Tobias Kluckert & Martina Treger: Die bekanntesten Stimmen Deutschlands

11. August 2021, mit Joël KaczmarekSebastian Krumbiegel

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Tobias Kluckert: digital kompakt. Heute aus dem Bereich Kunst und Prominente mit Deinen Moderatoren Joël Kaczmarek und Sebastian Krumbiegel. Los geht's.

Joël Kaczmarek: Kunst trifft digital.

Sebastian Krumbiegel: Der Podcast.

Joël Kaczmarek: Wie immer mit unserem audiophilen Popprinzen, dem Lieben Sebastian Krumbiegel.

Sebastian Krumbiegel: Und wie immer mit unserem, Wie sagt man, Videophilen Podcast Joël Kaczmarek.

Joël Kaczmarek: Stimmt, sagt er zu mir, wo ich seit 10 Jahren kein Video mehr mache. Du machst doch, du bist doch Videokönig. Du hast doch fleißig für dein. Neues Album Videos. Sehr geil.

Sebastian Krumbiegel: Wir haben viele Videos gemacht, in letzter Zeit. Die hat großen Spaß gemacht. Man kann da immer alle infantilen Welten in sich ausleben.

Joël Kaczmarek: Aber hey, Sebastian, Wir sind ja hier noch im Intro. Da dürfen wir ja eigentlich nicht so viel über uns erzählen, sondern vielmehr über unsere Fabulösen Gäste. Und müssen ein bisschen Erwartungsmanagement machen, Dass die ganzen Hörerinnen und Hörer wissen, was jetzt tolles kommt. Und zwar, wenn man audiophil ist, was wir eingangs gesagt haben, Bei Podcast ist man das, Glaube ich, dann kommt man heute richtig auf seine Kosten. Wir haben nämlich zwei ganz phänomenale Synchronschauspieler da. Das sind die Menschen, die dafür sorgen, dass unsere Filme so toll klingen, wie Sie klingen. Und von einem von ihnen habe ich schon gelernt, 50% Der Wirkung eines Films kommt eigentlich über die Akustik. Und da hat er vollkommen recht. Und heute haben wir eine weibliche Vertreterin da. Und einen männlichen. Und beide, Ich warne euch vor, Liebe Hörerinnen und Hörer, Ihr werdet fortan, wenn Ihr Filme guckt, Werbung seht oder oder, immer sofort wissen, Ach, Mensch, Das war doch der von digital kompakt, den ich da im Podcast gehört habe, weil ihre Stimmen a. Sehr prägnant sind und b. Sehr verbreitet. So, Und ich begrüße ganz herzlich zu meiner Rechten die Liebe. Martina Treger. Martina spricht ganz tolle Rollen. Wenn sie gleich anfängt, zu reden, ihr werdet. Es merken draußen an den Empfangsgeräten. Sie hat ein ganz tolles Timbre, eine tiefe, schöne, interessante, wiedererkennbare Stimme. Wir werden noch durchdeklinieren, wen Sie alles spricht. Und zu meiner Linken, der Liebe Tobias Kluckert. Auf den trifft das alles auch zu. Eine männliche Stimme, die extrem wandelbar ist. Also einerseits wiedererkennbar, andererseits sich ganz vielen Momenten anpassen kann. Also deswegen, Ich glaube, wir werden heute viel Spaß haben. Hinter die Kulissen gucken. Wie funktioniert dieses Handwerk? Wie kommt man dazu? Was muss man können? Wie ist das eigentlich mit Werbung, mit Hörspiel? Was macht Ihr alles noch so? Deswegen, also? Ich glaube, wir haben heute ganz viele tolle Themen vor der Brust. Wir freuen uns, dass ihr beide da seid. Herzlich willkommen ihr beiden und Martina, Fang du doch mal an, Ladies first, Kurz zu sagen, was sprichst du eigentlich so alles?

Martina Treger: Alle? Nein, das sprengt den Raum jetzt. Nee, ganz ehrlich, also meine Lieblingskollegin, sag ich mal, ist in der Tat. Viola Davis. Ja,

Joël Kaczmarek: ich habe auch Sebastian schon vorgeschwemmt. Ich finde, du bist begnadet, wie du die sprichst. Also für den geneigten Hörer, Hörerin, Eine TV-Serie, wo Sie sehr prominent war, ist How to Get Away with Murder.

Martina Treger: Ganz genau.

Joël Kaczmarek: Und da spielst du ja alles von, irgendwie. Alkoholabsturz über Weinkrampf, Schreien.

Martina Treger: Es hat so einen Spaß gemacht, das kannst du dir nicht vorstellen, wirklich.

Joël Kaczmarek: Ich glaube, wir haben hier viele Gespräche. Klucki, wie man zu dir sagt, habe ich gelernt, unter anderem. Man darf alles zu dir sagen. Lieber Tobias, Erzähl Mal, was von dir auch kurz.

Tobias Kluckert: Hey, wen ich synchronisiere. Zum Beispiel Seth Rogen, Joaquin Phoenix, Gerard Butler, Bradley Cooper, Jason Clarke. Den kennen viele mit dem Namen noch nicht, Aber das Gesicht ist denen wahrscheinlich besser. bekannt. Jason Bateman, 50 Cent, Tyrese Gibson, Den kennt auch noch der ein oder andere.

Joël Kaczmarek: Und ich würde sagen, Deine, wichtigste und erfolgreichste Arbeit, zuletzt,

Joël Kaczmarek: Die Podcast von digital kompakt. Absolut,

Tobias Kluckert: Ich werde ständig darauf angesprochen.

Sebastian Krumbiegel: Gibt es eigentlich sowas wie eine Lieblingsrolle? Also bei dir auch? Jetzt gibt es irgendwas, wo du sagst, Das ist der Charakter, bei dem ich mich am meisten wiederfinde oder den ich am liebsten spreche?

Tobias Kluckert: Gibt nicht wirklich. Es gibt ein paar, auf die ich mich wahnsinnig freue, weil die einfach so gut sind. So Joaquin Phoenix ist immer die Herausforderung, so, Oh Gott, wer kann das und kann ich es mal sehen, weil der so unfassbar toll ist. Dieser Jason Clarke, gerade erwähnt, ein mega geiler Schauspieler. Oder Seth Rogen, Der macht mir viel Spaß, weil der so abgefahren lacht. Und ich habe gerade vor zwei Wochen einen Film mit ihm synchronisiert, wo er auch noch eine Doppelrolle spielt. Da lache ich meistens sehr, sehr viel. Das ist auch so ein Klamauk, den er oft macht.

Joël Kaczmarek: Aber das Faszinierende ist ja, Wir müssen jetzt bei Martina auch noch mal ein bisschen das Set voll machen. Also mit die bekannteste Rolle, glaube ich, auch Sharon Stone. Ja, ja. Queen Latifah. Ja. Und ich finde, da fängt es schon so an, wenn man dann manchmal merkt, ach, das ist die auch oder ach, das ist der auch. Was der macht. Ach, stimmt, 50 Cent redet genauso wie Bradley Cooper.

Martina Treger: Naja, Nicht ganz so.

Joël Kaczmarek: Also, es ist dieselbe Stimme, Aber er redet nicht. Und da finde ich, Da fängt die Kunst an. Also, da geht es mir so, wo ich immer denke, Wahnsinn. Wie macht man Sowas eigentlich, dass man die gleiche Stimme anderen Menschen leiht? Und keiner merkt es so prägnant, dass man denkt, ich habe da Verwirrung?

Tobias Kluckert: Naja, Punkt eins, Es geht nicht um mich. Es geht um den Schauspieler da auf der Leinwand. Also Meine Eitelkeit muss erstmal wegbleiben. Und im Endeffekt habe ich ja bei den meisten Schauspielern irgendwann mal kreiert, wie die im Deutschen klingen. Und das ist natürlich inspiriert davon, wie sie im Original klingen. Und ich habe jetzt nicht so eine wahnsinnig wandlungsfähige Stimme. Ich habe so, würde ich mal sagen, Drei Lagen, eine tiefe, eine etwas Höhere und... Irgendwas dazwischen und den Rest muss ich mir erspielen. Dann geht es darum, Wie spricht der? Es hängt immer vom Charakter ab, und ich versuche es so unterschiedlich zu machen, dass man ihn möglichst immer wieder erkennt. Ich finde wichtig, wenn ein Trailer im Radio läuft. Und ich erkenne, Welcher Schauspieler, das auf der Leinwand nachher sein wird, Dann habe ich alles richtig gemacht.

Martina Treger: Stimmt.

Sebastian Krumbiegel: Aber ist es nicht so, also, was ich mir vorstelle... Natürlich der Schauspieler, also der Mensch als solcher, den du erstmal widerspiegeln musst, für den du selbst deine Rolle finden, musst, aber dann auch noch extra. Dazu die jeweilige Rolle. Also der jeweilige Schauspieler spricht ja auch nicht immer in jeder Rolle, genauso näher, schlüpft ja in eine Rolle rein. Und das ist ja dann noch das, was du extra noch machen musst.

Tobias Kluckert: Absolut. Ich habe zum Beispiel irgendwann mal angefangen, Bradley Cooper zu synchronisieren und habe etabliert, wie ich den spreche. Und dann wurde das Halt jahrelang, versuche ich, das dann immer wieder so zu machen. Das heißt, Schauspieler kommt, Erstmal fange ich damit an, wie ich ihn grundsätzlich angelege. Wenn der aber dann zum Beispiel A Star is Born, spielt, einen schweren Alkoholiker, Und er ist im Original so tief, und er klingt so kaputt, dann kann ich ihm das, was ich ihm ursprünglich mal gegeben habe, für diesen Film Halt mal nicht geben, sondern muss irgendwie dieses Dreckige und Tiefe in mir suchen.

Joël Kaczmarek: Wie machst du das denn, Martina? Du hast ja auch so eine unfassbar prägnante Stimme.

Martina Treger: Das ist genau so, wie Tobias, sagt. Also das, was mir angeboten wird von den Kolleginnen auf der Leinwand, versuche ich dann umzusetzen. Also Carrie-Anne Moss zum Beispiel.

Joël Kaczmarek: Mein Hero übrigens. Als ich das gelesen habe, dass Du Sie sprichst,

Sebastian Krumbiegel: da habe ich gedacht, yeah, Da haben wir sofort einen gemeinsamen Nenner, weil ich die Matrix-Trilogie natürlich extrem liebe.

Martina Treger: Also ich liebe den ersten Teil, die Teil zwei und Teil drei komme ich nicht so ganz mit. klar, aber egal. Das war auch so, dass wir nicht das komplette Bildmaterial hatten, als wir es synchronisiert haben. Wir hatten immer nur so kleine Ausschnitte, und dann nimmt man, Also mir nimmt man damit die Freude am Spiel, weil ich nicht sehe, was sie macht. Klar. Weißt du? Und wenn du nur das Gesicht siehst und den ungemischten Ton hast und du hörst, Come on. Ja, was macht sie? Zu wem sagt sie, es? Was passiert da gerade? Ist schwierig.

Joël Kaczmarek: Wie muss man sich das eigentlich vorstellen? Wie sieht so ein Synchronstudio aus? Also das erste, was ich gelernt habe, ist, Ihr steht nicht mehr alle parallel da. Wenn ihr beide jetzt, Bradley Cooper und Sharon Stone, euch treffen, lasst in einem Film, Dann kommst du an Tag 1 und du an Tag 2. Aber wie läuft das so ab? Also wie muss ich mir das vorstellen, mal so vom Prozess her?

Martina Treger: Naja, Du stehst dann halt vorm Mikro. Und die Regie hat dann in erster Linie die Aufgabe, dass da draußen Dialog wird. Weißt du? Also ich meine, Im besten Fall hast du natürlich auch den deutschen Text von deinem Partner. Und dann liest du dir den durch. Und wir haben uns ja gegenseitig alle im Ohr, mehr oder weniger.

Tobias Kluckert: Ja, wir sind ja Profis. Also, es geht darum, auch einen Dialog zu spielen, Auch wenn wir den gegenüber gar nicht hören. Wir hören ja das Original. Also, du musst dir das so vorstellen, wir haben ein Tonstudio, DA sitzt... Ein Cutter drin oder eine Cutterin? Und hinter der Glasscheibe sind ein Regisseur und ein Tonmeister. Der Tonmeister kümmert sich darum, dass die ganze Technik läuft und dass der Sound hervorragend ist. Der Regisseur kümmert sich darum, dass der Text funktioniert und dass das Spiel richtig ist, Dass die Leute miteinander reden. Und im Studio, Cutter oder Cutterin kümmert sich darum, dass es Lippensynchron ist. Und dann gucken wir uns eine Sequenz kurz an. Der Film ist unterteilt in kurze Sinnabschnitte, Kurze Takes. Die sind so im Schnitt maximal zwölf Sekunden lang. Wenn alles gut, läuft. Und wir gucken uns den an im Original. Was macht die Schauspielerin? Was macht der Schauspieler da? Mit wem spricht er? Wie ist die Blickrichtung? Wie ist die Ansprechrichtung? Wie ist die Funktion gerade innerhalb des Dialogs? Und dann lese ich mir den Vortake durch, den Take danach. Worauf reagiere ich? Stelle mir das im Endeffekt vor, wie meine Kollegin, welche auch immer. Es ist in dem Moment, das macht. Und dann springe ich rein, bis der Regisseur sagt, alles klar, das war super.

Sebastian Krumbiegel: Du musst aber trotzdem auch den Charakter, ich habe mich eben gewundert, dass du sagst, du hast bei Matrix zum Beispiel nicht die Filmsequenzen gesehen. Das war so Top secret,

Martina Treger: dass niemand den Film vorher gesehen hat.

Sebastian Krumbiegel: Sie haben furchtbare Angst,

Tobias Kluckert: dass was kopiert wird.

Sebastian Krumbiegel: Ich kann es jetzt nur von meiner Seite aus sehen, wie wir es in der Musik machen. Ich weiß immer, dass es am lebendigsten ist, Wenn verschiedene Leute ums Mikro rumstehen, Dass dann wirklich auch eine lebendige Sache entsteht.

Martina Treger: Na, klar, aber wenn du das komplette Bildmaterial hast. Und die Sequenz gesehen hast, also die Szene, Dann ist es mittlerweile wirklich so, dass Du auch, wenn Du alleine im Synchronstudio stehst, das so lebendig, also das kriegst Du hin. Da brauchst du nicht dringend. Deinen Gesprächspartner nehmen.

Tobias Kluckert: Es ist schöner, wenn man zuhören kann. Aber den Charakter... Das gibt es nicht mehr, entschuldige. Ist ja so, wir machen das ja nicht, weil es für uns einfacher ist, sondern wir machen das so, Weil meistens kommen die Filme aus den USA und werden dann da zum Teil auch gemischt. Und dann muss die Aufnahmesession im Deutschen genauso aussehen wie die im Original. Damit die das dann in L.A. Zum Beispiel einfach durch den Mixer durchziehen können, wo das Original durchgezogen wurde. Und dazu muss jeder auf einem eigenen Band sein.

