
Dennis Aogo: Einzelkämpfer im Mannschaftssport Fußball
25. November 2020, mit Joël Kaczmarek, Sebastian Krumbiegel
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Dennis Aogo: Kunst trifft digital.
Sebastian Krumbiegel: Der Podcast.
Dennis Aogo: Hier erfahrt ihr jede Menge über Kunst in Zeiten der Digitalisierung und das Hautnah von ganz fantastischen Künstlerinnen und Künstlern. Du bist auch Fußballfan, oder?
Sebastian Krumbiegel: Ich bin definitiv Fußballfan. Richtig Dolle und freue mich heute über den Gast, den Wir haben. Habe mich lange schon drauf gefreut. Ja, ich mache mir nicht nur Freunde damit, aber ich bin. Leipziger, RB Leipzig, Da hängt mein Herz. Und das übrigens wirklich schon von Anfang an, muss ich ehrlich sagen. Also schon, als die noch vierte Liga gespielt haben, war ich im Stadion und habe das verfolgt. Da habe ich damals bestimmt gejubelt, weil ich lange,
Dennis Aogo: lange, lange, weil ich viel in Hamburg zu tun hatte. Und lange St. Pauli-Fan war. Und immer noch bin ich ein Fan. Das ist irgendwie die Ham... Also, wie du ja schon gesagt hast, mein Name ist Dennis Aogo, Ich bin 33 Jahre alt, bin jetzt so im Spätherbst oder im Winter meiner Karriere sozusagen, habe jetzt knapp 16 Jahre Fußballkarriere hinter mir, habe da relativ früh angefangen mit 10 jüngsten. Ja, stimmt. HSV auch.
Sebastian Krumbiegel: Wer war damals Trainer bei Freiburg, als du da warst? Ich kann es sagen, der war doch gefühlt, zwei Jahrzehnte fast da, oder? Ich habe mir vorgenommen, hier seinen Nachfolger auch mal bei uns in den Podcast einzuladen. Den finde ich großartig. Ich mag den total, ja.
Dennis Aogo: Also, es ist ganz lustig, dass du das sagst, weil Christian Streich war einer der Figuren, die mitverantwortlich sind, dass ich jemals Profi wurde, weil ich war damals in meiner Jugend. Vielleicht kommen wir später noch mal drauf zu sprechen. Ein bisschen chaotisch unterwegs. Und er war damals Internatsleiter und mein A-Jugendtrainer und ohne seine Energie und seine Herzlichkeit hier. Und da hätte ich es niemals zum Profi geschafft. Deshalb ist er einer der besonderen Persönlichkeiten auf dem Weg zum Profi da sein.
Sebastian Krumbiegel: Ich warte darauf, dass er irgendwann mal so das Bundesverdienstkreuz oder Sowas kriegt, weil ich finde, der ist mittlerweile ja so eine soziokulturelle Figur geworden. Also teilweise über irgendwelche... Corona-Debatten,
Dennis Aogo: Politdebatten kriegt man auf einmal. Christian Streich-Pekars Irgendwie so.
Sebastian Krumbiegel: Finde ich immer wieder großartig. Für mich ist eine wichtige Frage, was ein Trainer wirklich für eine Rolle spielt. Und dass ein Trainer natürlich auf der einen Seite wirklich Führungspersönlichkeit sein muss und bestimmt auch irgendwie Entscheidungen fällen muss. Gegen Leute, für Leute, Weil am Ende geht es um die Mannschaft. Aber wie das ein Trainer sozusagen, schafft, einen ganzen Kader voller, Ich sage jetzt mal gut bezahlter Popstar-Fußball-Profis bei Laune zu halten. Das ist für mich so ein Ding, wo ich immer denke, das ist so ein Hammerjob. Also, es gibt ja Trainer, bei denen du irgendwie denkst, okay, das ist wirklich, Der kann auch echt Schwein sein und der kann auch wirklich irgendwie richtig reinhalten. Bei Streich habe ich immer das Gefühl, dass der irgendwie die Balance hinkriegt, alles so zu regeln, dass ihn am Ende die Leute trotzdem noch mögen. Selbst wenn du nicht im Kader bist, selbst, wenn du nicht auf dem Platz bist, dass du irgendwie verstehst. Ist das wirklich so?
Dennis Aogo: Ja, also, ich muss dir total recht geben, Der Trainerjob an sich ist so komplex. Also, man muss so viele... Verschiedene Qualitäten mitbringen, um ein wirklich guter Trainer zu sein. Dafür muss ich aber auch sagen, gibt es unglaublich. Viel schlechte Trainer am Markt. Das ist definitiv so. Ich hatte, glaube ich in 16 Jahren. Karriere Lügen, So 22, 23 Trainer, Also mehr als einen pro Jahr im Schnitt. Und da waren wirklich auch viele dabei, wo man sich? fragt, das war jetzt vielleicht nicht die beste Wahl, in einen Trainerjob zu gehen, weil man braucht eben so viele Qualitäten, wie du gesagt, hast, Führungsqualität, Du musst auch eine gewisse Empathie haben, du musst ein Gespür haben für Menschen. Ja, da gibt es halt auch nur, wie in vielen anderen Sachen, Einige wenige, die alle Qualitäten mitbringen. Mitbringen und halt auch ganz viele, die halt nur ein oder zwei Qualitäten mitbringen und die anderen auf der Strecke bleiben. Also, ich könnte es mir Stand jetzt auch nicht vorstellen, weil es eben so komplex ist.
Sebastian Krumbiegel: Also am Ende zählt doch aber beim Trainer unterm Strich der Erfolg. Und alles andere ist doch dann, selbst, wenn du, also, wenn man jetzt hört, irgendwie, was weiß ich, Magath oder Mourinho, Also solche Typen, wo man immer denkt, die willst du nicht irgendwie als Chef haben oder als Trainer haben, Erfolgreich waren Sie ja dann doch. Also selbst, wenn, ich mit meinem Halbwissen sage mal. Wenn man immer hört, Mourinho trainiert einen Verein und fährt den auf verschleiß sozusagen. Und dem ist scheißegal, was danach passiert. Hauptsache, er ist in dem Moment, in dem er Trainer ist, erfolgreich und geht da aber wirklich auch auf die Substanz. Aber er ist eben erfolgreich in dem Moment.
Dennis Aogo: Und da gebe ich dir recht, dass alles, was zählt im Sport, ist so kurzlebig. Also, du musst innerhalb kürzester Zeit erfolgreich sein, sonst bist du ganz schnell wieder weg. Und da muss ich sagen, Christian Streich hat brutale Qualitäten, ja. Aber er ist auch in einem Umfeld, wo man ihm Zeit gibt. Wo der Druck nicht so groß ist. Und das ist ein wichtiger Punkt. Ich glaube, Christian Streich nochmal in einem großen Verein, wo du so getrimmt, bist auf Erfolg, wäre auch nochmal eine andere Nummer.
Sebastian Krumbiegel: Beschreib doch mal, so deinen Weg. Vielleicht fangen wir mal ganz am Anfang an. Also du hast gesagt, Freiburg war so einer deiner ersten Schritte. Wie beginnt man das? Weil ich glaube, was ganz viele Menschen draußen nicht wissen, ist Spreu vom Weizen. Das ist brutal, Wie viele Menschen Fußball spielen auf sehr hohem Niveau und wie wenige es dann aber auf das höchste Niveau schaffen, so wie du. Das heißt, wie waren denn so deine Schritte dahin?
Dennis Aogo: Oh, Ich war... Ich bin ein Kind von einem sehr fußballbegeisterten Vater. Mein Vater stammt aus Nigeria. Er hat selber in Nigeria in der dritten Liga gespielt, soweit man das sagen kann. Er hat mir das quasi schon in die Wiege gelegt. Meine Mutter hat mir, erzählt, dass er schon, während ich im Bauch war, immer schon gesagt hat, das wird ein Fußballer. Er hat mir auch in frühen Jahren schon immer mit einem Ball so ein bisschen mit mir trainiert. Im Wohnzimmer zu Hause. Also, ich habe das so ein bisschen in die Wiege gelegt, bekommen. Auch ich habe Fußball geliebt, relativ früh. Ich habe jede freie Zeit mit Fußball verbracht. Wenn ich von der Schule kam, habe ich meinen Rucksack in die Ecke geschmissen und war dann den ganzen Tag draußen bis abends. Ich bin erst wieder nach Hause gekommen, als dann dunkel wurde. Ich war schon extrem fußballverrückt. Von Anfang an, habe aber gerade in den Anfängen auch keine... Ich hatte nicht das beste Fundament, um Profi zu werden. Meine Eltern haben sich früh getrennt mit 13. Ich bin dann mit meinem Vater gezogen, habe dann eine Zeit lang bei einer Gastfamilie gelebt, weil mein Vater arbeiten musste. Bin dann mit 15 in ein Fußballinternat gekommen. Also, ich war relativ früh weg von Familie, von Freunden, von meinem sozialen Umfeld. Hatte eigentlich nie richtig so ein Umfeld, wo mir halt gegeben hat. Und habe dann eben in der Internatzeit dann auch Phasen gehabt, wie ich vorhin gesagt habe, die ein bisschen chaotisch waren, weil ich nach halt gesucht habe, weil ich eben mein soziales Umfeld nicht gehabt habe. Deshalb waren die Anfänge schon extrem schwierig. Also, es war jetzt nicht so der ideale Weg, den vielleicht andere hatten. Also, bei mir waren da schon sehr viele Steine im Weg.
Sebastian Krumbiegel: Aber du hast gewusst, was du wolltest. Von Anfang an. Ich glaube, das ist ja der Punkt. Also, wenn ich das mal ich bezogen, zu mir gehe, also. Ich habe gerade mit meinen Eltern jetzt zum Muttertag, haben mein Bruder, meine Schwester, Wir haben zu dritt, meine Eltern besucht, die beide noch echt fit sind, Mein Vater 84, Meine Mutter 79. Wir haben darüber gesprochen, dass ich mit 15 Jahren aus einer Familie, die eigentlich aus der klassischen Musik kommt, dass ich damals gesagt habe, ich will Schlagzeug lernen, Ich will eigentlich Popmusik machen. Und meine Eltern haben die Hände über den Kopf zusammengeschlagen und haben gesagt, mach doch lieber was. Vernünftiges. Also der Klassiker sozusagen. Und ich habe aber gesagt, nee, ich will das wirklich machen. Und das ist, glaube ich, Das Wichtigste, dass Du weißt, was Du willst. Weil wenn du irgendwas willst, bist du in dem, oder hast du die Chance, in dem wirklich überdurchschnittlich gut zu werden.
Dennis Aogo: Das stimmt, da gebe ich dir recht. Bei mir war es aber eher so, dass ich wirklich... Den Spaß im Vordergrund hatte in frühen Jahren. Ich habe erst relativ spät für mich erkannt, dass der Weg zum Profi da ist. Am Anfang war es wirklich so, dass ich Fußball einfach geliebt habe. An sich, den Sport, Und hatte nicht direkt so im Kopf, dass ich Profi werden konnte. Es war irgendwie noch so weit weg. Als 15-Jähriger war es extrem weit weg für mich. Und diesen Ehrgeiz und diesen wirklichen Willen, ein Profi zu werden, habe ich erst später entwickelt.
Sebastian Krumbiegel: Hast du, wie ich als Teenager zu Basel? Auch Zora geguckt? Ja klar, natürlich. Warst du eher zu baser Lag oder eher Hyuga? Zu Baser. Da ist das doch auch so, oder? Der liebt das und deswegen ist man gut drin.
Dennis Aogo: Also das ist so, was ich erlebt habe. Aber was hat dir denn dann halt gegeben? Wenn du gesagt hast, du warst ein junger Mensch, dem irgendwie das Fundament, die Basis. Manchmal fehlte, die Stabilität. Was war es für dich? dann, dass du das Sozusagen in geordnete Bahn gekriegt hast? Christian Streich.
Sebastian Krumbiegel: Echt?
Dennis Aogo: Vorhin angekündigt. Also natürlich nicht nur er allein, aber das Fußballinternat hat mir halt gegeben. Ich bin mit 13 von Karlsruhe, wo ich aufgewachsen bin, nach Mannheim. Weil mein Vater da gearbeitet hat, bei den Amerikanern. Ich habe dann zwei Jahre bei der Gastfamilie dann immer mittags gegessen, Schule, Hausaufgaben da gemacht. Die übrigens, Das ist ganz witzig, Eine richtig deutsche Familie war, die sehr viel Schlager gehört hat. Und komischerweise ist es so, dass ich bis heute eine gewisse Affinität zu Schlager, Also, ich höre das gerne einfach. Es ist jetzt nicht so, dass ich jetzt einen Künstler habe, den ich super cool finde, aber ich höre das immer noch gerne. Und ich glaube, ich vermute einfach, dass es aus der Zeit kam, weil ich zwei Jahre lang eigentlich den ganzen Tag, wo ich bei der... Gastfamilie war, Schlager gehört habe. Also das nur Mal so nebenbei. Das würde man jetzt auch nicht denken, wenn man mich sieht, dass ich Schlager ganz cool finde. Aber gut. Bin dann nach Freiburg ins Internat mit 15 und habe da eben total meine Grenzen versucht, auszutesten, wie das Halt So ist, Wenn man keine Stabilität, keinen Halt, irgendwie keinen Background hat, der einem Grenzen zeigt, Dann versucht man, das zu testen. So war das bei mir. Habe dann natürlich mich oftmals nicht an Regeln gehalten. Da Natürlich müssen wir zu gewissen Zeiten zu Hause sein, Schule geschwänzt, All solche Sachen. Und ich hatte halt in Christian Streich und die damalige Pädagogin, die da auch noch gearbeitet hat, Zwei Personen, die wirklich unermüdlich waren, mich auf die richtige Bahn zu bringen. Die hatten irgendwas in mir gesehen, Sowohl menschlich als auch sportlich, was ihrer Meinung nach sich gelohnt hat, So viel Energie in mich und meine persönliche Weiterentwicklung zu stecken, dass ich es dann irgendwann kapiert habe. Und deshalb habe ich in so vielen Interviews schon gesagt, dass ich Christian Streich und Stefanie von Mertens heißen. Heißen die beiden, oder heißt Stefanie, die ja nicht bekannt ist, dass ich denen unendlich dankbar bin, dass Sie so hartnäckig an mir drangeblieben sind und ich ohne solche zwei Personen, glaube ich, eher auf die schiefe Bahn geraten wäre, als jetzt den Weg als Profi gegangen bin.
