Ecosia-Gründer Christian Kroll: 5 Dinge, die ich gerne mit 20 gewusst hätte

21. Februar 2025, mit Joël Kaczmarek

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Joël Kaczmarek: Achtung, dieser Podcast kann süchtig machen. Infos und Hilfe unter 5 Dinge mit 20 5 Dinge mit 20.

Christian Kroll: Und was mir wichtig ist, mehr oder weniger, ich möchte mit meinem Tun einen positiven, starken, großen, positiven Impact auf unseren Planeten und die Menschen haben. Und dabei möchte ich auch irgendwie ein gutes Leben haben. Also ich will mich jetzt nicht irgendwie selbst dafür bestrafen, dafür, dass ich Gutes tue. Ich bin schon ab und zu mal irgendwie mit meinen Eltern verreist, aber dann kommst du nach Indien und Indien ist einfach, ich glaube, die beste Beschreibung für Indien ist einfach krass. Das ist krass in alle Richtungen. Also super viele Menschen, du siehst, ich hab dann irgendwie auch in den ersten Tagen irgendwie läufst du da durch die Straße von der Großstadt und siehst, oh da liegt eine Leiche auf der Straße.

Joël Kaczmarek: Gib mir fünf oder mehr, gib mir alles, was du mir sagen kannst und sag, was hast du gelernt? Vom Fallen und Aufstehen, Suchen und Versehen. Und jetzt du! High Five, Leute! Ich habe eine tolle neue Person wieder am Start, die mit mir ihre fünf Dinge teilt, die sie gerne schon mit 20 gewusst hätte. Ich bin Joël Kaczmarek und heute an meiner Seite der liebe Christian Kroll. Und Christian macht eine großartige Firma namens Ecosia, weil vielleicht geht es euch anderen draußen auch so, ihr denkt so, okay, wow, shit, Klimawandel und irgendwie sollte man was tun und Christian, der tut wirklich, also wie viele Millionen von Bäumen, der schon gepflanzt hat, könnt ihr bei uns auch im digital kompakt Podcast hören, da haben wir nämlich auch ein Interview geführt über Ecosia und mit der Bundesregierung auch schon, auch bei Regierungskreisen, also ich treffe Christian immer wieder, was ein Indiz dafür ist, dass er ein guter Typ ist und mir war wichtig, auch mal einen Menschen am Start zu haben. der jetzt, sag ich mal, Business macht, unternehmerisch ist, Impact getrieben, aber vor allem halt auch nicht des Geldes wegen, sondern was sozusagen ich Gutes tun kann für den Planeten, weil ich glaube, da denkt man über 5 Dinge mit 20 nochmal anders nach, als wenn man vielleicht nur dem schnöden Mammut hinterher rennt. Von daher, lieber Christian, schön, dass du da bist.

Christian Kroll: Ja, vielen Dank für die Einladung.

Joël Kaczmarek: Ja, und erzähl mal ganz kurz, vielleicht fang mal mit deinem Alter mal an, wenn du es verraten magst, wenn du auf 20 zurückblickst, wie viele Jahre sind seitdem vergangen?

Christian Kroll: 20.

Joël Kaczmarek: Oh, ja, super Alter, hab ich auch, guck mal ey. Also mit 40, da hat man dann schon so ein paar Phasen auch durch. Und ich war ja dabei, als du deine Sachen dir ausgedacht hast, nämlich vor mir noch. Die meisten machen sich so zwei Tage vorher Gedanken, aber bei dir flog das so aus dem Füller raus quasi. Wie kommt es? Reflektierst du eh viel über sowas?

Christian Kroll: Also ich glaube, ich denke relativ viel nach und habe auch,

Joël Kaczmarek: also gerade so bei größeren Unternehmensentscheidungen, mich eigentlich fragen müssen. Okay, was sind so große Einsichten, die irgendwie mir gekommen sind in den letzten Jahren und wie muss ich eigentlich darauf basierend konsequent handeln? Hm. Wie bist du denn eigentlich groß geworden? Also aus was für einem Stall kommst du? Hast du Geschwister? Was hast du so für ein Background?

Christian Kroll: Also ich bin in der ehemaligen DDR geboren und hab aber da von diesem Wandel eigentlich nicht viel mitbekommen. Also ich hab mitgekriegt, dass es auf einmal mehr Sorten Eis gab, aber sonst irgendwie von dem politischen Umsturz eigentlich wenig mitbekommen. Und ich glaube aber, also ne, dieses... Umfeld prägt einen schon so ein bisschen. Meine Eltern haben sich beide selbstständig gemacht, nachdem mehr oder weniger das System zusammengebrochen ist. Das heißt, dieses Unternehmerische kommt wahrscheinlich daher. Und dann, naja, der Osten, also blühende Landschaften waren das nicht. Also das hat man schon so ein bisschen, das merke ich immer wieder, wenn ich dann in andere Regionen in Deutschland komme, wie krass wirtschaftlich Gutes eigentlich in anderen Regionen läuft und wie es eben bei uns relativ schlecht lief. Also...

Joël Kaczmarek: Woher kommst du genau?

Christian Kroll: Aus Wittenberg, das ist zwischen Berlin und Leipzig und es ist auch so große Fabriken zugemacht und viele Arbeitslose, über 30% AfD-Wähler inzwischen und so weiter. Also so ein bisschen, sehr schöne Stadt, aber würde man glaube ich auch so als, oder hat man lange als Problemregion bezeichnet. Da komme ich her und bin dann zur Schule gegangen, habe Abi gemacht und habe die erste Idee, warum auch immer, war mit 16, dass ich... dachte, ich muss irgendwie Börsenspekulant werden. Also das war so die Zeit, ich weiß nicht, ob du dich erinnern kannst, so der Neue Markt, da gingen irgendwie Aktien ganz stark nach oben und wir hatten da so eine Gruppe von Freunden auf dem Schulhof, wo wir uns über Aktien ausgetauscht haben und das hat mich tatsächlich sehr geprägt. Also mit 20 dachte ich, glaube ich, damals noch, ich will Millionär werden und an der Börse handeln und irgendwie mal ein großes Auto fahren und so weiter. Das waren meine Prioritäten damals.

Joël Kaczmarek: Ja, interessant. Hat sich ja viel seitdem getan. Dann steigen wir doch mal ein. Was ist denn dein erster Punkt? Also mein erster Punkt ist, dass ich mit 20 gern gewusst hätte, dass es die Klimakrise gibt. Das hat mir in der Schule niemand erzählt, das hat mir auch an der Uni niemand erzählt. Oder wenn dann so in einem Beisatz ungefähr genauso wichtig wie, keine Ahnung, Abschreibung von Betriebsmitteln oder sowas.

Christian Kroll: Also so wirklich überhaupt nicht Thema gewesen bei mir im Studium, BWL-Studium. Das hat dann bei mir länger gedauert, also das wirklich irgendwie rauszufinden und dementsprechend habe ich dann mein Leben eigentlich komplett umgedreht und ja, ich wünschte, das hätte mir jemand gesagt,

Joël Kaczmarek: weil dann hätte ich mir so ein paar sinnlose Umwege ersparen können und hätte schon vielleicht mit 20 schon entscheiden können, dass ich Baum-Milliardär werden möchte, aber nicht Euro-Milliardär. Ja, das war geil. Ich wollte nämlich gerade sagen, was wäre denn anders gelaufen in deinem Leben, wenn du das gewusst hättest mit 20? Also ich habe BWL studiert, vielleicht hätte ich das immer noch gemacht, aber mit einer ganz anderen Brille, glaube ich.

Christian Kroll: Und ich habe mir irgendwie meine ganzen Einsichten irgendwie auf dem umständlichsten Weg, glaube ich, erarbeiten müssen. Ich glaube, wenn ich wirklich so eine systematische Information darüber bekommen hätte, was die Klimakrise bedeutet und was man machen können und müsste, dann wäre ich, glaube ich, viel schneller an den Punkt gekommen, wo ich jetzt bin. Also das war so ein bisschen... Learning by failure, Schritt für Schritt.

Joël Kaczmarek: Ich weiß noch, in meinem Studium hatte ich einen Professor, ich habe Kommunikationswissenschaft damals studiert und der hat so von Präferenzordnungen geredet. Ich hatte ja auch Politik so im Nebenfach und dann geht es ja ein bisschen wie Maslows Bedürfnispyramide. Also Präferenzordnung ist eigentlich so ein bisschen ein verkopfter Wissenschaftlerbegriff für, es gibt bestimmte Dinge, die mir wichtig sind, die ich anstrebe. Und bei dem, was du gerade gesagt hast, finde ich eigentlich manchmal schade, dass es in der Wirtschaft eigentlich immer keine Präferenzordnung gibt, dass Umwelt da eine Rolle spielt ganz oft. Weißt du, was ich meine? Also das ist jetzt irgendwie aufgekommen mit dem ganzen Nachhaltigkeitsthemen, aber ich habe gerade zum Beitrag zum Beispiel gesehen über diese Vapes, also diese Einweg-Elektrozigaretten, wo Leute sich so im Express-Tempo vergiften mit einem festverbauten Akku, den man wegschmeißt. Und das ist so ein prototypisches Beispiel dafür, dass Wirtschaft und Umwelt irgendwie so selten zusammen gedacht wird. Ja, du kannst ziemlich viel Geld machen, wenn du so einen Rapper auf so einen Einweg-Roboterpimmel, sage ich immer, raufsetzt. Aber dass man da nicht drüber nachdenkt, was es mit dem Planeten macht, dass das so fehlt, das finde ich irgendwie super schade. Das ist ja eigentlich ein bisschen drin in deinem Punkt auch, ne?