Sebastian Krumbiegel: Okay, logisch, ja.

Tobias Kluckert: Selbst wenn wir das zu Zweit jetzt machen würden, werden wir dann nacheinander aufgenommen, Was furchtbar nervt für die Konzentration, finde ich. Und nur hat sich es halt herausgestellt, dass wir jetzt alles immer alleine machen.

Martina Treger: Und das hat sich schon seit einer ganzen Weile etabliert. Ja,

Tobias Kluckert: In den letzten 20 Jahren hat sich das so entwickelt und es ist... Irgendwie furchtbar, aber ich mag es auch ganz gerne. Ich bin gern konzentriert und in meiner Rolle und muss mich da nicht um andere kümmern.

Sebastian Krumbiegel: Am Ende ist ja wichtig, was unten bei rumkommt.

Martina Treger: Also, in so ganz sensiblen Sequenzen ist es natürlich schöner, wenn Du deinen Partner neben Dir stehen. hast. Also logisch.

Sebastian Krumbiegel: Ja, Liebesszene, alleine stelle ich mir schwer vor.

Martina Treger: Ja.

Joël Kaczmarek: Ich habe eine Geschichte von dir im Kopf, wo du so sinngemäß erzählt. hast. Vielleicht kriegst du es selber besser, erklärt. Aber der Punkt war, Du musstest eine sehr, sehr aufgelöst. Weinende Geschichte erzählen. Vielleicht war das sogar Viola Davis. Und dass du dich dann wirklich da reinbegibst und dass das dann auch deine Gefühle sind in der Sekunde. Und dass du dann auf dem Gang, als du schon echt draußen warst, immer noch geheult hast.

Martina Treger: Ja, das war Nachschluchzen, aber so richtig. Das war Good Will Hunting. Good Will Hunting, Minnie Driver. Als sie ihn fragt, ob er nicht wirklich jetzt endlich mal sagen könnte, dass er sie liebt. Und er guckt sie an und sagt, ich liebe dich, nicht. Und da bricht die so in, Das war wirklich schlimm, die hat mir so Leid getan. Und dann... Und ich meine, es reicht dann eigentlich schon, Wenn du die Szene dann anguckst und dann atmest du dich halt rein und dann weinst du. Und dann muss ich auch richtig weinen, weil es sich sonst gemacht anhört, weißt du. Dann habe ich eben, dann war ich aufgenommen, Dann ging der Kollege rein und dann wurde Matt Damon aufgenommen. Und dann stand ich wirklich bei der Hermes auf dem Gang und hatte so Nachschluchzer. Also musste ich erstmal wieder runterkommen. Und da kommt ein Kollege an, Aber es ist eben auch bei uns, ich liebe das. Kommt ein Kollege an und guckt mich so an und sagt, Martina, was ist denn los? Ich konnte noch gar nicht so richtig. Und dann sagt er, okay, du sagst mir jetzt, wer das war. Der kriegt aufs Maul. Fand ich herrlich.

Sebastian Krumbiegel: Dann hast du gesagt, Matt Damon. Das fand ich herrlich.

Martina Treger: Dann habe ich gesagt, nee, komm, ist alles gut. War nur die Rolle.

Joël Kaczmarek: Und wie ist das, wenn man einmal, Also? Ich habe mich immer gefragt Am Anfang, Wirst du auf so eine Rolle gescoutet und hast Sie dann dein Leben lang oder wird die jedes Mal ausgeschrieben? Und du musst dich jedes Mal darauf bewerben?

Martina Treger: Das kommt darauf an. Wer jetzt das Rad neu erfinden will, Es gibt auch auf Feststimmen, auf sogenannte Feststimmen. Manchmal Probesprechen, klar, aber normalerweise.

Tobias Kluckert: Also ist ja so, Meistens kriegst du ja so einen Schauspieler oder so eine Schauspielerin. zufällig. Also die Schauspielerin oder der Schauspieler sind natürlich unbekannt und spielen in ihrem ersten Film. Und dann geht es darum, okay, wer sieht so aus oder wer klingt wie der. Also Aufnahmeleiter und Regisseure, Oft geht es auch nach dem Aussehen oder manchmal nach dem Sound. Kann aber sein, dass das dann gar keiner bemerkt hat, nach dem ersten Film. Und beim zweiten Mal ist es dann wieder jemand anders. Und dann macht er irgendwann einen wichtigen Film. Und dann geht es darum, okay, Jetzt ist es total wichtig. Und dann werden die Leute, die ihn schon mal gesprochen haben und irgendwie ganz gut drauf klangen, eingeladen. Und dann wird halt gecastet. Ich weiß nicht, es gibt Leute, die ich spreche seit 20 Jahren, Da ist es keine Frage, dass ich die widersprechen werde. Aber gerade Joaquin Phoenix zum Beispiel, Ich muss bei jedem zweiten Film Probe sprechen. Weil er wieder irgendwas so krasses, macht, dass die Leute sich nicht vorstellen können, dass es irgendjemand im Deutschen kann. Und dann muss ich wieder impro besprechen. machen. Ich habe es bis jetzt immer gekriegt, glücklicherweise. Aber das muss nicht zwingend so sein.

Sebastian Krumbiegel: Joker Auch jetzt, den letzten? Hammer. Den fand ich so geil. Ich habe den übrigens das erste Mal im Original gesehen. Er lief damals im Original und ich habe gedacht, hey, kannst du dir trauen? Und hab ich gemacht und fand das schon so geil und hab ihn dann aber im Deutschen nochmal gesehen. Und oft ist man ja enttäuscht, dass man dann irgendwie denkt, nö, also Glückwunsch finde ich das. Dankeschön, Dankeschön.

Tobias Kluckert: Weil ich finde Ja, Original Gucken Total okay, weil hey, Meistens sind es tolle Schauspieler, Warum soll man denen Ihre Performance wegnehmen, wenn man es versteht? Aber wenn man eine Synchronfassung beurteilen will, dann sollte man zuerst die deutsche Fassung gucken. Und danach kann man sich das Original angucken, Weil oft ist es so, dass wenn du zuerst das Original siehst und dann die deutsche Fassung, bist du natürlich enttäuscht.

Sebastian Krumbiegel: Ja, du bist festgelegt vorher, klar.

Tobias Kluckert: Aber wenn du es andersrum machst, dann kannst du es beurteilen.

Joël Kaczmarek: Dann gibt es noch so welche, Da geht das irgendwie nicht. Bei Futurama habe ich mir mal sagen lassen, sei das so ein Beispiel, weil du diesen Wortwitz von Matt Groening, den kriegst du auf Deutsch nicht so übersetzt. Und dann sind die Stimmen anders. Oder Big Bang Theory habe ich auch gehört.

Tobias Kluckert: Aber bei Groening, Simpsons, finde ich ja im deutschen spektakulär. Und ich fand die alte Stimme von Homer besser als das Original.

Joël Kaczmarek: Stimmt.

Joël Kaczmarek: Hat er gewechselt?

Tobias Kluckert: Ja.

Joël Kaczmarek: Ach, hab ich gar nicht mitgefühlt.

Tobias Kluckert: Er ist gestorben. Das ist wirklich passiert. halt. Und ich finde jetzt, der, der es übernommen hat, ich hab den Namen vergessen, tut mir jetzt total leid, Aber der macht es sehr, sehr gut und es ist furchtbar schwierig, so eine Rolle zu übernehmen. Von jemandem, ist das Unlangbarste, was man sich vorstellen kann. Die Leute haben alle immer was im Kopf, und du kannst nur verlieren.

Joël Kaczmarek: Ich erinnere mich damals noch, Der große Knaller, als Akte X neu verfilmt wurde, neue Staffeln hinzukamen. Und dann war David Duchovny nicht mehr die Stimme, die es war. Das war ein Rock-Kopierer.

Tobias Kluckert: Hätten Sie haben können. Wollten Sie nicht.

Joël Kaczmarek: Wo ein interessanter Punkt aufkommt, ich habe von dir gelernt, Ihr Seid eine sehr eingeschworene Gilde.

Tobias Kluckert: Gilde? Sagen wir Gemeinschaft. Gemeinschaft, ja. Weil es gibt Tatsachen, Gilde bei uns, Damit haben wir aber nichts zu tun. Wir sind eine sehr kleine Branche. Die ist zwar in den letzten Jahren deutlich gewachsen, weil so viel neuer Content kommt durch Streaming-Dienste und so weiter. Alles muss synchronisiert werden. Am besten bist du eigentlich immer 17 oder maximal 25. Also brauchen wir halt viele neue Leute. Und dementsprechend sind auch viele neue Leute gekommen. Es geht darum, dass wir uns nicht gegenseitig das Wasser abgraben, weil wir sind nicht so austauschbar. Und wenn man das aber versuchen möchte, uns auszutauschen, dann versuchen wir uns dagegen schon zu wehren. Das heißt, wenn ich angerufen werde, um David Duchovny zu sprechen, was ich wurde, dann sage ich nö.

Martina Treger: Das ging mir auch mal so, und zwar auf Demi Moore. Da habe ich gesagt, Leute, wie jetzt? Demi Moore ist Katja Nottke. Da habe ich Katja angerufen und dann ging es um was ganz anderes. Und dann sagte sie, nee, okay, geh da hin.

Tobias Kluckert: Ich habe Benjamin Völz angerufen und gesagt, Alter, was ist denn los?

Martina Treger: NA ja, klar. Na klar.

Tobias Kluckert: Und dann hat er mir gesagt, was er haben will, dafür. Und ich habe gesagt, alles klar, deswegen wollen Sie nicht. Na ja, gut, aber das heißt noch nicht, dass ich es mache.

Martina Treger: Nee.

Tobias Kluckert: Damit tut man sich auch keinen Gefallen. Es ist wirklich so, Mein Lieblingsbeispiel ist immer Troja. Wolfgang Petersen wollte die Stimme von Brad Pitt. Die deutsche Stimme wollte der nicht. Und nun ist der Ja Deutscher und es ist sein Film. Und wenn der sagt, will ich nicht, ich will jemand anders, dann kriegt er jemand anders. Und dann haben sie... Martin Kessler genommen, der eine sehr, sehr prägnante Stimme hat. Der hat das alles toll gemacht. Aber wenn du ins Kino gegangen bist und Brad Pitt macht das erste Mal den Mund auf, Dann ging ein Raunen durch den Raum. Weil es ist die falsche Stimme. Daran kannst du dich auch bis zum Schluss des Films nicht gewöhnen.

Martina Treger: Ich muss dich kurz... Mach mal. Genau das habe ich nämlich erlebt. Ich sitze im Kino. Es war sehr warm. Neben mir sitzt ein Schiesser-Unterhemd mit seiner Süßen. Brad Pitt macht den Mund auf und er sagt Mäuschen, hier stimmt was nicht. Es war wirklich so.

Tobias Kluckert: Du willst die Hörgewohnheiten der Deutschen nicht stören.

Martina Treger: Nein.

Tobias Kluckert: Das tut dem Film nicht gut.

Joël Kaczmarek: Nee. Ich habe von dir den schönen Satz gelernt, Synchron macht 50 Prozent des Filmerlebnisses aus, oder die Stimme, Der Ton, der Klang.

Tobias Kluckert: Ja, na klar. Witzigerweise erlebe ich das immer wieder, dass ich spüre, wenn beim Synchronisieren, wie der Schauspieler, den ich da gerade synchronisiere, daran gegangen ist, Diese rolle sich zu erarbeiten. Und oft ist eins der ersten Momente, Wie spricht er? Also, er hat sich einen Akzent zugelegt oder, also, es ist wirklich, Wie spricht er und wie geht er? Wie ist die Körperlichkeit? Und die Stimme macht ganz, ganz, Ich würde sagen 50 Prozent der Performance aus.

Joël Kaczmarek: Ich finde es ja auch, so faszinierend, als wir unsere Intros mit dir aufgenommen haben, bin ich zu dir gekommen und hab gesagt, Du Pass mal auf, Ich überlege, ob wir eher so eine ernste Macho-Richtung wählen oder so ein bisschen entertainige. Dann habe ich zu dir gesagt, kannst du mal den Gerard Butler machen? Für ein bisschen ernst, seriös, männlich und kannst Du mir den Richard...

Joël Kaczmarek: Castle aus Castle machen für irgendwie so ein bisschen lustig, flippig. Und du kannst echt so einen Schalter umlegen. Wie erarbeitet Ihr euch das, dass Ihr sagt, alles klar, der ist jetzt so, Jetzt bin ich Bradley Cooper und jetzt bin ich Gerard Butler. Peng, peng, peng.

Tobias Kluckert: Also, ich hab's mir ja im Studio erarbeitet. Als ich anfing, Castle zu synchronisieren, das war sehr lustig, weil ich das eigentlich gar nicht machen wollte. Und dann bin ich's aber doch geworden und war dann hinterher so dankbar, weil nach der ersten Folge dachte ich, Oh, Gott, macht der einen Spaß? Und Oh, Gott, ist der mir nah? Also sein Charakter, Ich kann den so gut nachempfinden. Und ich habe mich einfach nur an ihn rangehängt und von ihm inspirieren lassen. Und dann ziehe ich das natürlich. Acht Staffeln lang durch. Ich möchte ja, dass der erkennbar ist, immer als derselbe Charakter. Und wenn du mir jetzt sagst, gib mir den Castle, naja, Dann weiß ich, was ich zu tun habe. Dann muss ich ihn nicht mehr sehen. Allerdings, wenn ich ihn sehe, ist es leichter.

Joël Kaczmarek: Ich traue es mir nicht zu sagen, weil Sebastian auch immer sagt, es ist so, wie wenn du einem Sänger sagst, sing, mal was. Ist es bei Euch wahrscheinlich auch, oder? Wenn ich jetzt sage, mach mal den Castle, das ist wahrscheinlich, Oder könnt ihr das? Seid ihr auf Sowas, konditioniert?

Tobias Kluckert: Naja, wenn Ihr mir einen Text gebt, das macht es immer einfacher, weil... Wenn es immer heißt, hier, SAg mal irgendwas, sage ich, ja, was soll ich denn sagen? Ein bisschen wenig Information, jetzt irgendwie.

Martina Treger: Mich erinnert es immer daran, als Kind habe ich Ballett getanzt. Und zwar exzessiv. Bis mir irgendeine alte Ballettdame sagte, vergiss es einfach, du bist zu klein. Dann habe ich nicht mehr getanzt. Denn ich war ja nicht für Chor de Ballet, ich war natürlich prima Ballerina, ist ja klar. Also im Kopf, in meinem Kopf. Und da hieß es dann immer auf irgendwelchen Feiern, ach, Tanz, doch mal. Schon das habe ich nie gemacht, weißt du? Also, mit mir kannst du das nicht machen.

