
Zukunft des Bezahlens: KI, Wallets und der Kampf ums digitale Portemonnaie 💳
Transkript
Erik Meierhoff: Wenn man den großen dieser Branche, den Amazons, Googles dieser Welt, lauscht, Ist es das neue Internet, Was da gerade erfunden wird? Und deswegen gibt es einen Riesen Verteilungskampf. Nach meinem Verständnis kann man Argentic Commerce, Argentic Payment nicht ohne eine Wallet denken. Eine Wallet ist das digitale Equivalent zu meiner Brieftasche. Die klassischen Banken haben viele der Informationen schon jetzt vorliegen. Das heißt, an der Stelle haben die einen ganz guten Vorsprung beim Kunden, würde ich sagen. Aber natürlich in einer Apple Wallet oder in einer Google Wallet zählt auch die gleichen Strategien. High
Joël Kaczmarek: Five Leute, Hier ist Joël. Und geht es euch auch so, dass ihr überall dieser Tage vom Thema Gentic Commerce redet? Dass die KI noch für uns einkauft. Und zack, zack, Zack geht die Kohle über den Äther. Und ich habe es gar nicht... Selber entschieden, sondern eine Maschine für mich. Und da habe ich so gedacht, hm, warte mal, Ich kenne ja jemanden, der sich gut mit Payment auskennt, also, der den Geldweg daran versteht. Weil den Handelsweg, Den habe ich schon öfters mal betrachtet. Dann habe ich gedacht, naja, wie schaut denn aber jemand, der vom Geld drauf schaut, auf dieses Thema? Da habe ich mir wieder den Lieben Erik Meierhoff eingeladen. Ihr wisst ja, Der ist Chief Commercial Officer bei wallee, bei der wallee Group AG, um genau zu sein. Ist ein Payment Service Provider. Relativ kompliziert, schreibe ich vielleicht mal in die Shownotes, was die Kolleginnen und Kollegen da genau machen. Aber ich kann euch sagen, er kennt sich super gut aus mit dem ganzen Thema Payment. Wir werden heute mal fünf Thesen dazu diskutieren, die er aus Paymentsicht hat, wenn wir über das Thema Adjantic Commerce reden. Von daher, für den Blick in die Zukunft. Hier bin ich neugierig. HALLO Erik, schön, dass du da bist.
Erik Meierhoff: Ja Joël, Grüß dich, grüßt euch. Ja, ich bin vollkommen bei dir. Das ganze Thema Adjantic Commerce, Adjantic Payment, Adjantic Irgendwie everything. Man kommt nicht mehr drum rum, und irgendwie ist da auch was dran. Man muss sich damit auseinandersetzen. Um mal zu verstehen, Wohin geht die Reise, Was bedeutet das auch für mich? Und ja, freue mich aufs Gespräch mit dir.
Joël Kaczmarek: Wenn wir mal Big Picture einsteigen, ist es für dich, so ein Sau wird durchs Dorf getrieben. Thema Oder ist es eher so ein, Das findet sich gerade, Es ist einfach noch so ein bisschen anzettelt, Aber dass das groß wird, steht schon mal fest.
Erik Meierhoff: Also, wenn man den Großen dieser Branche oder der Technikbranche allgemein, sage ich jetzt mal, den Amazons, Googles dieser Welt lauscht. Ist es das neue Internet, was da gerade erfunden wird? Und deswegen gibt es einen Riesen Verteilungskampf. Ich glaube tatsächlich, Da gibt es noch viele Lebensschichten zu durchstoßen, dass es sich auch etabliert und dass am Ende des Tages Menschen ihr Verhalten wirklich verändern. Das Potenzial ist riesig, da bin ich dabei, aber es ist tatsächlich noch sehr, sehr, sehr früh. Ich weiß gar nicht, wie alt, du bist, Aber ich habe mir noch die Frage damals gestellt, nutze ich einen Netscape Navigator oder einen Internet Explorer? Beide gibt es jetzt nicht mehr.
Joël Kaczmarek: Beide gibt es jetzt nicht mehr.
Erik Meierhoff: Genau, beide gibt es nicht mehr wirklich. Der Internet Explorer wird auch nicht mehr aktualisiert. Und trotzdem hat das Internet seinen Weg gemacht. Also ich glaube, so ein bisschen an dem Punkt sind wir.
Joël Kaczmarek: Stehe. So und jetzt, wenn ich mit deiner Brille drauf schaue, ist ja so die erste Frage, die mir kommt, gibt es eigentlich schon einen Standard dafür? Ist es so, Ich könnte jetzt selber losgehen und könnte sagen, ich baue mir ein Setup oder ich könnte natürlich auch selber einen Shop bauen. Lustigerweise vor zwei Jahren war ich in Vietnam und habe da sozusagen mit einigen E-Commercern, die du auch kennst, darüber diskutiert. Wird es so sein, dass die KI nur noch bestellt? Und was brauche ich dann? Hat sich seit diesen zwei Jahren, die mittlerweile schon vergangen sind, was getan, dass du so eine Art offenen Standard hast, dass Du absehen kannst, alles klar, wenn eine KI was bestellt oder was bezahlt, Es muss ja nicht immer nur Ware sein, dann wird dies, das und jenes benutzt?
Erik Meierhoff: Ja, also hat sich wahnsinnig viel getan und da ist auch noch kein Ende in Sicht. Also nochmal, weil ich eben gerade schon das Thema Netscape Navigator hier auf den Tisch gebracht habe, um mal einer anderen Analogie zu bleiben, für die Älteren unter uns. Ich erkläre gleich, was Videokassetten sind, Aber wir sind noch in dem Punkt, Es gibt noch Betamax, Es gibt noch Video 2000 und es gibt noch VHS. Das heißt, VHS hat sich noch nicht durchgesetzt. Es gibt mehrere Standards tatsächlich von Google, zum Beispiel, von OpenAI, zum Beispiel. Beispiel von Adyen, Stripe, Visa, Mastercard, die sich dort alle gemeinsam engagieren. Oft setzen Sie auf mehrere Pferde, weil es natürlich, wie eben gesagt, Es gibt noch nicht den einen Standard, Weil alle an der Verteilung der Zukunft dort mitarbeiten wollen und sich an verschiedene große Projekte einbringen. Hier in Deutschland ist, glaube ich, Zalando, einer der UCP ersten Cases gewesen, die gesagt haben, wir machen da mal mit, wir beteiligen uns. Also viel in Bewegung. Es hat sich viel standardisiert. Es kristallisiert sich immer mehr raus. Das ist einer der großen MachenWert wohl. Welcher ist noch offen?
