
fritz-kola-Gründer Mirco Wolf Wiegert: 5 Dinge, die ich gerne mit 20 gewusst hätte
7. März 2025, mit Joël Kaczmarek
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Joël Kaczmarek: Achtung, dieser Podcast kann süchtig machen. Infos und Hilfe unter 5dinge mit 20.de.
Mirco Wolf Wiegert: Ich glaube, das ist gut, sich nicht am Anfang über alles, alles, alles Gedanken zu machen, sondern wir fangen mal klein an, wir probieren mal aus und dann gehen wir Schritt für Schritt. Und wenn wir so ein bisschen trittsicher geworden sind, dann denken wir mal ein bisschen größer. Wie oft bremse ich den Laden, weil ich vielleicht... noch nicht mitgereift bin und mir noch mal was durchdenken muss. Oder einfach so. Ich noch nicht reif, die Zeit noch nicht reif ist und so weiter. Aber das kann ich ja mit Geld nicht überspringen. Never miss a good crisis. Also im Gegenteil. Krisen sogar als Vorteil zu sehen. Das brennt sowieso alles. Wie machen wir das Beste aus diesem Feuerholz, wenn jetzt schon alles kaputt ist? Und mit dem Mindset werden Krisen eher noch schöner.
Joël Kaczmarek: Sag,
Mirco Wolf Wiegert: was hast du gelernt? Von Fallen und Aufstehen, Suchen und Versehen.
Joël Kaczmarek: Und jetzt du! Hi Five Leute, hier ist wieder Joël und ich kann euch sagen, der Gast, den ich heute zu Besuch habe, dürfte einer der meist abgelichtetsten sein. Weil ich garantiere dir, jedes Jahr wird sein Gesicht mehrere Millionen Male gedruckt. Aber nicht in der Zeitung, sondern viel, viel cooler auf Flaschen. Weil vielleicht hattest du auch schon mal eine Fritz-Cola in der Hand. Die gibt es ja bekanntlich seit 2003. Und der liebe Mirco Wolf Wiegert ist einer der beiden Gründer davon. Der hat das nämlich, wie gesagt, vor über 20 Jahren zusammen mit einem Pfadfinderfreund lustigerweise gegründet. Und ich war mal neugierig, das muss ja irgendwie ein cooler Typ sein, der sich gegen solche Riesen, die es da sonst in dem Markt so gibt, behauptet. Wie tickt der denn so? Was kann ich von dem lernen? Und was hat der für fünf Dinge, die er gerne schon mit 20 gewusst hätte? Von daher, lieber Mirco, freut mich sehr, dass du da bist. Moin, moin.
Mirco Wolf Wiegert: Moin. Danke, Joël, für die Einladung.
Joël Kaczmarek: Ja, ich meine, da nehme ich auch mal ein bisschen mit an die Hand. Das ist ja schon... Ich will nicht sagen Harakiri, aber das ist ja schon ein Boulder-Move, in den Cola-Markt einzusteigen.
Mirco Wolf Wiegert: Ich glaube, wir haben uns da damals vor über 22 Jahren nicht so viele Gedanken gemacht. Wir sind in Hamburg aufgewachsen, in den 90ern in Hamburg, da gab es halt nur eine Cola, in der Regel aus Plastikflaschen. Und dann haben wir gesagt, okay geil, wir machen einfach eine andere Cola in so kleinen Glasflaschen. Der Gastronom muss halt einfach die Flasche dann noch kalt stellen, aufmachen vor dem Gast und servieren, das kriegt er hin. Damit versuchen wir mal, ob wir da einen Unterhalt verdienen können, ob wir unser Unternehmer werden können.
Joël Kaczmarek: Und was war so eure Vision? Also ich habe mal bei euch gelesen, dass es euch so ums Thema Koffein ging, dass es nervig für euch war, viel Cola trinken zu müssen, um mehr viel Power zu haben. Und ihr seid ja so, was man so wahrnimmt, so manufakturhaft. Also den echten Wert des Produkts noch schätzen und Umwelt nehme ich so wahr. Was ist denn da so euer Kern, den ihr euch über die Jahre entwickelt habt?
Mirco Wolf Wiegert: Das Ding bei Cola ist, eigentlich braucht kein Mensch Cola. Das heißt, wenn ich eine Cola trinke, dann brauche ich sie, dann will ich sie auch. genießen. Das heißt, die muss natürlich schon süß sein und sie muss Koffein enthalten. Das heißt, wir haben dreimal mehr Koffein als die normalen Colas so in der Regel. Das, wenn ich eine eiskalte Fritz-Cola trinke, da muss schon so ein Rausch geben, also so einen kleinen Cola-Kick von der Energie, der Energie schubt aus dem Zucker, der Koffein da drin und so weiter. Das ist schon so der wahre Purpose von so einer Cola.
Joël Kaczmarek: Wie ist so das Leben als Getränke-Magnat, als quasi Gastronomen- Kenner? Also... Ist es so cool, wie man sich das vorstellt, so mit hey, jedes Wochenende Party, weil ihr wieder eine neue Location ausgestattet habt, irgendein Restaurant durch die Gegend fahren oder ist es eigentlich so arschharte Arbeit und nur Logistik?
