Tech-Blogger Sascha Pallenberg: Wie man aus dem Hamsterrad des Immer-mehr aussteigt

18. März 2026, mit Joël Kaczmarek

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Sascha Pallenberg: Und zwar habe ich tatsächlich relativ viel Geld mit dem Hacking von FTP-Servern weltweit verdient. Wenn die Lieferketten nach Taiwan Podcast werden, läuft weltweit nichts mehr. Ich habe mich sieben Jahre lang keinen Urlaub genommen und habe halt durchgerockt. Ich habe dann auf einmal so einen totalen Kick bekommen. Nach der Warum-Frage. Was willst du denn überhaupt vom Leben?

Intro & Outro Speaker: Gib Mir fünf oder mehr, Gib mir alles, was du mir sagen kannst. Und sag, was hast du gelernt? Vom Fallen und Aufstehen, Suchen und Plasen.

Joël Kaczmarek: Deswegen, wenn Ihr euch mal auf YouTube und Co. umschaut, werdet ihr merken, Sascha macht auch immer mehr zu digitaler Souveränität. Und Und und. Und vor allem, Ich würde mal sagen, im positiven Sinne ist er auch so ein bisschen AU Fond terrible. Also man weiß nie so richtig, was da hochpoppt, wenn man von Sascha einen LinkedIn-Post liest oder ein Video anguckt. Und ich habe mir gedacht, ey, Wer sich traut, kein Blatt vor den Mund zu nehmen, so viel schon gesehen hat, Er wohnt nämlich zum Beispiel im schönen Taiwan. Ja, den muss ich doch mal dringend fragen, was die fünf Dinge sind. Von daher, lieber Sascha, schön, dass Du da bist. Moin Moin.

Sascha Pallenberg: Hallo Joël und ja, schön. Es hat einige Jahre gedauert. Ich glaube wahrscheinlich, wir haben locker. Eine Dekade durchgeschoben durch die Weltgeschichte, bevor wir uns da mal wieder gemeinsam vor einem Mikrofon treffen. Umso mehr freue ich mich natürlich.

Joël Kaczmarek: Ich habe lustigerweise auch gerade gedacht, also, man darf ja dazu sagen, Wir haben schon 20 Minuten verquatscht und es hätten noch 40 weitere sein können, ob wir nicht regelmäßig einmal im Monat irgendwas machen sollten, so ein YouTube-Livestream oder so.

Sascha Pallenberg: Ja, das hört sich ganz gut an. Ich glaube, wir sollten darüber mal reden.

Joël Kaczmarek: Sehr gut. Was ich ja als Erstes immer gerne frage, wenn ich Leute nach Ihren fünf Dingen frage, ist so ein bisschen unhöflich nach dem aktuellen Alter, Weil dann kann ich sozusagen, mir ein Bild machen, von welcher Zeitspanne wir so reden. Wie alt bist du?

Sascha Pallenberg: Ich bin 54.

Joël Kaczmarek: Ach crazy, hör doch auf. Das glaubt dir doch kein Mensch, Hör mal.

Sascha Pallenberg: Ja, es ist mir gerade gestern noch passiert, dass Sie meinen Ausweis sehen wollten, als ich eine Cola bestellt habe.

Joël Kaczmarek: Bei der Cola musst du den Ausweis zeigen, dann ist was komisch. Okay, gut, Also 34 Jahre in Revise sozusagen.

Sascha Pallenberg: Ja.

Joël Kaczmarek: Lass uns doch reintauchen. Was ist denn so das Erste, wo du sagst, Hey Mann, mit 20, Das hätte ich schon gerne gewusst?

Sascha Pallenberg: Ich hätte schon ganz gerne gewusst, dass eine vernünftige Ausbildung durchaus okay ist und die Art und Weise, sich in Hierarchien unterzuordnen, Auch nicht ganz so verkehrt ist für jemanden, der vielleicht sehr freidenkend und durchaus auch rebellisch unterwegs war. Ich habe das dann Gott sei dank über vier Jahre lang. Luftwaffe umgesetzt, bei DER ich... Dann wirklich gemerkt habe, dass Regeln wichtig sind für ein gesellschaftliches Zusammenleben. Das heißt aber, bis ich das begriffen habe, Dass diese Sachen, also die ganzen Sprüche, die man sich früher als Kind von Eltern anhören, durfte, Du lernst nicht für die Schule, du lernst fürs Leben. Also, ich bringe jetzt das Phrasenschwein zum Platzen hier noch mit diesen ganzen Dingern. Das hat ja schon irgendwie Hand und Fuß.

Joël Kaczmarek: Wie ist dann sozusagen, wie bist du, wie hast du auf deinen Pfad gefunden?

