
Weltenbummler und Mafia-Ziel Randolf Jorberg: 5 Dinge, die ich gerne mit 20 gewusst hätte
21. März 2025, mit Joël Kaczmarek
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Joël Kaczmarek: High Five, Leute! Hier ist Joël und ihr wisst ja, immer wenn das Mikro angeht, sitzt eine großartige Person vor mir, die Spannendes zu berichten hat und die Frage, was denn so... die fünf Dinge sind, die sie gerne schon mit 20 gewusst hätte. So und heute, eigentlich fast immer, wenn ich mal ehrlich bin, eine echte Wundertüte, weil den lieben Randolf Jorbergrg, den kenne ich schon seit fast zwei Jahrzehnten, aber immer nur so virtuell, weil Randolf hat auch schon mehrere Leben geführt und wird, glaube ich, auch noch weitere führen. Und ich nehme euch mal ein bisschen mit an die Hand. Und zwar begann die ganze Reise damit, dass Randolf der Gründer von einem der größten Hackerforen, einer der größten Hacker-Communities, nämlich dem gulli:board war. Kennt ihr vielleicht noch, war ja wirklich für viele ein relevanter Ort und die hat er auch irgendwann verkauft. Und dann war er natürlich in allerlei shady Businesses, nämlich Suchmaschinenoptimierung, Online-Marketing, Affiliate-Marketing, Domaining. Also da gab es ganz viele Geschichten, die im Bereich Marketing umgesetzt wurden. Und ich sage das natürlich augenzwinkernd. Und dann ist er mal eben nach Südafrika gegangen, hat da ein Craft-Bier-Gastro-Konzept mit dem Beerhouse aufgebaut und sich in wirklich große Gefahr begeben, indem er sich öffentlich mit der südafrikanischen Schutzgeld-Mafia angelegt hat. Diese Geschichte hörst du ganz am Ende dieses Podcast und ich kann dir sagen, das ist wirklich krass. Also mit mehreren Morden, Gerichtsverhandlungen und einer Situation, wofür Randolf praktisch alles auf dem Spiel stand. Doch darüber sprechen wir nach seinen fünf Dingen, also bleibt unbedingt bis zum Ende dran. Und vorher vielleicht auch noch ein Hinweis, womit er jetzt gerade ganz spannend unterwegs ist. Denn er plant sein neuestes Unterfangen. Psychedelic Retreats auf drei Kontinenten. Also große Events, wo es auch um LSD, Microdosing und einiges mehr geht. Mir persönlich macht das ja ein wenig Angst, ehrlich gesagt, und ich finde das krass. Doch vielleicht ist Randolf auch einfach ein Mann der Extreme. Auf jeden Fall ist er ein Weltenbummler mit breiter Perspektive und ihr werdet heute folglich richtig was mitnehmen. Von daher, lieber Randolf, hello, schön, dass du da bist. Yo, hi, danke, lieber Joël. Ja, sehr erfreut, hier zu sein, sehr überrascht. Aber Planung ist ja sowieso nicht so ganz mein Ding und von daher,
Randolf Jorbergrg: lass uns die Wundertüte doch mal öffnen.
Joël Kaczmarek: Ja, sehr gut. Das Lustige ist ja, wir nehmen heute mal ohne Video auf, weil es ja total passend ist. Du und ich sitzen in Vietnam, gucken aufs Meer und ja, sitzen hier und unterhalten uns. Und ich dachte mir, wir starten mit einem Thema, von dem ich weiß, dass es dich sehr bewegt. ADHS. Du hast ja die Diagnose ADHS bekommen und es war ein großer Game Changer für dich. Bietet es dich an, dass wir damit mal starten?
Randolf Jorbergrg: Das ist sofort die Nummer eins.
Joël Kaczmarek: Ja, okay, komm mal, das ist doch ein guter Aufhänger, mit deinem ersten Ding zu beginnen.
Randolf Jorbergrg: Ja, also ADHS ist für mich the biggest Game Changer of my life. Das ist ADHS. oder ADHD, die Diagnose habe ich erst ziemlich genau vor zwei Jahren erhalten. Und ich teile mein Leben ganz klar in Vor- und Nach dieser Diagnose ein. Vor- und Nach dem Verständnis, was mich schon Zeit meines Lebens anders gemacht hat. Aber während das früher, während meiner Teenager... und frühen Erwachsenenjahren immer ein latent zufriedenes Ich-bin-halt-ein-bisschen-anders-war dargestellt hat, ist Anderssein nicht wirklich ausreichend, um zu verstehen und vielleicht auch im Leben Anleitung und Verständnis zu bekommen. Und für mich diese ADHS-Diagnose zu erhalten, war einfach irgendwo ein absoluter Game Changer, dass ich seitdem alles verstehen kann. Verstehen kann, warum ich mich gewissen Menschen zugezogen fühle, mich einen Großteil der Menschen aber langweilt, warum ich gewisse Dinge so ganz einfach kann, die mir leicht fallen, alles was in irgendeiner Form mit Kreativität und Problem Solving und... spannenden Dingen nachzugehen hat und warum aber auch es eine Kehrtseite der Medaille gibt und Fähigkeiten, die anderen unglaublich leicht fallen, für mich schon immer so ein Problem waren. Ich aber praktisch bis zur Diagnose immer davon ausgegangen bin, das müsste mir doch so wie allen anderen auch leicht fallen oder zumindest möglich sein, diese Dinge abzuarbeiten, wie jetzt zum Beispiel Buchhaltung, wie jetzt zum Beispiel Wiederholende Tätigkeiten, wie jetzt zum Beispiel Dinge, die ich irgendwie zwei, dreimal erledigt habe und die spannend waren beim ersten Mal. Warum kann ich die nicht auch noch ein fünftes oder achtes oder ein fünfzehntes Mal erledigen? Wo ich aber einfach feststellen muss, nein, das mache ich nicht gerne. Da hätte ich viel früher lernen müssen, die sofort zu delegieren und nicht... in irgendeiner Form versuchen müssen, Dinge, die mich nicht besonders reizen, alleine machen zu wollen.
Joël Kaczmarek: Lass uns doch auch mal die Leute ein bisschen abholen. Also ich finde, wenn man ADHS hört, dann hat man ja immer so rumtobende Kinder im Kopf. Das ist irgendwie was, die freidrehenden Kids, das ist auch diese Krankheit. Aber gib du doch mal mit eigenen Worten bitte wieder, was sich damit verbindet, gerade auch bei Erwachsenen. Und was sozusagen dieses Krankheitsbild, was ist eine Krankheit, ist vielleicht einfach eigentlich eher eine Polung oder so deines Körpers?
Randolf Jorbergrg: Eine Difference. Also das D in ADH... ADHD sollte nicht für Disorder, sondern für Difference stehen, weil es ist definitiv eine andere Polung und Funktionsweise des Gehirns. Mein Gehirn und das anderer Neurodiverse People funktioniert nun mal einfach anders. Es fällt uns viel leichter, kreative Lösungen zu sehen, die offensichtlichen Dinge zu sehen. Dafür fällt es uns schwerer, uns für Dinge zu motivieren und zu begeistern, die eine gewisse Form von Wiederholung mit sich bringen. Routine ist nicht unser Ding. Wir sind Novelty Seeking. Also wir gucken immer nach neuen, spannenden Dingen. Und ich werde halt nie in meinem Leben ein Stammrestaurant haben, wo ich jeden Freitag genau das gleiche Gericht bestelle. Sondern für mich ist es halt spannend, wieder ein neues Restaurant und noch ein neues Gericht und noch eine neue Kultur zu erleben. Und Dinge, die anderen Angst machen, also Neues zu erleben, wo andere sich zurückziehen in das Altbekannte und lieber die Wiederholung und die Ruhe darin suchen, sind für mich halt eher angsteinflößend. Und ich renne vielleicht vor denen weg. wie vielleicht auch in meiner nomadischen
Joël Kaczmarek: Lebensart. Und wie stellt man sowas fest? Weil ich würde jetzt gesagt, vieles von dem, was du beschreibst, habe ich auch. Ich hatte mal eine Coachin zu Gast, die hat mir über hochsensible Scanner-Persönlichkeiten erzählt. Also hochsensibel bedeutet, mein Gehirn mehr Informationen auf- und verarbeitet sich schneller, was mich halt viel mehr Dinge bemerken lässt, aber auch teilweise mehr erschöpft. Also ich bin dann manchmal auch so Prinzessin auf der Erbsicht, nehme mein eigenes Kissen mit auf Reisen. Solche Dinger kommen dann. Während der Scanner so ist, genau wie du gesagt hast, ich nenne ihn auch mal so einen Sensation Seeker. Ich mache gerne fünf Dinge auf einmal oder wenn ich verstanden habe, wie es geht, langweilt es mich. Ich habe zum Beispiel immer mehrere Bücher gleichzeitig gelesen. Jetzt zwinge ich mich immer nur zwei zu lesen. Eins Prosa, ein Sachbuch. Also einmal Unterhaltung, einmal Lernen. Von daher, wie testet man sowas? Woher weiß man, ob man das hat?
Randolf Jorbergrg: Ja, es gibt tatsächlich keine wirklich überzeugenden und einfachen Testmethoden. Und am empfehlenswertesten ist es, mit solchen Online-Tests anzufangen. und dann... so weit weiter sich testen zu lassen, wie das eigene Bedürfnis nach Klarheit es erfordert. In den meisten Ländern gehen die offiziellen Tests dann in eine Richtung, dass nicht nur du selbst, sondern auch deine Partner, Eltern befragt werden und deine Schulzeugnisse praktisch durchsucht werden, nicht nach den Zahlen, sondern auch nach den mündlichen Bewertungen. Dass dann irgendwann am Ende deine Diagnose steht. Für mich war das nach dem Online-Fragebogen, dass ich relativ schnell mit zwei Coaches beziehungsweise Therapeuten, die spezialisiert auf ADHS waren, ins Gespräch gegangen bin und dann relativ schnell klar war, ja, da passe ich schon ganz gut rein. Nicht auf jedem Spektrum bin ich extrem ADHS, aber grundsätzlich ist es für mich Ich bin sicherlich auch ein Teil, ein Stück weit Scanner-Persönlichkeit. Da gibt es häufig ein Sowohl-als-auch bei der Diagnose. Und dann ist es für mich seitdem, dass ich einfach... festgestellt habe, dass nahezu alle guten Freunde, die über die Jahre Konstante wurden, ebenfalls mittlerweile die Diagnose haben und dass ich inzwischen ein unglaublich intensives Belonging finde in neuen Bekanntschaften und Freundschaften mit anderen Unternehmern, die eben auch dieses Label für sich entdeckt haben. Und wir darin auf einmal Verständnis finden. Und Menschen, die genauso ticken wie wir, wo ich teilweise nach zwei Minuten am Telefon anfangen kann, deren Gedanken und Sätze zu vollenden. Während Verständnis zwischen mir und meinem Umfeld ansonsten vielleicht doch häufiger mal ein bisschen länger braucht, bis die Leute hinter dieses vielleicht etwas verrückte Gesicht schauen können.
