
Gunnar Lott & Fabian Siegismund: Spielerisch durchs Leben
14. Oktober 2020, mit Joël Kaczmarek, Sebastian Krumbiegel
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Joël Kaczmarek: Kunst trifft digital.
Sebastian Krumbiegel: Der Podcast.
Joël Kaczmarek: Hier hört ihr alles zu Kunst in Zeiten der Digitalisierung und das mit dem Popprinzen. Sebastian Krumbiegel.
Sebastian Krumbiegel: Und mit unserem Podcast Joël Kaczmarek.
Joël Kaczmarek: So und heute, Liebe Hörer, Ich warne euch schon mal vor, ich habe eine Marotte. Wenn ich Leute lobe und es ernst meine, klingt es immer ein bisschen ironisch und überzeichnet. Aber ich meine, es ernst, denn ich habe heute jemanden da, von dem bin ich großer, Großer Fan. Ihr glaubt es mir selber nicht, Er guckt auch schon gerade so ein bisschen irritiert. Sein Name ist Gunnar Lott. Und zwar macht er so Gaming-Zeugs. Er war früher, da kenne ich, glaube ich die meisten her, bei der GameStar, Ich glaube so gefühlt das bekannteste Computerspielemagazin Westlich des Himalaya. Bis zum Chefredakteur hat das da gebracht, hat sowieso ganz viel unschändliches Zeugs dort gemacht, eigene Magazinausgründung und und hat mittlerweile eine eigene Agentur, eine PR-Agentur, die natürlich nur tolle Dinge macht, vor allem im Bereich Games. Und er hat einen Podcast, und dafür liebe ich ihn, weil er ist einfach unfassbar, witzig. Und er ist natürlich gefürchtet. Also, seine Feinde habe ich gelernt, nenne ihn Gunnar Lott The Gun, weil er so ein Balleronkel ist. Ich nenne ihn liebevoll. Lotti Karotti. Ich betrachte ihn als meinen Freund, er mich leider nicht als seinen. Ja, aber da arbeite ich noch dran.
Sebastian Krumbiegel: Schaffen wir heute, schaffen wir heute.
Joël Kaczmarek: Ja, aber Spaß beiseite, lieber Gunnar Lott. Es freut mich sehr, dass du da bist. Herzlich willkommen.
Sebastian Krumbiegel: Und du bist nicht der einzige Gast, möchte ich sagen. Ohne dir jetzt das Wort abzuhören. Nein, komm, SAG bitte erstmal schönen, guten Tag. Schönen guten Tag. Schönen guten Tag, ey. Ziemlich hohe Fallhöhe jetzt.
Fabian Siegismund: Jetzt will ich aber genauso ein Intro Bitte auch haben. Mit ganz viel Liebe.
Joël Kaczmarek: Aber erstmal rufe ich die Leute nochmal auf. Stay Forever. Ich finde allein diesen Untertitel geil. Zwei alte Männer reden über alte Spiele. Das rege ich euch an, Liebe Hörer, wenn Ihr euch für Games interessiert, hört das mal an. Die kennt ihr vielleicht sogar auch noch. Also, wenn man KTD-Hörer ist, kommt all das technisch, glaube ich, hin, was du so besprichst. Und natürlich werde ich euch beide auch gleich fragen, was ihr am liebsten spielt. So, ZWEITE Person, Fabian Siegismund. Ein echter Sieger, Das steckt schon im Namen. Ich habe gelernt, DU HAST Drei Kinder, unfassbar. Wie kann man denn Arbeit schaffen? Ach,
Fabian Siegismund: um Gottes Willen, ja.
Joël Kaczmarek: Zwei Söhne und eine Tochter, war bei der Luftwaffe, hat eine top erfolgreiche Karriere als Schauspieler, als Synchronsprecher und macht ganz viel Zeugs im Bereich... Also, das müssen wir gleich mal auseinanderdödeln. Ich sage jetzt so Zeug. Er macht ganz viel YouTube-Action zum Thema Gaming. Und ich glaube, da müssen wir für unsere Hörerinnen und Hörer auch ganz viel Aufklärungsarbeit leisten. Das wird deine Aufgabe. heute.
Fabian Siegismund: Okay.
Joël Kaczmarek: Und wenn wir nicht von dir ähnlich angetan wären, wie von Gunnar Lott, der heute auch ein bisschen unser Vermittler war, Dafür lieben Dank, wärst du nicht hier. Von daher, wir sind auch von dir sehr, sehr angetan. Ich finde dich extrem charismatisch, finde es spannend, wie du das machst. Und deswegen, wir sind schon ganz, ganz neugierig auf dich. Schön, dass Du da bist, lieber Fabian.
Fabian Siegismund: Dankeschön, Das war Liebe.
Joël Kaczmarek: Siehst du?
Sebastian Krumbiegel: Also, ich muss mal ganz ehrlich sagen, Ich habe die beiden eben erst kennengelernt und ich muss auch, muss ich mal gleich sozusagen? Voll die Hosen runterlassen hier, weil Du Fragtest mich neulich, Joël, ob ich irgendwie auch so Gaming-mäßig unterwegs bin. Und ich muss ganz ehrlich sagen, ich habe zwar in den 90ern irgendwie so ein bisschen Space Invaders gespielt. Im Studio und irgendwie so ein paar Sachen gemacht, Auch bin ansonsten, Und das wundert mich eigentlich wirklich, weil ich sonst, Ich möchte mal ein bisschen despektierlich sagen, allen süchten offen gegenüberstehe, mit Gaming bequem, weil ich wenig zu tun habe.
Joël Kaczmarek: Neuer Mai. Ich meine, wir arbeiten dran. Dann bist du heute unser Pallawan. Auf jeden Fall.
Sebastian Krumbiegel: Ich versuche heute zu lernen und sperre die Ohren auf.
Joël Kaczmarek: Ich muss eigentlich meine wichtigste Frage gleich am Anfang stellen. Das brennt mir unter den Nägeln und es ist die unfassbar undankbarste, besonders für Gunnar Lott. Was sind eure Top 3 Spiele, die ihr mit auf eine einsame Insel nehmen würdet, wenn alles andere vor die Hunde geht? Was für drei Spiele würdet ihr mitnehmen? Dann fange ich, Gunnar Lott kann auch ein bisschen überlegen. Fabian, Was wären das so deine? Drei Games?
Fabian Siegismund: Also, ich suchte seit zwei Jahren, glaube ich, Hunt Showdown. Das würde ich auf jeden Fall mitnehmen. Es ist ein fantastisches Spiel, wahnsinnig spannend. Aber das wissenschaftlich erwiesene beste Spiel der Welt ist System Shock 2. Das kennt Gunnar Lott noch. Hunt, kennst du, glaube ich, nicht.
Sebastian Krumbiegel: System Shock 2, SAG Da nichts zu.
Fabian Siegismund: Und das Dritte würde man vielleicht so was machen, wo man denkt, das geht immer, und das wird einem auch nach zehn Jahren nicht langweilig. Das wäre dann halt Tetris. Das kennst du dann auch.
Joël Kaczmarek: Tetris kenne ich auch. Und Sonic the Hedgehog kenne ich auch.
Fabian Siegismund: Gunnar Lott, Wie sieht es bei dir aus?
Joël Kaczmarek: Ich bin Fabians Meinung, Was das System Shock 2 angeht. Ah, das finde ich auch. Ein tolles Spiel, kann man auch heute noch ganz gut spielen. Ich mache ja einen Podcast und all meine Spielzeit, und das ist nicht wenig, So 100 Stunden im Monat oder so, fließt in alte Spiele für die Recherche. Deswegen habe ich mit den neuen Sachen, Hunt: Showdown, keine Ahnung, Fabian, habe ich nichts mehr mit am Hut. Ich spiele so Spiele wie Fallout oder Baldur's Gate oder Sowas in der Art. So altes Zeug halt.
Fabian Siegismund: Gut, Und was sind die anderen beiden?
Joël Kaczmarek: Habe ich nicht mit Fallout und Baldur's Gate schon mal zwei gesagt und dann noch System Shock Hammer 3. Guck. Ich bin fertig. Ich habe mich schon ganz schlecht gefühlt, weil meine Drei wären. Mario 64, GoldenEye und das Super Nintendo Zelda, wo ich jedes Mal mit dem Namen überlegen muss. Link to the Past, ne? Aha,
Fabian Siegismund: Ein Konsolenkind.
Joël Kaczmarek: Ja,
Fabian Siegismund: ich spiele immer noch mit dem Kreisel auf der Straße.
Joël Kaczmarek: Gut, ja, wie wollen wir mal anfangen? Also Ich glaube, wir müssen mal den Leuten erstmal so ein Gefühl geben. Und dem lieben Sebastian vielleicht auch mit, wie man mit diesem ganzen Gaming-Kram eigentlich sein Geld verdienen kann. Also Gunnar Lott, vielleicht fangen wir mit dir an, weil ich habe gelernt, du hast den Fabian um ein Haar mal eingestellt und dann ihn knallhart abgewiesen. Der Fabian und ich haben zusammen gearbeitet in der gleichen Redaktion. Wir waren beide bei GameStar und haben Printmagazine gemacht. Und ich habe irgendwann diese leichtsinnige Sache gemacht. Also Ein anderer Kollege, ein anderer leitender Redakteur, hatte den Fabian eingestellt. Und ich habe so locker in so einem Nebensatz mal gesagt, sag mal. Fabian, bist ja auch schon 28. Ich hätte dich, glaube ich, in dem Alter nicht mehr eingestellt. Ich hätte nach einem Jüngeren gesucht. 22 Jemand, der noch Formbar ist, und das hat der Fabian, Ich bin nicht sicher, aber ich glaube, das hat er mir sehr übel genommen. Und hält mir das jetzt immer auf so eine lustige Art nach, Aber es ist ja schon irgendwie Hass.
Fabian Siegismund: Nein, um Gottes Willen. Nee, das war ja, also mein Werdegang ist ja ein relativ abenteuerlicher. Ich habe ja eigentlich Jura studiert, wusste aber, Ich möchte irgendwie immer was mit Computerspielen machen, war dann im Rahmen eines Jurastudiums praktikant bei der Bundesprüfstelle für Jugendgefährdende Medien, oder. Damals hieß es ja auch noch Schriften. Die kannte ich halt natürlich erstmal in erster Linie von irgendwie... Ärzteplatten, die indiziert, waren an so Geschichten. Aber als es darum ging, ja, du musst beim Jurastudium ein Praktikum machen, habe ich gesagt, ja, da gehe ich nicht zur Polizei oder zu einem Anwalt und setze mir einen Arsch wund, sondern gehe zu dieser Bundesprüfstelle, Denn die indizieren ja auch Computerspiele. Und dann haben die mich da mit offenen Armen empfangen, weil die Halt überhaupt keine Ahnung von Computerspielen hatten, die aber trotzdem prüfen mussten. Dann habe ich so eben angefangen mit Computerspiele testen. Mein Vater, auch Jurist mit Leib und Seele. Ich konnte es kaum glauben, als ich mit dem Arbeitsvertrag, dem Gutachtervertrag dann ankam, mit dem Bundesadler drauf, drauf stand, Ich dürfe jetzt Computer spielen und damit Geld verdienen. Auch nicht schlecht, Ich glaube 60 Euro die Stunde oder so, wo ich schon beim Thema Geld verdienen, bin.
Sebastian Krumbiegel: Hattest Du früher, Entschuldige, dass ich reingrätsche, hattest du mit deinem Vater, da Diskussionen, weil du viel gedattelt hast? Ja, klar. Und dann hat er dann irgendwie gesagt, Junge, mach doch mal was Vernünftiges. Natürlich, ja,
Fabian Siegismund: also, die haben mich schon Computer spielen lassen, aber haben auch gesagt, ja, aber Jura, studieren musst du schon oder solltest du schon, entweder Jura oder Medizin.
Sebastian Krumbiegel: Hast du auch bis zum Ende durchgezogen? Nein, natürlich nicht.
Fabian Siegismund: Ich versuche es, so schnell zu machen, wie es nur ging und hatte dann eben dieses Praktikum, habe über dieses Praktikum Leute aus der Branche kennengelernt, also von verschiedenen Publishern, Electronic Arts, Die haben mich dann tatsächlich auch irgendwann mal zum Vorstellungsgespräch eingeladen, Willst du nicht bei uns arbeiten? Und das hat mich ganz begeistert, dass sich irgendwer schon für mich interessiert als Arbeitskraft, weil ich auch immer dachte, ja, Man muss immer um den Job kämpfen und muss dann irgendwas machen, auf das man eigentlich keinen Bock hat, Jura oder sowas. Mit Computerspielen, Da komme ich wahrscheinlich nur über Umwege hin, denn es gab ja auch keinen klassischen Weg, wie man das eben machen kann. Und dann haben die mich eben gefragt, willst du nicht bei uns arbeiten? Da dachte ich, ich könnte mich ja einfach auch mal bewerben. Und habe gesagt, es gibt zwei Sachen, die würde ich gerne machen. Einmal Moderator bei GIGA, Das war ja damals noch das Game-Fernsehen. Oder Redakteur bei der GameStar. Und dann hörte ich über einen Kumpel, dass die GameStar da tatsächlich Trainees gesucht hat. Und da habe ich gesagt, ja, was soll's, Ich bewerbe mich einfach mal. Und habe dann auch, weil ich noch nie redaktionell gearbeitet habe. Meine Arbeitsproben, meine Gutachten von der Bundesprüfstelle, meine Indizierungsentscheidungen, wo ich juristisch aufgedröselt habe, Warum Command Gunnar Lott Conquer Generals indiziert gehört, Die habe ich als Arbeitsproben eingeschickt. Und dann hat damals Florian Stangel, Wie hieß der so? Stellvertretender Chefredakteur, hat mich dann eingeladen. Zum Vorstellungsgespräch. Und dann ging das sehr schnell. Die haben quasi auf der Stelle gesagt, du kannst gleich den nächsten Monat anfangen. Ich habe dann auch noch gesagt, ich müsste jetzt noch ein Jahr studieren und dann habe ich ja mein erstes. Jura-Jodel-Diplom. Und da meinten Sie ja, nee, ist eigentlich egal, Mit welcher... Ausbildung, die du hier ankommst, weil du nach Tarif bezahlt, wirst, Denn IDG, Der Verlag von GameStar, war damals, Glaube ich, dann auch lange Jahre noch. Der einzige Gaming-Verlag, der nach Tarif bezahlt hat. Das ist völlig egal, mit was du ankommst. Wenn du als Abiturient hier reingestoppert wärst, hättest du das gleiche Geld bekommen. Und dann habe ich... Guck mal,
Joël Kaczmarek: die haben Gunnar Lott genommen, also du weißt ja, was du sagst.