Sebastian Krumbiegel: Wie haben die das gemacht? Uns hören ja ganz viele Leute zu, die Unternehmen führen und ich glaube, Personalführung, Egal, ob es jetzt Teenager sind, erwachsene Menschen, Das ist unfassbar schwierig. Hatten die irgendwie so ein bestimmtes Vorgehen oder haben die irgendwie eine Art gehabt, die sich sozusagen so transformiert hat?
Dennis Aogo: Ich glaube, die Arbeit mit Menschen ist immer gleich. Ich sehe so gewisse Züge. Christian Streich zeichnet für mich aus, dass er ein gutes Maß hat, an Konsequenz. Und trotzdem auch ein hohes Maß an Empathie, Einfühlvermögen und einem das Gefühl zu vermitteln, dass er dich auch auf gewisse Art versteht, Aber dir klar macht, dass du dich trotzdem an gewisse Regeln halten musst. Also, so dieses Zuckerhut und Peitsche, Dieses Maß hat er einfach super gehabt. Wenn ich jetzt daran denke, wie ich auch meine... Kinder erziehe oder meine Tochter, dann ist das ähnlich. Ich meine, da spiegelt sich das dann wieder. Man muss halt ein gewisses Maß finden, das Gefühl zu geben, ich bin bei dir, Ich verstehe dich und mir liegt wirklich, was daran, dich weiterzubringen, aber auch dir klar aufzuzeigen, bis hierhin und nicht weiter. Und diese Qualität hat vor allen Dingen Christian Streich.
Sebastian Krumbiegel: Wie funktionieren generell, so diese Jugendstrukturen? Weil ich habe einen Freund, Der ist Unternehmer, der wohnt so in der Nähe von Osnabrück. Und sein Sohn hat dann für den VfL Osnabrück gespielt. Und dann wirst du ja, manchmal baff.
Dennis Aogo: Ich glaube, der ist so zwölf bis 14 gewesen, irgendwie in dem Alter. Dann ist der von Leipzig gekauft worden. Also, der ist jetzt hier in deiner Truppe, Sebastian. Und ich meine, Es ist ja unfassbar, dass dann so ein 14-Jähriger ein Jahresgeld von 1.00.000. Euro teilweise kriegt. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Der spielt da drei Jahre und hat quasi seine Rente drin und verdient wahrscheinlich. Doppelt so viel wie Papa, wenn er jetzt nicht gerade Unternehmer wäre. Das fand ich unglaublich. krass. Und dann meinte ich mal so, Wahnsinn, Glückwunsch, da bist du ja schon echt voll auf dem richtigen Attraktor. Und dann meinte er, ja, ja, aber du weißt du, wie viel Prozent. Von denen, die da jetzt 1.00.000. Euro verdienen, da nochmal absegeln, Weil da kommen Mädels um die Ecke, dann verlieben Sie sich, haben keinen Bock auf Sport, Drogen, werden irgendwie schiefe, Bahn und so weiter und so fort oder sind einfach sportlich nicht gut genug. So, und das fand ich irgendwie krass. Also einerseits,
Sebastian Krumbiegel: dass diese Struktur schon so früh, so professionell oder auch so mit so viel Geld hinterlegt, anfängt. Und andererseits, dass, wenn man es soweit schon geschafft hat, Dass man irgendwie so unter den Top 10% seines Bundeslandes ist, man dann trotzdem noch mit 80% Wahrscheinlichkeit hinten wieder raussegelt. Wie hast du das denn? erlebt?
Dennis Aogo: Naja, bei mir war es ja ungefähr ähnlich. Ich wurde damals vom Sportclub Freiburg transferiert, angesprochen, bei einem Nationalmannschaftslehrgang, dann überredet sozusagen, überzeugt von dem ganzen Konzept und bin dann von Waldhof Mannheim zum Sportclub Freiburg gegangen. Natürlich nicht mit den Zahlen, aber trotzdem ist es ja schon ein professionelles Umfeld. Und trotzdem, wie du gesagt, hast, sind halt davon wieder ganz, Ganz wenige, die wieder den nächsten Step schaffen. Weil im Fußball ist es einfach so, Die dichte an qualitativ guten Spielern, dadurch, dass so viele Menschen Fußball spielen. Und so viele junge Menschen auch Fußballprofi werden wollen, Ist es halt so, dass du wirklich herausragend sein musst, um den nächsten Schritt zu machen. Da gehören halt so viele Dinge. dazu, nicht nur das Sportliche, sondern auch das Charakterliche, das Mentale. Deine Einstellung muss passen zu dem, was du machst. Ansonsten ist die Dichte eben so groß, dass du sonst nicht durchkommst.
Sebastian Krumbiegel: Wann trennt sich da die Spreu vom Weizen? Also in welchem Alter hast du gemerkt, okay, ich habe eine Chance, das zu schaffen?
Dennis Aogo: Mit 16.
Sebastian Krumbiegel: Und wie viele Leute von damals sind heute noch dabei, die mit dir angefangen haben, die heute wirklich Profis sind?
Dennis Aogo: Also kommt drauf an, wo angefangen. Wenn ich jetzt ganz zurückgehe, als ich noch in Karlsruhe war, dann ist es keiner. Ich bin ja nach Freiburg gekommen. Mit 15, da sind es vielleicht 5, 6. Umso später, Desto höher ist dann auch so ein bisschen die Wahrscheinlichkeit. Aber von den Anfängen ist es keiner Profi geworden.
Sebastian Krumbiegel: Was war der Preis, den du dafür gezahlt? hast? Auf was hast du verzichtet? Was hat dieses Leben von dir abgefordert?
Dennis Aogo: Immer wieder Wohnortwechsel und auch Städtewechsel. Begleiterscheinungen sind dann natürlich, dass Freundschaften nicht mehr existieren. Von damals. Weil klar, Man hat dann mit den richtig guten Freunden dann nochmal ein Jahr und vielleicht auch mal zwei oder drei. Aber irgendwann reißt es einfach ab, weil man sich in total verschiedene Richtungen entwickelt. Das heißt, Freundeskreis ist einer der höchsten Preise. Familie, das ist für mich persönlich der größte Preis, den ich bezahlt habe, weil ich seit 13. Weg von zu Hause bin. Eigentlich und man sich durch die Distanz auch so ein bisschen entfremdet, fast schon. Ich habe am Existenzminimum, sage ich mal, bin ich aufgewachsen. Und meine Geschwister haben jetzt auch nicht die Möglichkeit, mich immer besuchen zu kommen. Und dann ist es so, wenn zwei Schichten dann aufeinandertreffen, Vielleicht hat er... Hast du das ähnlich? Damals erlebt? Aber wenn man erfolgreich wird, dann kommt natürlich auch das Scheinwerferlicht.
Sebastian Krumbiegel: Hast Du ganz viele Freunde auf einmal?
Dennis Aogo: Ja, ich ja, aber ihr müsst verstehen, Meine Familie lebt ja das Leben weiter, was sie haben. Und ich versuche und habe gerade in den Anfängen extrem versucht, meine Familie zu unterstützen, auch finanziell. Aber die werden natürlich auch immer wieder darauf angesprochen. Wenn ich im Scheinwerferlicht stehe und die Leben aber noch das gleiche Leben weiter, dann werden die immer damit konfrontiert. Und das ist auch für die nicht einfach. Dann kriegen die Halt Kommentare, ja, was macht ihr noch hier, Dein Bruder ist doch quasi Superstar, Warum hilft er euch nicht? Und dann wird man halt innerhalb der Familie auch oft damit konfrontiert, weil ich lebe quasi oben und meine Familie, die struggelt, um irgendwie das Leben einigermaßen hinzukriegen. Und da wirst du in ganz jungen Jahren in eine Verantwortung geschoben, die eigentlich nicht gerecht wird, Weil ich bin, der Jüngste in der Familie. Musste aber dadurch, dass mein finanzieller Status einfach größer ist, als der der Rest der Familie. Musste ich da oft in eine Rolle schlüpfen, die eigentlich nicht passte. Und das hat halt auch für Spannung innerhalb der Familie gesorgt, bis heute eigentlich. Das ist eigentlich auch ein hoher Preis.
Sebastian Krumbiegel: Wie hast du denn das gemacht? Du bist ja jetzt nicht auf Ronaldo-Level, dass du sagst, du hast eine eigene Hotelkette, du hast eine Unterwäschemarke, du verdienst 150 Millionen pro Jahr. Dann kannst du sagen, ich stelle dir da mal so einen Hotelbunker hin in Spanien, so Mutti, Und dann hast du ausgesorgt. Das ist ja jetzt nicht die Realität, in der der gewöhnliche Fußballer lebt, selbst auf deinem Niveau nicht. Ja. Ich weiß nicht, was macht man denn dann? Geht man dann hin und zahlt quasi seiner ganzen Family eine Art von Gehalt? Oder bezahlt man seinem Vater? So ein Managementgehalt, weil der einen unterstützt? Oder sagt man irgendwann, nee, wir müssen das hier echt cutten, ich verdiene meine Sachen, Ihr eure. Also ich wüsste nicht, wie ich damit umgehe, ehrlich gesagt.
Dennis Aogo: Ist auch extrem schwer. Also, das war auch ein Prozess. Als junger Mensch habe ich immer wieder geholfen. Also zum Beispiel habe ich mit der ersten, das werde ich nicht vergessen, mit der ersten Zahlung, die ich bekomme, also Signing Fee. sozusagen, habe ich die Schulden meiner Geschwister und meiner Familie bezahlt. Und dann ist es halt ein schleichender Prozess, dann hilft man mal hier, mal da, mal da. Und irgendwann habe ich dann aber auch gemerkt, dass es irgendwie fast ohne Boden ist und dass man auf andere Art versuchen muss, zu unterstützen, aber es ist nicht einfach, da gibt es, glaube ich nicht den perfekten Weg. Ich unterhalte mich da auch ganz viel mit Kollegen, die auch oftmals sind, Die Migrationshintergrund haben, wo halt die Diskrepanz so extrem groß ist. Zwischen Leben auf Existenzminimum und Leben in Fülle, sage ich jetzt mal. Da einen Weg zu finden, ist. Extrem schwierig, und ich muss sagen, bis heute habe ich da nicht die Super Lösung gefunden, Weil. Ich habe total Verständnis auch für die andere Seite, weil ich weiß, wie sich das anfühlt, aber man kann halt, Wie du schon richtig gesagt hast, wenn ich es könnte, würde ich sagen, hier, Betrag X, Ihr seid alle durch, viel Spaß, Aber das ist nicht so, und deshalb muss man da einen Weg finden, der einigermaßen passt für beide.
Sebastian Krumbiegel: Das Witzige ist, Also ich denke ja, dass es wirklich viele Parallelen gibt zwischen deiner Karriere und... Meiner Karriere oder allgemein zwischen Fußballprofi werden oder eben in der Popmusik, irgendwie es zu was zu bringen. Dass du sozusagen bekannt bist, dass die Leute denken, Oh, geil, der hat es irgendwie geschafft, sozusagen. Und ich habe damals meinen Eltern, als sie daran gezweifelt haben, welchen Weg ich gehen will, die am liebsten gehabt hätten, Na, wenn du schon Musik machst, mach doch wenigstens klassische Musik. Das ist dann was Handfestes, weil meine Eltern eben aus der klassischen Musik kommen, Meine Geschwister auch dahin gegangen sind. Und ich habe meinen Eltern damals gesagt, wenn das funktioniert bei mir, dann kaufe ich euch irgendwann mal eine Insel. Irgendwie in der Südsee oder irgendwie so. Und dann ging das eben bei uns los in die erste goldene Schallplatte. Und die erste goldene Schallplatte habe ich für meine Eltern auch eine machen lassen. Irgendwie mit der Inschrift für Cornelia und Peter Krumbiegel. Anstatt der Insel. Am Ende ist ja doch was draus geworden, steht dann da drauf, so. Und dann habe ich ihnen anstatt der Insel sozusagen, irgendwie eine 2 Wochen Reise nach Fuerteventura oder so geschenkt. Und das war schon auch geil, weil das damals eben Anfang der 90er oder Mitte der 90er war. Wo meine Eltern, dadurch, dass die Mauer gerade gefallen war. Auch irgendwie ein bisschen in der Luft hing und auf jeden Fall nicht so voll irgendwie ihr Ding weitermachen konnten, was ja vielen Leuten im Osten, so ging. Und das war irgendwie so eine Art Geste. Aber ich glaube, Dennis, was du sagst, irgendwie am Ende, Natürlich ist das finanzielle wichtig, Aber was hält denn eine Familie zusammen? Am Ende geht es darum, dass du dich respektierst, dass du füreinander da bist, dass Du irgendwie... Den Halt da suchst und findest, wo du ihn hast. Und das sind ganz andere Qualitäten als in Anführungsstrichen. Nur finanzielle Dinge. Natürlich ist das finanzielle wichtig. Und wenn irgendjemand sagt, Geld ist mir egal, dann ist das total bescheuert, Weil das kann nur jemand sagen, der es hat. Wenn du kein Geld hast, ist es dir eben nicht egal. Und das ist, glaube ich, genau der Punkt, wo du dann irgendwie dich, vielleicht sogar, Du kannst dem gar nicht gerecht werden, Was irgendwelche Leute in dich rein projizieren oder vielleicht sogar auch von dir erwarten, weil Sie eben... Der Meinung sind, Du bist sowieso irgendwie hier der schwerreiche Multimillionär. Und du kannst irgendwie deine, ganze Familie und allen Leuten, wie du eben sagst, ich stelle dir mal hier so ein Hotel und dann hast du ausgesorgt. Das geht nicht. Und selbst, wenn es ginge, es wäre ja auch beschämend. Und das finde ich auch immer so ein Ding, dass man echt aufpassen muss. Also, ich bin echt so ein Typ ohne Scheiß. Wenn ich mit Freunden unterwegs bin oder so, ich schmeiße echt gern Runden. Aber merke manchmal auch, dass man da tierisch aufpassen muss, dass du nicht hier so den Gönner raushängen lässt. Und das ist nämlich auch dann echt. kacke.
