TV-Moderator Matthias Killing: Über Lebensgenuss und Familienbande

25. Februar 2026, mit Joël Kaczmarek

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Matthias Killing: Dieser Kölner Spruch, Es hätte doch immer gut gegangen. Das würde ich gerne mir mit 20 auch sagen und mir damit irgendwie auf die Reise geben. Hab wirklich Vertrauen in das, Was kommt. Wenn du fleißig bist, wenn du fair bist. Wenn du ehrlich bist, dann kannst du im Leben ganz, Ganz viel erreichen. Ich habe dieses Wort missgunst, komplett aus meinem Leben gestrichen, auch im Privaten Aus meinem Leben gestrichen. Und ich freue mich mit anderen. Und das Leben ist so viel schöner und so viel einfacher und so viel entspannter, wenn man einfach auch andere strahlen lässt.

Intro & Outro Speaker: Gib Mir fünf oder mehr, Gib mir alles, was du mir sagen kannst und sag, was hast du gelernt? Vom Fallen und Aufstehen, suchen und Versehen. Und jetzt Du

Joël Kaczmarek: High Five, Leute, ich bin Joël und herzlich willkommen zu einem Wisdom Wednesday, wo ich heute einen, Ich würde fast sagen, alten Wegbegleiterfreund. Am Start habe, der extrem viele Sachen mag, die ich auch mag, unter anderem Sport und die Medienwelt, der Liebe Matthias... Killing nämlich. Der ist Moderator bei SAT.1. Ihr kennt ihn bestimmt auch fleißig vom Frühstücksfernsehen, wo ich ja auch schon ein paar Mal sein durfte. Und aber auch vom Sport. Also ran und Matthias, Das ist immer Pflichtprogramm. Und er hat auch einen eigenen geilen. Podcast, by The way, Da solltet ihr unbedingt mal reinhören. Redebedarf, Zusammen mit Karen Heinrichs, glaube ich. Also, und der Liebe Matthias, Der sieht ja extrem viel. Er reist viel, er lernt, viele Menschen kennen. Und da dachte ich, ey, wen sollte ich fragen, wenn ich von Menschen lernen will, wenn nicht ihn, wenn man so viele unterschiedliche Dinge erlebt. Deswegen tauchen wir heute mal in seine fünf Dinge, die er gern schon mit 20 gewusst hätte. Schön, dass Du da bist.

Matthias Killing: Also erstmal vielen Dank für die Einladung, freue mich sehr, hier zu sein. Danke auch für die Erwähnung unseres Podcast, Ein kleines Baby, was wir vor einigen Wochen erst auf die Welt gebracht haben, was wahnsinnig viel Spaß macht. Und deswegen bin ich auch so gerne in Podcast zu Gast. Ich liebe Podcast. Und freue mich jetzt total, eben selbst einmachen zu dürfen, Aber eben auch, über das eigene Leben zu sprechen. In deinem schönen Podcast. Und ich war ja schon mal bei dir zu Gast. Und das hat mir damals sehr, Sehr viel Freude gemacht und ich bin total gespannt. Ich habe mich gar nicht viel vorbereitet, weil ich dachte, wir werden sicherlich an der einen oder anderen Stelle in die Tiefe gehen. Ich wusste auch gar nicht, dass eine Kamera mit dabei ist, Deswegen sehe ich aus wie Schlunz, aber so sehe ich halt immer aus. Ja, also für alle, die uns zuschauen und per Video gucken. Bei der Arbeit ist was anderes. Das ist Matze privat.

Joël Kaczmarek: Ja, gut, dafür freue ich mich, dass du gekommen bist, weil ich habe schon, berichtet, wenn man in dein Studio kommt, ich weiß nicht, geht dir das auch, so? Oder fühlt sich das nur für mich von außen so an? Ich habe das Gefühl, ich betrete so einen Mikrokosmos, wenn man bei Euch im Frühstücksfernsehen ist. Die Türen gehen zu, Auf einmal ist alles ganz hell, alles ist gute Laune und jeder hat so einen Vibe.

Matthias Killing: Ja, aber das ist ja das Schöne, wenn du einen Vibe, also, wenn du einen Job hast, wo du gerne hingehst und wo alle gerne hingehen und wo man... Gerne miteinander ist, dann ist das ja das größte Geschenk. Und das ist tatsächlich, so, wenn die Türen dann zugehen, auch wenn sie auf sind. Wir senden ja auch manchmal von draußen, vom Parkplatz oder so. Wir haben da immer gute Laune. Ich hatte jetzt wieder eine Begegnung vor ein paar Tagen mit Alexander Herrmann, dem Star-Koch, Sterne-Koch, Fernseh-Koch. Und der sagte, ey, das ist so cool bei euch. Und das ist alles so völlig ohne Konzept. Aber irgendwie doch mit Konzept und nicht sagen, naja, Wir sind so ein bisschen Chaos mit Konzept, und wir sind auch als Moderatoren so ausgesucht worden, irgendwann mal vor grauer Uhrzeit, weil wir sowas können. Also, es klingt jetzt, so blöd, wenn man immer von sich selber sagt, ich kann da etwas, Aber wir alle haben das Talent, Chaos mit Konzept zu kreieren.

Joël Kaczmarek: Ich habe ja anfangs gedacht, nehmen die da Drogen? Warum sind die alle so gut drauf um so eine Uhrzeit? Um diese Uhrzeit,

Matthias Killing: ja.

Joël Kaczmarek: Und irgendwann merkst du so, nee, die haben da einfach richtig Spaß dran. Die machen da einfach Fun.

Matthias Killing: Also genau, Drogen nein, habe ich glaube ich mit 20 mal, womit wir beim Thema sind, mal probiert, irgendwie zweimal gekifft oder so, und das war es. Nee, überhaupt nicht, sondern einfach, Wir haben alle ein fröhliches Gemüt, dort. Das ist ein schönes Bild,

Joël Kaczmarek: Das trifft fröhliches Gemüt.

Matthias Killing: Und ich habe das große Glück, in zwei Bereichen arbeiten zu dürfen, in die ich immer wollte. Zum einen eben in dieser Gute-Laune-Fabrik des Frühstücksfernsehens, Dass das eine und das andere eben... Auch in meiner beruflichen Karriere wahnsinnig viele tolle Sportevents begleitet zu haben und weiter auch zu begleiten. Und das ist das, was mich seit ich denken kann, interessiert. Und damit dabei zu sein, das ist für mich... Immer noch das allergrößte.

Joël Kaczmarek: Und sag mal, ich frage Ja, Leute immer gerne, wenn ich anfange, über ihre fünf Dinge zu reden, Wie alt Sie sind, damit? Ich verstehe, von wo aus Sie auf die 20 zurückkommen. Magst Du das teilen?

Matthias Killing: Ja, selbstverständlich gerne. 46. und ich schaue also zurück auf die letzten 26 Jahre meines Berufslebens. Ich habe also mit 20 tatsächlich auch schon dann angefangen, zu arbeiten oder früher sogar schon angefangen, wirklich zu arbeiten. Aber ich sag mal, Mit 20 begann so, mit 19 begann so die Zeit, wo es dann ernst wurde. Und wo es auch darum ging, das erste Mal irgendwie wirklich Geld aufs Konto zu bekommen. Für das, was man da tut. Am Anfang natürlich sehr, sehr wenig, aber das war mit 19, 20 dann trotzdem viel. Und so begann das eigentlich bei mir, also vor 26 Jahren. Das klingt schrecklich, wenn ich das sage. Wirklich fürchterlich, weil ich in meinem Kopf, ich bin in meinem Kopf mit 28 stehen geblieben. Ich bin immer noch so ein kleiner, Junge und wenn dann so Praktikanten zu mir kommen. Und sagen, hey, ich bin 23. Und dann denke ich immer, ja, geil, Uns trennen nur drei Jahre. Ah, ne, es sind 23. So ist das ja.

Joël Kaczmarek: Okay, Und als ich dich gefragt habe, ob wir darüber reden wollen, was war so das erste Ding, Was dich Ansprang mit 20, was du da schon gerne gewusst hättest?

Matthias Killing: Also, erstmal finde ich die Idee super und finde das einfach darüber, mal zu sprechen und auch zu reflektieren. gut. Und ich habe mir ganz bewusst im Vorfeld gar nicht viele Gedanken gemacht, weil ich dachte, Das entsteht vielleicht auch im Gespräch hier. Und ich bin ein großer, Großer Fan von dem Wort. Authentizität. Glaubwürdigkeit. Und für mich kommt eben die Glaubwürdigkeit über die Authentizität, wenn man einfach so ist, wie man ist. Und wenn das erste, woran? Ich denke, Wenn ich heute meinem 20-jährigen ich gegenüberstehe, dann würde ich ihm sagen, sei nicht so verbissen. Sei nicht so verbissen, sei nicht so im Kopf und sei nicht so wahnsinnig fokussiert. Ich glaube, dass meine Fokussierung, die ich damals hatte, mir an der einen oder anderen Stelle auch tatsächlich einen Stein in den Weg gelegt hat, den ich dann ausräumen musste. Aber ich war unglaublich ehrgeizig. Ich wollte unbedingt das schaffen, übrigens, was ich heute mache. Mit 13 schon. Und ich habe alles dafür untergeordnet und ich habe alles stehen und liegen gelassen, um das zu erreichen. Ich bin wahnsinnig früh sehr viel umgezogen. Wenn der nächste Job in Köln war, bin ich nach Köln gezogen. Wenn der nächste Job nach Köln in München war, habe ich meinen... Köfferchen gepackt und bin nach München gezogen. Und was ich auf der Strecke habe, liegen lassen, Das sind zum Beispiel Freundschaften, Das sind soziale Kontakte, Das ist so ein bisschen so dieses auch Jugendliche Partyleben. Für mich war immer wichtig, wo ist der nächste Job? Für mich war nie wichtig, wo ist der nächste Club? Ja, ich hatte auch meine Zeit, wo ich feiern gegangen. bin, auch wild feiern gegangen bin und so. Aber ich würde meinem heute 20-Jährigen ich gerne sagen, Mach dich locker, Es wird alles gut. Sei nicht so verbissen und sei nicht ganz so ehrgeizig. Dein Talent ist da und du wirst deinen Weg gehen. Das ist so ein bisschen mein erstes Gefühl. Und auch das erste, woran ich gedacht habe, als du mir deine Anfrage geschickt hast.

