
Tim Oliver Schultz: Vom Kinderdarsteller zum Netflixstar
16. September 2020, mit Joël Kaczmarek, Sebastian Krumbiegel
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Joël Kaczmarek: Freunde der Sonne und Freundinnen, Heute haben wir einen ganz, ganz tollen Schauspieler da. Er sieht verboten gut aus, würde ich mal sagen. Also so jugendlich. Das ist unfassbar. Zum Neidisch werden. Und deswegen kannst du, glaube ich, auch gut junge Rollen spielen, lieber Tim. Also ich weiß gar nicht, wo ich bei dir anfangen soll. Du bist Schauspieler, du bist Produzent, du lebst im schönen Berlin, was natürlich auch mal sympathisch ist. Ich habe gerade gelesen, du bist Mediziner, auch spannend. Und du bist, glaube ich, so sehr stark geworden, natürlich DURCH die...
Tim Oliver Schultz: Vielen, vielen Dank. Ich bin sehr froh, hier zu sein.
Joël Kaczmarek: Tim Oliver Schultz, Meine sehr verehrten Damen und Herren. Das hatten wir vergessen, zu erwähnen. So.
Tim Oliver Schultz: So nämlich.
Joël Kaczmarek: Ne? So geht das nämlich, ja.
Tim Oliver Schultz: Kriege ich nicht auch irgendeinen Prinzen-Namen?
Joël Kaczmarek: Äh, was hatten wir? Der Papst. Papst. Papst.
Tim Oliver Schultz: Papstprinz. Ne, ich wollte eigentlich nur in Eurer Band sein, mit dem Papst. Ich bin Der Porno-Papst. Porno-Papst. Habe ich mich auch noch nicht selbst nennen dürfen, aber ab heute. Da muss ich einspringen. Ich bin nicht, das würde ich mich nicht nennen. Also, ich habe durchaus Filme produziert, die auch mit viel Glück ganz, ganz gut gelaufen sind und so Preise gewonnen haben. Auf der Berlinale lief ein, in Cannes lief sogar ein Film. Terry Gilliam hat den Film vom Filmfest in Sofia oder uns, also unserem Film. Aber ich würde mich trotzdem nicht Produzent nennen. Also, ich habe das studiert, habe aber seit dem Studium auch wenig, Wenig kreativ. Das ist ja wirklich dann wirklich therapeutisch. Andere schicken die Kinder in den Sportverein, Du wirst hier vor die Kamera gezerrt. Oh ja, hast du doch die richtige Größe für. Ich aber auch. Alles übertrieben.
Joël Kaczmarek: War das dein Traum, dahin zu gehen, wo du heute bist oder diesen Weg zu beschreiten, oder war es eher eine Art Zufall?
Tim Oliver Schultz: Ich habe relativ früh mir vorgenommen, mir nicht vorzustellen, wo ich mal sein werde, ehrlich gesagt. Weil ich wollte dann immer irgendwie, dann werde ich enttäuscht und so. Und es war irgendwann mein erster Film, mit dem ich mitgespielt habe. Das konnte ich immer nicht glauben, dass der Film wirklich irgendwann im Kino laufen wird und dass es wirklich irgendwann ein Filmplakat ist. Und dann soll ich da drauf sein. Ich habe das immer nicht geglaubt und habe mich aber total darauf gefreut. Und dann hat es fünf Jahre gedauert, bis der dann im Fernsehen lief. Und dann habe ich irgendwie aufgehört, mir so Sachen vorzustellen, und da will ich irgendwann mal sein. Oder so.
Joël Kaczmarek: Ich meine gar nicht so Ziele setzen, sondern ich meine einfach die Richtung, was du machen, willst. Dass du eben nicht wie dein Vater Mediziner wirst, dass du nicht irgendwie Sportler, Anwalt, Musiker wirst, sondern dass du eben Schauspielerei, dass das dein... Also, wie gesagt,
Tim Oliver Schultz: Ich habe mich eigentlich immer echt so treiben lassen, einfach und dachte, ich gucke mal, was passiert und habe dann halt auch in Wien. Theater, Filme, Medienwissenschaften studiert. Ach, Fantastische Stadt,
Joël Kaczmarek: toll.
Tim Oliver Schultz: Mega Stadt. Das war das Jahr, Wo die Stadt das erste Mal die Stadt mit der höchsten Lebensqualität weltweit irgendwie bekommen hat oder ernannt wurde. Und ich habe das wahnsinnig geliebt. Zwei Jahre und dann zurück nach Berlin wegen der DFFB. Aber ich habe, wie gesagt, mir nie so richtig vorgestellt, Ich will dann mal irgendwie Schauspieler sein. Oder dann will ich das studiert haben. Oder so. Bundes. Immer irgendwie Go with the flow so mäßig, und das hat immer ganz gut funktioniert.
Joël Kaczmarek: Das ist aber eine reife Lebenseinstellung. Staunlich, ja. War das ein bisschen Familienangelegenheit? Hast du Geschwister gehabt, dass man auch so ein bisschen so banden hatte? Links und rechts?
Tim Oliver Schultz: Ja, schon, Aber irgendwie war ich immer irgendwie so ein bisschen der Exo. Dadurch, dass es schon früh losging, irgendwie mit der Schauspielerei, war das jetzt nicht so, dass ich irgendwie mich an den Abarbeiten konnte, Was die Karriere anging oder so. Mein Bruder ist relativ spät ausgezogen und meine Schwester auch. Und meine Kleine war noch zu Hause. Und ich bin dann irgendwie, Wollte sofort nach der Schule irgendwie raus und hab eine kleine Wohnung hier in der Kniesbergstraße, haben so einen Wingie-Platz gehabt. Und hab immer so mein eigenes Ding gemacht. Und tatsächlich heute irgendwie noch so ein bisschen.
Joël Kaczmarek: Und deine Eltern haben dich auch gelassen?
Tim Oliver Schultz: Die haben mich lassen müssen ja, irgendwie.
Joël Kaczmarek: Okay, also, du warst sozusagen, wenn ich das mal analog zu mir, Weil bei mir war es ja ein bisschen so, dass meine Eltern eigentlich total dagegen waren, dass ich das machen will, was ich machen will. Also, dass ich sozusagen in Richtung Unterhaltungsmusik gehen will, wie es ein bisschen abschätzig immer hieß. Und meine Eltern haben gesagt, wenn du schon Musik studieren, willst oder Musik machen. willst, dann mach doch wenigstens klassisch, Mach doch wenigstens ernste Musik. Und da habe ich immer gesagt, das ist genau das, was ich nicht will, weil ich will, wie du eben so schön gesagt hast, ich will mein Ding machen. Und deswegen, also. Meine Großmutter war dann die, die sich das natürlich auch leisten kann, als Großmutter zu sagen, Junge, wenn du das willst. Und selbst, wenn es deine Eltern nicht wollen, zieh das durch und mach das. Und das ist natürlich für eine Großmutter viel leichter als für die Mutter oder für den Vater, weil sie nicht die direkte Verantwortung hat. Deswegen sind die so wichtig. Deswegen ist es so geil. Ist für mich heute meine Großmutter immer noch irgendwie die Heldin, die mir irgendwie Türen aufgemacht hat, durch die ich dann gehen konnte.
Tim Oliver Schultz: Es war so, dass mein Vater schon irgendwie wollte als Akademiker, dass ein Junge macht, was Richtiges. Und ich habe nie darüber nachgedacht, die Schule abzubrechen. Oder so, weil nie der Erfolg auch da war. Es war jetzt nicht so, dass ich ein Jugendstar war und irgendwie die Schule abbrechen hätte können. Für die große Rolle oder so. Und dann habe ich das Halt durchgezogen. Dann wollte er schon, dass ich irgendwas Studiere oder mich umschaue und so. Und das habe ich dann gemacht. Und dafür bin ich ihm auch dankbar, dass er mir so dieses... Mach was richtiges oder guck, was es gibt, und Schlawenzel nicht irgendwie so daher. Aber sie haben jetzt nie gesagt, Mensch, irgendwie Tim mit der Schauspielerei, Das ist doch doch nichts und so. Sondern nee, Ich habe da meine Jobs gehabt und es waren teilweise ja nur zwei Jobs im Jahr oder so. Also echt nie den großen Durchbruch gehabt in der Schulzeit oder so. Es kam dann erst mit dem Studium. Und dann weiß ich noch, Beim ersten großen Job habe ich meinen Vater angerufen und gesagt, so Fadi, Ich brauche deine Unterstützung nicht mehr, ich komme jetzt alleine, klar.
Joël Kaczmarek: Er ist ja aus dem Jungen doch noch was geworden. Ja,
Tim Oliver Schultz: voll. Und dann habe ich ihn eingeladen, zur Premiere von Systemfehler damals. Und er ist echt hingekommen nach Köln. Und meinte dann auch so, yo. Ich bin stolz auf dich.
Joël Kaczmarek: Ja, cool, ey. Das sind doch Geschichten, die man so erleben will.
Tim Oliver Schultz: Ja, voll. Also, es ist alles gut gelaufen. Toi, toi, toi.
Joël Kaczmarek: Ja, aber ich meine, du hast ja auch bei Schloss Einstein gespielt. Ich weiß, das wurde so zu meiner Schulzeit immer geguckt. Ich nicht, aber viele von meinen Freunden. Ich weiß nicht, ob das ein Liebhaber-Ding war. War das groß eigentlich?
Tim Oliver Schultz: Ich weiß, also... Groß würde ich es nicht bezeichnen. Andererseits haben die echt heute noch wahnsinnig viele Klicks auf YouTube. Treue Fans, glaube ich auch. Die haben sehr treue Fans. Und deswegen, ich weiß nicht, was groß, definiert, Aber ich werde heute noch oft auf Schloss Einstein angesprochen. Sehr zur Belustigung von meinem Kumpel, zum Beispiel in Wien, als ich ja Theaterfirma Medienwissenschaften studiert hatte. Und wir sind ins Theater gegangen und so. Und dann kamen immer wieder irgendwelche 13-jährigen Mädels an und haben irgendwie total aufgeregt. Schloss Einstein. Und die haben sich immer totgelacht. Aber ja, das war irgendwie auch ein Teil auf dem Weg und ich... Ich bereue es nicht, dass ich es gemacht habe, und es war eine lustige Erfahrung.
Joël Kaczmarek: Wie hast du das damals weggesteckt? Weil ich das wieder die Analogie irgendwie sehe, zu mir. Also wenn du bei dir ja wirklich in sehr jungen Jahren auf einmal schon eine Art Fame hast. Oder eine Art eben irgendwie du, hey, der Typ, der spielt da mit und so, dann wirst du ja anders behandelt. Und dann sehen dich Leute ja automatisch irgendwie als irgendwas eben. Outstanding, Besonderes. Oder hast du das gar nicht? So empfunden? Oder war das bei dir gar nicht so?
Tim Oliver Schultz: Wie gesagt, ich hatte nie den großen Erfolg. Aber ich weiß noch, das erste Mal, als ich ein Casting hatte, da war ich irgendwie halt, wie gesagt, zehn oder so. Und bin in die Schule gegangen und hab das Halt so voll rum, erzählt. Und hab irgendwie auf dem Schulhof, dann wie so ein Vollspacko, irgendwie auf dem Schulhof. Dann so Text gelernt und so. Für dieses Blöde Casting. Und ich glaube, das war sogar damals auch Schloss Einstein. Was ich halt nicht bekommen hab.
Joël Kaczmarek: Also du hast das sozusagen raushängen lassen?
Tim Oliver Schultz: Ich hab das, glaube ich, voll raushängen lassen. Und dann hat irgendwann mein Lehrer mich gefragt. So ein bisschen genervt, Von wegen, können wir das Thema jetzt mal beenden, was ist denn jetzt eigentlich, Hast du die Rolle bekommen oder nicht? Und ich meinte so, ja, ja, hab, ich bekommen. Und dann hat meine Mutter mich zu Hause angesprochen. Und meinte, Tim, Sag mal, du weißt schon, du hast die Rolle nicht bekommen, Jetzt geht's weiter. Und da meinte ich so, ja, ja, doch, nee, Das weiß ich und ich weiß nicht, was da los war, Aber ich hab's irgendwie raushängen lassen. Und dann war das irgendwie auch eine komische Situation, Aber danach war es so, dass ich in der Schule eigentlich da mit wenig... Zu tun. Ich war jetzt nie in der Schule beliebt. Oder irgendwie der große Reißer. Ich hatte immer meine Cousine, mit der ich abgegangen habe, meine Freundin und dann noch einen Mädel, mit der ich irgendwie mich gut verstanden habe, Aber ich hatte jetzt nie wirklich große Freunde in der Schule oder so.
Joël Kaczmarek: Richtig, Dich hätte ich so in das Eck gepackt. Der gutaussehende, in den USA wärst Du jetzt der Käpt'n des Football-Teams gewesen. Nee,
Tim Oliver Schultz: die haben mich auch immer gemobbt. ICH WAR VOLL Mobbing-Opfer, Würde ich sagen.
Joël Kaczmarek: Warum? WAS WAR deine...
Tim Oliver Schultz: Keine Ahnung. Ich kam, wie gesagt, immer, ich bin ja auch so mit Mädels groß geworden, mit COUSINEN und... Nachbarinnen und so und Schwestern. Und hab irgendwie mich immer gut, mit denen verstanden und hab immer, mit denen abgegangen, bin, mit denen auch feiern gegangen, schon ganz, ganz früh in so Schickimicki- Clubs und so einen Scheiß. Und die Jungs waren irgendwie immer, die fanden, Ich weiß es nicht, ich hab irgendwie, war ich jetzt nie so der, also überhaupt nicht, Eigentlich das Gegenteil von dem College-Quarterback oder so.
Joël Kaczmarek: Aber ein bisschen Privilegiertheit, höre ich daraus?
Tim Oliver Schultz: Total. Also, ich hab heute noch irgendwie meine Mädels, mit denen ich mich total gut verstehe und hab. relativ. Früh kamen auch so andere Typen zu mir an, haben mich nach Ratschlägen befreit. Frauen gefragt. Ich weiß noch, irgendwann. Der Ex-Freund von meiner Mutter kam irgendwann an Werner und hat irgendwie gefragt, Tim, ich brauche jetzt Hilfe. Und so. Und wie ist das?
Joël Kaczmarek: Das ist ja gar nicht unangenehm.
Tim Oliver Schultz: Überhaupt nicht. Ich weiß ja nicht mehr, was ich ihm erzählt habe, aber ich habe immer relativ früh, kam ich irgendwie gut mit Frauen klar und hatte irgendwie mich gut, mit denen verstanden. Und dadurch irgendwie...