Joël Kaczmarek: Ich kann mir das leber vorstellen. Also du sagst ja immer so schön neurodivers und neurotypisch. Also ich habe auch gemerkt, was aus meiner Warte manchmal ganz logisch und einsichtig klingt, so warum ich viele Sachen gleichzeitig mache und wie die zusammenhängen, fällt anderen Menschen ganz schwer, das dann zu fassen. Also viele Menschen können mir mit Vielfalt auch gar nicht so klar. Ich finde generell sind wir in so einer Zeit, wo die Menschen gerne schwarz oder weiß hätten. Und jetzt nicht die Hautfarbe, sondern die Klarheit der Sache. Und wir leben aber in Grautönen. Und manchmal ist vielleicht auch noch ein bisschen Magenta dabei oder Gelb oder Blau. Und das merke ich, dass es vielen Menschen schwerfällt, wenn es nicht diese einfachen und bekannten Antworten gibt und es nicht diesen Rückzugsraum gibt. Deswegen glaube ich, das hat damals auch diese Coachin zu mir gesagt, Menschen wie du sind perfekt ausgerichtet für die aktuelle Zeit. Weil diese schnelle Veränderung, diese Unklarheit, damit kommt ihr halt gut klar. Und ich habe den Punkt jetzt mal übersetzt. Also ich versuche immer sowas ein bisschen gemeingültig zu machen. Ich habe das jetzt mal genannt, alles verändert sich, wenn das Kind einen Namen hat. Das heißt, bei dir hat er so deine Art, wie du bist. Hatte einen Namen und dann konntest du mit arbeiten. Und da würde ich gerne nochmal mit dir eintauchen. Was hat denn das für dich geändert? Und wie fühlst du dein Leben heute im Vergleich zu vorher, jetzt wo du weißt, was sozusagen los ist?
Randolf Jorbergrg: Ich bin immer noch mitten im Umlernprozess. Also insbesondere, wie gehe ich mit meinen Schwächen um? Ich bin immer noch dabei, mein Buchhaltungsproblem zu lösen. Gruß an das deutsche Finanzamt. die mich über mehrere Jahre nur geschätzt haben für meine deutsche GmbH, wo ich mittlerweile zum Glück einen ADHS-freundlichen Steuerberater gefunden habe. Und dieses Umlernen ist, glaube ich, das Größte. Und dass ich jetzt eben nicht mehr Ratgeberbücher mir raussuche, die Ansätze propagieren, die einfach nicht für meine Gehirnwendung gedacht sind. Also wo ich die zwar lese, aber denke, ja, aber so funktioniere ich doch nicht, sondern dass ich jetzt eben nur noch Ratschläge konsumiere, die für ADHS-Menschen gedacht sind und damit eben neue Habits und Skills entwickeln kann, die für mich auch umsetzbar sind. Das ist ja ungefähr so, als wenn jemand, der 1,10 Meter ist, nur Bücher lesen würde für... die ihm Tipps geben,
Joël Kaczmarek: dass er irgendwo sich einfach nur ein bisschen strecken muss, um irgendwo an das oberste Regal zu kommen. Und ihm keiner verrät, es gibt auch sowas wie Leitern. Und das ist, glaube ich, die große Veränderung, die dahinter steckt. Und warum ich einfach denke, dass das auf alle Fälle zu den Top-Dingen gehört,
Randolf Jorbergrg: die ich gerne schon idealerweise um mein 20. Lebensjahr herum erfahren hätte.
Joël Kaczmarek: Ich kann auch, glaube ich, ganz gut nachvollziehen, wie es dir damit geht. Meine Mutter hat immer gesagt, ein Drittel mag dich, ein Drittel kann dich nicht leiden, einem Drittel bist du egal. Und ich merke immer, die Leute sind immer ganz angetan von diesem Sammelsurium an Dingen, die ich weiß und wo ich ihnen dann so mal was droppen kann. Und dann merkst du ja, wenn derjenige sich für das Thema interessiert, wirfst du da ein bisschen rein und so. Also die werden so richtig stimuliert dadurch, weil die natürlich in ihrer Komfortzone, in ihrer Bubble leben. Und dann kommt einer, der draußen sozusagen mal außen geschwommen ist und wirft dir drei Sachen rein, die du für dich adaptieren kannst und dann kannst du damit reingehen. Für die Leute ist es aber auch mal ganz ulkig, wenn sie feststellen, ich rede zum Beispiel ganz viel auf diese Art mit Menschen. Ich erzähle auch mal sehr, sehr offen über Dinge. Wir sind ja hier gerade auf diesem schönen NFQ Asia Summit von Lars Jankowsky und NFQ, um das mal auch zu erwähnen. Wir haben hier auch so Geschäftsideen entwickelt. Da habe ich einfach den Leuten im Pool erzählt. Ich sage, guck mal, das und das diskutieren wir gerade. Was denkst du dazu? Und es ist für viele Menschen total fremd, das, was in ihnen vorgeht, so offen zu teilen und so breit zu teilen. Und mir geht es immer so, ich finde das so viel besser. Ich kriege so einen Gewinn. So wie du gerade. Du erzählst, ey, hier wusstest du schon, ich hab ADHS. Dann sagst du, oh, ich auch. Oh ja, ich hab voll das Problem mit der scheiß Buchart. Ich nicht mehr. Echt, wie hast du das gemacht? Ja, so, dafür hab ich das. Ach, echt cool. So steh ich mir noch deine Gespräche vor, oder?
Randolf Jorbergrg: Nur, nur noch. Das ist aber auch wiederum etwas, was ich ganz stark EO zu verdanken habe. Also EO, Entrepreneurs' Organization, wo wir lernen, anfänglich in einem geschlossenen Forum bei hundertprozentiger Confidentiality, Vertraulichkeit und in einem non-judgmental Space, also nicht wertender Sprache, miteinander zu interagieren, um dann festzustellen, wie magisch das ist, dass man, wenn man dem anderen vertraut, auf einmal viel mehr lernt voneinander. Und dann zu realisieren, das kann ich ja eigentlich auch mit Freunden, die ich schon lange kenne, machen. Und da hat sich dann meine Beziehung zu vielen Freunden komplett verändert, weil ich mir nur noch denke, ich muss doch gar nicht denen gegenüber irgendwas verstecken. Also okay, ich werde weiterhin vor denen verstecken, wenn ich denke, die sollten Ähm... Vielleicht mal irgendwie ein paar Kilo abnehmen. Aber alles, was nicht die persönlich betrifft, kann ich doch offen mit denen teilen. Und auf einmal stellst du fest, dass auch Freunde, die du vielleicht vor zig Jahren das letzte Mal gesehen hast, mit denen kannst du doch auch offen sein. Und dann, warum bist du eigentlich nicht offen mit Leuten, die du gerade getroffen hast? Was hast du wirklich zu verlieren? Dass der irgendwann mal jemandem anderen sagt, der Typ ist viel zu offen mit seinen Gefühlen. Das ist doch irgendwie, dann sag doch wieder mehr über... die Personen und deren eigene Probleme aus als irgendwie über meine.
Joël Kaczmarek: Ich kann das total nachvollziehen. Ich habe das mit dem Weinen immer gehabt. Das war mir unangenehm. Und dabei nicht festgestellt, die Leute reagieren immer positiv darauf. Nevertheless gibt es ja auch Freundschaften, die du verlierst, wenn du dich veränderst. Also ich habe da hier gerade auch mit jemandem auf der Reise gesprochen. So die Person, die irgendwie immer allen hilft und die immer so aufgeht in allem. Und wenn es der aber mal schlecht geht, fragt keiner. Und wenn die sich dann mehr zeigt, sind manche auch damit so überfordert. Da gibt es ja ganz unterschiedliche Patterns. Und also da würde mich mal dein Take drauf interessieren. Und ich finde, was auch so mitschwingt ist, kennst du diesen Spruch, wenn man ein Hammer ist, sieht alles aus wie ein Nagel? Und ich könnte mir vorstellen, bei dir ist es auch so, dein Hammer ist jetzt ADHS, mein Hammer ist meinetwegen Hochsensibilität oder so. Und dann denkst du, bist du so und so? Konnte es sein, dass? Weißt du, das ist ja so das Kräftefeld, in dem dann so Gespräche auf einmal sich bewegen.
Randolf Jorbergrg: Was ich mir sage ist, es nicht als Erklärung zu benutzen und nicht als Entschuldigung. Ich bin natürlich weiterhin für den Impact meiner Handlung verantwortlich,
Joël Kaczmarek: finde es aber gerade erstmal faszinierend, noch festzustellen, bis zu welchem Grad ich hier anders mich erklären und verstehen kann und was ich gerade noch alles über andere Menschen erlebe und erfahre. Na gut, komm, wir gehen mal weiter an deinen Kaninchen. Was ist denn das zweite Ding, was du gerne schon mit 20 gewusst hättest? Ja. Das zweite ist, glaube ich, ganz einfach Reisen. Also jetzt in der Vorbereitung habe ich nur überlegt, 20 ist genau das Alter. Ich hatte gerade irgendwie mein Abi in der Tasche und ich habe Reisen.
Randolf Jorbergrg: Ich wollte eigentlich in die USA, aber nun ja, 20 war bei mir halt auch genau nach vier Wochen nach dem Geburtstag, war dann auf einmal 9-11 da. Und das hat natürlich dann den Umzug in die USA und ein potenzielles Studium da unmöglich gemacht. Das hat mich glaube ich schon zurückgeworfen, weil ich auf einmal dann gesagt habe, dann ziehe ich jetzt nicht irgendwie nach Santa Barbara, California, sondern nach Bochum, Germany. Auch wenn das vielleicht für den kurzfristigen Unternehmenserfolg, dass ich da dann unter sehr guten Bedingungen gulli.com aufbauen konnte. Toll war, hat es, glaube ich, mich in der persönlichen Entwicklung doch sehr zurückgeworfen, weil ich in Deutschland gefangen war. Und ich glaube auch nicht, wenn ich nach Berlin gekommen wäre, auch da wäre ich jetzt nicht unbedingt in die große weite Welt raus katapultiert worden. Da hätte ich mir gewünscht, dass ich das frühe Reisefieber, was ich hatte, Und wo ich auch durch meine Eltern sehr früh in USA, Brasilien und Co, Israel und Co mitgenommen wurde, dass ich dadurch nicht irgendwo mich in dem Unternehmenserfolg und Business Travel so damit zufrieden gegeben hätte, sondern dass ich auch langfristige Cultural Immersion Travel. wie ich sie jetzt erst in den letzten fünf Jahren erlebe, das hätte ich mir natürlich schon viel früher gewünscht.