Dennis Aogo: Aber hol mich mal in eure Welt mit rein. Also, du hast ja auch sofort gesagt, wenn man berühmt wird und erfolgreich, hat man sofort ganz viele Freunde. Die Amis sagen, glaube ich, mal Golddigger dazu, so Goldgräber, gibt es dann ganz viele. Also bei so Popstars auf richtig krassem Niveau ist dann immer, so Groupie. Und dann wollen die hier irgendwie ausgehalten werden. Und so weiter und so fort. Wie war das bei euch beiden? so? Oder vielleicht auch bei dir? ICH meine, Dennis, Deine Frau war ja auch schon hier. Ja, ist ja irgendwie Influencerin. Da kann man ja auch ganz schnell den Eindruck gewinnen. Also, ich habe mich jetzt mal gefragt, ob es irgendwie so eine Riege an Weibchen gibt, so die Podcast aus dem Ort, die sich immer in irgendwelchen P1-Discos oder so Treffen und versuchen, Fußballer abzugrasen. Das ist ja so,
Sebastian Krumbiegel: Diese Klischees hat man ja sogar schon im Kopf. Also da tappe ich mich dabei. Das heißt, das kann man ja auch ganz schnell von außen denken, dass das sehr viel Oberflächlichkeit ist und so weiter. War das bei euch so? Habt Ihr das, wie beide gemerkt? Das ist einmal die Pop-Ecke und einmal die Fußball-Ecke, dass man sagt, okay, Jetzt sind ein paar Nullen mehr auf dem Konto. Jetzt ist irgendwie Sichtbarkeit da. Und zack, geht es auf einmal los, dass alle mich hier angraben?
Dennis Aogo: Also, es ist schon einfacher insgesamt, gerade jetzt, wenn man jetzt darauf zielt, Mädchen kennenzulernen, vor allen Dingen in meinen Anfängen. Das ist schon auch cool, weil als junger Mensch ist das ja auch spannend.
Sebastian Krumbiegel: Hey, das war für mich eigentlich einer der Gründe. Warum willst du denn irgendwie Musik machen? Du willst auf der Bühne stehen und willst dann irgendwie... Klar war das ein Grund, mit irgendwie zu sagen, Hey, geil, Du bist dann hier irgendwie der Larry, der irgendwie eben da ganz andere Chancen hat.
Dennis Aogo: Also gerade, wenn man aus einem Umfeld kommt, wo man nicht so viel hatte damals, Dann genießt man es umso mehr, wenn man es dann auf einmal hat. Im Nachhinein würde ich mir sagen, okay, Es war vielleicht hier und da ein bisschen zu viel, Aber das ist ja der Grund, das ist das, was einen, antreibt. Zumindest war es bei mir dann so auch ein Schritt, weit die Chance in eine andere Welt. Man sieht immer so viel im Fernsehen und wie die Leben und da, und das will man irgendwie auch haben. Und wenn man das dann hat, dann versucht man das auch zu genießen. Und da gehören natürlich so, du hast die Groupies genannt, auch dazu, Wenn man dann mal in Clubs ist, feiern und so, dann genießt man das auch, dass man das Gefühl hat, dass man begehrt wird und dass man bewundert wird. Das ist ja schon auch. Was man irgendwie gerne hat. Ich glaube,
Sebastian Krumbiegel: dass das gefährlich ist, glaube ich, wenn du die Sache wirklich nicht reflektierst, wenn du das wirklich ernst, nimmst, wenn Du wirklich denkst, die meinen Ja dich, weil die meinen ja am Ende nicht dich als Person, sondern die meinen. Am Ende deinen Poster oder eben deine öffentliche Figur. Das Rauszukriegen für sich selbst, Gerade wenn du jung bist, das ist total schwer.
Dennis Aogo: Das ist ein Prozess, oder? Also bei mir war es ein Prozess. Unbedingt. Also bei mir war es so, Wenn man sich jetzt wirtschaftlich alles leisten kann, dann verliert es irgendwann auch an Wert. Natürlich ist es geil, eine super Karre zu fahren, fahre ich heute noch, finde ich super, aber es befriedigt mich lange nicht so, wie man denkt. Es ist viel kurzfristiger. Am Ende bringt es sich auch nur von A nach B. Aber du musst es irgendwie auch mal gehabt haben, um es verstehen zu können. Und das ist eben ein Prozess, oder?
Sebastian Krumbiegel: Auf jeden Fall. Also, als es bei uns losging, Wir waren ja immerhin schon über 20, als bei uns wirklich der richtige Teenie-Popstar-Wahnsinn abging. Und wenn ich das rückblickend betrachte, wenn ich heute irgendwie… Interviews von damals sehe und wir haben so ein Konzert gemacht. In Leipzig, 94 war das, Das war wirklich eigentlich der Peak unserer Karriere, also Mitte der 90er, wo wir wirklich eine Tour hinter uns hatten, wo wir jeden Abend vor 10.000 kreischenden Leuten gespielt haben. Und dann als Abschlusskonzert in Leipzig auf dem Marktplatz so ein Free-Konzert gemacht haben und das haben wir mitschneiden lassen. Da gibt es heute ein Video, also auch mit Backstage. Und so, ey, da siehst Du wirklich fünf Nasen, die irgendwie junge Kerle sind, die Denken Mh. Sie sind unsterblich und die Welt liegt dir zu Füßen. Und du hast ja das Gefühl, das geht immer so weiter. Und das ist eben genau der Irrtum. Und ich glaube, dieser Prozess sozusagen zu merken, ey, Das ist eigentlich alles eine Mickey-Maus-Welt Und du beziehst das bitte nicht persönlich auf dich, das musst du lernen. Und wenn du das nicht lernst, machst du, glaube ich, echt einen Fehler. Und ich bin mir sicher, dass wir damals auch an der Uhr gedreht haben und rumgeflogen sind. Ich kann eine Story erzählen kurz. Das war hier in Berlin. Wir waren in irgendeinem Hotel und unsere Promoterin damals nahm mich zur Seite. Und hat gesagt, EY, Sag mal, hast du gerade mitgekriegt, wie du die Kellnerin behandelt, hast? Und ich habe gesagt, nee, habe ich überhaupt nicht mitgekriegt. Und dann sagte die mir, Dass das eben echt scheiße, war, dass ich irgendwie, ohne das Böse zu meinen, sondern weil ich eben in diesem Film war, irgendwie so einen Mach-ma-Satz irgendwie gemacht habe, wo ich echt gedacht habe, Oh, fuck, das ist ja echt nicht lustig. Und dann ich froh war, jemanden zu haben, der mich darauf hingewiesen hat, Weil DAS hat... Hast du ja selten. Du hast ja dann immer nur Leute, die sagen, Oh geil, du bist der Beste, du bist der Tollste. Und natürlich willst du das auch hören, aber, dass du dann Leute hast, die dir sagen, Pass mal auf, Alter, Bleib mal hier auf dem Teppich und dreh mal nicht an der Uhr. Das ist, glaube ich, das Ding, wenn du solche Leute hast, weil du vorhin sagst, von Freunden, die du eben auch verlierst auf diesem Weg, Weil du eben vielleicht auch nicht damit umgehen kannst, dass Dir Leute dann schmerzliche Wahrheiten ins Gesicht ballern. Das ist wichtig und da bin ich dankbar, dass ich das sowohl familiär als auch freundschaftlich als auch wir innerhalb der Band haben. Entschuldige jetzt für den Monolog. Wir haben damals immer gesagt, Wir brauchen die Bleigewichte an den Füßen, dass wir sozusagen nicht abheben und nicht durch die Gegend fliegen. Aber du fliegst durch die Gegend, wenn du erfolgreich bist und wenn dir jeder sagt, dass du der tollste, wohlriechendste, bestaussehendste, Bestsingendste Typ bist, Dann gibt es Momente, wo Du dann denkst, könnte ja was Wahres dran sein.
Dennis Aogo: Darf ich dich mal was fragen, was vielleicht unerwürdig kommt,
Sebastian Krumbiegel: was mir bei dir immer auffällt, ist, du hast sehr viel so... Teure Marken, mit denen du dich umgibst. Wie kommt das? Ist das so ein bisschen, dass du auch so nachholst, was du in deiner Jugend nicht hattest?
Dennis Aogo: 100 Prozent, habe ich ja vorhin gesagt. Das sind so Sachen, die man früher nicht hatte, die man dann auch genießt. Ich bin ehrlich, Würde das auch nie verneinen. Ich liebe Luxus, weil es sich gut anfühlt, weil es schön ist, weil es ein gewisses Gefühl in einem auslöst. Aber ich könnte von heute auf morgen, Und das sage ich auch immer wieder, wenn mir das so jemand negativ auslegen will, Ich könnte von heute auf Morgen in eine Einzimmerwohnung ziehen. Also, ich liebe Luxus, aber ich brauche ihn nicht.
Sebastian Krumbiegel: Bist du Dir da sicher? Ich bin mir sicher. Es ist Downgrade, mir ist immer scheiße. Ich bin mir sicher.
Dennis Aogo: Also wirklich, da bin ich mir wirklich sicher. Ich kann auch in die schäbigsten Hotels gehen, was auch immer. Ich will es nicht, aber ich wüsste, wenn heute irgendwas passiert, Ich wäre nicht gefährdet, dass ich in eine tiefe Depression fallen würde. Ich wollte gerade sagen, ich sehe hier so ein RTL-Format auf dich zukommen. Herr Aogo, Ich habe da was gehört. Dann wollte ich jetzt mit ihnen mal hier so ein Back-to-Earth-Ding machen. Ja, okay. Nee, ich verstehe aber, was du meinst. Also du hast recht mit dem Downgraden. Es geht mir auch so, wenn man mit Hotels oder so, wenn man einmal dran geschnuppert hat. Das sagt man auch bei uns als Unternehmer. Wenn Du Kunden einmal was wegnimmst, was Sie gehabt haben, also ein Feature an deiner App oder sowas, finden die immer scheiße.
Sebastian Krumbiegel: Ich glaube, es ist auch eine Altersfrage. Ich denke, dass du auch als junger Mensch, Wenn du dann irgendwie mit einem Interrail-Ticket irgendwie durch die Gegend ziehst und dann irgendwie in Jugendherbergen schläfst, das machst du als 15, 16, 17, 20-Jähriger. Aber das machst du eben als 50-Jähriger nicht mehr. Und das finde ich auch überhaupt nicht. Ehrenrührig oder so. Diesen Satz, den fand ich eben entwaffnend. geil. Irgendwie, ich liebe Luxus. Das würde ich so gar nicht sagen. Also, natürlich ist es geil. Natürlich ist es hammermäßig, wenn du irgendwie in ein richtig schickes Hotel kommst. Natürlich ist das Wiesing-Westernhagen Geiler ist schon, als in der Gosse zu liegen. Und das stimmt. Und das ist natürlich wirklich wahr. Aber ich weiß nicht, ob ich von heute auf Morgen irgendwie so wieder runtergraden könnte. Also, es ist nicht, Ich bin, glaube ich, keiner, der irgendwie den Luxus lebt oder so. Ich fahre kein dickes Auto. Braucht das auch nicht. Mir ist das dann eher ein bisschen peinlich oder so. Aber das ist vielleicht dann auch so ein Wesenszug, mit dem ich auch überhaupt nicht kokettieren will. Und das auch niemandem vorhalte. Am Ende erwartet man es ja auch von Leuten, die irgendwie glänzen und die irgendwie da oben stehen, wie die Amis, die ihre Goldketten zeigen und sagen, Hey, Leute, danke, Das habe ich von euch. Und da haben wir als Deutsche vielleicht ein bisschen auch ein Problem.
Dennis Aogo: Das Einzige, was mich immer wundert, ist, Warum es dabei nicht mehr Understatement gibt. Also ich finde, man kann Luxus haben, ohne dass man es allen aufs Brot schmieren muss. Also ich finde zum Beispiel, no offense, Bei dir liegt gerade Louis Vuitton, aber Louis Vuitton ist so eine Marke, Ein Portemonnaie liegt hier auf dem Tisch. Das ist so simpel, weißt du, was ich meine? Ich habe so das Gefühl, Es gibt, so Marken wie Gucci, Louis Vuitton, Versace, wo sehr viel so rausgetragen wird. Und dann gibt es so andere. Aldi,
Sebastian Krumbiegel: Netto. Genau.
Dennis Aogo: Nein, aber nimm mal sowas wie Porsche Design zum Beispiel.
Sebastian Krumbiegel: Wenn man sich mit Porsche Design beschäftigt, weiß man, Das ist auch irgendwie Fucking teuer und da steckt Engineering drin und so weiter. Das sieht auch teuer aus, aber es schreit einen Nicht so an. Aber gut, ich schreibe auch.
Dennis Aogo: Aber das ist auch, wenn man so aufgewachsen ist, wie ich. Ich habe so viele Jahre meine Knochen hingehalten. Also wenn ich mir was teures kaufe, will ich auch, dass man es sieht und dass es jeder weiß. Sonst brauche ich mir doch, sonst gehe ich, ich gehe auch oft zu Zara. Und was auch immer. Also, ich trage jetzt nicht nur Luxusklamotten, überhaupt nicht. Aber wenn ich für etwas viel Geld ausgebe, dann will ich, Dass die Leute wissen, sonst Für was soll ich es dann machen? Für dich? Für mich? Nee. In der Hinsicht sehe ich das so, wenn ich... Wirklich, wenn ich mir ein Portemonnaie für 400 Euro hole, und das sieht keiner. Oder dass keiner weiß, dass ich mir das für 400 Euro, dann gehe ich irgendwo anders. Ein kleines Portemonnaie holen.
Sebastian Krumbiegel: Ich würde lieber ein kleines Portemonnaie holen, Das sind 400 Euro drin. Das finde ich dann irgendwie noch wichtiger. Das stimmt. Ich finde den Satz interessant, den du sagst. Das ist so fremdbestimmt, wirkt das auf mich. Ich staune. Machst du das wirklich damit an, Leute, das sehen?
Dennis Aogo: Viele würden denken, dass ich extrem oft vielleicht einkaufen, bin. Bin ich nicht. Aber wenn ich mir ab und zu was teures kaufe, dann kaufe ich mir auch diese Marken, die du gerade angesprochen hast. Weil das ein gewisses Gefühl in mir auslöst. Vielleicht umgekehrt, Ich mache es nicht für die, aber es löst in mir ein gewisses Gefühl auf, was ich dann auch will, wenn ich wirklich, und ich bin relativ geizig, auch für mich teilweise, Dass wenn ich so viel Geld opfere, dann gibt es mir dieses Gefühl, dass ich brauche, das ich nicht hätte, wenn ich bei Porsche Design einkaufen würde. Ich weiß nicht, ob das verständlich war, wahrscheinlich nicht, aber es löst halt in mir, Für mich selber ist es ein anderes Gefühl, und deshalb kaufe ich mir das dann.
Sebastian Krumbiegel: Also für mich klang das jetzt so, wie wenn Du was kaufst, Dann gehst du ja so ein bisschen die Features durch und ein Feature davon ist, Was du gerade gesagt, hast, dass auch andere sehen, dass es teuer ist, dass Du Dir Qualität gönnst und so weiter. So kam das jetzt bei mir an. Statussymbol. Ist das das oder ist das das nicht?
