
Tania Maria Niermeier (Hexe): 5 Dinge, die ich gerne mit 20 gewusst hätte
27. September 2024, mit Joël Kaczmarek
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Joel Kaczmarek: High Five, Leute. Hier ist Joel und ich habe wieder eine großartige Person am Start, die mir ihre fünf Dinge verrät, die sie gerne schon mit 20 gewusst hätte. So, und passt mal auf, heute wird es richtig spannend, weil du wirst heute eine Person hören, von der ich mir vorstellen könnte, dass du vielleicht noch nicht so viele Berührungspunkte mit hattest und dass es dich bestimmt neugierig macht. Weil die liebe Tanja Maria Niermeier, die ist Medium, mediale Beraterin und jetzt kommt Hexe. Und da ist natürlich meine Neugierde geweckt, was sich dahinter verbirgt und was so jemand denn eigentlich denkt, was er gern mit 20 gewusst hätte. Weil man möchte ja meinen, wenn man Medium ist, wusste man vielleicht schon mit 20 alles oder viel mehr als andere Menschen von uns. Und ich kann euch auch noch dazu sagen, Tanja ist glaube ich echt, also ich will gar nicht sagen echt gut im Geschäft, sondern echt gut in dem, was sie tut, weil sie wurde mir von einer Top-Coachin empfohlen. Ich lag neulich bei meinem Physiotherapeuten auf der Bank, wo du massiert hast und mir erzählt hast, was ich da gerade so mir anschaue. Und er sagte, ach ja, die Tanja, die kenne ich auch. Also da scheint irgendwas an dieser Person dran zu sein, dass wir uns heute mal anschauen. Von daher, liebe Tanja, hello, schön, dass du da bist.
Tanja Niermeier: Ja, hallo du. Ich freue mich auch und ich freue mich auch auf euch alle, die das jetzt hören. Hallo.
Joel Kaczmarek: Ich weiß gar nicht, wo ich bei dir als erstes anfangen will, weil wenn jemand so eine geile Profession hat, da kommen mir ja eine Million Fragen. Also vielleicht fangen wir mal ganz basic an, wenn du sagst, du bist ein Medium, eine mediale Beraterin, eine Hexe. Was ist denn das genau?
Tanja Niermeier: Also ein Medium ist eine Person, die sich mit der geistigen Welt verbinden kann, aber natürlich auch auf eine Art mit deinem ganzen Wesen. Das heißt, wenn ich jetzt Menschen berate, dann verbinde ich mich über mein Herz mit deinem Wesen und versuche Dinge zu empfangen, die aus deiner Vergangenheit stammen, aus deiner Kindheit, aber auch aus dem Familiensystem und versuche das dann für dich zu übersetzen und zu erklären, sodass du das dann annehmen kannst und damit arbeiten kannst. Es gibt da aber sehr große Unterschiede. Es gibt auch andere Hellseher oder Medien natürlich, die einfach sagen, Botschaften aus der geistigen Welt nur weitergeben, aus der Engelwelt oder aus der Akasha-Chronik. In meiner Arbeit ist es schon so, dass ich auch viele Geschäftsleute berate oder jetzt auch den Menschen helfe, in ihrem alltäglichen Leben klarzukommen oder in Beziehungen oder mit ihren Kindern oder Haustieren. Ich kann dann auch Kontakt zu Meerschweinchen aufnehmen, wenn es sein soll. Also das heißt, ich kann Hilfestellung leisten im alltäglichen Leben oder im Beruf. Auf meiner Ebene ist es nicht so wichtig, so ganz hochtrabende spirituelle Botschaften weiterzugeben, sondern tatsächlich effektiv im Leben helfen zu können.
Joel Kaczmarek: Und die Hexe dem gegenüber?
Tanja Niermeier: Ja, die Hexe. Also man sagt ja, Hexen sind Zaunreiterinnen. Und das bedeutet, dass Hexen zwischen den Welten wandeln können. Und Hexen nehmen natürlich auch mit den unterschiedlichsten Reichen dieser Erde Kontakt auf. Das heißt, diese Erde hat ja verschiedene Reiche. Es gibt das Menschenreich, aber es gibt auch das Tierreich oder das Reich der Natur. Und Hexen können halt auch mit dem Reich der Natur zum Beispiel Kontakt aufnehmen, um mit Kräutern zu arbeiten oder mit Räucherwerk zu arbeiten, um den Menschen zu helfen. Aber wir haben natürlich auch die Möglichkeit, Kontakt zum Jenseits aufzunehmen, um mit Verstorbenen zu sprechen und da auch Heilarbeit leisten zu können, ohne jetzt natürlich darin einen Psychologen oder einen Arzt ersetzen zu können. Also es ist nicht unsere Aufgabe jetzt auf der Ebene. Sondern das ist eher eine spirituelle Ebene, wo wir wirken und da eben versuchen, den Menschen zu helfen.
Joel Kaczmarek: Und sag mal, ich glaube, es gibt kaum einen Begriff, der wahrscheinlich so aufgeladen ist mit unterschiedlichen Assoziationen wie das Wort Hexe. Also ist es was Gutes, ist es was Schlechtes? Gibt es auch böse Hexen? Ich meine, bist du sehr stigmatisiert worden? Weil ich meine, es gab ja Hexenverbrennungen richtig auf der Welt. Also das ist ja eine riesige Historie. Dieser Begriff ist ja so vollgeladen. Wie erlebst du das?
Tanja Niermeier: Also ich habe das noch nie erlebt, dass ich angefeindet worden bin. Also noch nie. Ich hatte ja auch schon in Berlin jetzt Seminarhäuser und da sind die Leute auch dran vorbeigegangen und haben das Schild draußen gesehen. Also es war eher mal positiv, freudig. Und ich glaube, dass alles im Leben polarisiert werden kann. Also alles im Leben kann was Positives, was Negatives haben. Eine Pizza kann gut schmecken oder schlecht schmecken. Also das Ist sozusagen im Auge des Betrachters oder der Betrachterin. Also deshalb würde ich auf jeden Fall sagen, ich habe es in meinem Leben nicht gemerkt. Aber ich glaube, das hängt auch mit der Persönlichkeit zusammen, was du in dein Leben reinziehst. Und das hängt auch damit zusammen, wie du dich verhältst. Ich bin jetzt nicht so eine wertende Person. Also ich lasse die Menschen immer so, wie die sind. Und in meinem Leben ist es bisher noch nicht aufgetreten, dass ich das stark erlebt hätte, da deshalb in irgendeiner Form ausgegrenzt zu werden oder schräg angeguckt zu werden. Die Menschen sind eher neugierig und ich habe auch gemerkt, dass viele Kinder oder auch junge Frauen total offen dafür sind, Und ich glaube halt, dass auch in dieser Welt und deshalb habe ich diesen Weg auch gewählt für Frauen teilweise in ihrer eigenen Religion. Also Hexe sein ist ja auch eine Naturreligion, dass die da gar keinen Raum haben. Auf dieser Welt gibt es keine weibliche Religion. Also das muss man mal so sagen.
Joel Kaczmarek: Gibt es eigentlich nur weibliche Hexen?
Tanja Niermeier: Nein. Also in meiner Schule habe ich ganz taffe Männerhexer. Und die sind toll. Also die machen auch Yoga und sind Yoga-Lehrer zum Teil, aber die machen auch tolle andere Sachen. Und das Hexe- oder Hexer-Sein hat etwas damit zu tun, einfach auch naturverbunden zu sein, ja.
Joel Kaczmarek: Und ist es nicht so, also ich meine die Kirche hat euch ja über Jahrhunderte verdammt und ich habe gerade ein Buch gelesen hier, der 100-Jährige von Jonas Jonas und das ist ja an einer Stelle im zweiten Teil in Afrika und da hieß es, wenn du in Afrika sagst, du bist eine Hexe, dann wird da immer noch Benzin über dich gekippt und angezündet. Also das ist ja das Niveau an Hass, was dem so in der Vergangenheit gegenübergebracht wurde. Also gibt es das nicht noch irgendwo in so einer Art, dass du merkst, dass das, was du da tust, ist auch irgendwie, also weißt du, was ich meine? Ich weiß einfach gar keine Haltung zu, ich habe da gar nichts gegen, ich bin ein spiritueller Mann und ich finde das alles tolerant.