Joël Kaczmarek: Warum überrascht uns das nicht, Sebastian? Aber ich meine, Er privilegiert jetzt eher vom Elternhaus, so mit Medizinern und so, bist du wahrscheinlich...
Tim Oliver Schultz: Total, total. Behütet und beschützt aufgewachsen. In Wannsee, in so dem Villenviertel, am Wasser. Direkt irgendwie vor der Nase, eine Wiese und dann so ein Steg und so. Mega geil. Meine Mutter musste dann irgendwann das Haus verkaufen, vor sechs, sieben Jahren oder so. Und ich komme immer noch gerne dahin, wo ich halt meine Kindheit verbracht habe. Meine Tante wohnt da immer noch und deswegen bin ich da immer noch. Aber das war total, also zweimal im Jahr in Urlaub gefahren und so. Also total beschützt und behütet und privilegiert, auf jeden Fall.
Joël Kaczmarek: Und wie ging es für dich so weiter? Ich hatte auch die ähnliche Überlegung wie Sebastian, Ob du mit Neid zum Beispiel zu kämpfen hattest. In so jungen Jahren, wenn man bekannt wird und so ein bisschen raussticht aus so einer Klasse. Wie war denn, so der Zug für dich? Also, wie ging das so los? Du hast gesagt, im Studium dann auf einmal eigentlich sowas, quasi auch wirtschaftsorientiertes sich angeguckt, nämlich Produktion und dann auch gleichzeitig bekannt geworden. Was hat es mit dir gemacht?
Tim Oliver Schultz: Also Meine Mutter hat mir immer wahnsinnig gute Ratschläge gegeben, zum Beispiel, wenn ich gemobbt werde, gegen Schienbeintreten und wegrennen. Und Timmy, die sind alle nur neidisch und so und worauf auch immer. Also das, Ich würde jetzt nicht sagen, ja, die waren neidisch, wenn ich irgendwie Kacke behandelt wurde, Keine Ahnung, Aber irgendwie musste ich mich halt immer behaupten auf eine Art und damit irgendwie umgehen, dass ich auch immer jünger aussah oder sehe und irgendwie immer unterschätzt werde. Würde ich jetzt einfach mal so sagen, kann man das über sich selbst sagen, dass man unterschätzt wird?
Joël Kaczmarek: Ja, doch, finde ich auch eine gute, ja.
Tim Oliver Schultz: Ja, auf jeden Fall hatte ich da immer so das Ding, dass ich mich behaupten musste. Und als ich dann angefangen habe, mit 23 Filmproduktionen zu studieren, war es halt auch so, dass ich dann irgendwie irgendwo hinkam und mit den Leuten über irgendwas reden wollte, über eine Location oder sowas. Und dann wurde ich halt oft unterschätzt. Aber dann kam halt der Erfolg auch bei der Produktion. Und das hat mich dann irgendwie bestätigt. Und hat mir Selbstbewusstsein gegeben, wahnsinniges. Wenn dann irgendwie Filme gut gelaufen sind und Leute mit mir zusammenarbeiten wollten, und so. Und mit dem Studium kam dann auch meine erste große Kinohauptrolle, Systemfehler – Wenn Inge tanzt Und dann ging es halt in die Richtung weiter, dass ich plötzlich Geile Filmangebote hatte, über die ich mich vorher schon immer gefreut hätte. Und ja, wie gesagt, Irgendwie lief das dann halt immer weiter. Ich wollte das Studium abschließen und zu Ende bringen, habe dann von der Uni total die Freiräume bekommen, um meine Filme zu machen, also als Schauspieler machen zu können. Und habe Halt trotzdem noch abgeliefert als Produzent. Also habe meine Filme... gemacht, die Seminare besucht und konnte das dann so abschließen.
Joël Kaczmarek: Also Du hast quasi beide Tracks parallel verfolgen können, produzieren und schauspielen.
Tim Oliver Schultz: Genau. Also, ich hatte eine gute Freundin, mit der ich zusammen studiert habe, die hat sich total für mich eingesetzt, dass ich eben weiterhin studieren kann und im gleichen Jahr bleiben kann. Und so, der ich sehr viel zu verdanken habe. Und dann ging das immer so weiter. Dann kamen irgendwie Vampirschwestern, was irgendwie geil war, Zwei Filme, Dann kam Club der roten Bänder, der... Nur kam, also Club der Rotten Bänder, Die Zusage kam eigentlich auch wegen Systemfehler, also wegen dem Film.
Joël Kaczmarek: Das wollte ich eben gerade fragen, dass sozusagen ein Film, von dem du eben selbst gesagt hast, dass es ja kommerziell nicht gut lief, aber eben scheinbar gut war, Dass dadurch sozusagen Leute auf dich aufmerksam werden, die dir dann wieder einen Weg ebnen in eine andere Richtung, Dass sozusagen nicht unbedingt der kommerzielle Erfolg natürlich ist ja irgendwie wichtig, wissen wir alle, Wir wollen alle gern irgendwie, wenn wir eine Platte aufnehmen oder wenn du einen Film machst, du willst irgendwie nicht nur im Arthouse-Kino laufen, sondern du willst am liebsten irgendwie eben monatelang permanent Primetime irgendwie in den großen Kinos laufen. Und wenn wir eine Platte machen, Natürlich finde ich das auch immer verlogen, wenn irgendwelche Leute sagen, ja, Wir wollen überhaupt nicht kommerziell erfolgreich sein, Wir wollen irgendwie unsere Nischenkulturen herzweilen, Wir machen unsere Kunst und so. Klar ist es wichtig, dies zu verwirklichen, Aber ich glaube, jeder, der auf eine Bühne geht. Oder jeder, der in irgendeiner Weise künstlerisch irgendwas macht, hat eine gewisse Portion Narzissmus und will diese auch bedient. wissen.
Tim Oliver Schultz: Ich weiß auch nicht, ob es jetzt wirklich Narzissmus ist, von dem ich sprechen würde, Aber es ist natürlich so, dass wenn ein Schauspieler bekannt ist, dann ist es, weil er tolle Sachen gemacht hat, weil er erfolgreich war. Und das ist was, was niemand nicht möchte als Schauspieler. Es ist nicht so, dass jeder Schauspieler, der sagt, ich möchte nicht bekannt sein, der lügt.
Joël Kaczmarek: Ja, es gibt ja zum Beispiel das wunderbare Beispiel, Wir haben da irgendwann schon mal drüber gesprochen, Das Deutsche Beispiel Til Schweiger. Der Sozusagen eigentlich von allen Kritikern immer irgendwie abgewichst wird. Und alle sagen irgendwie, der hat ja, der kann. Die Nase wird gerümpft. Genau, Es ist sozusagen kein großer Mime. Und er ist aber eben, fuck, Der erfolgreichste Produzent. Und die Leute rennen irgendwie in seine Filme zu. Millionen.
Tim Oliver Schultz: Der scheint, was richtig zu machen.
Joël Kaczmarek: Der scheint, was richtig zu machen, das denke ich auch. Und das ist, weißt du, Die Frage ist ja einfach die, also, Freddie Mercury, für mich ein großes Idol, Sänger von Queen, Der hat irgendwann mal gesagt, der einzig wirklich abrechenbare Erfolg ist der kommerzielle Erfolg. Und da ist natürlich irgendwie, was Wahres dran, weil alles andere ist. Geschmack. Und wenn du jetzt sagst, ich hab einen geilen Film gemacht, aber leider Leute, Der hat es nie in die Kinos geschafft und ins Fernsehen auch nicht. Und der lief eigentlich nirgendwo. Der ist so geil. Ey,
Tim Oliver Schultz: Systemfehler total. MONATELANG Performance, Gitarre, Gesang, Bassgitarre. Du hast da einen Punk gespielt, ne? Genau. Also ein Schüler immer noch so, aber halt in einer ziemlich coolen Punkband.
Joël Kaczmarek: Und du hast richtig. Bassgitarre spielen dafür gelernt? Ja.
Tim Oliver Schultz: Ich hab mir unten in meinem Haus, in der Savignyplatz, also in der Wohnung, hab ich mir so einen Keller eingemietet, von meinem Nachbarn, viel zu überteuert. Und hab da halt immer Verstärker aufgedreht und hab da halt immer performen im Spiegel und Halt diese Lieder gespielt, Das konnte ich dann irgendwann aber auch dazu zu singen und mich dazu zu bewegen, und das war eine einmalige Erfahrung. Und heute hat der auch Super Bewertungen auf Amazon Lustigerweise oder bei Amazon Prime, glaube ich, und alle, die mich darauf ansprechen, Die mögen den Film total. Aber es ist tatsächlich so, dass du beim Film nie damit rechnen kannst, ob der Erfolg haben kann oder nicht. Als ich dann mit dem gleichen Regisseur, Wolfgang Groos, vor zwei Jahren einen Film gemacht habe, Enkel für Anfänger, Da meinte einer Lauterbach das so, mit dem ich mich auch sehr gut verstehe. Und der meinte, als ich so meinte, EY, und was denkst du, wie der erfolgreich... Also, man kann nie sagen, ob ein Film erfolgreich ist oder nicht. Es gibt nur welche, wo die Wahrscheinlichkeit, dass sie abkacken, sehr viel geringer ist. Und der ist bei dem Film so gewesen. Auch der war erfolgreich, also kommerziell, leider nicht so wirklich erfolgreich, eigentlich für Anfänger. Und das ist manchmal total hart, aber es ist so. Und deswegen war ich bei Club der Roten Bände auch immer so, Dass ich meinen jüngeren Schauspielkollegen halt auch immer gesagt habe, Leute, ey, rechnet. Bitte nicht mit irgendwelchen erfolgen oder irgendwas. Auch wenn irgendwelche Journalisten ankamen und gesagt haben, ey, was Ihr hier macht, ist ja so und so. Weil ich halt IMMER so... Beiflachheiten, so, Wenn das nicht zerrissen wird oder wenn das irgendwelchen Menschen Kraft gibt, dann ist es super. Und wenn es erfolgreich hat, dann ist es halt auch super oder noch viel cooler. Und dass es dann so erfolgreich war, das war dann total schön. Aber wenn es nicht erfolgreich gewesen wäre und wir alle damit gerechnet hätten, dass es erfolgreich ist.
Joël Kaczmarek: Bei mir war es ganz lustig. Ich habe mir ein Buch geschrieben. Über drei Internetunternehmer. Und das war auch echt Bestseller. Und das ist schon so ein Moment, wo du denkst, Oh, Amazon platzt, ich weiß gar nicht, 48, 25, Was weiß ich. Und dann kamen immer Leute zu mir und fragten mich, okay, hast du jetzt richtig? Geld verdient? Und ich sag's, nee, jetzt kannst du eigentlich in die Tonne treten. Mit Büchern Verdienst Du Sachbüchern gar nicht so viel Geld, Aber es ist die Eintrittskarte in attraktive Sachen. Also, wenn du halt irgendwie sagst, okay, das ist der Typ, Der hat die Bestsellerbiografie über die drei Onkels in meiner Branche, sind halt schon echt relevant geschrieben, Dann laden die Dich halt mal zu dem Vortrag ein, und dann kannst du halt ein Honorar aufrufen, was schon signifikant ist. So, Und ich glaube, das ist bei dir wahrscheinlich ähnlich, dass du so deine Streetcrat sozusagen, die mit solchen Rollen wahrscheinlich geholt hast, oder?
Tim Oliver Schultz: Mit was für Rollen jetzt?
Joël Kaczmarek: Ja, mit dem, gerade, was du gesagt, hast, so Systemfehler, kommerziell, vielleicht gar nicht erfolgreich, Aber du hast halt gezeigt, was in dir steckt und dich damit qualifiziert für anderes.
Tim Oliver Schultz: Ich weiß nicht, ob ich jetzt gezeigt habe, was in mir steckt, Aber die Arbeit war mega und ich kriege nach wie vor tolles Lob dafür. Und das ist halt geil. Und das hat dann der VOX-Chef irgendwie gesehen. Bei einer Casting-Besprechung, wo die eigentlich schon alles durch hatten, hat von der Iris Baumüller, von der Besetzerin oder von der Podcast, die das Video gezeigt bekommen, wie ich irgendwie bei Systemfehler so performe und hat da gesagt, jo, der ist es.
Joël Kaczmarek: Wie heißt der VOX-Chef gleich? Ich habe den auch mal kennengelernt. Bernd Reichart. Genau.
Tim Oliver Schultz: Der inzwischen von der Mediengruppe RTL Deutschland Chef ist.
Joël Kaczmarek: Ah ja, ah ja.
Tim Oliver Schultz: Der ist aufgestiegen in der Zeit.
Joël Kaczmarek: Na, wir haben ihn damals über Sing meinen Song – Das Tauschkonzert kennengelernt. Genau, das hat er auch gemacht, ja. Genau, Und der ist ein cooler Typ. Sehr Cooler Typ. Junger Typ irgendwie, also gar nicht so, wie man denkt, so ein Fernsehfunktionär. Nee, echt ein ambitionierter, junger, Sprühender Mensch. Ich sehe schon, du hofierst hier einen unserer nächsten Gäste. Ja, spannend. Und sag mal, so Club der roten Bänder, Das muss doch wahrscheinlich so dann der verrückteste Ritt aber für dich gewesen sein, oder?
Tim Oliver Schultz: Das war der verrückteste Ritt, ja. Ich weiß noch, wie ich da saß, und ich hatte durch Studium und nebenbei drehen, war es halt immer so, ja, ich weiß nicht, wann ich dann da sein kann, wie das dann da ist, wenn das passiert und so. Also, es war immer alles, sehr viel Ungewissheiten in meinem Leben. Und dann saß ich da, und dann wurden mir die Haare rasiert. Und dann dachte ich so, ja, krass, das ist jetzt erstmal irgendwie... Dein Outfit für die nächste Zeit. Für die nächste Zeit ist das auf jeden Fall, so der Look. Und das, was ich mache. Und dann waren das fünf Monate, und dann war das so erfolgreich, wie es war. Und irgendwie Fernsehpreis und Grimme-Preis und irgendwie Zuschauerpreis und Branchenpreis. Und dann halt noch eine Staffel und die waren wieder so erfolgreich. Und dann noch eine Staffel und dann noch ein Kinofilm. Das war schon ein wahnsinnig verrückter Ritt. Und heute ist es noch so, dass Leute zu mir ankommen und Tränen in den Augen haben und sich dafür bedanken. Was wir da gemacht haben. Ist doch Hammer, ne? Total. Ist doch echt geil. Also, es ist nach wie vor so, dass es Menschen viel gibt. Und es ist sehr, Sehr selten, so, dass wir Filme machen und das Leuten halt nicht nur Spaß bereitet. Oder zum Nachdenken anregt, sondern wirklich, denen hilft, durch schwierige Zeiten zu kommen.