Mirco Wolf Wiegert: Es ist schon einfach sehr viel Arbeit, aber ich liebe das, was ich tue, deswegen ist es für mich wirklich nicht Arbeit, sondern für mich ist das schon 22 Jahre Freizeit, die sehr intensiv ist. Es ist heute ein bisschen mehr Büro. In den Anfangsjahren war es mehr selber Logistik, also selber zur Produktion fahren, die Produktion organisieren, die Ware ausliefern, die Kunden. betreuen, Kundenakquise, so. Das mache ich ein bisschen weniger, da habe ich viele tolle Kollegen, die das machen. Aber es ist im Prinzip immer noch eine Form von Spaß und Freizeit.
Joël Kaczmarek: Ich erinnere mich daran, es gab doch damals diese legendäre Steve Jobs Geschichte, dass der damals zu dem CEO von Pepsi gegangen ist und hat gesagt, du Alter, willst du wirklich dein Leben lang Zuckerwasser verkaufen oder willst du nicht mit mir die Welt verändern? Hast du auch manchmal so einen Purpose-Moment, dass du dir so sagst, ich mache zwar ein geiles Produkt und ich liefere ganz vielen Menschen Genuss, aber so, was kann ich noch drüber hinaus tun?
Mirco Wolf Wiegert: Tatsächlich jeden Tag. Die bearbeiten wir auch um unseren Leuten in vielen kleineren Projekten und die größeren Themen, die muss ich noch für mich behalten.
Joël Kaczmarek: Bin ich ja mal gespannt.
Mirco Wolf Wiegert: Wir haben ja noch viele Jahre Arbeit vor uns, insofern dürfen wir auch noch an anderen Themen arbeiten.
Joël Kaczmarek: Hast du denn so ein verbindendes Element? Weil ich finde, wenn man so in eurem Segment ist, gibt es ja auch so eine gewisse Verführung. Also mittlerweile ist ja so der Lebensmitteleinzelhandel auch. dass es so Ausbauprodukte gibt. Also das naheliegende bei euch ist ja immer, wenn ich eine Cola habe, dann kommt daneben noch eine Zitronenlimonade und eine Orangenlimonade und dann kommt noch irgendwie eine Mischung aus Cola und Orangenlimonade. Das ist so das klassische Quartett. Und dann kannst du aber auch noch ganz viel anderes daneben machen. Also du kannst irgendwie mit Süßigkeiten arbeiten, du könntest irgendwie Eis machen, was du irgendwie frierst, du könntest die Marke von da aus ausbauen. Also das sieht man ja immer mehr. Nutella gibt es mittlerweile auch irgendwie nicht nur als Brotaufstrich, sondern auch als Eis, als Kekse, als was weiß ich nicht was. Habt ihr diese Verführung auch? und Baut ihr da was oder seid ihr mehr so hokus pokus, keep the focus?
Mirco Wolf Wiegert: Ja, diese Führung haben wir jeden Tag. Bei uns heißt es ja auch Foki. Viele Dinge gleichzeitig machen. Aber ja, wir haben eine Menge ausprobiert, haben doch gelernt und ich habe gelernt. Lass uns bei dem machen, wo wir richtig gut sind und wo wir auch besser werden. Also wo wir auch einfach schon viel Wissen und Können aufgebaut haben, Expertise. Und den Rest, den machen wir jetzt gerade nicht. Also die Welt ist groß, wir sind nicht so groß. Und dafür gibt es ja noch eh noch im Stammgeschäft genug zu tun. Ja, sagt doch eigentlich mal so den Menschen da draußen, wenn die mal eure Flaschen sehen, neben so den anderen Klassikern, das wirkt ja immer riesig. Wie viele Menschen seid ihr denn eigentlich bei fritz-kola? Bei fritz-kola direkt arbeiten circa 330 Fritzen. Kriegt man dein Getränk eigentlich mittlerweile auf der ganzen Welt oder bist du auf Europa beschränkt oder Deutschland? Europa. Also in Deutschland schon im Schwerpunkt. Darüber hinaus haben wir gutes europäisches Geschäft, aber es ist noch kleiner, es ist viel kleiner. Und das ist das, was wir jeden Tag machen. Und du wurdest es bestimmt schon eine Million Mal gefragt und ich bin jetzt der eine Million Erste. Wie kamst du darauf,
Joël Kaczmarek: deinen Konterfei zusammen mit deinem Mitgründer auf die Flasche zu setzen? Und wenn ich es richtig beobachtet habe, ist ja mittlerweile auch dein neuer Co-Geschäftsführer da drauf. Also ihr habt das Foto auch gewechselt, ne?