Dennis Aogo: Vielleicht muss ich mich da ein bisschen korrigieren. Es geht um das Gefühl, was es in mir auch auslöst. Und das ist unterschiedlich.
Sebastian Krumbiegel: Aber geil finde ich ja, dass du so ehrlich bist. Auch zu dir selber. Den Arsch muss man erstmal in der Hose haben, zu sagen, ich finde Luxus geil und wenn ich was teures kaufe, sollen es auch andere Leute sehen. So viel Ehrlichkeit hat ja kein Mensch mehr heutzutage. Die sind ja alle, so, verhuscht. Das finde Ich cool.
Dennis Aogo: Ja, und wie gesagt, es ist so, und das kann ich unterstreichen, ich liebe Luxus, aber ich brauche ihn nicht. Ich glaube, das ist die Kernaussage,
Sebastian Krumbiegel: von dem ich sagen wollte. Jetzt hat ja Sebastian eben einen spannenden Satz gesagt. Er meinte, man denkt, es geht immer so weiter, das tut es ja aber nicht. Wie alt bist du, hast du gesagt? 32. 33. Da bist du ja eigentlich schon...
Dennis Aogo: Wenn du nicht Ronaldo bist oder Ibrahimovic, bist du ja eigentlich eher schon so in Richtung MLS unterwegs, China oder irgendwie Super League. Also, ich habe immer so das Gefühl, Es gibt so eine zweite Verwertung. Bitte nicht despektierlich nehmen, das ist überhaupt nicht. Böse gemeint. Ich bin schon lange raus. Aber ich habe so ein bisschen den Eindruck, Wenn eine 3 vorne beim Fußballer steht, dann ist man immer schon in so einem anderen Kader drin. Dann kriegst du keine 4-Jahres-Verträge mehr,
Sebastian Krumbiegel: sondern 2. Dann gucken immer eher, so die Ligen, wo man sehr viel Geld verdienen kann, wo man halt sozusagen. Nach großen Namen guckt, die jetzt vielleicht so den Herbst der Karriere aufmachen. Merkst du das auch? Also ist das eine richtige Beobachtung? Oder tue ich da auch ein bisschen im Sportunrecht?
Dennis Aogo: Nee, 100 Prozent richtig. Also früher war das vielleicht noch ein bisschen anders vor zehn Jahren, Aber mittlerweile ist es so, Da Fußball schon auch ein großes Geschäft geworden, ist, dass man oft Spieler einkauft, die man auch wieder verkaufen kann. Also, es ist so ein bisschen wie ein Handel. Also du versuchst, günstig einzukaufen und teuer zu verkaufen. Und dieses Drehen eines Spielers kannst du natürlich mit meinem Alter 33 nicht mehr machen. Das heißt, wenn du mich kaufst, weißt du, Du kannst mich nicht teurer verkaufen, sondern es bringt dir nur im Moment, was. Und das ist eben ein Stück weit weniger geworden. Und deshalb müssen oftmals Spieler in meinem Alter dann auf andere Märkte ausweichen.
Sebastian Krumbiegel: Na gut, fairerweise, du bist ja in der Abwehr tätig, Da hat man mit hohem Alter auch noch bessere Chancen. Weil da kannst du über Stellungsspiel, glaube ich, auch ein bisschen, was wettmachen. Oder Torwart ist noch krasser, wenn ich an so einen Uli Stein denke. Oder auch jetzt Neuer, Der ist ja jetzt auch nicht gerade ein junger Spund. Da hast du natürlich noch einen anderen Hebel.
Dennis Aogo: Das stimmt, aber trotzdem hat es sich insgesamt dahingehend verändert, dass es schwieriger wird, wenn da eine 3 vorsteht.
Sebastian Krumbiegel: Wie siehst du zum Beispiel so einen Typ wie Claudio Pizarro, der wirklich der Vorzeige-Rentner, hätte ich fast gesagt, der Vorzeige-alte Mann des Fußballs ist? Ich denke immer, wenn Werder den einwechselt, dann haben die anderen Gegenspieler alle Angst. Ist das so, dass da so ein Leitwolf auf den Rasen kommt, wo man dann denkt, das ist jetzt wirklich der Pizarro, mit dem ich als Kind schon irgendwie PlayStation gespielt habe? Also ist das so oder ist das Quatsch?
Dennis Aogo: Ja, bei Pizarro ist es natürlich so, dass jeder weiß, der sich mit Fußball beschäftigt, dass er in den letzten 20 Jahren immer wusste, wo das Tor steht. Und das ist natürlich was, was die Spieler auch wissen, wenn er reinkommt, dass, okay, wir müssen aufpassen.
Sebastian Krumbiegel: Hat er ja auch oft bewiesen, ne?
Dennis Aogo: Ja, weil er jeden Moment in der Lage ist, auch ein Tor zu schießen. Das weiß man als Spieler. Angst ist das nicht, aber du hast schon einen gewissen Respekt, weil, wie du schon gesagt, hast, also die meisten Spieler, die da unterwegs sind, sind Anfang 20 und Pizarro hat schon seit... 20 Jahren in der Bundesliga gespielt, das kannst du ja zusammenrechnen. Die haben als kleine Kinder wahrscheinlich Trikots, Poster und so von ihm im Wohnzimmer gehabt. Und auf einmal steht er dir gegenüber. Also, es ist keine Angst, aber Respekt auf jeden Fall.
Sebastian Krumbiegel: Machst Du Dir bei Gedanken über die Karriere nach der Karriere?
Dennis Aogo: Ja, ich war schon immer so, dass ich nach rechts und links geguckt habe, eigentlich schon Mitte 20. Ich war immer so gestrickt, dass Fußball an sich mir nicht ausgereicht hat, um mich zu erfüllen oder auszufüllen. Weil es ist schon so, natürlich. Auf höchstem Niveau ist es schwierig. Du hast wenig Freizeit, du bist sehr viel unterwegs. Aber wenn du jetzt kein Nationalspieler mehr bist, und das war ja bei mir, ich weiß nicht, Wann habe ich mein letztes Länderspiel gemacht, 2013, Dann auch in den letzten Jahren nicht mehr, so, Dann ist es so, dass du auch sehr viel Freizeit hast. Das wollen ja viele Spieler nicht gerne öffentlich sagen, aber es ist so, Du spielst einmal in der Woche am Wochenende und ansonsten hast du einen Tag in der Woche, wo du doppelt trainierst und ansonsten trainierst du einmal am Tag. Das heißt, du kommst vielleicht morgens um 9 Uhr zum Trainingsgelände und bist um... spätestens, wenn du das Training noch gut nachbereitest, bist du um 14 Uhr weg, spätestens. Das heißt, du hast den ganzen Tag eigentlich frei zur Verfügung. Und wenn du dann noch keine Familie hast, dann ist da sehr viel Leerraum. Und den habe ich halt relativ früh schon so für mich genutzt, weil ich einfach auch ein sehr offener und interessierter Mensch bin, dann nach rechts und links zu gucken. Und da war die Geschäftswelt für mich schon immer eine interessante Welt.
Sebastian Krumbiegel: Ich wollte gerade fragen, wo guckst du da hin, gerade? Womit beschäftigst du dich?
Dennis Aogo: Erstmal war für mich schon immer ein Thema. Persönliche Weiterentwicklung. Vielleicht auch... Weil mein Fundament nicht so stark war von früher. Das heißt, ich war immer auf der Suche nach, okay, wie finde ich den richtigen Zugang zu mir, um mich persönlich ja auch stabiler, besser zu fühlen. Dann habe ich Bücher gelesen, mich mit so Menschen wie Tony Robbins und Joe Dispenza. Und so mit solchen Leuten beschäftigt. Dann habe ich auch durch ein paar Zufälle ein paar Menschen aus der Wirtschaft kennengelernt. Und mittlerweile mache ich eigene Netzwerkevents auch hier in Berlin, wo ich auch mein Netzwerk ausweite. Und bin da sehr interessiert, sehr offen. Und hoffe, dass ich da auch in Zukunft mit dem einen oder anderen auch noch was machen kann.
Sebastian Krumbiegel: Es ist witzig, weil für uns als Musiker trifft es ja nicht so zu. Also, ich weiß noch, als wir angefangen haben. Und einer unserer ersten Fernsehauftritte war hier in Berlin auf der internationalen Funkausstellung. Damals haben gerade die Scorpions, 25 Jahre Scorpions gefeiert und wir haben angefangen. Die Scorpions haben jetzt vor ein paar Jahren gerade 50 Jahre Scorpions gefeiert. Damals haben schon alle gesagt, die Scorpions, die alten Säcke, Wann hören die endlich mal auf? Oder die Stones oder so, oder Lindenberg. Ich bin ja Großer Lindenberg-Fan. Der Mann, Der hat es irgendwie geschafft, im hohen Alter, Der wird jetzt 74 Jahre alt. Ich glaube, im Spätwinter seiner Karriere, die größte Tour zu fahren und auch wieder Geile Songs zu schreiben, das ist für uns gar nicht so ein Thema dieser Jugendwahn. Den alle immer mit Pop verbinden, Ich glaube, der hat sich selbst Ad absurdum geführt, Weil viele Leute bewiesen haben, dass es eben nicht so wichtig ist. Also natürlich ist es, Ich bin 20 Jahre älter als du, Ich bin 53 und hätte früher bestimmt. Nie gedacht, dass ich überhaupt so alt werde. Also dieser Satz, Ich trau keinem über 30, da denkst du ja nicht drüber nach als 18-jähriger Typ. Aber hey, ich fühle mich jung, wir haben viel vor und für mich... Entschuldige, Ich bin jetzt die ganze Zeit, so Fucking. selbstbezogen. Du Bist unser Gast, ey. Komm, lass uns über Fußball reden. Sorry. Ich habe mir vorhin schon gesagt, diese Parallelen, die es gibt. Also eine Band ist eine Band und eine Mannschaft ist eine Mannschaft. Der Unterschied ist der, dass bei uns bei der Band nicht noch für jeden noch einer auf der Bank sitzt. Und da vielleicht mal zum nächsten Thema, was mich wirklich so interessiert, wie das bei euch im Fußballgeschäft wirklich ist. Es ist ja eigentlich ein Mannschaftssport, aber... Ihr müsst schon irgendwie eure Ellenbogen ausfallen. Ihr müsst euch schon kümmern, dass ihr euren Stammplatz kriegt. Und ihr wisst genau, wenn du gerade zwei Tore geschossen hast. Und wenn du gerade irgendwie der Held des Spiels warst, dann bist du für eine Woche der Held. Aber wenn du im nächsten Spiel irgendwie zwei Eigentore machst oder irgendwie zwei Fehler machst in der Abwehr. Und dadurch verlierst du das, dann bist du der Arsch. Wie geht man damit um, dass man eigentlich sagt, Mannschaftssport, Aber auf der anderen Seite voll den Ego-Film fahren und zu sagen, Hey, ich will aber hier... Aufgestellt werden. Und nicht der, der auf meiner Position auch noch spielt, den ich vielleicht sogar ganz gut leiden kann. Gibt es da Freundschaften oder gibt es da Feindschaften, Animositäten? Also Konkurrenz gibt es auf jeden Fall.
Dennis Aogo: Ja, also, es ist nicht wie auf Klassenfahrt. Also, so kann man sich das nicht vorstellen. Der Konkurrenzdruck ist sogar extrem hoch. Natürlich hat man auch Freundschaften innerhalb einer Mannschaft, aber es sind schon extrem wenig. Also, es ist schon eher so eine Zweckgemeinschaft. Trotzdem muss man einen Weg finden, dass man füreinander für das gemeinsame Ziel auf dem Platz dann Vollgas gibt. Aber wie du schon richtig gesagt, hast, Fußball ist halt so, du musst immer wieder funktionieren. Und du kannst dir, klar, wenn du einmal ein Super Spiel hast, dann kannst du ein bisschen durchatmen. eigentlich, weil du weißt, okay, Die nächste Woche bist du auf jeden Fall wieder auf dem Platz. Und vielleicht kannst du dir dann ein schwächeres Spiel leisten, Aber es ist schon so, dass wenn du zweimal schlechter spielst, dann bist du eigentlich raus. Weil der hinten dran wartet, der hinten dran macht Druck, der wird gut trainieren. Und man darf nicht nur die Spiele sehen, du musst dich eigentlich jeden Tag im Training auch beweisen. Weil im Training fängt es schon an. Hast du einen Tag, wo du schlecht bist, Kein Problem, aber der Trainer sieht das. Hast du zwei Tage, drei Tage, Dann wird der Trainer am Ende der Woche fragen, sag, mal, was ist los mit dir? Du hast mir die Woche überhaupt nicht gefallen. Ich überlege, ob ich dich aufstellen soll, ja oder nein. Also du bist eigentlich permanent dabei, dich neu beweisen zu müssen. Und das ist schon so, dass man da die Ellenbogen ausfahren muss. Da muss man aber auch stabil sein für sich. Du musst eine unglaublich hohe Eigenmotivation haben, Weil Geld wird irgendwann nicht mehr relevant sein in dem Ganzen. Das ist keine Motivation mehr. Sondern du musst auch so ein bisschen einen hohen Anspruch an dich selbst haben, damit du dich immer wieder auch an dein Limit pusht.
Sebastian Krumbiegel: Und hast du dich dabei? beobachtet, dass du, um es mal ganz hart zu sagen, über Fehler anderer Freust aus deiner eigenen Mannschaft, damit du nachrutschen kannst?
Dennis Aogo: Das ist lustig, dass du das ansprichst, weil ich habe das schon mit ein paar Kollegen gehabt, wie die Situation zum Beispiel ist, wenn du auf der Bank sitzt. Wie reagierst du dann mit dem Ergebnis auf dem Platz? Weil einerseits willst du, dass die Mannschaft erfolgreich ist, Andererseits willst du nicht, dass sie...