Sascha Pallenberg: Das ist tatsächlich hier in Dortmund, meiner Heimatstadt, passiert. Ich bin 30 geworden, und an dem Abend habe ich zusammen mit meinem besten Kumpel einen fetten Joint geraucht. Und ich habe damals vier, fünf Rechner unterm Tisch gehabt. Und zwar habe ich tatsächlich relativ viel, Oder was heißt relativ viel Geld, Ich konnte davon leben, mit einem Hacking von FTP-Servern Weltweit verdient, auf den wir dann neueste Hollywood-Movies draufgeschoben und die dann verteilt haben. Das ist gut, verjährt jetzt, Also, da kann keiner mehr an die Karre treten. Und dann habe ich halt so drei, Vier Rechner unterm Schreibtisch stehen gehabt. Ich habe so Tools geschrieben, die IP-Ranges durchgescannt haben und nach FTP-Servern gesucht haben. Und dann meistens mit brute Force einfach simpelste Passwörter, da drauf geballert haben. Und wenn Sie dann drin waren, haben die automatisch Upload und Download gemessen. Und du konntest natürlich auch sehen, wie viel an Plattenplatz da war. Und dann hast du die ganze Nacht einfach mit deiner Gruppe, Jeder hat verschiedene IP-Ranges abgescannt. Und dann hast du am nächsten Morgen eine Liste von Servern gehabt, Die frei waren. Und dann hast du geguckt, den schnellsten, der am meisten Plattenplatz gehabt hat, da hast du dann erstmal ordentlich Filme draufgepackt, den hast du dann zu so einem Spreading-Server, einem Stroh gemacht. Und dann hast du die anderen kleineren Server genutzt, um Distributionen damit zu machen. Und die kleineren Server, Weil die konnten ja auch ruhig kaputt gehen, weil die Merken ja nach. ein, zwei Wochen, Was haben wir denn hier auf einmal für Internet-Traffic hier bei uns im Netzwerk? Die kleineren Server hast du dann genutzt, um das dann wieder auf den verschiedenen geheimen FXP-Boards zu posten. Und ja, Ich saß mit meinem besten Kumpel und wir haben gekifft. Und ich hab dann auf einmal so einen totalen Kick bekommen, so nach der Warum-Frage. Was willst du denn überhaupt vom Leben? Und Und... Zwei Wochen später habe ich mit dem ersten Geld meine erste Firma gegründet. Ein halbes Jahr später war ich zum ersten Mal in Taiwan.

Joël Kaczmarek: Warum in Taiwan?

Sascha Pallenberg: Also, wir haben angefangen, kleine Mini-PCs aus Taiwan zu importieren. Du konntest da eigentlich klassisch alle Büroarbeiten mitmachen. Und das fand ich spannend, weil es da auch wiederum eine sehr, sehr kreative Modder-Szene Drumherum gab. Da haben die Leute, die Dinger in Toaster eingebaut oder in Millennium Falcon, Bausitz oder in, Ich weiß nicht, Humidore und all so einen Scheiß. Das war ziemlich... Nah dran an der ersten Blase, der Dotcom-Blase, als die geplatzt ist. Du hast halt von den Banken keine Kredite mehr bekommen. Und dann musste ich halt irgendwie Marketing machen. Und dann habe ich halt angefangen, darüber zu schreiben.

Joël Kaczmarek: Während du so erzählst, überlege ich ja, hast du irgendwas Neurodiverses? Bist du irgendwie hochbegabt? ADHS, ist da irgendwas bei Dir in der Richtung los? Weil ich habe ja fast den Verdacht, ob du unterfordert, warst, so mit 20.

Sascha Pallenberg: Ja, ich bin auf jeden Fall immer unterfordert. Also ADHS ist am Start. Ich müsste eigentlich auch die ganze Zeit ein. T-Shirt. tragen. Bitte sprich mich nicht an, weil ich habe dann so wenig Selbstkontrolle, dass ich zwei Stunden mit dir reden möchte. Und eigentlich habe ich hier wirklich zu tun.

Joël Kaczmarek: Und bevor wir uns jetzt deinem zweiten Ding gleich widmen, Wie ist denn dazu so gekommen? Ich habe ja so den Eindruck, du bist ja auf eine Art, ein radikaler Typ. Also, du bist ja sehr extrem in dem, wie du bist. Nimmst auch kein Blatt vor den Mund. Also, ich erlebe Dich bei vielen Sachen als relativ fearless. Manchmal vielleicht auch ein bisschen wütend, aber ich habe immer so das Gefühl, mit einer Mission. Wie kam es zustande?

Sascha Pallenberg: Ich habe halt eine große Klappe. Mich interessiert die Welt. Mich interessiert das wirklich jeden Tag, was abgeht. Weil ich glaube, dass wir über einige Jahrzehnte der früheren und der neueren Geschichte zu viel Desinteresse auch begegengebracht haben. Indem wir uns, Ach, das ist alles hier. Super safe in Deutschland, guck mal, wie schön die Mauer ist unten, Ach, ist es schön. Und der Putin ist ein Lupenreiner Demokrat. Und was soll denn noch passieren? Guck mal, Wehrpflicht, Das können wir auch einstampfen. Wofür brauchen wir denn überhaupt noch militär und so? Also, es war so, Man hat sich in so eine Wohlfühlblase reingesuhlt. Und das war auch alles schön und gut. Während rechts und links einfach... Rein geopolitisch etwas andere Dynamiken unterwegs waren, Machtverschiebungen stattgefunden haben und auch industriell eine Entwicklung stattgefunden hat, wo ich glaube, wenn ich jetzt über meine alte Heimat Deutschland reden würde, wo wir hier und da zumindest dem Anschein nach bezüglich der Privatwirtschaft den Anschluss verloren haben, Wohin wir auf Forschungsebene nach wie vor weltführend sind. Dann haben mich auf einmal viele Dinge geärgert. Ich habe auch das Tech-Blogging angefangen, weil es mir auf den Sack ging, Wie über Tech berichtet, wurde in Deutschland. Ich habe diese Tech-Blase und ich kann mich noch an die ersten Events erinnern, an denen ich in Deutschland teilgenommen habe, weil da gab es keine Blogger bei SO Tech-Events. Da haben die Dich angeguckt, als würden dir ein paar Hummer aus den Ohren krabbeln. Und sehr abfällig. Dabei waren das die absoluten Luftpumpen gewesen, die damals über Tech geschrieben haben. Und auch offensichtlich kein Interesse. Es gab keine Berichterstattung für technikaffine Menschen in Deutschland. Es gab keine aufregende, keine, die Spaß gemacht hat. Und ich meine, Wenn du dich nicht für Technik interessierst, dann A, schreib nicht drüber und B, Wie kann man denn nicht für die Zukunft brennen? Also für ihr, wenn nicht für die Zukunft, wofür dann? Und dann merkst du, dass eigentlich alles zusammenkommt. Dieses Interesse für Entwicklung, für Globale und dann Halt Tech. Ich sag's immer und immer wieder, ich bin Tech-Romantiker. Ich glaube, dass Tech die Welt zum Guten verändern wird. Natürlich wird's auch verdammt. Nochmal ausgenutzt in einer Tour. Aber nach wie vor glaube ich daran.