Tanja Niermeier: Genau, aber das hängt von deiner eigenen Schwingung ab. Also in der Dimension, in der ich mich bewege, in dem Bewusstsein, in dem ich bin und so wie ich es vermittle, erlebe ich es nicht. Aber sicherlich passiert das immer noch auf Erden und in Afrika ist das auch sehr geteilt. Also in Afrika gibt es auch Medien und Texten, die sehr geschätzt werden, also die sozusagen oftmals auch im Stamm der Mittelpunkt sind, weil die eben auch die Balance und das Gleichgewicht an dem Ort wiederherstellen können. Und oftmals ist diese Verbrennung von Frauen oder diese Misshandlung von Frauen hat oftmals nichts damit zu tun, dass sie eine echte Hexe sind. Ja, also ich bezweifle auch, dass das echten Hexen passiert. Ich glaube, dass es Frauen passiert aufgrund ihrer Schönheit oder weil sie einfach mehr wollen oder… in irgendeiner Form etwas umsetzen, was jemand anderem nicht gefällt. Ich glaube, da spielt Neid eine Rolle oder Angst zum Beispiel.
Joel Kaczmarek: In dem Buch, Lustiger, sagst du vollkommen recht, war es auch so, dass so ein Führer, so ein Safari-Führer, der hat auch erzählt, dass es dann ist, wenn ein Blitz ins Dorf einschlägt, in ein Haus, dann kommt der Schamane und der Schuldige und dann werden gerne mal reiche, alleinstehende Frauen sozusagen auserkoren. Deswegen würden reich alleinstehende Frauen sehr viel Geld in Blitzableiter investieren. Und dann schließt dieser Alan Carlson so ganz nonchalant, ah okay, sie haben also was gegen erfolgreiche Frauen, wie eigentlich irgendwie schon immer. Und das ist, was ich sehr traurig finde. Und deswegen möchte ich auch nochmal eine Nachfrage dazu stellen. Ich könnte mir vorstellen, dadurch, dass es so stigmatisiert ist für viele Menschen, die vielleicht auch religiös sind, dass manche Menschen auch Angst vor dem Thema haben. Also vor dem Thema Hexerei, Jenseits. Ich erlebe das oft, dass Leute die Sorge haben, verfolgt mich dann was? Sind es böse Energien? Oder ich habe zum Beispiel mit jemandem geredet, die sehr stark an Jesus glaubt und meinte, ich glaube so ans Leben nach dem Tod. Nee, das ist für mich okkult. Und da ist ja eine schöne Chance, jetzt mal die andere Perspektive aufzuzeigen.
Tanja Niermeier: Das ist ja interessant, weil gerade Jesus ja auferstanden ist und aus dem Totenreich zurückgekehrt ist und seine frühe Botschaft verkündet hat. Und Hexen arbeiten durchaus auch mit Jesus im Übrigen. Also mein Geistführer ist auch Jesus. Ich arbeite sehr viel mit dem. Und es bedeutet nicht, wenn man eine Hexe ist, dass man von Jesus oder dem göttlichen Prinzip oder der göttlichen Ordnung getrennt ist. Also im Gegenteil, ich arbeite ununterbrochen damit. Ich bin halt nur nicht mit der Kirche verbunden. Die Kirche ist nicht meins. Das mag ich aber nicht werten. Das ist einfach nicht mein Weg. Ich versuche da eher so den Weg der Maria Magdalena zu gehen oder den weiblichen Weg. Und das hat einfach eine ganz andere Energie für mich. Aber ich glaube auf jeden Fall, dass Menschen Angst vor sowas haben können, auch vor dem Jenseits und vor dem Kontakt und davor, dass da vielleicht irgendwelche Energien unterwegs sind. Ich kann da aber auch nur für mich sprechen. Also ich kann einfach sagen, ich kann so eine Energie halten und ich sehe da gar nichts Bedrohliches. Aber ich glaube auch Menschen, die Angst vor sowas haben, das ist einfach nicht deren Weg. und warum sollte man sie überzeugen? Es ist doch super, wenn die für sich Jesus entdecken oder die Kirche oder irgendwas anderes, dann ist das deren Weg. Also ich für mich habe nie das Gefühl gehabt in meinem Leben, ich müsste jemanden überzeugen. Also im Gegenteil, ich freue mich, wenn jemand seins gefunden hat.
Joel Kaczmarek: Ich erinnere mich, als ich mal so über Geisterwelt mit jemandem gesprochen habe, meinte die Person dann zu mir so, also ich glaube, viele wissen nicht, ob das gut oder böse ist. Gibt es auch Böses aus der Geisterwelt? Ja, nee, ich habe Angst, dass ich dann verfolgt werde, war dann so die Reaktion.
Tanja Niermeier: Also leider gibt es das und man mag es nicht glauben. Als ich früher noch live unterrichtet habe, in dem Sinne, jetzt unterrichte ich ja online über Zoom, habe ich mit meinen Schülern oftmals auch so Geisterhäuser besucht. Also wir haben dann Kurse gehabt und wir haben teilweise auch ein sehr großes Theater in Berlin gereinigt, was einen Geisterbefall hatte. Und da wurden die Geisteraktivitäten auch mit Kamera aufgezeichnet. Also die haben das richtig auf Kamera gehabt, dass irgendwas Unsichtbares ein Darsteller die Treppe runtergeschmissen hat oder dass die Nebelanlage von selbst angegangen ist und so. Und in diesem Gebäude haben wir dann auch, also wir waren manchmal so 50 Personen. Ja, da war auch eine Dame dabei, die du gut kennst. Und da sind schon wirklich einige Dinge passiert, die nicht positiv waren. Wir waren natürlich im geschützten Rahmen, weil wir zusammen waren und auch ein Lichtfeld aufgebaut haben. Aber sicherlich gibt es das ja. Unerlöste Seelen, aber weißt du, jede unerlöste Seele und mag die dann auch so viel Unruhe stiften, wie sie will, eigentlich braucht sie Hilfe und will erlöst werden. und wenn du in so eine Situation kommst und es dein Beruf ist, dann erlöst du da aus der Liebe heraus, also du begegnest dem nicht mit Angst, sondern mit Liebe und dann kann die Seele auch Erlösung finden.
Joel Kaczmarek: Also ich erinnere mich an zwei Orte, wo ich mal so eine Bedrückung empfunden habe. Das eine war der Standort von 9-11, als ich unten unter die Towers gegangen bin. Und das andere, aber ich glaube, dass es an dem Ort inhärent ist, wenn man in Weimar mal am KZ vorbeifährt und da diese Straßen sieht und so. Da merkt man, das kann man spüren irgendwie. Ich weiß immer nicht, ob es mental ist, weil man weiß, wo man da ist oder ob es sozusagen, oder vielleicht ist es auch beides. Jetzt hast du ja was Interessantes gesagt, dass du da eine Verbindung herstellen kannst. Wie darf sich der Laie das vorstellen? Also wenn du jetzt mit jemandem arbeitest und sagst, ich berate dich jetzt medial, ist es dann so, dass du Bilder siehst, hörst du Stimmen, kommt da jemand an den Tisch? Weißt du, was ich meine? Also wie muss man sich das vorstellen?
Tanja Niermeier: Es unterscheidet sich dann. Es gibt Hörmedien, es gibt Sehmedien, es gibt Fühlmedien. Das unterscheidet sich. Manche können alles, ich kann alles, also ich bin mit allem vertraut. Wenn ich aber arbeite, dann weiß ich die Dinge. Also es ist so, dass ich sie innerlich sehen kann, aber ich weiß sie einfach und dann spreche ich sie aus. Es ist sozusagen in meinen eigenen Gedanken oder es zeichnet sich in meinen eigenen Gedanken ab, als könnte ich es ablesen. Und ich versuche natürlich, wenn jemand eine Sitzung bei mir hat, es auch so anzugehen, dass ich der Person erstmal sage, was ich sehe, bevor ich was von der Person weiß. damit die Menschen auch die Möglichkeit haben, mich zu prüfen und auch die Sitzung abzubrechen, falls irgendwas für sie unheimlich wäre oder nicht stimmen würde, was ich sage, damit ich auch gar nicht irgendwie in die Situation komme, unseriös zu sein. Ich glaube, man braucht da so eine Art Und ich muss dir auch sagen, ich vertraue mehr auf das, was ich dann sehe oder wahrnehme, als das, was die Menschen mir erzählen. Weil oftmals habe ich Sitzungen, wo ich dann sage, oh, da ist aber in deiner Kindheit einiges passiert. Und dann ist oftmals eine Reaktion zuerst, nein, nein, meine Kindheit war total toll, da war jetzt gar nichts. Und im Laufe des Gesprächs öffnen sich die Menschen dann und erzählen dann doch, ach ja, stimmt, also da haben sie mich im Kleiderschrank vergessen und nicht zum Abendbrot geholt oder da haben die mich nicht gesucht. Also diese Geschichten zeigen sich dann doch auch oft.