Sebastian Krumbiegel: Top Spiel Und dass du dabei bist, wenn das heißt, so Zeitiger, der für dich gerade draußen ist. Gerade irgendwie dafür soll, dass das ein Eigentor passiert. Sagst du dann irgendwie gar nicht so ungeil oder wie also? Das ist jetzt wirklich doof? Also? Die ist nicht doof, dies total berechtigt. Und es ist ein Wechselbad
Dennis Aogo: der Gefühle, es ist wirklich so also, einerseits wünschst du dir natürlich, dass der, der für dich spielt, nicht überragend spielt. Weil du natürlich im nächsten zum Spiel oder bestmöglich im Spiel dann auch noch dabei bist. Andererseits willst du natürlich das mannschaftliche Erfolg, also, du bist manchmal schon hin und her gerissen, gebe ich offen zu, weil keiner wünscht sich, wenn du nicht dabei bist, dass die Mannschaft top spielt, weil dann heißt es ja, wir brauchen dich, eigentlich nicht. Naja,
Sebastian Krumbiegel: Ich wurde nämlich erfasst, ich bin ja Unternehmer, und wenn ich jetzt hören würde,
Dennis Aogo: Meine Firma würde jetzt so funktionieren, dass jeder Mitarbeiter um 14 Uhr weg ist, dass man eigentlich nur quasi einen großen Leistungspunkt hat. Pro Woche, wo man die Leistung sieht und gleichzeitig man gar kein Interesse hat,
Sebastian Krumbiegel: dass es dem, der Gemeinde soll es nicht zu gut gehen, aber gerade gut genug, ja, das ist doch. Da wundere ich mich fast, dass es so gut funktioniert. Also, da fragt man sich fast, Da merkt man immer wieder den Trainer, wie schwierig das sein muss, eine Mannschaft so hinzukriegen, Dass einer für den anderen sich irgendwie reinhängt und dass man dem den Erfolg gönnt und dass das irgendwie funktioniert. Das muss doch unglaublich tough sein.
Dennis Aogo: Ja, also, es ist sehr schwierig, auf jeden Fall. Aber es ist schon so, dass man ein Stück weit auch Einzelsportler ist im Fußball. Keiner offenbart dir auch Schwächen. Das ist schon so ein bisschen Testosteronsport. Keiner würde jetzt sagen, boah, dieser Druck wird mir jetzt im Moment ein bisschen zu viel. Oder ich habe Ängste, dass ich nicht so perfekt bin. Darüber redet ja keiner in der Kabine, sondern es ist einfach nur, Wie geil sind wir, Ich habe eigentlich keine Angst, soll doch kommen, Wer will. Keiner will irgendwelche Schwäche zugeben. Ja, aber aus den Gründen auch, weil wenn du Schwäche zeigst, Ist das ja die Chance, für deinen Konkurrenten, deinen Platz zu klauen. Deshalb ist es nicht ganz so einfach.
Sebastian Krumbiegel: Was ich manchmal so mitkriege, wenn ich Fußballspiele sehe und danach die Interviews, also Der Trainer legt fest, du machst ein Interview und du aber nicht. Ist das so oder wer legt das fest?
Dennis Aogo: Also die Presseabteilung. In der Regel ist es so, dass die ja, Die sehen ja das Spiel, die sehen den Verlauf und je nachdem, ob es gut oder schlecht lief, Meistens, wenn es gut lief, dann wären die Torschützen vor die Kamera. Genau, Und wenn es schlecht lief, dann suchen die Halt die raus, die ihrer Meinung nach so noch einigermaßen okay gespielt haben, damit Sie es rechtfertigen können, Dass der jetzt einen Senf dazu gibt.
Sebastian Krumbiegel: Ein legendäres Interview, das ich nie vergesse, von Mertesacker nach diesem WM-Spiel, wo sie zwar gewonnen haben, aber eben Scheiße gespielt haben. Wo dann der Reporter ihn fragte, wie sind denn Ihre Leistungen? War ja nicht so doll. Und wo er dann so echt genervt, sagte, was wollt Ihr eigentlich von uns? Sollen wir gewinnen oder sollen wir hier irgendwie Kunst machen? Und das fand ich so geil. Und das vermisse ich manchmal so sehr übrigens. Ich habe manchmal das Gefühl, dass viele Fußballer nach einem Spiel so vorgefertigte, Schablonenhafte Sätze haben. Irgendwie der Spruch, vor dem Spiel, das Nachherspielen, also diese Phrasen. Also anstatt, dass einer sagt, Oh, geil, Ich habe heute zwei Buden gemacht und hey, guck mich an, und ich bin irgendwie hier ein geiler, Scheißer. Nee, das sagt keiner mehr. Das kenne ich noch von früher aus meiner Kindheit, dass solche Sprüche kann. Man hat immer das Gefühl, die Leute, die eben dann sozusagen. Die mediale Auswertung bestimmen, das sind wirklich Menschen, die total kontrolliert. Sprüche von sich geben. Ich wünsche mir dann manchmal, dass eben wieder so ein... Irgend so ein Lothar Matthäus wieder irgendeinen Scheiß, erzählt.
Dennis Aogo: Aber das ist so ein bisschen dem System geschuldet, auch. Also erstmal, Erster Grund ist extreme, Leistungsdichte, Leistungsdruck. Warum das viele nicht machen. Natürlich, Die größten können das machen, weil Sie dieses Selbstbewusstsein haben, dass sie auch immer wieder funktionieren. Aber was ich vorhin gesagt habe, lass den Mal jetzt vor die Kamera springen und den großen Macker machen. Die nächste Woche funktioniert es nicht, ist er raus. Dann wird jeder sagen, schau mal den Idiot an. Das wird Halt Medial alles ausgeschlachtet. Das macht einen schon mal ein bisschen vorsichtiger.
Sebastian Krumbiegel: Also, es schreibt dir keiner vor, sondern du bestimmst das selbst sozusagen. Du bestimmst das selbst. Ah ja, okay.
Dennis Aogo: Und es ist natürlich auch so, dass alle mittlerweile in dem Fußballbusiness getrimmt sind. darauf, dass wir allglatt sein müssen. Also, es wird schon von vornherein ja aussortiert, wer aneckt und wer ein bisschen unangenehm sein kann. Schon in der Jugend ist es so. Ich meine, bist du jemand, Ich hatte Glück, aber hätte ich jetzt keinen Christian Streich oder Stefanie Vermertens gehabt, Die hätten mich natürlich ganz früh aussortiert, wie sie es ganz andere auch gemacht haben, weil sie ein bisschen unangenehm sind. Aber meiner Erfahrung nach ist es so, dass die Unangenehmen und die, die so ein bisschen Out of the Box denken, Auch die Leute sind, die oftmals den Unterschied ausmachen. Aber dieses ganze Fußball-Business ist so ein bisschen darauf ausgelegt, Flachere Hierarchie, Das Thema ist ja eh schon relativ lange präsent.
Sebastian Krumbiegel: Kein Star mehr, sondern die Mannschaft.
Dennis Aogo: Und diese Persönlichkeiten, Die werden teilweise schon aussortiert. vorher, weil sie halt unangenehm sind. Und weil keiner Bock hat auf jemanden, der seine eigene Meinung sagt, der ein bisschen gegen den Strom schwimmt.
Sebastian Krumbiegel: Geschweige denn den Leuten, wie Effenberg damals den Finger zeigt.
Dennis Aogo: Und die wird es immer weniger geben, weil keiner scheinbar Lust hat, sich auch mit solchen Persönlichkeiten auseinanderzusetzen, weil es halt auch aufwendiger ist. Und die werden früh aussortiert. Und deshalb ist, wie ich gesagt habe, Fakt 1, Diese Typen gibt es nicht mehr so richtig, weil sie vorher aussortiert werden. Und Fakt 2 ist dieser extreme Leistungsdruck und Leistungsdichte, dass viele einfach auch Angst haben, dass das, was Sie sagen, weil das ist auch anders wie vor 15 Jahren, Media So ausgeschlachtet werden, dass das gegen sie verwendet wird.
Sebastian Krumbiegel: Ich habe ja manchmal dann das Gefühl, dass es dadurch auch, also der Entertainment-Faktor von Fußball geht, wirklich verloren. Und das ist, Ich muss ja auch ehrlich sagen, ich war als Kind zwar auch Chemie-Leipzig-Fan, also irgendwie der kleinere Verein bei uns in Leipzig, war da ein paar Mal im Stadion. Aber richtig, Fußballfan bin ich eigentlich wirklich erst geworden, als die mediale Berichterstattung. So wurde, dass man eben die Zeitlupen gesehen hat und die Schweißtropfen. Und dass du dann bei der Rudelbildung eben dann auch mal ran gesumt bist. Und dass der Eventcharakter eben wichtiger wurde. Und da habe ich zur Zeit gerade ein bisschen das Gefühl. Oder in den letzten Jahren schon, dass es eben alles glatt gebügelt ist und dass dieser Eventcharakter irgendwie verloren geht.
Dennis Aogo: Schau doch auch mal, ich meine, Wir sind ja hier auch in einem Podcast, Schau doch mal, wie viele der... Aktuellen Fußballprofis, die ja eigentlich eine extreme Strahlkraft haben und auch super Zugang zur super interessanten Zielgruppe. Wie viel kannst du denn davon? Marketingtechnisch nutzen? Da musst du schon richtig nachdenken in Deutschland, Wie viele du marketingtechnisch für was Gutes, die wirklich für eine Meinung stehen, für eine richtige Persönlichkeit und für einen Charakter stehen.
Sebastian Krumbiegel: Max Kruse, Der 5 Dinge mit 20 Euro im Taxi vergisst.
Dennis Aogo: Also, du musst nachdenken. Das heißt Ja, schon, wir sind schon in der Situation, wo ich finde, wo wir in Zukunft mehr darauf achten. Dass man jungen Menschen Raum zur Entfaltung gibt, Damit sie auch wirklich ihre Persönlichkeit entwickeln können. Und auch dürfen.
Sebastian Krumbiegel: Ich meine, es war ja so, ich habe das im 11 Freunde Magazin mal gelesen, dass so die größte Errungenschaft von ran, also der Fußball-Sendung ran. Damals war, dass man Interviews unmittelbar am Spielfeldrand nach dem Spiel geführt hat, was natürlich den Effekt hat, Die sind alle voll mit Adrenalin.
Dennis Aogo: Logisch. Wissen nicht, was sie sagen, teilweise, ne, fairerweise so. Und wenn man mal so zurückdenkt, also? Ich hatte so meinen Moment, als dieser 2006 Sommermärchenfilm rauskam. Da gab es so eine Szene. Da siehst du irgendwie den Speisenraum und Arne. Friedrich hat Geburtstag und hält eine Rede und erzählt Irgendwie was, So liebe Kollegen und so weiter und so fort. Ich hab gedacht, Wahnsinn, wie proletisch reden die denn da? Unfassbar. Und es hat überhaupt nicht gematcht mit diesem sauber geleckten Bild, was man sonst hat. Und ich meine, ihr habt schon recht, also mir fallen, so Poldi. ein, Thomas Müller, Das sind so ein bisschen so eckige Typen.
Sebastian Krumbiegel: Ibrahimovic Vielleicht noch auf internationalem Niveau. Naja, Effenberg oder auch Matthäus. Und dann kommt schon eine Geschichte. Der Schuh ist gekauft. Das wollen wir natürlich auch sehen.
Dennis Aogo: Und schau mal, das sind alles Leute, wenn du jetzt auf Instagram gehst, die machen wenig, aber die haben trotzdem alle Millionen Follower. Und eigentlich könntest du da ein paar rauspicken, mit denen du richtig gut arbeiten könntest, wenn da mehr Personality wäre auch. Aber es ist einfach mittlerweile wirklich sehr glatt gebügelt. alles.
Sebastian Krumbiegel: Weil man sich nicht traut.
Dennis Aogo: Weil man sich, wie ich gesagt habe, weil es schon früh unterbunden wird, weil du erst gar nicht mehr da ankommst, wenn du so wärst.
Sebastian Krumbiegel: Naja.
Dennis Aogo: Weil der Leistungsdruck, die dichte Halt so hoch ist, Wobei das in Amerika zum Beispiel auch ähnlich ist, Also, ich würde eher Faktor 1 als den Hauptfaktor dafür sehen.
Sebastian Krumbiegel: Aber ich meine, man darf ja ehrlicherweise sagen, ich habe ja auch für unsere Runde. Hier versucht, noch weitere Fußballer zu kriegen. Und du hast das Gefühl, Mittlerweile ist institutionell schon Maulkorb angelegt. Also der eine oder andere sagt, Du sorry, ich darf nicht, Wir werden jetzt hier wegen Corona, Die Bundesliga geht wieder los, ins Hotel gebunkert. Der andere sagt, ey, Hier bei uns lief so ein Video da, wo jemand was Blödes gezeigt hat. Bei unserem Verein ist hier sowieso, geht gar nichts gerade raus. Das finde ich fast. krass, wie das mittlerweile schon aufhört.
Dennis Aogo: Ja, Es hat jede Angst.
Sebastian Krumbiegel: Schade eigentlich. Aber gut, Ein anderes Thema, vielleicht mal, was bei dir vielleicht auch ein Stück weit irgendwie nahe liegt, ist das Thema Rassismus. Hattest du damit eigentlich zu tun in deiner Karriere?
Dennis Aogo: Wenig, zum Glück. Also natürlich ist es so, in dem Bereich, wo ich mich umgebe, kann das passieren. Im Stadion ist es ja auch bei anderen Kollegen manchmal passiert, Aber es ist ja schon so, dass man als Spieler in einer Art Blase lebt. Egal, wo man hinkommt, Man wird bevorzugt. Wie wir vorhin ja schon gesprochen haben, du wirst immer als was Besonderes gesehen, Ob ich in ein Hotel einchecke oder ob ich irgendwo zur Bank gehe oder keine Ahnung. Du hast immer einen Sonderstatus. Das heißt, ich kann mich gar nicht mit einer normalen Person eigentlich vergleichen, weil das einfach was anderes ist. Aber ich kriege es natürlich mit aus der Familie, die schon Situationen hatten, wo es darum ging, Wer kriegt Arbeitsplätze. Ich hatte Situationen mit meiner Frau. Oder meine Frau hat die Situation, wenn Sie mit unserer Nanny unterwegs ist, die auch dunkelhäutig ist. Und wenn die Leute einen Halt nicht vorher kennen und einen nicht als gewissen Status auch sehen, Dann spielt Rassismus definitiv in Deutschland noch eine Rolle. Und gefühlt würde man auch schätzen, dass es wieder ein Stück schlimmer geworden ist als vor ein paar Jahren. Aber ich muss ehrlich sagen, ich persönlich habe sehr wenig Berührungspunkte mit Rassismus bis jetzt gehabt.