Joël Kaczmarek: Was würdest du denn sagen, was macht denn Reisen so wertvoll? Also warum ist das für dich so charakterändernd? Was daran? Oder was ziehst du daraus auch?
Randolf Jorbergrg: Kulturelle Einblicke. Also ein Verständnis für andere Kulturen zu bekommen und wie relativ unser Wissen ist, wie relativ unser Wahr und Falsch, Schwarz und Weiß ist. Und dass eigentlich alle Dinge auf diesem Planeten nur auf Spektren stattfinden und es kein Wahr und Falsch gibt. Das ist glaube ich das, was zumindest für mich sich nur durch Reisen und das Erleben... der in den Kulturen selbst sich ergibt. Also einfaches Beispiel, jetzt vor zwei Jahren, ich hatte ja ganz kurz Ägypten angesprochen, auf einmal fand ich mich da wieder bei einem Dinner am Nil mit Menschen aus den unterschiedlichsten Kulturen und ich realisiere einfach nur, dass Religion für junge Menschen heute so Relativ ist, weil unsere Werte, das was wir wirklich wollen und das ist eine offene, gleiche Gesellschaft, doch diese Träume sind für uns alle gleich und unsere Religion oder Kultur macht am Ende nur noch 5% Unterschied aus. 95% der restlichen Werte sind identisch und die kulturellen Unterschiede zwischen der alten Generation und der neuen Generation. ist um ein Vielfaches größer als der zwischen den einzelnen Kulturen.
Joël Kaczmarek: Ich denke gerade so darüber nach, mir geht es auch immer so, wenn ich auf Reisen bin, dann entdecke ich immer ganz viel. In mir selbst, auf der Welt, also Eindrücke. Und ich weiß manchmal gar nicht, ob das mein Trade ist, weil ich so hochsensibel bin. Es hat ja sozusagen einen Preis, es hat eine Hürde, die ich manchmal zu überwinden habe. Ich war irgendwie in Sri Lanka, erzähl bis heute davon die tollsten Abenteuer. Aber zur Wahrheit gehört auch, ich hab da irgendwie, wurde da nachts von einem Tausendfüßler gebissen, hatte den fiesesten Durchfall und bin irgendwie 21 Stunden gereist und brauchte erstmal eine Woche, bis ich wieder fit war. Also so eine Geschichte in der Art, ja. Also da gibt es ja so allerlei Widerstände auch. Und dann auf der anderen Seite habe ich aber auch so den Effekt, ich hab gerade so das nachgedacht, was du eben erzählt hattest, mit dem, red doch mal mit deinen Freunden ganz offen, selbst wenn es alte sind, ja, so öffne dich doch mal richtig. Ich ertappe mich manchmal dabei, dass ich dann auch Freunde habe. wo ich mir denke, so fühlt sich auch ein bisschen limitiert an. Weil wenn ich irgendwie gute Freunde habe, die in 15 Jahren oder so vielleicht einmal an den Goldstrand gefahren sind und einmal nach Zypern, ja, ist jetzt nicht die riesige Perspektiverweiterung, wenn dein ganzes Daily Doing sonst nur Bürojob ist und abends irgendwie am Gamen, weißt du, was ich meine? Das ist sozusagen so mein Spielfeld, auf dem ich mich bewege. Auf der einen Seite diese Empfindlichkeit und diese Strapazen klingt sehr schwer, aber mit Reisen verbinden sich ja auch gewisser Stress. Vielleicht ist Stress ein gutes Wort. Und dann auf der anderen Seite aber so diese krassen Erweiterungen, diese Horizont-Erweiterungen, ja, weil auch hier mit Vietnam habe ich das jetzt gemerkt, wo ich mich mit Lars viel unterhalte und dann merkst du so, ah, okay, krass, wenn ich jetzt manchmal Nachrichtenportale aus Deutschland aufmache, dann kriege ich ja Depressionen. Also hier Aufbruchsstimmung, haben Bock, was zu reißen, ja, fair, die sind sozusagen auch noch irgendwie eher Entwicklungsland oder in der Entwicklung befindlich, aber in Deutschland denkst du ja so, ah, okay, wir werden irgendwie noch von Kaugummi und Cäsar-Film zusammengehalten und hier bricht gleich so der Social Unrest aus, ne, so.
Randolf Jorbergrg: Love, not fear. Das ist auf alle Fälle auch auf der Top-5-Liste ganz weit oben.
Joël Kaczmarek: Aber was meinst du damit?
Randolf Jorbergrg: Zum ersten Mal hat das EO-Mitglied David Henzel für mich so klar formuliert, alle Entscheidungen in unserem Leben treffen wir aus einem von zwei Gründen. Entweder Liebe oder Angst. Und aus meiner Sicht ist das Rezept für ein glückliches Leben Und Happiness ist aus meiner Sicht natürlich das Endgame. Das, wofür wir in unserem Leben leben sollten. Der Grund, warum wir leben. Wenn wir es schaffen, all unsere Entscheidungen nur noch aus Liebe und nicht mehr aus Angst zu treffen, also wir immer die Liebe wählen können, dann haben wir gewonnen. Wenn ich mir überlege, warum fühle ich mich in Deutschland so nicht zu Hause, dann kommt mir inzwischen nur noch der Begriff auf... The German Angst. Also als die Amis uns befreit haben, ist es ihnen auch aufgefallen, wie stark die deutsche Kultur von der Angst dominiert und getrieben wird. Dass wir Deutschen es immer schaffen, aus jeder Frage die Angstoption zu wählen und zu sehen. Weil wenn wir das machen, das könnte ja auch passieren. Ja, könnte es, aber wieso machst du dir überhaupt darum Gedanken? Warum probierst du es nicht einfach mal? Natürlich könnte es sein, dass das Auto, was du kaufst, ein höheres Spaltmaß hat, aber spielt das wirklich eine Rolle, ob du irgendwie sicher zur Arbeit kommst? Alleine dieses Thema Sicherheit. Warum brauchst du noch einen fünften Airbag, wenn die Wahrscheinlichkeit, also alleine sich über Angst und Unfallwahrscheinlichkeiten Gedanken zu machen, das ist doch so blockierend in deinem Leben. Wenn du stattdessen einfach lebst, dann kann es zwar irgendwann mal passieren. dass einer aus 10.000 nicht sein biologisches Ende erst dann findet, wenn wirklich du deinen Körper maximal ausgenutzt hast, sondern dass du halt mal einen Unfalltod stirbst. Aber die Menschen verpassen jeden Tag so viele Möglichkeiten, ihre eigene Happiness zu finden, in irgendeiner Form Spaß zu haben, weil sie nur in ihrer Angstdenke gefangen sind.
Joël Kaczmarek: Ich nenne das immer das Prophylaxe. Stressparadoxon. Und das besteht darin, dass Menschen versuchen, Stress zu vermeiden, dadurch aber mindestens den gleichen oder manchmal vielleicht sogar einen größeren Stress erzeugen. Also ich denke immer an eine Verwandte von mir, die hat sich eine Hochzeitskarte gekauft, wohnt in Ostdeutschland und das war in Westdeutschland, weil es da einen bestimmten Laden gibt. Und dann hat die ihre gesamte Fahrt dahin von sechs Stunden akribisch geplant. Die hat sich zwei Routen ausgedruckt von Google Maps, falls irgendwie das Navi unterwegs kaputt geht. Die hat mit Google-Satelliten schon mal geguckt, wo welche Parkplätze sind und so weiter und so fort. Und das ist so ein Paradebeispiel dafür. Weißt du, in dem Versuch, Reisestress zu vermeiden, schafft sie sich eigentlich präemptiven Stress, der das irgendwie, ja, dann hast du definitiv Stress. Der Reisestress kommt vielleicht, ja oder nein, möglich oder nicht. Aber den hast du definitiv gehabt. Dieses, oh Gott, ich such das jetzt raus und überleg mir das. Und da hast du vollkommen recht. Von daher, die Frage, die ich dir gerne mal stellen möchte auch ist, so eine Verbindung aus 2 und 3, also dein zweiter Punkt war das Reisen, dein dritter Punkt Love Note 4. Wie kriegst du denn so die Unbehaglichkeiten gut gehandelt? Also wenn du aus deiner Komfortzone gehst, diese Dinge gut zu mitigieren, dass das sozusagen bei dir nicht aufschlägt?
Randolf Jorbergrg: Ich glaube, ich war schon immer gut da drin, das zu ignorieren. Also ich plane eigentlich grundsätzlich nicht mehr in die Zukunft. Ich packe mir spannende Termine in den Kalender. Aber Flügel, die dorthin führen, buche ich in 98 Prozent der Fälle erst 36 Stunden vorher. Häufig erst auf dem Weg zum Flughafen. Sehr häufig werde ich morgens wach und ich weiß nur, dass ich, wo auch immer ich gerade bin, meine Sachen packe, aber in der Regel weiß ich nicht, wo ich die nächste Nacht dann übernachte. Ich buche dann also häufig erst, wenn ich irgendwo gelandet bin und irgendwo am Flughafen bin und jetzt mal gucken, was gibt es denn hier überhaupt. Weil manchmal kann es ja passieren, dass sich spontan superschöne Dinge ergeben.
Joël Kaczmarek: Und jetzt, wenn wir nochmal auf deinen dritten Punkt ganz kurz eingehen mit dem Love Not Fear. Ich denke auch gerade noch über diese German Angst nach. Meinst du, es ist so ein Nazi-Erbe manchmal?