Joël Kaczmarek: Und wenn man in Standards spricht, ist es so wie USB vs. USB-C Oder ist es auch in Schichten gedacht? Also kann es zum Beispiel je nach Branche oder Anwendungsfall andere Standards geben? Oder ist das relativ homogen?
Erik Meierhoff: Das ist relativ homogen. Also tatsächlich, Payment ist ja auch de facto echt homogen. Der Großteil der globalen Payments werden ja noch auf den klassischen Kreditkarten-Rails gemacht. Das heißt, Dort sieht die Transaktion genauso aus, Egal, ob ich jetzt ein Auto kaufe oder ob ich ein Kaugummi-Paket kaufe. Im Hintergrund, Die Systeme sind gleich. Natürlich gibt es hier und da ein paar mehr Risk-Checks, aber die Prozesse sind im Großen und Ganzen gleich.
Joël Kaczmarek: Wo du gerade gesagt hast, das railt, also, wie so eine Schiene sozusagen. Ich habe gerade gedacht, was für eine Bezahlmethode wählt, denn zum Beispiel eine KI typischerweise aus? Das ist dann so, wie du beschreibst, dass es sehr amerikanisch geprägt ist, dass man es kreditkartenorientiert denkt, weil der Ort, wo es ja alles hinrootet, ist ja das Konto. So, Und wenn ich jetzt eine KI wäre, dann würde ich eine Abwägung machen. zwischen, Was ist für meinen User das kostengünstigste und das sicherste? So in der Achse irgendwo. Wie sind diese Standards gepolt? Also wie greifen die denn aufs Konto zu, Über welche Bezahlmethode?
Erik Meierhoff: Ja. Genau, also, das ist eben dieses Rennen, was gerade im Laufen ist. Deswegen Visa und Mastercard haben ihre eigenen Standards vorgestellt. Natürlich wollen sie Idealorweise das dahin beeinflussen, dass nach ihren Standards geht, dass sie gesetzt sind, dass Sie dort das so ausgestalten, dass sie auf jeden Fall mit dabei sind, dass es nicht direkt zum Beispiel das Bankkonto ist, sondern immer noch ein Brand dazwischen ist, Sei es Visa, sei es Mastercard. Das ist etwas, Ich glaube tatsächlich, wenn man das Mal wirklich durchdenkt, wir machen ja oft. Wir in der Branche, nicht der Mensch, da draußen auf der Straße, sondern wir in der Branche, machen. Ja, oft den Fehler, nur, weil etwas technisch möglich ist, das kommt sicher.
Kann man so machen, eigentlich der Durchbruch? Technisch ist es möglich, Also kommt es. Da vergisst man sehr oft den Kunden. Aber wenn ich jetzt trotzdem den eben gerade genannten Fehler mache und sage, was ist denn technisch möglich? Es ist genauso, wie du es sagst. Am Ende des Tages ist es, Egal, ob es Visa oder Mastercard ist, ob es PayPal ist oder Klarna, also mal ein paar Brands reingeschmissen. Am Ende greifen sie auf das Geld zurück, was bei mir auf dem Bankkonto liegt. Das ist stegend hinter einem. Dazwischen sind es Brands, die mit mehr oder weniger Wertversprechen sagen, jawohl, PayPal ist besonders, Ich glaube, der große Claim war mal sicherer. Es gab in Deutschland eine schöne Fernsehwerbung und eine große Kampagne dazu, um die besondere Sicherheit von PayPal in den Vordergrund zu stellen.
Das heißt nicht, dass die anderen nicht sicher sind, Aber das war immer so ein Fokus. Klar, er hat irgendwie mit Smoothness und Snoop Dogg gepunktet, also mir auf Lifestyle gegangen. Also jeder hat da, so seine Brand, aufgebaut. Dieser Mastermann war schon sehr, sehr lange. Das ist am Ende des Tages eine Verpackung rund um, Natürlich noch mit zusätzlichen Add-ons, aber ums Bankkonto. Und deswegen, wenn man es technisch mal konsequent durchdenkt, braucht man das eigentlich dazwischen nicht, um die Transaktion zu machen. Sondern dann, wenn man es möglichst kostengünstig machen will, aber da ist der Kunde ja, In einem klassischen Setup, in der Payment-Welt zahlt der Kunde nie. Was für die Bezahlung, sondern nur der Händler, der Merchant, Der zahlt dafür und zwar unterschiedlich viel.
Das heißt dem Kunden, wenn der Kunde das mit der KI mitgibt, dem Agent mitgibt, Kauf mal für mich einen Fernseher, Dann kann man nicht sagen, das ist besonders günstig, weil das ist alles. Für ihn kostet null, sondern dann ist es eher. Wie es heute die Kitkartenfirmen machen, Du hast einen Käuferschutz zum Beispiel oder du gesammelst Punkte, wie es eine PAYBACK Pay macht. Das sind dann die Add-ons, die dann der Agent natürlich mit A wissen muss, ich bin PAYBACK-Member, ich bin risikoaffin, Mir ist eine Absicherung sehr wichtig. Oder das muss der Agent natürlich wissen, Aber dann kann er automatisiert loslaufen und umgekehrt, Ich als Kunde, muss natürlich wissen. Mein beliebtes Beispiel dabei ist immer, Ich möchte gerne ein Android-Handy haben, Ob ich ein Samsung oder ein Xiaomi, oder ein Honor, oder ein Huawei, oder sonst irgendwas nehme, Das ist ein Brandbuilding.
Das heißt, wahrscheinlich werde ich meiner KI nicht sagen, lieber Agent, kauf mir mal irgendein. Android 16, 17, 18, 19, 20. Ein Telefon, Sondern kauf mir mal ein Samsung oder kauf mir mal ein Xiaomi. Also, ich gebe dann schon einen Brand mit. Das, glaube ich, ist ein ganz wichtiger Faktor auch im Agente Commerce. Brand wird bleiben.
Joël Kaczmarek: Wenn wir über Standards reden, was du gerade angerissen hast, also Ad hoc. Wahrscheinlich macht es nicht so viel Sinn, aber wäre es vorstellbar, dass sich diese Kostenteilung von Händler zahlt? Alles für Payment perspektivisch verteilt auch mit auf jemanden, der was kauft als ganz normaler Kunde?
Erik Meierhoff: Was auch über oft übersehen wird, neben dem Thema, Also, wir haben die Technik, Alles ist möglich, super. Kundenverhalten. Da kommt noch ein bisschen mehr dazu, zum Beispiel Brand. Regulatorik. Es gibt das sogenannte Third-Charge-Verbot. Das heißt, Ich kann in vielen Jurisdiktionen, nicht nur in Deutschland, Es ist mir verboten, für gewisse Zahlmethoden Aufkläge zu erheben. Das heißt, ich war früher bei Idealoo ja, eine Zeit lang, da war es ganz beliebt, dass die Händler angegeben haben, das ist der beste Preis, wenn Du mit... Vorkasse zahlst. Wenn du mit PayPal bezahlen möchtest, dann musst du 2,3% noch draufzahlen, Weil der Händler so seine Kosten weitergeben wollte. Das ist von der Regulatorik für viele Bezahlmethoden nicht erlaubt. Für PayPal wäre es von der Regulatorik erlaubt, aber PayPal verbietet es seinen Händlern in den Nutzungsbedingungen. Das heißt, die Idee ist charmant, Die Wahrscheinlichkeit zur Umsetzung schwierig.