Sebastian Krumbiegel: Hast du das Gefühl, dass die Vereine... Da mittlerweile auch wirklich mehr machen. Also, es geht ja nicht nur um Rassismus, Es geht auch um Nazi-Scheiß in Stadien. Es geht um Homophobie, auch natürlich. Ja, weil. Es ist natürlich wirklich so. Es sind ja nicht nur die Spieler, die auf Adrenalin sind, sondern es sind ja auch die Leute im Stadion. Also, ich habe das selbst beobachtet, wenn ich im Stadion bin, dass Leute kommen, die total nett und freundlich sind und ganz zuvor kommen. Ja, und bitte, darf ich mal durch und so. Und sobald Anpfiff ist, hast du das Gefühl, Es wird irgendwie ein Schalter umgelegt. Das Schwein. Und dass dann wirklich irgendwie das Tier erwacht, sozusagen, und dass dann da irgendwelche Mechanismen greifen, die Dich wirklich irgendwie einfach die Sachen rauslassen, die du normalerweise nicht rauslassen würdest. Und meine Frage wäre jetzt, machen die Vereine genug, das sozusagen anzusprechen und auch zu unterbinden? Also ein Beispiel jetzt, was ich wirklich total cool fand, Wie heißt nochmal der Präsident von Eintracht Frankfurt?
Dennis Aogo: Peter Fischer?
Sebastian Krumbiegel: Kann sein, also der Mann, der wirklich gesagt hat, EY irgendwie... Nazi-Scheiß hat bei uns nichts zu suchen. Und wer irgendwie, ja, eben wirklich Rechtsaußen drauf ist, der macht das zum Thema. Man hat es in Dortmund, glaube ich, auch versucht, das zu machen, weil da ja auch eine harte Nazi-Szene ist. Oder eben auch Homophobie. Wie weit ist, Das sind jetzt verschiedene Fragen, Aber gehen alle in dieselbe Richtung, Wie weit ist das, Rassismus, Rechtsradikalismus, Homophobie, Ein Thema im Stadion? Wie weit ist das sozusagen omnipräsenter als im normalen Leben, Weil das Ventil Fußball sozusagen, funktioniert? Und was wird dagegen gemacht? Wird genug dagegen gemacht? Oder was hast du da für Erfahrungen gemacht?
Dennis Aogo: Ich kann da relativ wenig sagen, aber vom Gefühl her wird da schon bei jedem Bundesliga-Verein Was für gemacht. Das ist jetzt meine Einschätzung. Ich meine, Die Vereine sind alle gut aufgestellt. Die haben alle ihre Abteilungen, die sich genau um solche Themen kümmern. Ich glaube, es kann sich fast kein Verein mehr leisten, dass er nichts dagegen macht. Und viele nutzen das ja. auch, muss man auch ehrlich sagen, dafür, ein gewisses Image zu pflegen und zu schüren. Wie tiefgründig dann wirklich daran gearbeitet wird, Kann ich wirklich nicht nachvollziehen, weil ich als Spieler... Da nie so tief eingedrungen bin. Aber dass das Thema ist, Rund um die Arbeit um den Verein, würde ich jetzt definitiv bejahen.
Sebastian Krumbiegel: Also Ich weiß noch, ich habe an der Ostsee studiert, in Mecklenburg-Vorpommern. Ich bin da in den Verein gegangen. Und jetzt muss man ja sagen, da hat man ja. Krasse Sollbruchstellen. Ein Student aus Berlin geht in so ein Dorfverein in Mecklenburg-Vorpommern und spielt da Fußball. Alle Total nett, Also, ich mochte die irgendwie gerne. Aber ich hatte einen Kandidaten im Kopf,
Dennis Aogo: das war ein sehr schlauer, sehr gebildeter Mann, fand ich. Der arbeitete bei einer sehr, sehr großen deutschen Firma und hat dort oft im Ausland gearbeitet. Der hat sozusagen Risikozuschläge gekriegt. dafür, dass er in Ländern wie Brasilien, Russland, Südafrika gearbeitet hat, weil da ist halt irgendwie die Sicherheitslage eine andere. Und ich weiß noch, wir hatten ein Fußballspiel, und bei mir war es so, Ich konnte hinten den Hinterausgang meines Hauses nehmen, Dann mussten wir zum Aldi-Parkplatz, Da haben sich alle getroffen, mit den Autos, dann zum Stadion sozusagen, auswärts spielen und gehe zur Tür raus und habe so ein Heft gehabt, National Geographic, die sozusagen wie der Nordpol entdeckt wurde, Amundsen. So, Und ich halte dieses Heft in der Hand, und der Typ kommt mir vorbei und sagt, ach. Ja, Amundsen hier, Nordpol-Entdeckung, Der konnte das Datum sagen, wann der Nordpol sozusagen gefunden wurde und so weiter. Und so, ja, und diskutierte mit mir darüber, wie das so war. Und dann kam mir der an, und zwar wirklich, wie du gesagt. hast, als wenn man seinen Anstand, seinen Brain so an der Tür aufhängt, wie so eine Jacke. Der war halt in Südafrika. Und dann so Sachen, weil so, ja, Südafrika ist ja ein total geiler Land, wenn nur die Neger nicht wären. Mann, das ist so geil. Da dachte ich so, hä, was ist denn mit dem los? Da habe ich so, du musst ja ein bisschen gucken, wenn du da voll drauf gehst, bist du eher isoliert. Also bin ich dann so, hm, machen wir ein Gespräch. ALSO du... Ich komm das so erzählen und so, ja, schau doch mal, Es gibt irgendwie keine Hochkulturen südlich des Äquators. Und und da sitz ich da und denke, krass, so ein gebildeter Mann, der die Welt gesehen hat, Der Schlau ist, der führen kann, der irgendwie sozusagen mit so Zeitungen zu tun, hat, Selbst bei dem versteckt sich so ein Kack. Und dann frage ich mich, wie muss das, also? Jetzt kann man ja vielleicht mal jetzt eine Frage zugießen, um jetzt nicht. Auch wie bei Sebastian den Mologe zu verfallen. Sorry, nochmal, da habe ich mich gerade eher dabei.
Sebastian Krumbiegel: Ist das bei Dir auch so ein bisschen, Beobach.Test Du das, dass wenn die Leute in die Kabine kommen, dass du irgendwie so ein bisschen auch irgendwie, Also ist das noch so ein Macho-Gefüge da, dass die irgendwie am anderen, also reinkommen. Und dann wird der Schalter umgelegt und dann wird der Prollo raushängen, ist das immer noch so?
Dennis Aogo: Ich glaube schon, dass da ganz oft eine gewisse Rolle gespielt wird. Das merkt man daran, dass wenn man viele Spieler dann auch privat trifft. Und ein bisschen mehr Zeit, mit denen verbringt, dass da ganz oft... Und ich würde sagen, 80 Prozent der Spieler sind extrem sensible Menschen, dass da ein anderer Charakter dahinter steckt wie den, den man einfach in der Kabine kennt. Man geht irgendwie in den Kabinentrakt und dann zieht man, Wie du gerade gesagt, hast, eine andere Persönlichkeit, ein, weil da musst du eben Mann sein, Du musst ein Mann stehen, du musst stark sein, so vom Gefühl, da ist kein Raum für Schwäche. Also das würde ich bestätigen.
Sebastian Krumbiegel: Das ist, glaube ich, genau der Punkt. Also, man könnte jetzt noch als vierte Domäne dazunehmen, also Apropos Schwäche. Was ist mit Depressionen? Also, wenn wir jetzt über Robert Enke nachdenken, wo alle gesagt haben, hat doch keiner mit gerechnet, was ist da? passiert? Also Hannover 96 Torwart, der sich suizidiert hat, dass Sowas passiert und dass Sowas sozusagen in der, wie du es eben ausgedrückt hast, Macho, Domäne, Fußball, Dass das Sozusagen ein Tabu zu sein, scheint. Also genau wie auch Schwulenfeindlichkeit. Allgemein Homosexualität, also unter Spielern, ja.
Dennis Aogo: Ich weiß noch, wir hatten auch die Debatte, Da kam der gleiche Typ, der gesagt hat, es gibt ja keine Hochkulturen. Südlich des Äquators, kam an und meinte, ja, Statistik gesehen hier, Irgendwie 25 Prozent aller Deutschen sind schwul,
Sebastian Krumbiegel: überlegt mal, hier die Kabine, Hier sitzen 20 Leute, Das heißt, wir müssen ja hier fünf Schwuchteln haben, ja krass. Und dann guckte der sich so in den Raum und so, was ist denn mit dir, Alter, was schiebst du denn nur für einen Film? Und da dachte ich so.
Dennis Aogo: Das ist in der Tat wirklich auch ein Thema unter uns Spielern. Man sagt Ja, statistisch, Sind es zwei pro Mannschaft ungefähr? Und dann ist es schon so, dass man manchmal zusammensitzt. Und dann rechnet, okay, wer könnte das bei uns sein. Also das gibt es schon.
Sebastian Krumbiegel: Der meinte dann so, ja, kann ich mich hier nackig überhaupt vor euch duschen, wenn hier fünf von euch irgendwie solche warmen Brüder sind und so. Und ich denke so, Alter ey. Aber das ist ja ein bisschen schade, dass eigentlich der Hitzlsperger mittlerweile auch so. Der einzige Sportler ist, der sich gefühlt in der aktiven Karriere geoutet hat. Aber ich nehme so ein bisschen mit, das kannst du wahrscheinlich gar nicht guten Gewissens machen.
Dennis Aogo: Aktiv war er auch nicht.
Sebastian Krumbiegel: Er hat sich erst danach Respekt, dass er es getan hat. Viele Leute haben mir auch vorgeworfen, warum hat er es nicht gemacht, während er noch aktiv war. Aber ich glaube, das wäre eben nicht möglich gewesen. Kannst du das Mal spiegeln? Was würde denn passieren, wenn jetzt einer bei dir in der Kabine hat?
Dennis Aogo: Ich weiß es nicht. Da unterhält man sich wirklich drüber. Ich glaube, das ist meine persönliche Meinung, dass die Branche immer noch nicht bereit dafür ist. Obwohl wir eigentlich in so einer Zeit leben, wo das eigentlich keine Rolle mehr spielen sollte. Aber... Aus den Gründen, die ich halt vorhin gesagt habe, weil das Halt so immer noch so ein Testosteronsport ist, wo keine Schwäche zugelassen wird. Ich weiß nicht, wie das innerhalb der Gruppe wäre. Kann aber auch sein, dass wenn der Erste sich outet, dass man dann irgendwie nach kurzer Zeit, Das ist ja bei ganz vielen Sachen, so, Man kann sich das nicht vorstellen. Und dann passiert es einmal, und dann ist es nach zwei Wochen kein Thema mehr. Aber ich würde sagen, es ist schwierig innerhalb der Gruppe und auch in der Fanszene. Ich meine, man hat ja jetzt gesehen, auch vor Corona. Mit den ganzen Beleidigungen gegen Dietmar Hopp. Und so, ich glaube... Dass wir von der Gesellschaft her immer noch nicht so weit sind. Wir sollten es sein, aber ich glaube, das wäre nicht sinnvoll.
Sebastian Krumbiegel: Ich glaube jetzt auch, um mal wieder die Analogie zum Pop-Business zu bringen, das ist bei uns dann doch was anderes. Also als damals irgendwie, Ich weiß noch, ich glaube, Hape Kerkeling hat damals Alfred Biolek geoutet, vor, weiß ich nicht, 25 Jahren oder echt lange her. Und da haben sich einige darüber aufgeregt. Aber dann war es eigentlich doch so, ach na, ja, Hier die Künstler und die ganzen, die bunten Vögel, Das gehört ja sozusagen eher zum guten Ton. Und da ist das irgendwie cool. Ich glaube wirklich auch, und das schmerzt mich total, dass Fußball eben da so eine Domäne ist, wo, glaube ich, Auch jeder Berater einem Spieler sagen würde, nee, mach das lieber nicht, weil das Haut dir die Beine Weg in deiner Karriere. Sowohl mannschaftsintern, als auch, was die Fanszene betrifft.
Dennis Aogo: Ich wäre so ein Kandidat, ich bin ja immer gegen den Strom gerne geschwommen. Ich glaube, mir würde das einfach Spaß machen, Selbst wenn ich gar nicht schwul, wäre, das wollte ich mal so sagen, so ungefähr.
Sebastian Krumbiegel: Wenn du dann bereit bist, dafür zu bezahlen, dass deine Karriere, dann Knick macht, das ist ja dann genau die Überlegung, die du dann hast.
Dennis Aogo: Aber man überlegt schon oft, wie furchtbar das sein muss, Wenn man so lange so eine Rolle spielen muss und das verstecken muss. Also, da würde ich nicht gerne in der Haut stecken, um ehrlich zu sein. Also, für mich war sehr augenöffnend, wenn man sich mal so Fernsehserien anguckt wie dieses Queer Eye, Was ja gerade durch die Decke geht auf Netflix. Und dann siehst du da Wahnsinn, Wie die Leiden und was für Ängste, die auch stehen, das nur ihren eigenen Verwandten zu sagen. Also die, Das klingt immer, als wenn da eine andere Volksgruppe wäre. Ist es ja nicht. Das stimmt in der Tat.
Sebastian Krumbiegel: Aber es ist doch schön, dass es sowas gibt, jetzt. Ich glaube, das kommt jetzt. Ich hoffe das auch und bin mir da auch sicher. Im Sport,
Dennis Aogo: glaube ich, ist es eine Frage, aber gesellschaftlich, glaube ich, nimmt das gerade an Breite zu.
Sebastian Krumbiegel: Das ist die Frage. Wenn wir jetzt über Corona, das als Thema nochmal kurz mit einfügen. Ich fürchte ja, dass dadurch jetzt wieder Abgründe zum Vorschein kommen, die wir schon überwunden geglaubt haben.
Dennis Aogo: Ich glaube auch, wir denken immer, Wir sind so eine überentwickelte Spezies. Aber ganz oft, wenn es in extreme Momente kommt, sieht man, dass wir doch am Ende nicht so weit sind, wie wir denken.
Sebastian Krumbiegel: Ich habe etwas Interessantes gesagt. bekommen, jetzt mit Corona. Das hat eine Bekannte von mir gesagt, und da hat die echt recht. Die meinte, Wissen Sie, Herr Joël Kaczmarek, schauen Sie mal, Jetzt fallen den Leuten die ganzen Kompensationen weg. Also, du kannst jetzt nicht mehr hingehen und sagen, mir geht es scheiße, ich gehe shoppen. Mir geht es scheiße, ich fresse mich voll. Mir geht es scheiße, ich gehe saufen. Mir geht es scheiße, ich treffe andere Leute. Und auf einmal merkst du,
Dennis Aogo: was für ein Druck eigentlich, unverarbeitete... Mir geht es, scheiße,
Sebastian Krumbiegel: ich gehe zum Fußball und nutze das als Ventil.