Joël Kaczmarek: Alles klar. Lass uns zum zweiten kommen. Was ist das zweite, was du gerne schon mit 20 gewusst hättest?

Sascha Pallenberg: Das konterkariert das so ein bisschen, was ich zuvor gesagt habe, dass du einfach nicht studieren musst. Also nochmal. Es ist gut, wenn du es durchziehst, aber du musst es nicht unbedingt. Ich habe in meiner Bundeswehrzeit in diesen vier Jahren einfach viel, viel, viel von der ersten Hälfte darauf. Fokus gesetzt, okay, du musst das jetzt irgendwie durchruppen, damit du einfach auch nochmal ein Studium machst, weil dein Dad hat es auch über den zweiten Bildungsweg nur gemacht. Und er hat immer erzählt, wie schwierig das doch war. Deswegen mache ich es doch jetzt lieber richtig. Also auch da hätte ich ein bisschen Zeit sparen können. Ich glaube, dass die Erkenntnis, Und die kam dann so mit 31, 32, Also viele, Viele Jahre später, Dass wir im Zeitalter der Geeks uns bewegen. Ich hatte mal über viele, viele Jahre in meinen Profilen den Satz, The future belongs to the geeks, because no one else wants it. Und das hat mich sehr, sehr angetrieben. Du bist ja nicht schlauer, nur weil du ein Bachelor-Degree hast. Du bist ja jetzt nicht schlauer, weil du promoviert hast. Das Fach an,

Joël Kaczmarek: würde ich sagen. Also im Ingenieurswesen würde ich das schon sagen. Oder in Physik oder Mathematik.

Sascha Pallenberg: Absolut, aber auch da kannst du, Vielleicht bist du ja extrem gut, da drin, Dinge auswendig zu lernen.

Joël Kaczmarek: Es gibt auch Mathematikgenies, die nie Mathematik studiert haben, davon abgesehen.

Sascha Pallenberg: Ganz genau. Du hast ja dieses Benchmarking, was wir einfach auch gesellschaftlich über wahrscheinlich 200 Jahre oder 300 Jahre gesetzt haben. Dieses Studieren. Die entsprechenden Titel zu führen. Und dass es ein Indikator für irgendeine Art und Weise der Kompetenz ist. Vor allen Dingen Ein Indikator dafür, dass du zum richtigen Zeitpunkt ganz einfach die entsprechende für diesen Zeitpunkt nötige Kompetenz abrufen konntest. Übrigens, Das ist nicht ansatzweise ein pauschales Studienbeschwerde. Überhaupt nicht. Das ist verdammt wichtig. Aber ich habe leider einfach auch wahnsinnig viele Menschen erlebt, wo ich mir denke, meine Güte, Wie hat das denn wohl hingehauen? Da habe ich ein bisschen zu lange für gebraucht. Und die Chance zu haben, die mir das Netz geboten hat, Nämlich mir wissen anzueignen, weil ich die Möglichkeit habe, auf das gesamte Wissen der Menschheitsgeschichte zugreifen zu können. Von meinem Rechner, von meinem Smartphone, von was auch immer. Das habe ich dann einfach ausgenutzt. Und ich hätte mir gewünscht, dass ich das hätte. Früher so durchziehen können, begreifen können, Nicht so. Ich würde fast sagen, provinziell gedacht hätte.

Joël Kaczmarek: Du sagst mal, was Interessantes, weil ich habe auch darüber nachgedacht. Als ich bei Gründerszene angefangen habe, war das ja wirklich so, Ich hatte so ein Smartphone mit so einer Tastatur drunter. Und ich saß Die ersten vier Monate bestimmt bei jedem Mittagessen mit irgendwelchen Gründern da und habe mir die Begriffe aufgeschrieben, die ich nicht verstanden habe, die gesagt haben, um Sie hinterher in so ein Lexikon zu packen. So ein gründerszene.de, Vielleicht auch die, die es nicht kennen, weil ein Magazin über Startup und Unternehmertum. Da dachte ich so, Jesus, was also, das hast du im Studium, aber alles nicht gelernt, Aber was du dann natürlich lernst, ist Struktur. Also du lernst strukturell zu denken und wo du Informationen hast, kriegst und so weiter und so fort. Aber jetzt kommt der Bogen zu dem, was du gesagt hast. Also Mein Thema war ja im Prinzip mit Gründerszene, Das war natürlich eine Fachdomäne. Und in der Fachdomäne hast du dann Fachbegriffe gehabt, musstest dich bilden. Aber der Witz ist ja, wenn natürlich die Tools mittlerweile oder die Zukunft, was Du gesagt hast, Wenn Technologie Zukunft ist, die Zukunft mittlerweile den Bildungsweg signifikant, überholt. Das heißt, es wird so viel schneller. Was an Wissen entsteht, dass Du es gar nicht mehr in Lehrplänen abbilden kannst, dann hast du halt ein strukturelles Problem. Genau. Das heißt, Ein Kind lernt mit KI im zweifelsweise schneller oder mit einem YouTube-Video, Als wenn es an eine Uni geht. Und ich bin auch mal darauf gespannt, wie man dem Nachwuchs beibringt, mit dann irgendwie 15, Warum man Sachen noch in Büchern lesen sollte oder sich selbst beibringen und nicht einfach die Maschine fragen.