Joël Kaczmarek: Das ist ganz lustig, weil als du eben gesagt hast, Eine gute Laune-Fabrik, habe ich gedacht, stimmt, Die haben alle da irgendwie so ein Feeling. Und dann habe ich gedacht, wenn einer, wie ich jetzt da mit dabei wäre, Würde ich da funktionieren, oder bin ich auch so in diesem Business-Ehrgeiz-Ding drin? Und ich weiß genau, was du meinst. Wenn man so verbissen ist, dann strahlt man auch was Komisches Aus. Und ich lege das auch ab. Also, ich finde es irgendwie wertvoll, wenn man ehrgeizig ist, also Dinge bewegen will, aber auch nicht um jeden Preis. Weil ich finde das Schlimme an so Verbissenheit, ist ja, dass du irgendwann anfängst, Ellenbogen zu entwickeln. Und dann nicht mehr so achtsam. Auch mit deinem Umfeld bist.

Matthias Killing: Und ich habe auch eine Zeit lang Ellenbogen gehabt und ich habe auch eine Zeit lang, also, ich habe nie unfair gespielt. Das habe ich nie gemacht. Ich hasse unfairness so. Aber ich habe natürlich links und rechts geguckt und habe auch missgünstig auf andere geschaut, Gerade so auch in der Zeit, die möglicherweise in diesem jungen Alter schon mehr auch erreicht haben. Als ich. Und ich habe gedacht, wieso hat denn der das erreicht? Und ich nicht? Hä? Geht ja gar nicht. Und das ist etwas, Natürlich hat mich das angetrieben und natürlich hat mich das auch getriggert und natürlich hat mich das auch motiviert, selber in dem, was ich tue, gut zu werden. Aber ich war zum Teil sehr verspannt und sehr angespannt. Und ja, der Ehrgeiz hat mich auch dahin gebracht, wo ich heute bin, Nämlich in einem Beruf zu arbeiten, was ich mir als Jugendlicher erträumt, habe. Aber das wäre so der erste Rat an mich. Du hast recht, das ist etwas, was einen auch hemmen kann.

Joël Kaczmarek: Naja, Vor allem in deiner Sparte muss es ja unglaublich schwer sein. Wie gelingt euch das denn auch bei so einer Show? Weil ihr seid ja mehrere Moderatoren und so, wie ich die Medienwelt kennengelernt habe, ist doch ganz oft so diese Denke, Wie viel zeigt die Kamera auf mich? Also ich weiß, ich habe mit Götz Otto mal drüber geredet, der meinte, Ja, beim Theater gibt es so ein paar Tricks, Dann stellst du dich ins Licht, dann kriegt der andere kein Licht mehr ab. Wie schafft ihr das denn, dass Ihr da so ein Team seid, wo das gerade nicht so ist?

Matthias Killing: Genau, da sind wir genau an dem Punkt und auch an dem Ursprung, Weil ich hatte auch die Zeit, dass ich gesucht habe, wo ist das beste Licht, aber für mich. Und ich habe sehr früh, sehr, sehr früh gelernt, dass man damit nicht weiterkommt, sondern ganz im Gegenteil, dass man damit auch auf Deutsch echt auf die Schnauze fallen kann. Und warum das bei uns funktioniert, ist etwas, was ich auch allen jungen Leuten immer wieder mitgebe. Ich nehme jetzt mal das Beispiel. Doppelmoderation. WIR SIND JA in... Beim Frühstücksfernsehen, auch beim Sport, ab und zu auch in einer klassischen Doppelmoderation. Und wenn du es, Und das gilt aber auch für viele andere Dinge im Leben, Und wenn du es schaffst, auch wirklich aus dem Herzen, schaffst, deinen Partner zu heben, dann wirst du als Team immer als sehr positiv wahrgenommen. Also, wenn du es schaffst, deinen Partner mitzunehmen, ins Licht, dann funktionierst du als Team. Und Ihr habt beide gutes Licht und ihr werdet als positiv wahrgenommen. Wenn ich meinen Partner oder meine Partnerin runterdrücke, dann habe ich vielleicht das bessere Licht. Aber ich werde automatisch auch als arrogant, als der mit dem Ellbogen wahrgenommen. Und das habe ich eben sehr früh gelernt. Und das ist, glaube ich, Das ganz große Geheimnis, Auch bei uns im Frühstücksfernsehen-Team, aber auch bei uns im ran-Team mit meiner Kollegin Andrea Kaiser. Wir sind ein Team und wir sind nicht auf dem Papier einfach eine Mannschaft, die zusammenhält, sondern wir halten wirklich zusammen. Und wir heben uns gegenseitig, und wir gönnen auch dem anderen Erfolg. Oder vielleicht sogar an der einen oder anderen Stelle. Mehr Erfolg. Und ich habe dieses Wort missgunst, komplett aus meinem Leben gestrichen, auch im Privaten Aus meinem Leben gestrichen. Und ich freue mich mit anderen. Und das Leben ist so viel schöner und so viel einfacher und so viel entspannter, wenn man einfach auch andere strahlen lässt. Und das ist das Geheimnis.

Joël Kaczmarek: Gab es so einen Moment? Den Du da hattest, wo du das daraus gelernt hast? Weil als du eben geschildert hast, Ich habe andere angeguckt, habe gedacht, warum hat er das schneller geschafft als ich? Ich kenne das total, diesen Vergleich und das Bewerten. Was sind meine Fähigkeiten? Was sind die Fähigkeiten der Person? Pi-pa-po. Hattest du für dich so einen Erweckungsmoment, wo du gemerkt hast, okay, Ellenbogen funktioniert nicht, Elevaten, Hebschiff, also das geht schon?

Matthias Killing: Das waren mehrere Momente, aber natürlich im Studium. Ich habe Film studiert, Film- und Fernsehwirtschaft. WIR haben... Auch als Team Filme machen müssen, Werbespots machen müssen, Verschiedenste Prüfungen und so weiter. Und das war auch eine Phase und auch eine Zeit, wo ich gedacht habe, Ich versuche mich, hier zu positionieren und habe dann sehr schnell gemerkt, Auch an Rückmeldungen von Profis aus der Medienbranche, die schon lange dabei sind, die uns jungen Studenten sehr schnell klargemacht haben, wenn ihr kein Team seid, also Einzelgänger, werden keinen Erfolg haben. Und da gibt es ein paar Beispiele natürlich, wo man versucht hat, sich selber irgendwie in den Fokus zu stellen Und du gemerkt hast, so okay, je mehr ich das mache, desto mehr wirst Du auch von deinen Mitstudentinnen und Mitstudenten gemieden, desto mehr bist du am Samstag auch nicht auf der Party eingeladen. Und desto mehr bist du auch vielleicht bei einem anderen Projekt, wo Unterstützung gebraucht wird, gar nicht gewollt, weil du bist ein Ego-Zocker. Das waren die Momente, gerade in dieser Zeit, in diesen dreieinhalb Jahren. Studium, wo ich gemerkt habe, du musst wirklich Teamplayer werden und du musst Teamleader vielleicht an der einen oder anderen Stelle sogar sein. Und werden. Und so habe ich das gelernt, ja.

Joël Kaczmarek: Und woher kommt diese Triebfeder? Also, dass du mit 13 schon sowas vorhattest, dass du diesen Ehrgeiz hattest, gab es da irgendwie?

Matthias Killing: Ja, es gab den Moment, dass ich 1992 im Sommerurlaub... Die erste ran-Sendung gesehen habe.

Joël Kaczmarek: Ja, ich erinnere mich auch.

Matthias Killing: Damals mit Reinhold Beckmann in einer roten Jeansjacke und am nächsten Tag dann Johannes B. Kerner. Und ich habe den jungen Johannes B. Kerner gesehen und habe gedacht, so möchte ich auch mal werden. Und das ist bis heute mein Vorbild. Und das weiß er auch. Und wir haben ja auch schon oft zusammengearbeitet. Oder nicht oft, aber einige Jahre auch zusammengearbeitet. Und wenn wir uns heute sehen, ist das immer ein Treffen voller Wertschätzung. Auch von ihm mir gegenüber, was ich weiß. Aber vor allem auch natürlich von mir ihm gegenüber. Und ich mag ihn sehr, und das war mein, und ich habe wirklich, Mein Punkt war mit 13, Ich möchte gerne ran-Moderator werden. Ich habe nicht gesagt, ich möchte Sportschau-Moderator werden oder Sportstudio-Moderator werden, sondern ich möchte ran-Moderator werden. Und als ich im Jahr 2022 die Sendung 30 Jahre ran, moderiert habe, und es war eine Sonderfernsehsendung. Und meine Talkgäste waren Reinhold Beckmann, Johannes B. Kerner und Jörg Wontorra in einer großen Runde. Es gab noch ein paar andere Themen in dieser Sendung, die wir natürlich dann mit Beiträgen und andere Talkgäste, Aber das war, so die Haupt-Talkrunde. Er kriegt jetzt noch Gänsehaut.

Joël Kaczmarek: Ja, hab ich gerade, da muss er.

Matthias Killing: Kriegt jetzt noch Gänsehaut. Und es war so eine Talkrunde, wo ich gedacht habe, herzlich willkommen, Hier ist 30 Jahre ran, Meine Gäste Johannes B. Kerner, Jörg Wontorra, Reinhold Beckmann und bitte. Das sind ja alles Vollprofis, das sind meine Vorbilder. Und das war, da habe ich mich dann zurück erinnert. An den 13-Jährigen, auch an den 20-Jährigen Matthias oder Matze. Und habe gedacht so, ja, hat funktioniert, Wie geil ist das denn?