Christian Kroll: Ja, also tatsächlich auch, also das Leitbild bei mir in der Uni, das war jetzt ein bisschen nach 20, aber das war immer, Unternehmen sind dafür da, den Shareholder-Value zu maximieren. Ich habe das lange nicht hinterfragt und dann irgendwann erst in späteren Jahren. Und zumindest in Deutschland ist das ja auch nirgends geschrieben. Das steht nicht im Grundgesetz oder sowas. Ein Unternehmen kann auch dafür da sein, die Welt zu retten. Als Gründer oder auch als Mitarbeiter oder Mitarbeiterin kann man das eigentlich mitentscheiden.

Joël Kaczmarek: Ja, ich meine, wir haben ja damals auch im Podcast über Social Startups geredet. Was ist denn so dein Marktfeeling gerade? Also wenn jetzt das Thema Klimakrise ist jetzt sozusagen auf dem Tapet, aber ist es auch auf Investorenebene zum Beispiel angekommen, dass es wertvoll ist, solche Startups zu finanzieren? Oder ist das sozusagen so ein Perpetuum mobile, weil ja gar kein, ist ja nicht Return orientiert, sondern wie du gerade gesagt hast, Baum-Milliardär, nicht Euro-Milliardär.

Christian Kroll: Ja. Also ich glaube, dass in den letzten Jahren ist die Klimakrise ein bisschen weniger wichtig geworden. Das merken wir schon.

Joël Kaczmarek: Also mit den ganzen geopolitischen Konflikten, die wir gerade haben, da ist das irgendwie auf der Prioritätenliste leider so ein bisschen nach unten gerückt. Also sowohl auf politischer Ebene als auch bei den Menschen zu Hause, glaube ich einfach. Man hat halt nur so eine gewisse Kapazität, um sich schwierige zu machen.

Christian Kroll: Und die ist halt jetzt gefüllt mit anderen Themen. Allerdings auf... Kapitalgeberseite, würde ich sagen, ist das Thema weiterhin, also das ist eins der wenigen Themen, die jetzt in der Startup-Finanzierungskrise irgendwie nicht so sehr getroffen wurden. Also es gibt, da gibt es schon noch große Finanzierung, weil das eben, ich glaube jedem Investor ist klar, dass das das wichtigste Thema oder eins der wichtigsten

Joël Kaczmarek: Themen für das 21. Jahrhundert sein wird. Und nur, weil wir da irgendwie gerade ein bisschen weniger Aufmerksamkeit drauf haben, wird das nicht weggehen. Also man investiert ja auch langfristig dann. Und jetzt hast du eben gesagt, du hättest gerne mit 20 schon gewusst, dass es die Klimakrise gibt. Wie hast du denn davon erfahren? Also wann hat es dich denn getroffen? Also ich glaube etwa, was waren das so, etwa drei, vier Jahre später,

Christian Kroll: aber eben eher graduell. Also ich habe BWL studiert, war dann ein bisschen schneller fertig und habe mir gedacht, okay, jetzt möchte ich irgendwie mal für mich rausfinden, was ich denn wirklich machen möchte. Und dann bin ich länger um die Welt gereist und habe es halt mit meinen... eigenen Augen gesehen, was so passiert auf unserem Planeten. Also in Südamerika irgendwie Regenwälder, die abgeholzt werden, die so groß sind wie bei uns ganze Bundesländer. Und da habe ich dann angefangen, mir diese Fragen zu stellen. Moment, was passiert denn hier so? Und bin eben im Zuge der Recherche auch auf dieses Ding Klimawandel gestoßen und insbesondere auch, wie wichtig Bäume für ein funktionierendes Klima sind. Und so, ja, habe ich mich Schritt für Schritt in das Thema reingelesen. Es hat aber wirklich Also bis ich wirklich sattelfest war in dem ganzen Thema, schon so ein paar Jahre gedauert. Die Informationen waren nicht so leicht zugänglich wie vielleicht heute. Und dann graduell habe ich auch persönliche Änderungen durchgeführt. Also ich ernähre mich vegetarisch. Und damals bin ich einfach durch die Gegend geflogen irgendwie für meine Weltreise. Das würde ich heute auch nicht mehr machen. Also so tatsächlich versuchen, meinen eigenen CO2-Fußabdruck zu reduzieren. Und letztendlich die Konsequenz daraus war eben die Gründung von Ecosia. Aber das hätte ich vielleicht fünf Jahre früher machen können, hätte ich das alles schon früher gewusst.

Joël Kaczmarek: Glaubst du, dass es 20-Jährigen heute anders geht? Ist es da eher ein Thema? Was erlebst du da so? Also ich glaube, man muss schon aktuell... fast aktiv das Ausblenden. Es ist schon viel, viel mehr eine Debatte, als es bei mir war. Vielleicht war ich auch nur blind, aber wie gesagt, bei mir an der Uni hat keiner sich damit beschäftigt. Ich glaube, heute an den Unis ist das schon ein wichtiges Thema. Was ist denn dein zweiter Punkt?

Christian Kroll: Mein zweiter Punkt ist, dass ich mir damals geraten hätte, mir einen Mentor zu suchen oder mehrere Mentoren zu suchen. Also wenn ich zurückdenke, wie war ich mit 20? Also voller... Ich würde sagen Optimismus und auch vielleicht so eine gewisse, ich würde mal sagen Selbstvertrauen im Sinne von, ja, ich weiß das alles schon, ich kriege das alles hin. Aber im Nachhinein gibt es halt sehr, sehr viele Dinge, die ich einfach noch nicht wusste. Also man nennt es ja diese Unknown Unknowns, also man weiß halt einfach noch nicht, was man noch nicht weiß. Und einfach da jemanden zu haben, der sagt, guck dir mal das Thema an oder hier läufst du eventuell in die falsche Richtung. Und gerade wenn man ein Unternehmen gründet, das ist so extrem wertvoll. Also ich hätte mir Jahre sparen können von wirklich sinnlosen Dingen. Ich habe dann irgendwann tatsächlich schrittweise mir auch Leute mit ins Unternehmen geholt, die mehr Erfahrung hatten. Aber wenn ich so auf die ersten Jahre meiner Unternehmensgründung gucke, denke ich mir, mein Gott, was habe ich denn da gemacht? Also ich glaube, da hätte ich mir gerne einfach nur einen Zettel geschrieben und den zugesteckt und ich hätte mir zwei, drei Jahre Lebenszeit gespart dadurch.

Joël Kaczmarek: Es ist ja auch ganz komisch, mir ist irgendwann mal so klar geworden. Der Mensch hat so seine dümmste Phase gefühlt zwischen 10 und 30. Also ich finde, da ist man am dümmsten eigentlich im Leben. Man lernt natürlich das meiste in der Uni und Schule und so weiter und so fort. Aber als Kind hat man noch so die Weisheit der Kinder. Das lässt irgendwann nach, weil man wird so ins System gepresst. Und du hast aber noch nicht genug Erfahrung dann, um da dann sozusagen wieder mit der Weisheit zu punkten. Die kommt dann erst wieder so ab 30, so im Alter, finde ich. Und ich sehe auch so... Wenn jemand vergleicht 30 vs. 35, das ist ein Unterschied, aber zum Beispiel 40 vs. 45, das sind nochmal Sprünge, die total riesig sind, so im Erfahrungswissen geht es mir so. Und es ist eigentlich ulkig, dass man in der Phase aber so das meiste so auf die Brust klopfen wie so ein Gorilla hat, so ich kann das, ich mach das.

Christian Kroll: Ich glaube, das ist auch so ein bisschen genetisch, diese Pubertät, wo man halt, also ich meine, es macht ja auch Sinn, einfach alles zu hinterfragen, zu sagen, ich gehe meinen eigenen Weg. Das ist ja irgendwie so ein, wenn die Gesellschaft in die falsche Richtung läuft, dann... Das ist der richtige Moment, in dem man einfach mal was Neues wagen kann. Aber wenn man das macht, ich glaube, das kann man dann einfach cleverer machen. Dann kann man sich jemanden suchen, der in dem Bereich, wo auch immer man hin will, einfach schon viele Erfahrungen gesammelt hat und dann kommt man schneller voran.

Joël Kaczmarek: Hast du heute MentorInnen?

Christian Kroll: Ich weiß nicht, ob ich das MentorInnen nennen würde. Ich glaube, ich habe viele Menschen in meinem Netzwerk, mit denen ich oft zu Themen rede. Sparringspartner eher so.

Joël Kaczmarek: Genau, ja. Was würdest du denn einem 20-Jährigen jetzt raten? Wie erkenne ich denn einen guten Mentor oder eine gute Mentorin? Also ich glaube, man muss sich die Leute suchen, die wirklich schon erfolgreich das gemacht haben, was ich gerne machen würde. Es bieten sich viele Menschen an als Mentor, das sind aber oft nicht die geeignetsten.

Christian Kroll: Also oft haben die geeignetsten eigentlich auch nicht wirklich Zeit. Das heißt, man muss die auch schon irgendwie davon überzeugen. Also nehmen wir an, jemand will irgendwie ein ähnliches Unternehmen gründen, wie ich mit Ecosia gemacht habe. Dann nehme ich mir vielleicht die Zeit, wenn ich auch das Potenzial sehe. Wenn ich wirklich sehe, okay, dir ist es ernst damit. Du machst es jetzt nicht zur persönlichen Bereicherung, sondern dir geht es wirklich darum, die Klimakrise zu lösen. Ich nehme mir die halbe Stunde und setze mich mal mit dir hin. Aber wie gesagt, ich habe so viele auch teilweise öffentlich finanzierte Stellen gesehen, wo ich mir dachte, wow, was sind denn das für Tipps? Das ist ja kompletter Unsinn. Also tatsächlich, dann sparst du dir lieber, statt so jemandem zuzuhören. Ich glaube tatsächlich, dieses Kriterium... Also man muss es schon ein oder zweimal bewiesen haben, dass man es wirklich kann. Dann fällt man meiner Meinung nach in diese Kategorie Mentor, der auch die Zeit wert ist.