Tobias Kluckert: Ich war witzigerweise als Kind ziemlich sprachbehindert.

Martina Treger: Echt?

Tobias Kluckert: Ja, ich war im Sprachheim. Kindergarten in der DDR gab sowas.

Sebastian Krumbiegel: Wow.

Tobias Kluckert: Weil ich ein schwerer Stotterer war. Und dann habe ich das Stottern irgendwann abgelegt, aber einen schweren Sigmatismus entwickelt. Also, ich habe ganz schlimm gelispelt. Oh. Und dass ich das mal beruflich mache, damit hätte, glaube ich, niemand gerechnet.

Martina Treger: Nee,

Tobias Kluckert: wahrscheinlich ja nicht.

Sebastian Krumbiegel: Ist das von alleine? Nee, drei Jahre Logopäde. Alles klar, okay.

Tobias Kluckert: Ich habe wirklich dran gearbeitet.

Sebastian Krumbiegel: Ah ja.

Tobias Kluckert: Aber ich glaube, wenn dir als Kind immer einer sagt, das kannst du nicht und... Dann fängst du an, dich da zu verbeißen. Ich glaube, dass du gerade dann natürlich eine Expertise entwickelst, dafür wahrscheinlich. Das ist genauso, wenn dir jemand sagt, du kannst nicht singen, ich zeig's euch allen. Und dann musst du halt wirklich, was dafür tun. Aber dann hast du die Chance, ein großer Sänger zu werden, glaube ich.

Martina Treger: Stimmt.

Joël Kaczmarek: Lass uns doch auch mal so ein Stück weit mit Eintauchen in eure Geschichte, wie ihr dazu gekommen seid. Also bei dir weiß ich, dir ist das ein bisschen in der Familie angelegt. DeIN Vater, Und ich finde, das muss man einmal gesagt haben, Dein Vater ist die Stimme von Benjamin Blümchen, zum Beispiel, Was glaube ich vielen Menschen sofort das Herz aufmacht.

Tobias Kluckert: Ich glaube, es sind auch ziemlich viele Eltern tierisch genervt.

Joël Kaczmarek: Also ich glaube, Dein Vater hat eine ganze Reihe bekannter Stimmen, oder? Morgan Freeman war mit dabei.

Tobias Kluckert: Morgan Freeman, James Brolin, Danny Glover, Chuck Norris. ICH meine, hallo, Chuck Norris. Chuck Norris, Witze, Respekt, Das war er schon.

Joël Kaczmarek: Ja, aber da merkt man mal, die Familie. Und Mr.

Tobias Kluckert: Krabs. Das bedeutet vielen, vielen Leuten, ganz, ganz viel.

Joël Kaczmarek: Krass. Aber ich meine, was in der Familie kluckert, alles angelegt ist, schon an neuen Rollen sozusagen. War das bei Dir so?

Tobias Kluckert: Ich habe auch noch zwei Brüder, Die machen das auch.

Joël Kaczmarek: Gott, was sprechen die alles?

Tobias Kluckert: Kann ich dir nicht sagen, weil wenn du so in den Zwanzigern bist, dann sprichst du meistens noch nicht den oder den oder du sprichst den und den, aber die sind halt noch nicht bekannt. Also diese Feststimmengeschichte und Wiedererkennungswert, Das entwickelt sich eigentlich so ab 30, Es sei denn, Du warst bei Harry Potter dabei.

Joël Kaczmarek: Und war das dann familiär bedingt, dass du zum Synchron gegangen bist?

Tobias Kluckert: Nee, nicht so direkt. Ich wollte Schauspieler werden. Das war familiär, bedingt. Und nun bin ich so ein Wendekind. Ich war 18, als die Wiedervereinigung war und das bedeutete für uns meistens ziemliche Orientierungslosigkeit. Und die meisten Leute, die ich kenne aus meiner Schule damals, haben sehr verworrene Wege genommen und teilweise auch andere Ziele gefunden. Und ich wollte Schauspieler werden. Theater war in der DDR eine Nische, in der man relativ frei sein konnte, quasi. Und plötzlich war die DDR nicht mehr da und ich wollte mich ausprobieren und habe... Alles Mögliche probiert. Und das waren alles Todgeburten, irgendwie. Bin irgendwo angekommen, Das brachte alles nichts. Ich habe eine Ausbildung gemacht und so Jobs und ziemlich ausprobiert und irgendwann immer nur noch davon geredet, Schauspieler werden zu wollen, und ich hatte eine Schauspielerin, die an meinem Tresen saß. Ich war Barkeeper im Prenzlauer Berg und die sagte irgendwann, mein Gott, Junge, du redest ja nur davon, Du kriegst es ja nicht gebacken. Versuch es doch mal mit Synchron. Du hast doch diesen Namen, der ist da bekannt. Ich kann ja nicht einfach hingehen. Doch, versuch es doch mal. Und dann bin ich da hingegangen. Ist jetzt 25 Jahre her. War eine gute Idee.

Joël Kaczmarek: Ist das dann ein bisschen so, wie wenn Mick Schumacher in Formel 1 Auto einsteigt, Wenn Tobias Kluckert die Studiotür zumacht? Also dieser Erwartungsdruck?

Tobias Kluckert: Ja, am Anfang war das so. Natürlich, Da saßen dann schon Leute und sagten, Kluckert, ach, interessant, da wollen wir mal was hören. Und dann haben sie rausgekriegt, dass ich das nicht konnte. Ich konnte es echt nicht. Das ist nämlich schwer. Und dann fragten mich die Aufnahmeleiter nach meinem allerersten Termin, der echt jetzt nicht von Erfolg gekrönt war, ob ich auch Menge machen würde. Ich habe gesagt, okay, ich weiß nicht, was es ist, aber ich mache es. Und das bedeutet im Endeffekt, dass man mit vielen anderen, so einem kleinen Ensemble vom Mikrofon steht. Und die ganzen Kleinstrollen, die in dem Film gemacht werden müssen, Die werden halt dann von einem kleinen Ensemble synchronisiert. Da heißt es, ah, wir haben hier einen Mann, der ist 55, hat ein kariertes Hemd, Nehmen wir dich mal, versuch es mal. Und so hört man mich zum Beispiel in Fight Club, glaube ich, an fünf oder sechs Stellen in dem Film immer mal wieder mit einem Satz.

Sebastian Krumbiegel: Mit verschiedenen Charakteren.

Tobias Kluckert: Mit verschiedenen Charakteren, Das fällt immer auf, wenn du nicht so eine prägnante Stimme hast. Und du warst der Kellner vor zehn Minuten und bist jetzt der Taxifahrer mit einem Satz. Oder der sagt nur, wir sind da oder so. Das merkt kein Mensch.

Joël Kaczmarek: Warst du nicht auch bei Starship Troopers immer am Schreien?

Tobias Kluckert: Ja, das war mein allererster großer Film, da habe ich drei Tage gebrüllt. Im Hintergrund. Ich war dann auch im Kino, ich habe mich gehört, ich war super stolz. Aber das war für mich die Initialzündung. Benjamin Völz Regie, Das kam selten vor, Aber er hat damals Regie gemacht. Und nach diesen drei Tagen habe ich gesagt, okay, das will ich beruflich machen. Das hat mir so einen Spaß gemacht, da habe ich gesagt, Jetzt greife ich an und habe mich bei allen Firmen vorgestellt. Und dann ging es so langsam, Ich habe das vier Jahre nur Hintergrundkram gemacht, Aber dann ging es so langsam voran.

Joël Kaczmarek: Jetzt muss ich von dir wissen, wenn Du sagst, du hast das nicht gekonnt, weil das ist nämlich schwer, waren, glaube ich. Deine Worte, was heißt es, man kann das? Was macht es aus? Welche Fähigkeit hast du dir erarbeitet über die Jahre?

Martina Treger: Willst Du was dazu sagen? Das ist eine schwierige Frage. Ja, es ist echt schwer.

Sebastian Krumbiegel: Ist es Empathie? Es ist erstmal Empathie, die du brauchst, dass du dich wirklich in den Charakter reindenken musst?

Martina Treger: Das auf jeden Fall. Das ist die Voraussetzung. Aber du musst, glaube ich, auch wirklich irgendwann lernen oder dir einfach zutrauen, den Mut zu haben, es einfach rausfallen zu lassen. Weißt du, ob da jetzt jemand drüber lacht oder nicht, ist dann auch egal. Um eben wirklich das, was du da siehst, so authentisch wie möglich zu bedienen.

Tobias Kluckert: Es ist Tatsache, so, dass du auch hören lernen, musst.

Martina Treger: Ja.

Tobias Kluckert: Wir hören ganz, ganz anders. Wir hören einen Film völlig anders als das normale Publikum, weil wir so auf Dialoge geeicht sind. Wir sind Dialogspezialisten. Das macht uns aus. Wir sind Schauspieler, die hoch spezialisiert sind. Das ist das, finde ich, Wichtige. Du musst dem Film zuhören, also deinem Schauspieler, Jede Nuance hören, Ob das die Bewegung ist oder Emotionalität. Musst du ganz genau erfassen sofort? Und dann musst du auch lernen, dir zuzuhören.

Martina Treger: Und das umzusetzen.

Tobias Kluckert: Dir Zuhören und... Die Technik lernen, Sprechen ist ja nicht umsonst ein Beruf. Und dann musst du verlernen, dir zuzuhören.

Martina Treger: Das stimmt. Das ist ganz wichtig.

Tobias Kluckert: Naja, erst lernst du dir zuzuhören. Das war so mein Prozess, dass ich irgendwann mal bewusst gehört habe, wie ich eigentlich klinge und was ich da mache. Und dann musst du genau das wieder vergessen, weil Du musst dann ein Selbstbewusstsein entwickeln. Klingt schon okay, wenn ich das mache, es geht aber nie darum, schön zu klingen.

Martina Treger: Das meine ich mit rausfallen lassen.

Tobias Kluckert: Genau. Du musst Schwäche zulassen und du musst auch zulassen, dass du scheiße klingst. Das ist Teil des Jobs. Man muss auch mal Scheiße klingen. Weil wenn du Eitel bist und immer nur schön klingen willst, wird es so langweilig. Und dann machst du auch keine Karriere. Nicht in dem Beruf.

Martina Treger: Nee, auf gar keinen Fall. Das stimmt.

Joël Kaczmarek: Ich mal mir das gerade aus, wie du in deiner Rolle als Viola Davis, Die besoffen auf dem Toilettenboden liegt, irgendwie in ihrem eigenen Erbrochenen, Musst du dann da so eine Heulszene spielen. Da muss man echt Seelenstriptease ein bisschen machen.

Martina Treger: Ja klar. Natürlich, das ist ja der Beruf. Also ja.

Tobias Kluckert: Muss man zulassen. Ja, auf jeden Fall. Spreche zulassen, alles.

Martina Treger: Also von Wegen auch, Dass sich das dann Scheiße, anhört. Na klar.

Joël Kaczmarek: Wie hast du das gelernt?

Martina Treger: Ich mach's einfach. ICH hab's, ich, ich, SAG Mal so. Ja, das ist der Antwort,

Sebastian Krumbiegel: finde ich echt. Ich hab's,

Martina Treger: ich hab's nicht gelernt, ich hab's irgendwann zugelassen.

Sebastian Krumbiegel: Ah.

Martina Treger: Weißt du, mir selbst gestattet. Ich hab's irgendwann zugelassen, dass es einfach so ist, wie es ist. Weil ich so bin, wie ich bin.

Tobias Kluckert: Jürgen Vogel hat mal einen schönen Satz gesagt, der sagte, Erfolg macht gut. Und das stimmt, wenn du Erfolg hast. Und das heißt erstmal in unserem Fall, dass du viel zu tun hast, wirst du immer lockerer, immer lockerer, weil Du denkst nicht mehr drüber nach, sondern Du springst da rein, Du erfasst es sofort und dann kannst du frei aufspielen, Du verlierst die Angst vor dem roten Licht.

Sebastian Krumbiegel: Ja, und Robbie Williams hat mal gesagt, Sing, when you're winning. Und das ist auch so ein Ding, also. Ich verstehe den Gedanken total, du merkst es, du bist gut, du merkst, Die Leute jubeln dir zu, Dann wirst du nochmal ein bisschen besser, dann hebst du noch ein bisschen mehr ab. Natürlich ist das dann auch schwierig, wenn es zu doll wird, dass du dann eben schnell wieder auch abstürzen kannst.

Tobias Kluckert: Das dunkle Schwert des Wahnsinnigwerdens. Ja,

Sebastian Krumbiegel: kennen wir alle.

Joël Kaczmarek: Und jetzt musst du mich mal mit auf deine Reise nehmen, Martina. Die kenne ich noch nicht so gut wie Tobias. Also bei ihm habe ich gelernt. Barkeeper. Und dann wird er quasi in den Beruf reingeredet und hatte so eine Familienära. Wie war das bei dir?

Martina Treger: Also, ich habe natürlich in der Schule irgendwann Theater gespielt. Klar, Darstellende Kunst. Und irgendwann war ich dann fertig mit der Schule und habe nach dem Abi dachte ich, naja. Was machst du jetzt? Hab mich bei Literaturwissenschaft und Theaterwissenschaft eingeschrieben. An der Uni war sowas von langweilig, war furchtbar. Dann habe ich durch meinen Patenonkel Boleslav Barlock kennengelernt und der wiederum kannte Else Bongers. Und so bin ich bei Else Bongers, Gott, hab Sie selig,

Joël Kaczmarek: auf der Schauspielschule gelandet. Wer ist sie? Du musst mir mit solchen Namen helfen.

Martina Treger: Da war Hardy Krüger, also der alte Hildegard Knef. Sie war lange nicht mehr unter uns, aber sie war damals, also, sie war einfach großartig. So und auf dieser Schauspielschule war ich drei Jahre. Dann habe ich ein bisschen Theater gespielt, Dann habe ich ein bisschen gedreht und dann fingen an, meine Haare auszufallen. Kreisrunder Haarausfall. Und dann habe ich mich nicht mehr getraut, mich vorzustellen. Und von Wegen hier in der Bar, das fällt mir gerade wieder ein. Ich sitze mit einer Freundin in der Kneipe und sie musste mal kurz abbiegen. Und am Nebentisch saß eine Dame, so eine Nägel, knallrot, weißt du, bisschen viel geschminkt und kommt zu einem Tisch und legt mir Ihre Karte hin. Und sagt, wenn Sie mal was mit Ihrer Stimme machen möchten, rufen Sie mich an. ICH meine, Meine Stimme ist meine Stimme. Ich bin damit groß geworden. Das ist nichts Besonderes. So, dann habe ich, dachte ich, na, okay. Und dann habe ich die Karte am nächsten Morgen gefunden, in meinem Portemonnaie. Die hatte eine Telefonsexagentur. Also, ich habe sie nie angerufen, aber ich habe mir dann gedacht, naja, irgendwas muss ja mit deiner Stimme, Irgendwas muss ja sein. Und dann bin ich irgendwann... Ich weiß gar nicht mehr genau, wie, auch in einer Menge gelandet, natürlich beim Synchronen. Und dann ging das aber relativ zügig, dass ich da rauskam und kleine Rollen, und dann ging's los.