Joel Kaczmarek: Hast du denn viel, sage ich mal, damit zu tun, also mit Skepsis? Kommen dann Menschen und sagen, es ist Hokuspokus und wollen so, weil ich erlebe das, wenn ich mich mit Menschen unterhalte, ich bin jetzt ein sehr spiritueller Mensch, dass dann immer so gesucht wird nach dem Betrug dahinter, weißt du, nach dem, ja es könnte ja aber auch sein, dass, weißt du, was ich meine?
Tanja Niermeier: Ja, aber dazu kommt es gar nicht. Also erstmal haben die ja natürlich bei mir schon auch ein bisschen einen Vorlauf. Also das heißt, die müssen einen Termin ausmachen, dann kommen sie zu dem Termin und dann erzähle ich ja erstmal, was ich sehe. Und meistens entwaffne ich da schon die Menschen, indem das, wenn die merken, wow, jetzt hat sie doch irgendwas gesehen, was stimmt, dann sind die meistens sehr überrascht. Ich habe jetzt keine Leute, die zu mir kommen, die mich prüfen. Das habe ich noch nicht erlebt. Auch keine Journalisten oder so. Das habe ich noch nicht erlebt. Aber die sind eher so offen und sehr überrascht, wenn irgendetwas stimmt, was man ihnen sagt.
Joel Kaczmarek: Wieso ist es eigentlich so, also so von der Verpackung, die du auch gewählt hast, die Menschen, die jetzt den Podcast hören, sehen ja unser Video nicht, aber wie du hier so sitzt, hast du einen blauen Vorhang hinter dir, da ist so ein Pentagramm im Hintergrund, wenn man sich seine Webseite anguckt, da kommt viel so mit Karte, Tarot, also so dieses Klassische. Es sagt wahrscheinlich mehr was über meine Prägung, meine Vorteile aus, aber das ist immer so dieses Klischee, was ich auch mit damit assoziiert hätte, mit diesem Thema. Ist es so, dass dir das total entspricht, diese Verpackung? Weil du bist ja ein super moderner Mensch. Du machst Zoom, du hast das krasseste Equipment, du bist eine lockere, coole Socke, kommst aus Berlin oder warst lange in Berlin. Also ich kenne dich ja. Aber diese Verpackung ist halt so genau dieses Traditionelle, was man sich vorstellt. Wie hast du das für dich gefunden und warum hast du das so ausgewählt?
Tanja Niermeier: Also ich habe das so ausgewählt, auch um so ein Statement zu setzen. Also genau auch diese Gabe oder dieses Hellsichtige oder auch dieses, was eine Hexe entspricht, aus diesem, sagen wir mal, unseriösen Bereich herauszuholen. Also ich versuche für etwas zu stehen und darin redlich zu sein, also so redlich, wie ich es kann. Aber ich finde auch das ganz total schick. Also ich mag das einfach. Und als ich Teenager war, habe ich immer total gerne so Serien angeguckt oder so mystische Serien und mag diesen Stil sehr gerne. Ich finde das einfach total schön und will das auch so vermitteln, auch mit meinen Karten oder mit dem, weil es einfach das ist, womit ich arbeite. Und das darf Menschen natürlich auch neugierig machen. Und ich weiß, dass das crasht, aber ich finde das gut.
Joel Kaczmarek: Ja. Ich mag das Wort redlich. Das hört man irgendwie nicht oft. Das gefällt mir. Das finde ich schön. Und du hast eben, ich übersetze auch immer mal die Begriffe für die Menschen und versuche das auch für mich selber klar zu kriegen. Jetzt hast du gerade das Wort hellsichtig gesagt und du hast vorhin was von Kaschakronik oder so ähnlich gesagt. Was ist sowas?
Tanja Niermeier: Hellsichtig bedeutet hell sehen. Ich sehe in jemandem hell. Also ich kann das Licht in dem anmachen und was sehen und der Person das dann vermitteln. Das ist Hellsicht. Und Akasha-Chronik bedeutet, dass wir haben in unserem Körper Chakren. Und in diesen unterschiedlichsten Chakren haben wir Informationen abgespeichert. Genauso wie wir in den Zellen Informationen der Vorfahren abgespeichert haben im epigenetischen Feld Haben wir auch in unseren Chakren Informationen abgespeichert. und diese Informationen sind in jedem Chakra anders, aber es gibt auf dem Kopf einen Kronenchakra, also das ist ganz oben und darin befindet sich auch die Akasha-Chronik. Und da sind Informationen drin über dich vor deiner Geburt, aber auch nach deiner Geburt und deinem ganzen Seelenbewusstsein, also deiner wahren Persönlichkeit. Warum bist du hier auf Erden? Und für viele Menschen ist es sehr wichtig herauszufinden, warum bin ich hier? Was ist meine Bestimmung? Was gibt es für einen Grund? Warum musste ich die oder die andere Sache erleben? Und das kann man in der Akasha-Chronik nachlesen. Es gibt aber vergleichbar auch noch das Bauchnabelchakra, denn im Bauchnabel ist auch immer nochmal alles verankert, was einen Menschen ausmacht. Also von Anbeginn der Geburt bis zum Ende des Lebens ist es sozusagen da drin manifest und du kannst es da rausfischen oder rauslesen und natürlich dann den Menschen auch helfen, für sich den richtigen Weg zu finden.
Joel Kaczmarek: Ich stelle mir das so vor, es ist doch bestimmt ganz oft so, dass du dann ganz viele Informationen siehst und empfängst und die Menschen, bei denen du das siehst, haben aber Schwierigkeiten, das selbst zu sehen, oder? Also ist das manchmal auch so eine Entdeckungsreise, die du mit den Menschen machst?
Tanja Niermeier: Ja. Also es ist so, dass wenn du jemandem zum Beispiel auch die Zukunft voraussagst, dass der Verstand Zukunft nicht versteht. Der Verstand schöpft nur aus dem Wissen, was er hat. Also das heißt, der Verstand guckt dann einfach mal nach, was kennen wir denn jetzt? Also da Schauen wir mal, ach, das kennen wir nicht. Nee, das machen wir nicht. Das heißt also, wenn ich jetzt dann ankomme und zum Beispiel sage, oh, ich sehe eine ganz tolle neue Partnerschaft in anderthalb Jahren, dann sagt eine Klientin sicherlich dann, ach, das ist der Typ aus dem Sportstudio. Dann sage ich, nee, das glaube ich nicht. Es kann nicht der Typ aus dem Sportstudio sein, weil es ist erst in anderthalb Jahren. Ach, dann ist das der Typ von der Kasse da beim Penny. Nee, ist er auch nicht. Also es ist für die sehr, sehr, sehr schwierig. die Dinge einzuordnen in eine Zeit, die noch nicht ist und das dann als Information zu nehmen. Manchmal warne ich Menschen auch vor Einbrüchen zum Beispiel. Also ich habe eine Klientin, Sie ist schon über 80, ist eine meiner ältesten Klientinnen. Die habe ich vor einem Einbruch gewarnt, dass auf ihrer Terrasse ein Einbruch stattfindet. Und sie hat dann gesagt, ach ja, na ja, wer soll bei mir schon einbrechen? Da hat jemand eingebrochen. Und dann hat sie sich später gemeldet, hat gesagt, du, das ist passiert, ich habe das ja nicht geglaubt. Ja. Also das heißt, es ist für die Menschen sehr schwierig, diese Informationen umzusetzen und ich versuche dann immer so ein bisschen zu sensibilisieren, dass das dann doch auch angenommen werden kann und auch in das Bewusstsein genommen werden kann, dass man in der Zukunft auch wirklich im Gehen darin arbeitet, also im Lauf sozusagen dieses Wissen mitnimmt.
Joel Kaczmarek: Aber was kannst du denn noch alles? Du kannst in der Welt der Geister werken, du kannst auch in die Zukunft sehen. Ist dir das sozusagen als Fähigkeitenbaum in die Wiege gelegt? Kann man das lernen?
Tanja Niermeier: Also man kann das lernen. Ich unterrichte das auch. Also ich gebe dieses Wissen auch weiter. Aber es gibt natürlich da wirklich einen Unterschied zwischen einer Person, die das lernt und die es einfach ist. Und der Unterschied ist tatsächlich in dem, wie die Gabe sich dann auswirkt. Ob du fühlst, siehst, hörst, auf welcher Ebene du wahrnimmst. Ja. Und wenn man jetzt selbst so geboren worden ist, so wie ich und diese Fähigkeit hat, dann ist die kontinuierlich da. Aber die ist für einen am Anfang oder gerade auch wenn man ein Kind ist, nicht schön. Also das ist nicht am Anfang ein sehr einfacher Weg, den du da hast. weil du natürlich mit ganz vielen Emotionen bombardiert wirst und dich dann auch emotional für andere Menschen verantwortlich fühlst, weil du die so intensiv wahrnimmst. Und dann kann es dir natürlich passieren, wenn du diese Gabe hast und du wirst damit geboren und du wirst darin nicht irgendwie unterrichtet oder jemand sagt dir das, dann ist es für einen sehr, sehr schwierig, weil man eben mit so vielen Eindrücken konfrontiert wird, also nicht nur Gefühlen, sondern auch mit Farben und Energien.