Dennis Aogo: Also, da merkt man mal, dass ganz viele Ausflüchte man eigentlich sich im Leben sucht, die jetzt natürlich wegfallen. Und dann merkst du, dann kommen halt. sozusagen, suchen die Leute andere Ventile. Apropos Fans, lass uns auch mal ein, Zwei Sätze nochmal sagen über das Thema Social Media. Also Ich meine, Deine Göttergattin ist Influencerin, und du machst ja auch ein bisschen was. Du hast gleichzeitig gesagt,
Sebastian Krumbiegel: es gibt eigentlich so viel Potenzial, Reichweite bei den Fußballern, die aber irgendwie auch schwer anzapfen, weil die für nichts stehen. Wie ist das heutzutage, Wenn du Sportler bist auf dem Niveau, dann noch speziell im Fußball, Bist du dann automatisch so eine Social Media affine Persönlichkeit? Gehört das quasi zu deinem Berufsbild mittlerweile dazu?
Dennis Aogo: Nö, Ich würde auch sagen, dass die meisten das immer noch nicht so nutzen, wie man es eigentlich könnte. Auch aus den Gründen, dass man sich einfach nicht angreifbar machen will. Viele sagen dann einfach, Wirtschaftlich steht es dann auch nicht im Verhältnis zu dem, Was ich verdiene. Und warum soll ich jetzt Instagram noch als Tool nutzen, für mich, irgendwie meine Persönlichkeit zu monetarisieren. Aber es ist schon so, dass es auch eine Chance ist. Deshalb, Ich bin jetzt ein bisschen aktiver geworden, weil ich auch aktuell nicht in einem Vertragsverhältnis bin. Ich finde es insgesamt auch ein bisschen schade, weil jetzt sehe ich das ein bisschen anders. Ich spüre schon, dass ein großes Interesse auch seitens der Fans. Da ist, so ein bisschen hinter die Kulissen zu gucken und mal zu verstehen, okay, wie sind die eigentlich wirklich? Weil das Fußballgeschäft ist schon ein bisschen Mysterium. Man kriegt die Informationen, die man eben vorgesetzt, kriegt, aber man kriegt keinen Blick hinter die Kulissen. Und das ist das, was mir gerade im Moment so ein bisschen Spaß macht, auch ein bisschen, was zu zeigen. Ab und zu mache ich mal ein paar Livestreams und nehme mal ein paar junge Menschen rein. Und gebe, denen vielleicht Tipps auf den Weg dahin. Also Ich vor 15 Jahren hätte mir die Finger geleckt, wenn ich die Chance gehabt hätte, mit einem Profi mal so direkt in Kontakt zu gehen. Und ich spüre einfach, dass es da einen Bedarf gibt. Und versuche das einfach für mich. So ein bisschen auch zu nutzen.
Sebastian Krumbiegel: Vor allem, Es muss doch eigentlich so nach Karriereabsicherung sein. Also, wenn du jetzt Mesut Özil bist, dann bist du gerade der King. Wenn dann Arsenal deinen Vertrag aber, streicht, irgendwie fünf Jahre später, weiß Ja, keiner, was mit dir anzufangen. Wenn du dann aber eine Reichweite eigentlich hast, mit der du arbeiten, kannst, die du vielleicht irgendwie in irgendwas überführst, so würde ich versuchen, zu denken, dass ich das als so ein Geschäftspotenzial sehe, oder?
Dennis Aogo: Auf jeden Fall. Ich denke auch, dass es die Statistik der Spieler, Die großen Spieler, die dann nach fünf Jahren Pleite sind, Rapide Nach unten...
Sebastian Krumbiegel: Ist das eigentlich so? krass, ja?
Dennis Aogo: Ja, ich glaube das so. Aber in Amerika auch. Ich meine, die verdienen nochmal viel, viel mehr. Da ist es, glaube ich. Zwischen fünf und acht Jahren nach Karriere sind aber hohe, 75 bis 80 Prozent. Pleite, also echt eine hohe Zahl. Und Instagram macht es möglich, glaube ich, auch da die Reichweite, die ja viele aufgebaut haben. Mesut Özil mit 15 Millionen Follower, Ich kann mir nicht vorstellen, dass er irgendwann nochmal pleite, geht. Andererseits müssen die auch verstehen, Und das habe ich jetzt auch gelernt in den letzten Paar Monaten, dass Reichweite nicht gleich reichweite, ist. Und wenn du keine Beziehung zu deinen, Follower hast und auch keine Expertisen. Aufbaust in gewissen Feldern, dann bringt die Reichweite, bringt dir immer ein bisschen was. Aber wenn du nicht für was stehst und wirklich die dir nicht vertrauen, weil im Moment folgen Sie dir nur, weil du derjenige bist. Wenn du die Reichweite monetarisieren willst, dann musst du eine Expertise auch in anderen Bereichen haben. Sonst werden die von dir keine Produkte kaufen. Also, die müssen eine Beziehung zu dir haben. Und da müssen vielleicht noch der eine oder andere auch ein bisschen umdenken und das auch aus der Perspektive sehen.
Sebastian Krumbiegel: Ich meine, ich habe ja mir sagen lassen, dass deine Frau mittlerweile schon manchmal, dass es mal eher heißt, Dennis Aogo ist der Mann von Sozusagen Ina Aogo, Also, dass diese Social-Reichweite, diese Social-Bekanntheit, dieses, was ja auch sehr stark skalierbar ist, sozusagen dich manchmal schon fast überholt, weil, ich meine, wie lange bist du Fußballer? Was hast Du gesagt, wann hast du angefangen? 16 Jahre,
Dennis Aogo: 2004.
Sebastian Krumbiegel: So, Wie lange, macht die Social Media?
Dennis Aogo: Zwei, drei Jahre vielleicht.
Sebastian Krumbiegel: Das ist doch krass, oder? Das ist der Faktor.
Dennis Aogo: Also Sie macht schon ein bisschen länger, aber seit zwei, drei Jahren ist sie dann so jetzt gewachsen.
Sebastian Krumbiegel: Aber lass mal, sagen, Die macht das ein Viertel so lange wie du. Und hat sozusagen da so eine skalierbare Bekanntheit aufgebaut. Also, da merkt man eigentlich mal, was für ein Potenzial da drinsteht, oder? Ja,
Dennis Aogo: sie hat das auch gut gemacht. Sie ist eine, die wirklich für das einsteht, was Sie denkt. Sie sagt offen ihre Meinung, und man sieht ja, dass das funktioniert. Sie war die Erste, die gesagt hat, ja, ich bin Spielerfrau. Ja und? Ich bin doch stolz auf meinen Mann. Was ist denn daran schlimm? Also warum soll ich mich dafür schämen?
Sebastian Krumbiegel: Ich war so begeistert bei diesem Podcast mit den beiden Ladies. Also muss ich ehrlich sagen, weil. Ich habe natürlich vorher gesagt, Wir versuchen alle Vorurteile, die es gibt, wirklich über Bord zu werfen und offen und neugierig zu sein. Aber sie hat mich, also, die beiden haben mich dermaßen überzeugt und ich habe echt, Da sind in meiner Achtung echt gewachsen, muss ich ganz ehrlich sagen. Und natürlich hat man Vorurteile, Natürlich sagt man irgendwie, hey, eine schöne Frau, die irgendwie Produkte irgendwie ins Netz hält und dadurch irgendwie Geld verdient, hey, Sie weiß, was Sie tut und das hat mich wirklich... begeistert. Also grüße sie bitte nochmal ganz herzlich.
Dennis Aogo: Mache ich. Und meine Frau und ich sehen das auch so ein bisschen als Projekt, weil, wie du gerade gesagt hast, Es sind so viele Vorurteile auch um dieses Fußballer-Dasein und die Frau eigentlich, wenn man jetzt von außen betrachtet, ist meine Frau, die ist ja relativ hübsch, würde ich jetzt mal sagen, also. Für mich ist sie sehr hübsch und hat oft Markenklamotten an, und die meisten würden jetzt einfach nur denken, ja, okay, die gibt halt das Geld ihres Mannes aus. Und ich sehe das auch ein bisschen so als Aufklärung, Weil man bezeichnet uns als oberflächlich. Und genau diese Sichtweise ist eigentlich die Oberflächlichkeit. Also, man muss sich selber auch mal hinterfragen, wenn ich so Vorurteile gegenüber jemandem habe und bezeichne den als oberflächlich, weil er dieses Bild nach außen vertritt, ohne dass ich ihn kenne, dann bin ich eigentlich auch derjenige, der oberflächlich ist. Und da wollen wir halt einfach auch ein bisschen Nähe zulassen, um zu zeigen, hey, ja, Wir gönnen uns vielleicht hier und da was, weil wir dafür gearbeitet haben oder immer noch arbeiten. Aber das hat nichts damit zu tun, dass wir keinen Tiefgang haben. Das eine hat mit dem anderen 0,0 zu tun.
Sebastian Krumbiegel: Ja, du bist vor allem reflektiert oder Ihr Seid reflektiert in dem, was ihr tut. Und das finde ich das Wichtige. Dass Ihr wisst, was Ihr tut und dass Ihr euch da auch nicht überschätzt, sondern dass ihr das irgendwie realistisch seht. Und das begeistert mich.
Dennis Aogo: Ich meine, ich bin auch noch so im Überlegen. Ich kann ja mal ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern. Wir machen es ja bei unseren Podcast immer so. Mir tut INA schon total leid, weil ich habe die gefühlt damit so oft penetriert. Dass wir unsere Gäste immer illustrieren lassen. Das heißt, wir nehmen ein Foto, geben es zum Zeichner und dann werden die gezeichnet. Und dann habe ich sie und die Kim, die in dem Podcast waren, von dem Sebastian gerade geredet hat, gebeten, schick mir mal ein Foto. Dann habe ich gesagt, schick mir mal. Ein Frontalfoto, am besten per E-Mail. Dann schickt die mir per WhatsApp ein Zeitfoto. Und ich sage, nee, ich brauche ein Frontalfoto, weil ich kann dich so eingedreht nicht zeigen. Dann hat sie mir gesagt, das fand ich ganz lustig, so, ja, nee, Frontalfoto, Das sieht man aus wie ein Verbrecher und so, und hat mir eins geschickt. Dann kriegte ich ein Foto von ihr. Der Ausschnitt war fast bis zum Bauchnabel. Deine Frau, wie du ja selber sagst, ist attraktiv und auch gut gebaut. Und dann habe ich das Foto angeguckt. Und dann haben sie zu der Mannschaft gesagt, hier, sollen wir das nehmen? Und dann habe ich sie angerufen und gesagt, du, Mega heißes Foto, Keine Frage, Wenn ich jetzt irgendwie Calzedonia wäre, würde ich dich auch straight buchen, Aber möchtest du wirklich so gesehen werden? Soll ich dich so in diesem Business-Kontext zeigen? Wir haben ja Business-Hörer viel. Ja, mir ist das egal. Mach das doch. Ich bin ich, ich bin so, wie ich bin und für mich ist das auch gar nicht. lassiv, Ich bin so halt. Ich dachte, Wahnsinn, das ist doch Ihr Kapital, ihr Aussehen, das ist doch, Wieso ist dir das so egal vermeintlich? Ja, so, dann dachte ich mir, gut. Guckst du mal, mir das illustrieren lassen, Dann haben wir irgendwie nochmal telefoniert dazu und ich sag so, du, Ich wurde jetzt sogar angesprochen darauf, weil in meiner Firma, das die Kreise gezogen hat, Dass die Freundin von einem meiner Mitarbeiter meinte, das ist die Aufgabe von digital kompakt, Eine Frau nicht so zu zeigen, Die muss businessmäßiger sein, Stell, die doch nicht so als Sexualobjekt hin, Das ist sogar eure Aufgabe, die noch zu beschützen, vor sich selbst.
Sebastian Krumbiegel: Kostüm bis oben hin geschlossen. Ja,
Dennis Aogo: so. Ich hab mit dem Devier telefoniert und ich sagte, du Ina, Ich wollte es dir nur noch einmal sagen, weil ich dir auch versprochen habe, Wer bei uns Medienarbeit macht, der wird auch irgendwie geschützt. Das heißt, Ich habe kein Interesse, an Leuten in die Pfanne zu hauen, sondern ich will ihren Erfolg nachzeichnen, Ich will mit Ihnen zusammenarbeiten. Dann hat er gesagt, du, ich habe dir versprochen, ich beschütze dich, wenn was Komisches kommt, möchtest du das wirklich, Weil das? Und das kam auf. Dann meinte ich, ja, aber Joel, wenn die meinen Instagram-Account aufmachen, dann ist der Drops doch gelutscht. Dann hast du gesagt, ja, hast du eigentlich recht, ist konsistent, stimmt. Dann meinte ich, ja, Aber ob die Leute sind alle immer so verspießert, was soll das sein? Da war ich eigentlich echt angetan.
Sebastian Krumbiegel: Auf der einen Seite habe ich gedacht, Wahnsinn, warum ist die so unreflektiert? Oder ist Ihr das so vermeintlich egal? Auf der anderen Seite hat sie total recht. Wir sind so verstöckert, mittlerweile. So ein Stock im Arsch, manchmal alle schon. Und man weiß auch gar nicht mehr, was man sagen kann und so weiter und so fort. Da dachte ich, Ja, geil, eigentlich hat die dir da wieder was aufgezeigt. Die hat dich wieder mal so auf den Boden geholt.
Dennis Aogo: Und so geht es mir ganz oft mit ihr. Also, dafür liebe ich Sie über alles. Und ich lerne auch von ihr. Genau in der Hinsicht. Sie macht sich nie irgendwie tausendmal Gedanken darüber, was könnten die jetzt von mir denken. Sie sagt, Ja, aber das bin ich doch. Auf meinem Instagram-Account sieht man mich auch freizügig. Wer mich aber wirklich kennenlernen will, der sieht meine Storys, der kann mir schreiben, Die sieht es ja auch täglich mit ihren Followern aus. heute, der wird sehen, dass hinter mir auch mehr steckt. Aber was im ersten Moment, wenn die Leute mich abstellen wollen, ist mir doch egal. Und dafür feiere ich sie, muss ich ehrlich sagen.
Sebastian Krumbiegel: Cool. Wie ging dir das denn aber generell, als sie damit angefangen hat? Was hat es mit dir gemacht?