Mirco Wolf Wiegert: Also wir haben zwei Köpfe, zwei Gesichter drauf, mein Mitgründer und mich. Wir haben mit 7.000 Euro gestartet, 2003. Also 3.500 Euro jeder. Das ist jetzt nicht so viel Geld, wenn man sich selbstständig machen möchte, wenn man die größte Brand der Welt, sag ich mal, angreift. Dazu gehört eben auch, dass wir einfach geguckt haben, okay, Logoentwicklung kostet. Paar Tausend Euro haben wir jetzt gerade nicht. Deswegen nehmen wir unsere eigenen Gesichter. Die sind nicht zwangsläufig schön. Es ist nicht das schönste Logo auf der Welt, aber es ist gratis. Das ist dein Gesicht, kannst machen, was du willst. Und dann hast du mal die Rechte dran. Und dann haben wir uns gegenseitig fotografiert, haben es damals dann noch in der Drogerie in Budnikowsky in Hamburg digitalisieren lassen. Und das haben wir dann in Stillarbeit zu Hause zusammengeführt, dann mit meinen Nachbarn ein bisschen rund, schön gezeichnet. Und dann hatten wir für ein paar Euro einfach unser schlankes, rankes Logo. Wir haben auch die Schrift dann selber entwickelt. Das ist der ganze Grund, warum wir einfach so zwei Gesichter drauf haben. Plus wir haben, weil schwarz-weiß immer der billigste Druck ist, haben wir einfach ein schwarz-weißes Etikett genommen für unsere Cola-Flasche, weil es das billigste ist. Wir hatten auch am Anfang noch Bierflaschen. Ich glaube, wir haben irgendwann dann auch gesagt, okay, wir nehmen weiße Limonadenflaschen, aber am Anfang hatten wir auch noch Bierflaschen, um einfach mit den paar Euros, die wir hatten, das Business so zum Start zu bringen, unsere Cola zu laufen zu bringen.
Joël Kaczmarek: Das finde ich aber sympathisch. Und es hat sich ja wahrscheinlich in viele Köpfe eingebrannt. Vor allem, ich weiß, KoRo macht das auch so. KoRo hat auch mal gesagt, das günstigste ist irgendwie schwarz zu drucken und einfarbig. Die haben glaube ich keinen weiß als Untergrund, die haben so eine Art Beige-Ton oder so was oder so ein leichtes Gelb. Und er meinte, ey, jeder Markenberater hat uns gesagt, das ist der letzte Dreck, lasst das sein. Seid ihr bescheuert? Die geilsten Entwürfe haben wir ausgeschlagen, haben das gemacht und das hat halt kolossal gut funktioniert.
Mirco Wolf Wiegert: Schön simpel. Ja, was wir halt gemacht haben, wir haben dann gesehen, dass unser Logo ein Update brauchte. Also wir haben dann auch mal unsere Konsumenten in Spanien gefragt und in Frankreich und UK. Und die waren mit der fritz-kola-Geschichte nicht so vertraut, aber die fanden das ein bisschen strange. Und er war natürlich auch schon 20 Jahre ins Land gegangen. Und die Designansprüche haben sich auch ein bisschen geändert tatsächlich. Also während ich früher mit raspekurzen Haaren rumgelaufen bin, selbst geschnitten mit so einem Rasierer und dann so einem alten österreichischen Bundeswehrparker. Heute erstmal hat man einmal einen anderen Designanspruch, das ist auch okay. Und da haben wir dann ein Designupdate gemacht. Das heißt, die beiden Gründer haben im Designupdate das ein bisschen netter ausschaut. Und das hören wir quasi von unseren Kunden. Haha, lustig. Die waren quasi in der Türkei, haben sich Haare machen lassen. Also in der Türkei waren wir leider nicht so. Da müsste ich letztlich mal wieder hinfahren. Aber wir sind einfach den Zeitgeist ein bisschen stylischer geworden im Design. Jetzt mal ehrlich, wie oft wurdet ihr gefragt, ob ihr auch eure Marke verkaufen wollt? Das ist ja garantiert nicht ausgeblieben. X-mal. Also wirklich sehr häufig. Und warst du nie verführt? Ja, ich habe mich schon mit der Frage beschäftigt. Und zwar 2016 sind meine Mitgründer ausgestiegen. Der Lorenz. Und dann habe ich die Anteile übernommen. Und da habe ich mich schon gefragt, will ich das wirklich weitermachen? Habe ich da echt Bock drauf? Oder kann ich da irgendwas anderes machen? Das war ein längerer Prozess. Und nee, ich mache genau das, worauf ich Bock habe. Ich verkaufe Kohle am Kern. Und es macht mir mega viel Freude. Und es macht mir heute genauso viel Freude wie vor 22 Jahren oder vor 20 Jahren. Auch wenn ich heute andere Aufgaben habe. Aber ich sage mal meinen Kollegen hier in Hamburg, wir haben die besten Zeiten noch vor uns. Weil wir jetzt haben wir nicht mehr 7000 Euro, da haben wir vernünftige Ressourcen, können vernünftige Dinge machen. Und somit auch mit mehr Impact.
Joël Kaczmarek: Was ist denn eigentlich so... deiner Arbeit. Machst du dauernd so nur Verkaufsgespräche mit neuen Supermarktketten oder sitzt du da und entwickelst Produkte?
Mirco Wolf Wiegert: Das frage ich mich ja schon, wenn man das schon 20 Jahre macht. Wie ist denn dann heutzutage dein Alltag? Mediakommunikation mache ich natürlich, Podcasts, das nimmt viel Zeit in Anspruch. Dann bin ich eng mit den Kollegen im Marketing zusammen, Produktentwicklung, die Firma repräsentieren, Strategie, Weiterentwicklung, Internationalisierung und dann ist die Woche auch schon vorbei. Und sag mal, jetzt weiß ich, wie alt deine Cola-Marke ist, aber magst du uns auch mal verraten, wie alt du bist, wenn wir jetzt auf deine 20 zurückgucken? Ich bin jetzt tatsächlich 49. Oh wow, da bist du ja bald vor der harten Schallmauer, wie man so sagt.
