sie bekommen haben.

Joel Kaczmarek: Sind das diese Prozesse? Pre-IPO-Aktien? dann, wie man das ja teilweise auch, also ich weiß, als in den USA die Börsengänge im Tech-Bereich losgingen, da haben die dann mal gesagt, ah, ich habe Pre-IPO-Aktien gekriegt von Facebook und von dem und von dem und von dem. Fällt das in die Sparte?

Stefan Ries: Ne, das ist was anderes, weil das sind ja dann tatsächlich die Aktien aus dem Börsengang. Das sind wahrscheinlich eher Aktien, die aus, weiß ich, vorherigen Stockoptions oder Inzentivierungsprogrammen fürs Management kommen. Ja, also ich glaube, das ist eher in die Richtung.

Joel Kaczmarek: Also es gibt auch keine Discounts, dass man jetzt sagt, wenn ich institutioneller Investor bin, habe ich zum Beispiel eine Preisspanne oder einen Preispunkt.

Stefan Ries: Der Preis ist für alle gleich. Okay, gut.

Joel Kaczmarek: Also im Prinzip gehe ich dann also an die Börse und weiß schon, ich habe schon irgendwie was Entsprechendes platziert. Wie viel Prozent seines Volumens, was man denn vertreiben will, macht man denn schon auf diesem Wege und wie viel überlässt man dann eigentlich den Anlegern, die quasi wirklich am Markt kaufen?

Stefan Ries: Ja gut, also platzieren muss man zunächst mal das gesamte Volumen in dem Moment. Wenn das Buch zu ist, muss die Gesamtstückzahl der Aktien, die man da verkaufen will, verkauft sein. Und dann kommt eben irgendwann der Zeitpunkt, das ist ja meistens am nächsten Tag, dass dann die erste Notiz eben ist. Dann trifft man sich eben an der Börse, auf dem Parkett, an der Händlerschranke und dann kommen da die Orders rein am ersten Tag. Die Aktie ist ja dann handelbar und dann guckt der Makler, was da an Kauf und Verkäufen ist und wo dann an dem Tag zu der Stunde oder Minute der Clearingpreis ist für das erste Ordervolumen. Und das ist dann ja der erste Preis, der dann ausgerufen wird und dann wird die Glocke geläutet. Und dann sind alle drin. Also dann sind die Investoren Teil des Geschehens, die im IPO eine Rolle gespielt haben, aber auch alle anderen, die vorher vielleicht überhaupt nicht damit zu tun hatten. Auch jeder Retail-Investor, jeder, der dann Aktien kaufen will, der kann Aktien kaufen. Und die, die Aktien bekommen haben, das sind dann natürlich die Einzigen, die dann zu dem Zeitpunkt Aktien verkaufen können.

Joel Kaczmarek: Also muss man nochmal für den geneigten Laien, glaube ich, erklären, also wenn ich so ein volles Orderbuch habe, ist im Prinzip mein Börsengang schon gegessen, also ich habe alles schon verkauft und dann muss ich eigentlich darauf spekulieren, dass irgendjemand, der bei euch gekauft hat, gleich wieder verkauft, wenn ich jetzt als Normalsterblicher mich jetzt an dem

Stefan Ries: Ding beteilige. Genau, und dass ich möglichst auch einen ersten Kurs habe, der höher ist als der, den ich festgelegt habe in diesem Orderbuch. dass man eine schöne Entwicklung dann hat am ersten Handelstag. Und deswegen muss man ja auch die Aktien idealerweise so zuteilen, dass man überwiegend an diese sogenannten Long-Only, das hat man in der anderen Runde ja besprochen, eben Investoren, die eher langfristig orientiert sind, aber auch einen gewissen Teil gibt an Hedge-Funds oder andere, die auch bereit sind, wenn am ersten Tag der Kurs 5% oder was auch immer hochgeht, ein paar Aktien zu verkaufen, dass Liquidität entsteht.