Fabian Siegismund: Und da waren nämlich auch meine Eltern damals gesagt, also, die waren dann heilfroh, Als ich gesagt habe, ich würde das jetzt gerne machen. Ich glaube, das wäre schon was. Bitte, Bitte mach's, mach, Was dich glücklich, macht. Hauptsache, du machst es, bevor du 30 wirst, denn da stellt dich keiner mehr ein. Und deshalb fand ich es so lustig, dass Gunnar Lott mir später gesagt hat, ja, eigentlich warst du schon zu alt. Und deshalb hole ich das immer wieder gerne hoch, weil das Halt wirklich meine Weiche gestellt hat. In diese ganze Gaming-Branche. Wenn es diese Vorstellungsgespräche nicht gegeben hätte und das sich nicht so schnell entschieden hätte, Hätte ich vielleicht Jura zu Ende studiert und würde jetzt halt, vielleicht am Rande irgendwas mit Gaming machen. Aber als Jurist. Und das hätte mich längst nicht so glücklich gemacht.
Joël Kaczmarek: Gunnar Lott, Ich glaube, du musst auch mal den geneigten Hörern erzählen, was eigentlich die GameStar für so einen Impact hat. Was das für ein Magazin ist, wofür das stand, Welche Relevanz das hatte. Ich glaube, das kann man sonst nicht so nachspüren. Das ist in der Tat, also mein Werdegang, um das ganz kurz zu machen, ist so ähnlich wie beim Fabian. Ich bin mit einer Seitenqualifikation, nicht bei der Bundesprüfstelle, aber als Spieleverkäufer in einem Laden da reingekommen. Auch dann Studium abgebrochen. Und solche Sachen. Und war dann halt auch so drin. Und das war für uns beide der Karrieremachende Glücksfall, weil... Jeder, der damals bei der GameStar war, ist auf eine Art berühmt geworden, wenn er das denn wollte. Das kann man fast nicht anders sagen. Die GameStar hatte einen massiven Impact. Wir haben damals in der hohen Zeit über 300.000 Ausgaben am Kiosk verkauft. Das ist mehr, als der FOCUS zu der Zeit gemacht, hat. Also der FOCUS hatte dann noch mehr Abonnenten, so diese Drücker-Kolonnen, die immer bei dir klingeln und sagen, ich bin gescheitert, haben sie eine Zeitung? Aber also am Kiosk in der harten Währung haben wir halt mehr verkauft als fast alle anderen deutschen Magazine. Und das war eine richtige Nummer. Und die GameStar war so vom damaligen Chefredakteur, Das war so ein bisschen so ein stressiger Typ, der Jörg, Und der war fanatisch unabhängig. Und die Gamespresse hatte immer diesen Ruch, so, Ja, hier kriegt er dann die Testmuster von den Spielefirmen. Und ist das überhaupt unabhängig, was Ihr da macht, ist das richtiger Journalismus? Und wir waren die katholische Kirche der Spielehefte, waren total unabhängig, industriefeindlich manchmal sogar und haben uns da irgendwie einen ganz guten Ruf aufgebaut. Das war schon ein glückliches Zusammenspiel von den Charakteren. In der Redaktion, Gewisse solide finanzielle Grundausstattung des Verlages. Und halt auch dieser Drive, den der Chefredakteur da damals reingebracht hat.
Fabian Siegismund: Und ich würde auch sagen, wir waren so ein bisschen mit die ersten Influencer in dem Sinne. tatsächlich, weil die GameStar damals wie heute sehr viel auf Gesichter gesetzt hat. Also unter jedem Test war dann immer das Gesicht des Redakteurs, Der hat auch immer seine persönliche Meinung nochmal gesagt, hat gesagt, irgendwie Das Spiel ist gut, ist nicht so gut. Aber jetzt nochmal deine persönliche Meinung. Und damit haben wir schon sehr viel Leserbindungen hergestellt. Und wir haben dann eben auch viel schon. Video-Quatsch gemacht, wo wir unsere Gesichter gezeigt haben. Und man wusste, okay, das sind die. Und da gab es ja noch nicht mal. YouTube. Und Internet war auch noch nicht. Wann war das? Ich habe angefangen. 2004. Wann hat YouTube gestartet? Ich glaube, 2009 war das oder 2008. Ich weiß es gerade gar nicht mehr so genau. Nee, 6. Auf jeden Fall war das auch eine strukturelle Krise, als dann auch noch plötzlich YouTube kam. Und so leute wie Gronkh, die da einfach nur Computer gespielt haben und dabei nur... Gelabert haben und nicht so, wie wir vier Tage Arbeit in so ein Video gesteckt haben und nachher sagen konnten, das ist ja gut, weil. Sondern einfach, Ich spiele jetzt mal. Gestern war ich beim Zahlerarzt, das war auch ganz lustig. Aber wir waren eben so, diese erste Generation von Gesichtern zu Computerspielen und Stimmen zu Computerspielen. Und das höre ich auch heute noch ganz oft. Ey, bist du nicht der von der GameStar damals? Das ist schon Jahre her.
Joël Kaczmarek: Man muss mal sagen, dass ein großer Teil der Faszination von uns als Menschen für die Leute da draußen ist. nicht, dass wir so toll waren, sondern dass wir so was erreichbares waren. Jeder kann sich ja vorstellen, so wie der Fabian, der fürs Computerspiele spielen. Geld kriegt, so will ich auch sein. Und das ist ja so ein bisschen die Faszination, die man auch bei den Influencern hat. Ich will da auch sitzen und Spiele spielen und lustig Fluchen dabei und dafür total reich werden. Und das war, glaube ich, schon damals das, was es ausgemacht hat. So wie der Gunnar Lott, das könnte ich auch. Und wenn ich da noch jetzt Geld für kriegen würde, das wäre super. Ich meine, ihr habt ja auch, das war doch, glaube ich, ihr, wo man auch mal so CDs beigelegt hat, wo Ihr so Filme auch produziert habt, oder? Genau, ja.
Fabian Siegismund: Und die Kriegtest du ja auch nirgendwo anders her, weil es ja YouTube noch nicht gab. Das heißt, du musstest wirklich die Hefte kaufen und die DVDs und CDs kaufen, wo dann auch irgendwelche Demos zu spielen. Drauf waren, die du dir heute halt übers Internet runterladen kannst. Damals gab es das eben noch nicht. Das war natürlich ein Hauptverkaufsargument, aber eben auch diese quatschigen Videos, die wir gemacht haben. Also vor meiner Zeit gab es Raumschiff GameStar. Das war halt so richtiger Trash, alles richtiger Trash, wenn wir ehrlich sind. Also vor Greenscreen. Gunnar Lott Rum als Sith-Lord oder sowas.
Joël Kaczmarek: Gut, das macht er heute noch.
Fabian Siegismund: Der heute Sith-Lord. Und als ich dann dazu kam, wurde es dann die Redaktion. Da haben wir dann auch so ähnlichen Quatsch gemacht. Das war so ein bisschen Stromberg-esk. vielleicht. Und ja, Deshalb kannte man uns immer und deshalb finde ich es immer wieder erstaunlich. auch, dass mich jetzt Leute auf YouTube oder auf Twitch oder so nochmal wiederfinden und dann nach einer Weile merken, Moment mal, du warst Ja, damals warst du nicht bei der GameStar? Und ich hab gestern Essen bestellt, Da stand der Lieferant vor der Tür und meinte, Moment mal, Siegismund, Siegismund, Ach, du warst doch damals bei der GameStar. Oder bist du noch bei der GameStar? Das ist halt wirklich prägend gewesen. Ja,
Sebastian Krumbiegel: was ich daraus höre, jetzt, also, wenn ich euch so zuhöre, dass ihr beide das gemacht habt, was Ihr unbedingt machen wolltet. Und dass ihr zwar auch einen Plan B hattet, also du jetzt mit deinem Jurastudium, aber, dass du am Ende doch dann dahin gekommen bist, was dein Ding ist. Und ich beobachte das ja immer mehr, Also, wenn wir hier in unserem Podcast mit Leuten reden, wir hören das immer wieder, dass die Leute am Ende schon dahin gekommen sind, das zu tun, was Sie gerne machen wollen. Unsere These ist ja so ein bisschen, dass jeder irgendwas kann, was er besser kann als irgendjemand anderes. Und wenn er das kultiviert und wenn er da sozusagen, jetzt seinen Weg geht, auch gegen Widrigkeiten, auch gegen Widerstände, Dass er dann am Ende es eben auch zu. Was bringt. Und das finde ich... Wieder mal, bestätigt das.
Fabian Siegismund: Ja, ja. Ja, und das ist eben heute. In Zeiten der YouTuber und Streamer liegt es halt so nah. Also, wie du schon meintest, Gunnar Lott, Damals hat vielleicht jemand gesagt, ah, das ist, was der Gunnar Lott macht, das kann ich auch. Wobei da? glaube ich damals noch die Hürde größer war, weil du ja nach wie vor ein belehrenter Schreiber bist. Und ich glaube, da hat auch damals jeder gesagt, so gut schreiben kann ich vielleicht nicht. Heute, in Zeiten von YouTube und Twitch, ist es halt viel Trivialer geworden. Und dann siehst du halt Leute, die die Zocken einfach nur und Labern dabei und haben dabei aus irgendeinem Grund Tausende von Zuschauern. Und da sagt natürlich so ein Jugendlicher viel schneller, ach, also, das kann ich nun wirklich, aber auch. Und da verrennen sich aber dann viele Leute auch rein. Gunnar Lott,
Joël Kaczmarek: Du musst mal den Erklärbär geben. Also viele unserer Hörer kennen, glaube ich, YouTube, Aber viele kennen sicherlich Twitch noch nicht, was das ist. Ich habe mich nicht getraut, zu fragen, gerade, weil ich mir gedacht habe, scheiße, die schlauen Menschen oben drüben. YouTube ist ja video on demand quasi. Man kann sich ein Video aussuchen, das man sich halt anguckt, das irgendjemand da mal reingestellt hat. Und YouTube hat auch eine Funktion, wo man sich live irgendwas anschauen kann, wenn derjenige gerade sendet. Und Twitch ist auch so, aber Twitch ist der Hauptaspekt auf live. Man macht da Livestreams und da setzt man sich als YouTuber, Streamer hin, wenn man halt Games macht. Man sagt, Pass mal auf, Heute, von 18 bis 22 Uhr streame ich dieses und jenes Spiel. Und dann ist das genauso wie die entsprechenden Let's Play Videos, wie man die nennt auf YouTube. Man kann da einfach zugucken, Wie derjenige spielt, live, Auch ungeschnitten, dann logischerweise. Und alle Fehler, die er macht. Und alle Ladepausen sind mit drin. Und der redet dann da live. Aber es gibt halt als zusätzliche Faszination einen Rückkanal, wo Leute kommentieren können. Und der kann natürlich live darauf reagieren. Und das ist halt, glaube ich, das, was ein bisschen mit die Faszination ausmacht. Es ist nicht nur eine Konserve, sondern der kann im Chat schreiben, so. Probier doch mal aus, jetzt da links zu gehen. Und dann kann der das machen, wenn er da schaut.
Sebastian Krumbiegel: Und jetzt, während du es sagst, fällt mir das nämlich ein, weil ich das doch kenne. Weil Freunde aus Leipzig das genauso machen, die eben, Also jetzt gar nicht in der Gaming-Szene, sondern in der Club-Szene, die ja zurzeit coronamäßig eben alle runterschalten müssen, Dass die eben wirklich Livestreams machen und dass die dann eben auch interagieren. Mit Ihren Leuten, was wirklich gut funktioniert. Also ich kenn's doch. Yeah.
Joël Kaczmarek: Also ich finde, Twitch ist ideal für Bands, also in der Tat, so für so kleine Live-Konzerte und so und das da zu machen, also jetzt gerade auch als zusätzliche Möglichkeit, wenn man keine Auftritte machen kann, ist das cool.
Fabian Siegismund: Und das spenden auch eigentlich? Ja, genau,
Joël Kaczmarek: Es gibt keinen festen Spenden-Mechanismus, aber es gibt etablierte Mechanismen, was man das machen kann. Und das ist auch die Haupteinnahmequelle für die Leute, Die Streams machen. Das ist nicht wie bei YouTube Werbung, sondern das ist Spenden. Und zwar Die Spenden sind live und in der Regel gekoppelt. An irgendwas, was man macht. Ja, das ist ja so ein Entertainment, so. Und wenn ich jetzt den Level zum fünften Mal mache und jetzt endlich schaffe. Und dann alle so, ja, Fabian, den schafft, dann spenden wir. Und dann gibt es so eine Dramaturgie und so Höhepunkte.
Fabian Siegismund: Ja, und auch so ein bisschen so eine Spirale, Denn natürlich funktioniert es ja auch so, wenn du... Abonnierst So einen Twitch-Kanal, Dann verdient der daran auch Geld. Also Der Streamer verdient daran Geld. Du kannst, wenn du Amazon Prime-Kunde bist, pro Monat einen Kanal kostenlos abonnieren. Abonnieren heißt, der kriegt eben tatsächlich Geld von dir. Also Du zahlst 5 Euro an Twitch und 2,50 Euro gehen dann an den Streamer. Das heißt, Die Leute, die dich abonniert haben, Die können lustige Bildchen einblenden, die andere irgendwie nicht haben, Aber im Prinzip kriegen sie nichts. Zusätzliches, keine zusätzlichen Features, aber wissen eben nicht. Ich unterstütze den wirklich mit Geld. Und dann gehört es eben auch dazu, dass wenn einen jemand abonniert, dass man das im Stream dann auch vorliest. Sagt, oh, jetzt hat mich gerade der Dings abonniert. Vielen Dank. Denn von dem habe ich jetzt gerade 2,50 Euro für die nächsten 30 Tage bekommen.
Sebastian Krumbiegel: So ein bisschen wie bei Spendengard, das Unten dann drunter durchläuft. Heidi Müller hat 100 Euro gespart. Genau, genau.