Joël Kaczmarek: Ich hatte heute so ein Erlebnis, Da stand ich lustigerweise in meinem Büro. Und hab hier der Stimme von Julia Roberts beim Interview zugehört. Und dann klingelte unser Pflanzenprofi.

Joël Kaczmarek: Wir haben eine Firma, die wir bezahlen, weil wir drüben in drei Meter Höhe irgendwie Dutzende von Pflanzentüffeln haben, die kommen gießen. Dann klingelt er, hallo, Ich bin zum Gießen da, ich bin neu. Und der Fing an. Zu reden und Instant dachte ich so, was ist das denn? Der war so 1,75 groß und hatte eine Stimme wie so ein Titan, also ultrativ. Und dann meine ich so, ich sag, weißt du, hab gerade hier irgendwie so ein Synchronstimm-Video geguckt heute Abend, kommen auch zwei rum, richtig tolle Leute. Da wärst du, glaube ich, auch nicht schlecht aufgehoben, wa? Und dann guckte der mich an, und in der Sekunde tat es mir leid, als er meinte, ja, das höre ich jeden zweiten Tag, dass ich mit meiner Stimme was machen soll. Ich sag so, wenn du es so oft hörst, würde dich das glücklich machen, würdest du es gerne tun. Weiß ich nicht, am Ende ist Arbeit, Arbeit. Die macht nicht immer Spaß, aber man könnte es ja mal versuchen. Aber weißt du, die sagen mir immer, Ich müsste eine Schauspielausbildung machen, bevor ich das machen kann. Und das ist sozusagen die lange Herleitung zu meiner Frage an dich. Eine gute Stimme alleine tut es bestimmt nicht. Worauf kommt es an, wenn man Synchronsprecher werden möchte? Oder Schauspieler, Schauspielerin? Was müsste er jetzt tun, wenn er sagt, er wird da jeden Tag darauf angesprochen, eine tiefe Stimme und will in eure Gemeinschaft?

Martina Treger: Also, ich bin nach wie vor fest. Davon überzeugt, dass man schon auch den Spaß und die Freude daran haben muss, Abgesehen von der Ausbildung, sich überhaupt so zu öffnen. Und das alles wirklich so rauszulassen und daran Spaß zu haben und dann eben auch zu merken, wow, es ist gut, es ist einfach gut. Du füllst diese amerikanisch sprechenden Menschen mit deutschem Leben, also mit deutschsprachigem Leben.

Sebastian Krumbiegel: Ja, die Frage ist ja sozusagen, so verstehe ich deine Frage, ob sozusagen eine Ausbildung unabdingbar ist. Und du hast gerade Jürgen Vogel angesprochen, Tobias. Ja, der war nie auf einer Schauspielschule. Er war nie auf einer Schauspielschule.

Tobias Kluckert: Ich auch nicht.

Sebastian Krumbiegel: Und das finde ich ja auch geil, wenn man sozusagen, man muss, glaube ich das Glück schon haben. Und uns jetzt als Band, uns wird immer gesagt, ach, ja, hier die Prinzen, na, man kann ja sagen, was man will, singen können sie. Weil wir das eben gelernt haben als Kinder. Ich habe da nie großartig geackert für, sondern ich kann das eben einfach. Und ich mache, was damit, und ich wollte das übrigens schon immer. Und ich glaube, das ist der Punkt, was du gerade sagst, Martina. Du musst, es wollen, du musst dich öffnen wollen und du musst dafür steil gehen. Und dann kriegst du es auch gebacken. Also Natürlich brauchst du auch viel Glück, die richtigen Leute zu treffen. Und das weiß ich, was alles. Aber du musst es erstmal wollen.

Tobias Kluckert: Beim Synchron ist es wirklich so, Da kommen alle paar Tage Leute an. Zu irgendwelchen Aufnahmeleitern und sagen, ey, Mein Nachbar sagt immer, ich hab so eine Geile Stimme, ich will jetzt immer hier was machen. Die werden im Allgemeinen nicht angerufen. Also, du musst dann schon wirklich eine tolle Stimme haben, was wahnsinnig rausfällt und sehr besonders ist. Der Punkt ist, Du brauchst Talent und du musst das Handwerk lernen. Und das schauspielerische Handwerk, Das kann man sich auf allen Möglichen Wegen holen. Bei mir war es, Ich habe das Geld, was ich in der Menge verdient habe, in Unterricht reinvestiert, habe vier Sprecherziehungen genommen, Zehn Studium gemacht, Schauspielunterricht, Gesangsunterricht. Ich habe Bühnenfechten an der Volkshochschule gelernt. War ich nie gebraucht, Aber man muss sich dieses Grundhandwerk besorgen, wie beim Singen auch. Also Singen finde ich wahnsinnig schwer. Ich bin echt kein guter Sänger, aber ich habe großen Respekt und würde es gerne können. Aber ich weiß, das muss man lernen, und das dauert auch lange. Und deswegen nur eine schöne Stimme haben, reicht nicht. Bei uns ist es so, eigentlich ist es besser, Wenn du nicht so eine tolle Stimme hast, dann hast du mehr zu tun. Weil wenn du so einen hohen Wiedererkennungswert hast, dann kommt ganz schnell, Ah, nee, den haben wir gerade erst gehört. Oder ach, der war ja da in dem Film, nee, das passt jetzt irgendwie nicht. Wenn du eine relativ, langlos ist, jetzt vielleicht falsch, aber nicht so eine eingängige Stimme. hast, hast du viel mehr zu tun, wenn du wandlungsfähig bist dabei, dein Spiel gut ist, dann arbeitest du nicht wund.

Joël Kaczmarek: Ich erinnere mich nämlich, ich hatte einen Kommilitonen, Hannes Maurer.

Joël Kaczmarek: Hannes hat eine extrem nasale Stimme, würde ich sagen. Also, ich wäre da im Leben nicht drauf gekommen, dass das jemand ist, der da, also. Ich will gar nicht sagen, dass ich mir das Gönne oder dass der eine Blöde stimme hat oder so, Aber ich habe immer gedacht, sie muss irgendwie Makellos sein,

Tobias Kluckert: wiedererkennbar und du brauchst. Leute mit Strangen Stimmen. Gerade er ist so ein Typ, klingt großartig und außerdem ist er noch ein megatoller Regisseur und Autor. Weiß ich so. Leonhard Mahlich, finde ich, hat jetzt nicht eine Stimme, wo ich sage, Oh, mein Gott, Ist das samtig weich oder so. Aber der klingt so skurril und er ist so witzig dabei. Und witzig vom Mikrofon zu sein, ist auch echt schwer. Das können wirklich wenige. Und ich höre den so wahnsinnig gern, weil er diese Hörgewohnheiten einfach bricht. Es muss nicht immer alles schön und samtig klingen. Wen spricht der? Chris Pratt. Das ist der aus Guardians of the Galaxy. Der ist echt gut. Ja, super. Er hat noch ein paar andere Leute, auf die ich jetzt nicht komme, und das ist voll Fies von mir. Aber er ist großartig zum Niederknien. Das ist ganz, ganz toll.

Martina Treger: Stimmt.

Joël Kaczmarek: Ich habe ja gelernt, es gibt Menschen, Die können das auch nicht trennen. Also Die hören irgendwie eine Stimme und sehen Gesicht dazu. Sebastian, Du meintest auch, du bist so jemand. Und dann gibt es so andere Onkels wie mich, wo ich mal denke, da klingelt irgendwie sowas im Ohr. Wie ist es bei dir?

Sebastian Krumbiegel: Ich habe das Gen nicht. Also Ich erkenne eigentlich keine Stimmen. Komisch. Also, ich bin eigentlich wirklich ein sehr phonetischer Typ. Logischerweise, Also hören ist bei uns ja in der Musik das Allerwichtigste, Glaube ich wirklich, Aber ich kann keine Stimmcharaktere unterscheiden. Ich erkenne keine Schauspieler. Bruce Willis erkenne ich immer, Die Deutsche Synchronstimme. Ich erkenne immer Jean-Luc Picard von Star Trek Enterprise. Und dann hört es aber auch schon fast auf.

Joël Kaczmarek: Mich verfolgen immer nur zwei. Synchronsprecher. Der eine sitzt links neben mir auf der Couch und der andere ist der Kollege, Ich kenne den Namen nicht, du kennst ihn, Der DiCaprio spricht.

Martina Treger: Gerrit. Gerrit Schmidt-Foß? Ja.

Tobias Kluckert: Ja, verstehe ich auch, weil wenn du Sheldon hörst oder DiCaprio, ist einfach großartig, was er macht. Das ist einfach sehr, sehr toll.

Joël Kaczmarek: Und das meine ich, warum das für mich Kunst und Schauspielerei ist, wenn jemand in der einen Sekunde so einen der Sexiest man Alive mimen kann. Und in der anderen einen der größten Nerds dieses Planeten. Ja, super, oder?

Tobias Kluckert: Ja, ich erkenne auch sämtliche Stimmen. Bei Frauen tue ich mich manchmal ein bisschen schwer, mit denen muss ich oft irgendwie eng zusammengearbeitet haben, Dann habe ich sie drin. Frauenstimmen sind, glaube ich, finde ich schwerer zu erkennen, es sei denn, Sie sind wahnsinnig prägnant.

Joël Kaczmarek: Und wenn wir jetzt nochmal zurückkommen, auf manche Leute erkennen das, manche nicht, werdet ihr oft angesprochen in der Öffentlichkeit?

Martina Treger: Ja, das passiert schon. Ja, lustig war irgendwann, Das ist jetzt auch schon ein paar Tage her, wollte mein Vater mir unbedingt einen Laden zeigen, wo es klamotten, gibt, die bunt sind. Er wollte so gerne, dass ich farbe anziehe. Desigual. Tau und ziehen. Also, ich gehe mit Papa da rein und da liegt eine Strickjacke. Okay, die war jetzt nicht so wahnsinnig bunt, aber bunt genug. Und ich nehme die in die Hand, ziehe die an und denke mir, Naja gut, Drei Nummern kleiner wäre auch nicht schlecht. Also, weil die Hingen wirklich, Die hingen sonst wo. Und da stehen zwei Junge. Verkäuferin, Blutjungen. Und ich gehe zu denen Hin und sage, Entschuldigen Sie bitte, haben Sie die auch eine Nummer kleiner? Stille. Die Gucken mich an, Die Klappe fällt runter. ICH sag, Entschuldigung, Diese Strickjacke, eine Nummer kleiner. Sie sind doch Naja, Malcolm mittendrin, natürlich die Mama, logisch, Das ist genau die Generation. ICH sag, ja, aber bitte die Strickjacke, eine Nummer kleiner. Also, die haben sich nicht mehr eingekriegt, mein Vater ist geplatzt. Vor Stolz, fand ich so süß.

Joël Kaczmarek: Das ist aber auch eine der großartigsten Rollen, finde ich. Nicht nur wegen dem tollen Nachnamen, wie die immer so durch den Raum gebrüllt hat. Ich glaube, da kann ich dich wahrscheinlich nachts um die Uhr sagen, Hey

Martina Treger: also, es war extrem anstrengend. Also, ich habe zwischendurch manchmal überlegt, ihr eine E-Mail zu schreiben, dass Sie nicht so wahnsinnig viel brüllt. Es war wirklich anstrengend. Aber okay.

Joël Kaczmarek: Kannst ja mal erzählen, wie du zu der Rolle gekommen bist. Ich glaube, die Geschichte ist auch ganz anschaulich. Hast du nicht so eine erste Probeszene? gekriegt? Ja, Oh Gott.

Martina Treger: Ja, hatte ich. Und zwar, sie sind beide, glaube ich, in der Küche. Und Hal sitzt da mit nacktem Oberkörper, und sie rasiert ihm den Rücken. Und es geht um irgendwas. Ich kann mich gar nicht mehr erinnern, woran. Ich dachte nur, Ach, du Scheiße, wo bist denn hier gelandet? Was wird das denn? Ja, das war das.

Sebastian Krumbiegel: Habt Ihr Mal Rollen abgelehnt aus irgendwelchen Gründen? Also irgendwie Rollen, die aus lukrativer Angebot oder aus irgendwelchen Gründen gesagt, nee, mach ich nicht?

Martina Treger: Also wenn jetzt irgendwie eine Vergewaltigung oder so oder irgendwas richtig Brutales. Gut, Frau Davis wird sowas wahrscheinlich nicht spielen, Aber sowas würde ich glaube, ich ablehnen.

Tobias Kluckert: Das ist immer die Frage. Ich habe früher mir gesagt, so Ego-Shooter im Computerspielbereich würde ich irgendwie nicht machen. Mittlerweile sage ich mir, mein Gott, das spielen Sie alle. Das ist auch ganz normal. Ich habe meine Ressentiments da irgendwie zurückgefahren, weil das ist auch mein Job.

Sebastian Krumbiegel: Du machst viele Computerspiele, auch,

Tobias Kluckert: Oder hast du ein paar Sachen gemacht? Ich habe ein paar Sachen gemacht. Assassin's Creed Habe ich einen Teil die Hauptrolle gesprochen. Ich bin der Master Chief. Halo ist das.

Joël Kaczmarek: Der warst du wirklich?

Tobias Kluckert: Ja, also seit Halo 4. Also ab und zu passiert mir das schon, Aber ich mache es nicht so wahnsinnig häufig. Es gibt bei mir einen Schauspieler, dem will ich nicht mehr sprechen. Ich bin die Stimme von dem, ich kann den nicht leiden. Ich finde, er ist der schlechteste Schauspieler der Welt. Alles, was ich da spiele, ist zu viel, weil aus dem Gesicht kommt einfach nichts. Im Original ist es alles, behauptet. Ich finde den einfach gruselig schlecht, da sage ich nö. Ich mach's nicht mehr.

Sebastian Krumbiegel: Und das kannst du dir auch leisten, sozusagen. Also die Frage ist, du hast oder Ihr habt genug Angebot, Ihr seid gut im Business und Ihr macht irgendwie euer Ding. Ihr könnt wählerisch sein.