Joel Kaczmarek: Jetzt haben wir ja den ganzen Punkt Roadshow eigentlich so fast im Galopp ein bisschen liegen lassen bei dem ganzen Bookbuilding-Prozess. Vielleicht kannst du ja nochmal ein bisschen beschreiben, wie sich das so anfühlt, was man da genau tut in diesen Wochen, weil was ich so mitkriege, ist das ja so einer der intensivsten Momente, die man dann als CEO, CFO und Verantwortlicher in so einer Firma hat.

Stefan Ries: Auch viel Zeit, die da aufgewendet wird. Wie gesagt, Early Look drei, vier Tage, Pilot Fishing drei, vier, fünf Tage. Und dann diese Management Roadshow nochmal während des Angebots, zwei Wochen in Europa und USA. Und da sitzt man im Stundentakt vor immer wieder neuen Gesichtern, die man teilweise in diesen frühen Phasen schon mal gesehen hat und dann eben das zweite oder dritte Mal sieht, aber dann auch eben wieder neue. Plus sogenannte Grobmeetings. an jedem Tag in jeder Stadt gibt es morgens zum Frühstück oder mittags zum Frühstück. Mittagessen auch eine Gruppenveranstaltung, wo sich jeder anmelden kann und hinkommen kann. Da sitzen dann halt auch, was weiß ich, von 10 bis 50, 60, 100 bei großen Transaktionen, Investoren. Management präsentiert diese 25-seitige Präsentation, 40 Minuten, 10 Minuten Q&A und dann gehen die raus ins Auto zum nächsten Investor. So läuft das ab. Acht bis zehn Mal am Tag, zwei Wochen lang. Jeden Tag in einer anderen Stadt. Also sehr intensiv und deswegen muss das alles auch super vorbereitet sein.

Joel Kaczmarek: Samstag, Sonntag auch?

Stefan Ries: Nee, das nicht. Samstag, Sonntag ist Ruhetag.

Joel Kaczmarek: Also du hast zehn Tage eigentlich, wo du wirklich hart bietigst am Tag.

Stefan Ries: Genau. Also manchmal gibt es auch acht Tage, nur sieben oder acht Tage, aber der längste Zeitraum ist zehn Tage. Wow, okay.

Joel Kaczmarek: Also merkt man mal, ist ja auch, wenn man es gerade richtig gelernt hat, so der essentiellste Teil eigentlich.

Stefan Ries: Das ist der wichtigste. Also ja, was heißt der wichtigste? Der wichtigste ist vorne auch, weil wenn man vorne nicht ordentlich arbeitet, kann man da auch nicht die Preisspanne festlegen und muss ja auch wissen, dass es dann funktioniert. Aber im Sinne von Order Taking und wirklich das Ding jetzt umsetzen und platzieren, ist es sicherlich die wichtigste Phase.

Joel Kaczmarek: So Renata, dann hier. Erst Notiz, Glocke läuten, das ist ja das, wo ihr dann wirklich so hardcore mit in Aktion seid. Beschreibt doch mal, also da wird es ja wirklich intensiv. Wo seid ihr denn in dem ganzen Prozess vorher schon mal in Berührung? und wie läuft das dann ab mit dem Glocke läuten? und wie macht ihr das, was organisiert ihr, was bietet ihr da so? Das ist ja richtig so eine kleine Celebration, also so ein kleiner Prozessionsmarsch und ganz viele Interviews und ihr schmückt ja auch die Börse. Das ist ja wirklich was Besonderes.