Joel Kaczmarek: Ich spüre gerade hunderte von Menschen, die dir jetzt zuhören und sich fragen, wie läuft das mit dem Zukunftsvoraussehen, kann sie mir die Lottozahlen sagen? Das ist ja der Classic, was die Leute dann immer gerne.
Tanja Niermeier: Dessen bin ich nicht mächtig. Aber ich glaube, das ist auch ganz gut, weil man muss jetzt wissen, es gibt eine kollektive Zukunft. Eine kollektive Zukunft bedeutet, da nehmen sehr viele Menschen an etwas teil, wie am Lottospielen. Und ich müsste sozusagen, um da in das Gewebe reinzugehen und das sehen zu können, mich mit all denen verbinden, die daran teilnehmen. Das ist mir viel zu viel, das schaffe ich gar nicht. Das heißt, sowas kann ich nicht. Ich kann eher so in der Seele lesen, was für den Lebensweg der Person wichtig ist und vor allem, wo jemand blockiert ist. Also es gibt ja oftmals Menschen mit wundervollen Gaben. die aus der Kindheit heraus nicht inspiriert worden sind, diese Gaben zu leben. Und das kann ich dann herausfinden und kann dann richtungsweisend sein und ermutigen und sagen, guck mal, in der Zukunft kannst du das erreichen. Es wird sehr günstige Möglichkeiten für dich geben, das umzusetzen. Es wird dir geholfen und du kannst dich sozusagen von deinem alten Ich befreien. Ich glaube einfach, die meisten Menschen leben die Persönlichkeit, zu der sie gemacht worden sind. Und brauchen halt dann einfach die Hälfte ihres Lebens, um sich zu befreien, die Person zu werden, die sie eigentlich sind.
Joel Kaczmarek: Das glaube ich auch. Ist denn Zukunft, also das ist ja die klassische Frage, ist die Zukunft vorgeschrieben, das Schicksal? oder kann man die Zukunft formen?
Tanja Niermeier: Wir können sie formen. Es gibt so etwas, wie ich ja glaube, eine göttliche Ordnung, die in allen Dingen sind. Das sehen wir auch im goldenen Schnitt. Und es gibt auf diesem wundervollen Planeten einfach auch sowas wie Apfelbäume, die wachsen, um uns Essen zu spenden. Ja, es hat alles seine Ordnung. Wir sind also sehr, sehr gut versorgt. Die Zukunft ist aber dennoch, obwohl es diese göttliche Schöpfung gibt und die Ordnung darin, formbar. Also wir haben durchaus die Möglichkeiten, aus einer Situation das Beste rauszuholen oder das Schlechteste. Es ist davon abhängig, wie wir selbst aufgestellt sind und wie wir schwingen. Also ob wir sozusagen positiv eingestellt sind oder in einer negativen Erwartung. Das heißt also, wir bekommen das, Was wir haben wollen. Wenn wir jetzt die ganze Zeit negativ denken, werden wir negative Dinge anziehen, weil das Universum denkt, wir wollen das.
Joel Kaczmarek: Dieses Law of Attraction gibt es also wirklich?
Tanja Niermeier: Ja, definitiv.
Joel Kaczmarek: Und ich meine, ich weiß ja von dir, hast du mir so ein Vorgespräch gesagt, dass für dich auch so ein Anliegen ist, Menschen, die heute zuhören, also klar an deinem Wissen teilhaben zu lassen, was die fünf Dinge jetzt angeht, also so einfach rein faktisch was mitzunehmen, aber vor allem auch mal vielleicht emotional die eine oder andere Tür aufzumachen. Und wenn wir jetzt schon über Zukunft reden, ich glaube, viele Menschen haben ja gerade Zukunftsängste. Also Klimawandel ist irgendwie so ein großer Tanker, der auf uns zurauscht, Rechtsruck ist irgendwie ein Thema, was den Leuten Angst macht, KI, was wird aus meinem Job, ist eine Angst, Geld, Verfall von Bedeutung, gerade auch als Deutsche. Wenn jemand wie du, der dann sagt, okay, ich habe sozusagen so diesen Zukunftsdraht, was kannst du solchen Menschen irgendwie an die Hand geben?
Tanja Niermeier: Also erstmal würde ich grundsätzlich sagen, fürchtet euch nicht. Also was wir an Zeit verschwenden, um uns zu fürchten, ist unglaublich. Viele Menschen handeln eben dann aus der Angst und nicht aus der Liebe. und ich glaube, das Thema ist hier Urvertrauen. Urvertrauen haben. Und das auch wieder zu lernen, dass es das gibt. Weil wenn man sich diese Erde anguckt, wie sie aufgebaut ist, jeder Baum, jedes einzelne Blatt, alles, was uns umgibt, es muss doch von einer unglaublichen Intelligenz hergestellt worden sein und für uns bereitet worden sein. Also das ist ja der Wahnsinn. Also wir sind total versorgt. Und ich glaube, wenn man sich die Welt anschaut, geht es erstmal darum, auch die Menschen zu sehen und dass sie einfach lernen dürfen, wie sie miteinander umgehen. Und ich glaube, es gibt darin sehr viele Aspekte, dass wir auch lernen dürfen, die Vergangenheit zu vergeben, damit eine bessere Zukunft entstehen darf. Und ich glaube, dass es sehr wichtig ist, gerade in der Zeit jetzt, die Haltung der Liebe dem gegenüber zu haben. Ich sehe nicht, dass wir Angst haben müssen. Das Gefühl habe ich überhaupt nicht. Ich habe den Eindruck, dass die Erde in einer Evolution ist, dass die Natur in einer Evolution ist. Die verändert sich. Und das, so wie sie sich jetzt zeigt, das ist ihre Sprache. Und ich glaube, wir Menschen sind in einer Art, in einer riesigen Familienausstellung im Moment, weil wir so viele Dinge nicht geklärt haben, nicht verziehen haben, nicht aufgearbeitet haben. Das präsentiert sich uns jetzt. Und die große Chance, die wir einfach haben, ist, dieses Feld zu klären, eine innere Haltung zu gewinnen, zu sagen, wofür stehe ich. Und wir müssen auch wissen, dass jeder Einzelne von uns dessen mächtig ist, eine positive Auswirkung auf diesen Planeten oder auf andere Menschen zu haben. Wir können jeweils einzeln dafür stehen. Das heißt also, wir sind sehr mächtige Wesen als Menschen.
Joel Kaczmarek: Ich erlebe es ja ehrlich gesagt so, dass ich den Eindruck habe, selbst Menschen, die super stark dem Rationalen anhängen, selbst Menschen, die großen Skeptizismus gegen Dinge haben, wie wir sie jetzt hier seit fast einer halben Stunde besprechen, dass da gerade so eine Offenheit aufkommt. Also dass glaube ich gerade bei vielen Menschen so ein Bedürfnis da ist, nach Klarheit und dass sie dann eigentlich ganz dankbar sind, wenn sich Quellen auftun, auch wenn es vielleicht welche sind, die man in der Vergangenheit gar nicht so als solche wahrgenommen hat. Weißt du, wie ich meine? Geht dir das auch so?
Tanja Niermeier: Ja, wobei ich das Gefühl habe, das passiert schon sehr lange. Also ich habe das Gefühl, das passiert schon seit 2012, dass so ein Umbruch passiert und Und dass die Menschen bereit sind zu verstehen, dass es sowas gibt wie das epigenetische Feld und dass wir in unseren Zellen sehr viele Informationen haben unserer Vorfahren, also auch vom Urgroßvater, vom Großvater und auch natürlich der politischen Vergangenheit. Und dass wir die Möglichkeit haben, durch uns selbst darin Frieden zu finden oder das zu heilen, um es aufzulösen. Also ich glaube, dass die Menschen bereiter sind, aufzuräumen, um eine neue Zukunft zu kreieren. Und das ist tatsächlich etwas, wo ich eine sehr starke Entwicklung sehe und auch eine große Bereitschaft von den Menschen, damit zu arbeiten.