Tobias Kluckert: Naja, Im Allgemeinen macht man schon das, was einem angeboten wird. Wir haben unsere Feststimmen möglicherweise. Die zu haben, ist in unserem Alter wirklich eine tolle Sache. Absolut. Du wirst nicht mehr so einfach mal auf. Irgendwelche kleinen Episoden besetzt, weil dein Wiedererkennungswert so hoch ist. Also kannst du froh sein, wenn du ein paar feste Schauspieler hast, die möglichst viel drehen.

Martina Treger: Weiß Ich sind.

Tobias Kluckert: Ja, und da haben wir wirklich Glück. Wir sind ganz gut unterwegs.

Joël Kaczmarek: Eine Sache ist mir noch schuldig geworden. Wirst du auch oft erkannt auf der Straße?

Tobias Kluckert: Ja und nein. Also, es kann sein, dass es mal ein Jahr lang gar nicht vorkommt und dann in einer Woche dreimal. Das ist immer die Frage, was am Wochenende im Fernsehen gelaufen ist.

Martina Treger: Das ist wirklich so.

Tobias Kluckert: Wenn am Wochenende Walk the Line lief, dann werde ich in der nächsten Woche vielleicht zweimal erkannt. Das kann sein, muss aber auch nicht. Das ist immer die Frage, ich rede auch in der Öffentlichkeit nicht so wahnsinnig. viel. Meistens sind es so Taxifahrer oder Türken unter 35, die alle mit 300 groß geworden sind. Und sagen, Alter, du bist unser Gott. Und denen hat das einfach, wenn du irgendwas gemacht hast, was einer Generation viel bedeutet, hat, ein Hangover. Das ist eine bestimmte Generation, die ist damit aufgewachsen. Und wenn ich sage, Vegas-Leute, gehen die Leute ab, das ist einfach ganz cool. Aber es kann wirklich auch sein, Ein Jahr lang, Er kennt mich einfach. Gar keiner. Und das ist auch nicht schlimm. Wir haben uns ja dazu entschieden, nicht erkannt zu werden.

Sebastian Krumbiegel: Walk the Line War Johnny Cash. Du hast nur gesprochen und nicht gesungen.

Tobias Kluckert: Er hat gesungen und ich habe gesprochen.

Sebastian Krumbiegel: Manchmal merkt man das ja bei deutschen Synchronisationen, wenn dann die Original-Spur kommt, Gerade wenn jemand singt oder so, dass die Stimmen dann anders klingen. Passt du dich dem dann an?

Tobias Kluckert: Ich habe vorher Joaquin Phoenix noch nicht gesprochen, und ich wurde zum Casting eingeladen und es ging darum, wer passt an seine Singstimme? Am besten ran. Das heißt, wenn er auf die Bühne geht. Und ich sage, hallo, ich bin Johnny Cash, dann atme ich ein und er fängt an, zu singen. Das muss ein Obergang sein, der harmonisch ist, und das hat da gut, funktioniert. Deswegen habe ich es, glaube ich, bekommen.

Sebastian Krumbiegel: Hallo, Ich bin Johnny Cash.

Martina Treger: Ja, genau. Aber das ist bei Queen Latifah auch immer so. Also immer, wenn die anfängt, irgendwas zu rappen, Muss sie mit dem Tonmeister, dann, Ich höre mal nochmal den O-Ton, dann höre ich nochmal den O-Ton. Und dann gleich. Das kriegen die hin. Das kriegen wir gemeinsam hin.

Tobias Kluckert: Beim Joker war es ja auch so, Ich wurde da zum Probesprechen eingeladen. Und da ging es darum, dass ich, Also die Aufgabe war, an seinen Lachen ranzupassen. An dieses Irre Lachen. Und ich sagte, Leute, wie wäre es denn, wenn ich mal lache? Nee, dann nehmen wir eben 50% seiner Performance. Ich so, ja, das ist mein Job, das machen wir immer. Und dann ist es so, ja, stimmt, naja, mach mal. Und dann habe ich gelacht und dann meinte er so, wow, okay. Das ist jetzt echt nah dran, gut, dann bleiben wir dabei. Und in dem Film haben Sie dann ein Lachen von ihm gelassen, was auch sehr alleine war, auf weiter Flur, also kein Dialog in der Nähe. Und den Rest habe ich dann gemacht.

Martina Treger: Das ist immer lustig, oder? Wenn Sie dann sagen, nee, lass mal. ALSO nee, nee, Das war nämlich bei GoldenEye so. Diese Famke Janssen, diese Irre, in dieser Saunaszene, wo Sie diese Lust, Schmerz, Schreie, Laute hatte, da bin ich heute noch ziemlich stolz. Das ist nämlich in der deutschen Fassung ist die einzige Fassung, wo wir es aufgenommen haben. In allen anderen Fassungen ist es original.

Tobias Kluckert: Super. Manchmal hat man sowas. Ich hatte das bei Dark Knight Rises, glaube ich. Da habe ich diesen... Bane, den Bösewicht gegen Batman. Mit der Maske da drin? Stimmt. Und da wurde ich bei den Aufnahmen gefilmt. Und diese Aufnahmen und die Art, wie ich das auf Deutsch gemacht habe und die Mikrofonierung, Das waren vier Mikros, die Sie mir da sonst wo hingebaut haben, Das wurde dann den Leuten in Spanien, in Italien, in Frankreich gezeigt. Und die mussten das ganz genauso machen. Also wenn du dir die Fassung anguckst, von denen, die Klingen wirklich genauso, aber wie ich, witzigerweise.

Joël Kaczmarek: Cool. Ja, aber das meine, ich, das muss man echt können. Der hat ja wirklich so komisch nur nach reingezogen, wie du das machst.

Tobias Kluckert: Das war eigentlich eine schwierige Geschichte. Der kämpft in dem Film gegen diese Maske. Die nimmt ihm natürlich wahnsinnig viel. Er hat auch nicht viel Ausdrucksmöglichkeit. Und also hat er das über diese besondere Art des Sprechens gemacht. Dann kam der Film in den Staaten raus und er bekam ziemlich viel Gegenwind, weil man von ihm nur 80 Prozent verstand. Und das Problem war, Im Deutschen haben wir es ohne Maske aufgenommen. Und ich habe immer gesagt, okay, ich muss seine Original-Files hören. Weil wenn ich das aus dem Film höre, mit dem Effekt da drauf, kann ich ja gar nicht wirklich abnehmen, was er da macht. Habe ich nie zu hören bekommen, also habe ich es aus mir heraus gemacht. Und dann habe ich gegen eine sehr starke Maske angespielt. Und dann haben sie aber in der Mischung entschieden, den Maskeneffekt im Deutschen weniger stark zu machen als im Original, Weil man ihn da so schlecht verstand. Und jetzt bin ich eigentlich vom Acting her drüber, weil mein Maskeneffekt geringer war. Wenn du den Maskeneffekt verstärkst, dann hörst du eigentlich, was ich da spielen wollte. Aber... Ja, so schlimm war es jetzt auch wieder nicht. Und die Leute haben sich, glaube ich, daran gewöhnt.

Joël Kaczmarek: Wie Krass ist man eigentlich als deutscher Synchronschauspieler, dann immer von der US-Geschichte abhängig? Also, ich habe bei der Julia Roberts Geschichte gelesen, Die wurde gecastet für Julia Roberts mit

Martina Treger: Richard Gere.

Joël Kaczmarek: Ja, Pretty Woman, genau, danke. Und die war wohl relativ unbekannt, kam auch irgendwie gerade erst zum Thema, und dann wurde sie mutigerweise besetzt. Und dann ist das Ding in den USA voll durch die Ecke gegangen. Und dann ging dem Regisseur wohl der Arsch auf. Grundeis. So und dann gab es richtig Druck, hat die irgendwie beschrieben in dem Gespräch, so nach dem Motto, Der hat die richtig fertig gemacht. Also wahrscheinlich einfach Angst gehabt und sie sehr unter Druck gesetzt. Habt Ihr das öfter, dass in den USA was passiert mit so einem Film oder mit so einem Schauspieler, Was Ihr auf eure Arbeit dann auswirkt, dass Ihr dann während ihr dabei seid oder auch schon vorher euch dem anpassen müsst?

Tobias Kluckert: Es kann schon passieren, es muss gar nicht die USA sein, wenn ich mich erinnere, wie wir Hangover synchronisiert haben. In einem kleinen Atelier, Wir standen zu dritt vor Mikrofonen. Damals noch und haben das Ding in der Nachtschicht durchgeschossen. Wir hatten wahnsinnig viel Spaß, war ein Urkomischer. Film, Die Synchro ist super geworden. Dann kommt der zweite Teil und der erste war ein Mega Erfolg, Dann sitzen da plötzlich jetzt tagsüber, alle einzeln und dann sitzen da zwei Supervisor von dem Verleih hinten. Und über jeden Take wird ganz lange gesprochen. Und die Spielfreude und die Spontanität geht dadurch verloren. Ich finde die Synchro von der ersten, die sind dann trotzdem gut geworden, Keine Frage. Aber ich höre, dass wir mehr Spaß hatten beim ersten. Das passiert dann.

Martina Treger: Ja.

Tobias Kluckert: Weil der finanzielle Druck, Du musst ja immer davon ausgehen, Wir machen das für 95 Millionen Deutschsprachige, mehr oder weniger, Das ist ein sehr wichtiger Markt, und du kannst da nicht mit einem grottigen Synchro ankommen. Also, der Druck per Se ist schon sehr groß, und da sitzen auch eine Menge Leute, Die Angst um ihre Jobs haben. Wer da, was zu verantworten hat, bei einem Verleih oder so. Und dann sagt, nee, ich will die Stimme oder die, Das kann dir den Kopf kosten. Ich glaube, Die Frau, die sich damals dazu entschieden hat, dass Markus oft die Stimme von Johnny Depp wurde. Ich weiß nicht, ob Sie den Job noch macht, Keine Ahnung. Das war keine gute Entscheidung. So was kann halt bitter nach hinten losgehen, gerade bei Umbesetzungen. Als sie sich überlegt, haben, dass Arnold Schwarzenegger vor ein paar Jahren nicht von Thomas Danneberg gesprochen wird, weil er in dem Film ja schon Sylvester Stallone spricht.

Joël Kaczmarek: Escape Plan.

Tobias Kluckert: Escape Plan, ja. Das macht die nicht normal. Die hat so viel Gegenwind bekommen dafür. Und Shitstorm, Weil du kannst die Hörgewohnheiten der Deutschen nach 30 Jahren oder 40 oder so, das kannst du nicht brechen und plötzlich den mit einem Wiener Akzent sprechen lassen.

Joël Kaczmarek: Stimmt.

Martina Treger: Nee, deswegen.

Joël Kaczmarek: Und wie muss ich mir das vorstellen? Wir hatten ja vorhin auch das Beispiel. Mulder, Akte X, umbesetzt.

Tobias Kluckert: Schlimm, ne?

Joël Kaczmarek: Da geht es wahrscheinlich immer um Cash in der Regel.

Tobias Kluckert: Ja.

Joël Kaczmarek: Sind Synchronsprecherinnen, Schauspielerinnen so teuer? Nee,

Tobias Kluckert: sie sind so schlecht, bezahlt.

Joël Kaczmarek: Wollte mich gerade sagen, weil wenn das 50 Prozent der Wirkung ausmacht, mein Verdacht ist, Die geben in der Regel für so eine komische Wall-Deko-Werbung in der U-Bahn wahrscheinlich pro zehn Minuten mehr aus als für so eine Kronengeschichte.

Tobias Kluckert: Sagen wir mal, so, Die Synchro kostet im Allgemeinen weniger als das Buffet bei der Premiere.

Joël Kaczmarek: Nee, das ist kein Witz. Echt?

Tobias Kluckert: Ja. Der Kostendruck ist sehr... Sehr hart und den kriegen wir natürlich ab, zumal jetzt auch ganz stark. Wenn es plötzlich heißt, ist ja kein Kino, ist ja nur Streaming, als wenn wir einen anderen Job machen würden. Deswegen so ein Quatsch, aber ich weiß, wenn Völz hat, den in weiß ich 184 Folgen oder so der Serie gesprochen. Und als dann der Kinofilm kam, hat er gesagt Naja entschuldigt man mit. Jetzt möchte ich das Bitte anständig bezahlt bekommen und der wir reden hier nicht von Unsummen. Das ist alles noch sehr im Rahmen, aber dann kommt halt, der Verleiher oder oder Sender, oder wie auch immer es ist. Und sagt, da müssen wir sofort einen Riegel vorschieben, Weil wenn die auch noch, die sprechen, Stars, Aber wenn die wie Stars bezahlt werden wollen, das wollen wir jetzt auf keinen Fall. Dann wird umgesetzt, knallhart. Und ich weiß, was er damals verlangt hat, das war eine ambitionierte Summe, aber er war es wert. Die Serie hat im Deutschen ohne ihn nicht mehr funktioniert. Es ging nicht.

Martina Treger: Das finde ich auch.

Tobias Kluckert: Es ist auch schade, weil der Kollege, der es dann gemacht hat, Ich habe ihn hinterher gefragt, ob er das nochmal machen würde, Er meinte, nee, er isst sehr alleine in Kantinen. Weil das wird nicht vergessen, wenn ein Kollege... So vor Das Schienbein trittst. Aber ich habe ihm eigentlich den Vorwurf zu machen, ich glaube, der hat sich das gar nicht angeguckt, was Benjamin Völz in den 90ern gemacht hat. Weil dieser Charakter des Mulder, dieses Suchende, dieses Manische, das war jetzt nicht mehr da. Und damit funktionierte der ganze Charakter nicht.

Joël Kaczmarek: Ja, das stimmt. Das war wirklich schlecht.

Tobias Kluckert: Ich habe versucht, mich reinzuhören. Ich habe es nie geschafft. Schade drum. Weil der Weiß ja, was er tut. Ist ja kein schlechter Kollege, deswegen. Aber entweder war es ihm egal. Oder die Regie hat gesagt, nee, mach mal so, wie du willst. Und naja, dann bist du ja auch weisungsgebunden und ziehst es durch. Hinten raus klang es. Nicht so gut.

Joël Kaczmarek: Ja, ich habe es auch als schlecht empfunden, weil es einfach, du hast ja genau recht, Man will die Hörerwartung nicht enttäuschen. Ja,

Tobias Kluckert: der kann so gut sein, wie er will. Das Ding ist, bei dem ersten Kinofilm, Da hat es auch ein Kollege dann irgendwann gemacht, Aber der hat es halt so gut gemacht, dass ein uneingeweihter Ohr es gar nicht gemerkt hat. Und das war dann die clevere Wahl.