Dennis Aogo: Ja, am Anfang habe ich gesagt, hey, bitte, weil. Da war ich auch im Vertragsverhältnis und habe gesagt, ja, wir werden das Instagram, das interessiert, doch eh, keinen. Und habe das so ein bisschen belächelt. auch. Und habe gesagt, warum redest du denn da in der Kamera immer, Was soll denn das? Und sie hat gesagt, ja, aber das macht mir Spaß. Und so habe ich mein eigenes Ding, und ich unterhalte mich gern mit anderen auch über die Kanäle und bin gern im Austausch und so. Und will auch mal zeigen, weil sie hat schon von Anfang an gespürt, dass da ein großes Interesse da ist, einfach auch mal zu sehen, Wie sieht das hinter den Kulissen aus. Weil keine Spielerfrau lässt ihre Zuschauer auch so nah ran, wie das jetzt bei uns. Der Fall ist. Und sie sagt Halt auch, und das sage ich auch, wir haben 0,0, was zu verstecken. Also Wir haben ein Familienleben wie... Wahrscheinlich 90 Prozent da draußen vielleicht standardmäßig auf einem anderen Level, aber darum geht es auch im Leben gar nicht. Ob das Wasser unser Staub jetzt unser Haus ein bisschen schöner ist oder unser Auto, darum geht es ja gar nicht. Wir haben genau die gleichen Sachen zu bewältigen, wie es andere auch haben. Und deshalb Für was soll ich mich schämen? sagt sie, und das sage ich halt auch. Und deshalb habe ich irgendwann dann verstanden, dass sie recht hatte. Mit dem und nochmal dafür liebe ich sie. Sie lässt sich halt nicht irgendwie bequatschen. Von irgendeiner Meinung von
Sebastian Krumbiegel: irgend so einen komischen Podcast.
Dennis Aogo: Nee, auch ich habe ja versucht, sie zu beeinflussen. Aber Sie hat da ihren Kopf und sie sagt, nein, warum denn? Es ist doch nichts Schlimmes dabei. Soll jeder das machen, was ihn glücklich macht? Und das macht mir Spaß. Und warum soll ich das nicht machen? Ich tue ja, niemand, weh. Und da hat sie recht.
Sebastian Krumbiegel: Trotzdem hat es am EGO auch gekratzt, als es so hochging. Und du merkst so, wow, ich habe so lange an der Karriere gebastelt. Bei ihr gehen die Zahlen durch die Decke.
Dennis Aogo: 0,0, Weil am Ende des Tages geht es ja auch nicht nur um Instagram. Instagram ist ein richtig cooles Tool und ist riesig geworden. Aber erstens... Bin ich nicht so ein ego-gesteuerter Mensch. Im Gegenteil, ich freue mich und ich denke, In Zukunft können wir vielleicht auch gemeinsam mit unserer Reichweite. Was machen mit ihrer. Da gibt es viele Potenziale, die noch nicht ausgeschöpft sind. Und deshalb bin ich voll an ihrer Seite, unterstütze sie. Und ich glaube auch ehrlich, Mittlerweile habe ich so viele gesehen in der Branche, dass sie einer der realsten Personen ist, die es so in dem Gebiet gibt. Es gibt, welche, die sind größer, ja, aber so real, wie sie sind wenige.
Sebastian Krumbiegel: Was ist denn dein Social Media Plan? Wie willst du denn gesehen werden? Wofür stehst du denn in der digitalen Welt?
Dennis Aogo: Gute Frage. Ich habe da jetzt kein Konzept für, aber...
Sebastian Krumbiegel: Wir können es ja auch nochmal zuspitzen. Du machst nämlich seit diesem Jahr auch einen Podcast, der den schönen Namen Liebe hat. Also Das K. ist in Klammern geschrieben, Liebe hat einen Preis, beziehungsweise Liebe hat keinen Preis. Welche Strategie verbindet Ihr denn damit, wenn Ihr euch so inszeniert?
Dennis Aogo: Also erstmal Der Titel ist so ein bisschen eine Hypothese von mir, weil das ein Thema ist, Was irgendwie... Die Frage Würde ich gerne, seid Ihr in einer Beziehung? Würdet Ihr sagen, Liebe hat einen Preis? Also Preis in Form von einer Bedingung. Ich finde, Liebe hat immer eine Bedingung. Wir streben ja alle, und es gibt ja diese Weisheiten, die man sagt, ja, Man will bedingungslos geliebt werden. Aber ich glaube, am Ende hat Liebe immer eine Bedingung, weil du dich auf eine gewisse Art kennenlernst. Und mindestens Das ist irgendwie die erste Bedingung, um eine Beziehung aufzubauen. Und mit dem Thema wollte ich einfach ein bisschen spielen, wollte das ein bisschen offen lassen. Und deshalb habe ich mich für den Titel entschieden. Aber jetzt würde ich gerne mal eure Antwort wissen.
Sebastian Krumbiegel: Ich glaube, Beziehung ist Arbeit. Also ich glaube, eine Beziehung ist immer Arbeit, weil man sich auch wandelt. Meine Frau hat gestern beim Autofahren gerade zu mir gesagt, Es heißt, das verflixte siebte Jahr, weil man sich biologisch wohl alle sieben Jahre auch verändert. Und am Ende des Tages muss man immer noch gucken, ist man da noch Synchron sozusagen. Und hat es einen Preis, wenn du jetzt in dem Sinne meinst, also? Ich habe jetzt erst gedacht, du meinst, so, weil es ist bei euch natürlich naheliegend.
Dennis Aogo: Genau deshalb habe ich es so genannt.
Sebastian Krumbiegel: Also bei dir ist es natürlich, dass man schnell in der monetären Richtung denkt, Aber es hat ja natürlich auch einen Preis im Sinne von, Och. Also auch Karriereplanung. Also Meine Frau tritt zum Beispiel ganz viel für mich zurück,
Dennis Aogo: wo ich ihr extrem dankbar bin und wo ich dann auch mal nach dem Ausgleich gucken will und muss. auch, finde ich. Also, ja, ich glaube, es hat einen Preis und es ist Arbeit.
Sebastian Krumbiegel: Unbedingt. Und vor allem muss man, glaube ich, unterscheiden zwischen Verliebtheit und Liebe. Also natürlich, Wenn du verliebt, bist, dann ist es sowieso alles dufte und dann ist alles irgendwie schön. Aber wenn du dann eben wirklich in den Alltag, ins normale Leben kommst, dann merkst du eben schon, Jede Beziehung, egal ob Liebe oder Freundschaft. Du musst dich darum kümmern. Du musst irgendwie jeden Tag daran arbeiten. Und das ist, glaube ich, für mich, ja, Klarheitspreis. Du musst, was dafür tun.
Dennis Aogo: Aber da darf ich dir mal ein Geständnis machen. Bei euch beiden, Ich habe euch ja sehr genau mir angeguckt, auch aus beruflichem Interesse. Und ich habe immer so gedacht, so, am Anfang hatte ich so, boah, Was macht denn der Typ, wenn der sich mal die Haxen bricht? Oder entstellt, man muss ja sagen, du siehst ja aus wie ein Adonis, ja. Bist irgendwie, hast einen guten Kontostand, hast beruflichen Erfolg. Das sind ja alles. Attraktivitätsfaktoren. So. Dann habe ich gedacht, so, boah, wer die auch noch bei dem, wenn der keine Kohle hat? Wenn der irgendwie, weiß ich nicht. Nicht mehr in der Öffentlichkeit steht und so weiter und so fort. So dieses Vorurteil, also du merkst, ich mache hier Seelenz, das ist für dich jetzt, ja? Also dieses Vorurteil, was man von außen hat. So auf einem Account, Wenn man dann oberflächlich mal raufguckt, dann denkt man, okay, Jetzt macht die wieder so ein KaDeWe-Unpackaging oder sagt, Oh, Corona, so schlimm, Ich möchte mir gerne mal die Nägel wieder lackieren lassen. Also, was du sagst, man wirft uns Oberflächlichkeit zu, Da würde ich jetzt nicht sagen, dass ich da an jeder Ebene ausgenommen war. Und dann war was lustiger, Dann saß sie hier. Und dann hast du gemerkt, okay, also, du hast die Denke dahinter auch verstanden. Ja, ich bin halt, ich möchte Fröhlichkeit irgendwie mit den Leuten teilen. Ich möchte Ihnen mein schönes Leben teilen. Da steckt natürlich so ein bisschen Hedonismus drin, Also oder Narzissmus, Dass man auch sagt, so wow, Ich nehme für mich in Kauf, dass ich der Meinung bin, Anderen leuten, das Leben zu bereichern, Aber ich fand es sympathisch und fand es ehrlich. Und dann habe ich auch gemerkt, wie lange man mit ihr redete. Und dann auch so diese stuart, ne, ich bin so, Die Bilder sind okay, ich bin so, Laber mich nicht voll, machen wir so. Dann habe ich gedacht, okay, Wahnsinn, Das ist gar nicht so, dass das so eine wirtschaftliche Zweckgemeinschaft ist, ich bin bekannt, Hab Geld, bin attraktiv, du bist die Frau und wir, weißt du, dieses brutal oberflächliche Klischee-Denken, Jetzt koppeln wir uns mal zusammen. Und in sieben Jahren gucken wir mal, ob wir dann weiter koppeln oder ob wir uns wieder entkoppeln. Sonst bin ich da im Gegenteil. Der muss ja so echt was bieten. Und damit meine ich nicht wirtschaftlich, sondern irgendwie so charakterlich, mental, vom Standing her. Also, wie man sozusagen, so miteinander klickt.
Sebastian Krumbiegel: Und das merken wir doch jetzt beide. Also wir zwei, Joel. Ich meine, ohne jetzt hier Honig ums Maul. Aber wie gesagt, die Reflektiertheit und die, klar, charakterlich. Ey, also, Fan.
Dennis Aogo: Danke schön. Schließe ich mich ihm an. Ich meine, man darf ja wirklich mal ganz ehrlich sagen, Ein Fußballer und eine Influencerin, Da ist ja ganz schnell der Gedanke zu sagen,
Sebastian Krumbiegel: so nichts im Kopf und nur oberflächlicher Lifestyle. Und so weiter. Deswegen, Ich glaube, das ist ja was, Was wir heute den Leuten auch ein bisschen mitbegeben wollen, hinter den Vorhang zu schauen.
Dennis Aogo: Und genau das ist ja auch unser USP so ein bisschen. Also ohne, dass ich das jetzt, also ihr merkt das vielleicht, Wir sind jetzt nicht total verplant und sagen, das ist unser Konzept, und wir sind vielleicht auch ein bisschen gefühlsgetrieben, Aber genau das ist unser USP. Ich meine, ja, das ist das Klischee, aber das meinte ich vorher, ist auch ein bisschen ein Auftrag, das zu widerlegen, Nicht, weil wir zwangshaft zeigen wollen, okay, wir sind jetzt hundertprozentig, nicht so, aber es gibt halt auch eine andere Seite und das zu zeigen. Wenn du mich vorhin hast, du mich danach gefragt, was ist so mein Plan oder so mit Social Media und so. Es ist einfach auch ein bisschen nahbar zu sein. Und das war ich schon immer, Wer mich auf meiner Karriere so irgendwie begleitet hat oder der Enger mit mir zu tun hatte, Der wusste immer, dass ich eine sehr tiefgründige und nahbare Person bin. Und das will ich einfach so ein bisschen auch zeigen.
Sebastian Krumbiegel: Schön. Jetzt bin ich, da ich Wirtschaftsonkel bin, sozusagen mir selbst verpflichtet, als letztes Thema. Mit Dir vielleicht auch mal ein bisschen in so Zahlenmaterial einzutauchen. Also, ich würde gerne zum Abschluss nochmal ein Stück, weit die wirtschaftliche Seite des Sports mit dir beleuchten, weil ich glaube, was wir auch so in unserem Vorgespräch schon gemerkt haben,
Dennis Aogo: da passiert ja mittlerweile mit Cash so viel in Eurem Sport. Kannst du mich mal in so eine Innenperspektive mitnehmen? Wie fühlt sich das denn eigentlich an? Also dieses ganze Geschäft, Es geht um Millionenverträge, Man hat Berater, es gibt irgendwie, Wie gesagt, das, was Du gesagt, hast, Menschen wie Ware, Es ist ein bisschen Menschenhandel. Ich habe eine Bekannte, Die Macht HR. Die sagt mal, ich bin Menschenhändlerin. Und das ist ja bei euch ganz krass, wenn du sagst, wer mich einstellt, weiß, er kann mich nicht teurer verkaufen. Das muss man sich mal überlegen. So redest du über dich selbst, was ich total, ich glaube, es trifft. Aber das muss man ja auch mal als Reflektiertheit haben. Wie fühlt sich dieses Geschäft von innen an,
Sebastian Krumbiegel: wenn man die Wirtschaftsseite so sieht?
Dennis Aogo: Wenn man die Wirtschaftsseite sieht, ist es ein super spannendes Geschäftsfeld, weil einfach so viel Geld in Bewegung ist. Also, man kann jetzt sich hier hinsetzen und sagen, oh, das ist aber alles so furchtbar. Menschenhandel. Oder man setzt sich hin und macht sich Gedanken darüber, okay, wie kann man das für sich nutzen. Ich bin eher für das Zweite, weil es bringt nichts. Ich selber, ich persönlich werde das Geschäft nicht verändern können. Ich kann dafür sorgen, und das ist auch mein Plan, dass ich all meine Erfahrungen und so weitergebe. Und vielleicht auch Ratschläge gebe, die nicht nur aus einer wirtschaftlichen Richtung kommen und junge Spieler auch dahin begleiten. Das ist ein Wunsch von mir, Das werde ich auch definitiv machen, weil ich glaube, dass ich da eine hohe Expertise habe. Aber ich will mich jetzt nicht beschweren, dass das Geschäft so ist, wie es ist. Es ist nun mal eine freie Marktwirtschaft, wenn man das so nennt. Die Zahlen sind utopisch, ja, wenn man sagt 100 Millionen, das wird es nach Corona wahrscheinlich eh nicht mehr so schnell geben, Aber ja, es ist utopisch und man kann vielleicht nicht sagen, ein Mensch ist so viel wert, Aber am Ende des Tages ist es eine freie Marktwirtschaft. Und die kann, wenn ein Verein in der Lage ist oder wirklich, sagt, Das ist es mir wert, für den Spieler 100, 200 Millionen zu bezahlen, Dann muss der Markt das so akzeptieren. Also ich bin keiner, der... Der, wie jetzt Karl-Heinz Rummenigge gesagt hat. Oder auch unser DFL-Chef, Seifert, dass wir über eine Gehaltsdecke nachdenken müssen. Das sehe ich auch nicht gerechtfertigt, sondern...
Sebastian Krumbiegel: Zumal ja, die Kohle irgendwo ist. Ehe das irgendwelche Funktionäre kriegen, sollen es doch die kriegen, die am Ende dafür sorgen, dass die Leute das mitschneide