Fabian Siegismund: Und dann wird dann das auch erwartet, dass man tatsächlich vorgelesen wird. Also, ich habe gestern zum Beispiel gestreamt und es war ein sehr spannendes Match. Und es gab auch relativ viele Zuschauer und relativ viele neue Abonnenten. Und irgendwann fragt Da Auch irgendwer empört, werden hier die Abos nicht vorgelesen. Und dann musst du dir sagen, nee, nee, nee, Das war jetzt gar nicht, Ich war aufs Spiel konzentriert, ich mach's dann in der Pause. Also, das wird dann schon eingefordert. Und natürlich funktioniert da auch so ein bisschen diese Spirale, wenn einer Geld spendet, das kannst du eben auch ganz normal über PayPal machen, Kannst du einen Freibetrag reinschreiben, Da verdient dann auch Twitch nichts dran mit. Und das sind dann mal ein Euro oder mal zwei. Und dann sagt man natürlich, Da gibt's auch dann irgendwelche Effekte im Stream, dass man sieht, oh, der und der hat das und das gespendet. Und dann sagt man natürlich auch, ah, super, Gunnar Lott. 2000 hat gerade 2 Euro gespendet, Vielen Dank.
Sebastian Krumbiegel: Wieso wäre Gunnar Lott? 2 hat gerade 2000 Euro gespendet? So, Das wäre besser. Das gibt es aber auch. Aber das macht er halt nicht, der Clown. Er unterschätzt das aber nicht, das gibt es ja auch.
Fabian Siegismund: Es gibt es tatsächlich. Also, es hat bei mir schon mal Leute gegeben, Die haben halt 50 oder 100 Euro gespendet und haben gesagt, für all die Jahre Unterhaltung. Seid der GameStar. Und das ist halt schon krass.
Joël Kaczmarek: Ich bin ja so ein Kandidat, ich bin ja manchmal so ein bisschen am Suchten nach Speedruns. Also Es gibt zur Erklärung, Da spielen Leute Spiele durch, auf Geschwindigkeit. Und das ist halt, Wenn man die Spiele selber gespielt hat, dann weiß man, was sich damit verbindet, wie oft man, Mario 64 ist so ein Fall, Du musst 120 Sterne sammeln, Das sind gefühlte 15 Level, glaube ich, mit jeweils 7 Sternen, also Da brauchst Du Tage. Wir haben da vorhin die 10 ausgebissen und die machen das so in 1 Stunde. 38. Und mit meinem Sohn spiele ich manchmal und dann gucken wir uns das hinterher an, der ist 5, Dann siehst du halt da so einen Typen im Unterhemd, ne, noch nicht mal im Unterhemd, nackig, mit nacktem Oberkörper, Manchmal sind die ein bisschen unsympathisch. Muss man ehrlich sagen, die tun immer alle, so abgewichst. Und dann hast du so. Linke Hälfte des Screens, Siehst du den Pad, Also, da siehst du quasi eine virtuelle Darstellung, Welche Knöpfe, der gerade in welcher Geschwindigkeit drückt, was auch Krass ist. Und dann hast du auch teilweise so die Rekorde, also welches Level er in welchem Abschnitt hat. Und rechts Siehst du halt den Spielbildschirm, dann kommt immer so ein Geblah rein. Soapmaster has donated bla. Und das ist, also, ich finde, das muss man sich mal angeguckt haben, dass man mal so ein Feeling hat, um mal hier Werbung zu machen.
Fabian Siegismund: Ich habe mich auch anfangs ein bisschen davor geziert, So Spenden tatsächlich zu aktivieren. Habe dann auch ganz oft gesagt, ich will nicht von irgendeinem 16-Jährigen 5 Euro von seinem Taschengeld, damit ich meine Miete zahle. Ich komme schon klar, ich brauche das nicht. Denn ich möchte eben nicht, dass da so eine Spirale daraus wird, dass, oh, Damit der Fabian meinen Namen sagt, gebe ich jetzt 5 Euro. Jetzt hat der andere 7 Euro gegeben. Damit er sich richtig freut, gebe ich jetzt 10 Euro. Und das ist eben so eine Mechanik, die möchte ich da eben auch vermeiden. Aber zum Glück habe ich relativ alte, in Anführungsstrichen, Zuschauer, also irgendwo zwischen 24 und Paar 30, eben auch tatsächlich... Zum großen Teil noch von der GameStar.
Joël Kaczmarek: Aber ich muss euch bei dir mal fragen, wir haben auch mal so ein bisschen Feedback bei unserem Publikum eingehört, Was die Leute noch interessant finden bei uns im Format, und die haben sich gewünscht, dass wir mit den Leuten mal mehr diskutieren, über unseren Titel eigentlich auch oder den Titel mehr einbeziehen. Kunst trifft digital. Würdest du zum Beispiel sagen, also, eigentlich muss man ja fast unterscheiden, dass Videospiele Kunst sind, kann man glaube ich relativ schnell einen Haken hinter machen, Aber ist das Spielen von Videospielen eigentlich Kunst? Also, das ist mir ein bisschen schwer zu sagen. Ich finde, Speedruns ist ein Kunsthandwerk auf einem so hohen Niveau, dass man das so nennen könnte, wenn man das will. Ansonsten finde ich, sind ja Spiele ein relativ industrielles Produkt. Das machen ja Leute mit großen Teams und Marktforschung und so. Und ich finde, dass immer so große Industrieproduktionen in Richtung Kunst rücken, habe ich immer so ein komisches Gefühl bei. Ich finde, dass Videospiele per se Kunst sind. Also einfach, so, weil sie Interaktionsmöglichkeiten und Unterhaltungsmöglichkeiten geschaffen haben, die vorher nicht da waren. Für mich war die Diskussion, Ob Spiele Kunst sind, schon ganz 1982 vorbei. Als es diese Mods gab, diese Online-Welten nur aus ASCII-Zeichen und so, Da war schon klar, Das ist eine neue Unterhaltungsform, Das ist per Se Kunst, Einfach, weil es halt keine auf einen gewissen Zweck oder eine handwerkliche Produktion gerichtete Tätigkeit ist. Damit war das schon durch und ich finde die ganze Sache, die danach kam, war eigentlich überflüssig. Und ob das Spielen Kunst ist, kann ich jetzt schwer, das ist halt jedenfalls ein Entertainment-Produkt. Ich finde Kunst ist so ein hohes Wort im Deutschen.
Sebastian Krumbiegel: Ich wollte es gerade vergleichen mit dem, was wir machen. Es gibt ja viele Popmusiker, Die sagen, bezeichnen. Und das, was ich mache, bitte, bitte nicht als Kunst. Da komme ich mir total, bescheuert vor. Hey, am Ende, Klar sind wir Künstler. Also, ob Dieter Bohlen größere Kunst ist als Tokotronic oder umgekehrt, Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich habe da eine klare Meinung zu, logischerweise. Und bin aber trotzdem nicht angetreten, um irgendwelche Leute abzuwichsen, die eben irgendwas machen, was mir persönlich nicht so gut gefällt. Am Ende gibt es für alles ein Publikum. Und am Ende, finde ich, hat alles seine Berechtigung. Und genau beim Spielen... Kann ich mir vorstellen, dass das sehr ähnlich ist.
Joël Kaczmarek: Ja, ich meine, man muss ja mal, wenn man in diese Welt mal eintaucht, du hast ja so ein bisschen recht, Das sind ja alles so gefühlt, so Quereinsteiger. Ich denke an Sowas wie Rocket Beans jetzt oder eben der GameStar oder auch ganz viele so von den Gaming-Influencern oder E-Sportler. Das ist ja auch nochmal ein ganz anderer Schnack. Also sozusagen Spiele spielen wie ein Sport. Das ist ja schon irgendwie ulkig, wie die auch alle dazu kommen. Also, ich finde die Lebensgeschichten, von denen sind alle auch mal so ein bisschen gewonnen, wie bei euch, so Quereinsteiger. Und irgendwie sind die alle mal lustig, Habe ich das Gefühl. Also, ich habe so den Eindruck, wenn du dich mit Gamern auseinandersetzt, Die Wahrscheinlichkeit, Dass die irgendwie einen lustigen Humor haben und auch mal so ein Zeugs machen wie ihr. Mit irgendwelchen. Greenscreen-Videos, ist relativ hoch.
Fabian Siegismund: Ich würde sagen, es sind halt dann die, die erfolgreich werden und die man wahrnimmt, die lustig sind. Es gibt auch ganz viele wahnsinnig unlustige Gamer. Und das ist dann auch wieder das Ding, was ich vorhin eben meinte, wenn du dir so YouTube und Twitch anschaust und denkst, naja, das kann ich ja auch. Es gibt wahnsinnig viele Gaming-Kanäle auf beiden Plattformen von Leuten, die es eigentlich nicht machen sollten. Weil man weiß, das ist nicht lustig und es wird auch nie gut werden. Weißt du, wenn Du zu so Castingshows gehst, da hast du ja auch ganz viele Leute, wo du denkst, wie kommen die auf die Idee, dass die singen können? Aber bei Casting oder Fußball oder sowas, da weißt du wenigstens, irgendwas musst du können. Bei Gaming im Internet... Denkt man ganz oft, da musst du nichts für können. Du musst ja keinen Ball treffen und ich muss keinen Ton treffen. Aber du musst halt irgendwie dann doch einen Stil treffen oder einen Humor. Und ich glaube, man nimmt halt wirklich. Nur die erfolgreichen, lustigen wahr. Und ich habe schon einmal einen Kanal gefunden, also auf YouTube. Der hatte 300, 400 Videos, Let's Plays, jeweils mit 5 bis 10 Zuschauern. Und hat aber nicht aufgehört. Also, der hat so viele Videos gemacht. Und ich habe den dann irgendwann zufällig mal getroffen. Oder online schrieb er mich an, kannst du mir irgendwelche Tipps geben? Was ich anders machen kann? Hab dann nur mal zum Spaß mir zwei, drei Videos angeschaut. Die waren auch völlig okay, aber eben nicht atemberaubend, weil es einfach so ein riesiges Angebot da gibt. Aber dadurch, dass ich ihn dann mal verlinkt habe oder das in dem Rahmen von einem Video erwähnt habe, da gibt es einen, der macht die ganze Zeit Videos, das bringt überhaupt nichts, Er wird damit wahrscheinlich auch nie groß. Aber ich finde es cool, dass er sich davon auch nicht abbringen lässt. Solange es ihm Spaß macht, ist er super. Und dann haben die Leute gefragt, wie heißt denn der Kanal? Und dann habe ich ihn verlinkt und dann hatte er halt plötzlich 2000 Abonnenten. Die waren natürlich nach einer Weile dann auch wieder weg, weil sie gemerkt haben, das ist jetzt nicht geil.
Sebastian Krumbiegel: Es gibt ja auch unfreiwillige Komik sozusagen. Genau,
Fabian Siegismund: Und das wird dann auch wieder erfolgreich.
Sebastian Krumbiegel: Was ich gerne leuten, empfehle, musikmäßig, Es gibt irgendwie ein, Man kann das auf YouTube finden, worst Cover Ever, glaube ich. Und da wird gecovert. The Final Countdown. Oh ja, ja. Und das ist so ein Soundtrack auf irgendeinem Riesen Ding. So eine Dorfband. Echt, ey, Das ist so hardcore. Und das ist so schlimm und dadurch aber eben auch so lustig. Das hat auch Millionen Klicks, Weil das eben Leute sagen, Hey, geil, das gucke ich mir mal an. Also zieht euch das Mal rein, irgendwie Worst Cover Ever. Final Countdown, Das ist echt witzig. Ja,
Fabian Siegismund: und die Erfolgreichen, Die suchen sich halt dann irgendwie eine Lücke. Die einen sind wahnsinnig, lustig oder wahnsinnig, väterlich oder einfach auch noch wahnsinnig gut in dem Spiel. Und dann guckst du dir das nur an, um zu sehen, wie der ständig auf Köpfe klickt. Ja, man versucht halt da, so seine Lücke zu finden. Meine ist es ein bisschen auch noch aus der Journalistenhistorie geboren, dass ich versuche zu erklären, was ich wie mache in diesem Spiel. Also ein bisschen, dass Du hoffentlich, während du mir zuschaust, noch lernst, wie wirst du besser in dem Spiel.
Joël Kaczmarek: Ja, ich bin ja auch so ein Onkel, dass ich so ein bisschen systematisch daran gehe. Aber ich finde, wie gesagt, man sollte es mal ausprobieren. Ich möchte mal Hörer jetzt heute dafür gewinnen, dass sie sich das Mal anschauen. Und von Gunnar Lott würde ich gerne mal verstehen, wenn eigentlich dein Broterwerb sogar darin besteht, Spiele zu bewerten. Worauf guckst du? Also du hast ja gesagt, viel Retro. Also, man muss ja wirklich mal sagen, du nimmst teilweise super Nintendo Spiele. Bist Du eigentlich mehr Consolero oder bist du Pcler mehr? Ich möchte mich da nicht festlegen, sonst habe ich die Hälfte meiner Zuhörer plötzlich gegen mich. Also, das sollte man vielleicht auch mal sagen. Es gibt so ein Gefühl, die Fraktionen, die einen gerne PC spielen, was natürlich ganz anders ist, mit Tastatur, Maus,
Fabian Siegismund: sehr akribisch, sehr fein. Und dann halt diejenigen mit Pads, wo ich jetzt glaube, ich eher dazu gehöre. Aber gut, Back to topic. Wie machst du das? Was guckst du, wenn Du Dir so ein Spiel anguckst? Wie bewertet man Videospielekunst?
Joël Kaczmarek: Also, wir kommen ja von der GameStar und da haben wir versucht, wie die Stiftung Warentest nach so Kriterienkatalogen, das mit Zahlen zu bewerten. Das war natürlich, Jetzt, mit ein bisschen Distanz kann man das sagen, Totaler Humbug. So kann man Spiele nicht bewerten, und das funktioniert auch nicht. Das haben wir uns dann so hingerechnet. Damit es halt irgendwie in so einen Wertungsrahmen passt, dass irgendwie...
Sebastian Krumbiegel: 1 bis 5 Sterne oder so? Ja,
Joël Kaczmarek: näher 1 bis 100.
Sebastian Krumbiegel: Ah ja, okay.
Joël Kaczmarek: So, in der 86. Ist das überhaupt so gut wie die 85? Also so richtig so pseudowissenschaftlich. Das haben wir und auch spezifisch unser Arbeitgeber zu weit getrieben, würde ich jetzt mal heute sagen.
Fabian Siegismund: Ja, aber... Das ist ja die ganze Branche, also auch die Leser, Die wollen das ja. Genau, das ist halt ein Spiel, oder? Genau, Man könnte sogar über halbe Prozente noch streiten.
Joël Kaczmarek: Man muss auch echt sagen, Bei Videospielen war es früher, so, Wenn die rausgekommen sind, schon auf den Packungen hinten drauf, irgendwie Endzone, weiß ich nicht, 93%, GameStar, So und so viel Prozent und so weiter. Das ist richtig ein Verkaufselement gewesen. Wurde der vielleicht bezahlt, also, wenn da irgendwie ein Nintendo-Titel dA irgendwas... Nicht mal das. Am Ende einer Ausgabe hat... Sich die Assistentin hingesetzt, hat die Grafiken für diese besonderen Wertungen genommen, Die Wertung dazu geschrieben und die kostenfrei verschickt.
