Nova Meierhenrich: Tausendsasserin von Boxengasse bis roter Teppich

7. April 2021, mit Joël KaczmarekSebastian Krumbiegel

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Joël Kaczmarek: Kunst trifft digital.

Sebastian Krumbiegel: Der Podcast.

Joël Kaczmarek: Wie immer mit dem charmanten Popprinzen. Sebastian Krumbiegel.

Sebastian Krumbiegel: Und mit dem noch charmanteren Podcast Joël Kaczmarek.

Joël Kaczmarek: So, Und heute sind wir in super charmanter Begleitung und vor allem auch medienkompetenter Begleitung, Kann ich euch allen sagen. Ich habe mich mit ihr schon ganz fleißig ausgetauscht. Zu unterschiedlichen Ansätzen in der digitalen Welt, war total beeindruckt, davon, Wie viel Fachwissen und wie viel Expertise sie eigentlich hat, wenn es darum geht, Medienkonzepte zu entwickeln. Und den meisten Menschen draußen ist sie, glaube ich, vor allem bekannt als sehr sichtbare Moderatorin und auch Schauspielerin. Meine Damen und Herren, Die Liebe Nova Meierhenrich. Hallo Nova.

Nova Meierhenrich: Hallo Ihr beiden. HEY Nova,

Sebastian Krumbiegel: Ich grüße dich.

Nova Meierhenrich: Ich grüße euch auch. Was für eine schöne, Charmante Anmoderation. Jetzt hängt die Latte hoch und der Erwartungsdruck ist riesig.

Joël Kaczmarek: Da performst du doch am besten, bin ich mir sicher. Weil Background auch für Sebastian. Ich habe mit Nova ganz viel über Clubhouse geredet und über Instagram. Also, man merkt auch, Sie ist eine Medienmacherin, die sich mit den modernsten Medien sozusagen unserer Zeit auseinandersetzt. Und ich war ganz angetan, weil sie mich dann immer total auseinandergenommen hat, was schon schwierig ist. Also ich glaube, ich beschäftige mich da viel mit. Dann meinte sie immer, nein, Joël, Du kannst keine Künstlerformate unter der Woche machen. Nein, nein, das musst du am Sonntag. Nein, du kannst auch nicht so. Also... Das ist was, was ich bei dir extrem Schätzen gelernt habe, Aber dazu kommen wir sicherlich noch. Ich habe einfach nur gesagt,

Nova Meierhenrich: die schlafen dann alle noch, Das macht keinen Sinn, um die Uhrzeit einen Talk anzusetzen.

Joël Kaczmarek: Ja, von daher, Aber vielleicht fangen wir mal ganz bodenständig an. Eine meiner ersten Fragen ist ja immer, woher kennen Sebastian und du euch? Weil ich glaube, ihr beide kanntet euch schon, richtig?

Nova Meierhenrich: Ja.

Sebastian Krumbiegel: Ich weiß gar nicht, wo wir uns kennengelernt haben, genau. Kann das sein bei irgendeiner Ronald McDonald Kinderhilfe Gala oder irgend sowas? Kann das sein oder ist es was anderes? Ich glaube,

Nova Meierhenrich: ehrlich gesagt, ja. Ich glaube, wir sind uns durch unsere Berufe zwar vorher schon mal so über den Weg gelaufen. Die Jahre, aber so kennengelernt und wirklich die ersten Male, so im Gespräch gewesen, Sind wir wirklich in unserer Funktion als Schirmherrin für die McDonald's Kinderhilfe Stiftung gewesen. Genau, genau.

Sebastian Krumbiegel: Du in Hamburg, ich in Leipzig.

Nova Meierhenrich: Genau, und getroffen haben wir uns in München auf der großen Gala.

Sebastian Krumbiegel: Genau.

Joël Kaczmarek: Ich hätte ja gedacht, dass ihr euch aus dem Musikfernsehen irgendwie beide kennt. Bei Viva warst du, glaube ich, lange, ne,

Nova Meierhenrich: Nova? Das ist ja so ein Trugschluss. Ich war überhaupt nicht lange bei Viva. Ich war bei Viva, aber ich war gerade mal ein Jahr da. Und ich habe nicht einen einzigen Musikclip in der Zeit anmoderiert, weil ich wirklich in der Zeit, wo ich da war, Ein Mode- und Lifestyle-Magazin gemacht habe und eigentlich die ganze Zeit in der Welt rumgereist bin. Manchmal zwei, drei Länder pro Woche. Ich war nie im Studio. Ich habe leider auch mit meinen Kollegen damals mega wenig Kontakt gehabt. Und war nie VJ, so. Also, ich habe nie eine Clipstrecke moderiert und nach, Ich glaube, Anderthalb Jahren habe ich gekündigt, weil ich dachte, also mit 30 willst du nicht noch bei Viva sein und bin dann weitergezogen.

Sebastian Krumbiegel: Und wann warst du bei Bravo TV?

Nova Meierhenrich: Das war davor, 98, 99.

Sebastian Krumbiegel: Okay, da sind wir uns, glaube ich auch mal irgendwie über den Weg gelaufen.

Nova Meierhenrich: Genau, da sind wir so, Ich sage ja so in der Funktion, in unseren Berufen, so, Aber da haben wir nie wirklich miteinander gequatscht, außer das, was man so vor der Kamera dann halt so gemacht hat.

Joël Kaczmarek: Wie bist Du da reingerutscht in diese ganze Berufsfeldmoderation? Schauspiel-TV?

Nova Meierhenrich: Totaler Zufall. Also Ich hatte im Gegensatz zu auch einigen Kollegen, die ich kenne, nie diesen Wunsch vor die Kamera. Ich dachte auch ganz ehrlich, das ist eh eine andere Welt, in der ich nie Fuß fassen würde, könnte, weil ich kam vom Land oder komme immer noch vom Land, aus dem Münsterland. Und für mich waren alle Menschen im Fernsehen aus Berlin. Das war so im Kopf abgespeichert. Ich meine, wir reden ja auch über die Anfänge der 90er oder meine Kindheit in den 80ern. Es gab keine Castings, keine Castingshows, Menschen im Fernsehen waren weit weg. Ich wollte immer in die Werbung. Ich habe wirklich, seit ich 13, 14 war, davon geträumt, eine große Werberin zu werden, Mega Kampagnen zu entwickeln, habe mir immer das Werbejahrbuch des Jahres zu Weihnachten schenken lassen, Weil das Kostete irgendwie 140. Mark, konnte ich mir nicht leisten. Das war also immer mein Weihnachtsgeschenk, jedes Jahr. Und ich wollte zur BBDO. Das war ganz klar, das war die größte Agentur damals, und ich habe genau darauf hingearbeitet. Abitur gemacht, Auslandsjahr, dann nach Essen an die Uni gegangen, Kommunikationswissenschaft, Psychologie und Soziologie studiert und Praktikas gekloppt ohne Ende. Und irgendwann dann auch in der BBDO gelandet und eine Teilzeitstelle sogar bekommen, während meiner Magisterarbeit schon. Also Ich war eigentlich genau da, wo ich hinwollte. Und dann hing da dieser Zettel am schwarzen Brett in der Unibibliothek. Moderatorin für Jugendmagazin gesucht. Und ich habe gerade meine Magistarbeit zu einem relevanten Thema geschrieben. Parasoziale Interaktion am Beispiel des Deutschen Jugendfernsehens. Und habe gedacht, da schicke ich mal einen Fax hin. So war das noch, da war nur eine Faxnummer drauf. Weil ich dachte, du machst mal eine Feldstudie. Da gehst du mal hin und mal gucken, was das so ist. Und vielleicht kannst du Bonuspunkte beim Prof. absahnen, indem du sagst, Ich war da auch vor Ort, ich habe so ein Casting mitgemacht. Dass die mir den Job geben, war nicht geplant. Haben Sie aber. Und ja, das war 96 beim MDR und ja, das war der Startschuss.

Sebastian Krumbiegel: Was war das für ein Magazin?

Nova Meierhenrich: Das hieß, was ihr wollt. Es war ein Jugendmagazin und ganz großer Zufall, Eine Essener Produktionsfirma, die eigentlich im News-Bereich unterwegs war, hatte den Auftrag bekommen, den Sommer zu füllen. Ein anderes Programm machte Pause, und die hatten den Auftrag, irgendwie sechs, Sieben Folgen für so ein Jugendmagazin für die Sommerferien zu produzieren, Was Ihr wollt. Und wussten selbst nicht, wo Sie Leute herkriegen, weil sie es noch nie gemacht haben. Also dachten sie, Wir hängen mal einen Zettel an die Uni. Also, es waren so tausend. Zufälle. Und ja, das habe ich dann gemacht. Und die haben zum Glück sonntags aufgezeichnet, Weil unter der Woche habe ich ja gearbeitet. Und ich dachte, wenn du es nicht machst, dann wirst du es irgendwann bereuen. Aber das war eher so ein Ausflug, so ein Abenteuer, So eine einmalige Sache, dass dann ein Jahr später ProSieben anruft und fragt. Willst du das Kinderprogramm machen? Zieh doch nach München. Damit habe ich ja nie gerechnet. Das war einfach für mich so ein Sommerausflug. Und dann bin ich irgendwie dabei geblieben und bei der BBDO weggegangen. Mein Chef hat mir versprochen, den Job freizuhalten, die Stelle freizuhalten. Ich glaube, Nach fünf, sechs Jahren hat er mich irgendwann mal angeschrieben. Und meinte, Nova, Wir lassen das jetzt. Also, ich glaube, du kommst nicht wieder, sind wir uns einig. Ja, aber es waren wirklich eine Million Zufälle und nie geplant. Und vielleicht hat es aber auch gerade deshalb geklappt. Wer weiß.

Joël Kaczmarek: Bist du nicht eigentlich zu intellektuell für Sowas gewesen?

Nova Meierhenrich: Nee, glaube ich nicht, weil ich glaube, dass halt mit Menschen zu kommunizieren und Inhalte zu transportieren, ich glaube, das hat alles ganz viel. Zum Beispiel auch mit Kommunikation, die ich studiert habe, zu tun und mit Psychologie auch. Also wie wirkt Fernsehen, Wie funktioniert das eigentlich? Mich haben immer die Hintergründe total interessiert. Also auch schon von der ersten Sendung an wollte ich redaktionell mitarbeiten, wollte ich wissen, wie funktioniert das im Schnitt? Warum muss das Bild auf das Bild folgen? Was hat das für eine... Also was löst das beim Zuschauer aus, wenn das Bild jetzt kommt? Und nicht das? Und das war immer so dieses, Oh Gott, Wie funktioniert das? Und von daher glaube ich überhaupt nicht, dass ich da falsch war, sondern ganz richtig. Ich habe ein bisschen Selbstbewusstsein auf meine Schultern packen müssen, weil ich hatte nie das Gefühl, ich bin dafür gemacht, auf einer Bühne zu stehen. Ich habe mir die Hosen gemacht. Ich dachte immer, ich vor einer Kamera, wieso denn ich? Auf keinen Fall gibt es tausend Leute, die besser aussehen, das besser machen, besser sprechen können. Also das musste ich lernen, und da musste ich erstmal so reinrutschen, dieses Selbstbewusstsein zu bekommen, zu reden.

Joël Kaczmarek: Aber ich weiß ein bisschen, was du meinst. Ich habe so eine kleine Reminiscenz, da habe ich lange nicht mehr dran gedacht. Als ich studiert habe an der Ostsee, habe ich mich aus Spaß. Mal bei dieser. Jörg Pilawa Quizshow ARD oder ZDF, Was das war, beworben. Kennt Ihr die noch früher? Ja. Ich weiß nicht, ob es die noch gibt. Und da musste man immer zu zweit hin. Und dann habe ich meinen Vater da mit hingeschleppt, der sich ins Fäustchen gelacht hat. Und das war total surreal, weil das in irgendeinem Hotel war. Und da haben die so fünf Quizfragen hochgehalten. Man musste sie auf einen Zettel schreiben, abgeben, und dann wurden schon mal die Dullis aussortiert. Ich hatte Glück, bin irgendwie durchgerutscht, und dann musstest du echt so eine Trockenaufnahme machen, wie du im Studio aussehen würdest und so. Also, das war für mich auch total merkwürdig. Das heißt, wenn man eigentlich als junger Mensch so mit Studien-Background sich mit der Medienwelt noch nicht beschäftigt hat, das ist ja irgendwie schon surreal. Und sie haben sich ja nie wieder gemeldet. Also anscheinend habe ich jemand intellekt überschätzt. Sebastian, Wie war das denn für dich eigentlich, als du da reingestolpert bist in das Medien-Business?