Joël Kaczmarek: Und sag mal, Was gab den Ausschlag an diesem Format? Es hätte ja sein können, dass du Formel 1 guckst, und dann sagst du, jetzt will ich Kai Ebel werden oder jetzt ja was anderes. Was war an diesem rann dran? Naja,

Matthias Killing: rann hat damals 1992 die Fußballrechte übernommen. Und rann hat ja auch die Fußballberichterstattung und das ganze Übertragungskonzept wirklich auf ein neues, Damals, Anfang der 90er Jahre, Neues Niveau gehoben. Und mich haben irgendwie diese drei Buchstaben fasziniert. Ich kann es dir nicht erklären. Ich weiß das noch genau. Und ich habe einfach, ich weiß noch, Ich habe mal für irgendeine Moderation auch mal diese Jeansjacke getragen von einem alten rann-Kollegen. Dann bekomme ich die und durfte die anziehen. Das war für mich die schönste Jacke aller Zeiten.

Joël Kaczmarek: Ich glaube, das waren auch diejenigen, die eingeführt haben, dass man Spieler direkt nach dem Spiel interviewt. Ich meine, das hat rann erfunden.

Matthias Killing: Nein, das gab es schon auch bei Anpfiff mit Ulli Potofski. Der Herr bin Selig ist ja auch leider letztes Jahr verstorben. Uli, der das ja bei RTL Ende der 80er auch schon ein wenig revolutioniert hat, mit dem Team damals. Aber rann hat zum Beispiel die ran-Datenbank erfunden. Stimmt. Also alles, was heute, wenn wir heute sehen, Spieler X hat so und so viele Kilometer gelaufen, Spieler Y so und so viele Pässe gespielt. Da waren früher die Praktikanten bei ran im Keller und die haben das gezählt. Heute haben ja diese Spieler diese Westen an, diese kleinen, schwarzen Dinger, die das alles zählen. Ja, so geht das. Dafür sind, wenn man das sieht, wenn Spieler ein Trikot ausziehen, haben die immer so eine schwarze Weste drunter. Das sind diese Messwesten, die dann die Datenbanken füttern. Aber ran hat damit begonnen.

Joël Kaczmarek: Lustig. Und so familiär, vielleicht nochmal als kurzen Exkurs. Sind deine Eltern auch in der Medienbranche gewesen? Lag dir das vom Haushalt nah, oder hast du es ganz anders gemacht?

Matthias Killing: Ganz anders. Ganz anders. Auf dem Land groß geworden. Mein Vater war der Landarzt auf dem Land. Meine Mutter war in einem Reisebüro und hat Reisen verkauft. Das hat mit Medien, hat mit meinen Eltern so viel zu tun, wie ich heutzutage mit, Was weiß ich, mit Showtanzen oder so. Keine Ahnung. Also nein, hatten wir nicht. Und die haben auch immer, Da bin ich echt bei meinem zweiten Punkt, der hat mich mit meinen Eltern auch zu tun. Aber ich kann es dir erstmal so noch erzählen. Meine Eltern sind beide verstorben und leben leider beide nicht mehr und beide in abkürzester Zeit. Ende 23 und Mitte 24. gestorben. Und meine Eltern haben, Oder wenn ich heute meinen Eltern für eins wirklich dankbar bin, dann, dass meine Eltern mich haben, immer meinen Weg gehen lassen. Ich hatte nicht diesen Moment, dass mein Vater gesagt hat, ich bin Mediziner, Du musst auch Mediziner werden oder mach BWL, dann hast du was. Vernünftiges, Junge. Sondern ich habe meine Eltern mit 18 eröffnet, Ich gehe jetzt auf ein Kreuzfahrtschiff und werde Animateur. Und dann haben die nicht gesagt, du spinnst, sondern sie haben gesagt, gute Reise. Und das war das größte Kompliment und auch die größte Leistung in unserer Erziehung. rückblickend, die ich bekommen habe. Dieses Vertrauen, Der Junge wird seinen Weg gehen.

Joël Kaczmarek: Was ist so der zweite Punkt, der sich für dich daraus ableitet?

Matthias Killing: Genau, Der zweite Punkt ist eigentlich daraus, dass ich meinem heute 20-jährigen ich sagen würde, sei friedlicher mit deinen Eltern und vor allem verbringe mehr bewusste Zeit mit ihnen. Das ist etwas, was ich natürlich erst durch den Tod der beiden gelernt habe. Und das ist ja oft im Leben, dass Du beginnst, die Dinge erst zu schätzen, wenn du Sie nicht mehr hast. Ich hatte viele Themen mit meinen Eltern, ich habe da auch schon mal öffentlich drüber gesprochen, Will das jetzt nicht alles hier wiederholen. Bei meiner Kollegin Marlene Lufen im Podcast, Aber ich hatte mit meinem Vater auch ein teilweise nicht gutes Verhältnis. Und auch da habe ich vieles so auf mich bezogen und habe vieles irgendwie nicht cool gehandelt. Im Nachhinein. Und wenn ich mir überlege, wie oft ich darüber nachgedacht habe, Mensch, Ich muss mal wieder irgendwann da hinfahren, Das waren 500 Kilometer nach Hagen. Von Berlin aus, wo ich ja nun auch schon sehr lange lebe, oder auch von München aus, wo ich mal gelebt habe. Und das waren immer weitere Reisen. Und dann habe ich immer gedacht, ach, machst du irgendwann nochmal, ach, machst du irgendwann nochmal. Und mein Vater hat sich so sehr, immer gewünscht, Über viele Jahre hat er mir das gesagt. Ich sag mal so, ab, wo ich so 30 war und dann so eine erste eigene Familie hatte, hat er immer zu mir gesagt, wollen wir nicht mal einen Urlaub machen, Gemeinsam auf der Müritz mit so einem Boot über die Müritz fahren? Ach, da hätte ich so einen Spaß dran, Junge, wenn wir das Mal machen könnten und so. Und ich habe dann immer gesagt, so ja, ja, machen wir irgendwann. Und wir haben es nie gemacht. Und das ist etwas, Worüber ich mich zum Beispiel auch heute tierisch, tierisch ärgere, wo ich auch meinen Frieden zwar mitgemacht habe, aber was ich irgendwie jedem... Ohne da belehrend sein zu wollen, mit ans Herz lege. Wenn ihr Ärger mit euren Eltern habt, seht zu, dass ihr das Kriegsbeil begrabt. Ich habe auch von manchen gehört, die das nicht können, Aber ich persönlich würde immer wieder das Kriegsbeil versuchen, zu begraben und mehr bewusste Zeit, mit denen verbringen, Denn das habe ich ab 18, als ich dann aufs Kreuzfahrtschiff gegangen bin, nicht mehr getan. Erst zum Schluss wieder, als wir unsere Eltern gepflegt haben. Und ganz im Speziellen auch unsere Mutter gepflegt haben mit allem, Was dazugehört. Aber das ist etwas, was ich meinem 20-Jährigen dringend mit auf die Reise geben würde. Dringend und sagen würde, Alter, Stell dich nicht so an. Sieh zu, dass Du mit denen gut bist.

Joël Kaczmarek: Es gibt so ganz deprimierende Statistiken, dass man, bis man 18 ist, 80 Prozent der gemeinsam verbrachten Zeit mit den Eltern hinter sich hat. Also wenn du 18 oder wenn deine Kinder 18 sind, hast du 80 Prozent der Zeit gemeinsam verbracht. Da finde ich mich auch manchmal dran. wieder.

Matthias Killing: Ich auch. 100 Prozent. Leben deine Eltern noch?

Joël Kaczmarek: Ja.

Matthias Killing: Im Verhältnis?

Joël Kaczmarek: Gut, aber toll. Wie das immer so ist, Man ist sich manchmal geografisch fern, manchmal ist man die Zeit, deswegen ist es schön, was du sagst.

Matthias Killing: Also, das ist, wie gesagt, und ich sitze heute, und meine Mama ist jetzt bald, Was ist denn das jetzt? Ein Jahr, anderthalb Jahre tot. Mein Vater, zwei Jahre. Und ich sitze heute im Auto. Auch auf der Fahrt, sogar auf der Fahrt hierher zu dir, Dreiviertel, Stunde, Fahrt, Sitze im Auto. Und immer wieder zuckt es in mir und ich denke so, jetzt muss ich Papi anrufen. Und dann kommt, okay, nee. Oder es war mein Papi oder meine Mami, so habe ich sie genannt. Und das ist etwas, und ich bin sehr, sehr, Immer noch sehr in der Heimat verbunden auch. Und mein Vater hatte einen Waldbesitz, das gehört heute mir. Ich kümmere mich darum und versuche, das für die Zukunft irgendwie schön zu machen. Und es gab viele Probleme dort und die versuche ich schrittweise Step by Step zu lösen. Und das macht mir aber viel Freude. Und ich habe also von meinem Vater, von meinem Großvater und Urgroßvater und Urgroßvater etwas bekommen. Das hat mir der Liebe Gott irgendwie geschenkt, was mir viel Freude macht, Auch viel Arbeit macht und viel Geld kostet. Aber so ist mein Vater immer noch bei mir. Ich, ich habe in diesem Wald, In seinem Wald, habe ich eine Bank aufgestellt, an einem wunderschönen Aussichtspunkt. Und da habe ich eine Tafel dran gemacht, die an meine Eltern erinnert. Und das ist etwas, Was ich, das ist so mein Grabstein, so ein bisschen auch an die beiden. Und da sitze ich, wenn ich dann in Hagen bin, sitze ich dann oftmals da und nehme mir einen Kaffee mit und laufe da hin. Das ist so von dem Haus, wo ich eine Wohnung noch drin habe. Und so meinen kleinen Koffer noch dort habe. Nur eine viertelstunde Fußweg. Und dann sitze ich da und Träume vor mich hin. Und da sitze ich dann auch und denke mir so, du hast auch eine Menge falsch gemacht. In dem Verhältnis auch denen gegenüber. Weil sie haben auch viel falsch gemacht in meiner Wahrnehmung, mit mir und mit meiner Schwester. Aber ich bin mittlerweile davon überzeugt, sie haben es immer gut gemeint.

Joël Kaczmarek: Hast du denn, deinen Konflikt mit den beiden belegen, also beilegen können?