Sebastian Krumbiegel: Wurde wenigstens bestochen?
Joël Kaczmarek: Selbstverständlich nicht.
Fabian Siegismund: Ja, ist klar.
Joël Kaczmarek: So lange ist es auch noch nicht her. Genau. Und ansonsten finde ich, dass man immer natürlich ein bisschen, Man hat ja so ein subjektives Spielspaßgefühl, ja, das ist auch gar nicht so unterschiedlich. Von Mensch zu Mensch. Und ich finde man, Spiele haben ja was optisches und was Narratives. Und sie haben aber natürlich auch eine starke, mechanische Ebene. Und wenn du ein bisschen Routine hast, dann merkst du sehr stark, Ob die mechanische Ebene gut funktioniert. Und das ist das, finde ich, wo die Bewertung immer anfängt. Weil wenn da irgendwas nicht stimmt, dann ist es keine Geschmackssache mehr. Beim Narrativ oder bei der Optik, ja, mei, vielleicht gefällt mir so oder so besser. Aber wenn das Springen nicht leicht ist oder sonst irgendwas, dann funktioniert es nicht. Und damit fängst du, glaube ich, Mit der Bewertung an. Und das ist auch schon das Erste, würde ich jetzt mal sagen. Ich versuche immer zu gucken, was hat denn das Spiel wohl vorgehabt? Also was wollte das Spiel denn sein? Und dann guckt man, oh, das hat das wohl nicht geschafft, oder doch? Das ist ein bisschen wie bei Serien, finde ich. Wenn ich manchmal so alte Schinken gucke, weiß ich, so Magnum oder hart, aber herzlich. Hart, aber herzlich sind ziemlich gut, Aber bei manchen Magnum-Folgen sitze ich manchmal da und denke so, hä? Ich kann der Handlung nicht folgen, weil der Strang nicht sinnhaft ist. Also Du merkst, da war der Plot nicht sauber gebaut. Und ich finde, man merkt immer erst so richtig, wie gut. Was ist, wenn man was dagegen hält, was nicht gut ist. Also manchmal akzeptiert man das Gute schon als Standard. Und ich glaube, das ist bei Spielen ähnlich. Ich habe so eine Bewertung, von dem gehört über Unreal, glaube ich. Da hast du auch mal so. Diese Szenerie beschrieben, wie der Absturz am Anfang. Mit dem Raumschiff sitzt da, Da hängen die Toten auf dem Planeten. Ach, du Scheiß, was ist da los? Und das war das erste Mal, dass ich auch mal wirklich angefangen habe, zu hinterfragen, okay, was ist eigentlich der Spannungsbogen, den so ein Game Designer baut? Das ist ja auch Handwerk, Das ist ja wie ein Film. Da sitzen ja genau Leute und überlegen sich, was mache ich in Minute? 15?
Fabian Siegismund: Wobei ja bei den Computerspielen eben noch diese ganze technische Komponente noch mit dazu kommt. Also einfach, was die Grafiker, was die Computer leisten können. Und das wird natürlich über die Jahre immer besser. Und tatsächlich... Kann ich mit Retro-Spielen gar nichts anfangen, weil ich dann immer merke, wenn ich dann nochmal nach zehn Jahren wieder zurückgehe, ach, das sah ja gar nicht so gut aus, wie ich in meinem Kopf war. Und um auch da den Bogen zu System Shock 2 zu schließen, du meintest, das kann man immer noch spielen. Ich traue mich nicht. Nein, mach es nicht. Du nicht. Du nicht. Ich kann das noch spielen. Du nicht. In meinem Kopf ist es das perfekte Spiel. Und wenn ich das jetzt sehe mit einer Grafik von vor 10, 15 Jahren, dann finde ich es wahrscheinlich. furchtbar.
Sebastian Krumbiegel: Es ist wie mit Filmen. Also wenn du heute... Was weiß ich, wenn du irgendwelche computeranimierten Szenen von vor 10, 15 Jahren siehst oder von vor 20 Jahren, Als das alles losging. Ich weiß noch genau, mein erstes richtiges Hardcore-Kinoerlebnis war in L.A., Als Jurassic Park rauskam. Da haben wir uns das in so einem echt ultramodernen Kino angeguckt. Und die Kinos waren damals bei uns noch lange nicht so, wie sie heute sind. Und du hast einen Sound gehabt und hast irgendwie das alles so richtig live, erlebt. Und wenn du es heute siehst, denkst du, das ist ja ganz schön, computeranimiert. Ich glaube, das ist vergleichbar.
Fabian Siegismund: Ja, und diese technische Komponente, Ich finde, das kann man bei Computerspielen halt auch immer noch gut bewerten. Einmal natürlich die Spielmechanik, funktioniert das? Und dann aber so Sachen, Funktioniert die Grafik oder hat das Grafikfehler? Ist die gut lesbar, zum Beispiel auch? Ja, also kann man das gut erkennen und so.
Joël Kaczmarek: Ja, wobei ich ja sagen würde, was mich wirklich traurig macht, ist, Warum es nicht manchmal so einen alten Draufsichtspieler mehr aufs Smartphone gibt. Oder ich kenne sie nicht. Es gibt ein paar, aber ich werde nie so warm. Wenn ich so ein altes Super Nintendo Zelda sehe, wo du wirklich von oben so ein Mannequin siehst mit pixeligen Sachen. Ich finde, das sieht nach wie vor Geil aus. Ich bin aber bei dir, wenn ich mir jetzt, so Mario. 64. Manchmal angucke. Da kriegst du ein bisschen Augenkrebs von, weil das Halt irgendwie schon die Polygone an den Ecken sind. Aber deswegen, also? Ich finde, es gab so einen Bruch, als alles halt. In diese 3D-Welten ging. Und da war es ja wirklich so, bei so PC-Titeln war immer, okay, neue Engine, bessere Grafik, zack, brauchst du auch wieder einen neuen Computer. Das muss man auch mal dazu sagen. Also Videospiele früher waren ja ganz so oft, Oh, scheiße, Ich darf jetzt erstmal wieder in den Computerladen meines Vertrauens eine neue Grafikkarte kaufen und brauch mehr Arbeitsspeicher. Das fand ich immer schade, wenn es sich eigentlich nur noch über die Grafik, weil Spieleprinzipien waren früher viel ausgefeilter. Wenn ich an so alte Jump'n'runs denke, ES war... Immer dasselbe Prinzip. Jemand läuft von links nach rechts, muss Münzen einsammeln und ins Ziel kommen. Und Gegner Platt hämmern. Und doch war es was anderes, ob du das als Asterix machst, als Schlümpfe, als Earthworm Jim, als keine Ahnung.
Fabian Siegismund: Aber es gibt ja dann auch die ganzen... Donner grinst, Der merkt hier,
Joël Kaczmarek: was ich für ein alter Sack schon bin.
Sebastian Krumbiegel: Du hast einfach so einen altmodischen Geschmack.
Fabian Siegismund: Ja, aber jetzt mit den ganzen Independent Games, die ja mittlerweile auch ein großes Ding sind, wo dann wirklich wieder wie früher einfach nur so drei, Vier freaks sich zusammensetzen und mit kleinem technischen Aufwand. Geile Spiele machen. Da hast du ja wieder so Retrografik. arbeiten.
Joël Kaczmarek: Flappy Bird oder Sowas auch, ne?
Fabian Siegismund: Ja, aber keine Karkspiele, sondern richtige Spiele. Und das finde ich immer auch ganz charmant. Ja gut, schau Dir Minecraft an. Das ist ja technisch wirklich hässlich. Also, wer es nicht kennt, das ist so quasi wie Lego im Computerspiel. Fing auch als Miniprojekt von So ein, Zwei begeisterten Typen an. Wurde dann irgendwann Jahre später für Millionen, Milliarden von Microsoft gekauft. Ist eine der größten Gaming-Marken überhaupt. Aber grafisch kann das nix.
Joël Kaczmarek: Ja gut. Aber da gibt es ja irgendwie viele Sachen. Also ich finde auch so ein Fortnite, Ich meine, das ist technisch eine Leistung, weil du da Hunderte Leute zusammenbaust. Oder hier Animal Crossing,
Fabian Siegismund: Die drei Podcast Titel. gerade, glaube ich, gefühlt. Aber gut, wir wollen ja hier nicht die Leute mit Angeberei verschrecken.
Joël Kaczmarek: Lass mich nochmal zu Kunst kommen, weil ich wollte nochmal ganz kurz auf die Filmmetapher einsteigen, die du gebracht hast. Es ist nämlich wie beim Film, hat sich nicht nur die Technik an sich geändert, sondern auch die Sehgewohnheiten oder die Nutzungsgewohnheiten. Weil wenn du dir einen Film aus den 60ern anguckst, dann schneiden die so langsam in den 60ern. Das erträgt man heute nicht mehr, zumindest mal, wenn man... The Bourne Legacy oder Sowas gesehen hat, wo weniger als eine Sekunde für einen Schnitt gebraucht wird. manchmal. Auch Musikvideos. Genau, Musikvideos, überhaupt ja auch Musik, jetzt in der Spotify-Welt ganz anders aufgebaut. Und so ist es beim Gaming auch. Da gibt es Moden und Erwartungshaltungen der Spieler. Und wenn man heute mit einer gewissen Erwartungshaltung groß geworden ist, dann ist das eine ganz schöne Mühe, sich in eine andere Welt wieder zu begeben. Meine Tochter spielt alle Spiele mit Touch auf einem iPad oder so. Und die hat echt gebraucht als ein Gamepad mit so vielen Tasten in den Zähnen. Was mache ich denn damit? Wozu braucht ein Spiel? So viele Funktionen? Und das ist halt einfach auch so ein Aspekt davon. Ich finde immer lustig zu beobachten, es gibt relativ viele Menschen, die kommen nicht darauf klar, zwei Controller zu haben. Also mit dem rechten Daumen, die Sicht zu drehen und mit dem Linken den Körper. Da scheitern ganz viele Leute dran, das merke ich. Das ist so eine Sollbruchstille. Also man merkt, Das Interface alleine macht ja schon was aus. Aber was wir eigentlich alle mal ansprechen sollten, glaube ich, ist, weil du gerade meintest, Ich habe so einen alten Videospielgeschmack. Da habe ich mich so gefragt, was magst du? Neues? Und ich habe so ein Gespräch in meinem Kopf. Ich war mal bei einer Rückenbehandlung bei der Osteopathin, habe von Videospielen erzählt. Und dann hat die mir so angefangen, einen Vortrag zu halten. Ne? Videospiele ist ja so ein Kack, da fährt man so hoch, das ist so stressig, das ist eigentlich wie so. Krimi gucken, Sie sind die ganze Zeit angespannt und das ist doch so schädlich. Ich glaube, das ist ja so eine typische Debatte, auch, ne? Also Killerspiele-Debatte, Da haben wir ja gleich mal einen richtigen Spaß dran. Aber ich bin dann auch so, Ich sag so, nein, wissen Sie, schauen Sie mal, so ein Uncharted 4. Manchmal komme ich sogar rein und verarsche die am Anfang so ein bisschen. Oder ziehe sie auf und sage, ja, wie geht's Ihnen? so? Dann sage ich so, ja, ich war jetzt hier wieder im Dschungel, ey, Wahnsinn, hier im Urwald, Meine Güte, da stechen die Mücken, Ja, echt, wieso, Wie sind denn das? Und dann sage ich, ja, ich hab da den und den Gerettet und den und den Tempel. Und irgendwann checkt der, ah, okay, der redet gerade von einem Spiel. Und das habe ich immer versucht, beizubringen, dass diese Spielewelten halt echt, das sind ja Abenteuer, das sind ja cineastische Erfahrungen, wo du einen Film hast, der aber nicht zwei Stunden dauert, sondern eher fast zwei Wochen, wenn du ein Lahmer Arsch bist. Sagen wir mal, vielleicht drei, vier Tage. Also das musst du, glaube ich, auch mal verpacken, Gunnar Lott. Du spielst sowas, wie wenn du jetzt der älteren Generation Videospiele nahebringst. Weil das ist, so die zweite Reminiscenz, die ich habe, ist, wenn meine Mutter reinkam, ich habe gerade den Pad weggeschmissen, den Fernseher angebrüllt. Das macht dich so aggressiv. Hör doch mal auf mit dem Spielen. Und dann drehst du richtig ab. Also, ich merke so eine Berührungsangst von älteren Menschen, die nicht mit Spielen groß geworden sind. Ich glaube, das sollte man den Leuten aber mal nahe bringen, was das eigentlich so bedeutet. Also mein Gefühl ist, dass das vorbei ist. Mit der Berührungsangst. Und dass wir das jetzt noch so erlebt haben, jeweils in den Abstufungen unseres relativen Alters. Und dass das heutzutage größtenteils weg ist. Ich sehe im Bekanntenkreis kaum noch Eltern, die das stark reglementieren. Zugang haben Sie alle, weil die Eltern natürlich auch schon aus der Generation kommen, wo man vielleicht schon Counter-Strike gespielt hat oder sowas. Wenn du jetzt hier 35 bist, ein typisches Elternalter, dann hast du ja schon GameStar gelesen, vielleicht. Also hast du eine gute Chance dabei zu sein. Ich finde, Spiele sind heutzutage so vielfältig und nicht mehr auf eine dieser Arten zu greifen. Meine Tochter lebt halt in diesen Minecraft-Welten und das ist für sie so ein Gesamtuniversumsding. Also, sie liest da die Bücher zu und Sie spielt da drin. Sie verfolgt so eine Di- Debatte im Internet darüber mit neuen Mods und solchen Sachen. Sie guckt sich die YouTuber an, die wieder eine ganz komplett eigene Marktnische haben, Weil die Spielen dieses Spiel und die können ja nicht wie der Fabian, das die ganze Zeit immer nochmal erklären, weil das ist ja echt einigermaßen, auserklärt. Und dann denken, die sich live Geschichten aus. Die machen so Storys, so. Mit deinen Nachbarn bin ich dann da lang und alles dann so nachgespielt, So wie so ein Mini-Theaterstück. Und das sind alles so. 22-jährige Dudes, so Coole Jungs. Und die sagen Nicht einmal Fuck, nicht einmal Scheiße. Und nicht einmal erwähnen Sie die Freundin, weil ja ihr Publikum unter 10 ist und die das wissen. Das ist halt ein Entertainment-Produkt. Und von diesen ausgefeilten Nischen, je nach Stimmung oder je nach Neigung oder so, gibt es halt wahnsinnig viel. Ja, ich kenne halt Leute, so eher in meinem Alter, Die spielen den Euro Truck Simulator. Das ist eine LKW-Fahrsimulation, wo du quasi in Echtzeit über die Straßen fährst. Ist natürlich aus meiner Sicht und aus Fabians Adrenalinsicht ganz schön langweilig. Lkw zu fahren, Aber die Leute sagen, ich kann dabei am besten entspannen, das stresst mich nicht mit so harten Zielen. Ich höre nebenbei Podcast, was ja, eh, immer ein lobenswertes Unterfangen ist. Und dann spielen die da oft was, was sie in der Arbeit auch machen oder was Arbeit wäre. Es gibt auch Gabelstapler, Fahrsimulationen und... Landwirtschaft, LKW, Trecker-Simulationen. Und so finde ich, hat sich das mittlerweile so ausgebreitet für so Stimmungen. Und es gibt natürlich cineastische Sachen, und es gibt Sachen, die sind nur auf Sport.