Renata Bandov: Also auch der Handel an der Börse ist reguliert. Das heißt, es ist nicht so, dass man sich zu einer Party anmelden kann und macht eine Buchung und dann ist man auf dem Parkett und kann da feiern. Sondern es ist auch tatsächlich mit dem Börsengang so, dass man im Vorfeld ein formales Verfahren durchlaufen muss. Und dieses formale Verfahren orientiert sich danach, welches Segment oder welchen Markt ich mir aussuche als Unternehmen. Hier in Frankfurt bieten wir zwei Marktzugänge an. Wir haben einmal den EU-regulierten Markt, das ist der General Standard und der Prime Standard bei uns mit den zwei Segmenten. Prime Standard ist das höchste Transparenzsegment hier an der Börse und ist auch das Rekrutierungssegment für die Indizes. Dazu kann ich vielleicht gleich nochmal ein bisschen mehr sagen. Und unter diesem regulierten Markt gibt es hier in Frankfurt noch einen börsenregulierten Markt, das ist der Freiverkehr, Open Market. Den organisiert die Börse und gibt sich privatrechtlich Regeln für den Zugang und dann auch die Folgepflichten. So, dieser Prozess ist vorgelagert. Das heißt, bevor die Party tatsächlich auf dem Parkett stattfinden kann, ist es auch so, dass man diese Anforderungen, die an den Zugang zu stellen sind, an die Unternehmen, die müssen einfach durchlaufen werden. Und das Unternehmen entscheidet am Ende des Tages für sich erstmal, Und das wird es sicherlich nicht irgendwie drei oder vier Tage vorher machen, sondern im Zusammenhang auch mit der Bank, welches Segment sie für das Richtige für sich halten. Wenn man ein Unternehmen ist, was eine entsprechende Größenordnung hat und auch für sich eine Teilnahme in den Indizes der deutschen Börse anpeilt, dann wird es sinnvollerweise so sein, dass man sich für den Prime-Standard entscheidet. Wenn man sagt, man ist ein kleineres Unternehmen, will vielleicht und kann vielleicht auch die eine oder andere regulatorische Vorgabe nicht erfüllen, wie zum Beispiel IFRS-Reporting, dann muss man sich halt nach Alternativen umschauen. Und dann ist es sicherlich richtig, dass man dann vielleicht irgendwie über eins unserer Segmente im Freiverkehr nachdenkt.

Joel Kaczmarek: Ich habe das ja eben ein bisschen scherzhaft gesagt. Ihr seid ja jetzt mehr als der Partyorganisator, wenn dann hier die Poster aufgehangen werden und eine Glocke dahin gestellt werden. Also man lernt schon, es ist eigentlich am Ende des Tages eine Entscheidung für einen Börsenplatz. Und da wäre interessant, auch mal zu verstehen, wonach man den auswählt. Also jetzt haben wir schon gelernt, die Segmente wähle ich ein Stück weit danach, wie transparent ich sein will. Was sind denn noch weitere Faktoren, um zu überlegen, will ich jetzt Prime Standard? Du hast ja Scale auch irgendwie im Zuge mal erwähnt.

Renata Bandov: Am Ende ist es so, dass letztendlich auch für Unternehmen entscheidend ist, wo erreichen sie ihre Investoren und wo sind die Investoren bereit zu investieren. Wenn die Bank keine Investorenreichweite hat, die auch bereit ist, in Frankfurt zu handeln und in Frankfurt den IPO mit zu begleiten, dann ist es schwierig, wenn man das in Frankfurt macht. Wir denken, dass wir eine sehr gute Reichweite haben weltweit. Das heißt, wir sind angeschlossen an alle Finanzplätze weltweit und haben 200 Teilnehmer, die hier an unsere Infrastruktur angebunden sind, sodass wir eigentlich weltweit alle Investoren erreichen können. Also das wird grundsätzlich irgendwie hier nicht in Frankfurt das Problem sein. Jetzt gibt es aber durchaus eben auch Themen bei Unternehmen, dass sie unterschiedliche Strategien verfolgen, warum sie überhaupt einen Börsengang machen. Und da mag es so sein, dass sie vielleicht irgendwie einen Markt sich erschließen wollen. Da kann es durchaus sinnvoll sein, dass man auch dann überlegt, entsprechend seinen Börsengang dorthin zu legen. Oder dass man sagt, man muss sich umgucken, wo sind denn tatsächlich auch die Wettbewerber? Wo ist die Peergroup? Wo will ich mich gegen messen? Das sind auch Faktoren, die dafür sprechen können. Am Ende des Tages für den Handel als solchen ist entscheidend, dass ich einen geordneten Markt habe und dass ich ausreichend Liquidität habe und quasi auch die Umsätze in der Aktie dann sichergestellt sind nach dem IPO.