Joël Kaczmarek: Allerdings, sehr hart vor der Schallmauer. Aber ich sag mal, es ist aufs Neue 30, so muss man das sehen.
Mirco Wolf Wiegert: Okay, aber dann haben wir jetzt 29 Jahre, die du sozusagen Revue passierst mit den Top 5 Learnings. Bin ich ja mal gespannt. Was ist denn so das erste Ding, wo du sagst, wow, das ist so geil, das hätte ich gerne schon mit 20 gewusst? Erfolg ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Heute sieht man halt fritz-kola erfolgreich und groß und hier und da was wir alles machen. Toll und schön, viele Leute arbeiten für uns und im Netzwerk noch mehr Leute. Und gleichzeitig war es einfach ein echt langer, zäher Weg. Also einfach die ersten Jahre haben wir uns gar keinen Gehalt gegeben, dann kleines Gehalt. Dann haben wir erst Mitarbeiter eingestellt und haben uns dann, als die dann auch bezahlt waren, uns selber noch ein größeres Gehalt gegeben und so. Und die ganzen Jahre einfach durchhalten. Ich glaube, Ein Teil unseres Erfolgs ist einfach, wir sind immer noch da. Diese Energie und diese Ausdauer mitbringen und diese Zähigkeit. Damals als über 20 hätte ich das gerne schon gewusst. Wusste ich nicht, da habe ich mehr so intuitiv gehandelt.
Joël Kaczmarek: Dachte auch, okay, dauert alles lange, dauert alles zäh und ich bin auch kein geduldiger Mensch. Weil wenn man es weiß, kann man das vielleicht noch besser planen.
Mirco Wolf Wiegert: Ich habe das immer gehasst. Mein Investor hat es immer zu mir gesagt, Joël, das ist kein Sprint, das ist ein Marathon. Verheiz dich nicht so. Ja, ja, ich weiß, du hast recht, aber können wir so einen Marathon nicht auch ein bisschen rennen? Ja. Genau, und da sprichst du mir was an, Joël, und zwar mit den eigenen Energien zu haushalten. Nee, ich darf nicht tot umkippen oder voller Erschöpfung aus den Latschen kippen, sondern nee, nee, ich muss so viel Energie noch haben, dass ich Montag locker flockig wieder weiter arbeite. Was waren denn so deine Weckrufmomente, wo du sowas gemerkt hast? Also reden wir da von den ganz krassen Extremen,
Joël Kaczmarek: so Burnout ist ja durchaus auch verbreitet unter GründerInnen oder war es einfach nur so Erschöpfung oder gab es so einen Aufweckmoment, den du hattest?
Mirco Wolf Wiegert: Ich bin einfach in einer Situation einfach umgegibt. Also wenn du erkältet bist und nicht mehr kannst und einfach mal, Gott, dann nimmst du ein paar Schmerztabletten und weiter geht's. Das geht aber nicht. Sondern wenn du erkältet bist, dann kannst du mal ausnahmsweise auch mal ein bisschen drüber hinaus. Aber eine Ausnahme ist nicht die Regel. Und wenn du das regelmäßig machst, dann gibt es harte Konsequenzen. Dann sagt der Körper irgendwann, nee, hier steht keiner mehr auf.
Joël Kaczmarek: Wie bist du rausgekommen?
Mirco Wolf Wiegert: Dann sagt der Körper, nee, stopp, du hast jetzt Sendepause. Und der hat ja auch schon Mitarbeiter. Und ich muss nicht die Arbeit meiner Mitarbeiter machen. Das machen die schon. Vertraue darauf, lerne einfach, dass die einfach in der Regel geile Arbeit machen. So und der Papa braucht nicht da sein. Andere wissen das von Haus aus, ich wusste es nicht, ich musste das lernen auf die harte Tour. Aber als Gründe hast du ja auch vielleicht so den Macher gehen. Also du willst ja auch, hast ja auch Bock drauf und so. Aber dann zu lernen, dass deine Mitarbeiter das vielleicht sogar noch geiler können oder häufig sogar noch geiler können als du selbst und dass es auch klug ist, deine Energie zu schonen, das wusste ich von Anfang an.
Joël Kaczmarek: Ja, also ich finde, es ist ja so eine ganz gemeine Verführung. Gerade am Anfang ist es ja so, es lebt ja auch sehr vom Gesicht der Person, die es macht. gerade wenn du auch Vertrieb machst du, du verkaufst dein eigenes Produkt immer besser als jemand, den du dazu holst und dann irgendwann kippt es, weil die die besseren Techniken haben. Also wer fällt denn da bitte nicht immer in die Falle von Micromanagement rein, zu sagen, wenn ich will, dass es richtig gemacht wird, mache ich es lieber selber, vertraue anderen oder verlasse dich auf andere und du bist verlassen und alles, was es da so an Sprüchen gibt.