Sebastian Krumbiegel: Ich habe das ja nie als Medienbusiness gesehen. Ich wollte immer Musik machen. Ich wollte auf die Bühne und wollte irgendwie Musik machen. Und dass das dann irgendwann, als die Mauer gefallen war, immer größer wurde. Und als dann auf einmal Fernsehen eine Riesen Rolle gespielt hat, ich habe das nie wirklich gelernt. Und ich glaube auch, dass bei dem, was wir machen, eher so eine, ja, du sollst so sein, wie du bist. Und ich denke, das waren wir immer. Und ich glaube, dass das auch ein Geheimnis ist. Ich bin ein bisschen über deine Frage gestolpert, als du. NOVA fragtest, OB das... Zu intellektuell wäre. Hast du das deswegen gefragt, weil es Kinder- oder Jugendsendung ist, Oder weswegen hast du das gefragt?

Joël Kaczmarek: Naja, Mein Gedanke war, dass jemand, der eine Magisterarbeit zu quasi Medienwirkungen schreibt und sich dafür interessiert, Wie Zusammenhänge funktionieren, dass, also, ich hab so typischerweise so ein bisschen diese jungen, quirligen. Moderatorinnen gehabt, die selbst so Musiklover waren und eigentlich vor die Kamera kamen, weil sie Musik mochten und so ein bisschen, also, ich will nicht sagen, dass Sie dumm sind, Um Gottes Willen will ich es gar nicht missverstehen, aber ich hätte gedacht, dass jemand wie Nova, der sagt, Ich mache einen Magister und will in die Werbung und will quasi mit Wirkung Leute beeinflussen, dass die gesagt hätte so, Oh nee, bravo, lass mal gut sein oder Viva über Fashion, das ist mir nichts.

Nova Meierhenrich: Nee, weiß ich gar nicht.

Joël Kaczmarek: Ist das sexistisch?

Nova Meierhenrich: Ich glaube, das ist falsch gedacht. Ich war, glaube ich, da total richtig, weil es eine ganz faszinierende neue Welt für mich war, die ich überhaupt nicht kannte, die ich erst verstehen wollte. Und natürlich hat es auch einen Glamour-Faktor und eine Anziehungskraft, dieses Medium. Fernsehen, Was bis dahin so weit weg erschien. Also, wie gesagt, ich dachte immer, Alle Menschen im Fernsehen sind definitiv in einer Großstadt groß geworden, in Berlin, sind eh schon immer hip und cool gewesen, mit 14 in die Disco. Durfte ich nicht. Ich musste mit 17 noch um 10 zu Hause sein. Also, ich war definitiv alles andere als Cool und in. Und als ich später dann bei Viva war und viele sehr coole Kollegen, hatte, die wirklich sehr, Sehr viel jünger waren, als ich, die teilweise 18 waren und mit 18 schon. Way Cooler, als ich mit meinen 26 zu dem Zeitpunkt irgendwie. Also, ich habe, glaube ich. Mir die Welt auch erstmal so ein bisschen erobern müssen. Und von daher war es vielleicht ganz gut, dass ich gar nicht mit so megacoolen Formaten angefangen habe. Wie gesagt, das Erste war ein wirklich kleines Format beim MDR und dann das Kinderprogramm bei ProSieben. Das war jeden Samstag und Sonntag, da gab es das noch, immer von morgens sechs bis mittags um zwölf. Die hatten noch eine Kinderschiene damals und wir hatten ein Studio, was 360 Grad bespielbar war. Das war so ein Leuchtturm, Der Stand in Ismaning bei München und also von innen ein Leuchtturm. Und es war wie so ein Riesenabenteuerland, so. Und wir hatten manchmal Gäste, wir konnten spielen, Es gab viele Cartoons. Also das hatte noch nichts mit Prominenz zu tun oder mit, oh, du triffst jetzt Stars. Ich weiß, ich habe einmal Mario Adorf. Interviewen dürfen in der Zeit, weil der einen Cartoon-Charakter gesprochen hat. Und deshalb war der Sozusagen unser Gast. Aber ich konnte mich am Anfang erstmal ganz klein austoben, so. Und dann kam Bravo TV und das war dann auf einmal so, wo ich dachte... Ich bin viel zu Uncool für dieses Format. Also warum auch immer, die mich genommen haben. Ich glaube einfach, weil ich bin ganz authentisch in dem, was ich tue. Weil es macht auch keinen Sinn, wenn ich mich verstelle. Das halte ich eh nicht lange durch. Also, ich bin dann auch so irgendwie eins zu eins. Und ich bin neugierig. Und ich glaube, Neugierde hilft als Moderatorin enorm. Wenn du Lust auf deine Gäste hast und wirklich neugierig auf die bist. Und was die mitbringen. Und was die zu erzählen haben. Also, ich habe das NIE so... empfunden, Den mag ich nicht, und die Musik ist doof und ist ja eh nur ein One-Hit-Wonder. Ich war auf jeden gleich neugierig. Ich habe Bock auf Menschen und ich glaube, deshalb war ich da richtig.

Sebastian Krumbiegel: Ich glaube, dass das genau der Punkt ist, übrigens. Ich war mit Tobias in der NDR Talk Show, und da haben Jörg Pilawa und Bettina Tietjen moderiert. Und du hast ja, Gäste, die du dir vorher nicht aussuchst, die die Redaktion dir vorsetzt. Und du musst erstmal wirklich Empathie mitbringen. Und du musst erst mal wirklich, wie du sagst, neugierig sein auf die Leute, mit denen du redest. Und Vorurteile nicht mitbringen, sondern wirklich sagen, hey, ich will was von dir wissen. Und dann kannst du es auch über die Rampe bringen, das den Leuten draußen zu vermitteln. Aber deswegen verstehe ich das voll, was du sagst.

Nova Meierhenrich: Ja, und ich glaube auch, dass Gäste das merken. Also das ist so das Feedback, was ich über die Jahre bekommen habe. Und vielleicht ist das bis heute auch einfach. Das Liebste, was ich tue, in Formate zu machen, wo ich mit Menschen auch ins Gespräch komme. Ich habe selbst auch oft genug Interviews von der anderen Seite erlebt, wo ich genau gemerkt habe, Der Redakteur interessiert sich gerade einen Scheißdreck für dich. Der muss das gerade durchziehen, Der hat sozusagen den Auftrag der Zeitung bekommen. Und wenn dann gleich die ersten drei Fragen mit so viel falschen Infos gespickt sind, dass du dachtest, Oh Gott, du hattest noch nicht mal Bock, dir meine Vita bei Wikipedia durchzulesen, dann sinkt auch so ein bisschen mein Ansehen. Und ich habe zum Glück immer das Feedback bekommen von meinen Gästen. Das hat echt Spaß gemacht, weil ich das Gefühl hatte, du wolltest es wirklich. Wissen. So. Egal, ob du jetzt gerne meine Musik hörst oder meinen Film toll fandst oder so, Aber es war ein Gespräch auf Augenhöhe und mit Neugierde. Und ich finde das bis heute das Schönste an dem Beruf, dass man so viele tolle Menschen treffen darf, mit denen man sonst nie in Kontakt gekommen wäre oder Orte sehen darf, wo ich nie hingefahren, wäre. Das ist eigentlich so das, was ich am... Tollsten fand in den letzten 25 Jahren. Oh Gott, das ist auch schon so lange.

Sebastian Krumbiegel: Was waren für dich die Highlights von Leuten, die du getroffen hast oder wo du sagst, das war für dich ein Interview, von dem du denkst, Mensch, da denke ich heute manchmal noch dran?

Nova Meierhenrich: Definitiv für mich als auch wirklich Fan Depeche Mode, die ich zum 20-jährigen Bandjubiläum interviewen durfte, Ein Special drehen durfte, und ich hatte mit jedem der Jungs eine Stunde Interviewzeit einzeln, Den Dave Gahan in New York getroffen, Die anderen beiden Einzeln in London. Da ich selbst auch einfach so viel mit der Musik verbunden habe und die mich durch meine ganze Jugend begleitet haben. Und ich wirklich so viele Stunden Zeit bekam, Also normale Interviewzeit ist oft manchmal acht Minuten, wenn man einen Film promotet oder so. Das war für mich schon ein absolutes Highlight, Das muss ich sagen, weil es mir persönlich auch so unfassbar viel bedeutet, hat.

Sebastian Krumbiegel: Und waren das abgezockte Profis? Oder hast du das Gefühl gehabt, dass die Dich wirklich an sich ranlassen? Also gerade bei Dave Gahan, denke ich ja, Der hat so viel zu erzählen und hat ja auch sehr offen über seine Drogensucht gesprochen, über die ganzen Abstürze. Hast du das Gefühl gehabt, dass der da einen abspult? Oder hast du das Gefühl gehabt, da wirklich auf Augenhöhe mit ihm zu reden und dass der sich geöffnet hat? Das meine ich.

Nova Meierhenrich: Hatte ich absolut das Gefühl. Ich meine, Er hatte natürlich auch so seine Phasen in seinem Leben und ich hatte vielleicht das große Glück, ihn nach seinem Absturz... Treffen zu dürfen, Also, nachdem er sich sozusagen wieder zusammengebaut hatte und überlebt hatte, sozusagen. Und er war, glaube ich, zu dem Zeitpunkt, und das war mein Glück, in einer Phase, wo er selbst das Bedürfnis hatte, extrem offen zu sein und aufzuräumen mit seinem Leben. Und da ist ein ganz tolles Gespräch zustande gekommen, wo er auch einfach gesagt hat, ALSO er... Nimmt jetzt eigentlich erst wahr, wie es ist, auf der Bühne zu stehen. Und die ersten 20 Jahre oder 15 Jahre seiner Karriere, Er hat gesagt, Er konnte sich an kein Konzert mehr erinnern, weil er eigentlich nur zugedröhnt, da oben stand. Und du als Fan sitzt davor und denkst so, wow, ich hab dich, so vergöttert da oben. Und der sagt dir Aber gerade, ich hab nichts davon mitbekommen. Und sagt auch, der war gerade wieder Vater geworden von dem Baby. Und sagt, auch das nimmt er jetzt gerade das erste Mal wirklich bewusst wahr. Und das bereut er so dermaßen, dass er die erste Kind da nicht mitbekommt. Mitbekommen hat, weil er einfach nur breit war. Die ganze Zeit oder auf Drogen. Also doch, Ich hatte das Gefühl, das war ein ganz tolles, intensives Gespräch und sehr, sehr offen. Aber mag Glück gewesen sein, Hätte ich ihn zehn Jahre davor getroffen, wäre das bestimmt in einem anderen Rahmen gewesen.

Sebastian Krumbiegel: Ich will ja jetzt gar nicht so fanboymäßig rüberkommen, ja, Aber gibt es auch das Gegenteil, dass du sozusagen Leute getroffen hast, an, die du hohe Erwartungen hattest und wo sozusagen für dich ein Denkmal eingestürzt ist, als du Sie dann persönlich kennengelernt hast?