Joël Kaczmarek: Okay, aber Regulatorik, Gutes Stichwort. Also, wir haben jetzt schon mal als ersten Faktor durchgesprungen, was sind, so die Standards? Gibt es schon eine Form, Wie das reguliert, ist? Ich meine, wir schauen uns ja in Europa, gerade den AI Act an, Dann haben wir Datenschutz als großes Thema. Gibt es schon was, wenn jetzt Maschinen? Für uns bestellen, dass man da sagt, Regulatorisch hat das folgende Anforderung, Weil genau genommen bestellt ja dann nicht mehr der Mensch, sondern eigentlich das Werkzeug.
Erik Meierhoff: Genau, also genau richtig. Nein, es ist noch nicht durchreguliert. Und dadurch wahrscheinlich auch noch eine gewisse geringere Wahrscheinlichkeit, dass es in Deutschland oder in Ländern, die sehr stark auf die Regulierung achten, dass es so flächendeckend eingeführt wird. Genau, du hast das Thema. GDPR, DSGVO, unheimlich wichtig. Du hast das ganze Thema auch Nachweis. Wer hat denn diese Bestellung? Also wer ist in der Haftung? Das ganze Thema Haftung sowohl für den... Kunden, Ich habe das bestellt, FREIEN Willens, ja, ich möchte. Wir alle kennen die Diskussion um den Kaufbutton oder um den Widerrufsbutton. Also, da gibt es ja ganz klare Anforderungen seitens des Gesetzes, Wie soll das ausgestaltet werden?
muss. Wie kann ich nachweisen, dass der Agent in meinem Namen gekauft hat? Aber natürlich auch, Das ist ganz eben beim Kauf, aber beim Widerruf, das ist das eine. Und dann Natürlich muss ich auch gegebenenfalls eine Zahlmethode autorisieren. Bei den Karten haben wir die starke Authentifizierung, Das heißt neben dem. Ich möchte bezahlen noch einen Klick auf die App, auf die Autorisierung der App zum Beispiel, Thema 3D, Secure. Bei PayPal und Ähnlichen ist es auch so, Das heißt das ganze Thema Zahlungsabsicherung, dass der Agent auch tatsächlich einkaufen kann. Und zwar so, wie es die PSD 2 oder auch der Gesetzgeber vorschreibt in anderen Konstellationen, Das ist noch lange nicht durch. Die Standards haben Ideen dazu, haben Vorschläge dazu, Aber dass das so kommt, Das ist gesetzlich noch nicht geregelt.
Joël Kaczmarek: PSD 2, Ich weiß nicht, War das eine Payment Service Direktive oder was? Ja gut, ja. Das habe ich noch gemerkt. Das ist im Prinzip auch eine regulatorische Festlegung auf europäischer Ebene.
Erik Meierhoff: Auf europäischer Ebene, ja. Okay, exakt. PSD3 kommt und PSA ist gerade aber schon, also? Das hat sich auch seitdem weiterentwickelt, hört nicht auf, Die Regulatur.
Joël Kaczmarek: Ja, leider. Aber gut, wir bauen es ja auch. Aber ich meine jetzt ehrlich gesprochen, wo viel Geld ist und wo sozusagen viel Möglichkeit ist, glaube ich jetzt nicht, dass es sozusagen komplett blockiert wird. Also, man wird schon Wege finden, nehme ich mal an. Und wenn du es mal von so einem Status bewertest, wo ist man auf der Reise hinzu? Wir haben das irgendwie halbwegs regulatorisch festgezohrt. Sind wir da ganz am Anfang, noch sozusagen in der Vor-Ära, Pre-Seed sozusagen, Oder sind wir schon irgendwie halbwegs auf dem Weg? Wie würdest du das verorten?
Erik Meierhoff: Ja, da wir noch nicht den Standard haben, mit dem sich die Regulatoren auseinandersetzen können, ist die größte Gefahr, Wenn der Regulator sagt, so stellen wir uns das vor. Das ist dann so ähnlich wie mit dem AI-Act, wo ja viele beklagen, Der geht so ein bisschen an der Realität vorbei. Der ist dann so ein bisschen wie der Kaufbutton oder die Ausgestaltung des Kaufbuttons oder des Widerrufsbuttons. Der ist dann regulatorisch schön, aber ist dann eher ein Geschäftsverhinderer als ein Enhebler. Also von daher, Ich glaube, wir sind da genau an dem Wendepunkt, den du gerade beschrieben hast, aus europäischer Brille. Natürlich kann man sagen, das, was sich in den USA, jetzt nochmal eine andere Juristik zu nehmen, Was sich dort durchsetzt, werden die großen US-amerikanischen Player auch versuchen, in den europäischen Markt zu drücken. Da würde ich mich dann wahrscheinlich darüber ausrichten und dementsprechend würde ich sagen, Da sind wir auf der Graden zur Etablierung eines Standards.
Joël Kaczmarek: Gut, so. Jetzt haben wir über Standards gesprochen, Wir haben über Regulatorik geredet. Jetzt hast du eben was drittes Interessantes, Also, wir gehen unsere Thesen so sukzessive durchgesagt, nämlich, naja, Dass etwas technisch machbar ist, heißt ja noch nicht, dass der Kunde das auch will. Hast du so eine Markt... Beobachtung dazu. Da kannst du vielleicht auch, hast ja schon gesagt, hast du viel bei Idealoo gesehen oder früher auch bei Rakuten. Kannst Du so Dinge übertragen, die du aus anderen Sphären schon gesehen hast, die jetzt hier auch greifen könnten?
Erik Meierhoff: Wenn ich noch in Synthsphären noch mal zum Thema Payment allgemein gequatscht hatte, habe ich schon das Beispiel gebracht. Mit Amazon. Also für viele Märkte und in Deutschland, in UK ist es Amazon, In Holland wäre es wahrscheinlich bol, der lokale Hero, der so irgendwie 50 plus Prozent Marktanteil hat. Wenn der auf einmal nicht mehr da ist in dem Kontext, wie ich shoppe, weil ich dem Agenten sage, kauf mir einen neuen Fernseher und bitte von Samsung oder von Hisense, weil das sind meine beiden präferierten Markte. Und zeig mir bitte vorher nochmal die drei günstigsten an, die drei besten für mich. Was nochmal bestes bedeutet, soll die KI für mich lösen? Da kommt nicht Amazon vor oder bol, also der lokale Champion.