Mirco Wolf Wiegert: Ja, und das ist einer meiner Punkte zu den Dingen, die ich... gerne gewusst hätte. Ich bin gelernter Speditionskaufmann und habe ich Außenwirtschaft und internationales Management studiert in Hamburg und ich wollte halt da auch so mein Handwerkskasten, mein Handwerk auch so ein bisschen lernen, um dann eben mich auch selbstständig zu machen. Das Einzige, wirklich das Einzige, wo ich keine Stunde Vorlesung hatte, war aber das Wichtigste. Also scheiß auf den ganzen Buchhaltungsquatsch, den ich da gelernt habe. So, das mache ich doch sowieso nicht. Das Buchhaltung ist so aufwendig. Das macht ein Buchhalter oder Steuerberater oder irgendwer, aber doch nicht ich. Was ich nicht gelernt habe und das kommt, es kommt. People, people, people. Also es geht um Menschen. Die musst du hiren, also anstellen. Die musst du führen, die musst du bespaßen, die musst du mitnehmen, mit denen musst du kommunizieren. Mit denen musst du vertrauen, mit denen musst du arbeiten. Die machen ja das Geschäft. Also klar, am Anfang macht man das als Gründer alles selber, weil man ist halt der Einzelne, der da ist. Auch als Gründerteam. Aber irgendwann hast du eben Leute. Das wird ja rasch viel wichtiger. Da waren wir blank. Da haben wir einen Bock nach dem anderen geschlossen. Also auch Fehler. Den kann ich auch keinem erzählen. Für die mich noch viele Jahre später bei einzelnen Menschen entschuldigt habe und die letzten Entschuldigungen stehen immer noch raus, da war ich blank und einfach blöd. Ich glaube, sich darum zu kümmern, das hätte ich gerne als junger Mensch noch früher gewusst. Mich da auch echt gezielt aufzuschlauen und da auch wirklich fit zu machen. Welche Werkzeuge brauche ich? Wie geht das? Wie weit kann ich auf mich selbst vertrauen? Was muss ich lernen? Muss ich einfach auch Erfahrungen sammeln, damit ich als Unternehmer... da auch eine Leistung zeige, die den anderen Menschen, meinen Mitarbeitern, meinen Kunden, meinem Netzwerk auch gerecht wird tatsächlich.
Joël Kaczmarek: Es tut mir leid, aber du kannst jetzt nicht so was hier anreißen, ohne mal eine Geschichte aus dem Nähkästchen zu erzählen. Hast du so ein Momentum, wo du sagst, das war für mich so ein, da habe ich gemerkt, hier fehlt mir was und hast angefangen, dir mehr draufzuhucken?
Mirco Wolf Wiegert: Aber es ist halt, wir hatten irgendwann, waren wir mehrere Leute und dann im Büro und da brauchten wir auch so Regeln und da haben wir uns Regeln überlegt, haben die an die Wand geworfen und da musste jeder die Regeln einmal vorlesen. Das war blöd. Aber wir wüssten es nicht besser. Aber da steckt ja auch Naivität drin. Also was du gesagt hast, so mit ich renne los und ich habe immer Bock und ich mache immer. Also kenne ich auch. Und ich sage auch immer, wenn du wüsstest, was es bedeutet, selbstständig zu sein, dann würdest du es gar nicht machen. Weil ich glaube, dass so Unwissenheit auch ein Segen,
Joël Kaczmarek: oder? Ging dir das auch so?
Mirco Wolf Wiegert: Das ist tatsächlich auf meiner Liste Dinge, die ich gerne gewusst hätte vor 20 Jahren. Mit Naivität starten. Also wir sind naiv gestartet. Und ich glaube, das ist gut, sich nicht am Anfang über alles, alles, alles Gedanken zu machen. Sondern wir fangen mal klein an, wir probieren mal aus und dann gehen wir Schritt für Schritt. Und wenn wir so ein bisschen trittsicher geworden sind, dann denken wir mal ein bisschen größer. Aber dann gucken wir mal weiter. Vielleicht hat man schon so eine ganz große Vision, aber die muss man jetzt noch nicht ganz durchdenken. Sondern das machen wir, wenn wir dann da sind. Und diese Naivität. Manchmal nervt sie, manchmal fällt sie auf die Füße. Nur ganz oft hilft sie einfach, weil man unbedarft an Aufgaben rangeht. Und hätte ich die ganze Komplexität am Anfang gewusst, hätte ich es vielleicht nicht gemacht. Das ist viel zu aufwendig. Und das mit 7.000 Euro, wie blöd muss man sein, damit das zu starten. Aber wir wussten es halt nicht. Wir kannten die Schwierigkeiten nicht. Deswegen sind wir einfach über die vielen Schwierigkeiten auch einen weggehüpft, ganz frech. Wo in der Branche uns andere Leute einfach angeguckt haben. Hä, wie machen die denn das? Wir haben ja so Glas Mavic, Flaschen und Kisten. Und das ist ein enormer Finanzbedarf. Also das sind einfach, wir haben Kisten, wir können unsere Kisten, müssen sie im Mond stapeln und zurück, das drei, vier Mal. Aber wir hatten nur 7.000 Euro. Wir haben anfangs uns fremde, andere Kisten geliehen und haben dann umgepackt, dass dann unsere Kisten beim Kunden blieben. Und dann hatten wir zum Produzieren Brauereikisten. Dann haben wir irgendwann Kisten geleased. Wir haben irgendwann so ein Leasingmodell gefunden und Ratenkauf, also Kram und so. Das ging ja schon irgendwie, aber das war nicht so ganz einfach. und hätten wir es am Anfang gewusst, hätten wir gesagt, das können wir uns gar nicht leisten, machen wir nicht. Aber wir wussten es halt nicht. Und das gibt es ja doch relativ häufig tatsächlich, dass wenn man sich so Gedanken macht, also Elon Musk steht ja heute, sag ich mal, aus gutem Grund heftig in der Kritik. Nur, was er eben auch gemacht hat in seiner Unternehmerzeit, hat er eben in der Raumfahrt diese Mehrweg-Raketen eingeführt. Also man kann eine Rakete starten und dann verglühen nicht die einzelnen Raketenteile, sondern die können zurückkommen und dann landen die und dann kann ich sie quasi wieder betanken und hochschicken in den Probe-Bild. mit Fracht oder was. Und da hat er es geschafft, die Frachtkosten für diese Raumfracht Satelliten und was alles auf einen Zettel zu reduzieren vom ursprünglichen Frachtpreis. Das ist schon ziemlich cool eigentlich, weil er hat ja eigentlich gar keine Ahnung davon.