Joel Kaczmarek: Ich kriege da ja übrigens immer einen Knoten im Kopf. Also wenn ich mit Menschen wie dir rede, die mir sagen, ja als Seele sucht man sich seine Eltern aus und dann gibt es sowas wie einen Ahnenbaum und Epigenetik. Also das, was in früheren Generationen passiert ist, ist ja sogar wissenschaftlich bewiesen, dass Zellen Gedächtnis haben. Also kann man ja sogar analytisch sein. Dann ist es nicht mal so, da denken wir so, ja, aber das wird ja alles so komplex, also wenn zwei Menschen sich zusammentun und dann fließt es wieder auseinander, dann kommen ja schon zwei Bäume zusammen und es entsteht ein neuer, also das ist ja, weißt du, was ich meine? Also mein Kind hat dann sozusagen schon mal die doppelte Epigenetik von meinem Teil der Familienseite und von dem meiner Frau und die splitten sich auch wieder, also das hört ja gar nicht auf.
Tanja Niermeier: Ja, wobei im inneren Bild jeder Mensch seinen eigenen Stammbaum hat. Also du siehst immer in deinem inneren Bild deinen Baum. Der Baum ist geschaffen aus allen anderen Bäumen. Ja, das ist so, wie wenn du selbst ein kleines Samenkorn bist und daraus wächst dann sozusagen dieser Baum. Und in diesem kleinen Samenkorn ist aber schon alles drin, alle Informationen, die der Baum braucht, um ein großer Baum zu werden. Und das bekommst du sozusagen mit. Aber ich glaube, im Laufe des Lebens haben wir halt dann die Möglichkeit, diesen Baum zu erobern und auch erst nur festzustellen, was ist da in den Wurzeln los? und was habe ich hier übernommen? und wer bin eigentlich ich?
Joel Kaczmarek: Einen Fragenkomplex finde ich noch spannend, bevor wir mal langsam zu deinen fünf Dingen kommen. Wie bist du das eigentlich geworden? War das so, dass du immer mit 20 dachtest, jetzt hier Berufswunschhexe, ich war irgendwie beim Arbeitsamt in der Berufsberatung und jetzt habe ich mir was überlegt. Wie hat dich das gefunden?
Tanja Niermeier: Also ich war das schon immer. Also ich bin so geboren worden und ich bin auch in einer Hexenfamilie aufgewachsen. Das heißt, ich habe das von meiner Familie her schon mitbekommen, diese Gabe. Und von daher war die sehr normal. Und als junges Mädchen war ich dann in Berlin, bin auch zur Schule gegangen und ich habe schon mit 14 angefangen, Karten zu legen in der mystischen Buchhandlung. Und habe mir da schon ganz schön großen Kundenstamm erarbeitet und manche von denen kommen heute noch zu mir oder haben heute noch Termine. Und dabei ist es dann geblieben. Ich habe das dann weiterentwickelt und habe dann mal auf ProSieben einen Film, eine Serie gemacht mit dem Gabor Harach und die hieß auch Die Hexenschule. Und da haben wir dann ganz viele Frauen begleitet, durch so einen Prozess Hexe zu werden. Und ja, dann ging das so weiter. Es hat sich einfach weiterentwickelt.
Joel Kaczmarek: Aber jetzt mal ganz ehrlich, unter uns und tausend von Zuhörern, Zuhörerinnen, ich stelle mir das jetzt auch nicht immer leicht vor.
Tanja Niermeier: Was stellst du dir denn nicht leicht vor? Da habe ich jetzt gar keine Vorstellung davon, was du meinst.
Joel Kaczmarek: als junges Mädchen in einer Familie konfrontiert zu sein, wo du ja wahrscheinlich als in Berlin einfach ganz anders warst. Und anders sein, gerade im Kindheitsalter, ist ja oft ein Schmerz. Man ist völlig frei von Bewertungen, wenn man anders ist als alle anderen, dann machen die was mit einem oder es macht was mit einem selbst. Also war das nicht manchmal auch schwierig?
Tanja Niermeier: Ja, also mit sieben bin ich ja zu meiner Großmutter nach Bayern gekommen. Und das war wirklich sehr schwierig. Da bin ich dann eben genau mit meiner Gabe und mit diesem Hexentum konfrontiert worden. Und da war ich am Anfang total überfordert. Das war mir unheimlich und das kam mir vollkommen falsch vor. Aber mit der Zeit habe ich dann gemerkt, Mann, ich bin hier genau richtig. Also das Leben hat mich genau an den richtigen Ort geführt. Ich habe aber dann den Prozess gebraucht, also mit 14 war ich dann wieder in Berlin, mich selbst darin zu finden, also dass ich nicht so das Leben umsetze als, spirituelle Persönlichkeit wie meine Familie, sondern ich habe darin dann meinen eigenen Weg gefunden und wusste schon mit 14, dass ich das machen möchte. Mein Klassenlehrer ist damals total ausgeflippt, der hat gesagt, also das gibt es doch nicht, du musst dir doch ein ordentliches Leben aufbauen. Und dann war der da also sehr invasiv und ich habe mich aber dann sehr durchgesetzt und bin dann immer nach der Schule dann zum Kartenlegen gegangen.
Joel Kaczmarek: Und hast wahrscheinlich mehr Umsatz gemacht als er. Ja.
Tanja Niermeier: Genau, also ich habe ihn dann später mal wieder getroffen, da war er bei mir in meinem Laden und da hat er gesagt, Wahnsinn, also durch Sie habe ich gelernt, dass man an sich glauben soll. Sie sind für mich das Beispiel. Also unbeirrt zu sein. Und das war für mich auch ein ganz wichtiges Gespräch und das fand ich ganz toll, dass er das für mich gemacht hat, dass er da reinkam und mir das gesagt hat, weil das hat ganz viel geheilt. Das war für mich als Kind doch so mit 14 Ich habe das einfach gemacht, unbeirrt, aber ich hatte auch Angst, natürlich.
Joel Kaczmarek: Hast du ja niemals das Gefühl gehabt, dass dir das auch so ein Stück weit auferlegt wurde von deiner Familie? Weil du hast ja vorhin auch gesagt, viele Menschen haben so die erste Hälfte des Lebens, machen so was, was ihnen irgendwie eingelegt wird und dann, also wir arbeiten eigentlich das ab, was andere ihnen reingegeben haben, so hast du es gesagt. War das bei dir vielleicht auch so, dass du dich manchmal unter diesem Druck gefühlt hast, ich habe hier eine Hexenfamilie, aber ich habe da gar keinen Bock drauf, ich will lieber Schauspielern oder so?
Tanja Niermeier: Ganz genau. Also es ist so, dass ich mich davon wirklich befreien musste und meine eigene Identität darin finden musste und meine eigene Spiritualität. Und ich muss auch dazu sagen, man kann nicht spirituell wirken und spirituell arbeiten aus dem Ahnensystem heraus. Also man kann es wirklich nur, weil man seine eigene Spiritualität erarbeitet hat. Was also bedeutet, dass du einen inneren Frieden oder eine innere Balance gefunden hast. Sonst kannst du Menschen auch nicht gut beraten. Also du musst schon deinen eigenen Weg gegangen sein und das Feld geklärt haben, um das umsetzen zu können. Sonst funktioniert es auch nicht.
Joel Kaczmarek: So, dann würde ich sagen, es ist langsam mal Zeit, uns mal anzuhören, was du gerne mit 20 schon gewusst hättest. Hast du mit 20 nicht eigentlich alles schon gewusst, wenn du sagst, du kannst in die Zukunft gucken?