Sascha Pallenberg: Den ersten TEDx-Talk, den ich hier gegeben habe, das war, glaube ich, 2013 bei TEDx Münster. Und da war tatsächlich der Titel. The future belongs to the Geeks. Und da habe ich so ein bisschen. Die Apple-Geschichte erzählt, aber eigentlich von Ende der 60er Jahre her. Und zwar hat Steve Jobs für das Apple-Macintosh-Projekt Große Teile von Xerox PARC abgeworben, der Entwickler von Xerox PARC. Xerox PARC war im Silicon Valley der 70er Jahre eigentlich wie so ein Google X heute. Also packen. Packt die ganzen Freaks rein, die irgendwelche irren Ideen haben. Und bei Xerox PARC arbeitete Alan Kay. Und Alan Kay hat, Ich meine, 1969. Ein Patent angemeldet für eine Kiste, Die nannte sich Dynabook. A Computer for Children of All ages. Und den hat es aufgeregt, dass seine Kids immer mit 5 Kilo Schulbüchern zur Schule gehen mussten, die alle an dem Moment, an dem sie gedruckt wurden, schon Outdated waren. Und das Lustige ist, der hat eigentlich, Apple hat nachher, Zehn Jahre später, mal einen Prototypen davon gebaut. Und er hat mal Steve Jobs gesagt, Pass mal auf, mach deine Dinge irgendwie fünfmal sechs inches groß. Und You're Gonna rule the world. Und das waren sozusagen, die digital kompakt des ersten iPads gewesen. Und das waren aber auch die digital kompakt des ersten Dynabooks gewesen. Das sind so die Momente gewesen, die mich auch dabei unterstützt haben. Warum das aktuelle Bildungssystem zumindest partiell nicht in der Lage ist, dieser immer schneller werdenden Entwicklung gerecht zu werden. Wir haben ja heute immer noch kein Unterrichtsfach, was weiß ich, Medienkompetenz oder so. In einer Zeit, in der der ganze AI-Scheiß auf die Kids einballert. Wir haben es, denen ja noch nicht mehr erlaubt, Medienkompetenz zu bekommen, als sie mit den Algorithmen zugeballert wurden. Das muss man sich mal vorstellen. Das ist eigentlich unterlassene Hilfeleistung in jeglicher Form.

Joël Kaczmarek: Das Stimme ist, dass es sich bis heute nicht geändert hat, Dass die Kinder immer noch mit Rucksäcken rumlaufen, Dann haben Sie eine Digitalversion des Buches zu Hause. Haben wir auch nicht die Geräte in der Schule, um damit zu interagieren. Das ist ja ein Trauerspiel.

Sascha Pallenberg: Mein kleiner Neffe, der hat einen Turnister, der kann ja sicher einsetzen. Es ist ja ein völliger Wahnsinn. Übrigens, Das heißt natürlich nicht, dass ich anti-analog bin. Im Gegenteil, ich halte das für sehr, sehr wichtig.

Joël Kaczmarek: So, Nummer drei.

Sascha Pallenberg: Ja, diesen Sommer, Ich glaube am 17. Juni 2006 habe ich mich aus Deutschland abgemeldet. So in der Ecke. Also das ist fast 20 Jahre her. Ich bin erst knappe drei Jahre in die USA gegangen und dann rüber nach Taiwan. Das hätte ich früher hinbekommen sollen. Insbesondere Asien. Das war kein, das war nicht horizont, sprengen. Das war ein thermonuklearer Angriff auf meinen Horizont. Aber Taiwan war für mich, Ich würde fast sagen, eine Lebensrettung. Weil mich das Ausgeglichener gemacht hat, Weil es mir diese Extreme zwischen Vollgas und Runterkommen in einer Gesellschaft, die nicht so ellbogenmäßig unterwegs ist, Wo Respekt nicht in irgendwelchen bescheuerten. Gangster-Rap-Songs läuft, sondern tagtäglich gelebt wird, Wo du insbesondere nochmal als Ausländer, wo du nochmal respektvoller behandelt wurdest, mit offenen Armen empfangen wurdest, wo Menschen dir kontinuierlich geholfen haben, wo du in den Starbucks reingegangen bist, Ein Telefon auf den Tisch legen konntest, Drei Stunden rausgehen, wieder reinkommst, Telefon wieder in die Tasche packen kannst. All solche Sachen, wo man sich aus der klassischen Perspektive der westlichen Gesellschaft denkt, das ist ja irre. Irre ist es, dass es das bei uns nicht gibt. Das hat mir so gut getan, dass es da so ein Spa gibt für den Kopf, Weil das ist ja alles Denkkapazität, die du nicht mit irgendwelchen Anxieties vollpacken musst. tagtäglich, Also, wenn ich jetzt hier wie gerade im Ruhrgebiet bin, dann ist das Leben aggressiver und lauter. Und es ist narzisstischer. Und es ist hoppla, jetzt komme ich. Und in Taiwan ist es eher ein Community-Denken und ein Aufeinander-Aufpassen. Und ganz ehrlich, Ich will das auch nicht mehr anders haben.