Sebastian Krumbiegel: Gibt es auch richtig mit Ansage? Pädagogisch wertvolle Dinge?
Joël Kaczmarek: Es gibt auch massenhaft pädagogisches, genau.
Sebastian Krumbiegel: Weil das wäre auch meine Frage gewesen. Natürlich kenne ich die ganzen Argumente, auch. Und muss ich ehrlich sagen, auch für mir selbst, als mein großer Sohn, als der irgendwie Anfing zu spielen, bin ich manchmal auch erschrocken. Und er hat mir das dann wirklich irgendwann erklärt. Und genau die Diskussion, die du jetzt gerade angezettelt hast, Joël, Das ist schädlich und das macht dich aggressiv. Oder was weiß ich, was. Er hat wirklich gesagt, das sagen alte Männer. Und da habe ich wirklich auch viel gelernt, muss ich ehrlich sagen. Weil ich, wie gesagt, Ich habe... Wenig Bedeutungspunkte dazu und versuche aber da sehr offen zu sein. Versuche da, es gibt diesen alten Spruch, habe ich hier, glaube ich schon mal zitiert, Wer nicht mit der Zeit geht, der muss mit der Zeit gehen. Und da versuche ich echt, dagegen zu arbeiten und versuche da, irgendwie offen zu bleiben. Versuche eben da auch wirklich eben nicht maschinenstürmermäßig irgendwie Dinge abzulehnen, die die nächste Generation geil, findet. Und damit komme ich freiheitlich gut klar und habe mein am Anfang doch ablehnendes Ding, Gerade auch zu Ballerspielen. Und so, weil ich lasse da Aggressionen raus, sagen dann eben Leute, die es machen, und das tut mir gut. Und da sage ich, hey, okay, das kann ich verstehen. Es geht natürlich, weil du vorhin, sagtest, Bundesprüfstelle für gefährdende Schriften, wie es damals hieß. Der Grad sozusagen, wenn irgendwas wirklich, Ich sage es mal extra. Das Wort, wenn irgendwas richtig scheiße, ist, wenn irgendwas richtig menschenfeindlich ist, Wenn irgendwas, wenn antisemitische Dinge transportiert werden, Darum geht es ja auch, Sowas rauszufinden und sowas dann eben zu sagen. Und das ist dann wirklich richtig an der Adresse für jugendgefährdende Medien, das zu unterbinden. Und da irgendwas dagegen zu tun. Und da bin ich voll Fan von und finde auch, es muss alles erlaubt sein, solange es eben nicht. Dich irgendwo echt in eine Richtung drängt, rein ideologisch oder rein eben, Man könnte sagen, politisch oder eben auch, was Menschenverhältlichkeit betrifft, Da habt ihr ja auch dann als Leute, die das eben bewertet haben, Eine Verantwortung dazu sagen, ey, das ist wirklich voll abzulehnen. Gab es das, dass Ihr da wirklich auch in eurer Zeitung, Dass Ihr da gesagt habt, so ein Fuck, wollen wir hier überhaupt nicht spreaden. Wir wollen ganz klar sagen, nö, das lehnen wir ab und wir wollen euch. Das bitte nicht nahe bringen. Oder wir besprechen es von mir aus, auch gar nicht. Wir geben dem gar kein Podium.
Fabian Siegismund: Also, ich kann mich an einen Shooter erinnern, Shellshock: Nam '67, hieß der, Kannst du dich erinnern, Gunnar Lott? Ja,
Joël Kaczmarek: ich weiß das noch.
Fabian Siegismund: Da gab es dann zwar nicht in den Selbstspielsequenzen, aber in den Zwischensequenzen, Also in diesen Filmchen, die dazwischen laufen, wenn du gar nicht spielst, gab es eben so ein paar sehr derbe Szenen von amerikanischen Soldaten, Die Kriegsverbrechen begehen, vietnamesische Frauen aus dem Hubschrauber schmeißen und so weiter. Da haben wir lange diskutiert, wie bewerten wir denn das jetzt? Denn dann bist du ja quasi gefangen in diesem... Die handwerkliche Komponente des Spiels zu benoten, das Spielgefühl und auch das, wie es in den spielbaren Passagen ist. Und dann aber eben diese Filme, die nicht gehen. Und ich glaube, wir haben es letztlich so gemacht, dass wir gesagt haben, weil wir ja gefangen waren in diesem 100-Punkte-Wertungssystem, verteilt auf zehn Kategorien wie Grafik, Sound und so weiter, haben wir gesagt, dann geben wir in der Kategorie Atmosphäre keine Punkte. Das war halt total schräg, irgendwie. Wenn du so Stiftung Warentest bist, wie willst du das dann damit aufgreifen? Mit der Folge aber auch, dass der Publisher des Spiels damals gesagt hat, Jetzt schalten wir die nächsten Monate. Keine Werbung mehr bei euch. Wir sind jetzt sauer. Oder habe ich irgendwas vergessen? Nee, war so. Nee, so war das, genau.
Joël Kaczmarek: Der war sehr sauer. Ich habe das näher aus der Nähe mitgekriegt, weil ich zufällig einen Termin mit denen hatte. Die haben das sehr übel genommen und die haben uns vorgeworfen, Das sei ein fauler Kompromiss gewesen, Was auch stimmt. Aber wir haben halt nach bestem Wissen und Gewissen versucht, die Leute auch zu warnen. davor. Wir haben das dann in unser komisches System gepresst. Das war vielleicht eine doofe Idee, Aber mei. Wir haben ein, zweimal auch gesagt, bei Kingpin, dem Spiel zum Beispiel, Da haben wir gesagt, wir berichten darüber gar nicht.
Sebastian Krumbiegel: Was ist das?
Joël Kaczmarek: Das waren halt sehr gewalttätige Spiele. Heutzutage würde man auch wieder sagen, so schlimm war es nicht. Aber aus der damaligen Sicht waren sie halt, Das Gewaltempfinden hat sich ja ziemlich angepasst. In den letzten Jahren. Und damals waren das einfach so... Also entweder Mafia oder Kriegsspiele, wo man halt die Gewalt sehr zelebrieren konnte. Dann konnte man auf eine Leiche zum Beispiel, Wenn man jemanden erschossen hat, in diesem Spiel, das wird ja viel geschossen, Dann konnte man auf die Leiche noch schießen und dann fiel vielleicht noch der Arm ab, wenn man nochmal drauf geschossen hat und sowas. Also Geschmacklosigkeiten, die dem Spielspaß gar nicht zuträglich waren, sondern die nur so cool waren.
Fabian Siegismund: Aber ich überlege auch gerade,
Joël Kaczmarek: Gefühlt gab es wenig Ideologisches, was verboten war. Ich habe auch, so Kingpin, Postal mir angedacht, wo es dann teilweise spiele gab, da konntest du dann den Leuten, wenn die am Boden lagen, Die Elektroschocken, dass die sich eingenässt haben und so. Es gab mal eine Podcast-Folge mit Dir bei Stay Forever, Ich überlege, welche das war. Da hast du gesagt, Gewalt in Spielen ist für dich, dann okay, wenn Sie zwei Dinge erfüllen. Das eine war, Es muss einen dramaturgischen Sinn haben und das zweite,
Fabian Siegismund: kriegst du es noch zusammen?
Joël Kaczmarek: Nee, ich... Möchte nicht festgelegt werden. Auf Aussagen in einzelnen Podcast. Was geht dich dein Geschwätz von gestern an? Nein, aber grundsätzlich ist es ja so, in einer Story, Da ist ja Gewalt erlaubt. Das ist ja in Filmen auch so. Es ist ein Teil der Vorwärtsbewegung einer Story, wenn man halt eine bestimmte Art von Story erzählt. Und Spiele drehen sich halt oft um Konflikte, da kann man jetzt nichts gegen machen. Und wenn das so aufgehoben ist und das einem Zweck dient, dann ist es ja nicht falsch, wenn es halt nicht übertrieben ist. Aber an vielen Stellen gibt es halt. Dann, so coolen Es-Gewalt, wie ich das eben versucht habe, schon anzudeuten, die nur dafür da ist, Damit die Leute sich davor setzen können und sagen, oh, da haben wir abgefallen, weißt du. So, und das fand ich immer, Da waren wir immer sehr dagegen und haben auch Stellung dagegen bezogen. Als Zeitschrift damals.
Sebastian Krumbiegel: Es ist ja auch wie mit Filmen, also, es gibt ja natürlich auch bei Videospielen, gibt es ja auch Altersbeschränkungen. Du hast vorhin erzählt von einem, der eben sagt, er weiß genau, es gucken Leute zu, die unter 10 sind. Da kannst du natürlich irgendwie Dinge nicht bringen, die du woanders bringen kannst. Und genau bei Filmen, Du kannst natürlich sagen, es gibt so viele Filme, wo so viele gewalttätige Sachen stattfinden. Oder auch das Leben, wenn wir die Nachrichten anmachen, wenn wir irgendwie Real Life um uns rum sehen. In Nachrichten, Da kommen ja manchmal auch Sachen, wo ich dann denke, um Gottes Willen, Was wird hier? berichtet? Deswegen, ich weiß gar nicht, was ich jetzt genau sagen will, Aber sozusagen die Widerspiegelung der Realität in dem, Was eben auch in Filmen oder in Spielen oder im normalen Leben stattfindet, ist normal.
Fabian Siegismund: Ich habe tatsächlich auch mal ein Spiel abgebrochen und zwar GTA 5, WEIL ich... Das so nicht mehr spielen wollte. Und zwar gibt es dazu auch eine sehr... Die Szene kennt man so in der Community auch. Du spielst ja eh drei Gangster wechselnd, und der eine ist halt, so ein durchgeknallter Irrer. Und da gibt es eine Szene, da musst du einen Menschen foltern. Du kannst dir dann aussuchen, nehme ich jetzt hier die Zange oder nehme ich das Stromkabel? Und so weiter. Und mir war in dem Moment auch klar, was das Spiel damit machen will, nämlich mir als Spieler erklären, der ist wirklich durch. Der ist halt wirklich durch. Aber ich wollte es nicht selber machen.
Sebastian Krumbiegel: Ich wollte gerade sagen, mach das dann was mit. dir?
Fabian Siegismund: Nee, das mache ich jetzt nicht. Und das ist eigentlich ein großartiges Spiel. Das ist wirklich ein komplett Kunstwerk. Ganz viel Musik und Witz und allem. Aber da habe ich gesagt, nee, wenn ich das jetzt machen muss, dann mache ich das Halt nicht. Und dann habe ich es nicht weitergespielt.
Sebastian Krumbiegel: Du musst ja auch nicht, saw dir angucken, oder was weiß ich, was. Genau,
Fabian Siegismund: aber bei Filmen kriegst du es ja vorgesetzt. Und das ist ja auch oft die Diskussion gewesen. Deshalb hat man auch oft gesagt, ja, Computerspiele sind ja eigentlich Junggefährdender, weil man ja selber was macht. Aktivist. In Filmen kriegst du es ja vorgesetzt. Und da kann man, glaube ich, vortrefflich drüber streiten, weil man andersrum eben auch in Spielen sagen kann, nee, ich schieße. Den jetzt nicht auf die Leiche und gucke, Ob der Arm abgeht. Ich lasse mich wieder selbst erschieben. Im Kingpin damals habe ich es tatsächlich so gemacht. Ich habe Missionen neu gestartet, wenn ich Zivilisten verletzt habe. Das möchte ich nicht. Und wenn es nachher in der Statistik steht, dass ich keine Zivilisten umgebracht habe, umso besser. Aber das war wirklich so ein Punkt, wo ich dachte, das finde ich jetzt auch doof. Das gibt es aber öfters jetzt.
Joël Kaczmarek: Also, ich überlege auch gerade bei So Far Cry-Titeln mittlerweile. Du bist dann in so einer Situation, Ego-Perspektive, guckst durch die Augen des Protagonisten, Dann hast du Wahl links oder rechts, Knopf, Dreieck oder Viereck oder sowas. Ich meine, da würde mich ja deine Meinung mal interessieren, wenn du früher dich sozusagen, mit Sowas sogar beruflich auseinandergesetzt hast. Mich wundert manchmal, dass eigentlich so wenig verboten wird, weil es geht, mir ein bisschen wie Gunnar Lott. Also, ich bin leidenschaftlicher Far Cry-Spieler und für die Hörer da draußen, Der Plot ist eigentlich irgendwie immer ähnlich. Man ist in einer Enklave, also entweder auf einer Insel oder irgendwo in den Bergen, wo du nicht weg kannst. Bist so einer, gegen der das böse Regime kämpft und hast dann ganz oft auch Situationen, wo du so Lager hast, wo dann die Bösen sind. Du musst, was befreien, bist eigentlich, so der Rächer der Unterdrückten. Und ich ertappe mich ganz oft dabei, dass ich denke... Du schleichst in dieses Lager und das ist ja auch so ein Spielotypus, dass du sagst, schleichen und leise sein. Und ich frage mich dann so, es reicht manchmal, finde ich, wenn man die am Hals packt und runterzieht, die sind ohnmächtig. Und bei den Spielen ist das mittlerweile so, Du nimmst ein Bowiemesser, rammst, dem das hinten ins Kreuz, dass es vorne wieder rauskommt. Und dann wird der irgendwo da ins Gebüsch geworfen. Ich denke, das ist irgendwie unnötig. Also das ist so was, glaube ich, Gunnar Lott meint mit Gewalt als Selbstzweck. Und da frage ich mich manchmal, warum wird da gar nichts gegen getan? Das sage ich als Gewaltabgüter. Ja,
Fabian Siegismund: also die richtig krassen Fälle, die gibt es halt immer alle paar Jahre mal. Manhunt war sowas, wo Du genau solche... Szenen Auch drin hat es Plastiktüte über den Kopf und dann mit einer Glasscherbe ins Gesicht gestochen. Es ist dann, glaube ich auch bundesweit beschlagnahmt worden wegen Gewaltverherrlichung, Denn da gibt es ja dann auch, da geht es ja nicht mehr nur um Jugendschutz, Da geht es ja wirklich auch ums Strafgesetzbuch.