Nova Meierhenrich: Gibt es absolut auch, ja. Also, ich möchte jetzt keinen Namen sagen, aber jemand, den ich sehr vergöttert habe oder toll fand, oder der für mich als Teenager eine große Bedeutung hatte. Als ich ihn getroffen habe, die Person, stockbesoffen, fahrig, Eigentlich Alle Leute im Studio, schlecht behandelt, angemacht. Und hinterher, Ich war ganz zerschreddert danach, so, weil ich so viel Erwartung reingesetzt hatte. In dieses erste Treffen mit jemandem, der mir echt viel bedeutet, hat. Und mein Redakteur sagte nur so, ja, aber das weiß man doch. Das weiß doch jeder. Und ich sagte so, nein, aber ich bin neu in dieser Branche. Ich wusste das nicht. Mein Denkmal war noch intakt. Und er meinte nur so, ja, wird wahrscheinlich nicht das erste und letzte Mal sein, sozusagen, dass du Sowas erfährst. Es waren zum Glück wenige, aber so zwei, drei, muss ich sagen, war ich schon sehr ertauscht. Also, ich lasse mich lieber andersrum überraschen. Und das ist zum Glück öfter passiert, dass ich halt nichts erwartet habe und dann hinterher Die Person Mega Cool war.

Joël Kaczmarek: Ich meine, ich habe ja so ein bisschen den Effekt, ich komme ja aus, so einer Bubble, Digitalbranche, Startups, Was so, Die ist sehr spezifisch, sehr speziell. Man hilft sich sehr intensiv, man redet sehr offen, man connectet sich viel, also viel Networking. Und als ich dann so mit Prominenten und Künstlern angefangen habe, Berührung aufzunehmen, habe ich so gemerkt, die ticken schon sehr anders. Also, ich habe, so Spaten mittlerweile, was ein bisschen herablassend ist. Ich will nicht unmenschlich wirken, aber ich merke so, es gibt einige, die sind so ganz... Intellektuell und interessiert und neugierig. Und dann gibt es so eine ganz große Sparte. Aber auch von so Hedonisten, die irgendwie eigentlich nur die Bühne suchen und sich selber sonnen wollen, wo ich mich sehr schwer tue, mit denen zum Beispiel Beziehungen aufzubauen. Hast du für dich auch, so Schubladen, entwickelt in so eine Richtung oder sagst du, nee, hab ich bewusst irgendwie ferngehalten?

Nova Meierhenrich: Ich glaube, dass jeder unbewusst auch Schubladen anlegt, auch wenn ich selbst Schubladendenken komplett schlimm, finde. Ich finde es auch schlimm, wenn ich selbst in eine Schublade gepackt werde, die dann meistens ist kleinblond und nix im Kopf und so. Einfach mal so von außen drauf geguckt, sieht auf dem Roten Teppich ganz süß aus, Aber Gehirnzellen hat sie nicht viele. Also früher hatte ich auch gedacht, ich muss mich da rechtfertigen. Und hatte schon manchmal so vor, so ein Schild, mit mir zu tragen. Ich habe studiert, aber das bringt ja auch gar nichts. Wenn Leute Bock haben, dich in Schubladen zu packen, dann machen Sie es auch. Du kannst sie eigentlich nur positiv überraschen. Also, wer nichts von dir erwartet, den kannst du eigentlich am besten überraschen. Und so geht es mir natürlich manchmal auch. Aber ich glaube, dass es einen großen Unterschied gibt zwischen deutschen Künstlern und amerikanischen Künstlern. Zum Beispiel, Weil natürlich die Amerikaner durch so eine ganz fette Medienschule gehen. Es geht in Deutschland auch langsam los, dass hier besser geschult wird. Aber als ich angefangen habe, Wir hatten ja keine Ahnung, Wir hatten kein Pressetraining, kein Interviewtraining, kein gar nichts, Da hat sich noch keiner drum geschert. Und wenn du dann amerikanische Stars getroffen hast, waren die so auf dem Punkt und so... Die geben Dir das Gefühl, dass Sie so Bock haben, mit dir gerade da zu sitzen. Und als ob Sie nichts anderes lieber tun würden, so als jetzt mit dir zu reden. Und das ist natürlich, und das muss man einfach dann auch einfach wissen, Sowas von Antrainiert und Medienschule. Aber es ist angenehm, ein Interview auf der Basis zu machen. Kannst du sagen, was du willst, du kriegst die Antworten, die Du brauchst. Ob das das spannendste Interview der Welt ist? Wahrscheinlich nicht. Wahrscheinlich, weil die Antworten immer dieselben sind. Aber trotzdem ist eine angenehme Atmosphäre. Und in Deutschland war es zum Beispiel lange so. Das kommerzt sich nicht mit... Intellekt vertreten hat nach außen. Also gerade in der Schauspielbranche war das oft so, Ich darf keinen Erfolg haben, Wenn mein Film zu erfolgreich ist, werde ich als Schauspieler nicht mehr ernst genommen. Man hat sich nicht für den roten Teppich hübsch gemacht, Weil wenn man für die Boulevardpresse getaugt hat, Dann wurde man nicht mehr ernst genommen als Schauspieler. Die entsprechenden Kollegen waren dann in Interviews auch immer sehr, Sehr schwierig, weil man wollte nicht zu gefällig sein und so. Auch das hat sich geändert. Und heute hat man eine ganz andere Blase, finde ich, ganz neu. Heute ist es ganz viel dieses, Es ist eigentlich egal, was ich mache, hauptsache, ich werde berühmt. Das ist nochmal eine ganz andere Schiene, gerade, mit der ich so ein bisschen meine Probleme habe. Also das sehe ich auch daran, dass ich vor zehn Jahren Briefe bekommen habe, Wie werde ich Schauspielerin, Welche Schule würdest du empfehlen, Welchen Werdegang. Heute kommt nur noch, Wie werde ich berühmt, hast du einen Tipp? Das ist so eine neue Generation, wo es eigentlich bei, nicht allen, aber bei einigen einfach völlig egal ist, ob du jetzt singst, Instagram machst oder moderierst oder schauspielst. Hauptsache, ich werde berühmt. Und das ist natürlich auch so eine Schublade, Mit der habe ich so ein bisschen Probleme. Aber auch da habe ich tolle Leute schon getroffen, von denen ich vorher was auch immer gedacht habe und dann hinterher feststellen musste, Tolle Frau, toller Typ und so. Ihr habt vielleicht beruflich nicht ganz denselben Ansatz, wie ich, aber Ihr Seid klasse, Ihr seid tolle Menschen.

Joël Kaczmarek: Ich habe ja manchmal sogar ein bisschen Bauchschmerzen. Was du gerade so beschrieben? hast, ist ja mittlerweile auch ein Umstand im Social-Media-Bereich, auf Instagram. Du hast ja keinen Filter mehr. Also, es gibt keine Nova mehr und keine Redaktion, die die Person quasi selektiert und ihr eine Richtung gibt, bevor sie beim Publikum landet. Und ich finde es schon manchmal erschreckend. Ich finde ja ganz viel, was so auf Instagram passiert, ist so Zelebrieren von Gewöhnlichkeit. Und es ist so, also mir macht das manchmal schon, gibt mir das zu denken, wenn ich so überlege, ob mein Nachwuchs irgendwann sich so auch... Seine Bildung sozusagen ungefiltert über Instagram holt, Wo ja auch noch ganz vieles gar nicht so intakt, ist. Also die ganze Transparenz, Was ist jetzt bezahlt, Was nicht, Was für ein Background hat die Person. Also Leute stellen sich auch gerne hin, mit ganz vielen Sachen als Experte sozusagen zu sein oder Expertin, von denen Sie gar keine Ahnung haben. Und ich hatte so mein Momentum, als ich irgendwie die Sendung hier von, Auf Netflix gibt es dieses Format, My Next Guest Needs No Introduction. Und da kam Kim Kardashian, und es war so, also. unfassbar, ich weiß nicht, 120 Millionen Follower oder sowas. 120 Millionen. Das war so, Früher haben, so CBS, und so wahrscheinlich so am Abend 6 Millionen erreicht und die hat 120 Millionen Follower. Und dann habe ich mal, Meine Frau hat parallel auf der Couch reingeguckt, das ist ja on demand, Also zwischen Aufnahme und Empfang der Sendung vergeht ja unter Umständen viel Zeit. Und die hatte in der Zeit, wo das Ding aufgenommen wurde, Bis jetzt schon wieder 35 Millionen dazugewonnen. Und das war so mein Momentum. Jetzt nehmen wir mal die Skalierung runter, Gucken wir auf den deutschen Markt, Dann sieht es ganz anders aus von der Reichweite. Aber da ist mir so bewusst geworden, oha, Was für Macht hinter solchen Menschen steckt und was für eine Verantwortung. Die eigentlich tragen in diesem ganzen Medienspiel. Also das triggert gerade so bei mir, was du eben meintest mit. Ich will berühmt sein. Und das geht ja heutzutage.

Nova Meierhenrich: Das geht, aber ich finde Instagram hat zwei Seiten. Also zum einen, klar, Es hat, was mit Medienkompetenz wahrscheinlich dann zu tun, die wir unseren Kindern dann aber auch mitgeben müssen. Vielleicht ein bisschen abstrahieren zu können, Was ist jetzt wirklich die reelle Welt? und was ist eine Instagram-Bubble Jetzt gerade so. Ich persönlich nutze das Medium trotzdem total gerne, weil es uns als Künstlern natürlich auch die Möglichkeit gibt, ungefiltert, unsere Meinung zu sagen, zum Beispiel oder ein Projekt zu promoten. Oder ja, über sich Dinge mitzuteilen, die man mitteilen möchte. Vor zehn Jahren war man auch darauf angewiesen, dass eine Zeitung Lust hatte, über dich zu schreiben. Und dann haben Sie wirklich dir auch meistens aufgedrückt, in welche Richtung das gehen müsste. Oft genug gehört, ja, Du hast einen neuen Film, Ganz toll, Wir schreiben auch gerne drüber, aber nur, wenn du uns parallel auch noch was Privates von dir mitteilst. Da war ich dann immer so ein bisschen raus. Also, ich bin jemand, der mein Privatleben, soweit es ging, Irgendwie auch geschützt hat die letzten Jahre. Und Instagram, oder die sozialen Medien an sich geben uns heute allen die Möglichkeit, trotzdem dann über unsere Projekte zu erzählen, Auch wenn die Zeitung es nicht macht. Oder wenn irgendwo was falsch geschrieben wird, Haben wir sofort die Möglichkeit, es richtig zu stellen, was manchmal auch wirklich wichtig ist. Nicht mehr auf eine Gegendarstellung, in der Zeitung zu hoffen oder vor Gericht ziehen zu müssen. Also das, finde ich, sind positive Aspekte. Ich habe eine gute Verbindung zu den Leuten. Ich kann in Kontakt treten. Ich selbst bestimme, wie viel ich preisgebe. Das ist, finde ich, alles positiv. Deshalb, Ich finde, es hat schon alles Sinn und Zweck. Man muss nur einfach lernen, zu abstrahieren. Und ich glaube, wie mit jedem Medium lernen, das Medium richtig zu nutzen. Und da sind natürlich dann, was Kinder angeht, Eltern in der Verantwortung. Nicht umsonst ist das erst ab 14. Und ich finde deshalb auch diese Kennzeichnungspflicht für Werbung und so ganz richtig und wichtig, weil... Man muss verstehen, warum derjenige jetzt die Müsli-Packung einfach oder den Energy-Drink da in die Kamera hält, Nämlich, weil er sehr viel Geld dafür bekommt. Und eine Kim Kardashian, Das kann schon mal 50.000 Dollar sein für ein Foto, Was die Postet mit so viel Follower. Das wird wahrscheinlich nicht immer so wahrgenommen. Das ist dann natürlich wieder schwierig.

Joël Kaczmarek: Du meinst, du machst ja da auch ganz viele. Insta-Live-Talks. Also ich weiß, du hast ein Format. Nudeln mit Soße, eins Couchgeflüster. Was ist denn deine Kalkulation dahinter? Also, du bist ja jemand, der durchaus auch unternehmerisch denkt oder zumindest mal formatseitig. Auf was zahlt das bei dir ein? Warum machst du das?