Joël Kaczmarek: In Deutschland erlebe ich halt häufig, dass Leute sich egoistisch benehmen und rücksichtslos. Und wenn du Sie darauf hinweist, werden Sie noch aggressiv. Was ich dann immer emotionaler? Geisterfahrer nenne. Machst was falsch und fährst dann emotional. Eigentlich in die falsche Richtung, anstatt, dass du dich entschuldigst und zurückhaltend bist, fängst Du noch an, die Leute voll zu pumpen.

Sascha Pallenberg: Ja, Solidarität ist für viele einfach ein Relik aus Arbeitskampfzeiten. Der Ende 70er, 80er Jahre. In Taiwan hat man einfach auch früher schon auch in anderen asiatischen Ländern Masken getragen. Warum? Weil wenn du erkältet bist, trägst du eine Maske, damit Du andere nicht ansteckst. Und in Deutschland machen sich die Leute lustig. Ah, der Herbert, Der war wieder wie ihr Mutterschiff. Der hat das ganze Büro angesteckt mit seiner Scheiß Grippe. Das ist ja völliger Wahnsinn. Und das vermisse ich.

Joël Kaczmarek: Mal abseits der Tatsache, dass jetzt wir zwei alte, weiße Männer uns hier über Deutschland aufregen. Und früher war alles besser. Wie ist denn das so, wenn man nach Taiwan zieht? Was würdest du sagen, was ist das für ein Leben? Wie fühlt sich das an, wenn du das Menschen mal greifbar machst?

Sascha Pallenberg: Es ist die für mich persönlich wunderbarste Art von eingebetteter Tradition. In einem Land, Was Fortschrittsgeil ist. Wo, wenn du auf die Computermärkte gehst, dann ist es egal, Ob Männlein, Weiblein, alles dazwischen, außerhalb, Welches Alter, Das ist, so Ultradivers. Und alle haben Bock darauf, sich mit Tech auseinanderzusetzen. Es IST SO KEINE Ja-Aber-Deutschland-Mentalität, sondern eher eine Was-Kann-Das-Denn. Was macht das denn, sich anzünden lassen? Für etwas Neues? Das heißt aber übrigens nicht, dass man unkritisch ist. Also, das mag ich sehr, sehr gerne. Und das nächste ist, Es gibt durchaus eine Form des Patriotismus in Taiwan, der mich fasziniert. Und zwar ist das ein Patriotismus, Wir sind stolz darauf, was wir geschaffen haben in den letzten fünf Jahrzehnten. Dass wir mehr oder weniger die Industrialisierung übersprungen, haben, dass wir vom Reisfeld ab in ein Semiconductor-Business Hineingesprungen sind. Das ist absolut faszinierend. Und dass sie das wichtigste Land der Welt sind, Nicht nur die wichtigste Insel, Sie sind de facto das wichtigste Land der Welt. Wenn die Lieferketten nach Taiwan Podcast werden, läuft weltweit nichts mehr. So einfach ist es. Und viele glauben das gar nicht, dass das dem Halt so ist. Das ist so toll zu sehen, wie auch viele jüngere Menschen, die zum Beispiel zum ersten Mal wählen dürfen, Wie die sich freuen darauf, sich einbringen zu können, wie die Demokratie gelebt wird. Audrey Tang, die, Ich weiß gar nicht mehr, ob sie noch digital kompakt ist, Aber die hat halt alle fünf, sechs Wochen Hackathons. durchgeführt, um daran zu arbeiten, Wie können wir Regierungsplattformen verbessern. Wie können wir alle zusammen daran arbeiten, Dass Demokratie als auch wichtige Teilhabe wahrgenommen wird. Demokratie muss zum Mitmachen auffordern. Demokratie muss deswegen auch sehr, sehr transparent sein. Da gibt es, alleine, da kann ich, glaube ich, wahrscheinlich 20 Stunden am Stück drüber reden, was Sie da installiert haben und wie das gelädt wird und wie das rüberkommt. Natürlich auch nicht bei allen, ist doch ganz klar. Aber ich habe erlebt, wie viel Power das haben kann, Demokratie. Und dafür einstehen. Und wie stolz man darauf ist. Wohingegen, Und dann sind wir wieder bei diesem klassischen Deutschland-Bashing. Hier hast du ja, ich weiß es nicht, Wie viele 10, 12 Prozent, die Dir sagen. Nee, Demokratie, Das ist irgendwie, Wir brauchen jetzt mal wieder so eine starke Hand oder so. Ich glaube, Tatsächlich ist es nur so in diesem niedrigen zweistelligen Prozentbereich. Aber Tatsache ist, Jede Achte oder Neunte denkt genau das. Wie hirnverbrannt muss man sein? Wie Fett und wie Träge und Faul muss man sein, so etwas zu denken, wo du hier einfach in einem Land lebst, wo du safe bist? Die sich um alles kümmern für dich. Und wenn ich mir Taiwan angucke, da kannst du dann halt 160 Kilometer weiter im Westen. Genau über solche Sachen nicht mehr reden. Sondern im Gegenteil, die wollen alles tun oder alles dafür in Bewegung setzen, damit du das auch in Zukunft irgendwann mal nicht tun darfst, dass du nicht mehr frei bist. Und das macht dich nicht nur sehr nachdenklich, das macht dich sehr, sehr demütig. Und sehr, sehr dankbar dafür, dass du in so einer Gesellschaft leben darfst.

Joël Kaczmarek: Gut. So, drei haben wir schon. Halbzeit ist geschafft. Was ist das vierte Ding, wo du sagst, hätte ich gerne mit 20 gewusst?