Joël Kaczmarek: Ich kenne das ein bisschen von Songs. Also, es ist wirklich so, Wir kriegen manchmal Briefe von irgendwelchen Leuten, die uns wirklich sagen, hey, das Lied hat mir echt geholfen. Also, das ist auch wirklich das schönste, eigentlich. Klingt jetzt total erseinungsvoll, Aber ist am Ende wirklich, Du hörst es wirklich nicht so oft, ja? Ja. Sagst du, hey, Geiler Song, Ja und hey, lustig und so. Aber dass wirklich jemand richtig echt mit Tränen in den Augen sagt, ey, sag mal so, Du hast mich gerettet in der und der Phase oder so. Das ist schon hammergeil.
Tim Oliver Schultz: Naja, Ich habe das manchmal auch, dass Leute zu mir kommen. Also, ich will mich jetzt gar nicht in eure Reihe einreihen. Da glaube ich, muss ich mein Licht deutlich unter den Scheffel stellen. Aber ich habe manchmal Unternehmer, die kommen und sagen, Ich habe früher deine Interviews mit Unternehmern gesehen und das hat mich vor ganz vielen Fehlern bewahrt. Mir ist das ja immer unangenehm, so ein bisschen. Ich weiß nicht, wie geht Ihr damit um?
Joël Kaczmarek: Also ich sage, willst du mich jetzt verarschen? Ich finde auch nicht wirklich, ja, doch und so. Also ich ertappe mich dabei, dass ich das Ulkig finde. Es fühlt sich so, Wie soll man sagen, um den Satz vielleicht zu beenden, Es fühlt sich, so Surreal an, wenn man mit einer Linse etwas tut und hinterher merkt, Da haben echte Menschen. Interaktionsgrad mit.
Tim Oliver Schultz: Ja, also? Ich glaube, wenn ich Reinhard Mey treffen würde und dem sagen würde, was seine Songs für mich bedeuten, dann wäre das für den auch irgendwie weird. Aber wenn jetzt Leute ankommen und sich für Club der roten Bänder bedanken und für die Arbeit bedanken, Dann ist das schon immer sehr emotional. Nicht weird oder irgendwie komisch, dann ist das einfach nur ein schöner Moment, Ehrlich gesagt.
Joël Kaczmarek: Kannst du Erfolg genießen?
Tim Oliver Schultz: Ja. Ich kann Erfolg total genießen. Ich liebe Erfolg. Also am liebsten werde ich die ganze Zeit Erfolg und würde auf einer Erfolgswelle schweben.
Joël Kaczmarek: Erfolgswagen. Ich würde gerne mit dem Erfolgswagen fahren.
Tim Oliver Schultz: Ich würde mich nicht wirklich, also ich würde mich natürlich schon als erfolgreich bezeichnen, im Sinne von, Ich kann davon leben, was ich mache. Aber ich sehe natürlich auch über Instagram und über die Medien und auf irgendwelchen Veranstaltungen. Leute, die Halt viel mehr Geile Jobs machen als ich. Also die Preise gewinnen oder die viel mehr arbeiten, als ich. Und dann ist bei mir so, jo, Ich habe jetzt fast ein halbes Jahr gar nicht gearbeitet. Mehr oder weniger. Und das fühlt sich dann irgendwie Scheiße an. Also, ich habe dann immer, wenn ich halt nicht so erfolgreich bin, wie ich gerade gerne wäre, dann komme ich relativ gut, damit klar, andere Sachen zu machen.
Joël Kaczmarek: Die Frage Ist ja vielleicht auch, wie du? Erfolg definierst. Ich habe vorhin Freddie Mercury zitiert mit der einzigen abbrechenden Wahl und so weiter. Du hast vorhin im Nebensatz gesagt, Club der roten Bänder war irgendwie einerseits Grimme-Preis und ein Haufen Preise, Andererseits war auch Publikumspreis. Es gibt ja auch viele Leute, die sagen, sobald du den Grimme-Preis kriegst, die Regel, Mir hat das jetzt eine Filmproduzentin mal gesagt, die gesagt hat, irgendwie so eine Serie wie zum Beispiel, Was weiß ich, Deutschland 83, die ich gerade kürzlich gesehen habe, und ich kenne die Produzentin, und das wurde damals für RTL gemacht. Und die Produzentin hat bei uns mal vor 20 Jahren Merchandising verkauft. Ich kenne die von damals noch. Echt liebe Frau. Und die hat jetzt eben echt ihren Weg gegangen. Haben danach noch Charité gemacht, haben irgendwie ganz viele Sachen gemacht. Aber sie hat eben gesagt, Die Sachen, die vom Feuilleton gelobt werden, sind meistens nicht kommerziell erfolgreich. Und das war ja dann scheinbar bei euch anders.
Tim Oliver Schultz: Genau, bei Club der roten Bänder.
Joël Kaczmarek: Da haben sich alle getroffen, sozusagen. Und die Kritiker haben gejubelt und die Leute haben auch gejubelt.
Tim Oliver Schultz: Genau, Und das wurde uns auch immer wieder gesagt, wie selten, es ist. Also, weil, wenn vor allen Dingen die, also Nick, der ist JETZT Nick ist 18, 19, glaube ich, und der war damals halt so 13, 12, glaube ich, als es losging. Und das war halt so, okay, das ist wirklich, wirklich, wirklich besonders, was hier gerade passiert. Also das passiert eigentlich nicht, dass man halt wirklich Zuschauerpreise gewinnt und Grimmelpreis gewinnt. Und die in einer Süddeutschen großen Artikel über uns schreiben und so. Was ist Erfolg? Also.
Joël Kaczmarek: Ich weiß es auch nicht. Das war Erfolg.
Tim Oliver Schultz: Das war, also Club der roten Bänder. Wenn du alles hast, logisch. Das war auf jeden Fall Erfolg.
Joël Kaczmarek: Die Frage wäre ja dann. Was wäre Dir theoretisch wichtiger? Also wäre dir der künstlerische Erfolg wichtiger oder wäre dir der kommerzielle Erfolg wichtiger?
Tim Oliver Schultz: Also wenn ich davon okay leben kann, dann wäre mir der künstlerische Erfolg natürlich immer wichtiger.
Joël Kaczmarek: Sehr gut geantwortet, weil es ist nämlich auch total leicht, irgendwie zu sagen, ach, Der künstlerische Erfolg ist mir viel wichtiger. Aber genau die Einschränkung, wenn du davon leben kannst, wenn du immer sagst, ach, Für mich spielt Geld keine Rolle. Fuck you, Das stimmt nicht. Geld spielt immer eine Rolle, und du musst es, wie Rio Reiser, Geld ist nicht wichtig, es beruhigt. Nur die Nerven, Man muss es schon besitzen, um es zum Fenster rauszuwerfen. Das ist schon richtig, das ist echt schlau. Aber das wollte ich dich vorhin auch schon gefragt haben, wie hast du es denn beim Produzieren gemacht? Also, da braucht man ja eigentlich auch Geld. Wie konntest du denn selber produzieren?
Tim Oliver Schultz: Ich konnte sehr gut irgendwann mit den Menschen sprechen und die davon überzeugen, dass sie uns kostenlos helfen, dass wir da eine ganz wichtige Mission haben und dass dieser Film tatsächlich wahrscheinlich weltverändert sein wird. Und deswegen müssen Sie uns unterstützen. Tatsächlich, was auch immer, habe ich es auch wirklich immer geglaubt, dass ich dachte, ey, dieser Film, Der zeichnet das Schicksal von diesem bulgarischen Bergdorf. Und in zehn Jahren wird es diese Menschen einfach nicht mehr geben. Deswegen muss dieser Film gemacht werden, um das festzuhalten und es den Nachfahren zu zeigen und so. Und dann hatte ich relativ früh einen sehr guten Draht zu Dr. Hauschka.
Joël Kaczmarek: Also es liebt ja, meine Frau.
Tim Oliver Schultz: Ja, ich auch. Jeder liebt es. Ich habe gestern auch wieder mit so einem Kumpel bei uns auf dem Grundstück. Eine Dr. Hauschka-Session nach dem Saunieren gemacht Und hab dem ein Gesprüht und das gesprüht Und jetzt noch das und vorher das Und jetzt duschen damit. Also jeder liebt Dr. Hauschka, Außer die Leute, DIE Sehr wenige, die Irgendwie
Joël Kaczmarek: Außer wenn du mit einer verheiratet bist. Und die Nicht abends im Bett nach Feige und so, sag ich dir.
Tim Oliver Schultz: Jedenfalls haben wir von Dr. Hauschka oder von anderen Firmen ... ... Auch sehr viel Sponsoring-Material bekommen. Und dann hab ich dieses Sponsoring-Material ... ... Den Motivgebern, den Schauspielern Habe ich denen allen immer so ein Paket zusammengeschnürt und habe gesagt, EY hier, vielen, vielen Dank, Das kriegt ihr dafür, und so haben die uns dann halt immer unterstützt. Und in Berlin war es immer schwierig, weil in Berlin die ganzen Filmemacher verbrannte, Erde ohne Ende hinterlassen haben. Und keiner Bock hat auf irgendwie in der Stadt ein studentisches Filmteam in seiner Wohnung unterkommen zu lassen. Und auch Wir haben sehr viel verbrannte Erde hinterlassen. Aber irgendwie ging das immer ganz gut, dass ich Sachen gut günstig bekommen habe und viel selber gekocht habe. dann, weil auf Kochen hat immer nicht so viele Leute. Bock. Und ja, so war das dann immer. Wir haben null geld gehabt. Wir haben nie wirklich Geld gehabt, aber haben Coole Sachen gemacht.
Joël Kaczmarek: Ja, es spricht schon von einer Art sympathischer Größenwahn, wenn du sagst, wir machen hier einen Film, Der könnte weltverändernd sein. Wenn du mit dem Impetus rangehst und wenn du sozusagen, so von dir überzeugt, bist oder von dem, was du machst, überzeugt bist. Ich finde das echt, ich finde das Total geil, weil ich glaube, nur so kannst du die Welt wirklich einreißen. Wenn du irgendwie rumdruckst und sagst, na, Ich habe hier irgendwie was und ich weiß auch nicht so genau. Nee, du musst dafür brennen, du musst dafür steil gehen, du musst dafür, Damit kannst du Leute mitnehmen und überzeugen.
Tim Oliver Schultz: Aber das wäre auch das, was Leute immer über mich so gesagt haben, weil ich dachte immer, ich bin kein Produzent, ich werde niemals ein Produzent, Was soll das Ganze? Es gibt Leute, die können das viel besser, Die machen das viel intensiver, Die haben viel mehr Filme geschaut, Die haben viel besseres Verständnis für Zahlen oder die haben ein viel besseres Verständnis dafür, Was gut ist und was nicht, ist. Heute noch, dass ich Drehbücher lese und denke, irgendwie, Ich bin mir nicht sicher, was ich davon halte. Das ist total beschissen. Aber was mir immer Leute gesagt haben, was ich gut kann, ist halt Menschen begeistern. Weil ich mich selbst gut begeistern kann. Also nur so kann ich arbeiten, dass ich wirklich denke, ey, ich mach da was Geiles. Und wenn ich überzeugt bin von meinem Team und so, dann kann ich andere begeistern. Und dann habe ich ein Team, die gerne dafür arbeiten. Und es gibt nichts Schlimmeres als so ein Team, die zu mir ankommen und sagen, ey, Alter, Das läuft hier echt alles ganz schön, schief. Oder ein Schauspieler, der irgendwann mal meinte, ey, Tim, Das war mein erster produzierter Film. Und dann meinte er, Tim, ey, der Maskenbildner, den du dir angeschleppt hast. Unter den Fingernägeln, Das ist total eklig. Und da dachte ich, fuck, das passiert mir nie wieder. So, ja, also Herzblut selber empfinden und dann das weitergeben. Und dann wird ein Schuh draus.
Joël Kaczmarek: Bist du ein Unternehmer?
Tim Oliver Schultz: Ich unternehme sehr gerne. Ich unternehme am liebsten die ganze Zeit und sitze, also, ich kann das auch, dass ich still sitze, Aber ich unternehme sehr gerne sehr viel. Und ich glaube, das definiert ein Unternehmer, oder? Jemand, der gerne Dinge anschiebt. Ich überlege gerade,
Joël Kaczmarek: ob du mich aufziehst oder? Nee, also, ich weiß nicht,
Tim Oliver Schultz: dass die Frage in eine andere Richtung geht, aber ich weiß nicht, was denn, also? Ich bin wenig, so dieser. wirtschaftliche...
Joël Kaczmarek: Du bist nicht der Businessman, meinst du jetzt, sondern du bist einer der ganzen, Was macht. Businessman, Unternehmer,
Tim Oliver Schultz: Sondern ich mache und tue, und ich bin, wie ich vorhin schon gesagt habe, Das meinte irgendwann mal eine Freundin in Wien, Ich bin nicht Street-Smart, ich bin nicht Book-Smart, sondern ich bin Street-Smart. Also, ich sitze nicht in einer Bibliothek und lese Bücher durch. Und kann das dann alles und kann das dann anwenden, Aber ich komme ganz gut im Leben. klar.
Joël Kaczmarek: Na komm, Sebastian, Machen wir einen Witz über Unternehmer.
Tim Oliver Schultz: Liegt dir auf den Zungen? Nein,
Joël Kaczmarek: überhaupt nicht. Nein, ganz im Gegenteil. Ich wollte eben ähnlich reagieren, wie du im ersten Moment, aber ich habe das total verstanden. Die Auf die Frage, bist du ein Unternehmer? Ich unternehme gern Sachen. Das ist doch eine spitzenmäßige Antwort. Und ich verstehe das total. Und deine Begeisterungsfähigkeit. Ich sehe übrigens gerade parallel zwischen euch beiden, weil du auch so ein Typ bist, der irgendwie Leute mitnehmen kann. Der Leuten mit leuchtenden Augen Dinge erzählen kann und sagen kann, hey, wir machen hier was und das, und das, und das wird so und so und so. Und du hast mich auch irgendwie in diese Podcast reingeholt. Durch deine Idee oder durch deinen Aktionismus im allerbesten Sinne. Ich freue mich darüber.