Dann, glaube ich, Wird es eine geringe Kundenakzeptanz geben. Dann schaut er sich das zweimal an. Und dann sagt er beim dritten Mal, ach, Ich habe das mit diesem Agent-Tick probiert, das funktioniert für mich nicht, ist doof. Ich glaube, das ist ein großes Markthemmnis, das ist das eine. Oder kann ein großes Markt, wenn das so heißt. Weil einfach, weil wir in einem etablierten Umfeld sind, wenn man so will, Legacy, nicht technisch, sondern beim Kundenfall einen ganz starken Legacy. Und deswegen ist das etwas, was man nicht einfach ignorieren darf. Das nächste ist dann natürlich auch dieses ganze Thema rundum, wenn ich shoppe und aus der Kundensicht. Ich bin zum Beispiel PAYBACK-Kunde. Ich möchte meine PAYBACK Punkte drauf haben.
Oder ich mache ein anderes Loyalty-Programm, wenn wir gar nicht nur von den Kollegen von PAYBACK reden. Das ist mir wichtig. Das möchte ich dabei haben. Das hatten wir beispielsweise früher bei eBay. Wenn dann ein Händler, der im PAYBACK-Programm ist, über eBay, Wenn ich dort gekauft habe, Die PAYBACK Punkte nicht bekomme. Das darf ja nicht sein. Aus Kundensicht. Das heißt, dann sage ich mal, Moment, mal, Ich kann jetzt hier Agenting nutzen, Dann habe ich aber mein präferiertes Loyalty-System nicht dabei. Oder Halt Amazon Prime zum Beispiel. Da muss ich auch einmal über Amazon eine Porte zahlen, weil die Wissen Ja gar nicht, dass ich Prime-Kunde bin. Also, wenn das nicht inkludiert, ist, weil es technisch nicht implementiert ist, Weil sich die handelnden Parteien nicht einig werden, Wird der Kunde nach meinem Verständnis nicht einfach wechseln.
HURRA schreien, super. Sondern wird sagen, okay. Kann super werden, Aber wo sind denn meine Punkte? Ich glaube, da sind viele Sachen dabei, die dem Kunden wichtig sind. Natürlich, wie gesagt, Payment-Methoden, Shipping-Time, etc. pp. All diese Sachen, wenn die nicht mit inkludiert werden, Weil es eben technische, ja, So halbseitige Implementierungen gibt, Da bin ich vielleicht auch so ein bisschen gebremst, habe natürlich meine eigene Historie als Marketplace-Typ. Wenn das die Merchants nicht sauber aufsetzen, weil sie halt sagen, naja, das ist ja nur, Die KI wird es schon machen, nicht. Darauf achten, dass dort wirklich eine gute Datenqualität herrscht, wird das einfach nicht funktionieren.
Also für mich noch nicht gegeben, Kundenverhalten zu ändern, ist sehr anstrengend, dauert lange, und man muss einfach die existierenden Gewohnheiten mit in Kauf nehmen.
Joël Kaczmarek: Ich denke gerade so bei der ersten Sache, die du in dem Feld gesagt hast, ob ich das überzeugend finde, weil... Eigentlich ist es ja ein bisschen so, wenn ich eine KI anweise, mir was zu kaufen, ist es wie dein früherer Arbeitgeber. Idealoo auf Steroiden. Also jemand bedient quasi für mich ein Idealoo, sucht das beste Angebot raus. Ich gebe quasi eine Vorgabe, Preis ist wichtig, Zeit, Ich brauche es morgen, folgende Marken, präferiere ich und ich möchte gerne PAYBACK Punkte sammeln. Und dann rödelt das Ding doch los. Und dann ist mir doch fast egal, Ob der mir das jetzt irgendwie bei Galaxus kauft, bei Amazon oder bei MediaMarkt. Sofern sozusagen der Pattern stimmt. Ritt doch die Marke eigentlich in den Hintergrund oder nicht?
Erik Meierhoff: Das ist mir tendenziell. egal, aber, jetzt ganz klares, Aber, also. Erstens müssen all die drei genannten und You Name it, ist egal, Wer da noch mit dazugehört, Alle müssen so implementiert sein. Das heißt, es muss irgendjemand einen Vertrag schließen. Mit Galaxus, mit MediaMarkt und mit Amazon. Und zwar einen Vertrag, der alle Komponenten enthält, inklusive PAYBACK Punkten, inklusive Amazon Prime-Mitgliedschaft, alles was dazugehört. Diese Information muss entsprechend exportiert werden. Dann... Habe ich noch dieses magische, wenn nicht mal, nämlich das Kundenverständnis. Wenn du den Kunden auf der Straße fragst, wahrscheinlich, wird er dir sagen, Bei Amazon kriege ich immer den besten Preis.
Also in Deutschland irgendwie über 60% Marktanteil, im E-Com mit der inklusive Marketplace. Wir sind damals, das haben wir auch veröffentlicht, Deswegen verrate ich hier kein Geheimnis, Wir haben mal das langfristig untersucht. Wir sind damals 2019 zu dem Punkt gekommen, dass wir gesagt haben, Amazon hat nur in 15% aller Fälle den besten Preis. Das heißt, dass ich den besten Preis für Amazon kriege, ist nicht sehr unwahrscheinlich, aber ist eher unwahrscheinlich. 85% sind über den Markt verteilt, aber unregelmäßig. Trotzdem, der wahrgenommene, Subjektive beste Preis ist bei Amazon. Und dann redet sich das der Kunde schön in Anführungszeichen. Ja, aber wenn mal was nicht passt, dann kriege ich bei Amazon sofort mein Geld zurück.
Und, also die ganze Servicequalität, Das ist etwas, Was der Kunde in die Wille, in den Preis mit einrechnet. Für 2 Euro Unterschied, drauf ist ja nicht bei MediaMarkt, Galaxus, etc. Diese ganzen, das sind alles Verhaltensweisen. Die musst du mit reinnehmen. Deswegen, Das sind auch so meine Learns aus der Idealoo-Zeit. Natürlich ändert sich Kundenverhalten. Und vielleicht ist das der nächsten Generation nicht mehr so wichtig wie den zwei vorherigen Generationen. Das kann alles sein. Aber wenn wir von 2026 drauf schauen, ist es etwas, glaube ich, was man unbedingt mit reinnehmen muss.