Nova Meierhenrich: Reine Lust auf Kommunikation. Nudeln mit Soße und Couchgeflüster sind sozusagen, also Couchgeflüster, ist jetzt eigentlich so die zweite Staffel von Nudeln mit Soße. Hat angefangen mit dem ersten Lockdown. Wir saßen alle zu Hause. Keiner konnte mehr seine Kollegen treffen, seine Freunde treffen und jeder war eigentlich in derselben Situation. Und ich dachte, es hat eigentlich angefangen mit meiner Freundin Stefanie Stumpf. Die mich anrief und sagte, Mist, Dreherbreiten sind abgebrochen, Ich sitze jetzt zu Hause, ich werde verhungern, mein Kühlschrank ist leer. Dann habe ich gesagt, ja, okay, dann Koch doch was. Ich kann nicht kochen. Ich sage, okay, Steffi, wir beide machen eine Live. Wir kochen zusammen. Ich bringe dir bei, wie man ein cooles Nudelgericht macht. So, das ist eigentlich die erste Folge von Nudeln mit Soße gewesen. Steffi und ich hatten Lust, uns mal wieder zu sehen, live zu quatschen. Und ich wollte nicht, dass Steffi verhungert. So, Und es war so lustig. Und wir haben so einen Spaß gehabt, dass dann die Resonanz so großartig war, dass ich gesagt habe, okay, das mache ich jetzt weiter. Und bei Nudeln mit Soße ging es echt darum, irgendwas zu machen. Ich habe dann ein Gin-Tasting mit Jan Sosniok gemacht. Michael Mittermeier hat mir alles über Whisky beigebracht. Ich habe mit vielen gekocht, mit Alle Farben, Wie gesagt, mit Steffi, mit Ruth Moschner. Und dabei haben wir uns einfach unterhalten und über Projekte, über die Zeit, über wie es uns geht. Und Couchgeflüster ist jetzt sozusagen. Die Fortsetzung gerade. Und da ist gar keine Kalkulation hinter, sondern auch wieder Neugierde auf Menschen, Spaß an Kommunikation, Ablenkung. Ja, und einfach auch vielleicht irgendwie weitermachen zu dürfen, Was man eigentlich total gerne ja sonst auch macht. Und was gerade einfach im großen Rahmen gerade nicht möglich ist, nämlich Sendungen drehen, unterwegs, sein, Menschen treffen, sie interviewen. Und trotzdem passieren ja Dinge. Gestern Abend hatte ich Eloy de Jong, Ex-Caught in the Act-Sänger, im Interview, der eine ganz tolle Biografie geschrieben hat. Und wir haben einfach 25 Jahre Revue passieren lassen, von den wilden 90ern, von Gefangensein in der Boygroup bis hin zu sich selbst finden, von einer Regenbogenfamilie gründen, über Depressionen, Da war alles bei. Und ich finde, dass diese Gespräche teilweise so eine Offenheit haben und so eine Tiefe. Die vielleicht von einer großen Kamera in einem großen Studio so gar nicht entstanden wären, weil wir sitzen wirklich nur zu Hause auf der Couch und reden. Und das macht Mega Spaß und das ist weder monetarisiert. Noch versponsert noch irgendwas. Und ich gehe mein persönliches Telefonbuch durch. Und wenn ich jemanden spannend finde, den ich noch nicht kenne, dann schreibe ich den auch kalt an und sage, du, Ich habe hier dieses kleine Couchgeflüster und ich würde so gern mit dir reden, hast du nicht Lust? Das ist eigentlich wirklich nur mein Bedürfnis nach Kommunikation, das dahinter steckt.

Joël Kaczmarek: Total sympathisch. Sebastian sagt immer so jede dritte Folge, Ich bin der Kapitalisten-Arsch hier. Also von daher, Vielleicht kommen wir gerade durch.

Nova Meierhenrich: Joël macht nichts, ohne dass ein finanzielles Konzept dahinter steckt.

Sebastian Krumbiegel: Naja, Also, du hast ja gerade gesagt, dass das nichts mit Monetarisierung zu tun hat. Und das nehme ich dir sogar auch ab, ja. Natürlich zahlst du irgendwie ein auf deine Marke sozusagen, ja. Und entwickelst dadurch natürlich irgendwie eine Persönlichkeit, die viele Leute kennen. Aber SoWaS wie... Diese beiden Formate, über die wir gerade reden, also Nudeln mit Soße und Couchgeflüster, Da verdienst du nichts dran, um es mal klar zu fragen. Nein, nein,

Nova Meierhenrich: gar nichts. Überhaupt nicht. Ich mache nur meine Kamera an und frage vorher Menschen, ob Sie Lust haben, das mit mir zu machen. Im Zweifelsfall, Da verdiene ich keinen Pfennig dran.

Joël Kaczmarek: Das ist ja immer so ein Thema, über Geld zu reden, Aber kannst du Menschen da draußen mal beschreiben, wie jemand, wie du seinen Lebensunterhalt verdient? Also bist du irgendwie festgebuchte Schauspielerin, Wirst Du fürs Moderieren gezahlt, Bist du Buchmillionärin? Wie ist das bei dir? Wie bestreitet man in deiner Rolle seinen Lebensunterhalt?

Nova Meierhenrich: Ich bin Künstler, Querstrich Solo-Selbstständiger. Ich glaube, den Begriff haben wir in der Corona-Krise alle irgendwie schon öfter mal gehört. Nein, Freiberufler. Und ich werde nur bezahlt an dem Tag, wo mich jemand bucht und ich dann arbeiten darf. Also sprich, für den Tag, wo ich am Set als Schauspielerin stehe, bekomme ich Geld. Für die drei Wochen vorher, wo ich den Text lerne, nicht zum Beispiel. Auch als Moderatorin dasselbe. An dem Tag, wo ich vor der Kamera stehe, werde ich bezahlt. Aber die ganzen Phasen davor, Castings, Reisen, Gespräche, Vorbereitung, Konzeptionierung, Das ist alles unbezahlt. Das ist halt normal in unserer Branche. Und in der Zeit wie gerade, wo das alles verboten, ist, nämlich auf der Bühne zu stehen, live zu sein. Und so, heißt das auch, Man verdient kein Pfennig Geld. Außer man hat das Glück, dass vielleicht ein Unternehmen mal sagt, okay, wir versuchen es digital, Unsere Pressekonferenz muss stattfinden, Wir legen das Ganze jetzt ins Internet. Das ist in einigen Fällen schön, dass das Unternehmen sich trauen, Aber es ist leider recht wenig und hat mit dem, was vorher sozusagen, das Berufsleben ausgemacht hat, Sehr wenig zu tun.

Sebastian Krumbiegel: Mir liegt die ganze Zeit irgendwas auf der Zunge. Und ich weiß gar nicht genau, wie ich es formulieren möchte. Weil du vorhin so geschwärmt, hast von dem amerikanischen Habitus und von diesem Sozusagen immer gut drauf, immer irgendwie cool vorbereitet, Die Antworten geben, von denen man weiß, die Leute wollen das wissen. Wenn du das jetzt mal auf dich runterrechnest, die du das sozusagen, was ich jetzt überhaupt nicht wertig meine, ja, die du das gut findest, ja. Aber wenn du das auf dich runterrechnest, was gibt es denn für einen Unterschied zwischen der Nova, die in der Öffentlichkeit steht? Und zwischen der Nova, Die eben dann nicht in der Öffentlichkeit steht, die zu Hause sitzt und die... Du hast vorhin nebenbei... Mit dem Eloy, mit dem du jetzt gestern Abend dieses Interview gemacht, hast, Depressionen angesprochen. Und wenn man sich ein bisschen mit dir beschäftigt, weiß man auch, dass das für Dich ein großes Thema ist. Durch deinen Vater, der sich suizidiert hat, Womit du ja auch ganz offen umgegangen bist, wo du ja sehr klar und offensiv drüber geredet hast. Klammer auf, Was ich wirklich auch total geil finde. Weil dieses Thema sollte man endlich enttabuisieren. Man sollte über psychische Krankheiten, über Depressionen offen reden, Damit eben sich die Leute auch damit raustrauen an die Leute. Aber um auf meine Frage zurückzukommen, was gibt es da für Unterschiede zwischen der einen Nova und der anderen? Zwischen dem Profi, die draußen lächelnd, gut gelaunt vor. Die Leute tritt und die zu Hause sitzt. Und die vielleicht ja eben dann depressive Phasen hat. Oder hatte?

Nova Meierhenrich: Also zunächst einmal kurz auf das Erste. Also, ich habe nicht geschwärmt über den amerikanischen Habitus. Ich habe nur festgestellt, der ist so. Der ist gelernt und der ist so. Und das macht manchmal als derjenige, der interviewt. Ist mir das lieber manchmal als jemand, der dir ganz klar mitteilt, das ist jetzt unter meiner Würde, mit dir zu sprechen. Aber man muss das auch abstrahieren und man muss wissen, es ist eine reine Show, und es sind garantiert die langweiligeren Interviews. Also, es war eher eine Feststellung. Ich glaube, ich bin schon sehr eins zu eins. Also gerade auch, wenn man mich in den sozialen Medien verfolgt, Da hast du dann von ungeschminkten Fotos mit den Ellenbogen in der Erde in meinem Garten bis hin zu... Wirklich auch genau solche Posts über Tage, an denen es einem nicht gut geht. Ich halte nur einen Teil meines Privatlebens, einfach für mich. Und das habe ich immer für mich so gehalten. Also Beziehungen zum Beispiel. Ich war nie jemand, der das in die Öffentlichkeit getragen hat. Ich war nie jemand, der das versteckt hat. Aber ich hatte auch nie das Bedürfnis, meinen Partner auf den roten Teppich zu zerren. Weil ich halt auch immer denke, ich brauche irgendwie noch so ein bisschen, was für mich. Und ich will auch gar nicht, dass... Menschen, die mich gar nicht kennen, jetzt darüber urteilen, passt der zu dir, passt, der nicht zu dir? Oh, jetzt seid Ihr frisch überlebt, oh, jetzt seid Ihr wieder getrennt und so. Also, wie es ja viele Kollegen auch gerne in der Presse ausbreiten, das war nie so mein Fall, zum Beispiel.

Sebastian Krumbiegel: Kann ich total gut nachvollziehen, weil mir das genauso geht. Also, ich habe immer alles persönliche, private, Volle kanne rausgelassen. Und natürlich weiß ich auch, dass gerade irgendwie Boulevardmedien das immer wissen wollen. Und genau da die Fragen drauf abzielen. Und das, was du vorhin gesagt hast, also irgendwie, wenn es heißt, hey, Die Prinzen haben eine neue Platte gemacht, interessiert eigentlich erst mal keinen. Du brauchst eine Story dazu, um das irgendwie zu erzählen. Und wie weit du da eben gehst, dann von dir irgendwelche Dinge preiszugeben oder eben persönliche, private Dinge in die Öffentlichkeit zu zerren, das hast Du selbst in der Hand. Und deswegen kann ich das total gut nachvollziehen.