Randolf Jorbergrg: Also eine Oberigkeitsdenke hatten wir ja schon seit dem Kaiser. Dass wir so absurde Konstrukte haben wie eine Schulpräsenzpflicht, die ja wirklich nur Deutschland, Nordkorea und ein oder zwei andere Nischenländer in so einer Form haben. dass wir nicht... Homeschooling erlauben, weil da ja zu viel freies Gedankengut propagiert werden könnte. Und dann hat natürlich, ich meine, in den Roaring Twenties wurde noch getanzt und in den Thirties wurde marschiert und stillgestanden. Und die Angst vor allem, vor dem Fremden, das ist ja sozusagen ganz, ganz, ganz tief von den Nazis in unsere DNA eingebrügelt worden, dass ich denke... Also ob es noch wirklich, also ganz, ganz klar wurde es in der Nazi-Zeit in unsere DNA reingebracht. Ob es auch schon davorher wirklich stark präsent war, weiß ich jetzt nicht.
Joël Kaczmarek: Ja, weil ich denke gerade so an Datenschutz als zum Beispiel so das Thema. Per se finde ich das in Ordnung, dass wir unsere Daten schützen. Weil da gibt es ja immer so diese Horrorgeschichte mit den Niederlanden, wo die Nazis einmarschiert sind und haben binnen zwei Wochen die gesamten Juden in den Niederlanden deportieren können, weil es dort sehr feingeführte Register gab. Das ist ja so ein typisches Argument, was dann kommt, Daten können auch mal missbraucht werden, fair enough. Das sind so die Beispiele, die mir einfallen, wenn die Deutschen immer so reden. Du kannst ja natürlich, wenn du durchs Leben gehst, kannst du immer Worst-Case-Denke haben, Best-Case-Denke oder vielleicht irgendwas dazwischen. Und du kannst natürlich nie widerlegt werden bei Worst-Case-Denke, weil du natürlich immer sagen kannst, ja stimmt, wenn das da eintrifft, dann sind wir richtig am Arsch. Aber mit welcher Wahrscheinlichkeit trifft es denn ein? Und das macht natürlich so eine Diskussion immer ganz, ganz schwer. Und jetzt mal den Bogen aber zu spüren. spannen. Ich habe mich ja mit dir schon ein bisschen auch unterhalten vor Ort und du hast ja auch gesagt, dieses Love ist eines der Themen, was du für dich gerade erwägst als deine Triebfeder, würde ich jetzt mal denken, aus dem, mit dem du dich umgibst. Wie gelingt es dir denn in dir und in anderen, Angst in Liebe zu überführen?
Randolf Jorbergrg: Eine richtige Methodik habe ich, glaube ich, noch nicht. Doch, da ist ein Angst ist gerechtfertigt für einen kurzen Moment. Als wenn ich einen Fehler mache, ist es eine Angst oder eine negative Emotion berechtigt, weil ich möchte ja aus den Fehlern lernen. Wenn sie aber
Joël Kaczmarek: längerfristig in meinem Leben bleibt, also wenn ich eine Minute nach dem negativen Erlebnis immer noch in Angst lebe, dann muss ich mir doch einfach überlegen, was läuft jetzt gerade falsch. Ich würde es ja zuspitzen, ich würde sagen, die meisten Leute haben Angst, bevor überhaupt ein negatives Erlebnis eintritt. Ja okay, aber das sind die meisten Leute.
Randolf Jorbergrg: Und wenn ich dann einfach irgendwo erlebe, ich habe hier noch eine Angst, dann versuche ich einfach dem auf den Grund zu gehen und herauszufinden, okay, die Angst... ist noch irgendwo hier, die hat noch hier ein Zuhause in mir, das wird jetzt gekündigt und lass uns das mal angehen. Und da gibt es, glaube ich, für mich immer dann nur noch Lernen. Also wenn ich eine Angst feststelle, dann ist da eine Neugier, wie werde ich die los? Wo kommt die her? Wer hat der erlaubt, hier zu sein? Und wie kriege ich die möglichst schnell aus meinem System wieder raus?
Joël Kaczmarek: Ich hatte mal eine Bekannte, die hat immer gesagt, wo die Angst ist, geht's hin. Und ich habe eine andere Bekannte, die sagt oder schon mehrfach gehört, wo Widerstand ist, ist Wahrheit. Also mir hilft es manchmal auch so Mantras zu haben, wo ich dann denke, warum magst du das gerade nicht, weil dann ist da irgendwas, was du entdecken kannst. Also kann ich gut nachvollziehen. So, jetzt bin ich neugierig. Jetzt haben wir schon drei durch. Was ist das vierte Ding? Find Mentors. Ich habe erst in den letzten Monaten festgestellt. dass ich in meinem Leben kaum Mentoren und Lehrer hatte. Und da ist mein Vater als Unternehmensberater und Steuerberater sicherlich irgendwo nah an meiner
Randolf Jorbergrg: Unfähigkeit oder Unwillen, meine eigene Buchhaltung auch wirklich gut hinzubekommen und sicherlich auch noch Daddy-Issues, die in irgendeiner Form erforscht werden wollen. Und dann haben wir jetzt die Tage, privat über Ron Hillmann gesprochen, den ich zu den wenigen Mentoren in meinem Leben zählen würde, mit dem ich aber auch sehr, recht wenig One-to-One-Time hatte. Und tatsächlich, dass ich feststelle, dass glaube ich, hätte ich mehr Menschen früher getroffen, die im Unternehmertum erfahren sind und meine Sprache sprechen, also kurz ADHD Entrepreneurs, dass ich glaube ich, sehr, sehr, sehr viel von denen lernen könnte, dass ich so aber immer mich mehr oder weniger alleine auf weiter Flur gefühlt habe und sowohl Mitarbeiter als auch Mitunternehmer ich mich zwar in irgendeiner Form dahingezogen gefühlt habe, aber erst in den letzten Jahren durch EO festgestellt habe, ja, ich kann auch von denen lernen in dieser Struktur, die wir dort haben in der Organisation, aber Das wäre natürlich, wäre das früher passiert, wäre es viel, viel besser gewesen.
Joël Kaczmarek: Ich denke gerade darüber nach, was gute MentorInnen ausmacht. Und hast du für dich so einen Modus Operandi gefunden? Vielleicht magst du ja auch mal ein bisschen von diesem EO-Vorgehen erzählen. Also EO ist die Entrepreneurs' Organization. Arbeitet mit dem sogenannten Forum, wenn ich mich nicht täusche. Dass du dich unter Unternehmern immer regelmäßig austauschst. Und natürlich auch UnternehmerInnen. Da bin ich mal neugierig. Also was hast du so für eine Definition für dich? Wann empfindest du jemanden überhaupt als Mentor? Und was für einen Modus hast du, dass du dieses Wissen auch gut ausmachst? annehmen oder aufnehmen und annehmen kannst?
Randolf Jorbergrg: Ja, Mentoren glaube ich für mich funktionieren am besten, wenn diese nicht mir sagen, wie ich Dinge zu tun habe, also von oben herab mir sagen, das musst du einfach so und so machen und dann ist es ganz einfach, sondern die ihre Erfahrungen teilen, also aus ihrer eigenen Erfahrung kommend sprechen, ohne jetzt mir meine Probleme lösen zu wollen. Und das ist genau die Art und Weise, wie wir im sogenannten Gestalt Language Protocol oder Forum, in der Forum Language bei EO sprechen. Kurz, wir teilen unsere Erfahrungen, die wir als relevant halten für die Problemstellung, die unser Gegenüber uns mitteilt. Wir dürfen aber in EO keine Ratschläge geben. Und das ist für jemanden wie mich, der, glaube ich, schon sehr, sehr auf seine Selbstständigkeit bedacht ist, die richtige Art und Weise, Informationen zu erhalten. Und wie vorhin gesagt, bei EO, wir treffen uns monatlich im immer gleichen Zirkel mit 100% Vertrauen und wissen, dass das, was wir in diesem Zirkel diskutieren, nicht... niemals diesen Zirkel verlassen wird. Und das Einzige, was wir nach draußen tragen, sind die Erfahrungen, die wir... gelernt haben. Also ich kann sagen, meinen Mitarbeitern im Forum habe ich mir gedacht, es sei gut, jetzt mal dieses und dieses Unternehmenssteuerungsmodell auszuprobieren und neue Meetingstrukturen zu etablieren. Ich darf nicht sagen, das kommt vom Joël, der damit es geschafft hat, seine Unternehmenseffizienz zu verdoppeln. Und insbesondere wichtig glaube ich, dass bei EO tatsächlich die Gespräche rund um das Private und Familiäre auch zwei Drittel der Gesprächsinhalte ausmachen. Dass wir also genauso unsere spirituellen Gedanken dort teilen können, wie wir irgendwo die neuesten Unternehmenssteuerregelungen. diskutieren, da das Verständnis bei EO ist, dass ein Unternehmer oder eine Unternehmerin nur dann gut funktionieren, wenn Business, Family and Personal sich im Balance bewegen und wir in allen drei Bereichen funktional sind.
Joël Kaczmarek: Jetzt gibt es ja diesen schönen Satz, auch Ratschläge sind Schläge. Du hast eben gesagt, ich darf nur aus den eigenen Erfahrungen teilen. Ich habe so einen Verdacht, wo es herkommt. Ich könnte mir vorstellen, viele Menschen hören jetzt zu und sagen, warum darf ich denn jemandem einen Ratschlag geben? Das ist doch gut gemeint, das ist doch was Nettes. Warum darf der Randolf das da an seinem Forum nicht? Beschreib vielleicht mal den Unterschied zwischen diesen beiden Kommunikationswegen. Ich kann niemals dir sagen, dass deine eigene Erfahrung und was du daraus ziehst falsch ist, während ich ganz häufig bei Ratschlägen sofort in die innere Widerstand gehen kann und sei. dir sagen kann, warum dieser Ratschlag bei mir aber nicht funktionieren kann,
Randolf Jorbergrg: weil meine Situation ist ja doch eine andere. Und warum redest du mir eigentlich sowieso hier rein? Ist doch mein Leben.
Joël Kaczmarek: Dein Leben wiederum, wenn du mir da deine Erfahrungen mitteilst, so kann ich, könnte ich sagen, ich hätte es vielleicht anders gemacht, aber so, es ist einfach irgendwo, da kann man weniger gegen argumentieren. Und das ist aus meiner Sicht schon unglaublich wertvoll. Bietest du trotzdem manchmal solche Dinge an? Also dass du sagst, ich habe mal einen Impuls für dich, ich habe über nachgedacht über deine Situation und wie ich die angehen würde. Vielleicht macht das ja was mit dir oder lässt du es echt bei diesem, ich stand mal da und da an dem Teil meines Lebens und habe Folgendes gemacht und das hatte diesen Effekt?