Joël Kaczmarek: Naja, ist wirklich ganz interessant, weil da habe ich auch gerade eben drüber nachgedacht. Wie läuft das eigentlich mit den Profilen? Also ist es zum Beispiel so, Muss ich dann auch Profile überall pflegen? Bei Galaxus, bei MediaMarkt, Was wir gerade als Beispiel hatten. Weil ich könnte zum Beispiel auch sein, dass ich als Prämisse vorgebe, hey, ich will irgendwie eine Kiste Wein bestellen für die nächste Party. Ich fände es schön, wenn du einen lokalen Anbieter aus dem Rheinland oder Sowas unterstützen, würdest. Such mal, go ahead. Dann hat ja aber keiner Bock, sich irgendwie bei 40, 50, 60, 70 Shops irgendwie einen Account zu machen. Also siehst Du da schon Tendenzen, wie eine KI bestellt, wenn es jetzt mal an das ganze Thema, rein die Kaufabwicklung angeht? Also, wir hätten jetzt den Standard schon, die Schnittstelle klar, Aber die Frage ist ja auch, mit welchem Account? Und die zweite spannende Frage ist ja dann Fraud. Also nimmt die Betrugswahrscheinlichkeit mir gegenüber sozusagen zu, dass ich vielleicht als Kunde auch mal Opfer werde. Oder bei den Händlern, dass sozusagen Fehlbestellungen zustande, kommen,
Erik Meierhoff: also in beide Richtungen. Ja, also, ich glaube, man kann nach meinem Verständnis, Das ist so ein bisschen auch ein Unterschied in den Standards im aktuellen Status, Aber nach meinem Verständnis kann man Argentic Commerce, Argentic Payment nicht ohne eine Wallet denken. Eine Wallet ist heutzutage, wenn ich an eine Wallet denke, Dann denken die meisten Leute an PayPal oder an Apple Pay oder an Google Pay oder ähnliches. Aber eine Wallet ist ja nicht nur aus der Übersetzung aus dem englischen Heraus sozusagen. Das Äquivalent, das digitale Äquivalent zu meiner Brieftasche. In einer Brieftasche habe ich nicht nur Geld drin, nicht nur Bargeld drin, sondern ich habe auch meine Karten drin, Auch meine Bonuskarten, zum Beispiel meine PAYBACK Karte, zum Beispiel meine MediaMarkt-Kundenkarte, etc.
pp. Und ich habe auch noch meinen Ausweis drin und meinen Führerschein. Und wenn ich an eine digitale Wallet denke, sollte die Idealorweise genau das abbilden. Das heißt, das, was du gerade gesagt hast, sollte eine Wallet überbrücken können. Also in der Wallet habe ich alle meine Zahlungsinformationen. Und zwar die Sachen, die für mich relevant sind. Dadurch kann die KI, der Agent auch gegenchecken. A, akzeptiert der Händler die Zahlungsmethoden, die der Erik mag und auch hinterlegt hat. b. Gibt es vielleicht auch Auflagen dazu oder Limits dazu? Also bitte nur bis 1.000 Euro, bitte nur, keine Ahnung, sowas. Wenn ich irgendwo zum ersten Mal bestelle, möchte ich unbedingt auf Rechnung bestellen, weil ich kenne den Händler noch nicht.
Das ist mir alles nicht so safe. Also bitte. Erstbestellung auf Rechnung, Kreditkarte ab 1.000 Euro, Weil da habe ich einen Käuferschutz dabei und, also solche Sachen, könnte ich ja theoretisch dem Agent mitgeben. Der Agent muss das wissen. Welche Zahlungsmethoden und welche Policies vergebe ich beispielsweise noch den Zahlungsmethoden oder den Einkäufen mit. Dann natürlich auch die Logins, sollte die Wallet mit verwalten können. Und Last, but not least auch die Identität. Ist denn der Erik wirklich der Erik? Also wenn ich an den digitalen Ausweis denke, jetzt gerade prominent, auch auf europäischer Ebene durch die eIDAS-Regelung neu geregelt. Dann ist das etwas, wo ich auch natürlich nochmal für den Händler, aber auch für mich selber, Dass meine Identität nicht gestohlen wird, Aber auch der Händler absichern kann, okay, stimmt dann die Lieferadresse mit der beim Ausweis hinterlegten Adresse überein, zum Beispiel.
Wäre ja erstmal super, das hilft mir als Erik, dass eben, wenn jemand meine Identität klaut, dass er nicht einfach die Sachen dann an dich schickt, Joël, also Du meine Identität klaust. Und umgekehrt... Für den Händler ist das auch ein gutes Thema. Das alles muss eine Wallet, eine digitale Wallet nach meinem Verständnis können. Und dann ist es eben nicht so, dass ich irgendwie eine maschine losstecke, die eigentlich alles machen kann, Aber jeden zweiten Schritt muss ich nochmal ja drücken, ja, drücken, ja, drücken, sondern dann kann ich natürlich in Abstufung, wenn ich das will, machen wir mal die besten fünf Angebote, und dann drücke ich da nochmal Ja. Das mache ich nochmal manuell, weil ich ein bisschen Risikoavers bin oder ein bisschen selber unsicher bin.
Oder in der Maschine noch nicht so ganz Traue oder mal zwei, Drei schlechte Erfahrungen habe. Oder ich kann halt sagen, go, Da ist das Limit an die Policies und jetzt aber mal los. Und am Freitag muss da sein.
Joël Kaczmarek: Das ist ja spannend mit dem Wallet, weil ich verstehe total, was du sagst. Es gibt doch auch, Ich vergesse mal den Namen davon, aber Sam Altman hier, Der Gründer von OpenAI, hat ja auch so ein Startup mit parallel noch gegründet, was genau an diese Identifikation geht, wo du immer diese, du hältst, so eine Art Kugel in der Hand, die dann dein Gesicht scannt. Ja,
Erik Meierhoff: Worldcoin, ja.
Joël Kaczmarek: Dankeschön, Du kennst es wieder, siehst du. Also, das zielt ja genau auf diesen Gedanken ab, wenn du in einer Deepfake-Welt lebst mit KI, wie kannst du dann sozusagen? noch... Die Authentizität sichern. Und wenn du das sozusagen, knüpfst an, das ist meine digitale Identität, mit dem Bezahlen sozusagen, also, das ist ja so ein bisschen, was bei dir drinsteckt. Also eigentlich ist es ja so, Ausweis, Führerschein, Pass, Das trifft auf Kreditkarten, trifft auf Bargeld.
Erik Meierhoff: Und Bonusprogramme.
Joël Kaczmarek: Genau, so. Und dann kann ich so, Second brain sagt man ja heutzutage dazu, auch noch meine Präferenzen hinterlegen, dass ich sage, wer bin ich eigentlich, Wie ticke ich, Welche Werte habe ich, Was ist mir wichtig, wenn ich einkaufe, so, peng. Was ist denn Deine These, Wer dieses Wallet anbieten, wird? Sind es die KI-Anbieter? Sind es die großen Payment-Onkels und Tanten? Sind es irgendwie die großen Ökosystem-Player in Apple wie in Google? Hast du so eine These?