Matthias Killing: Ja, ohne dass ich das mit denen beilegen musste, aber ich habe das für mich, mit denen, Wir haben Sie beide noch gelebt, Sonst hätte ich sie auch nicht pflegen können und hätte sie nicht beide so liebevoll in den Tod begleiten können, gemeinsam mit meiner Schwester, Wir haben das beide wirklich Hand in Hand gemacht. Und ja, ich konnte meinen Konflikt beilegen.

Joël Kaczmarek: Ich denke so drüber nach, du hast es eben, erzählt, Du hast es schon mal woanders, erzählt. Kann ich auch gerne in der Tiefe nochmal verlinken, aber trotzdem, um mal ein Gefühl zu bekommen, Hast du Lust, ein bisschen davon zu erzählen, was euer Thema war? So grob, dass man mal ein Gefühl kriegt und was auch für eine innere Reise in dir steckt?

Matthias Killing: Naja, das ist, also, das führt natürlich jetzt hier, Dann ist die Folge zu Ende. So, aber da, oder vielleicht machen wir es an anderer Stelle nochmal, Aber am Ende geht es um eins. Und das gilt für jede Beziehung. auch, die man selber hat. Und vielleicht sogar auch für jede kollegiale Beziehung, für jede. Und Liebe für Konflikte, die man auch in seiner Beziehung mit seiner Partnerin oder seinem Partner hat, Es geht immer um das Gesehenwerden. Und ich habe mich oft von meinen Eltern nicht gesehen gefühlt. Ich habe mich von meinem Vater im Speziellen schon als kleiner Junge nicht gesehen gefühlt. Ich habe mich von meiner Mutter oft nicht gesehen gefühlt. Meine diversen Freundinnen und meine heutige Frau hatten immer ein sehr schweres Verhältnis oder eher schwierigeres Verhältnis zu meiner Mutter. Und das lag vor allem an meiner Mutter. Also das lag an meiner Mutter, weil die nicht loslassen konnte und so. Das haben wir alles irgendwann mal dann auch aufgeklärt. miteinander. Aber ich hatte vor allem ein Vaterthema, und da ging es eben um das Nicht-Gesehen-Werden. Er hat zwar immer mein Talent gesehen und er hat mich auch machen lassen, aber es gibt eben viele, Viele Beispiele aus unserer gemeinsamen Reise, wo ich mich in meiner Wahrnehmung auch immer von oben herab behandelt, Gefühlt habe von ihm. Solange du deine Füße unter meinen Tisch setzt. Hast du zu tun, was ich dir sage? Das habe ich erlebt und das war auch das, was ich dann für mich lösen musste. Dieses Vaterthema musste ich für mich lösen. Und da habe ich, Wie gesagt, mal sehr, sehr ausführlich drüber gesprochen. Und tue es ja jetzt auch schon wieder.

Joël Kaczmarek: Stößt Dir da so ein bisschen dieses Mediziner-Ding drin, Gott in Weiß?

Matthias Killing: Ja, Mein Vater war... GOTT IN Weiß, ja. Obwohl er ein Landarzt war. Also wenn du die alte ZDF-Serie nimmst, so bin ich groß geworden. Nicht mit ganz so viel Geknutsche am Schluss, aber so ein bisschen so. Und mein Vater war aber auch ein Mensch, wenn er gesagt hat, Hallo Herr Killing, Dann hat er gesagt, ich heiße Dr. Killing. Ah, okay, sorry. So ein bisschen das Bein, dieses Gott in Weiß. Und ich bin eher auch Rebell der Familie gewesen und habe eben was ganz anderes gemacht. Und habe mich da sehr früh, Viel früher als meine Schwester, auch sehr früh freigeschwommen.

Joël Kaczmarek: Meinst du, Dieser Wunsch nach dem Ausflug war auch so ein bisschen eine Art Friedensangebot auf seine Art, das sozusagen zurückzubringen, was dir vielleicht gefehlt hat?

Matthias Killing: Er hatte viele Wünsche an mich, die ich alle nicht erfüllt habe. Das ist ein Beispiel dafür. Aber das ist eben das, was ich auch meinem 20-jährigen ich sagen würde. Spring über deinen Schatten. Und nutze diese Zeit, weil der Liebe Gott, nimmt sie dir. Also, irgendwann ist es unwiederbringlich vorbei. Und deswegen ist das... Ich glaube, es gab ein paar Friedensangebote von ihm, die ich ausgeschlagen habe. Und auf der anderen Seite gab es aber auch viele Momente, wo er mir nicht vertraut hat, bis zum Schluss. Im Sinne von, der Junge kriegt das hin. Er war da auch immer sehr... Voller Kontrolle, noch aus dem Krankenhaus Raus am Schluss und so. Und ich habe dann auch wirklich in der Übernahme, dann dieses Waldes. Und ich habe dann auch so viel Scheiße aus dem Weg räumen müssen, im wahrsten Sinn des Wortes auch, wie mich bis heute nervt. Zwei Jahre, Ich habe heute morgen wieder noch da mit dem Finanzamt in Hagen telefoniert. Und so. Und du denkst so, zwei Jahre ist das her. Und dass er gestorben ist, und ich habe immer noch damit zu tun. Ich will damit gar nichts zu tun haben. Es nervt mich. Und das hätte er natürlich viel besser vorbereiten können. Ich werde das viel, viel besser vorbereiten für die kommende Generation. Das habe ich mir fest vorgenommen. Aber ja, du merkst, das ist in meinem Leben ein Fass ohne Boden. Aber wenn wir darüber reden, was ich da meinem 20-Jährigen ich sagen würde, sei etwas nachgiebiger und vor allem nutze, so. Blöd, das klingt, dieses KPDM, aber nutze die Tage mit deinen Eltern.

Joël Kaczmarek: Ich bin als Letztes bei dem Punkt noch neugierig. darauf, wie hast du denn den Weg dahin zu dir selber gefunden, dass du damit abschließen konntest?

Matthias Killing: Du meinst mit dem Stress mit meinen Eltern, dass mich das nicht mehr so tangiert hat? Das war im Rahmen tatsächlich auch einer Therapie und die hatte verschiedene Stufen. Und irgendwann ging es um eine Moment ging es um eine Verzeih, wie so ein Vergebungsritual. Und das habe ich für mich gemacht. Und damit habe ich einen großen Schritt damals gemacht.

Joël Kaczmarek: Weil ich bewundere das oder ich habe ein Vorstellung davon, wie schwer, das glaube, ich ist. Genauso wie ich auch bewundere, wenn man aus deiner ehrgeizigen Anlage in so ein Gönnen können, reinkommt. Das ist nicht so einfach. manchmal, finde ich. Weil ich weiß, ich hatte damals, du warst ja auch in dem Podcast zusammen mit Sebastian Krumbiegel.

Matthias Killing: Never forget, Das war ein wunderbarer Podcast.

Joël Kaczmarek: Ja, war wirklich schön. Und da hatten wir, weiß ich nicht, da hatte ich mir eingebrochen, da hatten wir Jan-Josef Liefers zu Gast. Da hat er gesagt, Jungs, in der Sekunde, wo ich gelernt habe, anderen zu gönnen, da hob meine Karriere ab. Und er hat es so schön gesagt, weil er meinte, wenn ich für so einen Preis nominiert bin, Da gibt es immer vier andere noch, die den auch verdient haben. Und du saßt immer da und dachtest, hier. Und deswegen finde ich solche... Schritte irgendwie wertvoll.

Matthias Killing: Total wertvoll. Ich weiß gar nicht, hat meine Karriere abgehoben, als ich angefangen habe, zu gönnen? Nein, glaube ich nicht. Die hat vorher schon ganz gut auch funktioniert. Aber ich bin in mir unfassbar viel ruhiger geworden. Unfassbar viel ruhiger. Und ich denke mir so oft auch in Situationen, wenn Fernsehredaktionen, ja, wir müssen hier, wir müssen da. Und dann alles schnell, schnell hoch. Und dann denke ich mir, boah, Leute, alles wird gut. Alles, Alles wird gut. Und ich habe auch in meinem Leben auch wirklich bittere Niederlagen. Also, ich habe, klar, wenn man jetzt mein Instagram sich anschaut oder wenn man mich kennt. Aus dem Fernsehen, gibt es ja oft genug. Leute, die sagen, den Typ habe ich noch nie gesehen, wer ist das? Und das ist auch völlig okay und völlig normal und ist manchmal sogar sehr schön. Und wenn man dann so von sich hat, ja, ich mache das und ich mache das und so. Ah, okay, krass, Ich habe gar keinen Fernseher. Ja, okay,

Joël Kaczmarek: klar.

Matthias Killing: Aber wenn ich zum Beispiel jetzt mein Instagram sehe, da zeigst du ja auch immer nur schöne Sachen. Und natürlich habe ich wirklich bittere Niederlagen einstecken müssen in meinem Berufsleben. Wirklich bittere. Und eine bittere sogar, die mich wirklich an den rande der Verzweiflung gebracht hat. Das ist etwas, was man in der Öffentlichkeit nicht sieht. Aber auch da bin ich rausgekommen und auch da bin ich durchgekommen.

Joël Kaczmarek: Jetzt musst du mir sagen, was das war.

Matthias Killing: Nein, nein, nein. Das war gar nicht so relevant. Das war in meiner Welt eine sehr, sehr bittere Niederlage. Und wenn man von außen drauf schaut, dann denkt man so, wieso, ist doch alles okay. Ich will nur so viel sagen. Wenn man etwas wirklich, wirklich lieb hat, dann kann dir das, was du wirklich lieb, hast, auch sehr wehtun. Genau, weil du es so lieb hast. Und ich habe nun mein ran, sehr lieb. Ich habe mein SAT.1 sehr lieb und ich bin da unglaublich gerne. Und natürlich ist da nicht immer alles nur glatt gelaufen, Ganz klar. Aber ich habe auch jetzt gerade wieder eine Entscheidung mitgeteilt, bekommen, die ich mir anders gewünscht hätte. Aber da darf ich auch noch gar nicht so drüber sprechen. Aber ich habe nur eine Entscheidung und ich war total friedlich mit der Entscheidung. Ich war total friedlich, auch mit dem in mir drin. Also nach außen sowieso. Das ist ja dann so das, kein Problem und so. Aber es war mit das erste Mal bei der Tragweite, dass ich gedacht habe, nein, ich freue mich jetzt für die oder den anderen. Ich freue mich da wirklich und habe da ein richtig gutes Gefühl bei. Und das sage ich nicht nur so, sondern das hat mich unglaublich befriedet.