Tanja Niermeier: Das wäre auch mein allererstes Thema. Also Das Spannende in meinem Leben ist auch für mich gewesen, dass ich, als ich eben zu meiner Großmutter kam, als ich sieben war, da hat sich mein Leben ganz drastisch verändert. Also mein Vater ist gestorben und meine Familie war vollkommen auseinander. Und ich kam dann zu meiner Großmutter. Und das war irgendwie plötzlich alles weg, was ich vorher hatte oder wie ich mein Leben kannte. Das war ein sehr buntes Leben mit vielen Reisen. Und dann kam ich zu meiner Großmutter und die hat dann erstmal mit ihren Kräutern gearbeitet und mir da allmögliche spannende Sachen erzählt. Aber ich war einfach nur traurig, dass also mein Vater gestorben ist. Und da gab es so eine Phase, da wollte ich gar nicht mehr da sein. Also da war ich jetzt eben ein Kind, ich habe meinen Platz nicht gefunden, ich wollte nicht mehr da sein und bin in einen See gefallen. Ich kann mich jetzt gar nicht mehr erinnern, ob ich das wirklich ob ich wirklich einfach reingefallen bin oder reinfallen wollte, einfach aus Kummer. Und dann bin ich da reingefallen und bin ganz langsam untergegangen. Es war ein ganz merkwürdiges Gefühl, also plötzlich nicht mehr atmen zu können und all das. Und als das passiert ist, bin ich in einen anderen Bewusstseinszustand gegangen, wo ich sehr viel Licht gesehen habe und sehr viel Liebe. Und es war wunderschön, also eine total schöne Energie, ganz herzlich. Und es war, als ob die mich berührt hätte. Und es ist, als ob ich da in dem Zustand mich selbst getroffen hätte. Also mich selbst und meinen schwarzen Haaren, so wie ich heute bin. Und die hat dann gesagt, du pass mal auf, das ist jetzt hier überhaupt nicht dein Weg. Du hast noch wirklich richtig was zu tun. Los jetzt, du musst wieder zurück. Und in dem Moment hat mich meine Oma auch aus dem See rausgezogen und wiederbelebt. Also ich war auch ganz kurz weg. Und von da an war es, als ob ich das Leben irgendwie anders gesehen hätte. Ich habe mich nicht mehr alleine gefühlt. Es war, als wäre ich immer mit der Person, die ich auch heute als Erwachsene bin, verbunden. Also eine Art Nahtoderfahrung könnte man das nennen. Und seitdem habe ich sowieso ständig das Gefühl, dass ich immer mit einem Teil von mir verbunden bin, der schon wesentlich älter ist als ich. Und ich hatte später nochmal eine Erfahrung, wo ich nachts geweckt wurde und eine weißhaarige Frau bei mir im Zimmer stand, mit einer ganz langen weißen Mähne. Und die dann zu mir gesagt hat, weißt du, das wird viel in deinem Leben passieren. Sei immer unbeirrt und hab keine Angst. Handle immer aus der Liebe heraus. Und ich wusste, das bin ich selbst. Also ich treffe da mich selbst. Und dann hat sie gesagt, so, als Zeichen kneife ich dich jetzt, damit wenn du morgens aufwachst und hast einen blauen Fleck, dann glaubst du, dass ich wirklich da war. Und so war es auch. Ich hatte dann einen blauen Fleck am nächsten Morgen und ich wusste irgendwie Ich habe mich selbst getroffen. So war es aber nie wieder. Es war nie wieder so eine Art von Begegnung da. Aber ich habe kontinuierlich das Gefühl, mit mir verbunden zu sein. Und es gibt so etwas in mir drin wie ein Urvertrauen und eine innere Führung. Und ich glaube, dass jeder Mensch in Wahrheit mit sich selbst verbunden ist. Weil ich glaube, dass Anfang und Ende immer miteinander verbunden ist. Das heißt also, wir haben so eine Art innere Führung. Und deshalb ist eines der wichtigsten Teile, die ich mir selbst immer wieder sagen würde, denk dran, du bist immer mit dir verbunden, hör auf deine innere Stimme und lass dich da von ihr auch führen und vertraue. Und deshalb würde ich dir sagen, ja, manche Dinge weiß ich schon. Manche Dinge überraschen mich nicht, aber es ist so, dass ich auch Mensch bin und auch Ängste habe. Also so wie alle Menschen gibt es Dinge, die mir wirklich richtig groß Angst machen können. Und da brauche ich das dann, dass ich mich immer wieder rückverbinde mit mir selbst. Und das ist einer der wichtigsten Dinge, an die ich mich immer wieder erinnere oder die ich mir selbst auch immer wieder sagen werde.
Joel Kaczmarek: Ist es so ein bisschen das, was viele Menschen als Bauchgefühl bezeichnen? Das hat man ja ganz oft, dass jemand sagt, ich habe nicht auf meinen Bauch gehört, hätte ich mal, war richtig scheiße. Ist das auch ein Stückchen?
Tanja Niermeier: Ja, auf jeden Fall. Ich glaube auch, dass das mehr Menschen passiert, dass die sich selbst retten auch, in Anführungsstrichen, richtig retten, aber es gar nicht merken.
Joel Kaczmarek: Ich habe so den Eindruck, dass es so viel Neues, wie würde man es auf Deutsch sagen, so viel Lärm bei vielen Menschen herrscht, dass sie das einfach nicht so sehen, dass sie so ein Dickicht haben, weißt du, weil…. Ich glaube, das eine ist so diese Prägung, die man durch die Familie kriegt, durch das soziale Umfeld, also alleine bei dir jetzt, du hast deine Eltern, du hast deine Großeltern gehabt, du hast den Lehrer gehabt, der dich geprägt hat und so geht es ja ganz vielen Menschen, dass man so viele Sachen auf sich raufgeworfen kriegt, also das ist mal so. das eine und das andere ist ja dann, dass es auch einfach Das ist einfach eine komplizierte Welt da draußen. Also es ist irgendwie ganz viel los. Von daher, was ist denn so dein Gedanke? Wie kann man denn, wenn du sagst, deine Hypothese ist, dass jeder mit sich selbst verbunden ist, das besser hören in einer Zeit von so viel Lärm?
Tanja Niermeier: Das ist Intuition. Und du merkst immer, dass deine Intuition da ist und arbeitet und wirkt, wenn es dich wohin zieht. Wenn dieser Sog so stark ist, dann merkst du, dass es eine gute Intuition ist und dass es dich dann führen will und dass du auf die Stimme vertrauen kannst. Man muss aber natürlich auch sagen, dass das tatsächlich ein wichtiges Thema ist, weil viele Menschen haben viele Stimmen in sich. Manche Menschen haben auch Kritiker in sich oder wertende Persönlichkeiten und Menschen, die Kritiker bei sich haben, die werden natürlich die ganze Zeit dazu gebracht, noch mehr zu arbeiten, noch mehr zu machen, nicht zu ruhen und werden halt getrieben. Und ich glaube, man darf lernen in seinem Leben, auf welche Stimme höre ich und was ist wirklich meine Stimme und aus welchem Prinzip heraus handle ich. Handle ich aus der Angst oder handle ich aus der Liebe oder aus dem Vertrauen? Und man muss wissen, die Stimmen, die einen dahin bringen, dass man nicht aus dem Vertrauen heraus handelt, sondern aus der Getriebenheit oder aus der Angst, sind immer die falschen Stimmen. Das sind nicht deine Stimmen, das sind Stimmen aus den Zellen, aus dem epigenetischen Feld. Und es könnte dann sein, dass das die Stimmen deiner Vorfahren sind.
Joel Kaczmarek: Getriebenheit ist interessant. Ich überlege gerade, ist Getriebenheit für dich dasselbe wie Ehrgeiz? Weil ich habe das oft, dass ich Antrieb habe, dass ich Dinge schaffen möchte und eigentlich denke ich mir manchmal so, warum ist das eigentlich nötig? Also es ist mir inhärent, ja? Und dann bin ich gerne mal an so einem Punkt, dass ich mich dann auch manchmal frage, ist das was, was einem so eingegeben ist oder ist das schon wirklich ein Wert? Weißt du, was ich meine?
Tanja Niermeier: Also ich glaube, Ehrgeiz, um was erreichen wollen und im Feuer zu sein und mit Feuer und Flamme loszudüsen und das umzusetzen, ist was ganz Tolles. Also Menschen haben ja auch eine Mission oder die wissen ja jetzt, darf ich was erreichen und man ist irgendwie Feuer und Flamme und getragen davon. Das ist was anderes, als wenn du getrieben bist und dich quälst und eigentlich ein Burnout hast und irgendwie weißt, jetzt muss ich das alles machen. Ich finde, das ist ein sehr großer Unterschied.
Joel Kaczmarek: Ja, okay, verstehe ich. Weil es ist ja komischerweise auch so, ich erlebe so viele Menschen, wenn sie Dinge tun oder über Dinge nachdenken, dass die so aufs Umfeld schauen. Was denken die Nachbarn? Was denken die anderen? Wie stehe ich da, wenn? Hast du einen Gedanken, wie man sowas los wird und dass man eher auf diese innere Verbundenheit hören kann?
Tanja Niermeier: Also ich finde, das ist ein ganz wichtiger Teil und der hat mich selbst sehr befreit, andere Menschen so sein lassen zu dürfen, wie sie sind. Die dürfen das. Also die dürfen so denken und die dürfen das anders sehen als ich. Wenn es denen damit gut geht, ist es in Ordnung. Ich bin nicht dafür verantwortlich, in irgendeiner Form, wie die sich fühlen. Ich bin für mich selbst verantwortlich und ich habe nur dieses Leben. Und in dieser Verantwortung für mich selbst sollte ich doch dann dem nachgehen, was für mich wichtig ist. Und wenn andere das nicht gut finden, ist das doch vollkommen in Ordnung.