Joel Kaczmarek: Gut, also Zugang zu Investoren, Liquidität, verstanden. Macht es bei den Marktsegmenten einen Unterschied, jetzt mal jenseits von der Regulierung und Transparenz, welches ich für mich auswähle? Was gibt es da sonst noch für Messfaktoren, welches Marktsegment ich wähle?

Renata Bandov: Also die Marktsegmente und insgesamt die Segmente orientieren sich schon sehr stark danach, was bin ich bereit an Transparenz zu zeigen. Also wie auch beim Prospekt geht es am Ende des Tages immer darum, dass man den Investoren, also den potenziellen Anteilseignern, ausreichend Informationen zur Verfügung stellt, damit sie halt ihre Anlageentscheidungen treffen können. Anders als vorbörslich, wo ein Venture Capital Investor oder ein Private Equity Investor direkt mit dem Unternehmen sprechen kann, ist es schwierig halt hier, wenn man auf einmal irgendwie mehrere Millionen an Investoren in einem Wert hat, dass man mit jedem Einzelnen spricht, dass man muss man standardisiert aufbereiten, welche Informationen da zur Verfügung gestellt werden. Das ist vorbörslich mit dem Prospekt der Fall und danach muss man halt einfach gucken, dass man eine laufende Transparenz hat, um das auch weiterhin geordnet zur Verfügung zu stellen. Also Transparenz ist eines der Punkte, die wichtig sind. Und dann ist natürlich eben eine aktive Ansprache und eine Vermarktung und auch eine Ziel- und Profilschärfung auch bei einem Segment wichtig. Was will ich erreichen? Welche Investoren paile ich denn damit an? Und welche Unternehmen sind am Ende des Tages auch da drin? Also man wird sich als Unternehmen nicht in einem Segment listen lassen wollen, wenn man sagt, da sind nicht die richtigen Peers, mit denen ich mich auch vergleiche, wo ich mich auch entsprechend repräsentieren möchte.

Joel Kaczmarek: Ich meine, man kann ja auch aufsteigen. Also wenn ich es richtig in Erinnerung habe, ist ja Rocket, glaube ich, auch aufgestiegen und jetzt gerade Wirecard. Also das heißt, man kann auch wechseln hinterher nochmal.

Renata Bandov: Jetzt vermischst du zwei Sachen in der Tat. Also Rocket, ja. Bei Rocket gab es in der Tat die Thematik, dass sie zum Zeitpunkt des Börsengangs nicht IFRS berichtet haben. Das heißt, für sie gab es keine Möglichkeit, in den regulierten Markt den Börsengang zu machen. Deshalb haben sie erst mal einen Zwischenschritt gemacht und haben sich im Freiverkehr listen lassen, seinerzeit im Entry Standard und haben, nachdem sie halt ihre Berichtszahlen Arbeitspflichten entsprechend umgestellt haben, ihr Reporting, Rechnungslegung auf IFRS, sind sie halt mit einem Upgrade hochgegangen. Das, was du jetzt ansprichst, Wirecard, ist tatsächlich ein Index-Thema. Ich hatte es eben gerade angesprochen gehabt. Einer der Faktoren ist natürlich auch für Investoren. Viele Investoren investieren nur losgelöst von Transparenzsegmenten in Wertpapiere, wenn sie in entsprechenden Indizes vertreten sind. Deshalb ist es natürlich interessant für Unternehmen, und das sind im Regelfall dann die großen institutionellen Kapitalsammelstellen, die große Tickets auch nehmen. Und da ist es natürlich interessant für Unternehmen, wenn sie es schaffen, eben in entsprechende Indizes auch aufgenommen zu werden. Und Wirecard ist in der Tat, das war mal, muss man auch mal vielleicht irgendwie mit dazu sagen, es war ja mal ein kleiner Wert, der im neuen Markt anfing und sich jetzt über die Jahre entwickelt hat und im größten, möglichen Marktsegment im Prime Standard und eben im größtmöglichen Index hier an der Börse jetzt aufgenommen worden ist im DAX.