Joël Kaczmarek: Ich glaube... Es ist wahrscheinlich nur so ein Nebeneffekt, aber das ist genau das, was du sagst, dass man auf andere Menschen dann viel Anziehender wirkt. Weil wenn ich mir jetzt vorstelle, ich bin Studiochef. Oder muss da irgendwie eine Rolle besetzen, du bist in der eigenen Auswahl, und dann wird es jemand anders. Wenn du dann eine Trompelstilz hingibst, sagt man sich so, ja, war die richtige Wahl. Und wenn man dann über so jemanden vor sich hat, wo du dann sagst, hey, schöne Wahl, kann ich voll verstehen, ich wünsche euch da alles Gute mit viel Erfolg, Melde dich jederzeit, wenn was ist. Hast du einen ganz anderen Habitus, einen ganz anderen Umgang mit den Leuten.

Matthias Killing: Aber du musst auch wirklich so denken. Wenn du das aber nicht in dir drin, hast.

Joël Kaczmarek: Das muss man schon meinen.

Matthias Killing: Das muss man schon wirklich meinen. Und man muss auch lernen, mit Niederlagen umzugehen. So, ganz einfach.

Joël Kaczmarek: Das ist ja eigentlich auch ein bisschen in deinem Beruf Sport. Ja klar.

Matthias Killing: In den meisten Sportarten verlierst du mehr, als dass Du gewinnst. Weil du, was weiß ich, im Biathlon 60 mit... Läuferinnen und Läufer hast. Im Motorsport fahren 25 Leute im Kreis, nur einer gewinnt. Die Chance, dass du verlierst, ist größer als die Chance, dass du gewinnst.

Joël Kaczmarek: Hast du für dich was entwickelt, wenn dir sowas passiert? Weil ich weiß, hier, saß Ariane Hingst, die ist ja nun wirklich Rekordfußballerin durch und durch. Also männliche Fußballer, da fällst du vom Glauben auf, Viermal Weltmeister, zweimal Podcast, war Meisterin. Und die hat halt gesagt, ja, du musst halt, du brauchst was. Wenn du alles gegeben hast und trotzdem nicht gewinnst. Gab es bei dir da auch was oder ist das einfach so ein bisschen aus der Erfahrung?

Matthias Killing: Es ist tatsächlich dieses Wort Zufriedenheit. Und in dem Wort zufrieden steckt ja das Wort. Frieden. Und für mich ist es das Wort, Frieden auch mit mir selbst zu haben. Und wenn ich auch in einer Niederlage weiß, ich habe trotzdem alles gegeben. Und es hat an der Stelle nicht gereicht, weil ein anderer besser war oder ein Noch Dritter als Chef, sagt, ich habe das Gefühl. XY passt besser auf die Position als Matthias Killing, Dann ist das eine Niederlage, und trotzdem habe ich alles dafür gegeben. Ja, ich habe neulich mal zu meinem Chef gesagt, als es um verschiedene Entwicklungspotenziale und so weiter, Was machen wir als nächstes, Was kommt als nächstes, Da habe ich zu ihm gesagt, weißt du, ich kann das ja gar nicht beeinflussen. Ich kann einfach nur auf den Platz gehen und mein Bestes geben. Und wenn ich das tue, dann bin ich zufrieden. Und das bin ich wirklich. Und das kommt vielleicht auch erst mit dem Alter. Das hatte ich mit 20 nicht, wenn ich wieder bei meinem 20-jährigen Ich bin. Der mit den Ellbogen oder mit mehr Ellbogen als der, der heute hier sitzt. Und ja, ich glaube, das ist einfach auch eine Erfahrungsfrage. Und manche kommen auch nie dahin, Da bleibt der Ellbogen bis zum Tod. Bei mir ist es aber eben nicht so. Und ich glaube, es ist das Wort. Frieden. Ich habe innerlich meinen Frieden mit mir gefunden. In allen Bereichen. Total. Deswegen sitze ich jetzt auch hier so, wie ich hier sitze. Weißt du, Vor 20 Jahren hätte ich jetzt gedacht, Ach, du Scheiße, er macht Video. Oh Gott, das ist ein Videopod. Und es gucken tausende Menschen bei YouTube. Und ich habe mir die Haare gar nicht gemacht. Und wieso habe ich eigentlich eine Brille auf und nicht meine Kontaktlinsen an? Und wieso? So. Und jetzt habe ich auch noch hier diesen Pulli an, wobei ich ganz stolz bin auf meinen Olympiastützpunkt. Berlin-Pulli. Aber ich, nein, gar nicht so viel Gedanken machen, sondern einfach, Ich bin zufrieden. Ich bin ganz auch zufrieden, dass ich hier so, wie ich bin, sitzen darf. Weißt du, was ich meine? So dieses einfach in der Situation zufrieden zu sein.

Joël Kaczmarek: Ja, mir nimmt es ganz viel Stress, weil ich mich schon ganz schlecht gefühlt habe, dich nicht adäquat vorbereitet zu haben. Deswegen produziert das bei mir in mir gerade Frieden oder erhöht meinen. Ja,

Matthias Killing: wieso? Wieso vorbereitet?

Joël Kaczmarek: Ob ich es dir gut genug gesagt habe, dass wir sozusagen auch Video haben. Ach,

Matthias Killing: wieso? Nein, wenn ich eins zu eins zusammenzählen kann, weiß ich, dass in der heutigen Zeit in der Regel Podcast auch mit Video aufzeichnen. Also so etwas hätte ich denken können und ich hätte dich auch fragen können. Aber... Ich will nur damit sagen, mein 20-jähriges Ich hätte ab heute morgen um 11 Uhr vorm Spiegel gestanden. Und versucht, Irgendwie die Haare nach links und nach rechts vernünftig zu legen. Weißt du, was ich meine? Und was ziehe ich an? Ah, warte mal, komme ich in Lederjacke besser rüber? Mit weißem T-Shirt, mit schwarzem T-Shirt? Ah, warte mal, nee, die Jeansjacke.

Joël Kaczmarek: Von ran die Jeansjacke.

Matthias Killing: Von ran die Rote Jeansjacke. Nein, Ich bin, wie ich bin. Und ich hocke hier und entweder mag man mich oder man mag mich nicht, Aber ich bin auf jeden Fall zufrieden.

Joël Kaczmarek: Es ist eigentlich ein... Thema, Wenn man im Fernsehen arbeitet. Meine Mama hat immer zu mir gesagt, Joël, Ein Drittel mag dich, ein Drittel kann dich nicht leiden, ein Drittel bist du egal. Ich habe ja so den Verdacht, dass man wahrscheinlich 80 Prozent der Leute egal ist, aber bewegt einen sowas, wenn man im Fernsehen arbeitet, ob man ankommt, ob man beliebt ist?

Matthias Killing: Naja, klar. Also ich meine, das ist ja, Wenn ich jetzt sagen würde, es ist mir völlig Wurst, dann würde ich ja lügen. Am Ende ist ja das unser Kapital auch. Es kommt darauf an, in welchem Format du unterwegs bist. Beim Frühstücksfernsehen ist es zum Beispiel, glaube ich, ganz wichtig, dass man gemocht wird, weil Du bist mit Menschen, du sendest für Menschen, die morgens bei mir sind. Ich weiß nicht, wie oft ich leute, treffe, die sagen, ich gucke dich, immer nackt. Immer mit meinem Namen aufstehen. Ich habe einen Fernseher, dann sitze ich da, nackt noch irgendwie mit meiner Unterhose vor der Glotze, Dann gucke ich eine Viertelstunde, gucke ich dich, dann. Und ich denke so, ja, wow, super schön. Da ist, glaube ich, Personality schon wichtig. Und unser Chef, der uns alle ausgesucht hat, Jürgen Meschede, Schöne Grüße, Der Papa des Frühstücksfernsehens, seit 35 Jahren. da, oder länger sogar, Der hat uns alle ausgesucht. Und der hat natürlich ein klares Auge dafür gehabt, in seiner Sendung, Wer da funktioniert. Also In meinem Casting waren über 40 Männer. Krass. Ich war der Nobody, also, der gar keiner kannte. Vom kleinen Regionalfernsehsender aus Düsseldorf. Und dann hat der gesagt, ich glaube, der Junge kann das. Bin ich ihm bis heute dafür dankbar, ist bald 18 Jahre her. Oder 17 Jahre her. Aber der Jürgen hat eben dieses Auge gehabt und da ist Personality schon wichtig. Im Sport wiederum ist es wichtig, dass du sympathisch bist. Aber kein Mensch guckt ja... In der Regel. Es gibt vielleicht zwei, drei Ausnahmen. Wir haben im Vorgespräch über Delling/Netzer gesprochen. Das war schon Kult, natürlich. Ist aber danach nie wieder von irgendwem erreicht worden. Also ich behaupte, in 98 Prozent aller Sportsendungen ist völlig egal, wer da moderiert oder kommentiert.

Joël Kaczmarek: Kommentieren geht, glaube ich, wenn man dann so seine Lieblinge hat, die Fußballer.

Matthias Killing: Dann freut man sich, aber trotzdem, wenn die Bayern spielen. Und dann freust du dich, wenn dein Lieblingskommentator kommentiert. Aber du schaltest nicht ab, weil er nicht, kommentiert. Ja,

Joël Kaczmarek: das stimmt.

Matthias Killing: Und vielleicht freust du dich auch, wenn ein DTM-Motorsport-Fan bei einer DTM-Übertragung mich sieht und sagt, ach, da ist er wieder, der Matze, Das ist aber nett. Oder es gibt auch den, der sagt, boah, ich kann ihn nicht mehr sehen, Hoffentlich fängt das Rennen gleich an. Aber du guckst ja Sport wegen des Rennens, des Ereignisses, des Spiels, des whatever.

Joël Kaczmarek: Spannung.