Joël Kaczmarek: Ja vor allem, ich glaube der Punkt, den du gerade gesagt hast, ist ganz gut, dass die das meistens gar nicht wollen. Also die suchen es gar nicht aktiv, sondern sagen sich, ich bin selbst so im Saft und mache hier so viel Zeugs. Also ich bin selbst in der Bütt und das stimmt eigentlich. Leute, die sich aktiv als sowas anbieten, das ist halt schon auch manchmal ein bisschen weird, weil da steckt ja dann auch so ein Sendebedürfnis irgendwie oft hinter. Heißt ja nicht, dass jeder, der sagt, ich möchte gern Mentor sein, das nicht kann, aber. Ich weiß, was du meinst. Hast du das irgendwie für dich dann, sag ich mal so, systematisiert? Also wenn du jetzt eine Entscheidung triffst, dass du dann so Leute konsultierst oder ist das so, wie es dir zufällt?

Christian Kroll: Ja, ich glaube, ich frage schon oft. Also letztendlich bin halt Geschäftsführer und auch alleiniger Geschäftsführer bei mir im Unternehmen. Das heißt, viele Entscheidungen treffe ich dann ultimativ doch irgendwie selbst. Aber ich frage schon immer Menschen, von denen ich denke, dass sie Expertise dazu haben oder irgendwie. eine gute andere Perspektive auf dieses Thema. Also da versuche ich einfach so ein bisschen meinen, so einen Rundumschlag weniger zu machen und guten Input zu bekommen. Ich bin also generell, also ich habe zwar starke Überzeugungen, aber ich versuche die dann auch schnell loszulassen. Das heißt, also ich glaube generell würde ich sagen, schon. Teilweise dickköpfig, aber mit einer, also auch so einer gewissen Einsichtsbereitschaft, wenn es dann wirklich nicht geht.

Joël Kaczmarek: Ich denke gerade an meinen Freund Gunnar. Mit Gunnar rede ich immer ganz viel über mein Geschäft und irgendwann meinte der immer so, Gott Joël, du vertraust dir ja gar nicht selber, du redest mal mit allen Leuten über deine Idee. Und dann sage ich mal so, ja, weil ich natürlich mir gerne Fehler sparen möchte und weil ich so diesen Input suche. Also hast du da eine Meinung zu? Ab wann ist sozusagen, also ab wann muss man die Ohren vielleicht mal auf Durchzug stellen und wo sollte man sie irgendwie aufstellen und sagen, ich höre zu? Also ich glaube, man sollte insbesondere seinen potenziellen Nutzern und Kunden zuhören. Ich glaube, die können dir sagen, ob du irgendwas richtig machst oder nicht. Ich meine, wenn ich damals Leute gefragt hätte, hey, ich habe da diese Idee, ich möchte gerne ein Non-Profit-Unternehmen gründen und da geht es darum, Bäume zu pflanzen und übrigens, wir wollen im Wettbewerb mit Google sein, dann hätten zumindest mein BWL-Umfeld und die Professoren hätten mir gesagt, tolle Idee, viel Glück. Also, ne, aber ich hab Also was mir die Sicherheit gegeben hat, dass ich auf dem richtigen Weg bin, war einfach mit potenziellen Nutzern und Nutzerinnen zu sprechen und zu merken, ah, da ist die Resonanz da. Das macht man nie. Es ist so einfach. Oder es geht immer ins Hintertreffen. Wenige Leute haben das so richtig, sag ich mal, es braucht wirklich ein System, finde ich. Aber hast du trotzdem beim Thema Mentoren, also ich meine, man kann ja manchmal auch sagen, wie wir es gerade hatten. So dieses Pubertätsphase, sich loseisen, seinen Weg in der Welt finden. Man läuft natürlich auch Gefahr, wenn man mit Mentoren redet, dass die manchmal Sachen sagen. So dieser Klassiker war ja, das haben wir vor sieben Jahren schon mal versucht, Christian. Kannst du lassen, kann ich dir schon sagen, klappt aus folgenden drei Gründen nicht. Aber heute ist vielleicht irgendwas anders, weswegen es klappt. Also das ist ja auch so eine Gefahr dann auch auf der anderen Seite.

Christian Kroll: Ja, also ich meine, die Mentoren sind ja nicht deine Chefs. Du kannst ja immer noch dir zuhören, was sie so sagen und dann kannst du sagen. Nee, sehe ich trotzdem immer noch anders. So eine gewisse Überzeugung kann man mitbringen, wenn es gute Argumente gibt auf der Seite, also wenn die kommen von einem Mentor. Aber ich glaube auch, jemand, der wirklich Mentor ist und sich als Boss da hinsetzt, wird ja auch sagen, ich denke, es ist keine so gute Idee, aber wenn du davon überzeugt bist, versuch es. Und ich lasse mich gern eines Besseren überzeugen. Also ich glaube... Menschen, die dann zu sehr einfach nur ihre eigene Meinung projizieren wollen und nur senden wollen, wie du das gesagt hast, sind vielleicht auch nicht gute Mentoren, sondern das sind halt, ich weiß nicht, die versuchen dann irgendwie dich in ihre Richtung zu biegen oder sowas. Die Idee ist ja, dass man jemandem hilft,

Joël Kaczmarek: seinen eigenen Weg zu finden und nicht irgendwie eine Kopie von einem zu machen. Ich meine, wenn man unternehmerisch unterhältig ist, dann kann man es natürlich auch auf die Spitze treiben mit den Mentoren und einen Beirat sich bauen. Hast du sowas gemacht für euch? Ich denke mir immer, ich müsste es mal machen. Das ist eines der Sachen, wo mir einfach die Zeit für fehlt. Tatsächlich, also es ist eher so informell. Ich habe irgendwie so ein paar Leute, die ich zu verschiedenen Themen dann immer mal anrufe.

Christian Kroll: Aber dadurch, dass wir ein Unternehmen sind, was kein, also wir haben ja keine Investoren oder sowas, haben wir tatsächlich nicht diese Struktur, die es normalerweise gibt, dass da so ein Board gibt oder sowas, die dann jedes Quartal auf die Zahlen gucken und sagen, Christian, was hast du denn da gemacht und hier, wir setzen dir mal... jetzt jemand mit Erfahrung an die Seite oder sowas, das gibt es bei uns nicht. Das heißt, das hat mir auch erlaubt, mich da so lange durchzubursteln, weil halt niemand von außen gesagt hat, das ist Quatsch, was du machst. Wir hatten dann den Tim Schumacher, weiß nicht, ob du ihn kennst. Der ist dann irgendwann bei Ecosia mit an Bord gekommen, also als Mitgesellschafter, Mitverantwortungseigentümer. Und der hat mir dann sehr geholfen. Also das war so dann, da habe ich meinen Lernen deutlich beschleunigt. Tim war auf jeden Fall für mich in dieser Phase ein sehr, sehr guter Mentor. Also er hat mich weitermachen lassen, hat aber gesagt, naja, das Projekt da, ich glaube nicht wirklich dran, aus den Gründen A, B und C.

Joël Kaczmarek: Also ich meine, Aufruf an alle draußen, die unternehmerstätig sind, also ich habe auch einen Beirat und ich habe keinen Investor und da lernt man so krass, es gibt ja diesen schönen Spruch, if you are the smartest person in the room, you are in the wrong room. Und ich war immer im richtigen Raum. Ich saß immer standartig so, boah, was setzen sich diese Leute eigentlich mit mir hin, die haben so viel mehr Ahnung von dem Zeugs als ich und so. Also es ist echt stimulierend, kann ich ja nur jedem ans Herz legen. Ja cool, was kommt als drittes bei dir auf der Liste?

Christian Kroll: Das dritte ist, dass ich gerne damals schon gewusst hätte, was mir wirklich wichtig ist. Also ich habe wie gesagt, mit 16 dachte ich, ich will Millionär werden und Aktien handeln. Mit 20 dachte ich das glaube ich auch noch. Ich habe es glaube ich erst so wirklich so Ende der 20er für mich wirklich gemerkt. Und also was mir wichtig ist, mehr oder weniger, ich möchte mit meinem Tun. einen positiven, starken, großen, positiven Impact auf unseren Planeten und die Menschen haben. Und dabei möchte ich auch irgendwie ein gutes Leben haben. Also ich will mich jetzt nicht irgendwie selbst dafür bestrafen, dafür, dass ich Gutes tue. Und ein gutes Leben bedeutet für mich insbesondere, wertvolle Zeit mit Freunden, mit guten Menschen zu verbringen. Naja, mit 20 hatte ich das anders gesagt. Ich hatte gesagt, ich will irgendwie ein tolles Auto, eine Yacht und ich weiß nicht, ob eine Yacht, aber auf jeden Fall hatte ich andere Prioritäten. Und ich glaube, da kam so in meiner Lebensgeschichte, ich glaube mit etwa 30 hatte ich entschieden, Ecosia zu einem Unternehmen zu machen. Oder was war das, 35? Ich weiß gar nicht. 2018, ja, gucken wir hier, das ist kein Unsinn. Etwa 35, ja. Da hatte ich entschieden, also Ecosia, was ja, ne, hatte ich gegründet mit dem Versprechen, es nicht zu verkaufen und auch keine Gewinne rauszuziehen, also so als ein, ich würde jetzt nicht sagen Non-Profit, aber ein Unternehmen, was zumindest mal keine