Sebastian Krumbiegel: Wo sind da die Grenzen, Frage ich mich wirklich dann immer wieder. Ja,
Fabian Siegismund: das entscheiden dann halt letztlich tatsächlich Richter und Staatsanwälte, Aber oftmals ist es dann auch nicht so richtig kohärent, dass man sagt, Ah, klar, Wenn das Verboten ist, dann muss das natürlich auch verboten werden. Das war auch gerade noch das Alberne in meiner Zeit bei der Bundesprüfstelle, Weil die damals ja tatsächlich primär nur auf Antrag tätig werden konnte. Also, wenn irgendwer angekommen ist und hat gesagt, ein Elternteil oder ein Lehrer oder sonst der Leiter von der Jugendgruppe. Und hat gesagt, hier in dem Spiel, das ist ja furchtbar. gewaltverherrlichend, prüft das mal. Dann erst konnten die was machen. Mit der Folge, dass ich teilweise dann Spiele geprüft habe, Die waren halt schon 10 Jahre alt. Ich spielte halt keiner mehr, aber
Sebastian Krumbiegel: und ist das dann nicht auch oft so, dass du dann, also? Ich weiß noch genau, wie wir uns damals immer in den 80ern als Geschwister, lieber von den Ärzten, Du hast das vorhin selbst angesprochen, als das auf dem Index gesetzt worden ist, Die haben sich ja scheckig gelacht. Die Bands selbst. Die haben natürlich dadurch eine hammermäßige Promotion gekriegt. Und das war ja wirklich auch damals so, wo man... Also, es ist bei Popmusik ja genau dasselbe. Es sollten Dinge reglementiert werden oder nicht. Eigentlich sollte die Kunst frei sein, Eigentlich sollte alles erlaubt sein. Aber natürlich gibt es rote Linien. Und ich habe eben schon... Ich will nicht immer mit meinem Fucking Antisemitismus anfangen. Oder mit irgendwie mit Nazi-Scheiß oder so. Aber natürlich sind das rote Linien, die im Leben oder eben, Du hast es eben selbst gesagt, die das Strafgesetzbuch ganz klar zieht, wo man eben sagt, Die rote Linie darf nicht überschritten werden. Aber wo sind die roten Linien dann eben für Gewaltverherrlichung und Gewaltdarstellung bei Spielen?
Fabian Siegismund: Ja, das ist tatsächlich schwierig, eigentlich nochmal ein Thema für sich. Aber mit der Novellierung des Jugendschutzgesetzes, als es dann hieß, jetzt ist eigentlich die Bundesprüfstelle raus, Ab jetzt entscheidet eben die USK, die diese Siegel auf die Computerspiele macht, Mit welchem Alter, die freigegeben sind. Da hat der Bund mehr oder weniger gesagt, okay, Ab jetzt sind diese Siegel auf den Packungen ja auch verbindlich. Jetzt muss der Saturn sich dran halten, Dass er das eben dann, oder Mediamarkt, Dass er eben das Spiel ab 16 auch tatsächlich nur gegen Vorlage eines Ausweises abgibt. Und seitdem wird, Glaube ich, dann auch einfach nicht mehr so viel verboten, weil es die Reglementierung gibt. Okay, Die Verkäufer müssen es halt jetzt durchsetzen. Und zum anderen sind die Computerspiele mittlerweile halt auch eine Riesenindustrie geworden. Wenn du jetzt also wirklich oben mitspielen, willst, im wahrsten Sinne des Wortes. Musst du eben schon ordentlich in die Produktion von so einem Spiel investieren. Also GTA, Das hat ja Hunderte von Millionen Dollar gekostet. Hat auch ein Mehrfaches davon wieder eingespielt. Aber wenn du in solchen Bereichen dich rumtreibst, dann gießt du halt keine Risiken mehr. ein, zu sagen, ja, platzt jetzt dieser Kopf oder platzt der nicht. Wenn das bedeutet, dass das Spiel nachher nicht frei verkauft werden wird, Dann bleibt der Kopf dran. Insofern glaube ich, man möchte es nicht sagen, aber da reglementiert sich der Markt ein bisschen selbst.
Joël Kaczmarek: Ja, ich meine, das sollte man, glaube ich, hörern auch mal mit auf den Weg geben. Also ich denke gerade hier an Sowas wie Assassin's Creed. Gunnar Lott kann das bestimmt zehnmal besser erklären als ich, aber wenn ich mich nicht täusche, Kanada sitzt die Firma, die das macht. Und da sitzen dann teilweise 1100 Leute dran. Oder so, die so ein Spiel programmieren. Das muss ich mal auf der Zunge zeigen. 1100 Und das ist so, Eltern kommen ins Zimmer der Kinder und sehen so ein Ding. Da flimmern und denken sich vielleicht gar nichts dabei. Also, da steckt echt Industrie. hinter, will ich sagen.
Fabian Siegismund: Ich wollte eben an einer Stelle auf die Gefahr hin, dass wir ableiten, Noch zwei Sachen, zu dem wirklich Einfluss, Den messbaren Einfluss von Computerspielen auf den Menschen sagen. Denn ich habe einmal im Rahmen von Galileo, dieser Quatsch-Wissenschaftssendung, einen Test über mich ergehen lassen. Computerspielen mit so einer Hirnstrom-Messgeschichte. Also, das waren eigentlich zwei Tests, die ein bisschen gegenläufig waren und zwar eigentlich komplett gegenläufig. Es ging darum, was passiert, wenn man drei Tage am Stück Computer spielt, gemischt Mit was passiert, wenn man drei Tage am Stück wach ist. Also, das ist natürlich Quark, denn wir wollten dann gucken, was ist, wenn wir hier unsere zwei Galileo-Kadakteure dran setzen, die noch nie Computer gespielt haben, wenn die drei Tage spielen. Was verändert sich im Hirn? Werden die besser in spielen und werden die auch so bei anderen Hand-Augen-Koordinationstests besser? Das klappt natürlich nicht, wenn du dabei nicht schlafen darfst, weil dann natürlich Hand-Augen-Koordination alles wieder abbaut. Egal. Das interessante war jedenfalls, zu vergleichen, Wie mein Hirn tickt, wenn ich ein Computerspiel spiele und wie jemand das Hirn tickt, der noch nie Computerspiele gespielt hat. Wenn er da mal so einen Shooter spielt, die sind ja schon hand-augen-koordinationsmäßig und fürs räumliche Vorstellungsvermögen sind die schon anspruchsvoll. Und da merkte man tatsächlich, dass diese Redakteurin, Deren Hirn war Halt on fire, als die gespielt hat. Weil alle Bereiche, also Hand-Augen-Koordination, räumliches Vorstellungsvermögen, Geräusche, Bilder, alles prasselt auf dich ein. Und die war halt auch... Völlig überfordert damit, einfach nur durch dieses Level zu laufen. Und bei mir war es so, um dieses Hirnstromding einzupegeln, Musst du eine Minute lang eine weiße Wand angucken, damit du keine Reize hast und das alles schön glatt, läuft. Und dieses eine Minute lang eine Wand anzuschauen, hat mich mehr gestresst, als Computer zu spielen. Während ich Computer gespielt habe, das war wirklich messbar, dieser Professor, der das gemacht hat, Ich dachte, was ist denn da los? Du bist jetzt völlig entspannt. Und ich lief dabei Rum und schoss auf Dinge. Du bist jetzt völlig entspannt. Das Krasse war, sobald ich gestorben bin, ging bei mir die Anzeige hoch, Die Nadel raste übers Papier. Okay, das hat dich jetzt gestresst. Und ab dem Moment, wo ich auf den Wiedereinstieg geklickt habe, Wieder nadeln alle ganz entspannt. Und das fand ich schon ein bisschen gruselig. Wenn du merkst, okay, Pan 30 Jahre damals, jetzt sind es Pan 40, Computerspiele verändern dein Hirn.
Joël Kaczmarek: Ja, aber auch im Positiven. Mit meiner Mutter bin ich mal Auto gefahren und dann haben wir so einen Beinahe-Unfall gehabt. Ich bin irgendwie ausgewichen, in so eine Einfahrt reingefahren, habe einen Unfall vermieden. Dann guckte die mich am Ende. Gut, dass du immer so viele Spiele spielst. Dadurch hast du so schnell eine Reaktion.
Fabian Siegismund: Ja, ich streame ja aktuell auf Twitch auch dieses eine furchtbar spannende Spiel mit einem Herzschlag-Sensor. Das heißt, die Leute können sehen, wie aufgeregt ich in dem Moment bin. Und es ist schon interessant zu sehen, Wenn dann eine spannende Situation passiert, dann geht halt der Puls schon mal von 70 auf 130 hoch. Und fällt danach aber wieder ab. Also, es gibt halt schon messbare, körperliche Einflüsse von Computerspielen.
Joël Kaczmarek: Habt Ihr die PainStation eigentlich mal gespielt bei uns? Ja,
Fabian Siegismund: fantastisch. Also auf eine komische Art.
Joël Kaczmarek: Also, es gibt im Berliner Computerspielemuseum, für das ich hier auch mal Werbung machen möchte. An dieser Stelle, ist das ausgestellt. Das ist ein Konzept, Das ist eine Station, Das ist so ein großer Metallblock und da spielt man Pong drauf. Pong ist ein Spiel aus den, Gunnar Lott, Wann war das, 80er Jahre, noch früher?
Fabian Siegismund: Nee, früher, 42. 75, 75.
Joël Kaczmarek: Das ist ein Spiel, da hast du links und rechts zwei Pads. Das ist ein bisschen wie Fußball. Du musst die Hoch und runter bewegen. Und der Ball, der immer links und rechts überpingkert. Wie tennis sozusagen. So, und du hast die Hände auf dem Gerät drauf. Und wenn der Ball bei dir ins Tor fliegt, Passieren unterschiedliche Dinge mit dir. Und du hast dann wirklich das abgefahren. Das ist total geil. Aber mit einer rechten Hand zum Beispiel, glaube ich, gibt es dann so eine Peitsche. Also Du kriegst dann einen Peitschenschlag auf deiner Hand, Deswegen heißt das PainStation und nicht PlayStation, dass du sozusagen, sowas kriegst oder Elektroschocks oder die Fläche wird. warm. Was gab es noch? Ich glaube, das sind so die drei Sachen. Genau,
Fabian Siegismund: Es gibt Elektroschocks, Fläche warm. Und dieses, was ja das schlimmste, ist, diese Peitsche.
Joël Kaczmarek: Ja, die schlägt nämlich nicht einmal, die schlägt ganz oft, so 5 Dinge mit 20 miteinander, Tak Tak Tak Tak Tak Tak Tak auf deiner Hand. Und wenn Du halt drei Bälle reinkriegst, dann ist deine Hand irgendwann rot wie so ein Dings. Und da habe ich gemerkt, also, da hatte ich das, was du hattest, auch so den Stress aus. Ja, ja.
Fabian Siegismund: Genau, Die zweite Geschichte war noch die, Das ist nochmal was ganz eigenes. Mein einer Sohn ist Asperger-Autist, Beziehungsweise Das ist ja eine Skala, da kannst du nicht nur sagen, Daumen hoch, Daumen runter, Aber er ist schon auch nachvollziehbar im Spektrum drin. Mit den bekannten Problemen oder Herausforderungen, die er dann eben hat, Also kann schlecht Emotionen von anderen Leuten einschätzen, fühlt sich immer geschimpft und fühlt sich selber auch nicht so wertvoll. Und weil er sehr zahlenfixiert ist, Er ist brillant in Mathe, Aber so Emotionen kann man halt nicht messen, Deshalb tut er sich damit schwer. Der liebt Computerspiele, weil er... Am Ende von so einem Spiel immer in Zahlen sehen kann, wie gut war ich jetzt? Wie viel Prozent war das? Und wie haben die anderen gespielt? Und tatsächlich immer, wenn er da mal niedergeschlagen ist und sagt, alle finden mich blöd, ich kann überhaupt nichts, kann ich ihm immer sagen, guck, mal hier, Du hast jetzt hier das und das gespielt und spielst gegen erwachsene Leute und bist besser als die. Und das... Das kann er anfassen. Er tut dann halt immer so, ja, ich bin trotzdem blöd. Aber ich merke ihm an, dass ihn das trotzdem auch freut. Und er rechnet dann tatsächlich auch so durch. Wir haben jetzt am Wochenende Laser Tag gespielt, zum ersten Mal. Und da war er immer von der Präzision am besten mit 33 Prozent. Dann war ich aber irgendwann besser. Mit 39 Prozent. Und dann hat er sich ausgerechnet, Wenn ich jetzt reingehe und nur einmal schieße und treffe, habe ich 100 Prozent, dann schieße ich einfach nicht mehr. Ja, gut. Aber wenn du dann daneben, schießt, dann musst du noch mal schießen und dann treffen. Und dann bist du bei 50%. Und wenn du dann wieder daneben schießt und beim dritten Mal triffst, dann hast du wieder die 33%, die du eh schon hast. Also kannst du auch ganz normal spielen. Und das ist eben ein Aspekt, Das werfe ich immer auch gerne noch in den Raum, dass Computerspiele wirklich auch einen guten Einfluss haben können.
Joël Kaczmarek: Jetzt bin ich ja noch ein Stück weit neugierig auf eure beiden Künste. Ganz konkret. Also Gunnar Lott, fangen wir mal mit Dir an. Du bist ja selber Podcast auch. Also eigentlich Verdienst Du dein Geld, glaube ich, eher mit PR, würde ich mal sagen, oder? Ja, eher schlecht als recht. Nein, nein, nein. Ich bin Podcast und habe eine PR-Firma. Das ist ungefähr gleichwertig in meinem Leben. Erzähl mal ein bisschen, was dazu. Was machst du für einen Podcast? Wie verdient man mit Sowas seine...
Fabian Siegismund: Ich glaube, das interessiert sowieso. Leute. Die fragen mich auch mal, wie verdiene ich mit Podcast? Denn Geld? Nur durch Werbung?