Matthias Killing: Und der Spannung und der Typ. Und deswegen ist eben das sehr unterschiedlich. Ich glaube, dass in so Sendungen wie dem Frühstücksfernsehen Personality schon wichtig ist. Und auch das wichtig ist, dass man da gut funktioniert und hoffentlich der Mehrzahl der Menschen gefällt. Im Sport bist du ein nettes Beiwerk und es wäre schön, wenn du... Nicht allzu viele inhaltliche Fehler machst.

Joël Kaczmarek: Was ist denn das dritte Ding,

Matthias Killing: Was Du gerne mit 20 Wurzeln nimmst? Da habe ich tatsächlich ein wenig drüber, also, ich habe noch so viele Sachen, auch so in mir drin, wo ich sage, Mensch und du könntest, Aber das dritte Ding, was ich gerne eingehen würde, ist Familie. Gründe deine familie. So schnell es geht. Und zwar nicht im Sinne von Hektik. Sondern im Sinne von, Wann ist der richtige Moment? Weil ich habe unglaublich lange gewartet und noch mal gewartet und noch mal gewartet. Bis zum Heiratsantrag muss ich auf jeden Fall erst mal drei Jahre mit jemandem zusammen sein. Mindestens. Bis ich ein Kind kriege, mindestens fünf Jahre. Weil man muss sich ja noch einander gewöhnen. Und so. Alles bullshit in meiner Wahrnehmung oder mit meinem heutigen Wissen. Sondern das, was du bekommst, wenn du das Gefühl hast, deinen, Partner fürs Leben gefunden zu haben, Dann sei mit ihm zusammen, dann heirate ihn. Und wenn du Bock auf Kinder hast, dann mach mit ihm Kinder. Weil das ist einfach das Coolste, was es irgendwie gibt. Also noch zu sagen, Ich warte jetzt noch ein Jahr, weil dann verdiene ich noch mehr und ich warte noch ein Jahr. Da komme ich gleich zum vierten Punkt. Der hat eher mit etwas Finanziellem zu tun. Aber dieses Warten und ich muss mindestens das verdienen, da bitte ich dann, nee, sondern dieses Miteinander, was Familie und ich habe leider nur einen Sohn, aber was heißt leider, Ich habe einen wunderbaren Sohn und bin ganz glücklich, Dass das funktioniert, hat, dass wir das hingekriegt haben. Und der ist heute zehn Jahre alt, und es macht wahnsinnig viel Spaß. Ich bin auch hier nach mit ihm verabredet, weil wir unsere gemeinsame Leidenschaft nachgehen, nämlich Darts spielen. Und er hat sich das so gewünscht. Und ich habe gesagt, wir kriegen das hin, dass wir das heute auf jeden Fall noch machen, dass wir zu so einem Darts Shop fahren, lange Geschichte, egal. Es ist mir sehr wichtig. Und da liegt ein Fokus meines Lebens. Definitiv. Und das ist ein Fokus. Auch meines Lebens, der mir unglaublich viel Freude macht und unter anderem viel Spaß macht. Und da gucke ich heute mit 46 drauf und denke mir, hätte ich auch schon ein bisschen eher machen können.

Joël Kaczmarek: Was wäre denn anders gewesen, wenn dein Sohn nicht mit 36, sondern mit 26 gekommen wäre?

Matthias Killing: Eine sehr gute Frage habe ich mir schon oft gestellt. Wahrscheinlich nichts. Aber ich wäre ein noch coolerer, Jüngerer Fahndtrabbe. Weißt du, was ich meine? Ich wäre jetzt 36 und würde mit ihm Darts spielen und würde auch beim Sprinten noch deutlich schneller sein. Also, Ich sage das natürlich mit ein bisschen Spaß. Aber ich war jemand, der sehr lange geprüft hat und nochmal geprüft hat. Und nochmal hier und nochmal da.

Joël Kaczmarek: Ist jetzt vielleicht auch nicht so verwunderlich, wenn man deine Elternhausgeschichte kennt, oder?

Matthias Killing: Genau, daran liegt das. Das ist ja genau das, das ist ja spannend. Wir alle werden ja geprägt von unseren Eltern aus. Also ein bisschen auch von der Schulzeit und so weiter, klar. Freunde, Bekannte und so weiter, gerade in der Schulzeit. Aber, Und die Schule kann übrigens auch so viel kaputt machen,

Joël Kaczmarek: ja,

Matthias Killing: gerade, was so diese ganzen Themen Mobbing angeht, was das Thema auch so streckt. Nach Lehrplan, wenig individuelle Förderung in unseren Schulen, Ein ganz anderes Thema. Könnte ich jetzt auch wieder bis heute Abend drüber sprechen, Aber da kann Schule auch viel kaputt machen. Schule macht aber auch manches gut und auch ein paar Sachen wirklich gut. Wir können dankbar sein, dass wir diese Chance auf Bildung haben. Am Ende ist es trotzdem die Verantwortung eines jeden Einzelnen, da etwas Draus zu machen, Auch der Eltern. Aber Elternhaus prägt natürlich. Und ja, mein Elternhaus hat mich sehr geprägt. Im Positiven wie im Negativen. Ich hasse Streit zum Beispiel. Ich bin ein Mensch, wenn... Bei uns wurde immer alles totgeschwiegen. Wenn es irgendwo Streit gibt oder Diskussionen, im übertragenen Sinne, dann renne ich weg. Ach nee, lass mich in Ruhe.

Joël Kaczmarek: Weißt du, was ich dir gerade erzählen wollte? Das verbreitetste Paartherapie-Modell kommt aus Kanada. Warum auch immer, weil man da glaube, ich den meisten Erfolg hatte. Und das kanadische Paartherapie-Modell funktioniert danach, dass es den Chaser gibt, den Verfolger und den Verfolgten. Das heißt, in Paarbeziehungen kannst du dir überlegen, da gibt es ja vier mögliche Kombinationen. Entweder zwei Verfolger, Die knallen immer noch aufeinander, Das ist die ganze Zeit. Nur Streit, die ganze Zeit Ballerts. Zwei Flüchtende, Dann hast du nie ein Gespräch, weil die immer auseinander gehen. Und ein Verfolger, ein Jäger, Je nachdem in welcher Konstellation, Dann rennt der eine Halt immer dem anderen hinterher. Und das ist ganz faszinierend, da ist wirklich was dran. Ich habe das in meiner Beziehung auch festgestellt, man kann sich auch wandeln. Also, meine Frau war erst eine, die immer weggegangen ist. Und dann würde ich sagen, jetzt hält die voll drauf. Und da ist echt was dran. Und ich kann es aber auch verstehen, weil genau wie du sagst, man wird halt so geprägt aus dem Umfeld, das man irgendwie kennt.

Matthias Killing: Ich habe die Erfahrung gemacht und ich habe ein paar Mal schon auch versucht, das irgendwie zu verändern. Und ja, man kann viele Dinge auch immer für einen gewissen Zeitraum ändern, aber tief in mir drin bleibe ich, wie ich bin. Ich habe meine Mutter am Sterbebett gefragt. In den Monaten davor, Die letzten Wochen war es leider kein Gespräch mehr möglich, aber in den Monaten. Davor habe ich sie gefragt, warum Sie eigentlich so lange mit unserem Vater zusammengeblieben ist. Und bis zum Ende halt. Und dann hat sie gesagt, Ich glaube, unser Geheimnis war, dass ich nie versucht habe, ihn in seiner Grundstruktur zu verändern. Und das fand ich einen sehr schönen Satz. Nicht, weil ich auch nicht will, dass man mich verändert, Aber ich glaube, dass auch das einen gewissen inneren Frieden gibt. Wenn du die ganze Zeit versuchst, deinen Partner, der nun mal so ist, wie er ist, immer und immer und immer wieder zu versuchen zu verändern. Also wenn jetzt eine Frau zu mir käme und sagt, Matze in Joy-Jing-Hose, Ich hätte gerne, dass du im Alltag ab sofort immer ganz Schicke. Klamotten trägst, am besten Eine Chino und ein Hemd wäre schön. Und ich mag auch wahnsinnig gerne Einstecktücher und mit der Brille, Das ist irgendwie auch nicht so cool. Und deswegen wird Kontaktlinsen schöner. Also sprich, das Äußere zu verändern, Weil ihr das gefällt, dann kann ich natürlich ihr zum Gefallen. Das tun. Aber es würde mich in meinem Wesen, in meinem sein völlig verändern und ich würde mich niemals wohlfühlen. Niemals. Und wenn du das überträgst, darauf, die ein oder andere, vielleicht auch etwas psychologische Geschichte, natürlich kann ich. Immer mich bewegen, auch im Sinne meines Partners und auch versuchen, Am Ende ist auch Beziehung immer ein Kompromiss, Aber in der Grundstruktur werde ich zum Beispiel immer der bleibe, der einem Streit eher aus dem Weg geht, als einen Streit, Wer weiß, wie ausfechtet. Auf der anderen Seite bin ich aber auch jemand, der immer losrennt, wenn ich weiß, irgendjemand spricht schlecht über mich. Und ich kriege das mit, dann stelle ich den. Und dann sage ich, warum hast du das getan? Erklär es mir doch, bitte. Sprich nicht über, sprich doch mit mir. Das ist zum Beispiel etwas, das mich total triggert. Ich spreche immer mit, anstatt über. Ich bin mal von einer versteckten Kamera reingelegt worden, weil die mich in einem Fernsehstudio, Ich saß in meiner Garderobe, und ich sah also in meiner Garderobe auf dem Fernseher. Die Co-Moderatorin mit dem Regisseur über mich ablästern. Das war eine versteckte Kamera. Und dann haben die so Sachen gesagt wie, ja, Der Matthias ist ein bisschen dick geworden und so. Der ist voll in der Midlife-Crisis, ja. Ja, diese Sportmoderatoren, Die stellst du da einfach irgendwie in so ein Stadion und drückst auf den Knopf, Dann labern die los, dann packst du die ins Auto rein. Und dann fährst du die ins nächste Stadion. Und dann labern die immer das Gleiche. So haben die über mich geredet. Und ich sah, auf einem Fernseher sah ich dieses Reden. Und ich dachte in dem Moment, die Lästern über mich. Und der Tonmann hat aus Versehen, den Ton angelassen. Es war halt hinter den Kulissen. Und dann habe ich leider dem Team von versteckte Kamera den Film insofern kaputt gemacht, Sie konnten dann nicht ganz so lange reden, weil ich bin dann darunter gestürmt und habe die beiden gestellt. Und es sollte irgendwie so ein Acht-Minuten-Film werden. Und durch meine sehr schnelle Reaktion, Weil ich die beiden gestellt habe, Hatten sie gar nicht so viel Material, wie ich mich ärgere. Außer einen schreienden, schnaubenden Matthias, der da durchs Studio rannte. Sowas mache ich zum Beispiel immer.