Joël Kaczmarek: Profit for the planet, not for yourself. Genau,

Christian Kroll: ja. Und das hatte ich immer versprochen, den ersten Nutzerinnen und Nutzern, der Presse und so weiter, aber wenn man drauf geguckt hat, war Ecosia einfach nur eine ganz normale GmbH. Und dann gab es dann auch so die Und die ersten Mitarbeiter, die mich dann als Ecosia erfolgreich wurde, gefragt haben, ja, was ist denn eigentlich mit diesem Versprechen? So, wenn man rechtlich drauf guckt, gibt es da ja gar nichts. Und da habe ich gemerkt, ja, krass, vielleicht sollte ich dieses Versprechen mal irgendwie auf ein solideres Fundament stellen. Und dann kam aber wirklich die Entscheidung, weil dann war Ecosia halt schon viele zig Millionen wert. Und dann war das wirklich nochmal so eine Entscheidung. naja, Teufelchen auf der Schulter irgendwie. Hey, viele Millionen sind doch super. Willst du die nicht haben? Und naja, dann habe ich halt auch wirklich nochmal reflektiert, okay, was ist mir wirklich wichtig? Ich brauche eine gewisse Sicherheit. Also ich will jetzt irgendwie nicht, irgendwann nicht mehr in der Lage sein, mich selbst zu versorgen oder meine Familie zu versorgen oder sowas. Das heißt, das ist mir wichtig, das hätte ich gerne. Aber ich brauche eben nicht diesen extremen Reichtum. Also ich habe dann irgendwann für mich erkannt, Wenn ich viele, viele Millionen Euro auf dem Konto hätte, ich würde die nur verwenden, um zu versuchen, die Klimakrise zu lösen. Das kann ich auch im Unternehmen machen, das muss ich jetzt nicht irgendwie, das muss ich nicht mehr ausschütten. Und so habe ich dann mit einem guten Gewissen mehr oder weniger diesen wirklich rechtlich verbindlichen Schritt gemacht, Ecosia mehr oder weniger sich selbst zu übertragen, also alle Anteile an eine Stiftung gegeben und jetzt eben wirklich rechtlich verbindlich dafür gesorgt, dass das Unternehmen nicht verkauft werden kann und kein Geld rausgezogen werden kann. Und ich habe auch so, als ich das entschieden habe, so mehrere kritische Stimmen gehört, insbesondere so aus dem BWL-Bereich. Was für ein Unsinn, da geht ja die Motivation weg, du bist ja voll der Kommunist und so weiter. Ich habe aber gemerkt, seitdem ist, das ist jetzt schon einige Jahre her, seitdem ist nicht die Motivation weggegangen. Also das ist einfach, wenn man mit dem Unternehmen macht, was man sowieso gern machen möchte, dann braucht es nicht diesen künstlichen externen Anreiz von irgendwie Yacht und Ferrari und so weiter.

Joël Kaczmarek: Und wie sah dieser Prozess aus? indem du rausbekommen hast, was dir wirklich wichtig ist. Weil das ist ja jetzt nicht, dass du dich mit einem Buch an den Comer See legst, schaust irgendwie eine Woche lang aufs Meer, kommst wieder und weißt, was Phase ist. Sondern das ist ja in der Regel ein sehr langer Prozess und wahrscheinlich einer, der auch von außen begleitet wird.

Christian Kroll: Ja, also ich bin kein religiöser Mensch, aber ich habe mich, würde man sagen, relativ viel mit buddhistischer Philosophie auch beschäftigt. Und da einfach diese Perspektive, dass ich als Mensch bin, komplett irrelevant. Also wenn man einfach mal rauszoomt, da werden einem so ein paar Dinge einfach bewusst, wenn man so ein bisschen dieser Philosophie folgt, dass eben meine eigenen Bedürfnisse im Vergleich mit den Bedürfnissen der Gesellschaft einfach nicht, die dürfen keine große Aufmerksamkeit bekommen. Und man macht sich auch unglücklich, wenn man irgendwie die eigenen Bedürfnisse zu sehr in den Vordergrund stellt, weil letztendlich, was uns glücklich macht als Menschen, wir sind soziale Wesen, wir sind glücklich, wenn es den Menschen um uns herum gut geht. So funktionieren wir. Und wir sind nicht glücklich, wenn wir irgendwie immer mehr akkumulieren, immer mehr essen, immer größere Dinge kaufen, aber in einer Welt, die irgendwie vor die Hunde geht. Und das, also so ein bisschen sich damit zu beschäftigen und dann auch wirklich das, es ist so ein bisschen, es geht ja fast gegen das, was ich irgendwie in meiner Jugend und auch Uni-Zeit so gelernt habe. Da wurde mir immer gesagt, wir sind Nutzen-Maximierer und müssen irgendwie alle dafür sorgen, dass wir selbst so viel Geld wie möglich auf dem Konto haben. Es ist aber, also auch wenn man in Glücksforschung reingeht und so weiter, es stimmt einfach nicht. Und das zu erkennen und dann auch wirklich im eigenen Leben anzuwenden, das war auch so ein mehrjähriger Prozess, glaube ich, wo man eben feststellen musste, es wird mich nicht glücklich machen, viele Millionen auf dem Konto zu haben. Oder Also würde mich vielleicht auch nicht unglücklich machen, aber es ist einfach, mir jetzt irgendwie extrem teure Dinge zu kaufen, wie dann Ferrari, passt einfach nicht mit meiner Philosophie, also so etwas in einer Welt zu tun, in der Menschen einfach verhungern oder wirklich extrem leiden. Das funktioniert für mich nicht und das habe ich dann schrittweise erkannt und dann irgendwann auch danach gehandelt. Aber das war jetzt nicht so ein... Ein Moment, der irgendwie komplett alles geändert hat, sondern eher graduell.

Joël Kaczmarek: Hattest du da Coaches oder Therapeuten oder Freundschaftsgespräche auf dem Weg, die dich da...

Christian Kroll: Ich glaube, ich habe tatsächlich viel so einfach gelesen und dann irgendwie Dinge für mich schrittweise selber entschieden. Also natürlich mit Freunden Gespräche gehabt darüber, aber ich kann mich jetzt nicht an einen Guru erinnern, der jetzt irgendwie gesagt hat, so ist das. Also natürlich gab es viele Menschen, die das gesagt haben, aber ich kann mich nicht an einen erinnern, der mir komplett den Kopf gewaschen hat oder sowas.

Joël Kaczmarek: Und ich habe so darüber nachgedacht, weil ich weiß ein Stück weit, wie es dir geht, als du meintest, so zwischen 16 und 20, also Schule bis BWL-Studium, warst du sozusagen, bist du den anderen Göttern hinterhergelaufen oder den anderen Werten. Glaubst du, dass das manchmal ein Thema von Idolen und Vorbildern vielleicht auch ist? Weil mir wird immer so ein bisschen Angst und Bange, wenn ich die heutige Jugend sehe. Und mein Freund Jan Müller von Tocotronic, der macht so einen geilen Podcast Reflektor, dann hat er mir erzählt, ich lade jetzt einen Rapper ein und mal gucken, ob ich auf die Fresse kriege. Ich will die mal fragen, warum die so arme Werte haben. Weil die Werte bei denen sind ja irgendwie immer nur Weiber, Karren, Geld, Uhren, Drogen, sowas. Also vor allem eigentlich Autoreichtum, Frauen. Und das beobachte ich halt auch. Da denke ich nach, ob das manchmal auch so ein Role-Model-Ding ist.

Christian Kroll: Also ich denke auf jeden Fall. Also ich hatte in meinem Umfeld niemanden, der jetzt irgendwie gesagt hat, oder ich glaube die Leute, die das gesagt haben, die hatten wir teilweise bei uns in der Schule und in der Klasse auch, die gesagt haben, dass ihnen... der Schutz des Planeten wichtig ist, die haben halt dann so als dumme Ökos abgetan. Also ich würde fast sagen, nicht nur es fehlte an Vorbildern in diese Richtung, sondern das Vorbild war sogar antisozial oder sowas. Ich weiß nicht, woher das kommt, vielleicht durch unsere sehr individualistisch geprägte Konsumgesellschaft, dass man irgendwie versucht, diese 16-Jährigen zu guten Konsumenten zu machen oder sowas. weiß ich nicht, wo, also aber auf jeden Fall war das ähm Also ich habe mir nie darüber wirklich Gedanken gemacht in diesem Alter. Das war kein Thema.

Joël Kaczmarek: Filme auch ein bisschen so. Mir geht es zum Beispiel oft so, ich gucke so amerikanische Filme, dann denke ich immer so, warum saufen die eigentlich immer dauernd? Also so ein Ami, die haben gefühlt, die haben alle eine Bar zu Hause. Machen so einen Schrank auf und kippen sich erstmal einen Whisky ein, wenn es arg wird. Wo ich so denke, habe ich nie kennengelernt, machen wir nie so. Kenne ich auch keinen in meinem Umfeld, der das macht. Und das ist ja nur so ein Beispiel von tausenden, wie man sozialisiert wird. Weil alles, was mit Wirtschaft ist, ist ja in der Tat immer so, Armer, sympathischer Charakter von der Straße erlebt die Tellerwäscher-zum-Millionär-Story. Erfindet irgendwas und ist dann reich. Also vielleicht ist MrBeast jetzt mal ein ganz gutes Ausnahmebeispiel, der dann so Philanthropie irgendwie mit reinbringt. Aber wahrscheinlich auch medial, ja. Ja, und wahrscheinlich auf Instagram, TikTok ist das heute nochmal extremer, wenn ich einfach höre, auch von den jungen Menschen in meinem Umfeld, wie viel... Also wie viele Menschen den Karrierefahrt-Influencer als potenziellen Karrierefahrt wirklich sehen. Also was da für Vorbilder irgendwie gelebt werden. Gibt es natürlich auch ganz viele tolle,

Christian Kroll: aber Standard ist halt irgendwie hübsch, reich und viel Konsum.