Randolf Jorbergrg: Sowohl als auch. Also ich, also zum einen natürlich bin ich überhaupt. nicht diszipliniert und vergesse auch häufig die beste Forumdisziplin, insbesondere wenn ich außerhalb von der EU bin. Aber grundsätzlich versuche ich zu fragen, ob ich Ratschläge geben darf. Also bevor ich dir einen Ratschlag gebe, frage ich, ob du offen dafür bist, während ich häufig ungefragt meine Erfahrungen mit dir teile. Also ganz einfaches Beispiel. Ich werde sehr häufig ungefragt. dir mitteilen, was sich bei mir durch meine ADHD-Diagnose geändert hat. Ich bin aber sehr vorsichtig, bevor ich dich frage, sag mal, hast du schon mal einen ADHS-Test gemacht? Weil das ja eine Wertung über dich beinhaltet. Und auf der anderen Seite, wenn ich über mich spreche, kommen häufiger, und meine ADHS-Erfahrungen, kommen dann häufig Menschen, denen ich das gesagt habe, später dazu und sagen, sag mal, wie macht man eigentlich so einen Test? Oder wie ist das eigentlich? Glaubst du, ich hätte das vielleicht auch? Und dann manchmal sage ich, also mein ADHS-Radar ging bei dir eigentlich innerhalb von zwei Sätzen schon ganz stark an. Oder ich sage, ach, könnte schon sein.
Joël Kaczmarek: Gut, du komm, lass uns noch den letzten machen, dann haben wir es hier. Ich kann mich mit dir verlaufen sonst hier.
Randolf Jorbergrg: Ja. Ich glaube, der letzte Punkt, den ich aufgeschrieben habe, da waren wir eigentlich vorhin schon ein bisschen. Und zwar, die Zukunft gehört den neurodiversen Visionären. Also da hätte ich, glaube ich, dem 20-Jährigen nie so eine aufmunternde Klapsen auf die Schulter mitgegeben.
Joël Kaczmarek: Nach dem Motto, sei be bold, be visionary, be brave. Ich würde es jetzt mal übersetzen. Was die Neurodiversen so stark für die Zukunft macht, ist glaube ich die Anpassungsfähigkeit, oder? Ja, genau. Dass die Old Economy und die
Randolf Jorbergrg: Pharma, die können nur ... das Bestehende größer machen und nochmal 1% Effizienz obendrauf jedes Jahr, während die Disruption und das Neudenken, das ist denen nicht in die Wiege gelegt. Und ich glaube, das ist etwas, was jetzt ein 20-Jähriger nicht unbedingt sofort denkt, hey, ich kann wirklich die Welt verändern und was mir gerne jemand hätte sagen können. Weil ich sage mal jetzt in diesen ganzen Geschichten, Was zwischendurch immer mal wieder passiert ist in meinem Leben, ich habe dann irgendwann mal kurz vor Silvester 2021 aus einer gewissen Frustration heraus, dass es immer noch diese fucking Ausgangssperre, diese Curfew gab, habe ich halt so eine kleine Petition gestartet und gedacht, das ist doch doof, dass es die gibt. Und vier Tage später hatte ich auf einmal eine Gesetzesänderung erreicht, dass halt Südafrika die Gesetze zur Curfew abgeschafft hat, wo ich gedacht habe, wieso hat das denn vorher keiner gemacht? Es war doch jetzt echt nicht schwierig. Und dass man häufig einfach viel mächtiger ist, wenn man seiner eigenen Intuition vertraut und dann einfach mal sich was trauen muss. Das Problem ist natürlich, wenn du es nie daran denkst, dass es möglich ist, weil dir keiner sagt, dass es möglich ist, dann bleibst du halt immer nur in deiner kleinen Shell.
Joël Kaczmarek: Würdest du dann umgekehrt sagen, wenn du jetzt neurotypisch wärst, dass du dir dann neurodiverse als Ergänzung suchen würdest, um deine schwarzen, ne, blinden Flecken, weiß ich nicht mehr, weißen Flecken zu ergänzen?
Randolf Jorbergrg: Ja, ich glaube, fast alle Unternehmen oder Führungsspitzen von erfolgreichen Unternehmen haben eine ganz klare Dualität da drin. Wie gesagt, ich nenne es den Visionary Skill. Und dann den Integrator-Skill. Der Integrator ist in der Regel der COO, der gerne die Visionen des in der Regel Founders oder CEOs aufnimmt und umsetzt. Der auch sozusagen darin begeistert morgens ins Büro geht, in dieser Routine, in den Team-Meetings, in der Koordination der kleinen Stellräder. also Thrive, der das gerne macht, der eben die tägliche Arbeit und die kleinen 1% Effizienzsteigerungen gerne begleitet, während halt der Visionary in der Regel sich schon wieder ablenken lässt und noch eine neue Idee hat, die aber in Wirklichkeit das eigentliche Team, was ja eine gewisse Sicherheit und Beständigkeit braucht, komplett, ja. die irritieren und überfordern würde, wenn die so ungefiltert jetzt irgendwo auf das Team einprasseln.
Joël Kaczmarek: Mensch Randolf, was haben wir heute alles gehabt? Also wir fassen mal zusammen. Punkt 1. ADHS ist der größte Game Changer meines Lebens. Oder anders gesagt, alles verändert sich, wenn das Kind einen Namen hat. Nummer 2. Reise, so erweitert sich deine Perspektive. Nummer 3. Liebe, keine Angst. Nummer 4. Finde MentorInnen. Und Nummer 5. Die Zukunft gehört den Neurodiversen. Innovation. How cool is that?
Randolf Jorbergrg: Ja,
Joël Kaczmarek: großen Dank. Ja, danke dir. Und jetzt lass uns doch, wie im Intro angekündigt, unbedingt noch etwas zu dir und deiner Geschichte sprechen. Also zum einen ist da natürlich deine krasse Mafia-Erfahrung in jüngster Zeit und zum anderen ist das Erste, was zu dir auffällt, die Farbe Gelb. Weil du trägst nur gelbe Kleidung, dein Bart und deine Augenbrauen sind gelb gefärbt, deine Gegenstände sind größtenteils gelb. Was ist das mit dir und der Farbe Gelb?
Randolf Jorbergrg: Ja, ich nenne es das größte Geschenk, was mir im Leben gemacht wurde. Das ist einfach das... auf einmal vor zehn Jahren ziemlich genau gelb in mein Leben kam. Also es war damals schon die Markenfarbe vom Beerhouse, aber das war halt das Gebäude und hatte keinen persönlichen Bezug, bis ich auf einmal aus Versehen in einen ganz gelben Anzug reingeschlüpft bin und einfach nur festgestellt habe, das fühlt sich gut an, das fühlt sich richtig an. Die Art und Weise, wie Menschen mit mir auf einmal interagieren, ist viel, viel interessanter. vielschichtiger als dieses Standard, wer bist du, was machst du, Business Talk, den man so ansonsten bei Konferenzen oder auch ganz normal im Alltag auf der Straße hat. Und ja, insbesondere jetzt die letzten fünf Jahre, dass ich Nomade bin und alle paar Wochen eine neue Kultur kennenlerne, lerne ich jetzt diese Kulturen und die Orte, an denen ich jetzt präsent bin, nicht mehr nur durch als, ja, mittelalter weißer Mann kennen, sondern eben als gelber Mensch. Mehr oder weniger das Erste, was ich nach dem Landen in jeder Kultur erstmal erlebe, ist, welchen Bezug haben die Menschen hier zur Farbe Gelb und wie interagieren sie? Und das ändert sich und die Fragen und die Art der Interaktion ändert sich einfach in jeder Kultur und werten mein Leben so unglaublich auf,
Joël Kaczmarek: dass ich inzwischen zur Farbe Gelb und zum Leben und allem, was damit zusammenhängt, glaube ich eine... sehr eigene Position habe. Also finde ich interessant, weil ich habe es ja ein bisschen ähnlich. Ich habe es ja mit Blau. Also wer mich so anguckt, der sieht dann immer dieses knallige Blau. Und ich habe gelernt, je tiefer du da eintauchst, desto mehr findest du auch eigentlich so über diese Bezüge Farbe und Persönlichkeit, oder?
Randolf Jorbergrg: Absolut. Also inzwischen ist es, ja, ich und mein Lehrer, ChatGPT, sind einfach dann jedes Mal, wenn es in eine neue Kultur geht, bin ich dann wieder aufs Neue erstaunt, was für eine emotionale Tiefe eine Farbe hat. Also jede Farbe ist Emotion. Und ich glaube einfach, ich und Gelb sind ein sehr besonderer Match. Und wir können durch diesen Filter und das, was ich dadurch lerne, ja, hab ich mich selbst gefunden. Und nicht ausschließlich nur in dem Gelben. Ich sage immer, meine zweite Lieblingsfarbe ist Rainbow Colored. Aber es ist doch einfach die Werte, die dahinter stecken. Egal, ob man Und... auf einmal feststellt, dass der Solar Plexus, also das dritte Chakra, dass das halt einfach das ist, in dem ich Zeit meines Lebens gelebt habe, im Tun. Nicht in dem darüber liegenden Herzchakra, nicht in dem darunter liegenden. Und dass dieser Bezug für mich unglaublich relevant ist und dass ich aktuell sage, ich sage niemals nie, aber für mich ist diese Farbe jetzt erstmal für den kommenden Lebensabschnitt relevant, weil ich tue gerne Dinge und irgendwann in meinem Leben wird dann wahrscheinlich mal doch die Farbe Gelb weniger eine Rolle spielen und dann irgendwo das Weiße, aber damit auch hoffentlich die Weisheit Einzug halten.