Joël Kaczmarek: Martina, Ich habe eigentlich,

Joël Kaczmarek: also ich weiß nicht, ob du es machst, musst du mal sagen, ich habe von Tobias gelernt, 80 Prozent der Stimmen, die man heutzutage in der Werbung hört, seien weiblich. Also, Totaler Trend. Machst du auch viel Werbung mit deiner Stimme?

Martina Treger: Erstaunlicherweise nicht. Also, irgendwann rief mich mal...

Tobias Kluckert: Vielleicht klingst du einfach nicht nachhaltig genug.

Martina Treger: Das ist durchaus möglich. Oder ich bin eben nicht... Jetzt reicht's. Das würdest du von mir ja niemals hören.

Tobias Kluckert: Ich höre das eigentlich ganz gerne. Ich finde es immer witzig, wenn ich die Kollegen höre, weil ich weiß ja, wie es ist, Werbung zu machen. Da sitzt dann ein Riesengremium von lauter Marketingleuten und so. Und die haben einen ganz tollen Text geschrieben. Und niemand ist auf die Idee gekommen, den Mal laut zu sagen. Keiner hat den jemals laut gelesen, Aber wenn man den liest, klingt der Halt toll. Aber wenn du ihn laut sprichst, ist es echt oftmals schwierig, das irgendwie menschlich noch rüber zu kriegen. Und wenn sie dann noch sagen, ach, mach mal ein bisschen werbischer, Dann geht mir immer das Messer in der Tasche auf, weil ich denke, Oh, Gott, jetzt kommen diese Nachdrücke und jetzt wollen Sie genau. Diese Dürre, die ich nicht machen will. Das ist furchtbar. Nee, das ist schwierig. Das ist so fies, Aber wenn so Leute Synchronsprecher nachmachen, dann reden die ja so ganz, ganz übel. Es gab diese Art der Synchronisation in den 80ern. Als das so losging mit den Serien und leute Profis wurden. Und naja, wenn du nicht richtig weißt, was du tust, Es ist eine tolle Krücke, so zu reden, weil du kriegst den Take gut hin, Es klingt einigermaßen, auch wenn es nicht wirklich gut ist. Aber heutzutage wirst du aus dem Atelier geschmissen, wenn man so spricht. Aber sofort. Podcast und zwar aus gutem Grund.

Sebastian Krumbiegel: Sofort bist du weg.

Tobias Kluckert: Aber trotzdem werden wir immer noch so persifliert, das ist übel.

Sebastian Krumbiegel: Wie, mach das Mal kurz vor, also was meinst du dann?

Martina Treger: Nein, das, was ich gerade gemeint habe.

Tobias Kluckert: Oh, mein Gott, es ist so schön, dich zu sehen.

Martina Treger: Ich liebe dich, Justin. Oh ja,

Tobias Kluckert: Diese unechten, furchtbaren...

Martina Treger: Grauen, Es ist grauenvoll. Das kann sie nicht bringen. Grauenvoll. Aber was hier? Von wegen Werbung. Neulich kriege ich einen Anruf von L’Oréal. Ja, FrAU Träger, Da ist die Viola Davis. Und so, ich sage, naja, Wenn Sie dann mal anfängt, zu sprechen, oder wenn irgendwann mal ein Spot ist mit ihr, wo Sie was sagt. Klar, mache ich gerne. Und jetzt haltet euch fest, die ist ja auch clever, Die Davis, ne? Die hat nie einen Ton gesagt.

Tobias Kluckert: Bradley Cooper hat Häagen-Dazs Werbung gemacht und er hat nichts gesagt. Das ist so, Mann, ey, ist doch jetzt blöd.

Martina Treger: Kein Ton, kein Ton.

Joël Kaczmarek: Warum ist das für sie? Denn aber schlau?

Martina Treger: Warum soll Sie was sagen, wenn Sie auch so genug, verstehst du, ALSO ICH meine...

Tobias Kluckert: Die machen ja witzigerweise in den Staaten eher keine Werbung. Die machen Sie dann in Europa oder in Asien, weil das merkt halt keiner in den Staaten. In den Staaten gehört es zum guten Ton, dass du es nicht machst.

Joël Kaczmarek: Das stimmt. Ich habe immer hier, wenn ich so teure Uhrenhersteller, dann sind das immer die Kollegen, die du sprichst. Und die sieht man immer eher hier, da hast du recht.

Tobias Kluckert: Und gerne auf Plakaten, wo ich nichts zu sprechen habe.

Sebastian Krumbiegel: Genau.

Joël Kaczmarek: Aber ich meine, eine bekannte Werbung, die ist ja mit dir, wo du lustigerweise auch dein Vater auch schon vorher tätig war. Kennst du das?

Sebastian Krumbiegel: Nee, weiß ich nicht mehr.

Tobias Kluckert: Volkswagen. Das. Auto.

Joël Kaczmarek: Stimmt.

Tobias Kluckert: Aber ist schon seit zwei Jahren vorbei, weil jetzt muss man nachhaltiger sein. Nein, das ist Quatsch. Volkswagen wechselt immer, wenn der neue Golf eingeführt wird, Die Stimme. Und ich habe den Golf 7 eingeführt und den Golf 8 hat dann meine Kollegin Luise Helm eingeführt. Klingt ganz toll.

Joël Kaczmarek: Machst du viel Werbung?

Tobias Kluckert: Nee, also nicht mehr. Ich habe früher, ich habe so Trivago gemacht, Und das waren dann immer schöne Sachen, die auch oft sehr eingängig waren. Manchmal hast du ja Glück und hast einen schönen Spot, wo du das irgendwie menschlich rüberbringen kannst, ohne dass du dich einfach nur wahnsinnig beeilen musst. Und die Herausforderung ist, diesen ganzen Text in diese 20 Sekunden reinzukriegen, ohne dass es scheiße, klingt.

Sebastian Krumbiegel: Für Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie nach so einer Art Ticker.

Martina Treger: Genau.

Tobias Kluckert: Dann wird ja dann so lange geschleunigt, irgendwie, damit es nur noch zwei Sekunden dauert, Weil jede Sendesekunde kostet wahnsinnig viel Geld, und sie wollen ganz, ganz viele Informationen unterbringen. Und die großen Konzerne kommen dann mit tollen Spots. Und dann kannst du ganz langsam sprechen. Und wer ein bisschen kleiner ist, da musst du halt viel in kurze Zeit reinbringen. Ich mache tatsächlich mittlerweile nur noch kleine Sachen, Weil die Preise auch da wie überall um uns herum, immer billiger werden, spüren wir ja. Und ich habe mir irgendwann gesagt, das mache ich nicht mit. Wenn ihr jetzt die Stimme von oder so wollt, dann nehme ich halt für die Industrie schon ein bisschen mehr. Und damit falle ich eigentlich aus den großen Kampagnen raus. Weil jetzt ist es so, dass dann eher mal eine kleine Firma, die, weiß ich, CAD-Schnitte machen irgendwas, keine Ahnung, was die so machen. Mich holen, weil sie sagen, wir haben nur einen Spot und wir möchten, dass der ganz, ganz toll klingt. Und das leisten wir uns. Aber so eine große Kampagne, da nehmen Sie dann niemand anders.

Joël Kaczmarek: Es gibt ja mittlerweile auch einige dieser Plattformen. Also, ich habe das mal mit Musik schnipseln, wenn ich so ein Podcast baue für ein neues Format. Oder so, dass man sich so ein Jingle holen kann. Und das gibt es ja mittlerweile auch für Stimmen. Also, dass du leute quasi bookst. Gucken kannst, genau für sowas, irgendwie, keine Ahnung, Carglass repariert, Carglass tauscht aus. Also, das singt jetzt jemand und das ist sehr professionell gemacht, Aber sagen wir mal, du bist jetzt mein Lokales, kannst dir sowas buchen.

Joël Kaczmarek: Merkt Ihr sowas? Also macht Sowas Euer Geschäft kaputt, dass da vermeintliche Amateure auch ihre Arbeit feil bieten. Gegen ihr, die dann antreten und die auch die Preise so erodieren. Oder betrifft euch das gar nicht?

Tobias Kluckert: Es gibt witzigerweise in dem Job auch bei Synchronisation verschiedene Levels, nenne ich es mal. Wir bedienen das Hochglanz-Level Und darunter gibt es halt noch B-, C- und D-Movies Und genauso auch in der Werbung. Das machen andere Leute, und die haben damit ein festes Auskommen. Die würden, Die Auftraggeber, Die solche Budgets haben, wo die dann meistens herangezogen werden, Die kommen nicht auf die Idee, uns zu fragen. Das ist relativ normal. Es gibt ja auch so Leute, die sagen, Ach, nee, das mach ich selber. Dieser Seitenbacher-Typ in Berlin. Seitenbacher? Ja, wir werden alle genervt, damit, Aber was hat er geschafft? Wir haben es alle im Ohr. Natürlich. Der macht mich wahnsinnig, aber Respekt, Hut ab von Handwerk. Das macht er selber. Macht er toll, finde ich. Oder Marquardt Küchen.

Martina Treger: Habe ich noch nicht gehört.

Tobias Kluckert: Am Halensee. Der ist Sachse, offensichtlich, oder Anhaltiner oder so, das kann ich nicht unterschreiben. Und der macht das mit seinem, Das ist, Ich schätze mal, ein Angestellter, von denen oder so. Ich finde es so charmant. Ich finde es so süß, weil es ist so eine ehrliche Haut. Es ist nicht so glatt geschmörgelt und so.

Joël Kaczmarek: Es ist individuell. Harte Debatten gehabt. Ich habe mit dir aufgenommen, Diese beiden Versionen. Einmal den Richard Castle und einmal den Gerard Butler. Und dann habe ich das 15, 20 Leuten rumgeschickt. Gesagt, welche Version findet Ihr besser? A oder B? Und ich dachte, 15 Leuten haben mir 10 gesagt, das ist doch Podcast. Das muss doch persönlich sein. Das muss doch du sein. Das ist ja dann so gelegt, das ist ja so professionell, da war ich ganz baff. Also Am Ende des Tages haben Sie mir doch einen Favoriten gegeben. Und am Ende wurde es so ein Merger aus beiden. Aber das ist faszinierend, wie viele Leute so diesem Professionellen auch so eine Künstlichkeit unterstellen.

Joël Kaczmarek: Deswegen weiß ich schon, was du, glaube ich, meinst, wenn es sich so handgemacht anfühlt.

Tobias Kluckert: Also unser...

Joël Kaczmarek: Ich bleibe dabei, du machst das großartig, und ich habe das keine Sekunde bereut.

Tobias Kluckert: Danke vielmals. Unsere Kunst ist ja eigentlich, dass wir es halt persönlich klingen lassen können.

Martina Treger: Stimmt, DarUm geht es.

Tobias Kluckert: Darum geht es. Und das ist die große Herausforderung.

Martina Treger: Ja.

Joël Kaczmarek: Man, Martina, leg mich am Arsch, wenn du den Mund aufmachst, jedes Mal diese Wärme, dieses Zahnbrünnerschimmel. Mann, Echt gut.

Martina Treger: Danke.

Joël Kaczmarek: Jetzt müssen wir natürlich ein großes Thema noch nach hinten Mal ein bisschen beleuchten. Hörspiel. Ich fange bei dir mal an mit einer ulkigen Geschichte. Du hast mir mal gesagt, ich glaube, es war Fantasy, Kann das sein? Hieß die Firma so?

Tobias Kluckert: Ja, ja, ja.

Joël Kaczmarek: Hast du aber nicht gemacht, ne?

Tobias Kluckert: Nee, habe ich nicht gemacht.

Joël Kaczmarek: Lass mal raus,

Tobias Kluckert: wenn du es machst. Ach, ich kriege eine Mail, eine Anfrage und das ist eine, Ich gucke mir das an, Das ist eine Seite, Die machen erotische Geschichten für Frauen. Und zwar explizit erotisch, also ich würde sagen es Porno, und da rufen sie dich an und nicht mich. Ich habe mir dann so ein Probezugang legen lassen und habe da mal rein gehört. Das machen nur Leyen ambitionierte Leiden. Ok, also der ein oder andere ist besser, und die werden dann auch Topseller irgendwie da. Und ich schätze mal die Kriegen Apple und ein Ei dafür, also für uns, die wird das professionell machen, nicht wirklich wichtig. Ich dachte dann Ich weiß nicht, ich habe per Se kein Problem, damit ist schon okay. Ich habe auch schon Hotels gehabt, die dann eine Wohlfühl-CD für Frauen im Relax-Bereich, im Spa haben wollen oder so. Ja, kann man bedienen. Warum nicht, wenn irgendjemand erotische Gefühle hat bei meiner Stimme? Warum nicht? Mache ich gerne. Aber gleichzeitig hatte ich die Überlegung, okay, Ich mache jetzt hier gerade eine Hörspielserie für Kinder und nebenbei Porno fürs Internet. Ach, ich mache es mal lieber nicht. Ich habe es nicht immer.

Joël Kaczmarek: Wir beide haben uns ja kennengelernt über Oliver Rohrbeck, dem an dieser Stelle herzlich gedankt sei. Und den hat mir der Liebe Sven vorgestellt. Gibt es dich in irgendeiner, der gefühlt, Ich glaube, 211 Folgen, drei Fragezeichen zu hören? Hast du da mal mitgewirkt?

Tobias Kluckert: Auf der Webseite steht, Ich hätte es gemacht. Ich habe es aber nie gemacht.

Martina Treger: Aber ich.

Joël Kaczmarek: Welche?

Martina Treger: Einmal. Das ist jetzt eine gute Frage. Ich glaube, eine nach irgendeiner Jubiläumsausgabe. Ich hieß Hilde.

Joël Kaczmarek: Hilde, okay, Da Werde ich...

Tobias Kluckert: So sehe ich dich.

Martina Treger: Oder? Ja. Hilde. Glaube ich.

Tobias Kluckert: Ich war mal in der Waldbühne dabei als Zuschauer. Und irgendwie kam auf die Webseite, dass ich da auf der Bühne gestanden hätte. Habe ich aber wirklich nicht. Ich habe auch witzigerweise, es ist jetzt, glaube ich Blasphemie, wenn man das sagt, Aber ich habe kein Empfinden für die Fragezeichen, weil ich das als Kind nicht gehört habe. Und wenn du als Erwachsener da einsteigst und das das erste Mal hörst, denkst du so, hm. Warum hören die das jetzt immer noch heute? Und geben es Ihren Kindern und schlafen jeden Tag dazu ein? Du musst es halt als Kind gehört haben, um diese Faszination zu haben. Ich meine, was die da machen. Die machen das seit was, 40 Jahren? Vor bis zu 20.000 Leuten live?

Martina Treger: Das ist phänomenal. Alter,

Tobias Kluckert: Das ist so krass. Ich war bei 17.000 Leuten oder so dabei. Das war dann damals so ein Rekord, Den haben Sie locker wieder eingestellt, mittlerweile. Und alle sprechen alles mit. Respekt, Respekt. Geiler Scheiß. Das musst du erstmal bringen.