Joël Kaczmarek: Wir waren ja beide auf dem German Startup Awards und bei der Aftershow-Party im Soho House, spät in der Nacht, kam ich dann so mit einem Dude zusammen, Family Office, und dann stellte ich mir einen anderen Dude vor und meinte, hey! Der macht irgendwie das Investmentgeschäft von irgendwie der und der Person, bekannte Influencerin. Da war ich da ein bisschen in so einem unsensiblen Moment und meinte so, ich sag so, hat die Alte echt so viel Knatter, dass sie jetzt einen eigenen Dude braucht, der das Cash investiert? Ja, na klar, die hat irgendwie 400.000 Follower dort und 200.000 dort, das ist ja huge. Und ich sag so, wieso, why? Ja, ich hab hier eine Bekannte, die ist irgendwie, hat auch 400.000 Follower auf Instagram, die macht irgendwie, oder ich weiß nicht mehr die Zahl, aber die macht irgendwie 400.000 im Monat und wohnt in Dubai, also alles steuerfrei. Und dann sitzt du natürlich schon so da und denkst dir so, ja, okay, wie willst du da irgendwie einem jungen Menschen beipulen, dass es halt irgendwie ein bisschen auch so banal und bedeutungslos ist. Weil die meisten von denen, die ich dann so erlebe, die haben so eine gewisse Gelangweiltheit. Also ich kann jetzt nicht behaupten, dass die wesentlich glücklicher sind, ob sie jetzt zwei Porsches haben oder nur einen Golf fahren. Ja, und dann auch vielleicht auch mal zu sagen, Steuerzahlen ist gut, das hat dir deine Ausbildung ermöglicht. Du weißt halt nicht, die Schulausbildung von unseren jungen Menschen. Ja, ist absurd, ne? Da hast du vollkommen recht. Das ist irgendwie so ein... Deswegen sage ich so, diese Vorbilder und ich weiß nicht, wie es dir so geht, aber wenn ich mir zum Beispiel auch so diese MrBeast-Videos, ich finde den super Typ, so unterhaltsam, geil gemacht. Kennst du den überhaupt? Den YouTuber? Und ich sitze dann immer so da und dann gucke ich mir so ein Video an, so Irgendein Kerl kriegt eine Yacht geschenkt und muss sie beschützen, weil sie irgendwie beschossen wird. Das ist so strunzdumm. Also ist mir schon klar, dass es interessant ist, wenn einer mit fünf Panzern auf eine Yacht schießt und guckt, ob die getroffen wird. Aber ich sitze dann so da und denke, ich finde das Video wie der 100 Brunnen in Afrika bohrt ein bisschen geiler. Naja, du arbeitest ja an sowas, dass man das attraktiv macht.

Christian Kroll: Oft sind das halt so ganz primitive Regionen im Hirn, die man halt relativ einfach eben triggern kann. So, oh wow, krass größer. Schneller weiter und so weiter. Und die Dinge, die uns wirklich glücklich machen, die sind nicht so shiny. Die sind nicht auf den ersten Blick vielleicht nicht ganz so attraktiv.

Joël Kaczmarek: Du hast von Glücksforschung eben geredet. Ich weiß, ich kam mal hier mit dem Langscheid zusammen, der auch Glücksforscher ist, wusste ich gar nicht, der dieses Lexikon macht. Der grinst immer bei beiden Backen, wenn du ihn so siehst. Der hat das so festgetackert. Was ist so das kleine Einmaleins der Glücksforschung, was du aufgenommen hast?

Christian Kroll: Also ich glaube tatsächlich, also es gibt so gewisse Sachen, die ich glaube wir einfach als Körper brauchen, genug Schlaf, irgendwie einigermaßen Bewegung, Sport und vielleicht gute Ernährung. Wenn diese Grundlagen, die sollten alle da sein, aber dann darüber hinaus tatsächlich einfach nur mit guten Menschen eine gute Zeit, also im guten Umfeld sein und mit vielen Menschen eine gute Zeit verbringen. Das ist eigentlich das, was einen langfristig glaube ich am glücklichsten macht. Und... Und irgendwie so einen Sinn im Leben zu haben, der auch hält. Also wenn der Sinn des Lebens ist, ich will mir jetzt einen Porsche kaufen, danach will ich mir einen Ferrari kaufen, das sind halt irgendwie relativ hohle Sachen. Also irgendwas, und das kann die Familie sein, das kann, keine Ahnung, irgendein anderes Projekt, was man sich vorgenommen hat, aber einfach ein sinnvolles Leben zu führen und das mit Freunden zu teilen, ist, glaube ich, das ist sehr erfüllend.

Joël Kaczmarek: Was ist denn dein vierter Punkt?

Christian Kroll: Als viertes habe ich aufgeschrieben Selbstbewusstsein und das möchte ich aber gerne auseinandernehmen, weil es eben, also ich glaube, ich war mit 20 tatsächlich in so einem Modus, in dem, also ich würde mal sagen, da war schon viel Blendertum mit dabei. Also im Sinne von, ich kann das alles, ich bin der Coolste und ich dachte, also obwohl, ich war am Anfang meines Studiums, also in Wirklichkeit weiß man ja noch nicht so viel, aber ich war der Meinung, dass ich irgendwie allen Menschen die Welt erklären kann. Und das ist, glaube ich, so ein bisschen dieses... pubertäre Überheblichkeit. Aber ich glaube, es war auch so ein bisschen so eine Art Druck, dass man muss eben irgendwie ein cooler Typ sein. Dieser gesellschaftliche Druck, du willst halt nicht sagen, nee, eigentlich bin ich irgendwie nur Durchschnitt. Und das ist aber, das kam mir dann irgendwie so mit den Jahren, glaube ich, einfach, also tatsächlich, wenn man das Wort auseinander nimmt, Selbstbewusstsein. Das heißt, ich bin mir bewusst, wie ich bin. Und gebe das auch mehr zu. Also ich hätte heute kein Problem damit zu sagen, ich bin nur Durchschnitt in vielen Bereichen. Ich spiele zum Beispiel ab und zu Basketball und ich würde sagen, ich bin der Schlechteste in der Mannschaft, sondern mit der Schlechteste. Aber das ist okay. Und wenn man das einmal gesagt hat, dann kann man auch viel mehr wirklich man selbst sein. Und ich glaube, gerade wenn man... Also wenn du so jung bist und du willst irgendwie alle beeindrucken und willst auch irgendwie im Vorstellungsgespräch, willst du so richtig dein Gegenüber überzeugen, dass du der tollste Typ auf der Welt bist und so weiter. Du wirst halt so gezwungen, eigentlich irgendwie so ein Bild von dir aufrechtzuerhalten, was gar nicht dir selbst entspricht. Und gerade bei jungen Menschen merke ich oft, wenn die einfach sagen würden, davon habe ich keine Ahnung, würde ich aber gerne lernen. Oder das kann ich nicht, aber wenn ich mir ein bisschen Mühe gebe, kriege ich es vielleicht hin. Wenn ich da mehr Vorbilder gehabt hätte, die so rangehen, weil ich glaube, das kann einen tatsächlich auch abhalten, wirklich Dinge zu hinterfragen und wirklich Dinge lernen zu wollen, weil man eben die ganze Zeit so tun muss, als könnte man es schon. Und also gerade auch dann Social Media Einfluss, da ist ja alles immer nur perfekt. Und wenn man sich irgendwie eingestehen muss, Moment, ich bin nicht perfekt, also sehe ich vielleicht nicht so toll aus wie die auf Instagram. Oder ähm Komisch, ich muss immer hart dafür arbeiten, wenn ich irgendwas hinkriegen will, aber in den Filmen ist das irgendwie so einfach.

Joël Kaczmarek: Ich habe ruhig das nicht nur mir so gedacht.

Christian Kroll: Genau, also dieses wirklich ehrlich sein zu sich selbst und damit auch gut leben und ich glaube, das würde... macht das Leben einfach viel, viel entspannter.

Joël Kaczmarek: Ich glaube, das war auch bei diesem German Startup Awardss, da habe ich mit irgendjemandem geredet, da ging es um Nico Rosberg. Und dann habe ich so gemeint, ich sage so, ja, ich unterscheide mittlerweile, wie sind Menschen wirklich und was ist ihre Persona, die sie virtuell zeigen. Und das ging übrigens erst gar nicht so verstanden, wo ich dann so meinte, naja. Ich sage so, weißt du, wenn ich mir von Nico Rosberg die Persona angucke, den erlebe ich als relativ arrogant im Fernsehen, so unnahbar, sehr hart im Urteil. Wenn du den privat triffst, ist der total nett. Das heißt, die mediale Figur, die wir abgeben, ist oft eine andere und das zeichnet ja auch das, was du gerade gesagt hast. Im Vorstellungsgespräch ist es ja wirklich so, dann versuchst du immer das rauszukehren, was gut ist und legst noch zwei drauf und dann bist du eigentlich immer im Hustle. Mein Vater hat mir das lustigerweise mal erzählt, der hat Ausbildung bei Siemens gemacht damals und der meinte, dann mussten die Probearbeiten. Und dann haben die sich alle reingehangen, wie die Irren. Das waren so die ganzen Lehrlinge und dann haben die geackert wie die Bekloppten. Und mein Vater meinte, ich habe nicht so doll Gas gegeben. Weil was war der Zweck dieser Arbeitsübung? die haben den Standardlevel festgelegt. Das heißt, jeder, der sich voll reingeklemmt hat, war dann natürlich auf so einem Überlevel und das musste der halten. Und er hat natürlich dann, weil er normal gearbeitet hat, hat er sozusagen noch Potenziale nach oben gehabt und das sah nach Wachstum aus. Und das ist ganz interessant, weil da hast du wirklich recht, dass wir natürlich immer so in der Neigung sind, höher, schneller, weiter. Und dann kommst du halt irgendwann ins Hintertreffen und kannst das vielleicht gar nicht mehr erfüllen.