Joël Kaczmarek: Ich kann einfach ganz gut mit Relaten. Ich habe eine, also normalerweise sozusagen eine Stilberaterin, Carly Mühlbach. Sie sei mit herzlich gegrüßt. Die mir im Prinzip beigebracht hat, die macht halt Stilberatung eigentlich eher so wie Kommunikationsberatung. Das heißt, die sagt, ich gucke mir deinen Charakter an und Charakter kannst du teilweise am Gesicht ablesen. Und dann übersetzt sich das in Materialität, in Farbe, in irgendwie Helligkeit und so weiter und so fort, also auch in Accessoires. Und wenn man das einmal so verstanden hat für sich, dann hat man auch so einen ganz anderen Selbstausdruck. Also ich kann mir vorstellen, dass total viele Menschen jetzt hier zuhören und sagen, was habe ich denn da für Probleme? Ob ich jetzt ein schwarzes oder ein blaues Shirt trage, ich bin doch ich, ja fair. Aber man trägt sich ja ganz anders nach draußen. So und ich meine in deinem Fall, das ist ja nun auch ein Extrem, darf man ja sagen, hast ja auch immer gleich einen kommunikativen Aufhänger, ja. Also ich glaube, du hast mir ja mal erzählt, dass die dann sagen, oh, love Borussia Dortmund oder was ich auch nett fand, wo du schon gemeint hast, ja Kinder rufen dann manchmal Bananamäns zu dir. Ja,
Randolf Jorbergrg: also das meine ich so. Jede Kultur erlebe ich durch diesen besonderen Filter nochmal. Egal, ob es jetzt die Teenie-Boys sind, die irgendwie denken, sie wären super naughty, wenn sie mich jetzt Banana-Man nennen und dann drehe ich mich um und dann will es keiner gewesen sein. Oder die Menschen, die sofort an die Deutsche Post denken oder die Berliner, die natürlich sofort irgendwie mit BVG um die Ecke kommen. Also jeder zeigt mir mehr über sich selbst, indem er oder sie mir diese Assoziation mitteilt, als dass ich das jetzt mir zu eigen machen muss. Und das Einzige, was ich spannend finde, ist, dass ich, also ich verbringe vielleicht ein Viertel meiner Zeit in deutschsprachigen Ländern. Ich werde, egal wo ich bin, doch hunderte Mal im Monat in irgendeiner Form angesprochen auf die Farbe. Das eine Frage ist aber nur sechs Mal an mich herangetragen worden, die vielleicht doch eine gewisse negative Konnotation dabei hat. Und das ist die Frage, ja, welche Wette hast du denn verloren? Und diese Frage... kam ausschließlich in deutschsprachig auf mich zu. Also dieser Gedanke, dass etwas ja doch irgendwie Negatives, wie eine Wette, verlorene Wette, mir passiert sein müsste, um so auszusehen, wie ich auszusehe, ist also nur in deutschsprachigen Ländern präsent in den Gedanken. Oder es sind nur Deutschsprachige, die sich trauen, die auszusprechen. Aber das ist aus meiner Sicht doch irgendwo, es sagt wieder mehr über die deutsche Kultur aus, als über... Mich, denn ich weiß natürlich, dass es nicht um eine verlorene Wette hier geht, sondern einfach um vielleicht etwas drastischen oder vielleicht etwas übertriebenen Ausdruck einer, ich habe da was Spannendes gefunden.
Joël Kaczmarek: Ja, schade. Ich kann dich gut verstehen, weil ich glaube, das ist so ein Selbstausdruck und gleichzeitig auch vielleicht so ein Rückfluss zu dir, dass du damit Energie aufnimmst. Aber lass uns mal weiter tauchen. Du hast jetzt eben gesagt, 25 Prozent deiner Zeit in deutschen Ländern. Was führst du eigentlich für ein Leben? Ja, ein Nomadenleben seit ungefähr fünf Jahren. Juni 2020, während Covid nach drei Monaten freit. Also die Reaktion als Gastronom in Südafrika während … Covid war zuerst einmal der Fight statt des Flights und nach drei Monaten war ich einfach kurz vorm Burnout, weil das waren 20-Stunden-Tage des Versuchs als One-Man-Restaurant-Association of South Africa. Also um mal ganz kurz noch ein bisschen mitzunehmen. Also du bist von Deutschland nach Südafrika gegangen, dezidiert mit dem Ziel, ich will da jetzt geil ein Craft Beer machen. Nein,
Randolf Jorbergrg: ich bin 2007 nach Südafrika gekommen. im Hinterkopf die latente Suche nach einem neuen Wohnort, da es Deutschland einfach nicht war. Das wusste ich instinktiv. Nachdem ich mich dann sofort in Land und Leute verliebt habe, war irgendwo klar, jetzt suche ich irgendwie da ein neues Business. Ich habe dann 2011 mein E-Commerce hinter mir gelassen und was Neues gesucht. Und dann war relativ schnell klar, ich habe keine Lust mehr auf... E-Commerce, Online-Kram etc. Das war irgendwie langweilig geworden. Das war jetzt eine Industrie und Handwerk und nicht mehr dieses spannende Fashion, wo man irgendwo ganz schnelle Shortcuts finden konnte etc. Und dann wurde mir klar, der Jungtraum von einer eigenen Bar war immer noch lebendig. Das war jetzt irgendwie mal auf der Bucketlist. Und ich möchte mal eine Bar bauen. Und dann kam diese Beobachtung, dass Craft Beer in Südafrika gerade explodierte. Keine einzige Location versuchte, diese Auswahl unter ein Dach zu bekommen. Und ich gedacht habe, das wäre doch mal eine lustige Bar. Und the rest is yellow history.
Joël Kaczmarek: Also du hast es gerade uns schon erzählt, kurz vor Burnout. How went it about? Also wie ging es weiter? Ja, jetzt sind wir ja wieder bei Covid, was dann praktisch... sich ohne anzumelden auf einmal dastand, wo aber für mich klar war, 2020 wird viel Veränderung stattfinden. Da war schon am 5.
Randolf Jorbergrg: Januar irgendwo klar, dass das nicht mehr ganz so weitergehen wird wie bisher, denn schon am 5. Januar wurde der Sicherheitschef von mir auf der Autobahn leider beim Rechtsabbiegen ist er in 30 Kugeln reingefahren und wurde erschossen. Und deswegen war schon irgendwie klar, okay, es wird sich was tun. Dann am Anfang Februar hatte ich das Glück, mein allererstes Plant Medicine Retreat, also Ayahuasca Retreat zu erleben, wo auch schon wieder klar war, oh, es kündigen sich Veränderungen an. Aber ja.
Joël Kaczmarek: Aber what the heck, jetzt erstmal kurz zurückgespult. Warum zur Hölle wird denn dein Security-Chef da in so einem Drive-By-Shooting erschossen?
Randolf Jorbergrg: Ja, okay. Und jetzt gehen wir dann vielleicht doch nochmal kurz nach 2012 zurück, also die Eröffnung vom Beerhouse. Da war mir schon vor Eröffnung klar, irgendwann muss ich mal mit diesen Erpressern, mit diesem Schutzgeldthema mich beschäftigen und das war dann auch tatsächlich am zweiten Öffnungstag. Und da kam dann irgendwie ein sehr breitschultriger Handelsvertreter der unüblichen Art vorbei. Der dir einfach nur mit festem Händedruck versucht klarzumachen, es ist ja jetzt so üblich, du zahlst ja halt irgendwo im Monat ein paar hundert Euro an Schutzgeld an uns. Da war irgendwo schon damals in mir so ein, der kam der kleine Rebell durch und der fragte sich ja, warum denn eigentlich, für welchen Gegenwert? Und in dieser Begründungslücke, dass mir da nämlich kein echter Wert kommuniziert wurde, hatte ich halt immer Nein gesagt. bis zwei Jahre nach Eröffnung, am 15. Juni 2015, die, ja, ich nachts, Freitagnachts einen Anruf bekam, ja, Joe ist dead. Und das war unser General Manager, der halt nur mir mitteilen konnte, dass es einen Angriff gegeben hatte. Und 20 Minuten später musste ich also über den toten Körper unseres Türstehers Joe laufen. Das ist natürlich... schon eine relativ harte Angelegenheit für, ich sag mal, einen wohlbehütet aufgewachsenen Mittelstandsjungen aus Deutschland, da eine Verantwortung für den Tod eines Mitarbeiters. mitzutragen. Damals wollte ich auch schon an die Öffentlichkeit gehen, mir wurde aber ganz klar gesagt, Randolf, wenn du das machst, dann, also mach das nicht, wenn du im Land bist, weil ansonsten bist du tot. Damals, also 2015, bin ich dann einfach irgendwo stillschweigend in meine Kammer gegangen, habe die Firma weiter aufgebaut, die Verantwortung für die Mitarbeiter mitgetragen, bis dann im Endeffekt das Thema 2020 wieder hochgespült wurde, als nämlich die Nachfolger dieses Schutzgeld-Imperiums dieser Industrie versuchten, während des Covid-Lockdowns die Restaurants, die gerade wieder öffnen durften, während wir im Nachtleben noch geschlossen waren, zu erpressen. Und da war ich dann nur noch in der Art Sprecherrolle für die inoffizielle Restaurant Association, dass ich gesagt habe, Leute, wenn ihr jetzt an die Öffentlichkeit geht. dann können wir das abwehren. Dann könnt ihr es schaffen, nicht auch diese Schutzgelder zahlen zu müssen, die im Nachtleben üblich sind. Und habe mich dann aber leichtsinnigerweise als Sprecher dieser Initiative angeboten, da ich zu dem Zeitpunkt gerade einfach zwei Monate vom Covid-Lockdown Urlaub in Europa gemacht habe. Und dieser geplant dreimonatige Urlaub wurde dann eben zu einem knapp dreijährigen Urlaub. Was mich halt de facto zum Nomaden gemacht hat. Eben als Slow-Mad, als langsamer, langsam reisender Nomade. Wirklich jeden Ort, den ich besuche, nicht als Tourist, sondern vom Mindset her als, das ist jetzt erstmal meine Heimat. Und ich versuche es kennenzulernen, als ob es meine neue Heimat wäre, zu bereisen.
Joël Kaczmarek: Aber damit ich es jetzt nochmal so sukzessive, ob ich es richtig verstanden habe. Du öffnest diesen Laden, am zweiten Tag wird bei dir geklopft. Du zahlst nicht. Zwei Jahre geht's gut, dann wird dein Security-Chef erschossen. Dann hast du angefangen zu zahlen oder was hast du gemacht?