Tim Oliver Schultz: Ich sage es mal so, wenn ich jemanden hätte, der die ganzen Ideen, die ich habe, die ganzen Qualitäten, die ja bestimmt, irgendwo in mir drin Schlummern und wo ich weiß, dass es sie gibt, wenn der jemand das in Geschäftsmodelle irgendwie umwandelt. Und sagt, Tim, du kochst gern, du willst, das machen, alles klar, wir machen das jetzt. Und dann machen wir, überlegen wir. Und dann sketcht der irgendwas hin, Kochbuch,
Joël Kaczmarek: Kochshow,
Tim Oliver Schultz: So ganz viele fette, Geile, Kooperationen oder irgendwas, Dann wäre ich, glaube ich, Ein ziemlich guter Unternehmer. Wenn ich jemanden hätte, der das ganze wirtschaftlich, Ich denke halt immer viel und habe Pläne und sammle Ideen, Aber irgendwie scheitert es dann immer an bestimmten Sachen. Ich weiß auch nicht so richtig, woran, aber irgendwie.
Joël Kaczmarek: Es gibt aber auch, weißt du, in Deutschland, finde ich, Es ist Unternehmer mit so einem Stigma, belastet. Das ist immer so der eklige Kapitalist, das ist schmutzig. Also keiner sagt gern,
Tim Oliver Schultz: Ich bin selbstständig, wenn er irgendwo hinkommt. Oder Unternehmer. Und ich finde, das ist aber gar nicht so, sondern ich wollte als Kind immer erfinder werden. Ja, ich auch. Weil mein Vater hat mir immer beigebracht, Sohn, wenn du ein Auto erfindest, das mit Benzin läuft, kannst du sehr reich werden. Da war ich sechs, In der Sekunde war klar, wo die Reise gehen sollte. Und irgendwann habe ich realisiert, ja, ich habe DA sogar...
Joël Kaczmarek: Wenn du ein Auto erfindest, das mit Benzin läuft? Ja, mit Bier statt Benzin, Entschuldigung. Ah, ich dachte auch so,
Tim Oliver Schultz: das war dein Vater. Wie alt bist du, Sag mal?
Joël Kaczmarek: Nee, nee, mit Bier. Genau, genau. Ey, Das Auto-Motor sitzt hier vor uns. Ja, das ist geil.
Tim Oliver Schultz: Henry Ford. Versprochen. Nee, ich habe gedacht, okay, Das Auto, das mit Bier angetrieben wird.
Joël Kaczmarek: Obwohl ich gerade überlege, ob das kommerzieller Erfolg ist, Das ist ein Liter Bier, echt. Ist ein Liter Bier Preiswerter als ein Liter Benzin? Nee. Ist nicht. Nee. Da musst du schon irgendwelche Plörre haben, die irgendwie, nee, das Haut nicht hin.
Tim Oliver Schultz: Das Endprodukt von Bier, Wenn du Bier trinkst und dann pinkelst. Genau. Das stinkt nicht mehr wirklich. Das wäre echt nachhaltig.
Joël Kaczmarek: Gut, dann nehme ich mir vor, ein urinbetriebenes Auto herzustellen. Aber ich habe irgendwann gemerkt, ich bin erfinder geworden. Also Unternehmertum bedeutet immer erfinder sein eigentlich auch. Und ja, was ja die meisten Leute immer schätzen, du bist auch mal Problemlöser. Weil ganz viele Leute, Wenn die Unternehmer hören, denken die an BWLer. Und das finde ich, ist für mich das Gegenteil von, nicht das Gegenteil, Aber es ist eine Facette, die ich sehr, Berater werden oft auch Unternehmer, Das ist eine andere Ecke. Ich glaube deswegen, du bist wahrscheinlich unternehmerischer, als du jetzt sagst.
Tim Oliver Schultz: Ich wäre gerne unternehmerischer, als ich bin.
Joël Kaczmarek: Du brauchst noch einen Katalysator, einen unternehmerischen.
Tim Oliver Schultz: Ja.
Joël Kaczmarek: Wir hatten ja auch schon drüber gesprochen, was mit Ideen ist und dass Ideen eigentlich sozusagen, dass der Grundstock von allem ist. Und du hast mal gesagt, dass in deiner Branche irgendwie der Spruch existiert, Ideen sind überhaupt nichts wert, Nur die Umsetzung ist was wert. Und natürlich geht das beides Hand in Hand, aber erstmal, Du kannst ja nur eine richtig gute Idee umsetzen. Eine Scheiß Idee umzusetzen, da hast du gar nichts von, weil es eben dann kacke ist. Aber die Idee ist für mich schon erstmal das Wichtigste. Naja,
Tim Oliver Schultz: Es ist so ein bisschen dieses Buch, Was ich erwähnt, habe, Die drei Internetunternehmer,
Joël Kaczmarek: von denen ich erzählt habe, die waren ja, so die Weltmeister der Copycats, um dir mal wieder einen Begriff mit auf den Weg zu geben. Aus unserer düsseldienischen Branche. Und Copycat hieß nichts anderes, der ist in die USA gegangen, jetzt mal im übertragenen Sinne, hat geguckt, was gibt es da, hat es hier eins zu eins nachgebaut. Da kam natürlich irgendwann ein Frust auf bei den Leuten. Also wenn du hingehst und sagst, ja, ja, Herr Mason, Andrew Mason, Was machen Sie denn da mit diesem Groupon? Zeigen Sie doch mal her. Und dann sagt er, ja, ich mache eine Deal-Webseite. Da kommen 50 Leute zusammen, kaufen einen Gutschein, Dadurch wird der billiger. Das ist die Idee. Und dann geht der Herr drüber und sagt, wir haben ja genau dasselbe. Und die haben halt auch das Design oft kopiert, da kannst du dann wieder diskutieren. Aber dann kamen die da und haben sich aufgeregt. Ja, so ein Penner. Und wenn du natürlich die Idee erzählt, hast, und dann wird sie nachgemacht, war in dem Fall nicht so. Glaubst du,
Tim Oliver Schultz: das ist nicht patentiert?
Joël Kaczmarek: Nee, Ideen sind nicht schützbar.
Tim Oliver Schultz: Aber das ist ja beim Film genauso. Es gibt ja auch wahnsinnig viele Remakes von Filmen, wo man denkt, warte mal, das ist doch deutsch. Und dann findest du raus, nee, das ist irgendwo hergekommen. Aber letztendlich geht es ja darum, das umzusetzen. Und wenn du was kopierst oder wenn du was nachmachst oder verändert, irgendwie machst, dann erstens musst du es halt unternehmen, musst du es machen, musst du es tun, musst du aus dem Arsch kommen, musst du irgendwie was produzieren. Und dann zeigst du ja auch irgendwo eine Wertschätzung dafür.
Joël Kaczmarek: Ja, ich meine, guck, mal, es wäre doch so, Jemand kommt zu dir vor fünf Jahren und sagt, Ey Tim, ich möchte mit dir einen Film machen. Du bist ein Knacki, der aus dem Knast freikommt, der hat was geklaut, Eine teure Beute, hat die vergraben. Und jetzt steht da eine Schaubschule drauf. Und du sollst dann da dich in diese Schule einschleichen, weil Du musst den Boden ja aufhämmern, um an Deine Beute zu kommen. So, dann hättest du den Film gemacht. Den Plot kennst du wahrscheinlich, ne? Ja, klar. Und den Film kannst du ja auf 50 Ebenen machen. Weißt du, du hättest vielleicht gesagt, oh, Ich hätte das mehr auf Spannung gemacht oder ich hätte es mehr Jugendlich gemacht. So, und dann kommt halt, so ein Elyas M'Barek und Team. Und die machen das halt so auf. Hauptschulprollo, ein bisschen überzeichnet, witzig. Also Ich glaube, das muss bei deiner Branche ganz, ganz oft so sein. Du hast eine Idee. Ich glaube, Plots sind ja auch ganz ähnlich, so diese Romeo und Julia Plots. Es gibt doch diesen.
Tim Oliver Schultz: Es gibt zehn Filmideen, die auf alle Filme anzuwenden, sind. Ach, krass. Kriegst du die zusammen? Du hast gerade gesagt,
Joël Kaczmarek: Vollmiedsgörde. Ich habe das einmal gehört von irgendjemandem. Warte mal, wie war denn das? Irgendein ganz berühmter Regisseur hat gesagt, Der war bei irgendeiner Party und hatte nachts die totale Eingebung und die genialste Idee für einen Plot. Und hat, die sich nur auf den Zettel raufgekriegselt und hat am nächsten Morgen auf seinen Nachttisch geguckt. Und da stand drauf, Frau trifft Mann. Und das ist natürlich die immer wiederkehrende Geschichte, ja, Romeo und Julia, Das ist die immerwährende, die du ausschmücken kannst. Mit sonst was für Intrigen und für, ja, wo eben alles passieren kann.
Tim Oliver Schultz: Ich meine, ist ja auch so... Comedy ist ja auch immer dasselbe. Anziehung, dann irgendein schlimmes Event, Abstoßung und dann wieder Vertrag, Auflösung, Hurra und alle sind happy, ne? Das Song ist doch bestimmt, genauso, oder? A-Teil, B-Teil, C-Teil.
Joël Kaczmarek: Ja, aber da geht es, also, das ist die Form. Aber inhaltlich, Natürlich kannst du auch sagen, worüber habe ich bis jetzt in meinem Leben noch nicht gesungen. Und da denke ich manchmal bei irgendwelchen Leuten, die echt schon 500 oder 1000 Songs geschrieben haben. In ihrem Leben, Worüber wollen die denn noch schreiben? Und ich suche jetzt auch, Wir suchen gerade nach Themen für uns, die mir zu Gesicht stehen, darüber zu singen. Und natürlich kann ich zum tausendsten Mal singen, Liebe und... Hass oder diese Ganzen? Ich liebe dich, du liebst mich nicht. Aha, aha, aha. Es ist dann aber eben auch irgendwann, erzählt. Und trotzdem ist dieser, wie gesagt, Frau trifft Mann Slot immer wieder auch spannend. Und deswegen wird es immer Liebeslieder geben. Aber ich suche immer nach irgendwelchen Dingen, über die ich noch nicht gesungen habe. Und das ist vielleicht dann auch eine Herausforderung. Da wird vieles nächster. Das ist natürlich wird, was. Ich mache das Lied dann fertig. Aber ob das dann ein Hit wird oder nicht. Ich habe, wie gesagt, Letztes Jahr habe ich versucht, über die Demokratie ein Lied zu machen. Hey hat einigermaßen funktioniert. Ich freue mich darüber. Mein Vater hat mich auf die Idee gebracht. Es hat bis jetzt so, glaube ich, noch nie jemand gemacht, auf jeden Fall im deutschsprachigen Raum. Und das ist erstmal für mich so ein Ding, wo ich denke, ja, komm, yeah, habe ich gemacht und finde ich geil.
Tim Oliver Schultz: Aber das ist es halt, wirklich ein Herzblut dahinter zu haben, zu sagen, okay, das ist was, Die Geschichte möchte ich erzählen. Und wenn sie dann halt auf irgendeine Art und Weise halt genau das gleiche, ist, Nur irgendwie anders, erzählt. Wie Romeo und Julia, dann ist es ja egal. Du willst diese Geschichte erzählen und die Geschichte ist besonders, weil Boy und Girl Halt etwas ganz bestimmtes Halt ausmacht. Und das ist das, was du erzählen willst.
Joël Kaczmarek: Ich überlege ja gerade, Es ist ja zum Beispiel Fack ju Göhte, was wir ja gerade so plottmäßig angerissen haben, auch so. Da spielen die Ja Romeo und Julia in dem Film, quasi im ersten Teil. Und die spielen das ja aber so auf Hauptschulsprache. Ey, Julia, willst du ficken? Hol mal tüten raus. Und es kommt halt so witzig, weil es halt so völlig umgedichtet ist. Also auf jeden Fall, Ich habe von den Dreien gelernt, besagten Internetunternehmern, Umsetzung. Man braucht lange, bis man es glaubt. Aber es ist so ein bisschen so, wenn jemand ein Restaurant aufmacht, gehst du auch nicht hin und sagst, ey, hallo? Da ist ein Italiener, du kannst doch nicht jetzt auch Pizza verkaufen.
Tim Oliver Schultz: Bei Restaurants frage ich mich tatsächlich immer, da denke ich mir, Warum gibt es dieses Restaurant? Also wenn man eine Pizzeria aufmacht, dann macht man noch eine Pizzeria auf, weil man richtig gute Pizza machen kann. Aber wenn es halt genau der gleiche Scheiß ist, der eine Ecke weiter ist, Dann verstehe ich es halt wirklich nicht. Also, da kannst du noch so ein guter Gastgeber sein.
Joël Kaczmarek: Das ist ganz normal, immer für die Geldwäsche. Oder das einfach so.
Tim Oliver Schultz: Ich bin einfach zu naiv und denke mir halt so, Man macht Restaurants auf, weil man... Das Produkt irgendwie richtig geil, findet, Aber das ist zum Beispiel auch, was, wenn ich einen unternehmerischen Partner hätte, der sagt, hey, wir machen jetzt ein Restaurant auf, Ich glaube, das würde richtig gut laufen, weil immer, wenn ich halt koche. Und ich habe jetzt irgendwie zu meinem Geburtstag gerade für Freunde gekocht und habe 50 Pizzen rausgehauen. 50? 50 im Pizzaofen, den so ein Handwerker mit mir zusammen gebaut hat. Und die waren richtig, richtig gut, also, die waren wirklich richtig gut. So, dass ich nicht weiß, wie man die noch jetzt viel besser machen könnte. Also klar kann man keinen besseren Teil, also, es war alles echt gut. Und wenn ich jetzt jemanden hätte, der Halt diese Gerichte mir aufschreibt und die Gerichte ich. Dem zeige, wie es geht und so und dann ein Unternehmer, der sagt so Und dann muss das so. Und dann gibt es die Tabellen. Und dann musst du da einkaufen und da rein sparen und da Miete. So, dann würde das, glaube ich richtig gut laufen. Dann wäre ich ein ganz schön guter Unternehmer, aber irgendwie.
Joël Kaczmarek: Wie war der Film gleich, Dieser deutsche Film mit, Ich glaube, Moritz Bleibtreu mit dieser Lambo.
Tim Oliver Schultz: Soul Kitchen.
Joël Kaczmarek: Nee, mit dem Pizza-Service, wo unter der Salami-Schale immer das Dope lag.
Tim Oliver Schultz: Oh ja.
Joël Kaczmarek: War das Lammbock? Das war Lammbock, ja. Das war doch echt ein großer Film. Ein großer Film. Das fand ich echt richtig. geil. Also der auch so abdriftet dann, mit wirklich Mord und Totschlag und allem.