Nova Meierhenrich: Genau, das hat man bis zu einem gewissen Teil, selbst in der Hand. Und was man einfach wissen muss, ist, wenn du es einmal zulässt, ist es, man sagt immer, wenn du die... Tür einmal aufgemacht. hast, ist es ganz schwer, die Tür wieder zuzumachen. Und du kannst nicht einerseits, wenn du glücklich bist, alles nach außen verkaufen und dich. Dann aber beschweren, dass, wenn die schlechten Zeiten kommen, die Leute auch darüber berichten. Das funktioniert nicht. Das ist, Wenn ich die Presse in guten Tagen zu mir nach Hause einlade, muss ich einfach davon ausgehen. Und damit rechnen, dass sie auch in schlechten Tagen vor der Tür stehen und dann auch gegen deinen Willen berichten. Aber die Tür hast du irgendwann aufgestoßen. Und ich versuche, das zumindest so weit einzudämmen, wie es irgendwie geht. Also, ich habe noch nie eine Homestory zum Beispiel gemacht, weil ich ja gar nicht will, dass Leute wissen, wie mein Schlafzimmer eingerichtet ist oder so. Und das finde ich auch gesund, so. Also, weil Ich habe auch Phasen gehabt, in den 2000ern, da haben Kids vor meiner Haustür übernachtet. Weißt du, das war schon für mich nah genug. Die meinten es alle gut, so, Aber ich habe mal ein paar Tage dann auch die Wohnung nicht verlassen, weil da draußen 20 Kids auf den Stufen saßen. So, und das war schon immer für mich so ein bisschen Hui oder Ich habe mal einen Stalker gehabt, der bei mir zu Hause eingebrochen ist. Das sind dann auch so Erfahrungen, die machen dich ganz schön sensibel, was deine Privatsphäre angeht. Wenn du nach Hause kommst und die Polizei hat das Schloss ausgewechselt, weil irgendein Typ bei dir eingebrochen ist, Weil er schwerst verliebt war und hat deine Unterwäsche durchwühlt und dein Bett durchwühlt und einen Liebesbrief hinterlassen, dass er sich ein gemeinsames Leben in dieser Wohnung vorstellen könnte. Und so und du denkst nur, Oh, Gott, Fluchtinstinkt, ich muss die Wohnung wechseln, ich muss umziehen. Wie krass ist das? Und solche Sachen sensibilisieren natürlich über die Jahre. Und die Sache mit meinem Vater und das Thema Depressionen, ja, ich rede da heute offen drüber, Aber es war natürlich auch damals keine private, Freiwillige Entscheidung, mit dem Thema an die Öffentlichkeit zu gehen. Auch hier hat eine große Boulevardzeitung recherchiert. Und ein Jahr, Nachdem mein Vater schon tot war, eigentlich mich erpresst und angerufen und gesagt, wir wissen und wir werden eine Titelstory machen. Und du hast eine Nacht. Zeit zu überlegen, ob du dazu was sagst oder nichts, Aber wir werden schreiben, so oder so. Also, das war ja auch gegen meinen Willen, und ich habe nur ein paar Jahre später beschlossen, wenn das jetzt schon da draußen ist, gegen meinen Willen und da nicht unbedingt. Das steht, was auch wirklich der Wahrheit entspricht, Dann soll es anderen Menschen helfen, und dann möchte ich das jetzt fundiert, in Form dieses Buches dann. Um Hilfestellung zu leisten und um wirklich, also, wenn die Story schon da draußen ist, Meine Familie darunter leiden, muss, meine Brüder darunter leiden müssen, darauf angesprochen werden, Das ist echt schmerzhaft. Also auch gerade für Leute, die nicht in der Branche sind, immer wieder mit Sowas konfrontiert zu werden. Dann soll es Menschen helfen, Dann soll es Hand und Fuß haben. Und deshalb habe ich beschlossen, jetzt einfach da offen mit umzugehen. Aber ich habe es ja 18 Jahre auch als Familiengeheimnis gehütet, die Krankheit und all das, was es mit sich gebracht hat. Nicht ohne Grund. Also, ich hätte es wahrscheinlich von mir aus nicht nach außen gegeben. Einfach, um meine Familie zu schützen, meine Drei Brüder, meine Mutter, weil. Die müssen sich da ja auch mit auseinandersetzen, darauf angesprochen zu werden und konfrontiert zu werden. Und das ist schwer. Und die haben sich meinen Beruf einfach nicht ausgesucht.

Sebastian Krumbiegel: Ja, es ist vor allem heute ja auch noch eine andere Zeit als vor 18 Jahren. Also ich glaube, das Thema Depressionen allgemein, also wir wissen irgendwie, was weiß ich, als damals? Robert Enke von Hannover 96, sie suizidiert, hat, dass seine Frau damit so offensiv umgegangen ist, das hat ja nicht nur auf Gegenliebe gestoßen. Nein, Aber es war ein Riesenschritt,

Nova Meierhenrich: dass Theresa Enke da nach vorne gegangen ist. Ich bewundere sie dafür und sie ist garantiert eine Vorreiterin. Auch dafür gewesen, auch für meinen Mut, dann später. Ich glaube, wenn Theresa nicht vorangegangen wäre, wären einige nicht gefolgt. Und ich gehöre, glaube ich, dazu.

Sebastian Krumbiegel: Ich finde das ja, wie gesagt, total wichtig. Ich habe Freunde in Leipzig, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen. Die haben jetzt ein Buch geschrieben mit dem Titel Nicht gesellschaftsfähig. Und die führen zurzeit sehr viele Videointerviews mit Leuten, die eben offen über diese Sachen reden. Und das finde ich wirklich ganz, ganz wichtig. Weil ich glaube, jeder, oder ich weiß, jeder Mensch, hat mit Leuten zu tun, die psychisch Probleme haben, die unter Depressionen leiden. Aber Sie wissen es eben nicht, weil die Leute denken, wir dürfen das nicht nach außen kehren, weil man sich schämt dafür, weil man eben nicht das als eine Krankheit akzeptiert, die es wirklich ist. Also jeder weiß genau, wenn ich mir ein Bein gebrochen habe, klar, dann gehe ich zum Arzt und lasse mir das gipsen. Oder was weiß ich, wenn ich eben irgendeine körperliche Krankheit habe, Ist das völlig logisch, dass Du damit Dir helfen lässt. Aber wenn du eben eine psychische Krankheit hast, dass das genauso gesellschaftlich akzeptiert ist oder... Eben normal ist im allerbesten Sinne, Das können wir nur dadurch erreichen, indem wir drüber reden. Also, ich kenne Leute, denen es wirklich echt richtig dreckig ging und denen es immer noch dreckig geht. Und die aber dadurch, dass sie sich ermutigt, gefühlt haben, damit an die Öffentlichkeit zu gehen, denen das total geholfen hat.

Nova Meierhenrich: Total. Kommunikation ist da das Einzige, was auch hilft. Also ich meine, man kann Menschen ja auch nur vor den Kopf gucken. Und ich bin ja durch die Krankheit, meines Vaters und durch die Situation. Dann auch in eine ziemlich derbe Co-Depression gerutscht damals. Und auch Ich habe nach außen immer so getan, als ob alles in bester Ordnung war und habe mich nicht mitgeteilt. Und wenn ich nicht eine Freundin gehabt hätte, die das wirklich durchschaut hat und die mich so lange auf den Pott gesetzt hat, bis ich wirklich auch, naja, zugegeben habe, dass ich ein Problem hatte, dann hätte ich mir wahrscheinlich auch keine Hilfe geholt. Und nach außen war ich das kleine Strahlemännchen, das immer schön die Fassade aufrechterhalten hat. Seine Freunde angelogen hat, dass ich nicht da bin, keine Zeit habe. Dabei saß ich in einer Wolldecke, gehüllt zu Hause auf meiner Couch und habe einfach überhaupt nichts mehr gebacken. gekriegt, weil die Seele so dunkel war. Und deshalb, Das ist total wichtig, das zu enttabuisieren. Und wie du schon sagst, jeder, der ein Bein gebrochen hat, geht zum Arzt, und das ist akzeptiert. Jeder, der Krebs hat, lässt sich behandeln. Und man hat Mitleid mit der Person. Bei Depressionen wird immer noch unterstellt, dass derjenige Schwach ist. Und das ist genau der falsche Ansatz. Denn wenn man auch in die Statistiken guckt. Gerade die stärksten erwischt es statistisch am meisten, nämlich die, die immer alles eigentlich sonst im Griff haben, unter Kontrolle haben, die nach außen stark sind, die eigentlich alles sonst wuppen. Und Depression ist so etwas, worauf man selbst keinen Einfluss hat. Auch das ist eine körperliche Krankheit, wo Botenstoffe im Gehirn nicht mehr miteinander kommunizieren, So wie Sie es sollten. Also, das hat ja nichts damit zu tun, Ich bin heute mal traurig und antriebslos und habe gerade keinen Bock. Das ist ja etwas, auf das du keinen Einfluss hast, dann in dem Moment. Wo man wirklich Hilfe braucht, Auch Medikamentöse in manchen Fällen oder Therapie in anderen Fällen. Und wenn wir es schaffen, ein bisschen mehr verständlich zu machen, dass das eine Krankheit ist, die man behandeln kann, Und zwar sehr gut, wenn man Sie behandelt, wenn man Sie rechtzeitig erkennt, wenn man rechtzeitig sich Hilfe holt, wenn man das nicht tut, aber auch tödlich sein kann, Wenn wir das einmal mal sacken lassen und verstehen, dann guckt man vielleicht auch nicht mehr so auf Menschen herab. Die depressiv sind oder damit zu kämpfen, haben, sondern man steht ihnen eher zur Seite.

Joël Kaczmarek: Ich würde es ja sogar noch weiterfassen. Also, ich sehe das gleiche Thema bei Therapie, bei Burnout, weil es ist ja auch immer so, Ich habe mich mit Burnout auseinandergesetzt. Ich bin da so knapp dran, vorbeigeschrammt, glaube ich. Ich war so bei 85, 95 Prozent wahrscheinlich. Und das ist genau so ein Ding, Dir sieht halt keiner von außen an, wie viel du gearbeitet hast, wie viel dich das belastet hat, wie es dir innerlich geht. Und das kannst du auf so viele Sachen, die mit der Psyche zu tun haben, übertragen. Und es ist ja eigentlich ein bisschen Gaga. Man hat eigentlich für alles den Spezialisten, Vom Orthopäden bis zum Proktologen, aber denjenigen, der Sozusagen eines deiner zentralsten Organe, dein Gehirn reinguckt, Der ist irgendwie tabuisiert. Und auch alleine der Schmerz, die Ringe, durch die man springen, muss als Mensch in Deutschland, um irgendwie Therapie zu bekommen, die finde ich manchmal gar nicht so ohne. Schwierig.

Nova Meierhenrich: Also wir haben viel zu wenig Therapieplätze. Das ist einfach definitiv vor Corona schon gewesen. Und jetzt, durch Corona und Lockdown sind psychische Erkrankungen nochmal ganz anders in den Fokus gerückt. Und es fehlen noch mehr. Therapieplätze. Ganz schwierig. Also, da muss noch viel getan werden, und es ist einfach auch so, Wenn jemand bereit ist, sich Hilfe zu holen, dann braucht er sie. Dann, in dem Moment, wo er bereit ist, Sie sich zu holen. Und wenn du dann gesagt, bekommst, jo, Nächster Therapieplatz in vier Monaten, Das ist dann einfach sehr kontraproduktiv. Das mag zu spät sein. Oder die Person ist wieder in so einem Loch, dass sie in dem Moment dann gar keine Hilfe mehr annehmen kann. Das ist ja auch so ein Wellental, durch das man geht. Also, da muss ganz viel bei uns noch getan werden.

Joël Kaczmarek: Eine Sache, die mich ja nochmal auch interessieren würde, weil du hast es so angerissen. Und du und ich haben ja auch so ein bisschen. SMS-Gewitter hin und Her geschickt zu Corona-Zeiten. Was so Lockdown eigentlich auch mit deinem Beruf gemacht hat, weil du hast ja gerade vorhin gesagt, ja, okay, wenn jetzt irgendwie der Keksfabrikant von. Um die Ecke auf die Idee kommt, seine Jahresveranstaltung im Internet zu machen, dann habe ich was zu tun. Aber ansonsten, wie hat man denn in deiner Berufsgilde die letzten 12, 15 Monate eigentlich überhaupt rumgebracht? Und ohne eigentlich A an Depressionen und B wahrscheinlich beim Arbeitsamt zu enden?

Nova Meierhenrich: Naja, Das Arbeitsamt ist ja für uns schon mal... Gar nicht zuständig. Damit geht es ja schon mal los. Also, wir sind Künstler und Freiberufler, und das Arbeitsamt zeigt uns den Mittelfinger, wenn wir da stehen. Das ist schon mal...

Sebastian Krumbiegel: Wir fallen durch alle Raster, Ist es wirklich so.