Joël Kaczmarek: Ja, wir verdienen Geld ganz anders als ihr. Wir machen einen werbefreien Podcast und wir machen ein Abo-Modell. Es gibt Internet-Plattformen. Patreon und Steady heißen die, Da kann man seinen Podcast dann einstellen und dann können die Leute Abos abschließen. Auf den Podcast, Dann wird das in so einem geschützten Feed ausgespielt, dass dann nicht jeder ran kann. Und wir machen ungefähr fünf Podcast, sechs Podcast im Monat nur für die Leute, die den hinter der Paywall kriegen. Und dann noch so einen im Monat, zwei im Monat für die Leute da draußen. Und das ist so
Sebastian Krumbiegel: also, sie anzufixen, dass Sie auch mal irgendwann...
Joël Kaczmarek: Das sind interessanterweise das unterschiedliche Podcast. Und wir haben, als wir angefangen haben mit diesem Abo-Modell, da hatten wir schon fünf Jahre lang den kostenlosen Podcast draußen monatlich. Und da haben wir gesagt, wir sperren den jetzt nicht weg. Das zieht auch zu sehr nach Kapitalismus aus. Wir machen einfach für die, die Geld zahlen wollen, noch was anderes. Und die anderen kriegen halt den Podcast weiterhin. Und den vermarkten wir dann aber auch nicht, weil die anderen haben dann sozusagen, das Privileg, für die mitzuzahlen, für die Schnorrer. Ja, ich glaube,
Fabian Siegismund: ich bin noch schnorrer. Ich glaube, ich muss mal ein Abo abschließen. Genau, Und das ist halt,
Joël Kaczmarek: ja, mach das mal. Und die Zahlen so zwischen 35 Euro, je nach Stufe. Die Leute, die 30 Euro haben, kriegen dann noch ein Poster, alle paar Monate dazu und noch so physische Gegenstände. Genau, Und das ist unsere Grundlage. Und das hat angefangen, so als Hobbyprojekt, und hat sich dann zu einem kleinen Unternehmen entwickelt.
Sebastian Krumbiegel: Ein kleines Imperium ausgebaut. Ja, genau.
Joël Kaczmarek: Wir sind jetzt drei Podcast, ein festangestellter Assistent und zwei Cutter und ein Künstler. Und so.
Sebastian Krumbiegel: Wie viele Abonnenten habt Ihr ungefähr?
Joël Kaczmarek: Wir haben etwa, ich vergesse es immer, 3200 Abonnenten, die jeweils so im Durchschnitt so 5, 6 Euro zahlen. Genau, also, das ist eine Operation, Damit kann man schon sich durchaus, Also, wir haben auch ein Büro, und solche Sachen,
Sebastian Krumbiegel: kann man damit finanzieren. Wir müssen es nicht aus dem Keller mehr machen.
Fabian Siegismund: Fließendes Wasser.
Sebastian Krumbiegel: Fließendes Wasser, ein Mikrofon und so, genau.
Joël Kaczmarek: Ich weiß auch noch, es war total geil, ich, hatte Gunnar Lott damals angerufen, weil wir auch für digital kompakt Patreon ausprobiert haben. Und man darf sagen, bei dir funktioniert das Phänomenal, bei uns gar nicht. Ich glaube, weil wir einerseits es nicht so gut machen wie ihr und andererseits, weil unsere Zielgruppe anders ist. Die ist nicht so emotional. Also bei Business-Themen ist man anders getatscht als bei Games. Merke ich ja hier gerade am Tisch auch. Und ich weiß noch, wie du zu mir händelst, ja, scheiße, Ich habe so einen Tag in der Woche, da packe ich Pakete mit Kühlschrankmagneten. Und du musst Poster unterschreiben.
Fabian Siegismund: Ja,
Joël Kaczmarek: genau. Wir haben uns halt mal überlegt, dass es noch eine physische Ebene haben sollte, wo wir noch den Leuten, was in die Wohnung schicken, weil ich glaube, es ist mächtig. Und das ist halt ein Teilaspekt davon. Also, man muss sich das wirklich vorstellen, Sebastian, Wir haben noch nie drüber geredet, glaube ich, aber es ist wirklich so, Man sagt ja, es kommt ja aus der Kickstarter-Ecke, man sagt Halt Perks. Also du kriegst pro Ebene? DIE 5-Euro-Ebene, Die 10-Euro-Ebene, Die 12-Euro-Ebene, Wie heißt das? Tiers heißt das, glaube ich, bei Patreon. Ja, genau.
Fabian Siegismund: Aber Ebenen ist schon richtig.
Joël Kaczmarek: Kriegst Du halt etwas. Also Beispiel, auf der 5-Euro-Ebene Kriegst Du einen Podcast Mehr im Monat. Auf der 10-Euro-Ebene kriegst du den Podcast Mehr. Und der ist in unserem Fall, wäre der zum Beispiel werbefrei. Oder du kriegst noch einen Poster oder einen Magneten oder Meet Gunnar Lott greet oder sagt der nicht auch so Dankesagen? Macht der So On-Air-Dankeschön? Doch, aber... Da haben wir uns ein bisschen verrannt. Wir machen daraus immer eine Show. Also wir machen daraus ein Improv-Theater mit den Namen. Das kann ich nicht erklären. Wir nehmen uns 25 Namen und machen dazu Improv, indem wir uns zu jedem einen Witz ausdenken. Oder zu jedem einen Limerick hatten wir mal. Ja, meine Herren, ey.
Sebastian Krumbiegel: Das ist aber echt anspruchsvoll.
Joël Kaczmarek: Das war ja auch... Die Hälfte der Arbeit war dann die Danksagung. Aber wir dachten einfach, Namen vorlesen ist es irgendwie nicht.
Fabian Siegismund: Wie würdest du das malen, wenn jetzt hier der Sebastian Krumbiegel, die jetzt 10 Euro gespendet hat, Wie hätte das dann ausgesehen? Zum Beispiel?
Sebastian Krumbiegel: Machen wir einen Limerick mit Sebastian Krumbiegel. Das ist echt sehr schwer.
Fabian Siegismund: Ein Limerick ist spontan.
Joël Kaczmarek: Beim Limerick kommst du ja immer mit einem fiktiven Ort. Das hast du immer eine Chance. Es war mal ein Mann aus Miegel, der, hieß Sebastian Krumbiegel. Der hatte die Haare wie ein Igel. Naja, jetzt habe ich die Form. Aber so was. Igel wäre die letzte Zeit gewesen. Der hatte die Haare, das war nicht das Wahre. Da sah er aus wie ein Igel. Ja, so zack. So ungefähr. Und das dann halt immer teilweise vorgeschrieben und teilweise improvisiert. Und so. Das erschien uns als, Man kann ja nicht genug schätzen, was das für ein Privileg ist. ist, dass wir dafür Geld bekommen. Unsere Zielgruppe ist im Durchschnitt 37 Jahre alt. Eine der ältesten Podcast, die es so gibt auf der Welt. Nur noch Podcast sind vielleicht noch älter. Und dass die uns so viel Geld geben, obwohl denen schon auch klar ist, dass wir jetzt keine Kids sind, die davon leben müssen. Das ist schon ein enormes Privileg. Und wir danken denen das mit sehr, sehr, sehr harter Arbeit, wenn ich das sage. Also, wenn man sich so einen Podcast von uns anhört, der dauert dann zwei Stunden. Und dann ist das... Für jeden eine Mannwoche Vorbereitung etwa. Und dann geht der nochmal 20 Stunden in den Schnitt, bis wirklich jeder Atmer draußen ist und sowas.
Fabian Siegismund: Und ich dachte, ich sei ein Streber, Mann.
Joël Kaczmarek: Ach, Sag dir, ey. Ich mache den Podcast ja mit jemandem zusammen, also mit zwei anderen Podcast. Und der. Eine davon ist der Christian Schmidt, der Co-Gründer. Und das ist mal ein Streber.
Fabian Siegismund: War er schon immer. War mein leitender Redakteur bei der GameStar.
Joël Kaczmarek: Lieber Christian, wenn du das hier hörst, Ich rede immer mit Gunnar Lott und ich sage, Gunnar Lott, was kommt als nächstes? Und er sagt immer, ich habe total Bock. Christian ist so, der braucht festes Lohn und Brot. Lieber Christian, bitte, Reiß dich am Riemen, kündige deinen Job, mach mit Gunnar Lott. Noch mehr im Bereich Podcast, Weil das auf meine Frage hindeutet, die mir jetzt noch vorschwebt. Du bist ja, das finde ich ja lustig, das sage ich wertschätzend, auch so ein bisschen geiler, abgewichster Unternehmer. Also Du weißt ja genauso, wie der Hase läuft, Als Agenturonkel muss man auch irgendwie Geschäftsmodelle grob auf dem Schirm haben. Was glaubst du, du geht noch mit dem, was Ihr tut? Also was kann das für Dich für ein Potenzial haben oder für euch? Drei? dann, dieser Podcast? Also bleibt das da stehen, sagt ihr, hey, wow, Wir haben jetzt so 15.000 Tacken im Monat, zu dritt, 5.000 für jeden, Dann geht noch Steuer runter, Büro und Assistenz, zack, bumm. Oder gibt es da noch? Sachen, wo du sagst, eigentlich können wir noch dies machen, das machen, jenes machen?
Fabian Siegismund: Ich glaube,
Joël Kaczmarek: wir sind ja in der Nische. Also, es ist eine krasse Nische. Retro-Games. Also nicht nur Games. Games ist ja heutzutage, könnte man argumentieren, gar keine richtige Nische mehr. ABER Retro-Games, Die Leute müssen ein gewisses Alter haben, um dem gut zu folgen, Ein gewisses historisches Interesse und eine emotionale Bindung zu spielen, die größer ist als der Durchschnitt, sage ich mal. Und ich glaube, diese Nische ist... Endlich. Und wir machen da noch weiter und machen noch mehr vom Gleichen.
Sebastian Krumbiegel: Aber es wachsen immer Leute nach, muss man ja auch sagen. Ja,
Joël Kaczmarek: man tauscht ja, so das Abo-Modell, Wir tauschen die Zielgruppe so ein bisschen aus. Wir verlieren so jeden Monat 0,5 Prozent der Hörer und gewinnen so ein Prozent dazu. Oder sowas in der Art. Und wir haben den freien Podcast Ja so ein bisschen als Becken, aus dem wir dann schöpfen können. Also wir konvertieren, wenn man das so technisch mal sagen möchte, Etwa 2,5 bis 5 Prozent der Hörer des Freien Podcast in Abonnenten, Was eine ganz normale Quote ist, finde ich. Das ist schon gut. Gute Quote ist, genau. Und wir wollen einfach auf der Richtung weitermachen. Es ist auch ein Privileg, dass sich das überhaupt hält. Ich würde nicht sagen, dass ich große Welterhobungsziele, Wenn das so bleibt, wäre es schon super. Super. Und ich glaube auch nicht, dass man das jetzt gefährden sollte, indem man noch was anderes macht, indem man jetzt noch einen Ableger macht oder sonst irgendwas. Ich glaube, wenn man das macht, exzellent macht und dabei lange Spaß hat, dann ist das mehr, als man vom Leben erwarten konnte. Und dann ist das auch Safe, so. Wir machen noch so Kleinigkeiten, drumherum, Ja, auch mal so ein bisschen Merch oder mal, was anderes.
Fabian Siegismund: Events eigentlich auch?
Joël Kaczmarek: Events, 2017 haben wir eine Tour gemacht, eine Live-Tour, jetzt machen wir 2021 wieder eine vor Publikum.
Sebastian Krumbiegel: Wie viele Leute kommen da? ungefähr?
Joël Kaczmarek: Die letzte Tour, Wir haben nur einen Datenpunkt, also, wir haben nur eine Tour gemacht. Bisher. Und da sind wir in so Hallen mit 200 Leuten aufgetreten und haben das aber eine Woche vorher angesagt. Und dann war es aber trotzdem ausverkauft. Und das sieht ja nach. Auf der Straße liegen gelassenem Potenzial aus. Ich glaube, in so großen Städten, München, Hamburg, Berlin, Kriegen wir 500, 400 Leute voll, wenn wir das wirklich darauf anlegen und promoten. Und mal drei Monate vorher Bescheid sagen, dass da ein Termin ist und nicht eine Woche vorher. Aber das ist, glaube ich, so unsere Größenordnung. Und da endet auch, glaube ich, die Nische. Ich glaube, eine tausende Halle füllen wir nicht. Egal, was wir dafür machen, können wir uns auf den Kopf stellen für. Aber so Bei 400 Leuten sind wir, glaube ich, safe, wenn wir das darauf anlegen. Genau, Und ich glaube, das ist auch unsere Größenordnung. Wir haben jetzt nicht 200.000 Podcast, sondern SO 50.000, 60.000 Regelhaft pro Folge. Und was wir halt machen, ist Longtail. Weil wir machen ja, Anders als viele andere Podcast, machen wir nichts. Aktuelles. Das heißt, wenn wir eine Folge machen... Die ist in zehn Jahren hoffentlich noch mit gleichem Gewinn hörbar, weil sich ja nichts verändert hat beim Sieg zu Sieg. Das Spiel ist ja immer noch alt. Der ist jetzt halt nur noch älter. Wie ist denn das bei dir, Fabian? Du bist ja irgendwie auf YouTube. Extrem aktiv. Ich kann mal ein paar Stationen von dir auch vorlesen. Du bist ja hier TV bekannt. Aus der Pseudodoku-Gerichtshow Richter Alexander Holt lese ich hier ab. K11, Kommissar im Einsatz. Ich glaube, da habe ich dich schon mal gesehen.
Fabian Siegismund: Das kann nicht sein. Das war 2004, 2005. Da hat man den Fernseher noch eingeschaltet. Ja, aber die Scheiße kommt ja schlimmerweise alle paar Jahre bei Sat.1 Gold oder so, wird die wieder hochgekippt. gewirkt. Das kriege ich dann immer mit, weil mir Leute schreiben, ich habe dich im Fernsehen gesehen.
Joël Kaczmarek: Wir hatten an euch Dietmar Bär. Hier sitzen, den Tatort-Kommissar. Das passt ja irgendwie, so Kommissar. Mit der Frisur hier und noch Ballermann am Gürtel hängen. Ballermann Bin ich ja bei. Ja, nimm uns da mal mit rein. Wie bist du dazu gekommen? SO TV-Geschichten, Schauspielerei?