Joël Kaczmarek: Es ist dann zum Glück alles gut ausgegangen und das war dann auch alles sehr schön.

Matthias Killing: In der Geschichte. Aber sowas stelle ich immer. Aber wenn ich jetzt so, ach, so, mich, also, wenn ich jetzt, keine Ahnung, Bei Sowas bin ich dann hart, aber im Privaten oder auch mit Freunden oder, ach, dann denke ich, ach, nee, lass mich in Ruhe, alles gut. So, alles ist gut. Lasst uns das nicht ausdiskutieren.

Joël Kaczmarek: Ich glaube, man muss sich ja wohlfühlen. Bei meiner Frau war es zum Beispiel, Hatte ich den Eindruck, dass Sie einfach so einen Prozess gelernt hat, selber zu äußern, was in Ihr vorgeht, was Sie vorher nicht so hatte. Das heißt, sie hat sich jetzt nicht mehr zuliebe. In einen Streithahn oder eine Streithenne verwandelt, sondern was genommen. Deswegen, ich finde, du hast, vollkommen recht. Ich glaube, man wächst. Deswegen gibt es ja auch mal dieses verflixte siebte Jahr, weil man alle sieben Jahre so einen Wandel durchmacht. Und dann darf man, glaube ich, abgleichen, ob man auch zusammen irgendwie passt, Aber man verhindert sich jetzt nicht für jemanden anderen. Das ist, glaube ich, eine Totgeburt,

Matthias Killing: ja.

Joël Kaczmarek: Hast du aber eben angedeutet, Dein Viertes Ding hat mit Finanzen zu tun. Ja,

Matthias Killing: mach dir nicht so einen Kopf. Und zwar bin ich jemand, ich bin, Also mach dir nicht so viele Gedanken wegen Geld. Ich bin unheimlich gut abgesichert. Das habe ich selber sehr früh gelernt. Für mich dachte ich, ist das richtig und habe mich sehr früh abgesichert. Für die Rente. Also, wenn ich es schaffe, mein 65. Lebensjahr zu erreichen, Dann werde ich ein relativ sorgenfreies Leben führen können. Also, ich werde jetzt nicht, oder mal gucken, was ich bis dahin schon wieder dann auch zurückgeholt habe, Aber ich werde nicht irgendwie von 1500 Euro Rente leben, sondern ich habe mich sehr, sehr früh, wirklich sehr früh, sehr gut abgesichert im Sinne von Ähm, Auch jetzt nicht, dass ich dann irgendwie mit 65 anfangen kann, Porsche zu fahren, das nicht. Und dreimal im Jahr auf die Malediven, das nicht. Aber sehr konservativ, sehr früh abgesichert. So. Das bedeutet aber auch, dass ich permanent darüber nachgedacht habe, äh, okay, jetzt dieses Jahr, jetzt muss ich noch das und das und das noch sparen, damit ich dann mit 65, äh, auch dann wirklich das. Und das und das erreiche. Und das hat mich an der einen oder anderen Stelle bis heute übrigens unter einen Druck gesetzt, den ich mir selber gemacht habe, Der totaler Bullshit ist. Weil ich völlig verlernt habe, auch im Hier und jetzt auch finanziell zu leben. Sondern ich lebe eher sparsam, damit es mir irgendwann mal richtig gut geht. Und ich vergesse, dass es mir eigentlich doch auch jetzt mal richtig gut gehen könnte.

Joël Kaczmarek: Ich habe genau das gleiche. Ich bin als Kind auch mal von meinem Vater, habe ich mal gesagt, bekomme Junge, Du solltest 13 Jahre Schule machen, Mittlerweile sind es 12, Guck mit Ehepartnern so und so, Verlass dich nicht auf andere, Dann bist du verlassen und guck mal mit der Rente. Das war so das kleine Einmaleins. Ich weiß genau, was du meinst, Man ist immer mit Paranoia dabei. Und wenn ich auf meine Fixkosten gucke, bin ich manchmal schwindelig, wenn man genau sowas, dann sich baut. Auf der anderen Seite ist man ja dankbar für, Also. Manchmal ist ja auch irgendwie in der Retrospektive, wenn man es hat, ist immer dankbar zu sagen, ach, hätte ich mal, war ja voll unangenehm. Aber man ist ja doch dankbar, dass es da ist. Das ist auch so ein zweischneidiges Schwert, finde ich, oder?

Matthias Killing: Ja, hundertprozentig. Also dann sprechen wir beide da, was das angeht, natürlich genau die gleiche Sprache. Und wie gesagt, ich kann jeden verstehen, der sagt, ich habe das auch, so wie du es jetzt gerade sagst. Aber ich würde mir wünschen von mir selbst, dass ich da lockerer bin.

Joël Kaczmarek: Bist du schon lockerer? Hast du einen Weg da? Noch gefunden?

Matthias Killing: Manchmal, ja. Letztes Jahr habe ich eine... Eine Lebensversicherung aufgelöst, ja, und dann, weiß ich nicht mehr, also kleiner, Fünfstelliger Betrag war da drin, irgendwie so, ja, Dann habe ich die aufgelöst, und dann habe ich da irgendwie von, Was habe ich denn davon, Unter anderem davon, Dann haben wir dann sehr schönen Urlaub, zum Beispiel von gemacht, ja. Und dann war ich so, dann dachte, Im ersten Moment dachte ich, um Gottes Willen, das kannst du nicht machen. Und ich meine klar, bei uns Fernsehmenschen denkt man, also. Wir haben aber leider nicht mehr 1995, Wie gesagt, wir sind alle auf Rosen gebettet, Uns geht es wahnsinnig gut, aber es ist natürlich nicht so, dass du zehn Jahre Fernsehen hast. Und dann lehnst du dich zurück und sagst, das war's. Das gibt es nicht mehr. Insofern, Wir müssen alles schon auch kalkulieren. Bis 60, 65 so, also die meisten eher bis 65 als bis 60. Aber da habe ich dann so dann. Dann dachte ich auch, Ich könnte jetzt jeden Monat weiter diese Blöden 100 Euro in diese Lebensversicherung einbezahlen. Oder ich mache jetzt einfach mal. Attacke. So, Und dann haben wir einfach mal Attacke gemacht und das war geil. Das war wirklich geil. Insofern, ja, Ein bisschen habe ich gelernt. Naja,

Joël Kaczmarek: Aber du hast ja einen schönen Punkt gesagt, da habe ich noch nie drüber nachgedacht. Kann natürlich auch passieren, dass du mit 40 vom Lkw umgefahren wirst. Und dann ist mit der Rente erstmal nichts geworden.

Matthias Killing: Genau deswegen. Und das sind eben diese Punkte. Und das hat mich dann wieder, Jetzt komme ich zum meinem zweiten Punkt, mit meinen Eltern, Mich hat der Tod das gelehrt. Der Sack hat kein Regal, das letzte Hemd hat keine Taschen. Und als ich das Elternhaus, also mein Elternhaus leer geräumt habe und das Leben meiner Eltern genommen habe. Und in Kartons und Müllsäcke verpackt habe. Und ich sage ganz bewusst Müllsäcke, weil. Wir haben unendlich viel weggeschmissen, und in Kartons hatten wir unendlich viel, was wir gespendet haben. Und wir haben wenig behalten, meine Schwester und ich. Jeder vielleicht ein paar Kartons. Wir haben in unserem Elternhaus, was heute vermietet ist, Haben wir eine kleine Wohnung. Wir kommen uns immer vor wie früher in der Studentenzeit mit, so Ikea-Küche und irgendwie so Dosen Ravioli zum Abendessen. Und die haben wir dann noch wie so eine Mini-Ferienwohnung, Weil ich eben auch mich um diesen Wald kümmere, ist das ganz gut, da, sozusagen noch eine Bleibe zu haben. Und es fühlt sich für uns auch so gut an, weil wir noch nicht ganz loslassen mussten. Irgendwann werden wir das, aber im Moment eben noch nicht. Und da, ja, Da habe ich eben auch so viel gelernt, weil ich das Leben der beiden genommen habe. Und ich sage es ganz bewusst, etwas zu brutal in die Tonne geworfen habe. Und das ist halt der Punkt, weißt du, das geht dir irgendwann ganz genauso und mir irgendwann auch ganz genauso. Und das ist dann, Und am nächsten Tag hast du alles weggespendet. Und deine Eltern sind beerdigt und die Welt dreht sich weiter. Und auf der A100 ist es wieder Stau. Und die A2 ist wieder gespendet. Weißt du, was ich meine? Es bleibt von uns nichts, außer Erinnerung für die Liebsten. Da denke ich eben oft drüber nach und da bin ich echt noch schlecht drin, dass ich die ganze Zeit mich darauf vorbereite, dass es mir mit 65 gut geht. Und ich darüber manchmal vergesse, dass es mir heute gut gehen sollte.

Joël Kaczmarek: Ich habe mal so einen Beitrag gesehen bei Akte oder wie das immer heißt, AUF SAT.1, weiß nicht, Ob es das noch gibt, Da haben die auch gezeigt, wie so ein älteres Ehepaar gestorben ist. Und dann kam so eine Ansage aus dem Off, Der durchschnittliche Deutsche hinterlässt noch seinem Tod ein irgendwie Müllguthaben von und hat die Kubikmeter, die Tonnenzahl gesagt. Also der durchschnittliche Deutsche hinterlässt. 1,5 Tonnen Müll, nachdem er gestorben ist, seine Hab und Gut. Und da bin ich hellhörig geworden. Da hatte ich genauso einen Moment, wie du, dass ich dachte, ach, du Scheiße. Mittlerweile habe ich den Punkt, dass wenn ich was kaufe oder durch meine Wohnung gehe, unsere Wohnung, gucke ich mir das so an und denke so, wenn wir jetzt morgen bald über die Wupper gehen würden, Wie sehr müssten sich meine Kinder damit rumquälen, den Shit hier loszuwerden.