Joel Kaczmarek: Sag doch nochmal für Line, wie ich ja dann offensichtlich auch einer bin, was Indizes angeht, was genau so ein Indizes ist, wie der funktioniert. Macht glaube ich Sinn, da mal einen Satz zu sagen.

Renata Bandov: Ja, also Indizes sind am Ende des Tages eine Benchmark, wo verschiedene Unternehmen zusammengefasst werden. Und zusammengefasst werden sie an bestimmten Kriterien, die man sich als Indexanbieter gibt. Und hier in Frankfurt ist es so, bei unseren Indizes, bei unseren Auswahlindizes, dass man eine Eingangszugangsvoraussetzung hat. Das ist die Zugehörigkeit zum Prime Standard. Und darüber hinaus geht es eben darum, dass ich eine entsprechende Liquidität habe und ein Umsatz auch in diesen Wertpapieren ist. Also sprich, es geht darum, wie viel der Wertpapiere, die gelistet sind, insgesamt sind im Free-Float, weil nur diese Wertpapiere werden berücksichtigt. Und wie viel Umsatz habe ich in den Wertpapieren? Das wird alles zusammen gemessen und dann entsprechend sortiert in den Indizes.

Joel Kaczmarek: Stefan, wie ist das denn, wenn du mit deinen Mandanten so einen Börsengang vorbereitest? Ist der Börsenplatz dabei ein viel diskutiertes Thema?

Stefan Ries: Ist ein Thema. Also natürlich wird die Frage gestellt, an welchen Börsenplatz sollen wir denn idealerweise gehen? Wir hatten auch mal eine Zeit, da wurde das mit dem Blickwinkel betrachtet, ob man vielleicht an einem anderen Börsenplatz zum Beispiel eine höhere Bewertung bekommt oder ob man da ein besseres Handelssystem hat oder eine andere Indexwelt oder so etwas. spielt nach meiner Erfahrung in den letzten Jahren weniger eine Rolle. Und die Emittenten nähern sich diesem Thema eigentlich relativ vereinfacht. Nämlich so, dass sie sagen, ich bin ein deutsches Unternehmen, habe hier meine Präsenz, habe auch hier wesentliches Geschäft. Die Börse Frankfurt hat eine super Plattform, hat eine Indexwelt, hat ein tolles liquides Handelssystem. Ich gehe in Frankfurt an die Börse. Also ich sage mal, die Frage wird eigentlich nicht wirklich gestellt, sondern eher so bestätigend, dass man sagt, nee, das ist in der Tat für euch der richtige Börsenplatz. Ich glaube, es ist fast so ein bisschen umgekehrt. Wenn man als deutsches Unternehmen oder, keine Ahnung, Schweizer oder österreichische Unternehmen nicht an den Heimatmarkt geht, sondern an einen anderen, muss man sehr gut erklären, warum man das macht. Ja, weil per se, sag mal, wie du gesagt hast, Renata, der Investor, der investiert ja per se ins Unternehmen und ins Management und natürlich will er eine professionelle und tolle Handelsplattform, was ihr habt. So, deswegen wird sich jeder fragen, warum gehen die woanders hin? Ja, so, deswegen. Also um die Frage zu beantworten, spielt ehrlich gesagt weniger eine Rolle, bis auf vielleicht ein paar Ausnahmen oder also bestimmte Sektoren wie zum Beispiel Biotech. Da hören wir schon immer wieder mal die Frage eher lauter, dass man sagt, wo sollen wir denn hingehen? Weil da eben auch so Dinge mitspielen wie, wie viele Unternehmen gibt es da als Vergleich an dem Börsenplatz? Da gibt es sicherlich Marktplätze, wenn man Frankfurt anguckt, wo es mehr gibt. börsennotierte Biotech-Unternehmen gibt. Vielleicht dann auch mehr Investoren, die sich sowas angucken und bereit sind, da zu investieren. Das ist eine Diskussion, die man da vielleicht führt, aber das sind Ausnahmen.