Christian Kroll: Ja, also mein Ziel ist auch für die Kultur im Unternehmen, die ich kreieren möchte. Dass Menschen auch irgendwie, dass es den Unterschied zwischen wer bin ich wirklich und welche Maske setze ich auf, dass da keine große Differenz ist. Also natürlich, ich glaube wirklich komplett authentisch ist vielleicht auch nicht okay. Das heißt, wenn man irgendwie schlecht gelaunt ist, muss man das auch nicht vielleicht jedem zeigen, weil es gesellschaftlich dann nicht so wirklich funktioniert. Aber das ist okay, ich habe keine Ahnung davon. Oder hier habe ich Mist gebaut. oder ich glaube... Das könnte ich vielleicht machen, aber ich glaube, die Person da hinten, die kann das viel besser. Also da einfach nicht zu sehr diese Dissonanz auftreten zu lassen, weil ich glaube, diese Dissonanz erzeugt einfach viel, viel Stress. Und dann, was weiß ich, die ganzen anderen Effekte, Burnout und so weiter.

Joël Kaczmarek: Ja, ich habe ehrlich gesagt auch die Erfahrung gemacht, wenn man sich so gibt, die Leute mögen das eher. Also wenn man auf Social sagt, ich habe mal ein Newsletter bei uns geschrieben, mein peinlichster Fehler des Jahres, und der war schon im Januar oder Februar oder so. Super Klickraten, super Zuspruch, also die Leute erlebe ich so, gerade weil man diese Social-Welt hat, die so geleckt ist, honorieren das doch eigentlich eher, oder?

Christian Kroll: Ja, denke ich auch. Also man spürt das ja auch irgendwie unbewusst. Ist da jetzt wirklich eine echte Person vor mir oder ist das irgendeine Maske? Und ich meine, irgendwann fällt es ja eh auf, wenn du wirklich lange mit jemandem zusammenarbeitest oder mit jemandem lange interagierst. Wenn jemand sagt, keine Ahnung, mir ist Erfolg überhaupt nicht wichtig oder ich bin überhaupt kein Mensch, der Wettbewerb mag, also wenn ich das jetzt sagen würde.

Joël Kaczmarek: Dann wäre das einfach gelogen. Mir ist das wichtig. Und das merken dann die Leute dann auch nach einer Weile. Ich bin jemand, der schon, also ich will schon gegen Google gewinnen zum Beispiel. Und ja, ich glaube, wenn es dann irgendwann durchsickert, dann ist es halt auch, dann ist man dann auch enttäuscht, weil man vorher eben getäuscht wurde von einem anderen

Christian Kroll: Bild, was man versucht hat zu generieren.

Joël Kaczmarek: Ich weiß noch, wir sagten Jan Müller im Podcast zu den fünf Dingen. Und dann war sein erstes Ding, dass er meinte, ja, es ist blöd, Sachen zu beschmieren. Er hat irgendwie gesagt so, ja, das ist so ein Jugendding von mir, ich bin Punker und ich habe halt immer alles bekritzelt und ich habe es damals echt nicht besser gewusst. Das ist peinlich, aber es war so. Und ich wollte mich, glaube ich, der Welt beweisen. Und dann meinte ich so, ja, wie würdest du dich denn heute der Welt beweisen, wenn ich dadurch, hat er gesagt, ich muss mich der Welt gar nicht mehr beweisen. So, heute weiß ich, dass ich okay bin, wie ich bin. Und das fand ich eigentlich ein ganz geiles Quote, weil ich dachte, ja, stimmt. Hat er ja recht. Aber wir sind ja wie immer so gepolt. Wie viele SEO-Kampagnen hast du schon gesteuert? Bis wann kannst du das und das machen? Hast du schon mal Podcast? Hast du schon mal dies? Hast du schon mal das? Zack, zack, zack, so eine Checkliste. Sympathisch. Bist du da vollkommen rausgekommen? Ja, ich glaube, dieses Mut zuzugeben,

Christian Kroll: was man nicht kann oder was man falsch gemacht hat, vielleicht ergibt sich das auch eher, wenn man also wenn du die Dinge schon erreicht hast und wirklich irgendwie, ne, dann naja.

Joël Kaczmarek: Ich bin ja bei dir, bestaunlich ja irgendwie so. Dass du einerseits sagst, ich möchte Google besiegen und auf anderer Seite sitzt du hier, blaues Shirt, langen Bart, sagst halt so, ich bin scheiße im Basketball, hab einen Blutpuls von 25, dass das so zusammengeht bei dir. Das ist faszinierend. Hast du da eine Mischung für dich gefunden?

Christian Kroll: Ja, ich glaube, jeder ist halt irgendwie eigentlich anders und geht die Dinge anders an. Also ich vermute mal, dass wenn ich jetzt irgendwie mich komplett umpullen müsste dafür, dann würde ich das auch sowieso nicht schaffen. Also ich glaube, ich habe halt gewisse Stärken und die sind dann vielleicht eher so. Man geht ein bisschen ruhiger ran. Ich meine, wir haben ja dadurch, dass wir mit Ecosia sagen, wir geben rechtlich verbindlich 100% unserer Gewinne an Klimaprojekte, haben wir einen Wettbewerbsvorteil, den Google nie einholen kann. Das heißt einfach, dadurch, dass wir... persönlicher Konsum nicht so wichtig ist, habe ich etwas, was jemand anders nicht nachmachen kann. Und wenn ich jetzt aber irgendwie versucht hätte, mich nach dem zu richten, was irgendwie alle machen, hätte ich das vielleicht gar nicht machen können. Also irgendwie zu sich selbst zu stehen, zu seiner eigenen Geschichte und Persönlichkeit, erlaubt dann irgendwie Pfade, die vielleicht sonst überhaupt nicht möglich wären. Und gleichzeitig bin ich aber sehr kompetitiv. Also ich habe Leistungssport gemacht, hätte ich vielleicht erwähnen sollen. Also tatsächlich...

Joël Kaczmarek: Welchen denn? Welche Sportarten?

Christian Kroll: Schwimmen.

Joël Kaczmarek: Schauen wir mal, Schwimmer sind die besten Unternehmer.

Christian Kroll: Ja? Ja,

Joël Kaczmarek: wenn du Wasserball, Schwimmen, sowas, ich weiß nicht, woran es liegt. Aber wahrscheinlich, weil du mit dir alleine bist. Nur im Fokus und sozusagen gegen die Uhr und so.

Christian Kroll: Ja, es ist auch ein bisschen langweilig. Du musst dich schon motivieren,

Joël Kaczmarek: glaube ich,

Christian Kroll: wenn du da so im Wasser hin und her schwimmst. Da passiert ja nicht viel. Und du hast jedes Mal danach eine genau gemessene Zeit. Das heißt, es geht mir gar nicht darum, unbedingt gegen jemanden zu gewinnen. Aber ich will einfach eine gute Zeit haben. Und das, ich glaube, dieses kompetitive Gehen. plus, also ich musste immer Mit dem Fahrrad musste ich immer von mir zu Hause zum Schwimmbad fahren. Das sind etwa, ich glaube, acht, neun Kilometer oder sowas. Und dann nach dem Training noch wieder nach Hause fahren. Und da ging so ein Berg hoch und der zog sich so lang. Das waren ein oder zwei Kilometer. Einfach nur steht, also richtig, ich glaube, das ist der einzige Berg im ganzen Umfeld da gewesen. Aber den musste ich dann immer danach noch hochfahren. Und das bringt halt auch nichts, wenn du dann aufgibst, weil dann musst du hochschieben und das dauert noch länger. An warmen oder kalten Tagen willst du halt auch nicht noch länger auf dem Fahrrad sitzen. Das heißt, da dieses Durchhaltevermögen hat sich wahrscheinlich da geprägt. Das heißt, man hat halt so seine Persönlichkeit, die bildet sich ja durch irgendwelche Erfahrungen in der Vergangenheit. Und dann eben, ja, also Durchhaltevermögen so ein bisschen kompetitiv. Aber gleichzeitig vielleicht dadurch, dass ich in der ehemaligen DDR aufgewachsen bin, nicht so sehr dieses Konsum. Nicht so sehr diesen Konsumfokus und das macht mich letztendlich zu der Person, die irgendwie Ecosia ermöglicht hat. Und vielleicht schafft es Ecosia irgendwann, Google zu besiegen, wer weiß.