Matthias Killing: Unser Sohn hätte viel zu tun. Viel zu tun.

Joël Kaczmarek: Besitz belastet, hat auch mal jemand zu mir gesagt.

Matthias Killing: Ja, total. Ja, und wenn du was hast, musst du dich kümmern und so. Also absolut, hundertprozentig. Schwieriges Thema. Bin ich noch lange nicht in meiner Klarheit am Ziel, wie mit dem Thema innerer Frieden. Da bin ich deutlich, da bist du mit mir selber zufrieden zu sein. Da bin ich deutlich weit.

Joël Kaczmarek: Man braucht ja noch ein paar Baustellen. Bitte? Man braucht ja auch noch ein paar Baustellen. Ja, absolut, hundertprozentig. So, wenn ich richtig mit dir zählt habe, fehlt, aber glaube ich eins.

Matthias Killing: Genau. Und der letzte Punkt, Ich glaube, den kann man für sich relativ schnell, wirklich relativ schnell, Ich will nicht sagen abhandeln, aber das kann jeder für sich selbst interpretieren. Aber das ist so dieser Kölner Spruch, Es hätte doch immer gut gegangen. Das würde ich gerne mir mit 20 auch sagen und mir damit irgendwie auf die Reise geben. Hab wirklich Vertrauen in das, Was kommt. Wenn du fleißig bist, wenn du klar bist, wenn du tolerant, bist, wenn du fair bist, wenn du ehrlich bist, dann kannst du im Leben ganz, ganz viel erreichen. Es muss nicht das sein, was du dir vielleicht gerade wünschst, aber es wird gut gehen. Wenn du dich gut verhältst, wird es gut gehen. Und dieses Vertrauen, weil das hatte ich damals nicht. Also, ich hatte damals nicht das Vertrauen in die Zukunft, sondern ich hatte ein hohes Maß, Auch wie der Elternhaus, auch an Unsicherheit. Dadurch vielleicht auch die Ellbogen, schließt sich so ein bisschen der Kreis.

Joël Kaczmarek: Ich finde mich in dir total wieder, Man ist dann so angstgesteuert.

Matthias Killing: Und das würde ich gerne meinem Matthias mit 20 mit auf den Weg gehen. Ich habe mal eine, die Geschichte würde ich gerne zum Schluss erzählen, Zwei im Rahmen einer Therapie, einer Kraniosakraltherapie, eine Traumreise gemacht. Eine Reise, Es gibt ja diese verschiedenen Bücher, Das innere Kind muss Heilung finden oder Heimat finden. Und alles Mögliche gibt es da. Und ich habe das tatsächlich erlebt, als ich, Das hat jetzt weniger mit 20 zu tun, Sondern mit den zweijährigen Matthias getroffen habe. Ich saß, ich wurde also da durchgeführt, Es ist wie ein Film gewesen, für mich von einer Therapeutin, und ich musste wie in so eine Meditation gehen. Und wurde also auf die Terrasse meiner Eltern geführt, gebracht und ich sah mich in einem kleinen, orangefarbenen. Sandkasten sitzen. Und dann musste ich mich auf den Arm nehmen. Und musste dem kleinen Matthias, der als Kind sehr viel alleine war, Auch das hat eine der Wurzeln, auch der Problematik meines Lebens gewesen. Meine Eltern haben mich auch viel alleine gelassen. Und meine Mutter hat immer gesagt, der Matthias war so lieb, den konnte ich immer alleine lassen. Das war gar kein Problem. Das hat aber mit mir ganz, ganz viel gemacht. Also Leute, lasst eure Kinder nicht alleine, sondern beschäftigt euch mit denen. Und auf dieser Traumreise habe ich mich dann mit auf den Arm genommen und habe mich dann durch den Garten meiner Eltern, durch ein Gartentor in meinen heutigen Garten gebracht und habe mich, den Zweijährigen, meiner Familie vorgestellt. Das ist mal ganz kurz, diese anderthalb Stunden zusammengefasst. Und auf dieser Reise habe ich eben dieses Thema auch Vertrauen in die Zukunft gelernt. Und Vertrauen in die Zukunft zu haben, ist etwas für mich auch psychologisch, ganz, ganz Wichtiges. Das hat mit eigenem Leben zu tun, Das hat aber auch mit der weltpolitischen Lage zu tun. Ich kann jetzt die ganze Zeit mich hinsetzen und sagen, boah. Ich habe so eine Angst, dass jetzt Krieg kommt, und ich habe so eine Angst, dass, was weiß ich, Die Welt völlig aus den Fugen gerät und dass der eine durchdreht und der andere durchdreht. Und dann fliegen die Atombomben, und dann sind wir hier sowieso alle platt. Ja, mit dieser Angst kann ich leben. Und diese Angst ist übrigens auch, Ich will jetzt nicht sagen, dass es völlig bekloppt ist, Aber Angst ist ein ganz, ganz schlechter Begleiter. Und ich war eben damals, du hast gerade dieses Wort Angst getrieben genannt, deswegen komme ich drauf. Ich war damals auch voller Angst vor der Zukunft und es hätte noch immer gut gegangen. Und wenn ich heute Angst vor der Zukunft habe, dann ist die in Teilen vielleicht sogar begründet, Aber Sie wird mich immer lähmen, an das Gute zu glauben. Und vieles ist eben wirklich in den letzten 80 Jahren, 81 Jahren nach Kriegsende in unserem Land gut gegangen. Und ich persönlich glaube voller Zuversicht und voller Optimismus daran, dass das auch so gut bleibt. Dass wir uns ja auch politisch weiter verändern werden, ganz hundertprozentig. Aber ich glaube, dass es gut bleibt. Und dass es in meiner kleinen Welt gut bleibt. Und in der kleinen Welt meiner Familie. Und das ist ja das Einzige, was ich wirklich beeinflussen kann. Und das würde ich gerne dem 20-Jährigen auch nochmal sagen, weil damals war ich auch, Was das angeht, sehr verkopft.

Joël Kaczmarek: Ich wurde mal von meiner TCM-Coachin, also die Macht, so traditionelle chinesische Medizin und Akupunktur. Und so, hat die Mal zu mir gesagt, und war das die gemeine Frage? Wie warst du eigentlich gemeint? Wie war ich gemeint?

Matthias Killing: Gemeint als was?

Joël Kaczmarek: Wie warst du sozusagen, bevor du geprägt wurdest, durch das, was du gerade gesagt hast? Eltern?

Matthias Killing: Ah ja, Okay, schöne Frage. Oh ja, die ist gut.

Joël Kaczmarek: Und das steckt ja da irgendwie mit drin. Also, in meinem Fall war das so. Ich habe dann irgendwann realisiert, die ganzen Ängste, die habe ich gar nicht. Die wurden mir vorgegeben. Ja klar. Mein Vater hat die Schule zu früh verlassen. Deswegen so, ja. Und der Logik findet es einen manchmal.

Matthias Killing: Das, was du gerade von deinem Vater auch, erzählt hast. Ja, natürlich. Also und vielleicht auch normal, dass ja, Eltern, das meinte ich vorhin, als ich auf meine Eltern, Wenn ich heute auf meine Eltern schaue, dann sage ich ja auch, Die haben es im besten Wissen gut gemeint. Mit dem Blick heute von mir drauf, allerdings an der einen oder anderen Stelle echt schlecht gemacht. Und dein Vater hat es auch gut gemeint, als er gesagt hat, Junge, Denk an die Rente. Joël, Denk an die Rente, Das ist ganz wichtig. Aber so muss natürlich trotzdem jeder seinen eigenen Weg finden. Aber das wäre so mein fünfter Punkt, der jetzt so ein bisschen, das kann, glaube ich, jeder für sich selber, wie man auch selber oder was man selber auch für eine Einstellung hat, glaube ich, ganz gut differenzieren.

Joël Kaczmarek: Ich finde, das ist sogar fast wie so der Titel von so einer Biografie, Irgendwie eine schöne Überschrift für das Gespräch. heute, weil ich das bei dir öfters heute gehört habe, Dieses Vertrauen in die Menschen haben, Vertrauen, in mich selbst haben. Also das nehme ich heute für mich so mit als deinen Charakterzug, den du für dich so entwickelt hast. Ich habe das sehr genossen.

Matthias Killing: Ich auch. Vielen, vielen Dank für die Zeit. Vielen, vielen Dank an alle, die uns hier zugeschaut haben und die uns hoffentlich, dir hoffentlich weiter zuschauen werden. Und vielleicht haben wir den einen oder anderen angeregt, wenn wir euch genervt haben, dann tut es mir leid. Aber auch damit können wir leben. Aber ich freue mich darauf, da jetzt wirklich ein treuer Podcast und ich freue mich darauf. Auch deinen Podcast in Zukunft in meine Aboliste ganz nach oben zu nehmen.

Joël Kaczmarek: Das ist aber lieb, danke. Und ich werde dann wohl auch mal nackt in Unterhose. Deine Sachen erkochen,

Matthias Killing: wie ich jetzt gelernt habe. Du kannst immer Redebedarf schön nackt in Unterhose anhören.

Joël Kaczmarek: Sehr gut. Alles gute wünsche ich dir. Danke, Dir auch.

Intro & Outro Speaker: Wow, das war ein inspirierendes Gespräch, oder? Denk dran, Abonnier den Podcast unbedingt, damit du keine Episode verpasst. Und teile ihn auch total gerne mit deinen Freunden oder Kollegen. Bis zum nächsten Mal. Bleib inspiriert und neugierig. Dein Joël. Oder mehr, Gib mir alle du gelernt aufstehen, suchen und versehen, und jetzt du.