Joël Kaczmarek: Was ich dir noch gar nicht gefragt habe, also es ist ja eine Sache zu sagen, ich hätte gerne eine Cola und da soll viel Koffein drin sein und ich habe Bock eine Marke zu bauen, aber die andere ist ja, so eine Mischung zu finden, also dass das Gesöff auch schmeckt, dass es irgendwie durch die ganzen Lebensmitteltests kommt. Dass es irgendwie, weiß ich nicht, massenfabrizierbar ist, etc. PP, wie habt ihr das denn geschafft, dass ihr da als Laien von so einem Getränk bei eben so euch eine Formel ausdenkt? Das ist ja bei Coca-Cola auch ganz gut geschützt, was man so hört.
Mirco Wolf Wiegert: Da gibt es ja zum Glück, sag ich mal, in Deutschland, in Europa Lieferanten für alles. Also wir haben ja hier eine Infrastruktur, die kann es einfach nutzen, mit den Leuten zu sprechen.
Joël Kaczmarek: Aber verrückt, habt ihr dann trotzdem was eigenes oder ist es sozusagen was gewildlabeltes? Also könnte das, was ich als Fritz-Cola trinke, in einem anderen Land auch anders heißen? Oder habt ihr schon ein eigenes Rezept, was nur ihr habt?
Mirco Wolf Wiegert: Grundsätzlich kannst du alles nachbauen. Also es gibt halt einfach Leute, die machen das jeden Tag und bauen dir alles mögliche zusammen. Du kannst sagen, ja, hätte gerne, das soll so schmecken wie, oder soll so sein was. Weil riechen schmecken kannst du alles nachbauen. Aber es bringt dir ja nichts. Also du könntest natürlich jetzt eine fritz-kola bauen, die schmeckt so wie fritz-kola und so, aber klar, geht. Aber der schmeckt sich halt so wie fritz-kola. Okay, who cares?
Joël Kaczmarek: Jetzt bin ich immer neugierig. Du hast ja jetzt schon drei Punkte gesagt. Wir haben uns ja so von einem zum nächsten gegangen. Also Erfolg ist kein Sprint, sondern ein Marathon. People, people, people. Und das dritte habe ich jetzt mal aufgenommen. starte naiv, offen und unverbraucht und von dort aus beginne klein und werde größer und mutiger. Beim zweiten Punkt finde ich ja noch ganz spannend, was hast du denn für dich da so weiterentwickelt? Also wenn es um die Menschen geht, wie hast du das denn nachgeholt, das, was du in der Uni, im Studium,
Mirco Wolf Wiegert: in der Schule und vielleicht auch in den ersten Berufsjahren gar nicht so gesehen hattest, sondern was dich dann so eingeholt hat? Ich habe einmal einen professionellen Manager reingeholt und von dem habe ich mich viel erklären lassen, abgeguckt, zeigen lassen und so, wie das geht. Die haben es gelernt, die haben Handwerk gelernt, wie führe ich vernünftig. Und das zweite ist, ich habe einen guten Coach. Eine Frau, die mich da intensiv coacht, mit der ich Dinge üben kann, die mich berät, dass ich dieses Handwerkszeug mit ihm raufziehe.
Joël Kaczmarek: Naja, dir war ja vorhin die Geschichte peinlich mit den Regeln an der Wand. Mir ist manchmal peinlich, wenn ich mich so dabei ertappe, dass ich früher immer gedacht habe, wenn du Chef bist, heißt das, dass du alles am besten kannst. Weil was für ein dummer Gedanke, ne? Das ist ja eigentlich nur, dass du die Verantwortung trägst, alle Fäden zusammenzuführen und die Strategie und im kleinen Gefecht die Taktik zu bauen. Aber ist ja eigentlich total klar, dass du nicht am besten in Marketing bist und nicht am besten in Vertrieb und nicht am besten in IT und so weiter. Und ich glaube, es gibt irgendwann so einen Tipping Point, wenn eine Firma professioneller wird, dann holst du dir halt Teamleute rein, wo du auf einmal merkst, okay, wow, der raucht mich gerade mal kolossal ab und das ist wunderbar, dafür bezahle ich ihn oder sie.
Mirco Wolf Wiegert: Genau, aber diese Erkenntnis hat lange gebraucht bei mir.
Joël Kaczmarek: Bin ich ja beruhigt, dass es mir nicht alleine so ging. Cool. Was ist denn dein vierter Punkt? Wenn wir jetzt schon drei durch haben, machen wir mal weiter.