Randolf Jorbergrg: Für zwei Jahre haben wir bezahlt und dann auf einmal gab es einen, auch bei denen wieder einen Übernahmekampf. Auf einmal sollte ich zwei verschiedene Firmen zahlen, also die zwei Fraktionen der alten und der neuen Generation. Und damals habe ich dann einen sehr, sehr smarten Sicherheitsmenschen kennengelernt, der eine eigene Firma hatte und scheinbar sehr unabhängig agierte. Das hat mich beeindruckt, weswegen ich zu ihm gewechselt habe. Und das ist halt besagter Sicherheitschef,
Joël Kaczmarek: der dann am 5. Januar 2020 falsch in den Kugelhagel eingebogen ist und auf der Autobahn erschossen wurde. Also hast du schon gezahlt, bevor der erschossen wurde eigentlich? Ich habe ihn... Bezahlt, weil er war das einzige Sicherheitsunternehmen, mit dem ich freiwillig und gerne für gute Leistungen bezahlt habe. Und okay, dann bist du sozusagen in die Bezahlung gewechselt und ich sag mal, durch Corona hat das Ganze nochmal einen neuen Dreh gekriegt, weil ich hab ja auch von dir so im Vorfeld schon gelernt, da sind diese ganzen Schutzgeld-Mafiosis eigentlich auch dazu übergegangen, dass sie nicht nur Bars erpressen, sondern auch Restaurants oder ich hab von dir gesagt, selbst Arztpraxen. Also da wurde sozusagen das Geschäftsmodell erweitert. Richtig. Also... Egal ob Immobilienfirmen, Arztpraxen und andere Gangs, die dann in Südafrika auch wirklich selbst Schulen erpressen. Wo zehnjährige Schulkinder ihren Eltern sagen, ich brauche noch Geld für die Erpresser, damit die mich nicht verprügeln. Krass.
Randolf Jorbergrg: Und das ist halt tatsächlich mit Covid, aber auch schon in den Jahren davor, sukzessiv schlimmer geworden. Es kam aus dem Nachtleben. Da war es alt etabliert und weil dort nie etwas entschieden dagegen unternommen wurde, haben die Gangster irgendwann festgestellt, das ist ja ein ausbaufähiges Marktmodell und auf einmal wurde es Standard. Und das war eben, dafür war mein Blick die ganze Zeit schon geschärft,
Joël Kaczmarek: weswegen ich damals dann in der Restaurantindustrie 2020 entschieden gegen vorgehen konnte aus der Distanz. sehr, sehr viel Aufmerksamkeit erschafft habe auf das Thema. Also du hast dann dein Gesicht echt ins Fernsehen gehangen und gesagt, hier die Dudes, die kommen zu uns und erpressen uns und das kann so nicht weitergehen?
Randolf Jorbergrg: Genau das.
Joël Kaczmarek: How crazy muss man sein?
Randolf Jorbergrg: Du, ich habe das damals ganz entspannt aus Berlin gemacht. Ich war da gerade und war da ein bisschen gelangweilt, weil war ja im August 2020 war da auch noch nicht so viel los, Podcast. Mir war so ein bisschen langweilig. Ich habe gedacht, dass es irgendwie könnte ganz sinnvoll funktionieren. Das könnte Sinn machen nach dem, was ich irgendwie über diese Industrie weiß. Und es hat auch sehr gut funktioniert. Es hat dazu geführt, dass zu großen Überraschungen der Marktbeobachter, der Polizeiminister nach Kapstadt geflogen kam, Pressekonferenz gab und danach in die Fernsehkameras hinein vor meinem Laden stand und sagte, Mr. Jorberg should know. The new committee is going to solve organized crime and he can return to safety. Und das hat wiederum den Mafia-Boss, um den es ging, Nafiz Modack, so provoziert, dass er dann am nächsten Tag der deutschen Welle, die versucht hat, einen Interviewtermin mit ihm zu bekommen, gesagt hat, ja, meet me at Randolf Jorbergrg in 30 minutes. Und dann gab es ein sehr absurdes Interview zwischen ihm. wie er gerade Sandwiches an die Obdachlosen vor meinem Laden verteilt hat, weil er, glaube ich, auch das nicht ganz so gut fand, dass wir zu dem Zeitpunkt eines der größeren Soup-Feeding-Schemes hatten. Und die Gangster müssen ja, also das sind ja die Robin Hoods und die sind ja in ihren Communities, deswegen haben sie ja einen Rückhalt und schaffen es. Also jungen Gangster nachzuziehen, weil sie als Wohltäter gesehen werden müssen. Und sowohl ich als auch einer der Braumeister, der damals in seinen Braukesseln wegen der Alkoholprohibition, die es ja in Südafrika gab, also Südafrika war zu dem Zeitpunkt ein trockenes Land, in dem Alkoholverkauf kategorisch verboten war dank Covid. Brauereien und Gastronomen, die auf einmal ihre leerstehenden Küchen zur Versorgung der leider hungernden Bevölkerung verwenden, passen ja auch nicht in sein Schema. Da muss er natürlich auch wieder als Wohltäter dastehen, weswegen er sozusagen direkt vor meinem Laden dann eben gerade Sandwiches verteilen ließ, um das auch wieder ins Fernsehen zu bringen. Das war dann... Eine herrlich absurde Situation und das war dann der Donnerstag, also Mittwoch kam der Polizeiminister, Donnerstag kam der Mafiaboss und am Freitagmorgen wurde der ermittelte Polizeibeamte in diesem gesamten Erpressungsverfahren vor seiner Haustür erschossen. Und dieser tote Cop für dieser Mafiaboss vom Donnerstag wurde dann sieben Monate später erst als Tatverdächtiger für diesen Cop. Cop-Mörder halt festgenommen. Aber es ist, ja, das alleine ist schon eine, war eine schöne Spannungsblase, die sich da erst mal entwickelt hat. Und wo dann auch erst mal klar wurde, okay, jetzt sollte ich doch länger nicht mehr nach Südafrika zurück. Denn der Cop, drei andere Menschen, die ermordet waren und zwei weitere, auf die geschossen wurde, fanden sich dann auf einer Liste. an Menschen, deren Telefonnummern überwacht wurden. Also so mit so einem Polizeiermittlungstool, auf das die Gangster aber halt Zugriff hatten. Und das war das, was man dann so in SEO-Kreisen Bad Neighborhood nennt. Und ich fand mich dann auf dieser Liste halt auf Platz 13. Und da war ich dann so ein bisschen, ja okay, ich sollte die Morddrohungen, die ich erhalten habe,
Joël Kaczmarek: vielleicht doch ein bisschen ähnlicher, ein bisschen ernsthafter nehmen. Bin dann halt erstmal zwei Jahre, neun Monate nicht nach Südafrika zurückgekommen. Hast du nicht Schiss, dass die da einfach mal in den Flieger sitzen,
Randolf Jorbergrg: die hinterher schicken und dich dann hier in Deutschland umschießen?
Joël Kaczmarek: Überlegt habe ich es schon. Ich glaube aber, also diese Gangster sind halt kleine Lokal-Gangster. Und Organized Crime, yes. International Organized Crime, no. Beziehungsweise können die sich das leisten,
Randolf Jorbergrg: eher nicht. die Beträge, die sie ja vor Ort in Südafrika ausgeben müssen für so einen Auftragsmord, sind ja minimal. Also die drei der vier Täter des Mordes an meinem Tisch, der haben sie erwischt. Und diese drei Kids, die haben dafür zusammen umgerechnet 50 Euro erhalten.
Joël Kaczmarek: 50 Euro?
Randolf Jorbergrg: Ja. Also sie waren der mit dem Messer, den hat die Polizei nie finden wollen. So, die drei, die ihn begleitet haben, die haben dafür umgerechnet 50 Euro bekommen. Und jetzt musst du mal hochrechnen, um mich dann umzulegen in Europa oder wo auch sonst ich gerade in der Weltgeschichte unterwegs war. Das sind dann doch echte Investments für die. Und ich glaube, ganz so wichtig bin ich dann doch nicht für die, dass die bereit sind, was weiß ich, 20 Mal einen lokalen Mord zu finanzieren. Es gibt ja auch immer noch, also wirklich auch angstlose Journalisten, die es... in Südafrika selbst auch sehr ähnliche Dinge sagen wie das, was ich sage und die da auch immer noch ganz normal leben.
Joël Kaczmarek: Wie hast du dich eigentlich gefühlt? Also hast du das Gefühl gehabt, dass du da auch Verantwortung trägst für den Tod von jemandem?
Randolf Jorbergrg: Ja, das ist also eine Mitverantwortung sehe ich da bei mir und das ist etwas, womit ich lebe und was ganz sicher auch viele der späteren Entscheidungen Wie unter anderem, dass ich mich exponiert habe und im Zweifelsfall am Ende auch mein Business dafür draufgegeben habe, also aufgegeben habe am Ende und jetzt nicht da versucht habe, weiterhin das leichte Alkoholgeld zu holen. Das ist sicherlich eine Konsequenz daraus, aber das ist ja auch wie viele andere Dinge im Leben. Wir leben unser eigenes Leben und das sind verschiedene Einflüsse und das ist einer der großen Einflüsse. Ich sage immer, mein größtes Privileg im Leben ist, dass ich ein echtes Trauma erst im Alter von, ich glaube, 31 Jahren erlebt habe und nicht,
Joël Kaczmarek: nee, 34, also damals 2015 und nicht irgendwo im Kindheitsalter. Aber du redest da in meiner Wahrnehmung so locker, so sachlich drüber. Also das muss doch tief gegangen sein. Natürlich geht das tief. Ich kann auch heute noch emotional werden, wenn ich dir erzähle,
Randolf Jorbergrg: wie die zum Zeitpunkt seines Todes ihres viermonatigen Tochter von Joe mich vor anderthalb Jahren gefragt hat, Arnolf, du kanntest doch irgendwie meinen Papa. Wie ist der eigentlich gestorben? Also dieses Kind, was leider auch nicht mehr bei der leiblichen Mutter lebt, sondern bei einer wunderbaren Pflegefamilie in Südafrika, für die ich so eine Art Patenonkel-Rolle habe, würde ich mal sagen, dass ich so ein-, zweimal im Jahr versuche zu sehen. Die fragt mich auf einmal, wie ihr Vater gestorben ist. Da bin ich natürlich erst mal, was selten ist, sprachlos geworden. Und dann habe ich das Gespräch abgelenkt und dann habe ich mir gesagt, okay, da muss ich aber erst mal eine bessere Antwort finden, als zu sagen, ja, der ist gestorben, weil ich gewisse Entscheidungen getroffen habe und so ein böser Mann. der heute immer noch rumläuft, ihn dann hat ermorden lassen. Das beeinflusst mich insofern, als dass diese Frage von diesem Kind dazu geführt hat, dass ich am Ende auch gesagt habe, letztes Jahr, okay, ich habe bisher nur einen Teil der Wahrheit während dieser Öffentlichkeitskampagne erwähnt und ich muss nochmal Ross und Reiter nennen. Also genau diesen Mafia-Boss, der in seiner Hyperluxus-Villa 150 Meter vom Präsidenten entfernt, sein Society-Leben frönt, ich muss ihn doch nochmal angehen und nicht nur hinnehmen, dass sein Nachfolger hinter Gittern sitzt, dank dieser Kampagne und Mafia und Polizistenmordklage. Und das hat im Endeffekt dazu geführt, dass ich jetzt im August gesagt habe, nach elf Jahren, ich habe genug vom Alkoholbusiness, ich möchte da komplett raus, das an einen Partner verkauft habe, um dann... zu sagen, jetzt benenne ich Ross und Reiter und ich gehe ins Fernsehen mit dem führenden investigativen Format des Landes. Da gab es dann ein 15-Minuten-Exposé, wo ich Mark Liffman, den Mörder von Joe Cagnona, beim Namen benannt habe. Und ja, dann festgestellt habe, dass tatsächlich besagter Mark Liffman das nicht gut fand, so benannt zu werden. Also er hat mich dann verklagt. und schaffte es auch dank seiner exzellenten Anwälte gleich meine Privatimmobilie, also meinen verbliebenen Besitz in Südafrika, an den Case zu attachen. Also das heißt, dass im Endeffekt, wenn ich es verloren hätte, wäre sofort die Immobilie verloren gewesen und wir steuerten dann auf den 6. November 2024 als den ersten Prozestag hinzu. Ich hatte noch keinen Anwalt, wir waren aber so sehr öffentlichkeitswirksam. Jedes Mal, wenn er mir eine neue Eskalationsstufe juristisch geschickt hat, habe ich das sofort an die Presse geschickt. Das heißt, es gab wieder neue Frontpage-Material. Also man war dann so in spannenden News-Cycles und alle haben nur gefragt, Randolf, was machst du da? Wie willst du da rauskommen? Und ich so, weiß ich noch nicht. Irgendwas wird sich ergeben. Und dann war es tatsächlich so, dass vier Tage vor dem ersten Prozestag ergab sich, dass Mark Liffman in einer Shopping Mall erschossen wurde von Auftragskillern. Und das heißt, seit dem 3. November weiß ich auch, wie es sich anfühlt, als Auftraggeber eines Auftragsmords in der südafrikanischen Öffentlichkeit gesehen zu werden.