Sebastian Krumbiegel: Carolin Kebekus Hast du kommend gemacht. Genau,
Fabian Siegismund: stimmt. Vor vielen, vielen Jahren auch. Also das war zu GameStar-Zeiten, Als wir eben diese Quatsch-Videos gedreht haben, bin ich tatsächlich in München auf der Straße angesprochen worden. Das ist auch etwas schräg, ob ich Berufswaffenträger Bitte. Was? Ja, ob ich irgendwie Polizist oder Soldat oder Sowas wäre, Denn als Berufswaffenträger würde ich, wenn ich einen solchen spielen würde. In so einer Scheißshow, würde ich mehr Gage bekommen. Warum auch immer, keine Ahnung. Weiß ich nicht. Und dann bin ich dann mal spaßeshalber zu so einem Casting gegangen, weil ich mal wissen wollte, okay, Wie funktioniert denn das? Printmagazin, Das wusste ich schon, fand aber immer. Videos machen auch schon interessant, wollte da mal reinschnuppern. Hab dann irgendwie ja einmal K11, einmal Richter holt und einmal noch irgendwas, Lenzen und Partner oder so mitgespielt. Und dann war es aber wieder gut, Hab ich die Erfahrung mal gemacht. Die haben mich dann immer wieder angerufen, aber ich wollte nicht mehr, denn das war natürlich Trash. Und dann haben wir ja während der GameStar auch immer noch diese Trashy-Videos gemacht. Und irgendwann kam dann der Tommy Krappweis, damals von RTL Samstag Nacht.
Joël Kaczmarek: Kann ich doch Grad sagen, ne. Die fand ich mal am Blödest noch mal ein bisschen, oder?
Fabian Siegismund: Ja, der hatte, also sein Ding war da ja immer dieses Far out zusammen mit Möppel Nonchef.
Joël Kaczmarek: Ach, der war das, okay, ich hab den jetzt gemacht.
Fabian Siegismund: So, Und der hat ja zwischenzeitlich Bernd das Brot erfunden. Und der sah irgendwann mal ein Video, was ich zu GTA 4 gemacht hatte, auch so vor Greenscreen reingeschnitten. Und der kam dann an, Wir müssen unbedingt mal, was zusammen machen, du hast gutes Comedy-Timing. Und dann haben wir dieses Carolin Kepikus Broken Comedy-Ding gemacht, fürs Fernsehen. Damals tatsächlich, Aber das war alles immer so. Neben GameStar her. Und der damalige Chefredakteur hat mich da auch machen lassen, weil er meinte, ja, geil, zieh. DAS GameStar-T-Shirt An In der Show, mach mal ein bisschen Werbung. Durfte ich natürlich nicht dann, aber okay, fand das auf jeden Fall interessant. Und dann habe ich bei der GameStar viel Videos gemacht, hatte da großen Spaß, habe dann auch im Auftrag der GameStar oder des Verlags einen von YouTube gesponserten Kanal betreut. Das war damals, weiß ich nicht mehr, Die YouTube Original Channels. Da hat also YouTube gesagt, wir wollen mal hochwertigen. Content, in Anführungsstrichen, der exklusiv nur für YouTube produziert wird, von irgendwelchen Medienhäusern, Nicht nur von irgendwelchen Hobbyisten, die das bislang eh für umgemacht haben. Den wollen wir mal haben. Und haben dann zehn Kanäle gesponsert und unserer, High5, hieß der damals, war dann eben mit dabei. Also, da haben auch richtige Produktionsformen, haben dann eben diese Kanäle gemacht, Die UFA und Endemol und sowas. Und wir haben damals gesagt, naja, Produktion, Videoproduktion können wir eigentlich nicht. Wir machen nur hier vor unserer selbstgebauten Greenscreen, machen wir so Quatsch. Aber online kennen wir ja. Und haben dann tatsächlich diesen Zuschlag für diesen Kanal bekommen. Und da habe ich das da ein Jahr lang gemacht, bin also bei GameStar quasi auch wirklich ausgezogen und habe da gemerkt, OH jetzt... Den ganzen Tag Immer nur Videos machen für YouTube, Das ist ja total geil. Und als es dann irgendwann hieß, Ja, die Kohle für diesen Kanal, Die gibt es wahrscheinlich nur für ein Jahr. Und als dann ProSiebenSat.1 ankam, meinte ich, wir machen jetzt auch mal so eine YouTube-Abteilung auf. Hast du nicht Bock, da für uns Formate zu entwickeln? Ich überlegte, ah, GAMESTAR Gaming, Meine alte Heimat, schon geil. Aber jetzt hier, der Weg zieht mich eigentlich. Nach YouTube und Videos machen, Videokonzepte entwerfen. Gehe ich mal da hin. Wusste danach leider erst, als ich mich schon... Committed hatte, dass der neue Laden dann in Berlin aufmacht. Bin dann damit nach Berlin gezogen, hab dann eben vier Jahre lang. Formatentwicklung für Studio71, YouTube-Abteilung von ProSiebenSat.1 gemacht. Und dann eben zum einen redaktionelle Formate entwickelt, zum anderen aber auch werbliche Formate, entwickelt. Ich hab zum Beispiel den YouTube-Kanal von Coca-Cola dann neu gemacht, so Geschichten. Hab aber parallel auch noch meinen eigenen YouTube-Kanal aufgemacht, weil ich eben wusste. ja, okay, Ich hab ja noch die ganzen Fans von der GameStar, und ich möchte ja auch immer noch Gaming machen. Das will ich alles nicht aufgeben, also habe ich eben parallel in meiner Freizeit abends dann eben diesen YouTube-Kanal aufgemacht. Und merkte dann aber so Nach drei, vier Jahren, Wenn ich es richtig machen will, muss ich da viel mehr Zeit reinstecken, aber das neben einem Vollzeit-Pro-Sieben-Job, Das geht irgendwie nicht. Und habe dann tatsächlich den Vollzeit-Pro-Sieben-Job hingeworfen und habe gesagt, okay, Marken beraten und Formate entwickeln, Das kann ich auch aus meinem Wohnzimmer raus und habe mich dann eben 2016 selbstständig gemacht. Ja und seitdem... Erkläre Ich Leuten, Wie YouTube funktioniert, Wie Twitch funktioniert, eben für Marken, teilweise auch und dann die letzten Jahre Öfters für Fernsehredaktionen, die eben auch merken, okay, Fernsehen läuft nicht mehr so gut, was können wir denn online machen? Die Öffentlich-Rechtlichen haben ja auch dieses Funk aufgemacht, Das YouTube- Netzwerk aus Rundfunkgebühren bezahlt. Da habe ich zwei, drei Formate mitberaten, Denn zum Beispiel für den NDR war das ja auch ganz irritierend, für die Panorama-Redaktion, Dass, wenn man Videos auf YouTube macht, dass es einen Einfluss darauf hat, Wie viele Leute das gucken und wie gut die Kommentare ausfallen und ob die Daumen hoch oder runter gehen. Weil die gesagt haben, Wenn wir irgendeine Doku über die AfD machen oder über andere Nazis, dann sind wir gewohnt, dass wir schlimme. Leserbriefe bekommen. Aber wenn wir das auf YouTube machen und da kommen die Nazi-Trolls und voten uns das Video runter. Und plötzlich kann keiner mehr das Video sehen, das ist ja scheiße. Und dann musste ich ihnen diese schöne neue Welt erklären. Und das ist eben so das eine Ding, was ich mache. Aber ich mache eben parallel auch noch meine... Eigene Marken in Anführungsstrichen, also YouTube und Twitch. Und so weiter. Und immer wieder so Ausreißerprojekte, wie ich eben letztes Jahr ein Drehbuch fürs Das kleine Fernsehspiel vom ZDF geschrieben habe. Und dann Bei der Gelegenheit dachte ich, naja, kann ich auch gerade mitspielen.
Sebastian Krumbiegel: Hast dir eine geile Rolle gegeben,
Fabian Siegismund: ne? Ja, nee, also. Eigentlich hatte ich für mich eine andere Rolle im Auge, Aber dann hieß es einfach, nee, du musst es schon den anderen machen. Und ich gebe zu, ich habe diese Serie bis heute nicht gesehen. Denn aus Angst ist es ein bisschen. Also ich finde es cringy, mich dann selber zu sehen. Und zum anderen natürlich, wenn du das Buch geschrieben hast und dann einzelne Szenen hast, wo du denkst, In meinem Kopf war es so anders, und jetzt sehe ich es auf dem Bildschirm. Und es ist nicht das Gleiche.
Sebastian Krumbiegel: Erfolgreich, Das hat eine gute Quote gehabt. Ja, gut,
Fabian Siegismund: Das war dann so, dass es vorrangig online lief in der ZDF Mediathek und die Fernsehausspielung, Die fand dann irgendwann Montagnachts um 23 Uhr oder so statt. Also keine Ahnung, wie das von der Quote her lief. Aber das wäre auch so angelegt, dass man eine zweite Staffel noch machen könnte. Bislang habe ich von denen nichts gehört, deshalb weiß ich nicht. Jesus, erzähl. In bester Verfassung. Bei der Geschichte von zwei Verfassungsschutzbeamten. Die eine kurz vor der Rente, der andere, so ein Duckmäuser. Mitte 40. Irgendwo auf dem Land, wo es vor 30 Jahren mal eine RAF-Bedrohung gab. Deshalb gab es dieses Büro da, Aber seitdem ist da nichts mehr passiert. Und die sitzen eben seit 30 Jahren da, haben nichts zu tun, sind darüber ganz froh. Und da kommt eben der Chef aus der großen Stadt, dann eben gespielt von mir. Und sagt so, wir machen den Puff hier zu, Ihr geht alle nach Rostock und kümmert euch da um die Nazis. Da haben die aber gar keinen Bock drauf, weil sie natürlich da wohnen bleiben wollen. Und die eine kurz vor der Rente, der andere gerade Haus gebaut, Schön im Bergischen. Und da kommen Sie auf die Idee, naja, wenn jetzt hier irgendwie eine islamistische Bedrohung wäre in der Gegend, die es aufzuklären, gäbe, Dann könnten wir unseren Job behalten. Und dann... Schnitzen Sie sich selber und dann geht das ganze Dorf vor die Hunde. Die Schweine.
Sebastian Krumbiegel: Sowas, denkst du Dir aus. Weißt du, woran das liegt? Weil du immer nur Games gespielt hast. Ja, wahrscheinlich. Deswegen denkst du Dir Sowas aus.
Fabian Siegismund: Ja, es tut mir leid.
Joël Kaczmarek: Aber sonst Gib mal ein Gefühl für deinen eigenen Kanal, also die Gaming-Sachen, die du im YouTube-Bereich so machst. Ich habe mir sagen lassen, dass du sehr, sehr schnell, Ich glaube, nach zwei Monaten schon so die ersten 1.00.000 Abonnenten hattest. Ja,
Fabian Siegismund: das ging nämlich auf Basis der GameStar-Community tatsächlich. Ich habe auch damals, während ich noch bei der GameStar war. Oder dann eben bei High5, So hieß dieser YouTube-Sender, habe ich mir dann schon diese Social-Media-Seiten angelegt. Auf Facebook konntest du ja plötzlich dann eine eigene Fan-Seite einrichten. Da haben dann auch die Kollegen gesagt, jetzt spinnt er völlig. Der ist doch nur Redakteur hier bei so einem Heftchen. Was macht der sich eine Fanseite? Und ich habe immer gesagt, naja, Wenn ich irgendwann nicht mehr bei der GameStar bin und irgendwo anders, dann gehen die ja mit. Die Marke bin ja ein Stück weit, auch ich. Und das hat dann eben funktioniert, als ich dann den Arbeitgeber gewechselt habe und gesagt habe, Ich habe jetzt hier diesen Kanal, und ich mache jetzt hier auch die gleichen Videos, die ihr vielleicht von der GameStar kanntet und mochtet. Könnt Ihr ja hier abonnieren. Und dann waren das eben sehr schnell. 100.000. Aber ich habe jetzt, was, sechs Jahre später, habe ich auch nur knapp über 300.000. Also, es war dann nicht so, dass das dann so... Explodiert ist, wie es hätte explodieren können, Aber dafür hätte ich das eben auch Vollzeit machen müssen. Aber ich hatte ja noch diesen anderen Job.
Joël Kaczmarek: Wie kam es bei Dir an, Gula? Was genau kam bei mir an? Dass der Fabian seine arrogante Fanpage gemacht hat? Wir fanden das völlig normal, es passte voll zum Fabian. Na, DER Fabian, Man muss ja bedenken, wir waren eine Print-Redaktion. Und das war ja schon zu sehen, was immer man über den Fabian sagen muss, Das ist nur das untere Viertel seines Fähigkeitsspektrums. Das schreiten von Printartikeln. Fabian ist ja noch ein Super Redakteur, Aber noch viel stärker bei der persönlichen Präsenz und bei dem improvisierten und diesen ganzen Sachen. Und dass der so ein bisschen unterbeschäftigt, war bei der GameStar nur mit Printartikeln, Das war damals ein Problem, fand ich im Nachhinein. Also wir hatten halt einfach keinen Job für den. Wir haben halt Print gemacht. Und dann haben wir halt ein paar Videos gemacht, Aber dann war für Fabian der einzige Weg sozusagen, da noch weiterzugehen, war halt. Diese klassische leitender Redakteur und Chefredakteursgeschichte. Und da gab es irgendwie keinen Weg. Und es hat sich erst aufgelöst, als wir dann hinterher... Und das ist einfach durch die Zeit gekommen. Also, als wir dann angefangen haben, YouTube zu machen. Und so war es dann plötzlich, war klar, ach, ja, das muss ja der Fabian machen. Und der Nino. Und so, Diese Leute, die halt gut aussehen und nicht die anderen.
Fabian Siegismund: Das Lustige war auch noch, dass ich damals...
Joël Kaczmarek: 2009 war das mit High5.
Fabian Siegismund: Ah ja, Das Lustige war, dass ich damals zu Battlefield 3, so einem Multiplayer-Militär-Shooter, den ich super fand und auch heute immer noch super finde. In der ganzen Reihe, habe ich damals bei der GameStar so Erklärvideos gemacht. Wie spielt man das? Wie spielt man dieses Schlachtfeld? Wie spielt man dieses? Wie fliegt man die Flugzeuge? Wie fährt man die Panzer? Und so weiter. Die waren halt relativ aufwendig und liefen auf YouTube dann auch super. Aber konntest halt kein Geld mitverdienen. Eigentlich kann man mit YouTube-Klicks auch heute noch kein Geld verdienen. Ich wollte gerade sagen, geht das? Nee. Es sei denn, du bist Gronkh und machst halt im Monat. 40 Millionen. Also, YouTube-Klicks. Dann ge