Mirco Wolf Wiegert: Geldmangel schärft den Fokus. Also wir haben halt 7.000 Euro gestartet. Wir haben halt am Logo gespart, an der Schrift gespart, am Druck gespart. Wir haben echt wirklich geboostripped, sagt man glaube ich heute. Wir haben wirklich alle Kosten raus, raus, raus. Und das hat uns auch erfolgreich gemacht. Also diese, nicht Knauserigkeit, aber schon dieser, es war einfach nicht mehr Geld da. So war es halt. Wir haben erst viele Jahre später das erste Mal aus Geld, aus Geld, Geld geliehen von der Sparkasse in Hamburg. Und wir haben Fehler gemacht, ich habe Fehler gemacht, als wir richtig Geld hatten. Also dieses... auch mal Geld zur Verfügung haben, verführt zu einer gewissen Sorglosigkeit und auch ein bisschen so rumzuasen, dass die Dinge wäre nicht besser, wenn man viel Geld hat, sondern mitunter auch einfach schlechter, einfach defokussierter. Aber mit wenig Geld, vollem Fokus, also zwangsläufig vollem Fokus, haben wir immer die besten Erfolge gemacht. Glaubst du denn,
Joël Kaczmarek: dass du mit mehr Geld erfolgreicher gewesen wärst mit Fritz Kuhler?
Mirco Wolf Wiegert: Nein, hätten wir mehr Geld für mehr Schrott ausgegeben. Manche Dinge müssen auch reifen. Und da ist man natürlich, da bin ich als Unternehmer und vielleicht ist das... bei anderen Unternehmen ähnlich, auch so ein bisschen der Flaschenhals. Wie oft bremse ich den Laden, weil ich vielleicht noch nicht mitgereift bin und mir nochmal was durchdenken muss oder einfach so. Weil ich noch nicht reif bin, die Zeit noch nicht reif ist und so weiter. Aber das kann ich ja mit Geld nicht überspringen.
Joël Kaczmarek: Stimmt. Bist du denn Alleinherrscher bei euch, mal flapsig gefragt?
Mirco Wolf Wiegert: Das Management teilen wir uns und ich habe eben den Florian Weins, der der Managing Director ist und das Tagesgeschäft im Kern führt und den ich bei vielen Dingen begleite und ich habe da so meine eigenen Themen. Und dann bin ich Hauptgesellschaft, das heißt, ich habe zwei Minderheitsgesellschaften. Das heißt, ich bin nicht Alleinherrscher und gleichzeitig schon der Unternehmer, der die Verantwortung trägt. Das hat Vor- und Nachteile. Also der Fisch stinkt immer vom Kopf. Das heißt, wenn irgendwas bei uns so gar nicht funktioniert, dann muss, das habe ich gelernt, ich muss erstmal an meiner eigenen Nase was zurücknehmen. Habe ich irgendwas übersehen? Und gleichzeitig kann ich natürlich der Organisation auch helfen und sagen so, ja, guck mal, das ist das Spielfeld und in dem müssen wir... operieren, aber den Rest können wir auch mal ausblenden. Ja, ist auch nett, machen wir jetzt aber nicht. Wir können dadurch auch einfach eine Geschwindigkeit gewinnen.
Joël Kaczmarek: Schön. So, einer fehlt noch.
Mirco Wolf Wiegert: Einer fehlt noch. Krisen kommen und gehen. Es gibt immer irgendeine Krise. Da muss man halt schauen, dass man einfach die Stimmung hochhält, Vertrauen ausstrahlt, Sicherheit ausstrahlt, Sicherheit irgendwie die Baseline findet. Okay, was ist Pflicht? Was müssen wir halten? Und Leute mitnehmen, Ruhe bewahren und durch die Krise durchsteuern. Ist nicht immer einfach. Ja, aber es ist immer irgendwas. Also sag mal, sei es, wie bei uns jetzt, dass ein Gesellschafter aussteigt. Für die Mitarbeiter war es ein großes Ding. Das war so die erste größere Krise tatsächlich. Corona-Krise, ganze Company-Lockdown, alle Kurzarbeit und so. Jetzt Ukraine-Krise, Energie-Explosion. Also das ist immer permanent irgendeine Krise am Dampfen. Und ich muss halt den, oder wir müssen den Laden da durchsteuern. Aber als Unternehmer die Ruhe und mittlerweile auch die Routine in Krisen zu bewahren, ein Stückchen vorbereitet zu sein, da durchzukommen.
Joël Kaczmarek: Ich habe auch mal gelernt, man kann den Leuten auch schwierige Situationen zumuten, solange du einen Plan hast. Also es ist komplett okay zu sagen, Freunde der Sonne, uns ist gerade ein Lagerhaus abgeraucht, unsere Produktionskapazitäten sind am Arsch, wir schaffen nur zwei Drittel dessen, was wir verkauft haben an den LEH, wir müssen das überlegen, aber wir haben einen Plan und zwar, wir mieten bei dem und dem Wettbewerber was an, das und das, wir bauen das wieder auf, wir haben eine Versicherung und dann wissen die Leute, woran sie sind, haben so diese Transparenz. Und sehen aber auch, alles klar, der Mirco, der weiß ja irgendwie, was er macht, macht mir ein bisschen Angst die Situation, aber der hat einen Plan, ich weiß, wo ich mit anpacken kann, los geht's.