Tim Oliver Schultz: In Lommbock, der zweite Film davon, Da gibt es diese Geile Theorie, dass die Aliens irgendwann auf die Erde gekommen sind und dachten, Sie gucken sich jetzt den Planeten an und dann finden Sie halt Affen. Und dann denken Sie sich, scheiße, alles voll mit Affen und die können überhaupt nichts. Was machen wir denn jetzt hier? Dann haben sie mal richtig ordentlich gebumst und haben einfach die Affen von vorne bis hinten irgendwie durchgenommen. Und dabei sind die Menschen entstanden. Also die haben dieses Tierische und das alienmäßige Intelligente. Und dabei sind die Menschen entstanden. Und darüber redet er, während er einen Joint baut. irgendwie.
Joël Kaczmarek: Wisst ihr?
Tim Oliver Schultz: Zündet den an. Und das dachte ich. Große Idee.
Joël Kaczmarek: Ja, aber ich meine. Manchmal ist es auch so, und ich glaube, in der Gastronomie wird das... Unfassbar deutlich, was du gerade meintest. Manche Leute sollten auch keine Unternehmer wiederum sein. Weil ich glaube, viele gründen, weil Sie diesen Lifestyle- Traum haben. Ich habe mein eigenes Restaurant und ich arbeite ja viel mit der Metro zusammen, Wir haben auch eine Podcast. Und von denen habe ich sehr viel gelernt, weil das ist ja deren Kunde. Also Die verkaufen ja an Gastronomen. Und die Zahlen sind erschütternd, teilweise. Ich will gar keinen demotivieren, aber ich glaube, 75 Prozent aller Unternehmer im Restaurantbereich scheitern in den ersten vier Jahren. Und so. Ganz viel Burnout-Zeugs und so, weil, ja, wie du schon sagst, am Ende des Tages, Da kommen ja auch viele Sachen zusammen. Gut, Aber anyway, ich schweife ab. Lass uns mal ein bisschen über Digital reden, weil wir sagen Ja immer, Kunst trifft digital. Ja als Thema, und du hast ja hier richtig profund. Power im digitalen Bereich. Wie stellst du dich denn da so auf?
Tim Oliver Schultz: Och, viel zu wenig, denke ich immer. Ich denke mir, ich müsste es immer viel mehr nutzen, Aber irgendwie bin ich da draußen auf dem Land. Und denke, wen interessiert das jetzt, was ich jetzt hier mache? Ich habe heute tatsächlich schon, nee, ich habe noch keine gemacht. Ich habe aber eine in der Pipeline, die ich nur noch raushauen muss, weil ich heute morgen das letzte Mal in den See gesprungen bin, bei mir. Und da meinte eine Freundin von wegen, EY komm, jetzt machen wir da ein Video irgendwie. Und dann habe ich einen ziemlich fetten Sprung in der Seilbucht hingelegt, auf Stand-Up-Paddle und dann irgendwie weiter. Und da dachte ich mir, komm, das kann ich jetzt posten. Aber ich bin tatsächlich so, dass ich habe irgendwie, Ich weiß nicht, wie viele es gerade sind, 200... 20, 223.000 Follower, Ich weiß genau, wie viel es sind, 223.000, Es war geschlogen, dass ich es nicht weiß.
Joël Kaczmarek: 226, Schreib mir meine Zahl sogar, siehst du?
Tim Oliver Schultz: Ja, das wird leider echt immer weniger, weil ich halt so wenig mache.
Joël Kaczmarek: Das ist doch mehr, 3000 mehr, als du gesagt, hast.
Tim Oliver Schultz: Ja, also, es waren mal 226, Es sind jetzt weniger geworden. Achso, ehrlich. Das werden immer weniger. Wie geht denn das? Keine Ahnung, Ich mach zu wenig, ich kann es dir nicht mal genau sagen, ich mach das falsch, Ich glaube, ich mach wirklich einfach zu wenig.
Joël Kaczmarek: Ich finde ja, Das Leben findet im Analogen statt, liebe, Kinder. So, so.
Tim Oliver Schultz: Das bin ich halt auch. Und wenn ich dann irgendwie ankomme und sage, Leute, können wir jetzt hier einmal ganz kurz irgendwie ein Foto. Oder kannst du mal von mir jetzt hier ein Foto, Dann ist es immer irgendwie krampfig. Und ich habe mir vorgenommen, wenn ich jetzt in Spanien bin, am Montag, also in zwei Tagen, fliege ich nach Spanien, bin eineinhalb Monate, und dann habe ich mir vorgenommen, dann geht meine Influencer-Karriere los, Einfach nur, weil ich da sehr viel Zeit haben werde. Und dachte, ich mache einfach mal, was Überraschendes, einfach mal irgendwie so ein Trans-Pseudonym aufnehmen. Wie nennt man ein alter Ego, So ein Trans Alter Ego, transgender Alter Ego. Und mache einfach mal was Überraschendes und bin einfach mal so ein neuer Charakter, der ganz viele Menschen anspricht und influencermäßig. Total erfolgreich wird. Das ist natürlich Quatsch, aber ich könnte viel mehr machen und ich habe diese wahnsinnig große Followerschaft von 223.000 Menschen, die das sehen, was ich mache und das ist sehr viel Verantwortung. Und ich gehe damit so um, dass ich denke, jo, alles, was ich da poste, Dahinter stehe ich eigentlich und das finde ich alles cool. Ich mache da nichts, wo ich denke, das musste ich jetzt machen und das finde. Ich scheiße, aber ich könnte viel mehr machen.
Joël Kaczmarek: Verdienst Du damit Geld? Mal kurz sagen, wirst du schon bezahlt für Inhalte?
Tim Oliver Schultz: Ich habe noch nie Geld für etwas bekommen, was ich gepostet habe, noch nie, aber ich habe zum Beispiel diese Smeg-Kühlschränke, die habe ich, Da kam meine Agentur nicht auf die Idee, Ich hätte gerne einen neuen Kühlschrank, Ich brauche einen neuen Kühlschrank, mein Kühlschrank ist kaputt, ich finde Smeg-Kühlschränke Cool und Habe mich dann ein bisschen beschäftigt, wie die produziert werden, finde es Cool. Und dann haben wir die angeschrieben. Dann habe ich so einen Smack-Kühlschrank bekommen für irgendwie 1000, 2000 Euro oder so. Und habe dann so zwei, drei Posts gemacht und habe dann diesen Kühlschrank bekommen, obwohl ich musste die Steuern zahlen,
Joël Kaczmarek: Also musste irgendwie
Tim Oliver Schultz: Barter-Deal, genau. Und sowas habe ich ab und zu, dass ich irgendwie Sachen bekomme, jetzt. Gerade zu meinem Geburtstag habe ich drei Kästen, also 36 Flaschen. Wein bekommen von einem Weingut, die wahnsinnig sympathisch sind. Und hinter denen ich total stehe. Und zu denen ich jetzt hinfahre, bald und mir das Angucke und mit denen irgendwie Sachen mache. Und da habe ich dann auch ein bisschen, was gepostet und habe dann kein Geld bekommen, aber habe diesen Wein bekommen. Und dann stehe ich total dahinter, aber so.
Joël Kaczmarek: Ja, da fühlt man sich manchmal fast komisch, wenn man sagt, ich finde das Produkt so geil, warum kaufe ich es dann nicht? Also manchmal denke ich bei den Marken, da denke ich so, ist eigentlich ein krasses Privileg, Dass ich für was bezahlt werde, es vorzustellen, obwohl ich es sowieso geil, finde.
Tim Oliver Schultz: Aber wie gesagt, ich wurde mit dem Wein dafür bezahlt. Und dann war es halt auch so, dass ich dann irgendwie dachte, da ist es. Jetzt wäre es eigentlich cool, nochmal irgendwas zu posten. Könnt Ihr Mal ganz kurz, die Weingläser so hochhalten? Und ich halte die Flasche hier und dann fotografiere ich das. Und dann wäre ich dafür total ausgelacht und so. Aber letztendlich...
Joël Kaczmarek: Mir fällt gerade ein, das ist echt total witzig, Ich habe jetzt vor Kurzem eine Lesung gehabt, jetzt im Sommer, in Bernkastel-Kues an der Mosel. Also wirklich da, Trier im weitesten Sinne, wirklich eine richtig schöne Gegend da. Und ich war da schon mal vor langer Zeit und habe da einen Typen kennengelernt, der ein Weingut hat. Und als ich jetzt diese Lesung hatte, schrieb der mich an und sagte, das ist jetzt wirklich echt. Aus dem Nähkästchen geplaudert, dachte, Ey du, meine Mutter hat Geburtstag, an dem Tag, an dem du die Lesung hast, Meine Mutter wird irgendwie 70 Jahre alt oder so und kannst du dir vorstellen, vorbeizukommen. Und die steht total irgendwie auf Die Prinzen und irgendwie auch, Die war bei deinem Solokonzert letztens, da bei uns in der Ecke. Und fand das total schön. Und kannst du dir vorstellen, Ihren Geburtstagstern hinzusingen, Ich gebe dir auch irgendwie zwei Kisten Wein dafür. Das waren am Ende drei Kisten. Wein. Ich bin da hingekommen, AUF einmal... Meine Natyon sind die Liebenden gespielt. Und es ist ein schönes Lied, was Sie auch... Und sie weinte. Und es war dann, war eine kleine Runde, wirklich. Waren nur irgendwie die Schwiegereltern noch da. Und es waren insgesamt drei Kinder und fünf Erwachsene. Aber das war... Und ich hab selbst, weißt du, ich sing dann da. Und sehe dann die Lady Da stehen. Und da laufen die Tränen. Und ich muss dann selbst schlucken und denke dann, das ist ja echt geil. Und das war so ein richtig tiefes Ding. Und dann zack, am Ende eben drei Kisten Wein. Ey, hammergeil. Das war doch wirklich irgendwie... Ein schönes Intermezzo. Und alle waren froh danach. Also, ich bin eigentlich auch eine Art Influencer. Na klar.
Tim Oliver Schultz: Also wenn ich Influencer genannt werde, dann finde ich das immer lächerlich, weil ich bin Schauspieler, Der hat einen Instagram-Account und der postet da ab und zu Sachen, die er cool findet. So, manchmal kriegt er was dafür. Ob ich jetzt einen gewissen Influencer auf die Menschen habe, die das sehen, bestreite ich nicht. Aber ich würde mich jetzt nicht als Influencer ausschließlich bezeichnen. Nicht mal teils. Also wenn Leute sagen, wenn du das machst, dann ist das Influencer-mäßig, dann ist das so, Aber ich würde mich nicht als Influencer bezeichnen.
Joël Kaczmarek: Ich habe gerade überlegt, was das bekloppteste war, was ich mal gebartet habe oder das Lustigste, wo ich dann werben muss, Das waren Windeln. Wirklich?
Tim Oliver Schultz: Aber du hast ein lebenslanges Windel-Abo bekommen für …
Joël Kaczmarek: Wir haben so einen Fahrstuhl, der war so, ich weiß nicht, 800 Kilogramm, der war fast um. Wirklich?
Tim Oliver Schultz: Das ist sehr viel Geld, oder? Das muss man ersparen.
Joël Kaczmarek: Ja, also, ich glaube so anderthalb Tausend Euro habe ich in Windeln, Bodylotion und Co. gehabt. Lauf bei dir. War aber auch eine tolle Firma, Naty. Die machen nämlich so Bio-Produkte, ganz tolle Windeln aus Schweden. Und weil ich die gut fand, bin ich da hin und habe gesagt, ey, so Ich bringe, es war auch Ernst gemeint, also, ich hab die dann besprochen, und dann haben wir auch, Ich bin nach Schweden dann auch gefahren, hab ein Interview mit der Chefin gemacht, unfassbar, anregend, Die ist irgendwie Ende der 40er, glaube ich, ist eine Anwältin, die irgendwann ihr aufgehört hat, Anwältin zu sein, weil sie gesagt hat, Ihr ging's auf den Sack, dass sie keine Windel kriegte, ohne Erdöl drin. Und dann hat die angefangen, vor 20 Jahren Bio-Windeln herzustellen.
Tim Oliver Schultz: Sag mal, wie viele Follower hast du denn du?
Joël Kaczmarek: Das hab ich über unseren digitalkompakt gemacht, über unseren Podcast. Also Instagram hab ich, glaube ich, liebe Hörer da draußen, erbarmt euch meiner, Ich glaube, ich hab 169 Follower auf Instagram, wo wir schöne Bilder machen mit Sebastian. Also Instagram ist nicht mein Kanal, mein Kanal war Podcast und da haben wir so 60.000, glaube ich.
Tim Oliver Schultz: Okay.
Joël Kaczmarek: Aber Podcast ist halt auch so ein Medium, wenn dir jemand zuhört, du bist halt im Ohr der Leute. Das ist halt intim und hohe Glaubwürdigkeit, die sich mit verbindet. Und damit gehen wir auch heilig um. Okay,
Tim Oliver Schultz: und wenn du dann sagst, Tesla ist zum Beispiel die Firma der Zukunft und Tesla, Wenn die mir mein Auto schenken würden, dann wäre ich richtig froh. Nee, das wäre ziemlich gut.
Joël Kaczmarek: Mein AK-47 ist gerade kaputt. Hört das gerade jemand? Ja, ich finde,
Tim Oliver Schultz: man muss auf jeden Fall rote Linien haben. Wir hatten zum Beispiel mal eine Anfrage von jemandem, Die stellen so trinkbares Essen her. Und dann habe ich mir davon so ein Sixer schicken lassen, habe mir das angeguckt. Und da ist halt nur so. Mais-Sirup drin. Und Mais-Sirup ist noch schlechter als Zucker, ist einfach nur Dreck. Also, es ist wirklich einfach nur Dreck. Und da haben wir dann zum Beispiel auch gesagt, so ey,
Joël Kaczmarek: Das ist ein tolles Produkt für viele Menschen, glaube ich, Aber für mich ist das nicht das Richtige, damit kann ich mich nicht assoziieren. Oder Banken. Wir hatten mal eine russische Bank, wo ich gesagt habe, so, ne. Also für Banken, gerade wenn Sie vielleicht so Waffenkäufer, wie du jetzt sagst, unterstützen, das geht mir nicht über die Zunge.
Tim Oliver Schultz: Ne. Deswegen ist es auch schwierig. Wenn ich da irgendwie jetzt weniger idealistisch wäre, dann würde ich da wahrscheinlich irgendwie, Würde ich da vielleicht auch Geld für irgendwelche Posts bekommen oder irgendwie. Aber ich will das Halt auch nur mit Sachen machen, wo ich wirklich dahinter stehe.
Joël Kaczmarek: Hilft Dir das denn bei deiner Vermarktung? Also sind digitale Kanäle mittlerweile wichtig,
Tim Oliver Schultz: um deine produzierten oder von dir beschauspielerten Filme zu produzieren? Na klar. Also ich meine, wenn du dir anschaust, Louis Hofmann. Zum Beispiel, der bei Dark die Hauptrolle gespielt hat oder spielt, DER hat...