Erik Meierhoff: Ja, also all. Die von dir genannten streben danach. Ich selber wette sehr stark auf die Banken. Nicht nur, weil ich fünf Jahre in der Sparkassen-Finanzgruppe war, sondern ich wette sehr stark auf die Banken, weil die tatsächlich schon einen hohen Trust haben. Also wo gebe ich? Diese macht hin? Alle diese, die Banken, die klassischen Banken, wie auch die Neobanken, haben viele der Informationen schon jetzt vorliegen. Und haben jetzt schon ein regulatorisch zulässiges Kriterium für beispielsweise Altersverifikation und ähnliche Themen. Das heißt, an der Stelle haben die einen ganz guten Vorsprung beim Kunden, würde ich sagen. Aber natürlich Eine Apple Wallet oder eine Google Wallet zielt auf die gleiche Strategie ab. Auch dort kannst du ja schon, Gerade in einigen US-Bundesstaaten, aber auch schon in europäischen Staaten, Sowas wie Deine ID, deine, digitale ID oder deinen digitalen Führerschein hinterlegen. Also, das geht alles schon in die Richtung. Da wird es wieder die große Frage, wer wird es als Render am Ende machen? Die Banken wollen es machen. und... Die Googles dieser Welt wollen es machen.
Joël Kaczmarek: Na gut, die These ist ja zumindest mal plausibel, weil ich finde es schön, wenn man es weiterdenkt, ist ja, das geht ja in diese ganze Richtung. KYC, Know Your Customer, dass man es ja richtig auch auf Social Media nicht mehr übertragen könnte, dass du deinen blauen Haken hast und jetzt halt wirklich blau, weil der mit deiner Wallet sozusagen verknüpft ist. Und du bist endlich mehr identifizierbar und kannst nicht mehr unter Leute im Internet beleidigen, ohne Konsequenzen. Aber okay, vielleicht führt uns das ein bisschen zu weit, weil die andere Frage, die ich ja auch gerade noch gestellt hatte, war ja das Thema Sicherheit. Weil ich glaube, es ist relativ klar, dass man sagt, Hey, cool, Ich bestelle jede Woche neue Hundefutter oder die Katzenbreckis. Das ist ja nervig, das will ich nicht selber machen, Das kann eine Maschine für mich machen, und ich möchte trotzdem eine Sicherheit haben. Und wenn ich jetzt mal irgendwie einen neuen Fernseher kaufe, so ein Einmal-Ding, verstehe ich das auch, Aber das ist ja ein großes Trust-Thema. Wie erlebst du denn das Thema Sicherheit bei all den Überlegungen? bisher, die da angestellt werden?
Erik Meierhoff: Also, man kann ja über... Deutschland und Europa Viel sagen, aber wir sind nicht untergekultigt. Das heißt, das ganze Thema Sicherheit, was auch die Anbieter angeht, Was die Anforderungen an Datenschutz und Co. angeht, fühle ich mich hier, zumindest in unseren Breitengraden, sehr gut aufgestellt. Natürlich, und das kriegen wir jetzt schon mit, also brauchten wir keine. KI, ist das ganze Thema Social Engineering, Also, dass ich diesen berühmten Oma-Trick oder Enkeltrick oder ähnliches. anwende. Die meisten von uns werden schon eine WhatsApp bekommen haben, Hallo, Papa, das ist meine neue Nummer. Der billigste, Der einfachste Trick, aber trotzdem. 10 Millionen Mal am Tag rausgesendet bei 0,001% Conversion macht trotzdem irgendwie pro Tag ein paar Leute, die darauf einfallen.
Wir sagen, das ist natürlich, Je digitaler etwas wird, je stärker es automatisierbar werden wird, Wird der Angriff Intensität steigen, und mit KI werden auch noch die anderen Vektoren sich noch sehr stark differenzieren. Das heißt, das ist so ein bisschen Katz und Maus Spiel oder eine richtige Metapher ist eigentlich Hase und Igel. Das ist tatsächlich so, dass es ein großes Thema ist und deswegen auch dort an der Stelle. Trust ist. Bei Banken, Banken gelten eher als sicher als die digital kompakt. Solange das noch so bleibt, glaube ich, beeinflusst es auch sehr stark. Die Auswahl bei den Kunden.
Joël Kaczmarek: Dabei müsste das nicht eigentlich runtergehen, also so dieses Thema mit, Ich schicke dir ein Katzenvideo, du klickst drauf, Ich habe deine Identität, oder ich schicke dir einen Fake-Shop, Das müsste eine Karriere nicht viel schneller durchblicken, weil sie sozusagen in einer viel höheren Geschwindigkeit viel tiefer gucken kann, Dass Sie sich impressum durchlesen, sind sozusagen, die Server sauber konfiguriert, ist das SSL-Verschlüssel, pipapo, Müsste nicht das sogar besser werden?
Erik Meierhoff: Das muss ganz klar besser werden. Aber natürlich, wie gesagt, Hase im Igel. Wenn der Fraudzer sagt, ich bin schon da, weil er unreguliert, Das ist ja auch eine der Kritiken am AI-Act, Die Kritiken gehen ja dahin, dass es die Guten bestraft und die Bösen nutzen es ja völlig unreguliert. Die setzen sich ja über Gesetz komplett weg. Das heißt, die halten sich ja auch nicht an den AI-Act natürlich. Das heißt, dementsprechend... Sind die Fraudster ja jetzt schon sehr AI-affin und werden dadurch auch mit ihren Fraudjobs und Co. Immer besser. Also ja, sollte besser werden, Angriffe werden auch besser.
Joël Kaczmarek: Kannst du, By the way, Mal für Menschen, die nicht in diesem Thema tief drin sind, Den Impact von Fraud im Handel beziffern, in irgendeiner Form Mal ein Gefühl für geben? Weil ich glaube, man macht sich ja manchmal keine Vorstellung, was für ein Riesenfeld, das eigentlich ist.
Erik Meierhoff: Ja, ich habe, ich habe gerade keine aktuelle Studie griffbereit. Aber das Schlimme ist, bei solchen Social Engineering Themen ist gar nicht so sehr der Schaden im Handel, sondern der Schaden tatsächlich beim Bankkonto des Menschen. Ich gebe dir mal ein Beispiel. Also ich überzeuge dich jetzt mit dem Katzenvideo, dass du mir sagst, Deine IBAN, Dein Name und Deine IBAN, einfach nur die IBAN. Dann weiß ich, bei welchem Institut du bist. Dann und wie du heißt. Dann schreibe ich dir einen Brief und sage, ich kündige dir einen Anruf an. Und dann hat er das Telefon an, dann brauche ich natürlich noch, Entschuldigung. Dann kündigt er einen Anruf an. Ich bin bei der Sparkasse Bamberg.