Nova Meierhenrich: Es ist wirklich, das versteht da draußen anscheinend die Politik auch nicht. Wir fallen wirklich durch alle Raster. Als Schauspieler, wenn man jetzt zum Beispiel nur als Schauspieler arbeitet, arbeitet man zwar auf Lohnsteuerkarte und man zahlt auch in die Arbeitslosenversicherung ein. Und zwar wirklich die Höchstsätze, aber... Auch im normalen Leben bekommen wir da eigentlich nie was raus, weil Du musst Minimum 180 Drehtage im Jahr haben, Was eigentlich Außer Daily Soap Kein Schauspieler schafft. Das heißt, Du zahlst Tausende von Euros jedes Jahr ein in diese Arbeitslosenversicherung, hast aber nie Anrecht darauf, wenn du wirklich arbeitslos bist. Das war schon vor Corona so und jetzt, während Corona, ist dann auch wirklich keiner zuständig, dich abzusichern, zum Beispiel. Und wenn du moderierst, bist du selbstständig, bist du Solo selbstständig, Aber die ganzen ersten Hilfen, die verteilt wurden, Ja, klar, Hier hieß es da 9.000 Euro, da nochmal 3.000 Euro. Kein Mensch von uns durfte die behalten oder überhaupt anfordern, weil die Waren nur für Fixkosten. Aber wer von uns hat denn irgendwo Büros angemietet oder einen großen Leasingwagen vor der Tür? Das ist lustig, Hätte ich einen großen Leasingwagen gehabt, sozusagen, hätte ich dafür Geld bekommen. Aber da ich seit 20 Jahren mein kleines Auto fahre, bekomme ich dafür kein Geld. Und wir Schauspieler, Moderatoren, Wir arbeiten am Küchentisch. Wir haben keine Büros, die wir Miete zahlen müssen. Oder so. Das heißt, all diese Gelder haben für uns überhaupt gar nicht gegriffen. Und wir sind wirklich durch alle Lücken gefallen, grundsätzlich. Und werden es auch noch eine Weile tun. Und ja, es ist verdammt schwer. Und wenn ich mich jetzt umgucke? Im Freundes- und Kollegenkreis, ist fast jeder an seine Altersvorsorge gegangen. Jeder lebt irgendwie vom Ersparten, wozu man wissen muss, dass die wenigsten überhaupt sparen können. Also gerade, wenn du als Schauspieler nur arbeitest, da ist nicht viel mit Sparen. WIR sind... Nicht Amerika. Und das ist, glaube ich, das, was die Menschen immer im Kopf haben. Diese Millionengehälter und der Glamour und die Villen, und so. Wir sind in Deutschland. Selbst Wiederholungsgagen sind abgeschafft. Also wenn David Hasselhoff einmal Baywatch gedreht hat. Und das wird in 17 Ländern ausgestrahlt, kriegt er jedes Mal dafür. Geld. Und zwar jedes Jahr, wo es passiert. In Deutschland gibt es das nicht. Wir haben auch keine Schauspielgewerkschaft. Und 90 Prozent aller in Deutschland gemeldeten Schauspieler verdienen im normalen Leben schon unter 1.000 Euro im Monat. So, da musst du dann erstmal von sparen. Und ich glaube, wenn man damit einmal so aufräumt, dann fallen auch diese Vorurteile auch jetzt gerade mal weg, weil man hört ganz viel so, naja, hättet Ihr in besseren Zeiten mal Geld zurückgelegt, Jetzt kommt ihr mit Alarmstufe Rot um die Ecke, hättet ihr Mal gespart und so. Und das ist so... Ungerecht. Es gibt natürlich Kollegen, die gut verdienen. Natürlich ist das so. Und die kommen auch gerade gut durch die Zeit. Aber der normale Künstler, der auf der Bühne steht, live, Der Comedian, der Musiker, der Theaterschauspieler, Das ist eine ganz Taffe Zeit, gerade. Und viele haben auch den Beruf wechseln müssen, Um ihre Familien durchzubringen, haben andere Berufe angenommen, fahren bei der Post Pakete aus. Ich habe alles schon mitbekommen. Ganz, ganz schlimm. Und dann...

Sebastian Krumbiegel: Unser technischer Leiter von unserer Band, Unser Cheftechniker ist Krankenpfleger. mittlerweile. Und ich kenne viele, viele Leute. Also sag mal, so, wir als Prinzen, Wir haben es noch wirklich einigermaßen gut, weil wir wirklich zur Zeit vom Eingemachten Leben können. Wir haben auch im letzten Jahr so gut wie kein Geld verdient. Aber wir haben eben vorher ganz gut Geld verdient. Und deswegen geht das noch eine Weile. Es geht auch nicht ewig, aber es geht noch eine Weile. Aber ich habe ganz, ganz viele Kolleginnen und Kollegen. Also ich habe Freunde, die in Leipzig gesagt haben, was weiß ich, DJs oder irgendwelche Musiker, die gesagt haben, Ich war immer zu stolz dafür, Hartz IV zu beantragen und die es jetzt gemacht haben. Und ich habe auch viele Freundinnen und Freunde, die wirklich ihre Berufe gewechselt haben. Und da denke ich dann auch, Wie wird das weitergehen, wenn das Gröbste überstanden ist von dieser Pandemie, Was dann von der Kunst und von der Kultur überhaupt noch übrig ist. Also, was von den Kulturschaffenden übrig ist und auch, was von den Läden übrig ist, Die ganzen Clubs, Auch viele Kneipen, also ganz, ganz viele Leute. Ich meine, wir klingen jetzt hier so jammermäßig. Das hat mit Jammern ja gar nichts zu tun. Eben. Wir haben wirklich einen Grund, uns da gerade irgendwie, also echt, um Hilfe zu rufen. Ja,

Nova Meierhenrich: also, es hat mit Jammern gar nichts zu tun. Und das ist, finde ich, auch immer so ungerecht. Bei anderen Branchen wird es als okay erachtet, mit dem Fuß aufzustampfen und zu sagen, wir brauchen Hilfe. Aber bei der Kunst- und Kulturszene, die ja sehr, sehr vielschichtig ist. Gerade die ganzen Menschen hinter den Kulissen, die einfach auch erst ermöglichen, dass ihr zum Beispiel als Musiker auf der Bühne steht, Techniker und Messebau, Veranstaltungstechnik und so. Oder, wie gesagt, gerade im Kleinkunstbereich, Theater sind geschlossen, ja. Und das ist eine Szene, die hoffentlich, hoffentlich, hoffentlich irgendwie überleben wird, Weil ganz viele mussten den Beruf wechseln oder in Hartz IV gehen. Und ich finde es dann einfach so schade, wenn ich dann von Ministerpräsidenten die Aussage höre, naja. Hat Halt nicht jeder das Glück, sein Hobby zum Beruf zu machen, Dann müsst ihr ja jetzt endlich einfach mal euch einen richtigen Beruf suchen. Und ich finde, In diesem Satz steckt so viel Verachtung für das, was man eigentlich macht, weil das ist ja unser Beruf. Du machst Musik, seit du denken kannst, Sebastian, Das war immer dein Beruf. Und auch ein Schauspieler geht zur Schule, macht eine Ausbildung, geht zur Uni, studiert das und bildet sich sein Leben lang weiter. Das ist ein Beruf, das ist ja... Wenn man Glück hat, Leidenschaft und Passion dazu. Und bei den Künsten ohne geht es eigentlich gar nicht, weil sonst könnte man es auch lassen. Aber es ist ein Beruf, von dem Leben. Wir und wir zahlen steuern und wir halten all das ganze System mit am Leben. Und alle sind happy, wenn wir es machen. Alle gehen gerne ins Kino, alle gucken gerne Filme, alle gehen gerne auf Konzerte. Aber jetzt heißt es, naja, dann müsst ihr euch halt einen richtigen Beruf suchen. Dann müsst ihr euer Hobby dann einfach mal sein lassen. Das ist so verachtend. Das ist so krass.

Joël Kaczmarek: Wenn man es mal runter bricht, ist es halt einfach ein Arschloch-Satz. Es ist ein totaler Arschloch-Satz.

Nova Meierhenrich: Und ich habe gestern dann diese Ministerpräsidenten-Konferenz dann wieder verfolgt. Und dachte nur so, es ist, so krass, Es wurde wieder über alles gesprochen. Aber kein einziger Satz über die Kunst- und Kulturszene, nicht ein einziger, wo ich denke, Perspektive ist das, was die Menschen brauchen. Ich brauche eine Perspektive. Ab wann ich irgendwie hoffen kann, dass wir vielleicht wieder in unserem Beruf arbeiten können. Und so geht es so vielen. Dieses nicht zu wissen, wann, Wie lange muss das Ersparte noch halten? Muss ich mich wirklich vielleicht komplett umorientieren? Das ist, glaube ich, das Schwerste gerade, diese Perspektivlosigkeit. Künstler sind Macher, Künstler sind Stehaufmännchen. Künstler kennen das auch mal ein paar Monate, keinen Pfennig Geld zu verdienen. Und sie wissen, wie das ist, und Sie wissen, das bringt Ihr Beruf mit sich. Aber... Man kann sonst mit Eigeninitiative und mit Power und mit Pfeffer, im Arsch und mit Leidenschaft und Passion immer irgendwie, weiß man, man ist in diesem Beruf, und man wird sich da weiter drin. bewegen. Im Moment weiß einfach keiner, wie es weitergeht und wann es weitergeht. Und gerade die Live-Branche, also dieses, Ich stehe halt am liebsten live auf der Bühne und Sebastian, Du wirst mit Zuflichten, dieses Live auftreten, dieses im Publikum Kontakt zu sein. Und das ist einfach tot. Und ja, ich denke auch, es wird das ganze Jahr noch so sein, ehrlich gesagt, wenn wir nicht ganz, ganz schnell alle durchimpfen und ganz tolle Konzepte uns überlegen, Wie das funktionieren soll. Aber das ist das Schwerste, glaube ich, gerade Perspektivlosigkeit. Und dass du, egal, was du machst oder dir ausdenkst, es nicht selbst in der Hand hast. Gerade. Du hast es nicht in der Hand, dass du arbeiten darfst.

Joël Kaczmarek: Sage mal übrigens, das ist mal ganz lustig, Ich kriege oft für meinen Podcast immer noch so zusätzliche Briefings zu meinen Gästen, die mir so ein paar Details verraten, die ich nicht weiß. Und bei dir, das ist ja wirklich ein Sammelsurium, was du eigentlich alles tust, finde ich total faszinierend. Und eine Sache, wo ich ja mal total neugierig bin, was jetzt so auf Topic ist, du hast ja früher, das habe ich von dir gelernt, hast du auch? Formel 1 moderiert, Was ja, so ein echter Herzenssport von mir ist. Und ich habe jetzt gesagt, bekommen, dass du sogar so eine Formel-C-Rennlizenzausbildung gemacht hast. Ist das richtig? Ja,

Nova Meierhenrich: das ist richtig. Aber das ist dann wieder der Neugier geschuldet. Als ich das Angebot von damals Premiere bekam, in die Formel 1 einzusteigen, habe ich gedacht, naja, also. Ich hatte zu dem Zeitpunkt kaum Berührungspunkte zu dem Sport. Und alle redeten immer über dieses Krasse Popometer, Was Michael Schumacher da so mit sich bringt. Und ich dachte nur so, okay. Wenn ich darüber reden will, vor der Kamera und darüber berichten will, muss ich wissen, wie das funktioniert und wie das geht. Und dann habe ich eine Formel C, also Formel 3 Lizenz angefangen, weil ich gedacht habe, ich kann nur über was reden, wo ich zumindest erahnen kann, was das für ein Gefühl ist, in diesem Auto zu sitzen. Also, das ist wieder dieser Neugier geschuldet, entweder ganz oder gar nicht. Und ja, Deshalb habe ich damals diese Formel 3 Lizenz auf dem Nürburgring gemacht.

Joël Kaczmarek: Und wie war das?

Nova Meierhenrich: Das ist schon klasse, schon Adrenalin pur. Es ist schon toll, in so einem Boliden zu sitzen und diese PS unterm Popo zu spüren. Ich kann das schon nachvollziehen. Und ich war dann auch kurz davor, du musst ja ein bisschen Strecke machen. auch, um diese Lizenz zu bekommen. Du musst also auch an ein, zwei Rennen teilnehmen. Und es war ja Anfang der 2000er ein großes Thema. Es gab den MINI Cup und all diese verschiedenen Cups, die auch immer so für Promis Autos freigehalten haben. Hab das auch ein-, zweimal gemacht, aber hab dann festgestellt, dass ich an meinem eigenen Ehrgeiz schalter, weil... Naja, wieder ganz oder gar nicht. Und um ganz vorne mitzufahren, Musst du einfach volles Risiko gehen und voll dabei sein. Dazu hat mir aber der Mut gefehlt, weil ich so dachte, wenn du mit dem Ding in der Mauer landest und so, dann kannst du halt moderieren, auch sein lassen. Dann bist du halt in deinem normalen Job halt auch raus. Also bist du natürlich mit halb angezogener Handbremse gefahren. Dadurch bist du nur hinten im Feld mitgefahren, und das hat mir dann wieder nicht gereicht. Also dieses ganz oder gar nicht hat da nicht so ganz funktioniert. Also, es ist ein Spaßausflug geblieben.