Joël Kaczmarek: Habe ich gesehen, gerade, fand ich hammergeil. Ist krass, ne? Habe ich echt, also diese ganzen Zeitebenen. Verstanden habe ich nichts,
Tim Oliver Schultz: aber...
Joël Kaczmarek: Also, man muss wirklich sich fast notizen machen und muss irgendwie gucken. Man muss, glaube ich, das auch mit jemandem zusammen gucken, mit dem man sich austauschen kann. Ja, es funktioniert nicht, wenn du... Es geht um verschiedene Zeitebenen. erstmal. Und dann geht es aber auch noch um Paralleluniversen. Also, das war das ganz Schlimme.
Tim Oliver Schultz: Also, es funktioniert gar nicht, wenn du irgendwie nicht ganz bei der Sache bist, zum Beispiel.
Joël Kaczmarek: Die einen sagen so, die anderen sagen so.
Tim Oliver Schultz: Also bei mir hat es nicht funktioniert. Ich fand es auch richtig. krass, vor allen Dingen, was die beiden da irgendwie gesponnen haben, Die beiden Showrunner, also der Baran bo Odar und seine Frau, ist unfassbar, smart und intelligent und tiefgründig. Und viel. Philosophisch. Sehr philosophisch.
Joël Kaczmarek: Das ist ja eben genau das. Ding, dass irgendwie die Weiterführung von der Stephen Hawking-Idee oder von Physik und Philosophie.
Tim Oliver Schultz: Ja, sie hat, Ich habe ihren Namen leider gerade nicht auf den Lippen, auf jeden Fall, sie ganz, ganz viele Bücher gelesen, die ich alle nicht verstehen würde. wahrscheinlich, weil ich bin Street Smart und nicht Book smart, wenn ich es erwähnt habe. Und philosophische und astrologische Bücher gelesen. Und das da alles mit einfließen lassen. Und ich finde, das sieht man und spürt man. Und ja. Ich bin da ein Fan von.
Joël Kaczmarek: Also, ich habe ja früher irgendwie angefangen, mal zu lesen, Eine kurze Geschichte der Zeit von Stephen Hawking und habe es natürlich nicht verstanden, wo es wirklich um Wurmlöcher und Zeitreisen und irgendwie Zeit und Raum und diese ganzen Schräge Sachen. Und dann kam irgendwie ein paar Jahre später raus, Eine kurze, illustrierte Geschichte der Zeit. Also ein großes, irgendwie Bildband, wo eben das noch bebildert war. Und da habe ich schon ein bisschen mehr gecheckt.
Tim Oliver Schultz: Aber weil ich dir meinte, hilft dir das bei der Vermarktung, hast du den mitproduziert? Ne, was ich sagen wollte, ist zum Beispiel Louis Hofmann, DER vorher... Ich glaube, der hatte vorher, ich weiß es nicht, 20, 30, 40, 50.000 Follower. Und plötzlich hat er 1,2 Millionen. So, wenn du Louis Hofmann vorher angefragt hättest für irgendeinen Film, wo du vielleicht nicht ganz so viel Geld für das Marketing hast, dann musst du automatisch mehr Geld fürs Marketing einrechnen. Wenn du jetzt einen Louis Hofmann besetzt und dann zeigt er seinen 1.,2 Millionen Followern. Einfach den Trailer von dem Film, erzählt Was vielleicht Behind-the-Scenes-Fotos von dem Film, Dann hast du automatisch viel mehr Aufmerksamkeit für Dein Produkt. Und bei mir ist es auch so klar, dass ich denke, wenn ich jetzt zum Beispiel einen Netflix-Film, der jetzt im September rauskommt, Da habe ich halt während dem Dreh immer schon Sachen fotografiert und irgendwie Behind-the-Scenes-Aufnahmen gemacht.
Joël Kaczmarek: Darfst du das eigentlich? Das ist ja auch noch eine Frage, ob du das sozusagen rechtlich darfst. Ich weiß noch, Bei uns war es bei Sing meinen Song – Das Tauschkonzert so, Dass wir, wenn wir zwischendurch schon was gefilmt hatten oder fotografiert hatten, Wir durften noch nicht damit rausgehen.
Tim Oliver Schultz: Ich durfte auch mit vielen Sachen nicht rausgehen. Das war total strikt. Aber jedenfalls habe ich diese Aufnahmen und kann damit jetzt werben und kann jetzt meinen. 223.000 Followern,
Joël Kaczmarek: die nachdem es ausgestrahlt wurde, das Doppelte wahrscheinlich sein werden.
Tim Oliver Schultz: Nee, aber, dass ich denen halt Informationen über den Dreh mitgeben kann, dass ich sozusagen, wenn ich begeistert von dem Film bin, und ich habe den gesehen, und der ist wirklich geil geworden. Und wenn ich das Halt in der Öffentlichkeit erzähle, und diese Öffentlichkeit ist halt bei mir vor allen Dingen. Instagram Einfach und digitale Medien, Dann hat das einen großen Werbewert. Früher war es so, dass man Anzeigen geschaltet hat und irgendwie in irgendwelchen Zeitschriften halt eine Seite gekauft hat, die hat vielleicht, Ich weiß nicht, wie viel so eine Seite kostet, 10.000 Euro für so eine Monatszeitschrift. Dann kalkulierst du das alles mit ein oder du gehst zu Wetten, dass..? oder so. Aber wenn du halt jemanden hast, der einfach diese Followerschaft hat und diese Aufmerksamkeit hat und darüber reden kann, dann sparst Du Dir sozusagen das ganze Geld, was du ins Marketing stecken würdest. Oder kriegst es halt noch on top einfach diesen Wert dazu. Und das kann man nicht verneinen, dass das einfach was sehr Wichtiges ist, heutzutage. Und natürlich gibt es die Schauspieler, die viel renommierter sind, als ich und die viel größere Projekte gemacht haben. Und Preise gewonnen haben und hast du nicht gesehen? Und die haben gar keinen Instagram. Und die sagen, sie haben darauf keine Lust, und das ist natürlich auch okay. Aber wenn, wie gesagt, jetzt ein Produzent, ein Verleih, wie auch immer, Eine Firma, sagt, Wir möchten einen Film herstellen und wir stecken so und so viel Geld ins Marketing, Dann müssen Sie bei jemandem, der gar keine Follower schafft, natürlich mehr Geld einplanen als bei jemandem, der viele Follower hat.
Joël Kaczmarek: Ich überlege ja gerade, also, um mal so einen Benchmark zu geben, Wir haben auch mal mit einer Zeitung kooperiert, einer Wochenzeitung, Da war, glaube ich, so eine ganzseitige Anzeige, so um die 42.000 Euro, meine ich. So und ich habe mich immer gefragt, wir haben so mit QR-Codes auch mal getestet, was da rumkommt. Und es ist echt überschaubar und es ist natürlich immer so, Zeitungen sagen, Ja Brand, Brand, Brand, Also, es geht ja nicht nur um Performance, also um Klicks, sondern auch irgendwie um Branding, dass Du Wahrnehmung hast, Awareness, die ganzen Buzzwords. Das ist natürlich bei Instagram toll, dass du da Interaktionen hast, also, da kannst du halt zeigen, was rumgekommen ist.
Tim Oliver Schultz: Du siehst genau, welche Zielgruppe auf irgendwas geklickt hat und wie sie da weitergekommen sind, wie alt Die Leute sind, aus welcher Stadt die Leute kommen, Was für ein Geschlecht? Die Leute haben, worauf die Leute sonst stehen. Du siehst, du kannst es ganz genau nachverfolgen und du kannst es viel genauer planen. Und ich frage mich jetzt so ein Stück weit, Ist das bald sogar Einstellungsvoraussetzung bei euch?
Joël Kaczmarek: Ist es schon, glaube ich. Ich glaube,
Tim Oliver Schultz: das gibt es auch. Also, ich habe einen Film gemacht vor ein paar Jahren, und da hatte ich die Hauptrolle von vorne, also eine der Hauptrollen. Von vornherein, Ich kenne den Produzenten gut, und der wollte mich, und das haben wir gemacht. Und dann hieß es aber, dass andere, dass Schauspieler abgesagt wurden oder dass denen kurzfristig gesagt wurde. Oder zu kurzfristig denen gesagt wurde, dass sie jetzt irgendwie doch nicht dabei sind und weil Schauspieler für diese Rolle genommen werden müssen, die mehr verloren haben. Ich sage jetzt nicht, welcher Film das war, aber angeblich war es der so.
Joël Kaczmarek: Ist das nicht eigentlich traurig oder ist das nicht eigentlich wirklich? Auch scheiße?
Tim Oliver Schultz: Das ist total beschissen, das ist total, scheiße, Aber wie es da war, Ich weiß nicht, wie es wirklich gelaufen ist und wie das alles war, aber ich kann total nachvollziehen, dass man sagt. Wir haben nicht das Geld fürs Marketing, Wir brauchen Leute, die zu Wetten, dass..? gehen, zum Beispiel. Dann sitzen die da auf der Couch einmal im Jahr, Wir wetten das, wenn es sie noch geben würde, und dann haben wir halt einfach. 40, Ich weiß nicht, wie viele Leute haben da zugeschaut? früher? 12 Millionen. Und dann hast du die 12 Millionen Zuschauer, die einfach von dem Schauspieler erfahren, Warum es in dem Film geht und warum Sie sich den Film anschauen müssen. Und dass man sagt, ich muss eher den nehmen, als jemanden, den kein Schwein kennt. Ist völlig logisch.
Joël Kaczmarek: In der Formel 1 haben wir ja Paydriver, Das sind Fahrer, die quasi Geld mitbringen. mitbringen. Und so ist es ja ein bisschen auch. Zum Beispiel, so Checo Perez bei Force India, Der kommt halt hin, hat irgendwie so eine mexikanische Bank im Hintergrund. Die wollen natürlich einen Mexikaner als Vorzeigeprodukt, der breit bekannt ist, Das ist dann für die attraktiv. Die zahlen dann dem Rennstall. Geld pro Jahr. Ein paar Millionen, dass er da fahren darf. Das ist Krass, manchmal, Diese Entwicklung. Vielleicht haben wir es bald bei Fußballern auch. Mit der Kreissparkasse im Rücken dann zu deinem FC Basel kommen.
Tim Oliver Schultz: Wenn die Zuschauer nicht mehr kommen dürfen.
Joël Kaczmarek: Hast du eigentlich recht. Stimmt.
Tim Oliver Schultz: Also, irgendwo muss das Geld daherkommen. Die verdienen sowieso zu wenig. Die Fußballer? Ja. Dafür müssen wir doch mal eine Lanze brechen. So ein bisschen mehr Geld für die Fußballer. Wir müssen der Solidar-Gedanke machen. Wir müssen sagen, ey, kommen die Armen Schweine.
Joël Kaczmarek: Aber wie hast du das gemacht, dass du auf Deine 223.000 gekommen bist? War das so organisch, dass du dich dahin gestellt hast und zack, Oder hast du auch was für getan?
Tim Oliver Schultz: Was ich immer so als Feedback bekomme für meinen Instagram-Account ist, dass es sehr authentisch ist. Authentisch ist auch so ein komisches Wort, Irgendwie eigentlich nie wirklich mag. Dass ich mich halt zeige, wie ich bin und halt das von mir preisgebe, worauf ich Bock habe. Und das irgendwie nicht lange drüber nachdenke, was ich mache und das einfach so raushaue. Also Die Follower sind natürlich nur gekommen wegen Club der roten Bänder oder wegen anderen Filmen, die Halt erfolgreich liefen. Ich merke das immer, wenn ein Film von mir läuft, dass es dann plötzlich total hoch geht, dass es dann total ansteigt. plötzlich. Aber wenn ich jetzt halt die ganze Zeit irgendwas posten würde, so eine Reichsbürgerkacke oder irgendwas posten würde. VON wegen... Irgendwelche komischen Gedanken propagieren würde, Dann würden die Leute wahrscheinlich auch weniger werden. Also dann würde es auch weniger werden. Und jetzt wird es halt immer weniger, weil ich zu wenig poste, glaube ich. Und wenn ich dann mal was poste, dann denken die Leute, ah, Dem folge ich ja immer noch und entfolgen mich dann irgendwie. Und wie es jetzt mehr wird, ich weiß es nicht. Es gibt natürlich Leute, die haben gar keine Filme, die rauskommen, Die sind nur Influencer, und die kriegen immer mehr Follower und immer mehr Follower, Weil sie irgendwie viel Nacktheit zeigen oder was auch immer machen.
Joël Kaczmarek: Ich habe auch manchmal den Eindruck, dass Instagram Frauen affiner ist. Also als Frau hast du es, glaube ich, ein bisschen leichter, weil... Wenn du sehr hübsch bist, die Kerle, also wie meinte man früher, Die holen sich einen Runter auf die Bilder und die Frauen gucken halt, oh, wie schminkt die sich, Was isst die, Wie ernährt die sich, Ich will auch so sein. Warum soll einer so uns Kerle angucken, wenn man jetzt nicht gerade ein bekannter Schauspieler ist, wie du oder Sänger oder?
Tim Oliver Schultz: Ich habe immer das Gefühl, dass es sehr andersrum ist, dass es eher so ist, dass die, also klar, dass es Frauen leichter haben, weil Frauen folgen, Frauen und So und Männer folgen eher seltener Männern, aber, dass es halt schon einfach mehr Mädels sind, die das Ganze nutzen. Und dass man da halt irgendwie dann.
Joël Kaczmarek: Pamela Reif ist so ein Beispiel für mich. Ich habe auch so gedacht, sie war eine 6 Millionen Follower oder sowas. Riesig. Also die ist eine Medienmacht. Und was kommt bei der zusammen? Gutes Aussehen, Sport, Ernährung, Frau. Die macht ja gar nichts zu schminken.
Tim Oliver Schultz: Die erfindet den Ball eigentlich nicht. neu. Warum machst du denn keine 6 Millionen? dann?
Joël Kaczmarek: Ich weiß nicht. Da musst du mal die Leute fragen. Ich glaube, die verstehen das einfach nicht, was ich meine. Logisch, Sex sells, Aber muss man echt die Leute draußen? fragen. Für mich ist diese ganze Welt, muss ich ehrlich sagen, ist für mich nach wie vor fremd. Und auch ein bisschen, also irgendwie, so spooky, weißt du? Also ich finde das irgendwie einfach komisch. Ich habe eben so scherzhaft gesagt, in der analogen WELT findet das Leben statt. Natürlich ist es wirklich so. Aber natürlich weiß ich auch, dass die moderne Welt eben so ist. Und das eben, Wie gesagt, Einstellungskriterium bei vielen Leuten ist definitiv, Irgendwie wie viele Follower hast du. Du hast es eben genau richtig, erklärt. Natürlich weißt du dann genau, wenn du da jemanden hast, der eben so und so viele Leute hat, die ihm sowieso folgen. Oder ihr, Dann ist das eine... Promotion, die du dir eben anderweitig nicht kaufen musst.