Joël Kaczmarek: Ja, nee, ich finde es gut, weil ich erlebe das auch immer so. Manchmal habe ich die Situation, dass Leute mir Dinge erzählen, wo ich mir denke, was ist denn mit denen los? Warum reden die denn so einen krassen Stuff? Und ich bin mittlerweile der festen Überzeugung, vielleicht habe ich es sogar mal bei Dale Carnegie gelesen, dass wenn man sich selbst öffnet, öffnen sich einem die Leute auch. Und ich glaube, wenn man halt so ist und sich hinstellt und sagt so, ganz ehrlich, ich kann das, was du da von mir willst, gerade so gar nicht. Frag mal Bärbel, ich kann das viel besser. Ich glaube, das öffnet so weit die Leute auf. Kannst du gar nicht ein. Wer mag denn auch schon diese Blender, die alles können? Und wie frei man dann aber auch gleichzeitig lebt. Also ich habe das manchmal, dass ich bei mir im Business Club was sage, in so einer Gruppe und sage so, rufe ich hinterher einzelne Leute an. Ich sage so, war das ein bisschen komisch aufgetreten oder laut? Was? Nee, ist mir gar nicht so. Bist doch du. Weißt ja, wie du bist. Wissen wir doch. Und da dachte ich, ach, das ist aber schön. Der persönliche Freifaserschein sozusagen, wie man ist, weil man ist ja so, wie man ist. Bisher geht es ja eigentlich gar nicht. Na gut, einer fehlt noch, wenn ich mich nicht verzählt habe.

Christian Kroll: Genau, der fünfte

Joël Kaczmarek: Tipp, den ich mir geben würde, wäre tatsächlich zu reisen. Um ehrlich zu sein, ich habe das glücklicherweise auch gemacht, aber ich glaube, ich würde das jedem Menschen in diesem Alter empfehlen. Ich hatte das Glück, direkt nach dem Abi... Dich habe ich so, Entschuldigung, mit dem Rucksack in Südamerika vor Augen. Genau.

Christian Kroll: Also das war direkt nach dem Abi bin ich mit Freunden, die waren alle, also die waren zwei Freunde, die waren ein bisschen älter, sind wir nach Indien und das war einfach eine krasse Erfahrung. Also du kommst irgendwie aus dem wohlbehüteten Sachsen-Anhalt und also ich bin schon ab und zu mal irgendwie mit meinen Eltern irgendwie verreist, aber dann kommst du nach Indien und Indien ist einfach, ich glaube, die beste Beschreibung für Indien ist einfach krass. Das ist krass in alle Richtungen. Also super viele Menschen. Du siehst, ich habe dann irgendwie auch in den ersten Tagen, irgendwie läufst du durch die Straße von einer Großstadt und siehst, oh, da liegt eine Leiche auf der Straße. Die räumen die morgen weg. Es gibt halt viele Dinge nicht. Und ja, obdachlose Kinder, Menschen, die wirklich leiden und dann aber auch extrem Reichtum. Also das war einfach so richtig, richtig bunt irgendwie. Und ganz, ganz anders als alles, was ich bisher kannte. Und das hat so sehr meinen Horizont erweitert. Also einfach nur diese paar Wochen da zu sein. Und das habe ich dann auch während des Studiums noch gemacht. Und das hat, glaube ich, diesen Weg eingeleitet, dass ich gemerkt habe, nee, also persönlicher Reichtum und persönlicher Konsum ist einfach nicht das, was mich glücklich macht. Und ist, glaube ich, auch nicht, kann man nicht verantworten in einer Welt, in der es der Mehrheit der Menschen irgendwie einfach... materiell noch nicht gut geht, noch nicht gut genug geht, um wirklich ein glückliches Leben zu führen. Und das war, also ich wusste immer, dass, ich hab dann nach dem Studium bin ich auch nochmal eine Weile erst nach Nepal und dann länger nach Südamerika gegangen. Und ich wusste natürlich immer, dass Nepal ein viel niedriges Bruttoinlandsprodukt hat oder Pro-Kopf-Einkommen hat als Deutschland. Also Nepal ist eins der ärmsten Länder und Deutschland eben eins der reichsten Länder. Aber ich hab da ein halbes Jahr gelebt. Und dann ist dieses Wissen im Kopf zu einer emotionalen Verbindung geworden. Also dann siehst du eben, wie Menschen nicht in der Lage sind, ihre Tochter zur Schule zu schicken, weil eben ein paar hundert Euro fehlen. Oder ich habe Menschen getroffen, die viel härter gearbeitet haben, cleverer waren als ich, aber einfach nie auf dasselbe Einkommensniveau kommen werden, weil sie einfach im falschen Land geboren sind. Und das bleibt dann hängen. Also das kannst du auch nicht. Ich glaube, das kann man nicht wieder... Vielleicht kann man es so ein bisschen verdrängen, aber ich glaube, das kommt immer wieder. Und das war für mich letztendlich auch der Grund, warum ich dann Ecosia gegründet habe. Nicht nur um Klimakrise zu lösen, sondern auch diesen Menschen eine bessere Chance zu geben, sich eine gute Zukunft aufzubauen. Und ja, ich glaube, das hat mir auch nochmal meine Perspektive auf dieses Privileg gegeben, was wir eben haben, dadurch, dass wir hier in der... in einem relativ reichen Land und dann auch noch irgendwie mit, in meinem Fall, guten Startbedingungen aufgewachsen sind. Ich finde, dieses Privileg kommt mit einer Verantwortung auch irgendwie signifikant zurückzugeben. Und nicht nur irgendwie, nicht nur mal 5 Prozent, so wenn man mal was übrig hat oder mal irgendwie mal 10 Euro spenden an irgendeine NGO, sondern ich fühle, meine Verantwortung ist, dass ich eigentlich versuchen müsste, alles zu geben, was ich kann. das, was ich nicht wirklich brauche, das eben dann auch wirklich abzugeben. Und also gerade in meinem Unternehmen, dass wir eben alle Gewinne abgeben und nicht nur irgendwie 10% oder 5%.

Joël Kaczmarek: Wie gehst du mit dem Thema Sicherheit um? Weil ich habe gerade so darüber nachgedacht. Ich bin auch immer so, und es ist mal ganz ulkig, wie viele Leute irgendwie auch geizig sind oder sowas gar nicht so denken. Es ist ganz ulkig. Also es scheint eine Ausnahme zu sein. Aber, und das ist, glaube ich, so ein limitierter Faktor, den ich habe, du vielleicht nicht. Ich will immer wissen, so Haken hinter bestimmten Dingen, also Rente habe ich zum Beispiel bisher immer noch nicht richtig safe. Ich habe einen Freund, da sehe ich immer die Rentenbescheide von dem, 3.900 Euro, what the fuck, der ist 40, dann denkst du dir so, alter, was kriegt der denn mal für eine Rente und bei mir schnappe ich 300 drauf. Also ich weiß immer, bevor ich mich nicht safe fühle sozusagen, safe haven im Haken hinter, dann ist man so angstgetrieben, also das ist bei mir. Wie ist es bei dir?

Christian Kroll: Also das war auch dieses Teufelchen, von dem ich dir erzählt habe, das da so auf meiner Schulter saß, als ich Ecosia Medavina verschenkt habe. Da habe ich gemerkt, das ist das, was das Teufelchen eigentlich sagen will. Das will nicht sagen, ich will einen Ferrari, sondern das will sagen, hey, ich will irgendwie safe sein. Und dadurch, dass mir die Mehrheit der Stimmrechte gehört, kriege ich auch keine Rente. Dadurch, dass ich in meinem eigenen Unternehmen arbeite, wo mir die Mehrheit der Stimmrechte gehört, bekomme ich... Komme ich später keine Rente. Das heißt, ich muss auch jetzt irgendwie schon dafür sorgen, dass es mir finanziell gut geht und ich bekomme ein gutes Gehalt. Und ich habe gemerkt, das ist eigentlich das, was ich brauche. Ich brauche irgendwie so eine gewisse Sicherheit, dass ich... wenn irgendwie Ecosia nicht mehr sein sollte, aus irgendeinem Grund, dass ich da nicht in so ein Loch reinfalle. Das heißt, ich bekomme ein gutes Gehalt, kann mir, also normales Marktgehalt, jetzt auch nicht im Sinne von Friedrich Merz irgendwie eine Million oder sowas, sondern tatsächlich nur, also kann man auch nachlesen bei uns auf der Website, aber ich schätze irgendwie Gehalts Privatsphäre, deswegen, wen es wirklich interessiert, das kann man nachlesen. Und das ist genug, um... alle meine Bedürfnisse zu erfüllen, genug Rücklagen zu bilden für die Zukunft und wenn ich jetzt einfach noch sagen wir mal 10 Jahre arbeite, dann habe ich auch einfach mir mein Häufchen aufgebaut, von dem ich dann leben kann.

Joël Kaczmarek: Aber wäre es verwerflich gewesen, wenn du dir einfach eine Million ausgezahlt hättest?

Christian Kroll: Ich glaube nicht, also ich will da sowieso niemanden, jeder entscheidet irgendwie für sich was und vielleicht gibt es ja dann wirklich Leute, deren tiefe innere Motivation ist einfach mal 10 Porsche zu haben, weil sie Porsche einfach extrem schön finden und das macht sie super glücklich. Und sie haben das oft hinterfragt, aber sie kommen einfach nicht weg davon. Und dann als Unternehmensgründer, der irgendwie ein Unternehmen aufgebaut hat, das viele hundert Millionen wert ist, finde ich das dann auch nicht verwerflich, da irgendwie so ein bisschen mehr als nur ein Minimum rauszuziehen. In meinem Fall habe ich gemerkt, nee, so viel mehr brauche ich tatsächlich nicht. Und ich fände es jetzt aber auch nicht schlimm, wenn man jetzt gesagt hätte, man verschenkt das Unternehmen, aber so ein bisschen will man wenigstens. Es sind ja auch viele Dinge einfach sehr teuer. Also wenn du irgendwie in der Nähe von Berlin ein schönes Haus haben willst, das ist mit einem normalen Gehalt ja fast nicht zu finanzieren.

Joël Kaczmarek: Eine Kugel Eis kostet jetzt 2,50.

Christian Kroll: Das habe ich auch gemerkt.