Joel Kaczmarek: Was genau meint ein Handelssystem, ob das gut oder schlecht ist? Was hat es damit auf sich?

Renata Bandov: Letztendlich, das ist die Handelsplattform. Also jede Aktie und jedes Orderbuch am Ende des Tages läuft eben über das Handelssystem. Und da ist es natürlich irgendwie wichtig, dass dieses System so robust ist, dass es neuen technologischen Anforderungen genügt und dass es halt eben schnell ist.

Joel Kaczmarek: Wie seid ihr da aufgestellt?

Renata Bandov: Super, super. Also wir hatten ja lange von der Infrastruktur her Xetra und haben jetzt bei Eurex schon auf T7 umgestellt und sind da, glaube ich, irgendwie mit der neuesten Technologie auch bestens aufgestellt.

Joel Kaczmarek: Gab es da jetzt nicht gerade kürzlich auch ein Update oder steht nicht mehr was an? Ja. Okay, also ich sehe gute deutsche Wertarbeit auf der Softwareseite. Was habt ihr denn sonst für Services, die ihr Unternehmen eigentlich bietet? Also was sind denn noch Faktoren, wo man sagt, damit könnt ihr irgendwie wuchern?

Renata Bandov: Also am Ende das Interessanteste für Unternehmen ist halt wirklich, ihre Wertpapiere liquide zu bekommen und Investorenansprache zu haben. Und jetzt haben wir gehört, vorbörslich ist es eher so, dass man verhalten ist, was Retail-Investoren auch angeht. Bei vielen Transaktionen werden Retailer ja so gut wie gar nicht mehr angesprochen. Retail ist aber sicherlich eine Investorenklasse, die Flow auch reinbringt in den Handel. Das heißt, man muss gucken dann am Ende des Tages, dass man diese Investorengruppen, die es gibt, dann auch im Handel entsprechend bespielt. wo man halt eben mit Unternehmen Investor Talks auch veranstaltet, Konferenzen veranstaltet. Wir haben hier in Frankfurt als Angebot für unsere Emittenten eine der größten Eigenkapitalkonferenzen einmal im Jahr europaweit. Die ist extrem etabliert, wo Unternehmen eben sich vor Investoren und Analysten präsentieren können. Das wird sehr gut angenommen. Wir haben ein breites Netz an Multiplikatoren mit unseren Capital Market Partnern, wo wir regelmäßig austauschen. Wir versuchen, kleine Unternehmen zu unterstützen. Das tun wir nicht nur börsenseitig, wir versuchen natürlich auch in der IPO-Pipeline Basisarbeit zu leisten und zu gucken, dass Unternehmen schon im Wachstumsbereich vorbörslich im Rahmen ihrer Finanzierungsrunden von uns unterstützt werden. Wir haben das Deutsche Börse Venture Network dafür gegründet und versuchen da Unternehmen mit Investoren zu verbinden, auch da schon im Vorfeld Education auch mit den Unternehmen zu machen und sie auf diese Phase des Börsengangs auch entsprechend vorzubereiten, sie zu vernetzen im Markt und da einen Austausch zu gewährleisten und wie gesagt eben am Ende des Tages auch die IPO-Pipeline zu füllen. Und ja, bei unserem neuen Börsensegment für kleine und mittlere Unternehmen schauen wir halt eben, dass wir zusätzlich noch über Research-Dienstleistungen, die wir anbieten, nochmal Aufmerksamkeit und Marketing auch für die Unternehmen betreiben, um sie zu visualisieren. Also am Ende des Tages ist das Problem, sich wirklich dann auch im Markt attraktiv zu halten und spannend auch für Investoren zu bleiben. Das ist so die Erkenntnis, die wir haben. Ich glaube, die ganz Großen sind da super aufgestellt und können das oft aus eigener Kraft heraus und haben auch Berater, die sie da wunderbar unterstützen. Aber unsere Erfahrung ist eben, dass die kleinen Unternehmen ja da schlechter aufgestellt sind und dass es da hilft, wenn man sie begleitet und eine Hilfestellung auch gibt. Und wir halt eben auch mit unserem Label Deutsche Börse denken, können da auch einen guten Beitrag leisten.