Joel Kaczmarek: Ist nur so leicht gesagt. Ich habe gerade so das Bild im Kopf, wenn ich hier durch Berlin laufe, wenn ich hier Frauen sehe, dann habe ich den Einheitsschnitt an aufgespritzten Lippen vor der Nase und so diesen Insta-Look, die sich alle so anpassen, die sich alle in so eine Form geben.
Tanja Niermeier: Naja, aber das bedeutet ja dann einfach nur, dass sie das brauchen. Ich glaube, wenn man sich die Menschheitsgeschichte anguckt und auch verschiedene Stammesvölker, dann gab es so unterschiedliche Sachen. Es gibt ja Völker sogar, die sich Narben ins Gesicht schneiden. Und es ist für die eine Zugehörigkeit oder ein Schutz. Und jeder Mensch versucht auf eine andere Art und Weise zugehörig zu sein. Und in dieser Etappe des Lebens sind das nun mal aufgespritzte Lippen. Also dann ist das so. Und wenn die sich damit wohlfühlen, dann sollen die das mal schön machen. Weil das ist dann ihr Gefühl, das ist ihr Schwimmflügelchen für Zugehörigkeit oder ihr Schwimmflügelchen für ich bin richtig.
Joel Kaczmarek: Ich finde ja per se Schwimmflügeln schon geil als Bild, aber wenn man es auf aufgespritzte Lippen anwendet, das ist ja nochmal doppelt cool.
Tanja Niermeier: Weißt du, also ich glaube, da darf man das nicht werten und ganz viel Liebe fließen lassen, weil das ist einfach, das zeigt einfach, ich will hübsch sein, ich will dazugehören, ich will richtig sein. Und wenn man das nicht weiß aus einer inneren Kraft heraus, dann muss man das machen.
Joel Kaczmarek: Erlebst du da nicht aber so ein gewisses Gequältsein drin?
Tanja Niermeier: Ja, sicherlich. Es ist nicht die geheilte Variante von Zugehörigkeit. Es ist nicht das geheilte. Ich, was sagt, ich gehöre dazu. Aber es ist der Versuch. Es ist das Schwimmflügelchen.
Joel Kaczmarek: Schönes Bild. Hast du eine Technik sonst, mit der du sagst, wenn ich dies, das, jenes mache, bin ich total gut in der Lage, mich mit mir selbst und meiner inneren Stimme zu verbinden?
Tanja Niermeier: Selbstliebe. Und das ist innere Kindarbeit. Also anzufangen, dich lieb zu haben, so wie du bist. Also manchmal, wenn ich auch mit Frauen innere Kindarbeit mache und dann frage, sag mal, was hast du denn als Kind gern gegessen? Dann sagen die einen Apfel. Dann sage ich, Quatsch, du hast doch total gern Haribo und irgendwie Schokolade gefuttert. Das war doch niemals ein Apfel. Ja. Also es ist für viele schwierig, dem Wahren zu folgen, was da in dir drin ist, aus Angst davor, dass man dann nicht das sagt, wie die anderen sich das so wünschen würden. Also man versucht sehr angepasst zu sein. Und die Selbstliebe kann bei ganz einfachen Sachen schon mal anfangen, dass man also dieses Kind, was man in einem drin hat, auch da abholt, wo es steht. Also mit dem, was es wirklich braucht. Und Das innere Kind auch als ein reales Wesen zu sehen und zu wissen, diese Gefühle sind auch in einem drin. Und die wollen auch manchmal eine Schokolade oder ein Märchen. Die sind halt auch einfach noch klein. Manchmal sind wir auch klein. Und ich glaube, der größte Schritt ist Selbstliebe.
Joel Kaczmarek: Also mein inneres Kind will andauernd Schokolade, kann ich dir sagen.
Tanja Niermeier: Ja, aber man muss natürlich dann auch liebevoll sagen, okay, jetzt heute kriegst du zwei Stück und dann reicht das auch. Man muss schon lieb auch sein mit dem Kind.
Joel Kaczmarek: Okay, also ich glaube, innere Kindarbeit ist wahrscheinlich nochmal eine ganz andere riesige Baustelle, die wir aufmachen. Also ich glaube, da könnten wir alleine drei Folgen wahrscheinlich zumachen. Vielleicht hangeln wir uns stattdessen mal weiter. zu deinem zweiten Ding, was du gerne schon mit 20 gewusst hättest.
Tanja Niermeier: Ja, also dadurch, dass ich ja nun als Kind zu meiner Oma gekommen bin und meine Mutter sozusagen nicht handlungsfähig war, weil es ihr einfach sehr schlecht ging, bin ich auch eines der Kinder, was dann versucht hat, die Mutter zu retten. Also das ist ja dann immer ein Vorhaben, das ist ja gar nicht möglich. Also bin ich natürlich auch zu einem Wesen geworden, wo ich sehr schnell, und das ist auch ein Teil meiner Gabe, ablesen kann, wie geht es denn jemand anderem? Was braucht der von mir und wie kann ich denn am allerbesten helfen? Und dadurch war ich natürlich als Kind schon im Retter-Opfer-Täter-Dreieck gefangen und wollte also retten. Und das war schon auch ein großes Thema lange in meinem Leben und um zu lernen, nicht jeder Mensch will gerettet werden. Und wenn wir dann versuchen, die Menschen zu retten, dann verbrauchen wir natürlich sehr viel Energie und sind super enttäuscht, wenn die das nicht umsetzen, was wir denen da super tolles gerade alles ermöglicht haben. Und die sind ja dessen oftmals nicht in der Lage. Das heißt, wenn wir jetzt versuchen, jemanden zu retten, können wir die Person nicht in jemanden verwandeln, die sie nicht sind. Wir müssen sehen, wer bist du und kannst du diese Hilfe überhaupt annehmen? Und ich glaube schon, dass ich in meinem Leben viel Energie hergegeben habe, um zu retten, wo die Menschen noch gar nicht an dem Punkt waren, gerettet werden zu wollen.
Joel Kaczmarek: Kannst du das, was du gerade gesagt hast mit dem Retter-Opfer-Täter-Dreck mal erklären für Menschen, die davon noch nie was gehört haben?
Tanja Niermeier: Ja, also das Retter-Opfer-Täter-Dreieck ist das Drama-Dreieck. Es ist ein psychologisches Dreieck. Es ist also sozusagen eine Aufreihung oder Aufstellung von Persönlichkeitsanteilen, die in einem System oder in einer Beziehung handeln können. Und wenn du in einer Beziehung bist, dann ist es möglich, wenn du aus der Kindheit heraus eine Prägung hast, wo ein Elternteil zum Beispiel nicht emotional verfügbar war, Dann kann es dir also passieren, dass du später in deinem Leben einfach eben wie ich eine Retterin bist. Das führt aber dazu, wenn du dann in einer Beziehung jemanden retten möchtest, der nicht gerettet werden will, dass du sogar zur Täterin wirst, weil du ja die andere Person nötigst. Und wenn du zur Täterin geworden bist, dann wird dein Gegenüber, welches du gerade retten wolltest, dich versuchen abzuwehren und dann fühlst du dich als Opfer. Es ist aber so, dass wenn du in einer Beziehung mit jemandem bist, dass du ständig diese Rollen wechselst. Also wenn du im Drama dreieck gefangen bist, bist du mal das Opfer, mal der Retter, mal der Täter und dein Gegenüber auch. Und solche Beziehungen sind immer ungut, weil die halt tatsächlich immer schmerzhaft enden. Also die enden entweder damit, dass du der Täter bist oder das Opfer. Und es geht dann darum, gerade auch in der spirituellen Arbeit, genau diese Opfer-Retter-Täter-Dreiecke aufzulösen. Viele Menschen sind darin gefangen, gerade in Beziehungen.
Joel Kaczmarek: Wie steigt man aus diesem Drama-Dreieck denn aus?
Tanja Niermeier: Indem, dass man innere Kindarbeit betreibt und herausfindet, wann hat es angefangen, dass ich mich als Retterin oder als Retter gefühlt habe? Oder wann hat es angefangen, dass ich mich als Opfer gefühlt habe? Wann bin ich zum Opfer geworden? Und dann geht es darum, den inneren Persönlichkeitsanteil, der sich so fühlt, darin zu bestärken, das nicht mehr zu brauchen und das aufzugeben. Bei mir war es vergleichbar so, ich musste aufgeben, meine Mutter retten zu wollen. Ich musste das akzeptieren, dass sie ein Mensch ist, die nicht gerettet werden will. Also sie wollte leiden, das war ihr Weg. Und das musste ich lernen, das zu akzeptieren und das habe ich dann auch. Und habe dann zu ihr immer gesagt, so, du bist wundervoll so, wie du bist, ich lasse dich so, ich liebe dich und gut ist es. Also ich konnte das damit auch klären. Das heißt, wir müssen herausfinden, was ist meine Ursprungsgeschichte, wo hat das angefangen? Also wann bin ich zur Retterin geworden und habe Verantwortung für jemanden übernommen, wo gar keine Verantwortung war?