Schöne Grüße, Die sind natürlich total sicher. Aber meine Sparkasse Bamberg, mit einem gefakten Papierbrief kündigt den Service Anruf an und ruft der Service-Mensch an. Und ich denke, ich habe ja die Ankündigung gekriegt, Der ruft an. Und sagt, Jawohl, Herr Erik Meierhoff, schönen, guten Tag, Wir müssen jetzt mal ganz dringend die Sicherheit ihres Bankkontos testen. Geben Sie mal kurz, das ist ja Ihre E-Bahn, das wissen wir ja. Jetzt, ich schicke Ihnen mal kurz, Sie nutzen doch die Push-Tan-App zur Verifizierung, ja die nutze ich hervorragend. Ich schicke Ihnen mal schnell. Eine Transaktion, dass Sie die kurz bestätigen, jawohl, ist ein Cent und das und das, jawohl. So, jetzt machen wir nochmal, nutze ich Apple Pay?
Ja, nutze ich, ja, weiß ich, ja. Jetzt mache ich nochmal Apple Pay. Dann provisioniert dieser Mensch, der so tut, als ob er mein Bankberater wäre, provisioniert dann eine Karte, Eine gestohlene Karte auf mein Apple Pay. Also meine Karte auf sein gestohlenes Handy für Apple Pay und geht damit einkaufen. Der Handel kriegt sein Geld. Das ist abgesichert. Bei mir geht es vom Konto runter. Und weil ich... Wieder rechtlich, Was ich laut Nutzungsbedingungen nicht darf, einem dritten Zugang zu meinem Konto gegeben habe und zu meinen Kadeninformationen, etc. Habe ich den Schaden. Das soll jetzt durch die PS3-Jugend, durch die Rebellion geändert werden, Dass die Banken mit in Haftung gehen, sollen, Damit eben die Banken auch gezwungen werden, Sich aufzumunitionieren, dagegen besser durchzugehen.
Aber da ist der Schwachpunkt des Social Engineering. Gar nicht mal der Geschädigte, der so stark der Handel, sondern wirklich der Mensch. Und das hat, das sind... Teilweise viele tausend Euro, die die Kunden dann abziehen können, weil du halt eben beim Lidl oder beim Aldi an der Kasse nochmal schnell 200 Euro abheben kannst, weil du nochmal, und das ist dann wie im klassischen Fraud-Bereich, dann wird halt Schnaps und Zigaretten gekauft, die sich halt schnell weiterverkaufen lassen oder teure Parfüms und ähnliches. Und Ruckzuck ist so ein Konto, so ein Girokonto leergeräumt.
Joël Kaczmarek: Hast du noch so Zahlen, die du in Erinnerung hast? Wie viel Prozent? Eurer Transaktion, wenn Du früher an so einen Rakuten gedacht hast? Oder was ihr, na gut, bei, bei, ähm, Idealo, Du hast es wahrscheinlich nicht nur so bedingt mitbekommen, Aber hast du so ein Number, so grobe Zahlen im Kopf? Euro oder Prozent?
Erik Meierhoff: Euro oder Prozent. Also im Schadensbereich bist du, waren wir bei Rakuten locker, sag ich mal, bei einem halben Prozentpunkt. Das ging schon. Wir haben eben Rechnung angeboten, Wir haben das Schrift, also unsichere Zahlarten angeboten und trotzdem haben uns natürlich die Forts überlistet. Am Ende des Tages ist es eine Abwägung. Kann ja auch nur jedem, der sich überlegt, das selber zu machen, wirklich auffordern, das zu tun. Weil tatsächlich, Du wirst nicht ohne auskommen. Einen Rechnungskauf oder eine Lastschrift ohne Ford wird es nicht geben. Die Frage ist nur, wie schwierig willst du es dem Kunden machen? Also, wie kompensiert willst du? Es machen? Irgendwo die Linie ziehen, das muss man mal bewusst machen.
Genau und ansonsten bei Idealoe, Wir haben im Direktkauf auch primär PayPal-Angebote mit dem Käuferschutz und Ähnlichem. Da merkt man schon, wie gesagt, haben die... Den MediaMarkt, Saturn, auf Idealoe und die haben den eigenen Webshop. Wir haben dann die Anrufe, Wir haben ein gutes Verhältnis miteinander gehabt, Wir haben die Anrufe bekommen von MediaMarkt oder Saturn. Hey, den und den haben wir gerade gesperrt. Bitte diese Transaktion nicht bei Idealo durchruten, weil sie den einen Fraudster überführt haben. Und du hast gemerkt, die haben es dann einfach an anderen Stellen weiter versucht. Also reiche Fraudster beim gleichen Händler auf einer anderen Plattform. Also das ist schon... Das ist schon schwierig.
Das ist wirklich Hasenigel.
Joël Kaczmarek: Gut, so, Wir gehen nochmal durch. Also wir haben gesagt, Fünf Thesen. Das erste war, dass wir gesagt haben, was sind eigentlich die Standards, die sich bilden. Dann haben wir über Regulatorik geredet. Dann haben wir mal drauf geschaut, okay, was ist technisch machbar, Aber was ist eigentlich gewollt und sind jetzt beim Thema Wallet gelandet. Und jetzt würde ich ja gerne mit dir zum Schluss noch blasphemisch und richtig intensiv werden, dass wir uns mal das Ökosystem angucken. Weil bei allem, was du gerade so geschildert hast, kam mir auch, so der Gedanke. Wer ist eigentlich der Gewinner, Beziehungsweise vielleicht noch Spitzer formuliert, Wer bleibt eigentlich noch übrig? Weil, wenn ich mir mal klassischen Handel angucke, ist es ja gefühlt, so, Du hast Marken und du hast. Plattformen oder Marktplätze, aber eigentlich einen Händler braucht man gar nicht mehr. So, wenn ich das jetzt nochmal auf Steroide setze, wenn ich nochmal drauf gucke. Und das, was du eben gesagt hattest, naja, Ob ich jetzt eigentlich mit Bank bezahle oder mit PayPal oder mit diesem oder mit jenem, Eigentlich sind Die Gleise, Füllen alle aufs Konto, und die Emotionalität geht nochmal runter, weil der Mensch ja nicht mehr selber bestellt. Sitz hier so ein bisschen da und frag mich, wer sind denn eigentlich die Player, die sozusagen abschöpfen und dir meine Popen übrig bleiben?