Joël Kaczmarek: Oder?

Christian Kroll: Aber ich will weiter in der Situation sein, in der ich merke, dass eine Kugel Eis 2,50 kostet. Das merke ich halt bei vielen Leuten, die dann wirklich komplett abdrehen und auch noch der Meinung sind, dass sie das irgendwie... Die haben dann viele Millionen und sind auch noch der Meinung, dass sie das wirklich verdient haben. Also sie haben, klar, es ist ihr Geld, aber wieder diese Privilegien und vielleicht auch einfach Glück. Was man hatte im Leben, hat man das wirklich verdient? Also ist das wirklich, wären diese Personen, wenn sie in Nepal geboren wären, wirklich auch an derselben Stelle gewesen? Und das ist glaube ich eine Illusion, die jeder sich selber erzählt, dass man das irgendwie verdient hat. Aber ich glaube, ja, also es gibt wenig, in meinem Bekanntenkreis wenig Millionäre aus Nepal, die ich jetzt irgendwie kenne.

Joël Kaczmarek: Ja, aber was war es dran? Also ein paar hundert Kilometer in eine andere Richtung geboren und dann hättest du die Arschkarte, ne?

Christian Kroll: Mhm, ja.

Joël Kaczmarek: Das ist schon irgendwie ulkig. Was für Türen hat das Reisen in deinem Kopf aufgemacht? Also dass wir das nochmal einmal nachvollziehen. Also das eine war jetzt, sag ich mal, Empathie für andere Begebenheiten, Kulturverständnis, Nähe zu sowas. Was würdest du sagen, ist es noch?

Christian Kroll: Also ich glaube tatsächlich auch, wirklich Klima- und Biodiversitätskrise zu verstehen. Also da... Teilweise, ich bin, ich habe eine ganze Weile in Argentinien gelebt und da fährt man, wenn man so im Reisebus sitzt, kann man stundenlang an Sojafeldern vorbeifahren. Und da fragst du dich, was war denn hier eigentlich vorher? Das ist ja eine grüne Wüste, da gibt es kein Leben, nix. Das ist auch emittiert CO2 und am Ende wird es eh nur für Vielfutter verwendet. Eine Riesenkatastrophe, diese Riesenmonokulturen. Und dann irgendwann kommst du, fährst ein bisschen weiter, dann kommst du mal in so einen Regenwald rein, oder einen tropischen Wald, der noch im Bestand, also wirklich noch existiert. Und dann merkst du im Moment, hier gibt es Vögel, hier ist auf einmal 10 Grad kälter. Dass du wirklich diesen Unterschied spürst, was wir mit unserem Planeten gemacht haben und wie wir unseren Planeten eigentlich unbewohnbar machen und mit welcher Geschwindigkeit. Also das war, das auch mit eigenen Augen zu sehen und dann wirklich im Bus zu sitzen und rauszugucken aus dem Fenster und wirklich zu sehen, wow, so krass. Also wie sehr wir als Menschen es einfach in wenigen Jahrzehnten eigentlich geschafft haben, unseren kompletten Planeten fast zu zerstören. Und wenn wir das noch ein paar Jahrzehnte weitermachen, dann ist einfach Schluss.

Joël Kaczmarek: Ja, das sind Galierungen, die man immer sieht. Ich denke gerade, als ich mal durch Israel gefahren bin, Tiefe der Wüste Negev, mit so einem Projekt, wo die so Olivenbäume angepflanzt haben, um die Wüste wieder zu begrünen. Total beeindruckend. Und dann guckst du die Außenzäune mal voll mit Plastik. Da sammelten sich vom Winde verweht die Flaschen dran. Also super krass. Und wie schaffst du es, dass du nicht depressiv wirst bei all dem?

Christian Kroll: Also es gibt natürlich immer wieder Neuigkeiten, die die ich würde sagen, mich schon emotional auch irgendwie so runterziehen. Ich denke, nach einer Weile baut man einfach so eine gewisse Resilienz auf. Also ich habe, ich meine, Ecosia ist jetzt schon, ich habe das vor 15 Jahren gegründet, also eine ganze Weile her. Das heißt, das war auch noch in einer Zeit, in der die Klimakrise überhaupt nicht im Bewusstsein von den Menschen war. Ich habe immer in den ersten Jahren das Gefühl gehabt, dass ich die Leute gern wachrütteln würde, weil einfach wir mit 180 kmh auf eine Wand zuzufahren und es wurde nicht mal darüber gesprochen. Also inzwischen fahren wir mit 170 und wir sprechen drüber. Also haben jetzt auch noch nicht viel gemacht, um die Klimakrise wirklich zu lösen, aber wir sprechen immerhin mal drüber. Es ist ein gewisses Bewusstsein da. Aber das war eigentlich die frustrierendste Zeit. Du hast irgendwie das Gefühl, du bist verrückt, weil du sagst, Moment, wir gehen hier alle, es ist ein existenzielles Risiko. Es kann gut sein, dass wir das 21. Jahrhundert nicht überleben. Könnten wir da mal drüber sprechen? Kann das mal irgendwie Aufmerksamkeit bekommen? Das war echt eine harte Zeit, glaube ich. Und in dieser harten Zeit habe ich mir, glaube ich, so ein bisschen... so eine dicke Haut antrainiert und auch ein bisschen mein Narrativ. Also wenn man vielleicht auch wieder so ein bisschen die buddhistische Lehre, wenn man aus allem rauszoomt, dann sind wir halt letztendlich nur einer von vielen Millionen bewohnbaren Planeten im Universum. Und ob wir hier überleben oder nicht, ist letztendlich irrelevant. Wenn man dann wieder reinzoomt und sieht, okay, aber ich habe irgendwie keine Ahnung, meine nicht den Neffen, bei denen ist es mir schon wichtig, dass die irgendwie noch ein gutes Leben haben, dann wird es wieder sehr emotional. Oder auch einfach zu sehen, wie viele hundert Millionen Menschen wahrscheinlich extrem leiden werden in den nächsten Jahrzehnten, dadurch, dass wir einfach unseren Planeten ruinieren. Dann wird es auch wieder sehr emotional, aber ich denke mir so ein... Man kann das so ein bisschen verkopfen und dann mal aufhören, darüber nachzudenken, weil auf Skala des Universums ist es halt nicht ganz so wichtig, ob wir Menschen aussterben oder nicht.

Joël Kaczmarek: Naja, und ich meine, du machst ja alles, was man glaube ich machen kann. Also mehr als ein paar Millionen Bäume pflanzen, wenn wir nicht jetzt ein Geldfläschner bewegen, aufklären. Aber ich glaube, da ist ja vieles dabei, was du in diese Richtung machst. Dann danke dir ganz herzlich für diesen Weckruf heute. Also ich glaube gerade so dieses hinterfragt mal eure Privilegierung, ob das wirklich verdient ist. Es tut ein bisschen weh, aber ich glaube es ist nicht verkehrt. Vielleicht machen dann die Menschen mehr, wenn sie das erkannt haben, dass eigentlich,

Christian Kroll: eigentlich... viel Glück ist, was man so im Leben hat.

Joël Kaczmarek: Dann enden wir heute auf ein paar ruhigen Tönen. Danke Christian.

Christian Kroll: Gerne. Vielen Dank für die Einladung.

Joël Kaczmarek: Wow, das war ein inspirierendes Gespräch, oder? Denk dran, jeden Freitag, dem fünften Tag der Woche, erscheint eine neue Folge. Also, abonnier den Podcast unbedingt, damit du keine Episode verpasst und teile ihn auch total gerne mit deinen Freunden oder Kollegen. Und wo wir schon über fünf Dinge sprechen, eine Fünf-Sterne-Bewertung auf der Podcast deiner Wahl. hilft uns sehr, damit noch mehr Menschen von diesen inspirierenden Geschichten profitieren können. Nimm dir doch kurz Zeit dafür. Genauso wie für einen Besuch auf unseren Social-Media-Kanälen, um Updates und exklusive Inhalte zu erhalten. Die Links findest du in den Shownotes. Wir freuen uns nämlich über deine Anregungen und Feedback zu zukünftigen Themen und Gästen. So, und jetzt hören wir nochmal in unseren Podcast rein. Bis zum nächsten Mal. Bleib inspiriert und neugierig. Dein Joël. Gib mir fünf oder mehr, gib mir alles, was du mir sagen kannst und sag, was hast du gelernt? Vorfallen und aufstehen, suchen und klar sehen. Weißt du jetzt, was du willst? Weißt du jetzt, was du brauchst? Wie lang hat es gedauert und was hat es gebraucht? Ist es gut, wie es ist? Woran feilst du noch? Komm, erzähl es mir und der Welt Bist du so geworden, wie du gemeint warst? Oder völlig anders wie ein Zaungast? Du bist schon weit gegangen, bist du angekommen In deiner Hall of Fame Komm her! Und sei wirklich ehrlich, was ist für dich heute unentbehrlich? Sollen wir hier fertig sein oder einfach sein? So wie wir sind, so wie wir sind, gib mir fünf oder mehr, gib mir ein. Alles, was du mir sagen kannst Und sag, was hast du gelernt? Vom Fallen und Aufstehen, Suchen und Versehen Weißt du jetzt, was du willst? Weißt du jetzt, was du brauchst? Wie lang hat es gedauert und was hat es gebraucht? Ist es gut, wie es ist? Woran feilst du noch? Komm, erzähl es mir und der Welt Weißt du jetzt, was du willst? Weißt du jetzt, was du brauchst? Wie lang hat es gedauert und was hat es gebraucht? Ist es gut, wie es ist? Woran feilst du noch? Komm, erzähl es mir und dem Welt. Und jetzt du.