Joël Kaczmarek: Ja, ich meine, ich kenne das ja auch, das ist so ein Sport, Der ist ja auch so, Das ist ja so wie Top Gun Pilot, ein bisschen. Ich weiß, es gibt diesen Satz von Nico Hülkenberg, Der ist ja momentan nicht mehr Fahrer, der gesagt hat, ja, Frauen können keine Formel 1 Fahrer sein, Die haben keine Eier.

Nova Meierhenrich: Das ist blöd und es gibt so tolle Frauen im Rennsport. Ich kann einen Satz entgegensetzen, Damals ist der im Fahrerlager gefallen, Das war ja noch die Zeit der großen Männer, So ein Norbert Haug und Niki Lauda, der damals so ein bisschen mein Ziehpapa, war. Alles so die alten recken und so. Norbert Haug natürlich. Norbert Haug Meinst du? Norbert Haug Und ja, genau. Und Eddie Jordan war noch am Start und so. Und die haben abends dann immer zusammengesessen nach den Rennen und haben so philosophiert und gemacht. Und über die alten Zeiten und so. Und da wurde dann auch über Frauen im Cockpit immer mal wieder diskutiert, wenn eine nah dran kam. Und da hieß es so, ja, but you know, they all look like dogs. We don't want them here. Also, das war noch das Zeitalter der Grid Girls und der Katie Price. Von Eddie Jordan gemacht. Das war ihr Spitzname damals, Jordan von Katie Price. Sie war das Grid Girl Nummer 1 da, Die Boxenluder. Und jede Frau, die auch da in der Formel 1, Ich weiß noch, ich habe damals da angefangen mit dem Job und die Bild am Sonntag titelte Großdeutschlands neues Boxenluder. Das war dann ich. Das war dann eins zu eins. Frau im Fahrerlager war Boxenluder. Und ich war nur mit zwei anderen weiblichen Kolleginnen da. Eine aus Österreich, Die großartige Tanja Bauer. Und dann noch Beverly Turner, die damals für ITV gearbeitet hat. Und du brauchst es schon. Ich war froh, ich hatte drei Brüder. Und ich bin ganz froh, dass ich diese Kampfausbildung genießen durfte. Weil sonst, Das ist schon hart mit den Jungs, dann da. Also, du musst schon Sprüche ertragen und auch zurückgeben können. Und nicht alles ganz persönlich nehmen, was... Fällt verbal, weil sonst gehst Du da auch in dieser Männerdomäne ganz schön zugrunde. Also das war ganz klar, also Frauen in der Formel 1 im Cockpit, Nein, und das war, Die Begründung war wirklich von den Grands Seigneurs, Die sind alle zu hässlich. Da ging es gar nicht. drum, Ob die, Ich meine, Wir reden über 2000, 2001. Es gibt tolle Frauen, die Toll Auto fahren, Also, ich glaube, das ist längst überfällig.

Sebastian Krumbiegel: Es ist schon echt hart, wie sehr sich da, also, es ist einerseits, es ist gut. Was sich da in den letzten 20 Jahren auch getan hat, ja. Und gerade sind wir da ja Mittendrin sozusagen mit, was weiß ich, MeToo-Debatte und mit Allgemein mit Feminismus. Also, es ist schon, Man kann sich das manchmal gar nicht vorstellen, dass solche Sprüche wirklich erst 20 Jahre her sind. Total. Es ist schon echt hardcore.

Nova Meierhenrich: Meine Kollegin, die Beverly Turner, hat ein ganz tolles Buch damals geschrieben, in The Pits. Also, sie hat erst den Job gekündigt, als Moderatorin im Fahrerlager und dann in Großbritannien. Dieses Buch in the Pits rausgegeben. Und ich weiß, dass ich vorher einige Zitate und Begebenheiten geschickt habe. Bekam von ihr, so nach dem Motto, Kannst du dich an diese Situation auch noch erinnern? Ich brauche halt eine schriftliche Bestätigung von noch jemandem, bevor ich das in das Buch packe. Da gab es ganz schön Aufruhr. Aber es war ein sehr ehrliches Buch. Also, wer sich interessiert und will, mal wissen, wie es in den 2000ern da im Fahrerlager zuging, in the pits. Joël, Das wäre was für dich.

Joël Kaczmarek: Ja, ich wollte aber auch gerade sagen, ich muss zugeben, so ein Feierabend-Whisky mit Eddie Jordan, Niki Lauda. Und vielleicht noch dem einen oder anderen, so, hätte ich schon lässig gefunden.

Nova Meierhenrich: Also tolle, Tolle Männer. Ich meine, das ist so, Alte Männer erzählen vom Krieg mäßig. Das ist halt wirklich, also, das ist schon krass. Und ich habe Niki Lauda verehrt. Also es war ein Fant... Ein fantastischer Mensch und der hat mich wirklich, Als ich damals in diese Branche kam, fast adoptiert, und der hat mir alles beigebracht. damals, was ich da wissen musste und hat sogar Strafe riskiert und mich mit auf die Pitwall genommen, für die ich gar keine Akkreditierung hatte und musste dann bei Ecclestone Strafe zahlen. Dafür und so, hat er aber auf seine Kappe genommen und so, war ihm auch völlig klar, Aber der hat an meinem zweiten Tag da im Fahrerlager gesagt, so, du kannst dich jetzt entscheiden, Entweder willst du hier diesen Boulevard-Promi machen oder Du willst wirklich was lernen, dann kommst du jetzt mit. Und ich so, jetzt oder nicht mehr. Und dann bin ich hinterher gedackelt.

Sebastian Krumbiegel: Das ist ja cool.

Nova Meierhenrich: Das ist super. Und der hat mich wirklich, Für Jaguar war er damals zuständig. Das war sein Team. Und ich habe das große Glück gehabt, dadurch viel lernen zu dürfen. Und habe wirklich ein paar Rennen später schon nur noch vorm Telemetriedatenkanal gesessen. Während der Rennen und gar nicht mehr auf die Autos geguckt. Das hatte also auch Folgen.

Joël Kaczmarek: Ja, das ist aber auch ein großartiger Sport. Und ich habe die Tage, also jetzt kurzer Nerd-Exkurs. Es gibt diesen großartigen Podcast Beyond The Grid, der auch von der Formel 1 offiziell ist. Und die haben immer echt krasse Gäste mit krassem. Insider-Know-how. Und da hat Toto Wolff eine Geschichte, erzählt. Also Toto Wolff ist ja der Teamchef von Mercedes aktuell, der intensiv mit Niki zusammengearbeitet hat, dem Lauda. Und der meinte, es gab mal eine Begegnung, Da sind die zum Nürburgring gefahren, wo so ein Feuerunfall war. Also, das war das erste Mal nach 15 oder 20 Jahren, wie er da wieder hingefahren ist. Und da stand gerade ein Bus mit Touristen, die diesen Ort begutachtet haben, sozusagen wie so ein Sightseeing halt. Und die waren natürlich total. baff, dass Niki Lauda da ist. dann... Lief der da so durch diese Gruppe? Und dann hatte einer irgendwie ein Croissant, was ihm anscheinend aus der Hand gefallen ist. Und Niki Lauda nahm das irgendwie so auf und sagte, look, he found my ear. Und hat total gelacht, herzhaft, über seinen eigenen Unfall, ja, Und alle waren total geschockt und haben gedacht so, Oh, mein Gott, und das finde ich, also, so ein krasser Typ.

Nova Meierhenrich: Aber das ist genau sein Humor gewesen, das passt so dermaßen zu ihm, Es ist ganz, war wirklich sehr, sehr lustig und ganz, ganz, ganz toller.

Joël Kaczmarek: Gut. Vielleicht darf ich in dem Zuge auch noch ein Geheimnis von dir verraten. Ich habe auch gelernt, dass du super gerne Heimwerk hast. Richtig? Darf man das on Air sagen? Darf man, oder?

Nova Meierhenrich: Ja klar, darf man. Ich finde das toll. Ich habe mehr Werkzeug als Schuhe. Ich finde das so toll. Also wahrscheinlich ist das auch meiner Jugend mit drei Brüdern geschuldet, Aber ich liebe es, total zu Zimmern zu werken. Ich habe ja auch, wie du weißt, einen Schrebergarten. Und habe den letzten Lockdown dafür genutzt, die ganze Hürde abzuschleifen und neu zu streichen und zu bauen. Jetzt... Plane ich gerade eine Pergola als neues Frühjahrsprojekt, und ich muss auch ständig irgendwas machen. Ich habe hier auch wirklich im Lockdown, auch, also, ich habe ständig überlegt, welches Zimmer baust du jetzt um? Und irgendwann war ich fertig und war völlig konsterniert, weil ich war fertig und es gab nichts mehr zu bauen in meiner Wohnung. Und dann bin ich ja zum Glück immer in diesen Schrebergarten. Und da finde ich ja dann zum Glück immer was. Und jetzt, Die Liste ist schon wieder lang. Ich liebe das, ich kann mich da so auspowern und es macht so einen Spaß.

Joël Kaczmarek: Also Sebastian, wenn du mal Hilfe brauchst, ich kann dir sagen, wenn ich mit Nova mal telefoniere, Das ist dann schon so ein Nerd-Talk. Entweder Formel 1 oder hey, bist du mehr, so Bosch. Blaue Serie oder Makita?

Nova Meierhenrich: Ich hätte ja gerne Makita, aber ich bin halt eher Bosch grün. Makita ist halt einfach dann doch etwas hochpreisig, Aber ich feiere das ja dann immer ab, wenn ich mit einem neuen Grünen Koffer komme. Ich feiere das ja immer total ab und ich habe den Schrebergarten mit meiner Freundin zusammen. Und ihrem kleinen Sohn, Der ist fünf, mittlerweile. Und die lacht sich schon immer scheckig, wenn irgendein neues Projekt ansteht und Nova mit einem neuen grünen Koffer in der Laube antritt. Und denkt so, ja, Aber ich kann doch nicht die Hütte, dann, das kann ich doch jetzt nicht von Hand streichen. Und dann habe ich mir so ein Ghostbuster-Painting-System so als Rucksack geholt und spritze da dann so rum. Oder dann habe ich irgendwelche Sachen zum Abschleifen, brauchte ich natürlich ein neues Schleifgerät und der Schlagbohrer. Und jetzt musste ich Hecke schneiden. Kann man ja nur bis zum 1. März, wegen den brütenden Vögeln. Und dann habe ich mir eine neue Kettensäge geholt und so. Ich finde sowas, so toll. Und ich bin dann so happy. Ich bin dann echt so Strahlemännchen mit meiner Kettensäge.

Joël Kaczmarek: Eigentlich müsstest du da doch was draus machen. Ein Buch Schreiben für Frauen, Die Heimwerker sind. Oder ein Podcast oder so ein Webvideo.

Nova Meierhenrich: Ich habe ja einen eigenen Instagram-Account nur für den Schrebergarten. Der heißt, Laubengirlz. Laubengirlz mit Z hinten. Da berichte ich wirklich ausschließlich über das, was ich in diesem Garten so anstelle und baue und mache. Und tue. Und ich schließe nicht aus, dass das irgendwann auch meine Schriftform sozusagen seinen Weg finden wird. Aber da berichte ich eigentlich jeden Tag darüber, genau, was ich gerade wieder Neues baue. Und das Schöne ist, dass das auch so eine richtige Community ist. Und ganz viele andere Gartenaccounts, mit denen man da verbunden, ist, Auch von Mädels geführt werden, Die Halt auch so im Do-it-yourself-Verfahren Hütten bauen, Hochbeete und machen. Und wo ich immer so denke, geil, Wir brauchen die Typen alle nicht. Wir kriegen das viel besser alleine hin. Und das sieht schöner Aus hinterher, glaub mir.