Erik Meierhoff: Ja, also bin ich voll bei dir, was du gerade geschildert hast. Durch die Marktwetze haben viele Händler schon einen stärkeren Fokus auf Logistik und Warenbeschaffung gesetzt, Denn auch tatsächlich, Kundenansprache und mit dem Kunden zu arbeiten, Was viele Händler vermisst haben. Das wird sich sehr stark noch verstärken. Noch stärkerer Fokus auf, Wo kann ich so sourcen und so optimieren, dass ich einen guten Preis habe, Eine gute Servicequalität habe und ein gutes Logistik-Fulfillment-Versprechen habe. Und das setzt sich komplett durch. Das heißt, auch dort, was ich vorhin schon gesagt habe, Das ganze Thema Brand wird noch wichtiger werden. Im Vorfeld, so, wie ich eben gesagt habe, Ist es ein Samsung- oder ein Xiaomi-Handy.
Ja, die laufen beide auf. Android, Die können wahrscheinlich beide ähnliche Sachen. Das eine ist wesentlich günstiger als das andere. Wenn Samsung noch verkaufen will, Brauchen Sie eine Coole Brand und eine Coole Story. Kriegen Sie sehr gut hin, wie ich finde. So wird es im Payment auch sein. Das heißt, Visa und Mastercard sind heute schon schwer differenzierbar vom Leistungsportfolio. Tolle Zusatzangebote, alle beide. Tolle Mehrwerte für den Kunden, Alle beide. Aber dann, wie gesagt. PayPal, Klarna und so weiter und so fort. Das ist etwas, am Ende geht es immer aufs Konto. Das Konto liegt bei der Bank. Auch PayPal, Auch Klarna ist eine Bank. Diese Bankleistung, die dann am Ende des Tages noch bleiben, wird, Dass wir nach meinem Verständnis keine KI machen, kein Agent machen, Ist das der Erik?
Wenn das der Erik ist, ist der für diese 100-Euro-Transaktion gut? Ist der für die 1.000-Euro-Transaktion gut? Und wenn das nicht, ist? Wenn irgendwas platzt, hafte ich dafür. Also, wenn du so willst, ein Kreditversprechen, eine Sicherheit zu geben, Das ist die einzige Kernfunktion, die noch bleiben wird. Wir werden ein Bankkonto brauchen, Zwei Konten, Händlerkonto, Kundenkonto. Alles, was dazwischen passiert an Technologie, an Schnittstellenarbeit etc. Was heute viele Brands machen, Was die Zahlmethoden mit mehr oder weniger differenzierten Prozessen, mit mehr oder weniger Leistungsversprechen. Was Geschwindigkeit angeht, Was Sicherheit angeht, Was Mehrwerte auch angeht, Insbesondere für den Kunden, Das ist alles eindampfbar.
Das kann die KI, Das kann die Technik auch mindestens genauso gut. Das heißt, Geld zwischen zwei Konten Herbewegen ist nicht mehr die Herausforderung. Über Kontinente hinweg, über verschiedene Institute hinweg, verschiedene Devices hinweg etc.
Joël Kaczmarek: Also Eigentlich ist es vor allem Risikomanagement und Kreditvergabe im Prinzip, Weil wenn ich was auf Raten kaufe, ist am Ende des Tages auch eine Form von Kredit.
Erik Meierhoff: Ja.
Joël Kaczmarek: Mit Risikoabschätzung und mit sozusagen Einpreisung, Welchen Ausfall werde? Ich haben. Ist es dann ironischerweise so, dass dann ausgerechnet Banken von Agentic Commerce gewinnen?
Erik Meierhoff: Wenn sie sich jetzt nicht verzocken, dann werden wahrscheinlich die Banken zusammen, natürlich nicht vergessen, Wir haben vorhin über Standards gesprochen, da ist es ja auch noch nicht ganz entschieden. Ja, das ist der. Player, der den Standard bestimmt und die Eyeballs sozusagen, hat, Das heißt die Virtuellen von den Agents. Oder Halt vom Kunden, dass er sagt, jawohl, es ist Gemini, es ist Anthropic, Claude, wer auch immer. Dem vertraue ich, dem Agenten. Das sind die Gewinner. Und hinten raus, wenn Sie nicht verzocken, die Bahnen.
Joël Kaczmarek: Siehst du große Verlierer schon?
Erik Meierhoff: Dafür ist es noch zu früh, aber ganz klar. Jetzt mache ich nochmal den Schwenker auf meine Payment-Welt, auf meine Payment-Blase. Die einst großen Payment-Konzerne. Worldline, Nexi, Hier in Europa, die beiden größten Ehe-Dem, die eh einen sinkenden Stern schon betreten haben, sei es, weil sie Aktienkurs schon bescheinigt hat oder weil sie halt sehr stark in der Konsolidierung sind. Die werden es noch schwerer haben, ein wirkliches, zukunftsfähiges Geschäftsmodell zu haben, weil die kommen eben sehr, Die haben sehr teilweise sehr alte Technologie, sehr alte Prozesse, sehr alte Schnittstellen und leben davon. eigentlich, dass sie alte, langjährige Kundenbeziehungen haben und hohes Volumen haben und deswegen günstige Preise anbieten können. Da haben die ganzen neuen Stars wie Stripe und Adyen, den schon sehr viel abgenommen. Oder eben auch wir von der wallee, wobei wir eben nicht so global unterwegs sind wie Adyen und Stripe, Aber das ist so, wo wir auch sehr viel gewonnen haben. Diese, glaube ich, werden es noch schwerer haben, jetzt auf die Beine zu kommen, Weil die kein funktionierendes Kerngeschäftsmodell mehr haben, Aber eben große Herausforderungen im Hier und jetzt haben. Das wird immer zurückgehen.
Joël Kaczmarek: Erik, Ganz herzlichen Dank. Also spannend mal, das Thema aus Bezahlsicht sozusagen zu sehen und gar nicht immer nur so auf der Kaufsicht, aus der Shoppingsicht. Also Shopping steckt ja Zahlen immer drin. Bin ich mal neugierig. Also, wer weiß, wenn wir uns in einem Jahr wiedersehen, was sich dann so getan hat. Bis dann, danke ich dir erstmal ganz herzlich und wünsche dir alles Gute.
Erik Meierhoff: Danke dir, Joël.
Joël Kaczmarek: Hat mir Spaß gemacht.
Joël Kaczmarek: Wow, das war ein inspirierendes Gespräch, oder? Denk dran, Abonnier den Podcast unbedingt,
Joël Kaczmarek: damit du keine Episode verpasst. Und teile ihn auch total gerne mit deinen Freunden oder Kollegen.
Joël Kaczmarek: Bis zum nächsten Mal. Bleib inspiriert und neugierig. Dein Joël. Und jetzt...
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