Martina Treger: Ja.

Joël Kaczmarek: Meine Frau war auch dabei bei hier, der Schwarze Taipan, und die meinte, es sei Phänomenal gewesen, Du guckst auf diese Bühne und obwohl du die Menschen da vorlesen, siehst, In deinem Kopf macht sich das Bild auf, wie dann rechts macht einer Geräusche, In der Mitte stehen die, links die Musikeinlagen, Also finde ich großes Kino, dass man das hinkriegt. Und ich gebe dir recht, Ich habe das mit TKKG, ich komme an TKKG, habe ich noch nie.

Tobias Kluckert: Wenn du es als Kind nicht hattest, Als Erwachsener kommst du nicht mehr ran. Aber ich habe mit Olli Rohrbeck und seiner LauscherLounge viele, viele Live-Hörspiele gemacht, die dann, weiß ich, Richard Diamond. Zum Beispiel, der ein oder andere Hörspielfreak hat es schon mal gehört. War es nicht auch Jerry Cotton? Ja, aber das waren Hörbücher.

Joël Kaczmarek: Ja, okay.

Tobias Kluckert: Jerry Cotton Reloaded Habe ich 60 Folgen gelesen.

Joël Kaczmarek: Aber das Faszinierende ist, Ich weiß ja nicht, wie es euch so geht, man packt so eine krasse Emotionalität rein. Also mein einer Mitarbeiter, Jan, die ich bei fast noch nichts Excited gesehen habe,

Joël Kaczmarek: war, so Jerry Cotton, Das ist Jerry Cotton. Oder andere so drei Fragezeichen. Also, ich habe mir mal sagen lassen, dass selbst Finanzamtmitarbeiter von dem Oliver Rohrbeck so begeistert sind, Dass wenn der seine Steuererklärung abgibt, die mit dem Netter sind. Ja.

Martina Treger: Haha, hat er Schwein gehabt.

Sebastian Krumbiegel: Wollen wir unsere drei Fragen machen, die wir haben? Ja. Wir haben apropos drei Fragezeichen.

Joël Kaczmarek: Der Liebe Sebastian und ich, Wir gewinnen uns nämlich immer an, dass wir so eine Reihe an Schnellfragen haben, die wir unseren Gästinnen und Gästen stellen,

Joël Kaczmarek: die in der Regel echt nochmal interessantes Zeugs hervortun. Und Sebastian, seine Lieblingsfrage, damit fängst du an und ich erweitere sie.

Sebastian Krumbiegel: Martina, Fangen wir mal an. Okay. Und zwar, Ich bin ja Musiker, und mich interessiert immer extrem. Was hast du in deiner Kindheit, als du? 14, 13, 14, 15 warst, Für Musik gehört? Warst Du von irgendwas mal richtig Fan? Und um zu heute zu kommen, was hörst du heute für Musik?

Joël Kaczmarek: Und das Add-on, Da müssen wir uns natürlich auch fragen, was hast du geguckt als Kind?

Martina Treger: Oh Gott, geguckt habe ich, Ich habe nicht viel Fern geguckt als Kind. Raumschiff Orion fand ich toll.

Sebastian Krumbiegel: Okay.

Martina Treger: Und wie heißt denn diese wunderbare Frau, die mit dieser Röhre, diese britische...

Sebastian Krumbiegel: Janice, Janis Joplin?

Martina Treger: Nee, also von Alice Cooper war ich schon immer Fan. Ja. Auch damals?

Sebastian Krumbiegel: Ja.

Martina Treger: Wie heißt die denn? Bonnie?

Sebastian Krumbiegel: Bonnie Tyler.

Martina Treger: Ja. Die fand Ich cool. Na und Nena natürlich, damals. Und hier, die Hagen. Nina Hagen.

Sebastian Krumbiegel: Okay.

Joël Kaczmarek: Die könntest du, wenn die Mal einen Film macht, die könntest du synchronisieren, wenn die nicht Deutsch sprechen. Ja,

Martina Treger: ja.

Sebastian Krumbiegel: Und heute?

Joël Kaczmarek: Eher Klassik.

Sebastian Krumbiegel: Okay.

Joël Kaczmarek: Wirklich.

Tobias Kluckert: Ich hatte als Jugendlicher den Traum von drei Konzerten, die ich unbedingt sehen möchte. Das waren die Ärzte und David Bowie und Queen.

Joël Kaczmarek: Ich wollte gerade sagen, Queen muss dabei sein.

Sebastian Krumbiegel: Queen bin ich sofort dabei, Ernst bin ich auch sofort dabei, Bowie bin ich auch sofort dabei.

Tobias Kluckert: Meine erste Platte, die ich mir jemals gekauft habe, in Budapest, war David Bowie. Das war nicht mal eine gute Platte von ihm, Aber der hatte einfach so eine großartige Stimme. Und Freddie Mercury genauso. Und ich habe Queen nicht geschafft.

Sebastian Krumbiegel: Queen, Die einzige Möglichkeit, das zu schaffen, zu Ostzeiten wäre gewesen, 1986, Das Konzert in Budapest. War ich bei der Amelie, konnte ich nicht. Ja,

Tobias Kluckert: aber da war ich noch zu klein. Nee, ich habe dann die Ärzte gesehen, als sie sich wieder vereinigt hatten, Ende der 90er. David Bowie Habe ich 2001, glaube ich, gesehen, werde ich nie vergessen. Das war ein großartiges Konzert. Das ging mir auch echt nah, als der gestorben ist. Meine Güte. Das war echt, der war immer da und gehörte so dazu. Ja, und Freddie Mercury ist 91 gestorben, das habe ich einfach nicht geschafft. Was habe ich geguckt? Ich war ein Trekkie. Ich fand Star Trek ganz, ganz toll. Es gibt schon, weiß ich, als fünfjähriger Zeichnungen, Da habe ich die Enterprise gezeichnet. Und für mich war es dann, als die neuen Filme kamen, natürlich ein Riesending. Ich wollte unbedingt Captain Kirk sein. Jeder Junge will Captain Kirk sein. Und dafür war ich zu alt. Das war echt bitter. Und dann habe ich Pille bekommen.

Joël Kaczmarek: Ich wollte gerade sagen, wenn man aus Sebastians Ecke kommt, Ist man vielleicht auch lieber Pille.

Sebastian Krumbiegel: Ich bin ja eher Next Generation. Ich bin ja eher Picard.

Tobias Kluckert: Ja, das habe ich natürlich auch geguckt. Das war in seiner Zeit toll. Wenn ich es heute gucke, finde ich es nicht mehr so richtig toll.

Sebastian Krumbiegel: Es ist sehr philosophisch, finde ich. Das ist es auf jeden Fall. Diese ganze Gene Roddenberry Idee ist schon geil.

Tobias Kluckert: Absolut, absolut. Aber heute bin ich die Stimme von Pille und bin damit total glücklich, dass nicht der Rotweintrinker und der, der keinen Bock hat, auf Weltraum und immer nur am Motzen ist, ich liebe es.

Joël Kaczmarek: Wir haben euch gar nicht gefragt, Habt ihr eigentlich eure Rollen, auch schon mal getroffen? Trifft man die als Synchronsprecher? Legt man überhaupt Wert drauf? Also, ich wäre da vielleicht gar nicht so...

Tobias Kluckert: Das ist natürlich aufregend. Ich habe Tatsache den einen oder anderen kennengelernt. Ich habe mal Bradley Cooper getroffen. Der war wahnsinnig nett, super, professionell. Ich habe nicht damit gerechnet, dass ich ihn treffe. Deswegen war ich es nicht so, und es dauerte eine Minute und war irgendwie nett.

Sebastian Krumbiegel: Und sagst du dann, hey, I'm Your German voice?

Tobias Kluckert: Ja. Man muss da vorsichtig sein, weil man weiß immer nicht, wie sie es aufnehmen. Meistens sind sie Profis und sind dann nett zu dir, aber eigentlich hassen Sie es, synchronisiert zu werden.

Sebastian Krumbiegel: Okay.

Tobias Kluckert: Und man nimmt ihnen einfach 50 Prozent ihrer Performance, und das ist undankbar. Und die werden natürlich in jedem Land von jemandem synchronisiert. Die wollen jetzt auch nicht alle kennenlernen, Auch wenn der Deutsche Markt wichtig ist. Ich habe Gerard Butler mal kennengelernt, das war wahnsinnig nett. Der war aber auch sensibilisiert. Weil, erinnert ihr euch an diese Geschichte? Bei der goldenen Kamera vor fünf Jahren oder so hat sich Helen Mirren bei ihrer deutschen Stimme bedankt.

Sebastian Krumbiegel: Ah, weiß ich noch. Das war phänomenal.

Tobias Kluckert: Das war wirklich der Hammer. Als das Mikro so runterfuhr und sie, Moment, ich hab was vergessen. Und das Mikro kam nicht wieder hoch. Und sie ging in ihrem roten Glitzerkleid in die Knie, um sich bei Karin Buchholz zu bedanken. Direkt vor ihr saß Gerard Butler, der als nächster die goldenen Kamera bekam. Und war dadurch natürlich sensibilisiert. Für das Thema. Und als ich ihm dann danach vorgestellt wurde, war er wahnsinnig nett. Und ich habe auch mal Seth Rogen getroffen. Bei so einer Social-Media-Nacht irgendwie. Und der war super begeistert und hin und weg, und es war sehr, sehr lustig. Aber es kann auch nach hinten losgehen.

Joël Kaczmarek: Hat nicht einer, von denen sogar seinen Agentenkontakt gegeben und gesagt, du bist meine deutsche Stimme, wenn du es nicht mehr sein solltest, dann sag mir Bescheid?

Tobias Kluckert: Das war Gerard Butler, ja. Ich habe die Nummer von seinem Agenten. Hat er mir selber in mein Handy eingegeben.

Joël Kaczmarek: Das ist doch cool.

Tobias Kluckert: Bisher hat mich niemand umgesetzt. Ich musste sie noch nicht benutzen. Aber ich warte drauf, dass es passiert, weil ich auch wissen will, ob es funktioniert. Aber es kann auch nach hinten losgehen. Zum Beispiel Engelbert von Nordhausen war irgendwann in New York und sitzt abends in einer Bar. Und am Tresen saß Gene Hackman. Und er sagte, okay, ich muss da jetzt hingehen. Und dann ist er zu ihm hingegangen und hat gesagt, hello, May I introduce myself, I'm your German voice. Und er drehte sich zu mir um und sagte, fuck off. Alles klar. Danke fürs Gespräch. Ich bin ja mal weg. Aber ja, mein Gott, das ist nun mal so. Wir sind ja, muss man immer bedenken, Die Leute im Dunkeln. Ich vermeide es auch, vor, die Kamera zu gehen, weil ich glaube, dass ich die Illusion des Zuschauers zerstöre, damit. Es ist eine Entscheidung im... Dunkeln zu leben. Und ich kann ungeschminkt meinen Müll rausbringen. Es interessiert sich niemand für mich, und ich liebe diese Anonymität und finde es toll. Andere leiden vielleicht darunter, wenn sie als Schauspieler berühmt werden wollten und es nur als Stimme sind. Mich interessiert es nicht.

Martina Treger: Mich auch nicht. Also, ich bin auch sehr dankbar, dass man einfach so die Straße langlaufen kann.

Tobias Kluckert: Behalte den Ruhm, Gib mir das Geld, Aber auch das klappt natürlich nicht, weil wenn du berühmt bist, kriegst du mehr Geld. Ach, mein Gott, es ist, wie es ist, dann halt nicht.

Joël Kaczmarek: Und ich meine, die sollen sich mal nicht so anstellen. Ich muss gerade daran denken, Bei Tarzan ist das so und bei Bärenbrüder, Da singt Phil Collins auch die deutsche Musik. Und das klingt einfach wirklich räudig. Also, ich habe dann gedacht, Oh Gott, Oh Gott, Hoffentlich klinge ich nicht auch so,

Joël Kaczmarek: wenn ich englisch singe, für einen Amerikaner oder Engländer wahrscheinlich schon. Aber meine Frau kann das nicht hören. Die sagt, Mach ein anderes Kinderlied an oder mach es auf Englisch an. Da ist es ja super. Aber warum man denn, ist, der Brite oder Amerikaner?

Tobias Kluckert: Brite.

Joël Kaczmarek: Warum lässt man den Briten Deutsch? Und die singen dann immer nicht ich, sondern ich.

Tobias Kluckert: Ich persönlich finde, der sollte gar nicht singen. Der sollte Drummer sein. Ich kann ihn nicht haben.

Joël Kaczmarek: Aber gut, du bist auch eher wahrscheinlich. Peter Gabriel, Genesis.

Sebastian Krumbiegel: Ich bin auf jeden Fall keiner, von denen, Extrem viel Collins-Dizzern. Ich finde, der hat großartige Songs geschrieben. Der hat auch eine Geile Stimme. Viele Leute lieben es und es ist doch schön.

Joël Kaczmarek: Gut, zurück zu unseren Fragen. Ich bin dran. Was war der beste Rat, den du je bekommen hast und was der schlechteste? Oder eins von beiden? Ich will dich ja nicht unter Druck setzen.

Martina Treger: Also der Beste Rat... Den ich mal bekommen, also ganz am Anfang bekommen habe, Da war ich bei Days of our Lives auf eine Rolle besetzt, also so eine Daily, wirklich schlecht, wirklich schlecht. Und meine hatte auch immer den Mund so ganz weit, Das war so eine Blonde mit so einem richtigen Ami-Mund Und die sagte immer, I love you, Justin. Und da musste man dann eben, Ich liebe dich, Justin. War schwierig, weil sie den Mund immer offen hatte, und ich fing an, mich über sie lustig zu machen, um es zu ertragen. Und irgendwann wechselte mal die Regie. Ein großer Alter Kollege hatte dann mal aus Versehen, kurz die Regie übernommen. Und hat mich dann in irgendeiner Pause mal Beiseite genommen. Und hat gesagt, Frau, Träger, wenn Sie in diesem Beruf was werden möchten, also, wenn Sie da weitermachen möchten, Nehmen Sie auch die schlechteste Kollegin, die Sie sprechen, bitte ernst. Fand ich großartig.

Sebastian Krumbiegel: Ja,

Tobias Kluckert: toll. Ja. Ich glaube, der beste Rat, den ich mal bekommen habe, war, Versuch's doch mal mit Synchron. Das war von Marie Gruber. Leider lebt sie nicht mehr. Aber wir kannten sie aus. Go Trabi Go, die Mutter. Die saß damals an meinem Tresen. Und der schlechteste, Ich glaube, der Rat, der sagte, du musst eine Ausbildung machen, Das ist ganz wichtig in diesem Land, du brauchst so einen Schein. Das waren zwei so verschenkte Jahre. Das habe ich nicht gebraucht. Im Nachhinein.