Joël Kaczmarek: Also die nahmen an, du warst das?
Randolf Jorbergrg: Ja, natürlich. Weil kein anderer hat Mark Liffmann jemals so öffentlich angegangen. Und die Wirklichkeit ist natürlich, dass jemand wie er sich in seinem... Wirtschafts- oder kriminellen Leben natürlich hunderte an Gegnern gemacht hat. Auftragskiller dieses Formates, die ihn da umgelegt haben, hätte ich mir gar nicht mehr leisten können. Aber so, es war trotzdem ein spannendes Erlebnis, da doch mal zu sehen, dass Karma auch in die Richtung funktionieren kann. Auch wenn ich mir persönlich immer noch gewünscht hätte, dass er seinen Tag vor Gericht bekommt und seine Jahrzehnte im Knast, weil... Dieser Typ ist leider ein Picturebook-Bad Guy. Also der Typ stand schon wegen sexuellem Missbrauch von 13-jährigen Jungs vor Gericht und hat es aber in diesem und vielen anderen Mord- und ähnlichen Verfahren immer geschafft, am Ende die Zeugen so zu intimidaten, so zu beängstigen, dass sie anzuschüchtern, dass sie am Ende die Klage zurückziehen oder die Aussage zurücknehmen. typisch Al Capone-Style, dass die einzige Verurteilung, die er je erlebt hat in seinem Leben, war die für Steuerhinterziehung von, ich glaube, irgendwie 30 Millionen Euro oder so.
Joël Kaczmarek: Okay, also, wrap up. Du kommst nach Südafrika, öffnest eine Bierbar. Am zweiten Tag klopft es an der Tür, du sollst Schutzgeld zahlen. Du weigerst dich zwei Jahre lang. Dann suchst du dir einen Security-Guy. der kurze Zeit später erschossen wird. Du fängst an zu zahlen. Du gehst nach Deutschland wegen Corona, gehst ins Fernsehen, postest. Die Polizei sagt, wir wollen da reagieren. Es wird zurückreagiert, indem ein Polizist erschossen wird. Am Ende des Tages stirbt der erste Mafiosi, der sozusagen auf den, der deinen Tisch der Nachkam, gefolgt ist. Wiederum eine Zeit später sagst du, ich gehe noch einen Schritt weiter und sage, wer der ursprüngliche Mafiosi war, der verklagt dich. Und kurz bevor es zum Gerichtsverfahren kommt, wird er erschossen. Also das ist ja wie im Spielfilm. Und traurig auch, wie furchtbar alles.
Randolf Jorbergrg: Das ist schon filmworthy und es sind auch in Südafrika durchaus über diesen Komplex schon mehrere Bücher geschrieben worden. Und irgendwann mal zu gucken, ob man diese Geschichte, also den einen Mord hattest du nicht ganz hundertprozentig korrekt hinbekommen, aber so im Großen und Ganzen ja. Ich habe in meinem Adressbuch eine Kategorie Dead. Und da sind nun mal irgendwie vier Menschen, die durch Waffengewalt ums Leben gekommen sind, aus dem engeren Umfeld dabei. Und das, möchte ich aber auch gleich sagen, ist nicht der südafrikanische Standard. Das ist auch für südafrikanische Verhältnisse schon eine sehr ungewöhnliche Situation. und sollte jetzt nicht von der Angst- und Hysterie-affinen deutschen Öffentlichkeit als Grund genommen werden zu sagen, da reise ich nicht hin. Denn wie eigentlich... Jedes andere Land ist es irgendwie, ist natürlich irgendwo Tourismus immer noch die sicherste Industrie, wird alles dafür getan, dass irgendwie Besucher da safe sind. Wo ich sagen würde, Obacht und Aufpassen ist, wenn jemand wirklich überlegt, ins Business in dem Land einzusteigen. Das ist tatsächlich etwas, wo es Sinn macht, sich vorher mal zu überlegen, in welcher Form möchte man. in Sachen Criminal Enterprise irgendwo mitspielen oder wo hast du deine eigenen Prinzipien. Und das ist vielleicht auch so das Spannendste in meinem Leben zu realisieren, da ich habe starke Prinzipien, die leiten mich und da bin ich vielleicht auch anders gepolt als viele andere Mitunternehmer, die einen viel größeren Pragmatismus besitzen und sagen, Wenn es dazu gehört, hier Schutzgelder zu bezahlen, solange es mich nicht ruiniert, dann mache ich das. Wobei ich selber über die Jahre festgestellt habe, den moralischen Kompass, den ich da irgendwo eingebaut habe, der schlägt halt vielleicht doch ein bisschen stärker in eine Richtung als bei vielen anderen.
Joël Kaczmarek: Ja, Mensch, Randolf Jorbergrg, krass, wow, was für eine Geschichte. Also ich würde sagen, solche Prinzipien Treue ist wahrlich selten geworden und zeigt ja auch angesichts der Risiken, denen du dich und auch andere um dich herum ausgesetzt haben. Natürlich eine große Portion Mut. Also vielleicht sogar etwas Verrücktheit, aber so oder so ist natürlich toll, dass sich Dinge zum Positiven verändert haben und ich drücke die Daumen, dass es positiv weitergeht. Und dir ansonsten natürlich auch nochmal ganz herzlichen Dank für deine fünf Dinge und die Perspektiven, die du damit aufgemacht hast, weil ich kann mir vorstellen, dass gerade auch andere neurodiverse Menschen sich davon total motiviert fühlen und insgesamt ist es natürlich immer wertvoll, wenn wir alle unseren Horizont erweitern. Also, lieben Dank dir! War Spaß. Ich hoffe, die Leute konnten folgen. Vielleicht müssen wir noch mal eine... Written Timeline dazu packen.
Randolf Jorbergrg: Machen wir sowieso. Mich schmerzt ja fast eher, dass wir kein Video hatten hier bei dem schönen Blick, den wir hier genießen.
Joël Kaczmarek: Ja, wir stecken mal ein Foto rum und ansonsten großartigen Dank für die Zeit und die Plattform.
Randolf Jorbergrg: Ja, danke dir auch. Pass auf dich auf.
Joël Kaczmarek: Ciao, ciao. Wow, das war ein inspirierendes Gespräch, oder? Denk dran, jeden Freitag, dem fünften Tag der Woche, erscheint eine neue Folge. Also abonnier den Podcast unbedingt, damit du keine Episode verpasst und teile ihn auch total gerne mit deinen Freunden oder Kollegen. Und wo wir schon über fünf Dinge sprechen, eine Fünf-Sterne-Bewertung auf der Podcast deiner Wahl hilft uns sehr, damit noch mehr Menschen von diesen inspirierenden Geschichten profitieren können. Nimm dir doch kurz Zeit dafür. Genauso wie für einen Besuch auf unseren Social-Media-Kanälen, um Updates und exklusive Inhalte zu erhalten. Die Links findest du in den Shownotes. Wir freuen uns nämlich über deine Anregungen und Feedback zu zukünftigen Themen und Gästen. So, und jetzt hören wir nochmal unseren Podcast rein. Bis zum nächsten Mal. Bleib inspiriert und neugierig. Dein Joël Gib mir fünf oder mehr, gib mir alles, was du mir sagen kannst und sag, was hast du gelernt? Vorfallen und aufstehen, suchen und klar sehen. Weißt du jetzt, was du willst? Weißt du jetzt, was du brauchst? Wie lang hat es gedauert und was hat es gebraucht? Ist es gut, wie es ist? Woran feilst du noch? Komm, erzähl es mir und der Welt Bist du so geworden, wie du gemeint warst? Oder völlig anders wie ein Zaungast? Du bist schon weit gegangen, bist du angekommen In deiner Hall of Fame Komm her! und sei wirklich ehrlich was ist für dich heute unentbehrlich sollen wir die fertig sein oder einfach sein wir sind Gib mir alles, was du mir sagen kannst Und sag, was hast du gelernt? Vom Fallen und Aufstehen, Suchen und Plasen Weißt du jetzt, was du willst? Weißt du jetzt, was du brauchst? Wie lang hat es gedauert und was hat es gebraucht? Ist es gut, wie es ist? Woran feilst du noch? Komm, erzähl es mir und der Welt Weißt du jetzt, was du willst? Jetzt weißt du jetzt, was du brauchst Wie lang hat es gedauert und was hat es gebraucht Ist es gut, wie es ist, woran feilst du noch? Komm erzähl es mir und der Welt Und jetzt du