Sascha Pallenberg: Dass freie Tagung und Urlaub durchaus ein interessantes Konzept sind. Das habe ich, ja, Lernen müssen. Ich war zwischen 2017 und 2021 vier Jahre lang bei der Daimler AG. Und als ich da angefangen habe und... Das erste Wochenende, dann da saß beim Onboarding in Stuttgart und Wache Samstag morgens auf und wusste nicht, was ich machen sollte. Ich wusste mit mir nichts anzufangen. Und dann habe ich in zwei LinkedIn Beiträge geschrieben, was man alles für bekloppte Sachen macht, wenn man zu viel Zeit hat. Und ja, ich habe tatsächlich sieben Jahre lang keinen Urlaub genommen, zuvor. Und habe halt sieben Jahre durchgerockt. Natürlich kann man sagen, okay, du bist auch durch die Weltgeschichte geflogen. Die Leute, die immer sagten, oh, guck, mal hier, Da ist er in San Francisco und dann fliegt er zurück nach Seoul. Und dann ist er schon wieder in Berlin und dann in Barcelona. Und dann fliegt er wieder nach New York und ist hier nur unterwegs. Der hat ein Leben. Ich habe mich damals immer darauf gefreut, dass ich in den Flieger steigen konnte, weil es da kein Internet damals gab, weil dann deine Ruhe hattest.

Joël Kaczmarek: Was ich ja bei dem Thema noch interessant fand? Mit den freien Tagen und dem Urlaub, warst du jemals so Burnout nah oder da drin? Weil ich meine, das, was du beschrieben hast, ist ja nicht gesund.

Sascha Pallenberg: Ja, ja, ja, absolut. Da ging dann einfach auch nicht mehr viel. Du merkst, dass dann dünnhäutig werden, unausgeglichen, schlecht schlafen. Und so weiter, Energie fehlt dir dann und ja, all diese Dinge, das merkst du schon. Genauso wie du merkst, das war vielleicht auch Teil dieses. Burnout oder wie sich das dann dargestellt hat. Ich habe, ohne es persönlich zu merken, mich in eine Ecke geblockt, wo das dann auch nicht mehr weiterging. Was soll denn da noch passieren? Mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Mehr Geld verdienen, mehr Reichweite. Das sind doch auch alles jeweils KPIS oder Benchmarks, die so austauschbar sind. Deswegen habe ich nicht angefangen, über Tech zu schreiben. Sondern ich habe angefangen, darüber zu schreiben, weil ich Bock darauf hatte. Und ich hatte immer Angst davor gehabt, Dass das dann irgendwann mal in einem Kommentar unter einem von meinen Artikeln oder YouTube-Videos oder wie auch immer stehen würde, Sascha, hast du keinen Bock mehr. Weil dann ist das ja schon das Ende der Entwicklung gewesen, Weil es nun auf einmal offensichtlich für die Menschen auch sichtbar wurde. Und das war dann auch der Grund gewesen. Warum ich mich dann dazu entschieden habe, nochmal, was anderes zu machen und in einen Konzern gegangen bin.

Joël Kaczmarek: Ich habe die Tage, habe ich so ein Video von Rezo gesehen, wo der so beschreibt, ja, Als YouTuber ist es ja so, du hast die ganze Zeit irgendwelche Drehs und die ganze Zeit. High Action, Also, das ist ja auch so schön. Dopaminkick-mäßig. Und wenn du zur Stille kommst, dann kommst du ja ans Nachdenken. Und dann kommen auch die Sachen wieder hoch. Das Problem ist nur, wenn du nie stille hast. Dann sammelt sich das an. Und wenn du dann mal stille hast, dann kommt da so eine ganze Flut. Und deswegen arbeiten viele einfach gerne weiter. Hast du das auch? so erlebt?

Sascha Pallenberg: Ja, das Problem nicht mehr reflektieren zu können. Die Reflektion, die du bekommst und das Feedback, was Du bekommst, ist ja entweder aus einer klassischen Fanboy-Blase oder aus einer Hater-Blase. Ich habe ja auch eine durchaus große Hater-Blase gehabt. Tatsächlich auf auf Facebook damals Hatergruppen gehabt, Was ich als einen großartigen Indikator angesehen habe, dass ich offensichtlich was richtig mache. Und du kriegst halt nur diese zwei Extreme mit. Deswegen braucht es darunter immer ein Feedback, was du direkt in dem Fall von einem Businesspartner hast. Vielleicht auch Feedback aus der Branche selber heraus, Also von Kolleginnen und Kollegen, die man als eine gewisse Respektperson ansieht. Die man vielleicht einfach auch als Inspiration oder so genommen hat, das hilft. Aber auch da ist man dann ja immer noch sehr in dieser eigenen Blase drin. Das bekommst du nicht hin, ohne dass Du aus Selbiger herausspringst. Und dafür gibt es auch einen Urlaub. Selbst die ersten Urlaube waren ganz schlimm, also mit Abschalten und so. Aber ja. Das kann ich nur bestätigen, was der Rezo da gesagt hat. Wenn du kontinuierlich lieferst und dieser Druck des Inhaltsproduzierens, der konditioniert, der sozialisiert dich ja auch durchaus. Vor allen Dingen, wenn du das über viele, viele Jahre machst und dann erkennst du vielleicht gewisse Entwicklungen. Nicht früh genug, wo man halt vielleicht ein paar Jahre früher schon hätte, ein bisschen einfacher gegenwirken können. Ich glaube, ich wollte einfach immer liefern. Also, ich hatte eine Aufgabe. Meine Aufgabe war es abzuliefern. Und das habe ich dann einfach auch durchgezogen.

Joël Kaczmarek: Aber apropos abliefern, einen Schuldest, du mir noch, den fünften.