Mirco Wolf Wiegert: Ja, und auch wenn der Plan noch nicht ganz fertig ist, dass du sagst, okay, der Plan ist noch nicht ganz fertig, aber als nächstes machen wir dies und jenes, okay, wir machen dies und jenes, wir kümmern uns darum, dass A, B, C kommt und morgen gibt es ein Update. Sondern wir sind so, okay,
Joël Kaczmarek: wir haben für jetzt einen Plan und vor allem der Chef wirkt auch ruhig, er ist da und es passiert was, wir werden nicht sterben.
Mirco Wolf Wiegert: Ist das eine Eigenschaft, die dir in die Wiege gelegt war oder hast du die erlernt oder erarbeitet? Die habe ich mir erarbeitet tatsächlich. Also ich habe sogar gelernt von meinen Kollegen, never miss a good crisis. Also im Gegenteil, Krisen sogar als Vorteil zu sehen. Es brennt sowieso alles. Wie machen wir das Beste aus diesem Feuerholz, wenn jetzt schon alles kaputt ist? Und mit dem Mindset werden Krisen eher noch schöner.
Joël Kaczmarek: Aber sag mal, wenn du das auch kennst, unter Geldknappheit zu arbeiten und eigentlich oft Krisenstimmung herrscht. Also, Es ist ja wirklich so, wenn man selbstständig ist, brennt Dauer. Nicht nur, dass man selbst und ständig arbeitet, sondern es auch immer irgendwie ein Feuer zu löschen. Hast du viel mit Sorg zu tun gehabt in den ganzen Jahren und Jahrzehnten von fritz-kola?
Mirco Wolf Wiegert: Nee, tatsächlich nicht. Klar, ich mache mir immer mal wieder Sorge um dies und jenes. Ich kann damit umgehen, wenn ich laufen gehe und mich dann quasi bei dieser Bewegung mit Sorgen beschäftige. Mich hinsetze, das aufmitte, mich auch mal einen Tag damit beschäftigen, mich dann austauschen mit einem näheren Personenkreis. Und dann habe ich die Sorgen für mich so weit bearbeitet, dass sie mich nicht mehr schlimm beschäftigen, sondern okay, da haben wir ein Thema, das ist auf einer Bucketliste, das wird irgendwie bearbeitet, die Größenrisiken sind jetzt irgendwie umrissen, sind auch weg, können auch gemanagt werden und dann ist da schon keine Sorge mehr, sondern das ist einfach nur noch ein To-Do.
Joël Kaczmarek: Ich hab dann manchmal so den inneren Beobachter oder den Beobachter auf der Schulter, dass ich dann so da sitze und denke so, boah, du reagierst gerade auf alles gereizt, bist gestresst, dir tut der Kreuz weh. Und dann gehe ich sogar in so einen Logikmodus, weil ich denke, guck mal, du bist gerade mit Stresshormonen gefüllt, so mach was Sportliches, geh um den Block laufen, spiel Fußball, geh ein paar Körbe werfen, whatever it is. Von daher, also es macht ja sogar logisch Sinn, es ist ja sogar herleitbar, warum das einem gut tut und so. Deshalb fällt einem manchmal schon schwer, dann das einzubauen oder, ich weiß nicht, gelingt dir zum Beispiel meditieren? Also hast du sowas mal versucht?
Mirco Wolf Wiegert: Gar nicht. Nee, muss ich nochmal versuchen. Ich habe gerade von dir diesen Beobachtermodus, dieses Aus sich selbst rausgehen, das kann ich vor allem. Das nehme ich mir mit, das werde ich ausprobieren.
Joël Kaczmarek: Na gut. Also, Mirco Wolf Wiegert. Erstens, Erfolg ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Zweitens, people, people, people. Drittens, starte naiv, offen und unverbraucht und von dort aus beginne klein und werde größer und mutiger. Viertens, Geldmangel schärft den Fokus. Und fünftens, never miss a good crisis, Krisen kommen und gehen. So eine gute Anleitung, oder?
Mirco Wolf Wiegert: Ganz genau.
Joël Kaczmarek: Ja, Schönchen, würde ich sagen, stoßen wir demnächst mal auf dich an. Also vielleicht treffen wir uns ja mal irgendwie im schönen Hamburg. Und für den Moment erstmal ganz, ganz herzlichen Dank.
Mirco Wolf Wiegert: Joël, danke für die Einladung und dir einen schönen Abend noch.
Joël Kaczmarek: Wow, das war ein inspirierendes Gespräch, oder? Denk dran, jeden Freitag, dem fünften Tag der Woche, erscheint eine neue Folge. Also abonnier den Podcast unbedingt, damit du keine Episode verpasst und teile ihn auch total gerne mit deinen Freunden oder Kollegen. Und wo wir schon über fünf Dinge sprechen. Eine 5-Sterne-Bewertung auf der Podcast-Plattform deiner Wahl hilft uns sehr, damit noch mehr Menschen von diesen inspirierenden Geschichten profitieren können. Nimm dir doch kurz Zeit dafür. Genauso wie für einen Besuch auf unseren Social-Media-Kanälen, um Updates und exklusive Inhalte zu erhalten. Die Links findest du in den Shownotes. Wir freuen uns nämlich über deine Anregungen und Feedback zu zukünftigen Themen und Gästen. So, bis zum nächsten Mal. Bleib inspiriert und neugierig. Dein Joël. Und jetzt...