Joel Kaczmarek: Habe ich das richtig verstanden? Dürft ihr denn dann bei dieser Banken-Roadshow auch helfen, dass die Investoren beisteuert oder seid ihr dazu Neutralität verpflichtet, dass ihr sowas gar nicht tun dürft?

Renata Bandov: Bei der Banken-Roadshow?

Joel Kaczmarek: Ja.

Renata Bandov: Jetzt muss ich nochmal ein bisschen nachfragen.

Joel Kaczmarek: Dürft ihr Investoren sozusagen mit in ihren Funnel reingeben, dass ihr sagt

Stefan Ries: Bei dem Bookbuilding meinst du? Genau.

Renata Bandov: Ne, also das machen wir vielleicht dann, wenn unsere Funktionalität Direct Place mit genutzt wird, wo wir einfach sagen, wir haben selber als Börse einfach einen Kanal auch zu bestimmten Investorengruppen. logischerweise und den öffnen wir gerne, wenn die Unternehmen das möchten, als zusätzlichen Platzierungskanal, also schon im IPO. Und dann hat man die Möglichkeit halt eben das Xetra Order Buch schon vorbörslich auch zu nutzen bei der Platzierung und eben unsere Investoren mit anzusprechen. Und da auch schon eben die Kapitalerhöhung im Zweifelsfall zu platzieren.

Joel Kaczmarek: Gut, verstanden. Jetzt müssen wir natürlich mit dir auch nochmal über Kosten reden. Mussten die beiden Herren schon mal durch, haben wir ja schon in den vorherigen Podcasts gelernt. Also schon mal ein Anreiz, dass man sich die deswegen anhört. Und du jetzt auch. Wie sind denn so Listing- und Zulassungsgebühren bei euch? Was muss man rechnen, was die Börse einen sozusagen selbst kostet?

Renata Bandov: Ja, wir haben so eine Komponente, also im Öffentlich-Rechtlichen ist es so, dass wir da natürlich nach den Vorgehaben, die für Gebühren grundsätzlich, für öffentlich-rechtliche Gebühren gelten, dass wir da natürlich irgendwie reglementiert sind und auch gucken müssen, dass das diesen Anforderungen genügt. Wir haben daher eine Komponente, die halt kostenbasiert ist und eben noch eine zusätzliche Variable, die dem mit draufkommt. Und man kann, ich sage jetzt einfach mal eine Spanne von 15.000 bis 90.000 und bewegen sich die Kosten je nach Transparenzsegment für den Zugang hier zum Kapitalmarkt.

Joel Kaczmarek: Also für sozusagen den Start und dann nochmal laufende Kosten?

Renata Bandov: Wir haben dann nochmal eine laufende Gebühr, die ähnlich aufgebaut ist.

Joel Kaczmarek: Also auch in der Höhe dann?

Renata Bandov: In der Höhe, also gedeckelt im regulierten Markt meine ich bei 77.000. Aber das halt wirklich für die ganz Großen mit, was weiß ich, dreistelliger E-Market-Cap.

Joel Kaczmarek: Pro was dann? Pro Jahr, ja. Okay, gut. Also, ich glaube, wir hatten wirklich einen bunten Ritt in drei Episoden. Das ist wirklich mal ein umfangreiches Drehbuch für einen Börsengang und ganz, ganz viel gelernt. Und ich danke euch natürlich allen dreien, dass ihr A, so viel Zeit euch genommen habt, B, so viel erklärt habt und C, auch mal vielleicht sogar transparenter, weil es mal manchmal sein will, ja, so wie beim Thema Preise. Und genau, ich hoffe, dass wir ganz viele Leute dazu animieren können, sich damit mehr auseinanderzusetzen. Und euch gilt mein herzlicher Dank.

Stefan Ries: Danke. Ja, danke dir.

Renata Bandov: Danke.

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