Sascha Pallenberg: Zu lernen, aus einer immer mehr Welt in eine genug Welt zu kommen. Dieses Kontinuierliche, das muss immer besser. Da geht noch ein bisschen oben drauf, und da kannst du noch ein bisschen mehr schaffen. Und komm, geht noch, halt durch, Die anderen könntest du auch und mach doch. In ein, Ich brauch das nicht, ich brauch, ne lass, ne lass gut sein, Vielen Dank, brauch ich jetzt nicht mehr. Passt jetzt gerade nicht mehr so in mein Lebensmodell rein, was Du mir da anbieten möchtest, will ich nicht. Das ist in einer in einer Wettbewerbsgesellschaft und dann auch noch als competitive Person, die ich glaube, ich durchaus bin, die dann auch noch in einem ultra competitive Umfeld so lange gearbeitet hat, war das so, glaube ich, die größte Erkenntnis, die ich hatte in meinem Leben. Nein, du musst das nicht. Nein, du machst jetzt mal ruhig. Du machst jetzt einfach nur das, was du möchtest. Und wenn die anderen meinen, die müssen jetzt das und bei dem, dann musst du einfach nicht. Und wofür brauchst du denn mehr? Jetzt frage ich mich zwar auch gerade, nachdem ich wieder in eine größere Wohnung umgezogen bin. Von Taipei nach Taichung, was toll ist und ich auch happy bin, aber... Auch durch den Umzug habe ich es rein evolutionstechnisch nicht hinbekommen, dass ich in zwei Räumen gleichzeitig sein kann. Geht nicht. Geht einfach nicht. Ich kann auch keine zwei Kappen gleichzeitig aufmachen. Kann ich schon, Das sieht nur ziemlich, bescheuert aus. Aber dieses unfassbare Mehrhaben und mehr ist ja mehr, haben der Caschy. Und ich immer gesagt in unserem Podcast. Das musste ich lernen, aus dieser Welt herauszukommen und genügsamer zu werden. Natürlich ist das auch ein bisschen anders oder ein bisschen schwieriger, weil wenn du selbstständig bist. Und ich glaube, Ich habe in die deutsche Rentenkasse vier Jahre Bundeswehr und dann nochmal irgendwie ein Jahr eingezahlt. Das heißt, wenn ich in die Rente gehe, dann kann ich mir wahrscheinlich jeden Monat eine Kiste Bier von Deutschland nach Taiwan schicken lassen. Das wird dann so ungefähr, so das Äquivalent zu meiner Rentenzahlung sein. Das heißt, ich bin natürlich auch etwas anders getrieben, davon zuzusehen, dass ich auf Deutsch gesagt, den Hintern auch irgendwann mal an die Wand bekomme. Und dass du dann da finanziell nicht absäufst. Also musst du dich selber darum kümmern und vorsorgen. Und da kann dieses mehr auch... sehr, sehr stark mit hineinspielen, zu wissen, okay, was brauche ich denn überhaupt? Muss ich?

Joël Kaczmarek: Ich hatte so einen Moment, ich bin da durch Saigon gestiefelt und da habe ich gedacht, ich spinne, gucke ich, Da gab es einen Laden, Da haben die Mülleimer von Brabantia verkauft. Da dachte ich, What the fuck? Hier gibt es einen Brabantia-Flagship-Store? What the fuck? Ich glaube, wenn ich mich nicht täusche, ist es eine deutsche Marke, so Mülleimer. Und dann habe ich so gedacht, So wie traurig ist denn das, dass ich ans andere Ende der Welt fahre? Und entdecke ich hier die gleiche Scheiße, die ich bei mir auch kriege. Also tolle Mülleimer. jetzt, Nichts gegen Brabantia, Aber da dachte ich so, wie kann das denn sein? Und ich meine, Ich habe den gleichen Erfahrung mit New York gemacht. Also, ich bin ziemlich weit in den Westen und ziemlich weit in den Osten gefahren. Und überall gab es das Gleiche. Und dann fängst du an, Dich in diesen Hochhäuserschluchten da umzugucken und denkst so, okay, warte mal, Irgendwie sind es hier die gleichen Brands. Und irgendwie kriegst du im Marketing immer den gleichen Scheiß eingeredet, Nämlich Du brauchst ein Haus, ein Auto. Wenn du zwei Kinder hast, brauchst Du eigentlich zwei Autos. Dann noch im besten Elektro, dann einen großen Fernseher, Vielleicht willst du auch noch einen Fernseher im Schlafzimmer haben, Neues Handy, jedes Jahr, Laptop, also die Finger werden immer mehr an den Händen, die ich jetzt aufzähle. Ja, und was passiert dann? Die Leute verheben sich finanziell. Und dann bist du eigentlich dabei, dass Du Sachen machst, auf, die du gar keinen Bock mehr hast, weil du klassischerweise irgendwelchen Träumen. Hinterher rennst, die gar nicht deine sind, sondern die dir so im Marketing eingeimpft sind. Und wenn man das Mal verstanden hat, sich sozusagen alles klar, Irgendwie habe ich auch so dieses, Ich muss ein Haus besitzen, dann bin ich abgesichert und das gehört mir. Ja, aber da hört das Zahlen auch nicht auf. Im Gegenteil. Dann macht das ja was mit einem. Und jetzt bin ich aber neugierig, was war denn, so dein Pfad, das loszulassen? Wie bist du denn dazu gekommen, dieses immer mehr, dass du das quasi aus deinem System rausgekriegt hast?