Sebastian Krumbiegel: Okay, schließen wir da mal dran an. Zu wem schaut Ihr auf? Gibt es jemanden, zu dem ihr aufschaut? Und wenn ja, warum?

Tobias Kluckert: Ich schaue zu ganz vielen Leuten auf. Also die Generation vor uns, mit deren Stimmen wir groß geworden sind, Da sind so großartige Leute dabei und viele sind mittlerweile leider gestorben. Weiß ich, Bernd Rumpf fehlt mir wirklich. Mann, Ich fand den so toll. Frank Laubrecht ist eine Wahnsinnsstimme bis heute. Er ist einfach großartig. Tommy Danneberg, Als ich den kennenlernte, da habe ich in geistiger Umnachtung, dem die Hand gegeben. Und dem erzählt, dass ich immer, wenn ich... Was getrunken habe, anfange, den Sterbe-Monolog aus Blade Runner zu zitieren. Und dann habe ich den zitiert. Ich hatte die ganze Zeit seine Hand in der Hand. Er guckte mich an wie, Oh, mein Gott, er ist wahnsinnig. Und meinte hinterher, ja, ja, da war mal was. Ah, ich war halt auch ein Fanboy, Was soll ich sagen?

Martina Treger: Aber von Thomas Danneberg habe ich auch wahnsinnig viel gelernt. Ja, eigentlich am allermeisten.

Joël Kaczmarek: Was sind denn eigentlich so die Tricks? Also was macht ihr? Ich habe das zu Sebastian Mal in unserem Vorgespräch gesagt, Beim Singen zum Beispiel gibt es das manchmal, Wenn man manche hohen Töne nicht kriegt, dann moduliert man die Vokale. Also dann singt man nicht ein A, sondern eher ein Ö. Habt Ihr auch solche Sachen, dass Ihr zum Beispiel T's nicht sprecht, habe ich mal aufgeschnappt. Oder gibt es da? so Tricks?

Martina Treger: Na, das kommt drauf an, also, das kommt ja auf die Rolle an. Du kannst eine Anwältin nicht das T am nicht klauen, das geht nicht. Die sagt nicht nicht, die hört sich nicht an, wie Ostergosse, die hat halt studiert.

Tobias Kluckert: Aber wenn du einen schwarzen Rapper sprichst, dann schon.

Martina Treger: Zum Beispiel, ja. Und das ist es eben auch. Das habe ich von Dannerberg eben auch gelernt, Hochdeutsch zu sprechen, aber zu verschleifen, aber nicht in Dialekt zu verfallen.

Sebastian Krumbiegel: Okay.

Joël Kaczmarek: Was heißt verschleifen? Dass man dann so ein bisschen unsauber wird im Reden?

Martina Treger: Na, dass man nicht ganz so korrekt ausformuliert. Ganz genau.

Joël Kaczmarek: Was war der größte Fehler, den ihr je begangen, habt? Und noch wichtiger, Was habt Ihr daraus gelernt?

Tobias Kluckert: Oh, ich habe da eine Idee. Ich habe Sam Worthington synchronisiert in einem Terminator-Film. Er war der Terminator. Dann kam der nächste Film mit ihm und ich wurde zum Probesprechen eingeladen. Und naja, du hast da eine kurze Szene und du weißt aber nicht wirklich, worum es da geht. Meistens ist es auch noch schwarz-weiß und es ist so aus dem Zusammenhang gerissen, Also dachte ich, na gut. Du hast ihn im letzten Film, der war sehr bärig und sehr männlich, da hast du ihn so angelegt, dann mach's halt wieder. So ist die Idee. Da hat mich dann James Cameron persönlich abgelehnt und es wurde der erfolgreichste Film aller Zeiten. Es war Avatar. Oh ja. Alles klar. Da habe ich wohl einen Fehler gemacht.

Sebastian Krumbiegel: Ist man eigentlich beteiligt am Erfolg eines Filmes als Synchronsprecher?

Tobias Kluckert: Nein.

Joël Kaczmarek: Überhaupt nicht, ne?

Sebastian Krumbiegel: Nein.

Tobias Kluckert: Das ist Quatsch. Alle deine Rechte werden abgegeben, Dafür wirst du bezahlt und die können damit machen, was Sie wollen. Du hast keine Rechte.

Martina Treger: Du wirst auch leider nicht prozentual daran beteiligt.

Joël Kaczmarek: Nein. Wie ist das bei dir? Gibt es bei Dir so einen Fehler, den du in deinem Leben gemacht? hast? Du musst ja gar nicht mal auf dem Job sein, By The way.

Tobias Kluckert: Ab und an hätte ich noch eine Menge, aber die erzähle ich ja nicht. Doch,

Martina Treger: mach mal. Mir fällt gerade nicht so richtig, was ein.

Tobias Kluckert: Nee, das gehört hier nicht her.

Sebastian Krumbiegel: Es gibt ja auch den schönen Spruch, Ich habe keine Fehler gemacht, Ich habe nur Erfahrungen gesammelt und bin an denen gewachsen. Das würde ich sofort unterschreiben.

Martina Treger: Der ist gut, ja, den merke ich mir.

Joël Kaczmarek: Die großartigste Antwort, die ich bekommen habe, war von Katja Saalfrank. Da meinte sie, Es gibt keine Fehler, Es gibt nur Umwege und Umwege, erhöhen die Ortskenntnis.

Sebastian Krumbiegel: Auch gut.

Joël Kaczmarek: Da dachte ich. Bäm, in deine, Fresse. Nicht schlecht. Auf gut.

Martina Treger: In Your face.

Sebastian Krumbiegel: Okay, letzte Frage von mir. Welche Bücher verschenkt Ihr am liebsten? Oder anders gibt es für Euch Highlight-Bücher in eurem Leben, wo Ihr denkt, hey, als ich das gelesen habe, ist irgendwas mit mir passiert?

Martina Treger: Ja, die Grüne Wolke. Ich weiß nicht, wie alt ich da war, Elf oder zwölf. Ich weiß auch nicht, von wem, das ist. Also, ich wusste es mal, ich habe es jetzt nicht auf dem Schirm,

Joël Kaczmarek: Aber der Titel ist die Grüne Wolke.

Sebastian Krumbiegel: Kinderbuch sozusagen. Ja,

Martina Treger: genau.

Sebastian Krumbiegel: Erzähl mal kurz, worum es geht.

Martina Treger: In einem liebevollen Umfeld, aber trotzdem, mit vielen Schwierigkeiten und vielen Umwegen erwachsen zu werden.

Joël Kaczmarek: Von A. S. Neill ist das Buch, kann das sein?

Martina Treger: Voilà. Ja.

Joël Kaczmarek: Was du alles weißt zu Joël.

Martina Treger: Das hat mich sehr beeindruckt.

Sebastian Krumbiegel: Ja, cool.

Martina Treger: Ja.

Tobias Kluckert: Es ist echt schwer. Ich habe ziemlich viel gelesen. Ich liebe Philip Kerr, die Berlin-Trilogie und die Bernie-Gunther-Romane. Das ist in Deutschland nicht ganz so bekannt. Weltweit war es ein Riesenerfolg. Ich glaube, Es gibt... Es gibt zwölf oder 13 Bände, Leider ist der Autor verstorben. Aber wenn wir Babylon Berlin kennen, der Autor davon, Kutscher, heißt der Kutscher von den Büchern? Ich glaube, der hat bei Philip Kerr ursprünglich mal abgeschrieben.

Sebastian Krumbiegel: Okay.

Joël Kaczmarek: Gute Güte, Bist du ein intellektueller Mann.

Tobias Kluckert: Das ist überhaupt nicht intellektuell.

Joël Kaczmarek: Also, was du da gerade runtergerattert hast, dachte ich so, das ist abER schon...

Sebastian Krumbiegel: Ich bin gerade ein bisschen gestolpert, als du sagst, ich habe viel gelesen. Das meine ich jetzt überhaupt nicht vorungsvoll. Mir geht das ähnlich und ich weiß ja nicht, ob es euch auch so geht. Es ist ja sprichwörtlich, dass im digitalen Zeitalter unsere Aufmerksamkeitsspanne leidet. Und dass ich mich manchmal wirklich dabei ertappe, dass ich irgendwie echt weniger Aufmerksamkeitsspanne habe. Dass ich lange Artikel nicht mehr lese oder dass ich mich dazu zwingen muss. Oder so. Und dass ich auch mich immer mehr dazu zwingen muss, Bücher zu lesen. Das aber dann mache und mich immer wieder freue, wenn ich in diese Welt eintauche und meine eigenen Filme in meinem Kopf abgehen.

Tobias Kluckert: Ja, also, ich lese beruflich, andauernd. Und dann abends noch mich hinzusetzen, manchmal und jetzt noch einen Roman anzufangen, Da habe ich oft nicht die Muße, weil ich auch viele Hörbücher lese und so. Und es ist immer ein bisschen auch Arbeit, dann. Ich habe ein paar Bücher, Die liegen da jetzt schon teilweise seit geraumer Zeit und wollen gelesen werden, Aber ich habe oft nicht die Muße. Es wird weniger, es wird definitiv weniger. Und auch bei längeren Artikeln, Die lasse ich mir gerne von Tobias Nath vorlesen, Der ist nämlich die Stimme von Siri. Das finde ich dann Manchmal kannst du mit diesen zwei Fingern darüber streichen, und dann liest dir das Ding jetzt vor. Und manchmal schaffe ich es nämlich auch nicht mehr zu lesen Ja, weil der Kopf dann auch leer ist. Da ist keine Kapazität mehr übrig, aber ich höre wahnsinnig viel. Das ist nochmal viel viel mehr geworden durch Podcast und auch YouTube oder so solche Sachen. Da habe ich meistens dann die Dinger im Ohr und gucke es mir gar nicht an, aber ich höre andauernd irgendwas Ja,

Joël Kaczmarek: ich bin da voll bei euch. Ironischerweise habe ich es diesen Urlaub geschafft, zweieinhalb Bücher zu lesen, was ich noch nie geschafft habe.

Martina Treger: Super.

Joël Kaczmarek: Das Dritte muss ich abbrechen, das war zu deprimierend. Das war Marzahn, mon amour. Kennt ihr das? Nee. Das ist ein Bestseller, gerade.

Tobias Kluckert: Das ist von dieser Kosmetikerin.

Joël Kaczmarek: Die Fußpflegerin. Die Fußpflegerin wurde in Marzahn. Und dann schreibt sie ihre Geschichten in Marzahn in der Fußpflege. Und einige sind echt berührend, Aber ich war ganz oft so, da dachte ich, oh, da werde ich deprimiert. Wenn ich so diese Plattenbauschicksale sehe von Leuten, die da einzeln in so einer Einzimmerwohnung da wie...

Martina Treger: Du, da hatte ich mal ein Buch mit diversen Kurzgeschichten, aber eben auch basierend auf ihrem Beruf Sozialarbeiterin, eben auch in diesem Bezirk. Also unter anderem in diesem Bezirk. Und der Titel war so lustig. Die Schakeline ist voll. hochbegabt, ey. Und das war dann auch ein Kapitel über Schakeline.

Joël Kaczmarek: Aber man lernt ja auch die Welt neu kennen. Ich habe auch immer nur, so Marzahn, assoziiert mit Plattenbau und riesig weit. Also alles ist da irgendwie breit. riesig, Aber das hat so einen ganz eigenen Charme. Aus dem Buch, muss man auch sagen. Also von daher, Es hilft auch mal, den Blick zu weiten.

Sebastian Krumbiegel: Ich musste gerade an Sibylle Berg denken, kurioserweise, weil ich von ihr ein paar Sachen gelesen habe, was ja auch teilweise echt dystopisches Zeug ist. Und wirklich, Ich habe in einem Urlaub mal ein Buch gelesen und habe danach echt gedacht, ey, Du kommst echt schlecht drauf. Es ist so ein Faszinosum, dass ich das einerseits, Das ist so eine Hassliebe. Ich mag das Total und knie mich da richtig rein. Und lese das voller Freude und merke aber dann, wie mich das eigentlich runterzieht. Und das ist auch wieder irgendwie geil, Aber es ist trotzdem irgendwie... Ich wollte mal einen Song machen, ich darf nicht mehr so viel Sibylle Berg lesen.

Joël Kaczmarek: Ich hab das einmal mit einem Film gehabt, deswegen weiß ich, was du meinst. Es war so ein Film mit Willem Dafoe. Ich komm nicht mehr auf den Titel. Es ist ein bekannter deutscher Regisseur. Da fällt das kleine Kind, von denen aus dem Fenster. Er ist therapeut und versucht dann seine eigene Frau, der selber noch in Trauer ist, zu therapieren. Oh, Und das war so belastend. Einfach nur durch die Bildsprache. Na gut, ich schweif schon wieder ab. Habt Ihr beide so Healthy habits? Also gesunde Lebensweisen? Weil ihr seid Ja Menschen, Ja, ihr raucht nicht mehr. Falsche Runde, falsche Runde. Danke fürs Gespräch, Ihr beiden.

Tobias Kluckert: Kurze Geschichte. Gerd Günther Hoffmann, der die Stimme war von Sean Connery zum Beispiel oder von William Shatner, Der wurde Ende der 90er in einem Interview gefragt, sagen Sie mal, wo sind denn die ganzen großen Stimmen? Früher, Wir sind so aufgewachsen, Die Generation damals, mit diesen großen, großen Stimmen, Wo sind die denn heute? Und er sagte, wissen Sie, was, nach dem Krieg, Da haben wir jeden Abend Theater gespielt, Wir haben an der Rampe gestanden, Texte proklamiert, Wir haben gebrüllt, wir haben gesoffen, wir haben geraucht, Das hat unsere Stimmen geformt. Heute gehen Sie ins Fitnesscenter und trinken frisch gepressten Orangensaft. Was soll denn da für eine Stimme rauskommen? Und das stimmt zum Teil. Also meine Zeit als Barkeeper in den 90er Jahren, Ich gebe zu, ich war auch mein bester Gast. Es ist ganz gut, dass ich da raus bin, Aber das hat auch meine Stimme geformt. Und sie klingt halt nach Leben und das macht es, glaube ich, besonders.

Sebastian Krumbiegel: Keith Richards lässt grüßen.

Tobias Kluckert: Ja, wenn du das überlebst, Ist es eine gute Sache.

Sebastian Krumbiegel: Er überlebt ja alles.

Tobias Kluckert: Der überlebt alles.

Sebastian Krumbiegel: Ich habe jetzt so ein geiles Ding gesehen, Ein Bild von Keith Richards mit seinen beiden Töc