Sebastian Krumbiegel: Das glaube ich gerne. Ich finde das echt faszinierend, gerade. War mir neu übrigens. War mir echt neu. Ja,

Nova Meierhenrich: war Dir neu? Ja, wenn du mal in Hamburg bist, dann lade ich dich auf eine Bratwurst in unsere Laube ein. Also die ist richtig, richtig schick, mittlerweile. Ja.

Joël Kaczmarek: Ich habe noch eine letzte Frage an dich. Ich habe gelesen, du bist ja auch irgendwie, wenn man Schauspieler ist, Bleibt das wahrscheinlich nicht aus, dass du auch Hörspiele synchronisierst. Und dass du unter anderem bei den TKKG und Die drei Fragezeichen zu hören, bist. In welcher drei Fragezeichen Episode höre ich Nova Meierhenrich?

Nova Meierhenrich: Oh Gott, das sind mehrere. Ich spreche immer so Gastrollen. Ich kann dir die Nummern ehrlich gesagt, nicht sagen. Ich weiß es nicht. Also TKKG bin ich jetzt fast in jeder Folge dabei, weil ich mittlerweile eine feste Rolle habe. Kommissarin Hübner. So, ganz, ganz, ganz cool. Kleine, Kleine Kommissarin. Und das Tolle ist ja, Diese ganzen Hörspiele werden ja von der großartigen Heikedine Körting produziert. Es ist eine Ikone des Hörspiels, wenn man Drei-Fragezeichen-Fan ist. Dann weiß man das, weil sie auch immer wieder so rollen, selbst, spricht. Also der Superpapagei ist Heikedine Körting oder der seltsame Wecker. Auch das ist Heikedine Körting, Weil egal wen Sie sich dafür ins Studio holt, das kann niemand besser als sie. Das ist echt eine Ikone. Und sie hat ja ihr Studio hier in Hamburg. Und da hängen noch die ganzen Tonspuren an der Wand. So richtig analog. Da steht dann drauf Wind und Stiefel und knarrende Treppe und Schlossgespenst und Kette und alles. Und das ist einfach so toll. Bin dazu gekommen, weil sie irgendwo mal gelesen hatte, dass ich so ein Riesen. Drei-Fragezeichen-Fan bin. Und ich habe echt die ganzen Hörspiel-Kassetten noch aus meiner Kindheit. Ich hüte die, wie den Augapfel. Und dann hatten Drei-Fragezeichen Geburtstag. Und ich hatte irgendwie, Ich glaube, in der Mopo war das dann was dazu gesagt, wie toll ich das finde. Und dann klingelte wirklich das Telefon einen Tag später. Und sie war dran und meinte nur so, hättest du nicht Lust, mal bei uns zu sprechen? Dann dachte ich nur so, okay, Weihnachten, Ostern, Geburtstag, Alles fällt gerade auf einen Tag. Das ist absurd. Und dann hat sie auch gesagt, Ja und ich... Ich plane dich mal an dem Tag ein, wo die Jungs auch alle da sind. Das ist doch für dich, dann bestimmt auch schön. Und ich nur so, ich war wirklich so ein bisschen völlig fertig. Und dann kam ich da rein. Und das ist natürlich total absurd. Ich musste immer wieder die Augen zumachen, weil meine drei Fragezeichen sehen natürlich komplett anders aus. Im Kopf. Die sahen natürlich anders aus als diese 40-jährigen Männer, die dann alle vor mir saßen, die das einfach auch schon seit Millionen Jahren machen. Und so eine Ehre, dass Sie mich immer wieder anruft. Und mittlerweile, Wie gesagt, bei TKKG Ich eine feste Rolle sprechen darf. Und das ist für mich ein Kindergeburtstag. Es ist ein Träumchen, da ins Studio zu kommen, in diese alte Villa, in dieses Knarzende Studio. Und mit so tollen Kollegen wie Rhea Harder-Vennewald oder Manu Lubowski, die ja auch mitsprechen bei den TKKGs.

Joël Kaczmarek: Also Ich sehe schon, ich muss mal nett zu dir sein, dass ich auch mal eine Nebenrolle da kriege, weil ich habe die Tage Oliver Rohrbeck vorgestellt, bekommen, die Stimme von Justus Jonas, Richtig guter Typ. Und ich habe ja auch so ein Fable für Synchronsprecher irgendwie. Ich habe dann die, Tobias Kluckert heißt ja, die Stimme von Gerard Butler irgendwie. Wollte ich unbedingt kennenlernen, weil ich wollte ihn bitten, Was synchronisiert. Und ich finde, es ist magisch, was diese Menschen mit ihrer Stimme können. Es ist wirklich magisch.

Nova Meierhenrich: Ja, also, ich meine auch gerade. Oliver Rohrbeck. Ich meine, das ist einfach eine Ikone in dem Bereich. Und auch wenn die diese Hörspiele mittlerweile ja auch live auf die Bühne bringen. Also drei Fragezeichen Live on tour. Man muss sich das echt mal vorstellen. Barclaycard Arena war ausverkauft, dafür. Also das ist unfassbar. Das schaffen sonst, Keine Ahnung, Depeche Mode. Um mal wieder zu Depeche Mode zurückzukommen. Das ist so ein Kult und das ist so eine eingeschworene Familie. Und ich habe, wie gesagt, die Kassetten hier, und ich höre, die immer noch verdammt gerne. Ich habe nur deshalb meine alte Stereoanlage noch, weil die noch so ein Doppelkassettendeck hat, damit ich die einfach noch hören kann, weil es ist, auch so frevel, finde ich, sich das dann auf CD zu holen. Keine Ahnung, Das ist halt für mich dann, so frevel, Ich brauche Hörspielkassette.

Joël Kaczmarek: Ja, Word, Word. Liebe Nova, Du wirst es mir sehr schwer machen, wenn wir später einen Titel für unseren Podcast finden müssen, weil es gibt ja gar nicht das eine Thema, was dich umschreibt. Also, es war sehr, sehr spaßig, mit dir in so, so viele Ecken einzutauchen.

Nova Meierhenrich: Das freut mich. Es hat echt Spaß gemacht mit euch beiden.

Joël Kaczmarek: Ja, oder? Der Sebastian, der so viel zugehört hat, wie glaube ich noch nie.

Sebastian Krumbiegel: Ich war echt ein angespannter Zuhörer. Nein, echt cool.

Nova Meierhenrich: Naja, Aber der Sebastian macht ja auch so viele tolle Sachen. Also, ich fand ja auch toll, dass du mich letztes Jahr gebeten hast, in deinem kleinen Musikvideo Da einen kleinen Part zu übernehmen. Was ich bei dir halt auch so mag, Du bist ja auch so kreativ und suchst immer neue Wege, Dinge zu machen. Und auch mal abseits von den Prinzen. Naja, Und uns wird ja auch hoffentlich die nächsten Jahre auch noch verbinden, dass wir da für die McDonald's Kinderhilfe Stiftung ordentlich Gas geben. Als Schirmherrn. Und ich weiß jetzt schon, wenn wir uns wieder live treffen dürfen, vielleicht bei der Gala, wer weiß, vielleicht ist es im Herbst wieder möglich. Haben wir uns ganz viel zu erzählen. Live dann.

Sebastian Krumbiegel: Ich habe mich gefreut, dass du in dem Video mitgemacht. hast. Das war ein bisschen undankbar, weil wir hatten irgendwie am Ende, Ich glaube, irgendwie 70 Leute in drei Minuten unterzubringen. Deswegen waren teilweise wirklich ganz kurze Slots nur dabei. Aber du hattest echt einen schönen Slot genau vor Till. Das fand ich wirklich geil, vor Till Schweiger. Ja, ich fand das einen richtig schönen Übergang. Du warst die letzte Lady vor dem ersten Kerl. Ah, okay. Ich muss mir das nochmal angucken.

Nova Meierhenrich: So habe ich das gar nicht wahrgenommen. Ich weiß nur noch, dass ich es in der Laube halt auch gedreht habe, unter dem Apfelbaum. Und es ist so unfassbar schwer, das selbst zu drehen. Im kompletten Lockdown, ohne irgendjemand, der geholfen hat. Niemand hatte Zeit, das für mich zu drehen. Und ich saß da immer mit denen und sagte immer so, Oh, Gott, mit Selbstauslöser und Stativ. Und das wird alles schlimm. Und wie soll das funktionieren? Aber ich saß unterm Apfelbaum.

Joël Kaczmarek: Ich glaube, uns dreien wird hier nicht miteinander. langweilig. Ich sehe schon, wir haben noch ein paar.

Nova Meierhenrich: Wir können ja noch ein bisschen weitermachen.

Joël Kaczmarek: Ich werde dich irgendwann mal abfüllen und dir so ein paar Formel-1-Stories aus den Rippen leiern, das sehe ich schon.

Nova Meierhenrich: Weißt du, eine kann ich dir zum Ende noch schenken? Und die ist wirklich, weil du vorhin erzählt. Hast von Niki Lauda und Jaguar, Eddie Irvine ist damals, da der Fahrer gewesen, mit dem ich mich mega verstanden habe. Wir sind echt Freunde geworden. Ich fand den einfach cool. Und der hatte eine Mega Geile. Formel-1-fanatische Familie auch. Der hat wirklich seine ganze Familie in dieses Formel-1-Business eingebunden, um nicht allein unterwegs zu sein. Seine Eltern waren beide pensioniert, haben sich ein Riesen fettes Megawohnmobil damals geholt, So ein richtig geiles Teil, und haben mit diesem Teil immer auf den Fan-Camping-Plätzen übernachtet. Das war absurd, weil dieses Megawohnmobil stand immer zwischen diesen ganzen Zelten und Dosenbierburgen auf einem der Fan-Camping-Plätze Und dann haben die Abends immer Hof gehalten, da, haben immer Lagerfeuer gemacht, gegrillt. Und alle Jaguar-Fans haben sich dann immer bei Familie Irvine am Wohnmobil getroffen. Und dann haben die wirklich so Geschichten abends, erzählt. Tagsüber waren sie immer im Fahrerlager, so, Ganz auf Schnieke und machen und tun. War total lustig. Und die sind ihm um die ganze Welt mit dem Wohnmobil gefolgt, zu jedem Rennen, um einfach bei ihrem Sohn zu sein. Und tagsüber im Fahrerlager, abends bei den Fans. Und seine Schwester hat sein Management gemacht. Also die ganze Familie Irvine. Die war zwar eine saukule Socke und hat immer getan, als ob ihnen so kein Wessler jeden trüben könnte. Und immer 16-jährige Freundinnen und so. Das war auch die alte Formel-1-Fahrerschule. Aber Mama und Papa immer auf dem Campingplatz, am Start mit ihrem Wohnmobil und haben die Fans willkommen geheißen. Und seine Schwester hat das Management gemacht. Das fand ich immer ganz toll.

Joël Kaczmarek: Ja, das ist aber auch geil. Und ich muss echt mal sagen, heutzutage hat ja der Rennkalender 25 Rennen über die ganze Welt rum. Da vereinsamst du ja auch. Also, da bist du jetzt nur ein Flieger eigentlich gefühlt. Also das ist irre.

Nova Meierhenrich: Irre, genau. Ach ja. Nova,

Joël Kaczmarek: Es war ein Fest. Es war mir ein Fest. Vielen, vielen Dank, dass Du da warst.

Nova Meierhenrich: Da danke euch für die Einladung. Nova, vielen, vielen Dank. Und bleibt gesund, Ihr Lieben.

Sebastian Krumbiegel: Oh ja, hey. Und lasst uns bald wieder Kunst machen, Leute.

Nova Meierhenrich: Bitte.

Joël Kaczmarek: Um mit einem Sebastian Krumbiegel zu enden. Yeah, würde er jetzt sagen.