Tim Oliver Schultz: Also ich finde es auch Spooky tatsächlich einfach manchmal, wenn ich mir überlege, was ich da, Ich mache eine Story, irgendwie, wie ich auf dem Pferd sitze oder irgendwas. Und dann sehen, dass einfach ein paar Stunden später steht, DAS HABEN 5 Dinge mit 20, 50.000 Menschen, haben das gesehen, Diese 17 Sekunden gesehen. Finde ich das schon? spooky.
Joël Kaczmarek: Ich finde das immer anstrengend mit dem ganzen Thema, dass man mittlerweile auch so viel parallel pflegen muss. Du musst über Fotos nachdenken, du musst Storys machen. Du müsstest eigentlich sogar noch TikTok machen, und dann kannst du auch schnell eine reichweite Hochballern auf dem Zweithandy.
Tim Oliver Schultz: Ich habe auch früher gesagt, dass ich mich Instagram gegenüber verweigere und dass ich nur bei Facebook bin. Und scheiß auf Instagram. Und so ist es bei TikTok auch gerade, Aber ich weiß nicht, TikTok, das wäre allein der Name TikTok, Das ist nett. Habt Ihr TikTok? Ich hab's gehabt, ich hab's deinstalliert aus Sicherheitsgruppen.
Joël Kaczmarek: Ich hab's gehört und das ist für mich, also? Ich muss sagen, es geht ja noch in ganz anderen Genres, so. Also, wenn du dir Trump anguckst, der irgendwie, Seine größte Reichweite ist sein Twitter-Account und damit erreicht er mehr Leute sogar als über Fox News. Muss der echt mal reinziehen, dass so ein Typ, der wirklich auch ungefiltert und teilweise wirklich wirre Dinge von sich gibt, Gefährliche Sachen, wie er sozusagen wirklich eine Wahnsinns-Follower-Schaft hat. Es war jetzt, glaube ich, das erste Mal, dass irgendwas gesperrt wurde von ihm, weil es eben rassistisch war oder weil es eben irgendein scheiß war. Rassistisch ist es immer. Das ist alles irgendwie nicht gesund. Ich glaube einfach, dass es, also. Man kann immer sagen, es ist, wie es ist, und wir sind doch keine Maschinenstürmer, Wir dürfen uns nicht der modernen Welt verweigern. Nee, ich möchte irgendwie, ich möchte nicht den ganzen Scheiß mitmachen. Und ich glaube auch, dass es irgendwann antizyklische Bewegungen geben wird, die genau das wieder irgendwie Ad absurdum führen und sagen, wir wollen das nicht haben.
Tim Oliver Schultz: Eben, das ist doch in all diesen ganzen Filmen... Wo es irgendwie um Zukunft geht und wo es um irgendwelche krassen. Computer-Roboter-Geschichten geht, Da gibt es immer dieses sympathische Volk, was irgendwie irgendwo auf dem Land im Wald lebt. Oder sowas, Wo Ziegen, rumlaufen.
Joël Kaczmarek: Genau.
Tim Oliver Schultz: Und da denke ich mir immer, jo, das gibt es immer. Und das ist irgendwie das, wofür es sich zu kämpfen, lohnt. Die Leute, die irgendwie Back to the roots, die halt irgendwie selber anbauen, die selber… Sagst du,
Joël Kaczmarek: während Du gleichzeitig gesagt hast, Ich habe so wenig Follower und ich möchte gern mehr Follower haben. Also hey, ich verstehe, dass das auch zu deinem Job gehört, sozusagen und zu meinem Ja theoretisch auch. Also ich weiß von Plattenfirmen, Wenn heute Leute gesigned werden, dann werden schon eher Leute gesigned, die eine große Follower-Schaft haben.
Tim Oliver Schultz: Man kann nicht mit, man kann auch nicht ohne, oder?
Joël Kaczmarek: Naja, also, ich glaube, man kann auch ohne. Es gibt genug Leute, und wir hatten hier schon Gäste, die gesagt haben, Hä, Kunst trifft digital. Ne, ich bin digital. Die totale Badekappe. Kunst trifft analog. Ja, genau. Wenn Dietmar B. Mein Freund, Der Tatort-Schauspieler, wenn der mir eben sagt, du, ich... Hab sogar irgendwie schon Probleme, irgendwie mit Mail und so, Dann glaub ich dem das, und dann find ich das auch in irgendeiner Weise echt cool. Na klar, total.
Tim Oliver Schultz: Deswegen wird Trump nicht aufhören, scheiße von sich zu geben. halt, ne? Weil Dietmar Bär das nicht macht, so, Aber irgendwie ist es halt immer der Weg, Wie gehen wir damit um? Was machen wir damit? Wie können wir das nutzen und wie können wir? 223.000 Menschen... Als Followerschaft, Wie kann man das nutzen, um irgendwas Gutes zu propagieren?
Joël Kaczmarek: Ich sag jetzt mal Verantwortung oder Mission oder wie auch immer.
Tim Oliver Schultz: Also eine Verantwortung auf jeden Fall, dass ich denke, so alles, was ich da von mir gebe, das muss irgendwie authentisch sein, dass ich muss, damit irgendwas Gutes. Und wenn es nur ein gutes Lebensgefühl ist oder so ein bisschen von wegen, Hey Leute, so haltet durch, Es gibt auch, Es wird wieder Geiler, irgendwie, Es gibt, was, wofür es sich irgendwie zu kämpfen, lohnt, Es gibt, was irgendwie, glaubt an das Gute. Irgendwie, wenn euch jemand die vorvernehmt, dann schüttelt nicht den Kopf und denkt irgendwie, Ach, Mann, Ich bin so traurig, sondern dann klopft ihm auf den Arsch und Fahr weiter. Oder so. Genau,
Joël Kaczmarek: fort ihm rein. Und wenn ihr eine Waffe dabei habt,
Tim Oliver Schultz: dann macht Gebrauch davon. Also dieses Deutsche sich über Dinge ärgern, wenn man dagegen was machen kann, dann reicht es schon. Aber ich finde,
Joël Kaczmarek: man muss ja auch immer relativieren. Also Dietmar Bär ist irgendwie etablierter Theaterschauspieler. Er ist jetzt, was bist du, 32? 32, ja. Wenn jetzt ein 32-jähriger junger Mann sagt, der produziert und Schauspieler ist, Ich verweigere mich. Instagram. Das ist ja auch ein bisschen beruflicher Selbstmord.
Tim Oliver Schultz: Du, es gibt auch Leute, die sind total, also, die sind von mir hoch angesehene Kollegen, Die sind genauso alt wie ich. Und die sagen auch, haben Sie nichts mit zu tun. Ich mache es, weil ich irgendwie, weil ich auch so ein bisschen Bock drauf habe, weil ich irgendwie denke, jo, Ich mache da gerne irgendwie, gebe ich Shoutouts oder so.
Joël Kaczmarek: Also ich weiß nicht, ob es bei euch auch so ist,
Tim Oliver Schultz: in meinem Signal ist halt so, Ich müsste mich eigentlich auf LinkedIn businessmäßig dauernd geben, dauernd Was posten, auf Instagram irgendwie interessant, auf Twitter intellektuell und dann vielleicht noch auf TikTok lustig. Und ich finde das so anstrengend.
Joël Kaczmarek: Dann mach's doch nicht. Also, ich habe mich damals, weil du gerade sagst. LinkedIn, Ich habe mich damals auch irgendwann mal angemeldet und habe da nie was gemacht. Deswegen beantwortest du meine Anfrage nicht. Ich kriege viel von Leuten, die ich kenne, die sagen, Hey, LinkedIn und so, Ja, Sie haben die und die Anfrage wieder und kriegt da ganz viel. Nee, nee. Ich müsste mich eigentlich da abmelden, weiß aber nicht mehr so genau, wie das geht. Das finde ich auch immer so schwierig. Es ist so ein Wahn, dem ganzen Zeug hinterherzurennen. Ich will es nicht. Ich möchte mich dem eigentlich wirklich am liebsten verweigern. Auf der anderen Seite hat ja Tim gerade gesagt, Instagram habe ich auch gesagt, das ist Kacke. Wenn er das zwei Jahre vorher sozusagen, sich den Schmerz gegeben hätte, sich diesen Kacke zu geben, hätte er jetzt vielleicht 4.00.000 Abonnenten.
Tim Oliver Schultz: Ja, dann wäre ich jetzt...
Joël Kaczmarek: Aber es ist immer so, hinterher ist man immer klüger. Lass uns abschließend auch nochmal ein bisschen über Streaming reden. Also ich weiß, du machst irgendwie einen Film, glaube ich, auf Netflix demnächst, oder?
Tim Oliver Schultz: Genau, Ich habe letztes Jahr im September den gemacht, und der kommt dieses Jahr im September raus. Und ich konnte mir tatsächlich einen, Ich glaube, von jedem den Kindheitstraum erfüllen, der irgendwie in Schauspielrichtung, denkt. Und zwar einen Superheldenfilm zu machen.
Joël Kaczmarek: Wer war dann noch so mit dabei?
Tim Oliver Schultz: Da war noch Wotan Wilke Möhring mit dabei. Und Nina Kunzendorf und als Hauptdarstellerin die Nele Gröschel, Cornelia Gröschel, die die Dresdner... Tatort-Kommissarin ist.
Joël Kaczmarek: Okay.
Tim Oliver Schultz: Die Blonde. Ralph Herforth, der Mein Vater spielt, war dabei. Thelma Buabeng.
Joël Kaczmarek: Und du bist der Superhero?
Tim Oliver Schultz: Ich weiß ehrlich gesagt wirklich nicht, was ich sagen darf. ABER ES ist... Okay. Ich spiele den Antagonisten.
Joël Kaczmarek: Aber es ist natürlich wirklich ein Kindheitstraum. Total. Die Frage ist ja irgendwie die, wenn, also könnte ich mal in die Runde geben, Die Frage, wenn man eine Superkraft haben könnte, Welche wäre das?
Tim Oliver Schultz: Elektro-Man.
Joël Kaczmarek: Ah ja, wieso, was macht der? Der macht dann sozusagen. drrrrm.
Tim Oliver Schultz: Elektro-Man kann sämtliche elektronischen Dinge steuern, so wie er will. Er kann aber auch, Wenn jetzt hier einfach ein Metall irgendwie ist, dann kann er auch hier anfassen und kann aus dem Mikrofon halt Elektroschocks raus senden, wie er will.
Joël Kaczmarek: Was gewinnst du dadurch? Ich hätte jetzt gesagt, du sagst jetzt so Superstärke oder Gedanken. Naja,
Tim Oliver Schultz: Zum Beispiel Kannst Du sämtliche elektronischen Geräte ohne Batterien laufen lassen. Du brauchst keine Batterien, keine Akkus mehr, gar nichts. Du kannst die ganze Stadt lahmlegen. Genau,
Joël Kaczmarek: du kannst Elektroschocks verteilen, geil.
Tim Oliver Schultz: Du kannst alle Flugzeuge, die irgendwo rumfliegen, die werden ja auch durch irgendwas gesteuert, kannst einfach hier anfassen. Und dann könnte ich wahrscheinlich, weil das alles mit allem verbunden ist, Könnte ich die ganze Stadt lahmlegen, könnte alle Flugzeuge irgendwie aufeinander zufliegen lassen. Ich könnte eigentlich alles kontrollieren, wo ansatzweise... Technik oder Elektronik am Start ist.
Joël Kaczmarek: Ich habe eine ganz peinliche Superkraft, die ich glaube, ich gerne hätte. Das klingt so salbungsvoll. Ich hätte gerne so Heilkräfte. Jemanden berühren und jeden Scheiß heilen können. Oh,
Tim Oliver Schultz: das ist schön. Jesus Joël Kaczmarek.
Joël Kaczmarek: Es ist ein interessantes Gedankenexperiment. Wäre das eine Last oder eine Freude? Weil du kannst eigentlich nie mehr guten Gewissens, so... Urlaub machen, weil dann sterben ja dauernd Leute, die du hättest retten können. Ja,
Tim Oliver Schultz: erstens das, und zweitens musst du echt aufpassen, dass du nicht am Kreuz endest. Das ist dann auch noch so ein Ding. Oder dass du halt irgendwie die ganze Zeit an der Seite von so einem Tyrann irgendwie gefesselt bist. Und immer denen irgendwie heilen musst. Oh Gott,
Joël Kaczmarek: ihr habt denn noch schlimmere Ideen als ich?
Tim Oliver Schultz: Ja, das wäre total scheiße, Wenn du plötzlich mit so irgendwelchen Kriegen unterwegs bist und dann alle die ganze Zeit heilen, musst, aber vielleicht für die falsche Seite kämpfst.
Joël Kaczmarek: Was wäre denn deine Superkraft? Ich weiß es gar nicht so genau. Also ich denke mal, irgendwie fliegen, ist schon nicht schlecht. Irgendwie fliegen können.
Tim Oliver Schultz: Höhenangst habe ich da.
Joël Kaczmarek: Oder, nee. Die hast du ja dann nicht, wenn du fliegen, kannst. Oder irgendwie auch ein Künstler sein. Also so ein Tornomagen-mäßig. Oder Zeitreisen. Zeitreisen wäre natürlich noch da. Absolut der Hammer. Boah,
Tim Oliver Schultz: Da flippst du aber aus. Da wirst du, glaube ich, verrückt.
Joël Kaczmarek: Nein, Eine Geile Fähigkeit wäre, wie bei Jumper damals mit Hayden Christensen, Wenn du dich überall hin teleportieren könntest auf der ganzen Welt. Du musst einmal den Ort gesehen haben auf einem Foto und kannst dich hinbiegen.
Tim Oliver Schultz: Das habe ich schon ganz, ganz früh. Da gab es Jumpa noch nicht. Da war ich irgendwie sechs oder so. Da dachte ich, sowas müsste es geben, wo man das hier so hinstellt. Ich dachte immer an die Grundschule. Dass ich vor der Grundschule so eine komische Platte hinstelle bei mir zu Hause. Da muss ich nicht mehr in den Weg da hingehen, sondern kann einfach immer zack,
Joël Kaczmarek: siehst du, du hast richtig gedacht.
Tim Oliver Schultz: Das wird es irgendwann geben.