Sascha Pallenberg: Die Corona-Zeit hat das eigentlich wirklich beschleunigt. Ich habe ja auch während Corona meinen Job beim Daimler gekündigt. Ich hatte eigentlich einen Rentenshop da gehabt. Die haben mich machen lassen, was ich wollte. Es war wirklich easy. Das war vom Arbeitspensum, wenn ich zum Teil gesehen habe. Im Vergleich zu vorher war das ein Spa, meiner Meinung nach. Und die haben immer noch gedacht, dass ich die ganze Zeit nur am Arbeiten bin. Corona-Zeit, das hat mich einfach komplett abgeholt. Ich war zum ersten Mal länger als sechs Wochen in Taiwan. Auf einmal zweieinhalb Jahre am Stück. Ich kam es ja nicht mehr runter, Insel war zu. Und das war eigentlich ein ähnliches Erwachen, wie damals, als ich 30 geworden bin. Das war so die zweite. Ohne Kiffen. Ohne Kiffen auch noch. Die zweite große Erkenntnisphase. Was möchtest du im Leben? Was brauchst du noch? Möchtest du gerne hier in Taiwan sein? Das fühlt sich hier gut an. Du möchtest eigentlich gar nicht mehr an Deutschland reisen oder in der Weltgeschichte herum. Du bist hier sehr, sehr glücklich und fühlst dich hier, sagen wir mal, geborgen fast.

Joël Kaczmarek: NA gut, Sascha Pallenberg, Nummer 1. Eine vernünftige Ausbildung und Unterordnung sind schon hilfreich. Nummer 2. Du musst nicht studieren. Nummer 3. Der Wechsel ins Ausland ist wertvoll. Nummer 4. Freie Tage und Urlaub sind durchaus ein interessantes Konzept. Und Nummer 5. Lerne aus einer immer mehr Welt in eine genug Welt zu kommen. Also, wenn ich jetzt mal hier was sagen darf, Ich mag den Letzten am meisten, weil das ist wirklich so ein, Ich glaube so ein Zeitgeist-Thema, das tut uns allen glaube ich ganz gut, gerade wenn wir uns so ein bisschen wieder reduzieren.

Sascha Pallenberg: Tatsächlich passte die Chronologie auch eins zu eins. Das ist die chronologisch richtige Reihenfolge, die ich durchlaufen habe. Und das sind alles jetzt sehr, sehr spontane Statements gewesen. Aber so wie du dich jetzt gerade nochmal so kompakt aufgezählt. hast, beschreibt das ganz gut. Meine letzten 34 Jahre der persönlichen Entwicklung. Und genauso In dieser Reihenfolge bin ich das durchgegangen. Von daher... Ist das tatsächlich jetzt hier auch, Ich weiß es nicht, Ob du in irgendeiner Art und Weise auch hier therapeutische Zwecke oder so mit in die Waagschale wirst? Mit deinem Format. Aber es war spannend zu hören, so, wie du das gerade beschrieben hast. Ja, cool. Dankeschön.

Joël Kaczmarek: Freut mich. Lieber Sascha, bis zum nächsten Mal und auf, dass das nicht wieder zehn Jahre dauert.

Sascha Pallenberg: Das kriegen wir hier nicht. Danke, Joël.

Intro & Outro Speaker: Wow, das war ein inspirierendes Gespräch, oder? Denk dran, Jeden Freitag, Dem fünften Tag der Woche, erscheint eine neue Folge. Also Abonnier den Podcast unbedingt,

Joël Kaczmarek: damit du keine Episode verpasst. Und Teil, die noch total gerne mit deinen Freunden oder Kollegen. Und wo wir schon über fünf Dinge sprechen, Eine Fünf-Sterne-Bewertung auf der Podcast Deiner Wahl hilft uns sehr, damit noch mehr Menschen von diesen inspirierenden Geschichten profitieren können. Nimm Dir doch kurz Zeit dafür. Genauso wie für einen Besuch auf unseren Social-Media-Kanälen, um Updates und exzessive Inhalte zu erhalten. Die links findest du in den Shownotes. Wir freuen uns nämlich über deine Anregungen und Feedback zu zukünftigen Themen und Gästen. So, Und jetzt hören wir nochmal in unseren Podcast rein. Bis zum nächsten Mal. Bleib inspiriert und neugierig. Dein Joël.

Intro & Outro Speaker: Gib Mir fünf oder mehr, Gib mir alles, was du mir sagen kannst und sag, was hast du gelernt? Von Fallen und aufstehen, suchen und klar sehen. Weißt du jetzt, was du willst? Weißt du jetzt, was du brauchst? Wie lang hat es gedauert und was hat es gebraucht? Ist es gut, wie es ist? Woran feilst du noch? Komm, erzähl es mir und der Welt bist du so geworden, wie du gemeint, warst? Oder völlig anders wie ein Zaungast? Du bist schon weit gegangen, bist du angekommen in deiner Hall of Fame komm her und sei wirklich ehrlich. Was ist für Dich heute? Unentbehrlich? Sollen wir fertig sein oder einfach sein? Wir sind Gib mir alles, was du mir sagen kannst und sag, was hast du gelernt? Vom Fallen und Aufstehen, Suchen und Plasen. Weißt du jetzt, was du willst? Weißt du jetzt, was du brauchst? Wie lang hat es gedauert und was hat es gebraucht? Ist es gut, wie es ist? Woran feilst du noch? Komm, erzähl es mir und der Welt. Weißt du jetzt, was du willst? Weißt du jetzt, was du brauchst? Wie lang hat es gedauert und was hat es gebraucht? Ist es gut, wie es ist? Woran feilst du noch? Komm, erzähl es mir und der Welt, und jetzt du.