Joël Kaczmarek: Wie fühlt es sich an, mit Netflix zu arbeiten?
Tim Oliver Schultz: Das war ehrlich gesagt, nicht so viel anders als alle anderen Produktionen, Außer dass Sie dann im Nachhinein halt, weil also die geben ja, Letztendlich läuft es ja so, du machst einen Film und dann gibt ein Auftraggeber, gibt dafür Geld. Und wenn das Geld weg ist, hast du Pech gehabt. Aber bei Netflix ist es halt so, Oder bei den anderen Streamern, dass sie halt einfach so viel Geld im Rücken haben, dass Sie dann sagen, okay, alles klar, Wir brauchen noch ein paar Nachdrehtage, oder wir stecken jetzt nochmal ein bisschen. Extra Geld in die Postproduktion, also in die Special Effects oder Visual Effects oder alles. Und da ist dann einfach ein bisschen extra Geld da, Aber ansonsten war es tatsächlich, als ich dann das erste Mal gehört habe, okay, jetzt hier Netflix plötzlich am Start, Der Regisseur hat mir schon relativ früh von dem Projekt erzählt und hat dann irgendwann gesagt, so, Jetzt haben wir halt irgendwie, reden wir gerade mit Netflix. Und ich dachte, geil, Alter, ich bin am Start, ich bin dabei. Und dann hat er gesagt, Netflix finde ich auch okay. Und jetzt ist Netflix am Start. Und jetzt bist du mit am Start. Und das war völlig surreal, vor allem, weil ich halt so ein Riesen. Netflix-Fan bin. Also, Netflix hat ganz wichtige Dinge in meinem Leben mit beeinflusst. Zum Beispiel Chef's Table, das Kochen, die Leidenschaft fürs Kochen. Oder mit meiner Nichte habe ich irgendwie die erste Natur-Doku geschaut und dann irgendwie immer mit ihr Natur-Dokus auf Netflix geschaut. Und das war so ganz viel. Schöne emotionale Verbindungen zu Netflix. irgendwie. Und dann war es halt so, okay, alles klar, ich habe jetzt auch was. Es war eine Zeit lang so, dass Leute, wenn die gefragt wurden, was drehst du gerade, so Schauspielkollegen, dass die dann gesagt haben, ja, ich darf nicht drüber reden. Und dann war es halt immer so, du Arschloch, du machst mit Netflix irgendwas wahrscheinlich. Und dann durfte ich halt auch irgendwann sagen, ja, ich drehe auch gerade was, aber ich darf nicht drüber reden, was es ist. Und das hat sich schon ziemlich gut angefühlt.
Joël Kaczmarek: Wie heißt der, Wie ist der Titel?
Tim Oliver Schultz: Freaks – Du bist eine von uns.
Joël Kaczmarek: Freaks – Du bist eine von uns, das ist schon mal sympathisch. Oder? Ja.
Tim Oliver Schultz: Und Freaks hat irgendwie auch einen guten Schriftzug und so. Und Freaks sind eben die Superhelden.
Joël Kaczmarek: Finde ich gut.
Tim Oliver Schultz: Ein Neues. Und vor allem das Lustige war auch, dass in der Vorbereitung immer gefragt wurde, Wie geht denn das jetzt und wie ist das jetzt? Es ist ein realistischer Film und es ist alles ganz normal, Aber dann gibt es halt diese Superkräfte. Und wie funktioniert das jetzt? Und keiner wusste so richtig.
Joël Kaczmarek: Ist ein bisschen X-Men-mäßig sozusagen. Genau,
Tim Oliver Schultz: so ein bisschen. Aber es ist eigentlich mehr ein Sozialdrama-Comedy-Mix. Joint Venture und, äh, Joint Venture ist, glaube ich, Der falsche Begriff, Es finden alles Mögliche zusammen. Naja,
Joël Kaczmarek: Ein Mesh. Aber hast du, als jemand, der Produktion gelernt, hat, dieses Geschäftsmodell eigentlich verstanden, wie es funktionieren kann, Dass Netflix von X Millionen Nutzern in Deutschland pro Monat, weiß ich nicht, seine 7 bis 14 Euro einnimmt und davon dann. Film über Film über Film produziert? Also, diese Mathematik geht für mich irgendwie gar nicht auf.
Tim Oliver Schultz: Das ist ja ein internationales Unternehmen, und die werden natürlich irgendwelche internationalen Geldgeber haben, denke ich mal, die Halt sagen, so, wir kaufen uns das. Das ist Prozente von der Firma, oder wir stecken jetzt hier ein paar Millionen, Milliarden, genau so. Und dann haben die Halt dieses ganze Geld, und dann machen die davon einen Film nach dem anderen. Und dann gehen halt welche schief, Manche gehen nicht schief, manche passieren. Also,
Joël Kaczmarek: haben wir es mal andersrum. Mein Verdacht ist, dass die ihr Geschäftsmodell irgendwann anpassen werden und dass der Würgegriff enger wird. Also, ich meine, es ist ja so ein Battle, das ist ja das Schöne im Gegensatz zur Musik, da hast du meinetwegen Disney+, Amazon Prime, Netflix, Hulu. Und vielleicht noch ein oder andere, die mir jetzt gerade entfallen sind, Apple. Also, da hast du sozusagen so ein bisschen so eine Poly... Oder an der Oligarchie, So würde man sagen. Aber ich frage mich, ob dann irgendwann die hingehen werden und sagen, ich schalte jetzt Werbung davor. Oder Product Place.
Tim Oliver Schultz: Ich denke mir sowieso, Amazon ist halt mit dabei, und Amazon ist eine der fünf größten Firmen der Welt. Und wenn die jetzt sagen würden, okay, alles klar, Wir waren nett mit euch, aber jetzt kaufen wir euch alle auf, Dann wäre das wahrscheinlich kein großes Ding für die. Also Netflix könnte jetzt nicht sagen, wir kaufen Amazon auf und iTunes auf und so, aber Amazon könnte halt wahrscheinlich easy irgendwie. Apple auch die.
Joël Kaczmarek: Manchmal wummelt mich das, Warum Apple nicht Spotify kauft, Dann ist endlich mal Ruhe. Ich frage mich gerade irgendwie, ist nicht, Was Filme betrifft, Schon einer der größten Player, auch Disney? Einfach wegen des wahnsinnigen Werkkatalogs, den Sie haben? Ja,
Tim Oliver Schultz: jetzt mit Pixar zusammen und so ist es...
Joël Kaczmarek: Marvel, Star Wars, Haben wir spät gestartet im Streaming.
Tim Oliver Schultz: Ich glaube, es ist ein sehr, sehr spannender, Käfig, in dem das da alles gerade stattfindet. Und ob es da jetzt irgendwelche blutrünstigen Fights geben wird oder ob das alles irgendwie easy ablaufen wird, Keine Ahnung. Auf jeden Fall ist es eine, und das meinte mein damaliger Dozent für Produktion, Peter Rommel, Am ersten Tag meines Studiums kam der irgendwie die Treppen runtergesprungen, hat in die Hände geklatscht und meinte, Ihr werdet Filmemacher in der spannendsten Zeit, die es überhaupt gibt fürs Filmemachen. Und das ist tatsächlich, wird es immer wieder mir bewusst, wie spannend es gerade alles ist, was da passiert. Und jetzt kommt plötzlich die ARD und ZDF auch auf die Idee, einen Streamingdienst zu machen, zusammen einen staatlichen, was irgendwie super weird ist, als Konkurrenz zu den privaten. Was da alles passiert, das kann keiner, glaube ich, so wirklich sagen. Jedenfalls Die Zusammenarbeit mit Netflix war ziemlich cool. Es war problemlos und es war vertrauensvoll. Und man hat Netflix immer geupdatet, was gerade passiert. Und die haben immer gesagt, jo, ist alles cool und finden wir super so. Und vielleicht war das eine außergewöhnlich gute Zusammenarbeit. Also, dass andere Netflix-Produktionen anders laufen. Ich habe auch natürlich irgendwie negative Sachen gehört, das irgendwie von anderen Sets, Aber bei uns lief das alles ziemlich cool und ich... Ich würde mich total freuen, weiterhin mit Netflix zusammenzuarbeiten.
Joël Kaczmarek: Bist du verbrannt jetzt dann eigentlich für Amazon oder für Disney? Nee,
Tim Oliver Schultz: Amazon genauso gerne. Ich würde mich wahnsinnig freuen, mit Amazon zusammenzuarbeiten.
Joël Kaczmarek: Also, es ist nicht so, wenn du beim einen warst, nimmt der andere Dich nicht mehr?
Tim Oliver Schultz: Ich hoffe nicht. Ich weiß es nicht.
Joël Kaczmarek: Ich meine, ich überlege es so, es ist ja auch eine riesige Chance, da hast du ja eigentlich recht. Also ich finde zum Beispiel so, ProSiebenSat.1 hat das Tiereschlange verschlafen, Diese ganzen TV NOW-Sachen endlich mal an den Start zu kriegen. Und aber es ist ja eigentlich wirklich eine Chance, weil du hast nicht mehr dieses Gekrepel. Damit irgendwie Filmförderung zu Filmförderung, Rüber zu robben oder dir aus China Geld holen zu müssen. Über irgendeinen Nischenfonds dafür, dass du dann eine Szene in Bangkok spielen lässt oder so. Nee, Bangkok ist Thailand. Also eigentlich hast du ja da auch eine Chance, dass du sozusagen eine Spielwiese kriegst.
Tim Oliver Schultz: Total. Also, natürlich werden sie am Anfang mehr raushauen als irgendwie später, wie es aussieht. Also, dass sie jetzt gerade sagen, jetzt gucken wir mal und machen viel und gucken und holen die deutschen Leute mit ab, weil das ist ja das Spannende an den Streamern eigentlich, dass Sie halt sagen, wir... Wollen eigentlich nur neue Leute dazu gewinnen? Durch aufregende Sachen. Zum Beispiel, Wir machen jetzt eine Serie über Hundezüchter an der deutsch-tschechischen Grenze. So, das würde ZDF, also so mutige Projekte einfach mal zu sagen, wir machen das irgendwie, Ein Sozialdrama oder keine Ahnung, was. Dann melden sich halt Leute an, nur um das zu sehen, weil das gibt es nirgendwo anders.
Joël Kaczmarek: Kriegst Du eigentlich auch Chancen auf amerikanische Produktion?
Tim Oliver Schultz: Ständig, ständig lehne ich alles ab.
Joël Kaczmarek: Ich denke, gerade an die Kikili, heißt die, glaube ich, Die bei HBO, hier bei Game of Thrones, die erwürgte Prostituierte gespielt hat. Passiert das schon mal, dass man auch von Amis mal gefragt wird? Oder ist das so, ne, never?
Tim Oliver Schultz: Ich hatte mal irgendwie Anfragen für irgendwas Kölnerisches. Amerikanisch ist scheiße. Ja, cool, wenn mir jetzt was einfällt, aber mir fällt das nicht so.
Joël Kaczmarek: Es ist schon marktgetrennt, glaube ich so, ne? Also, es ist eher die Ausnahme, auch. Also Til Schweiger hat es ja auch stark versucht, wenn ich mich richtig in so eine...
Tim Oliver Schultz: Ne, das ist halt dann so, dann kommen die Amis irgendwie, machen die irgendwas. Und dann sagen sie, ja, komm, dann lass uns irgendeinen Deutschen nehmen, Wer ist gerade der deutsche größte Star. Genau. Til Schweiger, Then let's take this Schweiger guy and he's gonna star in it. Also so stelle ich mir das vor. So hat mir das irgendwann mal jemand gesagt. Und ich dachte mir, jo, kann ich mir vorstellen, dass dann die Amis sagen, Sie wollen hier irgendeinen Deutschen mit reinnehmen. Den Grottunger. Genau, Und dann nehmen sie halt den German Bear.
Joël Kaczmarek: In Glorious Basterds waren noch einige Deutsche dabei, Weil. Das wurde ja auch in Babelsberg gemacht. Fand ich ja wie ein großer Tarantino-Fan.
Tim Oliver Schultz: Ja, ich auch. Also, wenn Tarantino das hört. Und Deutsch spricht er mittlerweile. Hier sitzen zwei Fans und einer davon kann gut. Schauspiel.
Joël Kaczmarek: Genau, und der andere auch. Das wissen wir. Ich habe übrigens auch einmal einen Film gemacht. Ich habe mal vor langer, langer Zeit, der, hieß Max und Moritz Reloaded. War auch ein totaler Flop, ja. Aber so ähnlich, also. Es ist wirklich ein bisschen so, dass heute manchmal Leute so ankommen und sagen, ey, Ich habe den gesehen. Und der war so drüber. Die Story ist, dass zwei schwule, ehemalige NVA-Soldaten ein Bootcamp aufmachen. Im Osten, in das irgendwelche schwer erziehbaren Kinder aus Hamburg gebracht werden. Da hat unter anderem Ben Becker mitgespielt. Der hat da einen ziemlich hardcore-faschistoiden Luden gespielt. Katy Karrenbauer hat die Mutter von den beiden Jungs gespielt. Franziska Petri hat eine Sozialarbeiterin gespielt. Und Toni Krahl, Sänger von City, und ich, Wir haben die beiden Soldaten gespielt. Und das war schon ein echt schräges Ding. Max & Morris Reloaded. Und das war, Wann war das? Das war 2005. Mann,
Tim Oliver Schultz: ich hab dich so vor mir gesehen, wie du mit so einer Angel bei Witwe Bolte aus dem Schornstein Die Bräule nach oben angst. Nee,
Joël Kaczmarek: nee, nee, Ganz anders.
Tim Oliver Schultz: Ich ehrlich gesagt auch,
Joël Kaczmarek: ich hätt's auch so irgendwie so ein bisschen... Nein, Auch, nein, nein. Ganz, also, Das war ein letzter Satz dazu. Das ist schon ziemlich Anarchiescheiß gewesen. Und das war schon echt ein anarchischer Film. Und ich glaube genau deswegen, Er war einfach seiner Zeit voraus. Und die Menschen haben es nicht verstanden. Und dann wird er so bald ein tears Come Back haben. Und wird der mal so ein Prost rauskommen. Also, wie gesagt, nochmal, Quenin, wenn du das hörst. Also nicht nur er, sondern auch ich. Wir beide sind am Start.
Tim Oliver Schultz: Ich hätte noch ein ganz kurzes Ding zu digitalen Instagram und so. Ich habe The Gentlemen, habt Ihr den gesehen? Ja. Wow, oder? Oder nicht so? Doch, fand ich gut. Super wow, Mega Geiler Film. Und dann habe ich irgendwie, weil ich so begeistert war, habe ich bei Instagram irgendwie geschaut und dachte, ic