Joel Kaczmarek: Ich hab das auch mit 40 erst verstanden, dass es genau sowas gibt, weil ich hab irgendwann mal den Begriff gehört, dass Menschen manchmal auf eine bestimmte Art in Beziehung gehen. Und das finde ich ist, wenn man das mal verstanden hat, ich gehe auf eine Art in Beziehung. Es kann vielleicht auch eine schlechte Art sein, indem ich, weiß ich nicht, aggressiv auf mich aufmerksam mache oder indem ich gerne traurig bin oder das Opfer spiele. Oder indem ich auch ganz total nett bin. Und es ist ja erstmal so kontraintuitiv, dass jemand sich schlecht fühlen möchte und dass dem nicht gerettet werden möchte oder die. Und wenn man dann aber mal verstanden hat, dass es vielleicht manchmal auch darum geht, dass es den Menschen was Bekanntes ist. Also das hat mir zum Beispiel schon mal so eine Tür aufgemacht, dass es halt ist, die fühlen sich zwar nicht gut, aber das, was sie dort erleben, das kennen sie und damit haben sie eine Sicherheit. Genau. Genau.
Tanja Niermeier: Also bei meiner Mutter ist es auch so, wenn ich mit der telefoniere und sie sagt dann, du Mausi, also ich bin Mausi, du Mausi, mir geht es ganz schlecht, ganz schlecht. Dann sage ich danach immer zu meinem Mann, du, der geht es gerade richtig gut, ist wieder alles in Ordnung. Also das muss man halt einfach wissen, weil das ist das, was sie kennt. Meine Mutter ist sehr schwer traumatisiert worden. Und aus dieser Traumatisierung heraus hat sie eine Realität für sich geformt, in der sie sich sicher fühlt. Es ist ihre Identität geworden.
Joel Kaczmarek: Und sag mal, du hast ja gerade gesagt, manche Leute wollen nicht gerettet werden. Ist denn der Anreiz zu retten für dich per se was Schlechtes oder was Erstrebenswertes? Also ist es gut, wenn man Leute retten möchte oder ist es eigentlich gar nicht so gut? Weil ich habe zum Beispiel von meiner Mutter immer dieses Wort Helfer-Syndrom zugeworfen. Ja, hier ist ein Helfer-Syndrom, wenn ich dauernd Leuten irgendwie helfen möchte. Und ich glaube, da gibt es schon ein Kontinuum. Ich glaube, das ist nicht immer sozusagen das negative Extrem. Aber ich bin mal ganz neugierig darauf, was da dein Blick ist.
Tanja Niermeier: Ich glaube, alle Dinge im Leben brauchen ihre Balance. Und so ist es auch mit dem Retten. Es gibt darin auch eine Balance. Und ich glaube, dass man da aufpassen muss. Alles kann etwas Negatives werden. Also wie gesagt, das Retten kann sich zu etwas Negativem entwickeln. Aber dadurch, dass alle Dinge eine Balance haben dürfen, wenn wir sie wirklich auch eingehen, dann kann es einem nicht passieren. Ich für mich beschließe da immer in der Null zu sein, also neutral zu sein und mich zur Verfügung zu stellen und zu sagen, ich bin da und ich helfe, wenn danach die Frage auch ist. Also wenn ich gefragt werde oder Wenn ein Autounfall ist und man aussteigen darf und dann Hilfe leisten darf, dann mache ich das alles. Aber ich mache es nicht überdimensional oder grenzüberschreitend. Und das ist aber wirklich tatsächlich von Mensch zu Mensch anders und von Biografie zu Biografie anders. Ich musste für mich einfach lernen, ich bin nicht jederzeit hier Superwoman irgendwie im Einsatz. Ich habe so ein paar Erlebnisse in meinem Leben gehabt, Die waren dann auch wirklich crazy, weil ich versucht habe, jemandem echt zu helfen und es für mich so aussah, als müsste man Hilfe leisten und es war gar nicht notwendig. Und deshalb glaube ich, dass helfen auch was mit Grenzüberschreitung zu tun hat. Als Teenager hatte ich mal eine Situation, da war ich 18, da war ich bei Bilka einkaufen. In der Lebensmittelabteilung. Und dann bin ich zu den Pizzaregalen gegangen und plötzlich hingen da so zwei kleine Beine aus diesem Pizza-Gefrierfach da raus. Und dann bin ich da näher ran und habe daneben einen Rollstuhl stehen sehen und dachte, oh mein Gott, da ist Der kleine Mann aus dem Rollstuhl in diese Gefriertheke reingefallen. Ich musste ihn auf der Stelle retten und bin hin, habe alle Sachen fallen lassen, habe den gepackt, aus dieser Gefriertruhe rausgeholt, mit eigener Körperkraft, habe den wieder in seinen Rollstuhl reingesetzt. Und der hat sich total aufgeregt. Der ist total ausgeflippt, weil es hat sich später herausgestellt, es war seine Technik, aus seiner Kraft heraus sich in die Truhe fallen zu lassen, um seine Pizza rauszuholen. Das heißt also, für mich war das wie, dieser Mann ist absolut in Not, ich muss ihm sofort helfen. Und er wollte mich anzeigen, dass ich ihn da jetzt hier gleich unsittlich berührt hätte und aus diesem Gefrierding wieder rausgeholt habe. Das heißt also, da ist mir so klar geworden, durch den wie grenzüberschreitend das sein kann, weil man die Dinge anders interpretiert.
Joel Kaczmarek: Also ich persönlich bin ja immer der Meinung, man darf auch irgendwie so ein bisschen den Leuten mit Empathie begegnen und dann verstehen, dass du es gut gemeint hast.
Tanja Niermeier: Das war bei dem nicht der Fall. Also der hat sich nicht so gefühlt. Also für den war das, als würde ich ihn überfallen.
Joel Kaczmarek: Ja, ich habe eine ehemalige Freundin, die mir mal was ähnliches erzählte, dass sie mal in der U-Bahn stand und da war jemand mit einem Rollstuhl und sie beugte sich dann runter und entschuldigte sich, weil es so eng gedrängt war und meinte, ob alles okay sei und ob er irgendwie Hilfe brauche oder so. Und es tut ihr leid, wenn es zu eng sei. Der hat ausgeholt und hat ihr auf die Fresse gehauen. Nee, nee, nee, genau.
Tanja Niermeier: Also hat ihr euch dann geknallt. Ja, also da darf man wirklich aufpassen, ja. Das ist Naja, ich glaube, man kann auch fragen, obwohl wenn jetzt jemand in so einem Gefrierregal drinnen hängt, wie willst du den noch fragen?
Joel Kaczmarek: Können Sie mir mal die Erbsen reichen und dabei sagen, ob das hier ein Problem ist, was Sie da gerade haben?
Tanja Niermeier: Der war auch ganz schön schwer. Also ich habe das nur so geschafft mit so eigenem Körper. Ich weiß auch noch genau, wie der sich anfühlt. Also das war wirklich ein Erlebnis.
Joel Kaczmarek: Aber es ist ein schönes Bild, weil es glaube ich, ich finde das in der U-Bahn ist noch nicht mal so gängig, weil da hat man gefragt und kriegt einen auf die Fresse, wenn sie ihn da rausgeschoben hätte und hätte einen auf die Fresse, wäre es ein ganz anderer Touch gewesen, aber deswegen bei deinem Beispiel wird das sozusagen ganz schön plakativ. Danke, finde ich toll. Wie sieht es denn mit deinem dritten Punkt aus?
Tanja Niermeier: Ja, also der dritte Punkt hat etwas damit zu tun, also meiner Meinung nach auch mit dem hermetischen Gesetz von Senden und Empfangen. Und ein sehr wichtiger Teil in meinem Leben ist auch zu lernen, eben Hilfe annehmen zu können. Also das war gar nicht so einfach und ich glaube, es ist für viele Menschen gar nicht so einfach. Und es gibt im hermetischen Gesetz das Gesetz des Sendens und des Empfangens. Und senden bedeutet, das machen wir jetzt auch mit dem Podcast, also du machst es, du sendest, aber die Leute müssen es ja auch auf Empfang sein, also damit sie es hören können, sonst funktioniert es ja nicht. Und die meisten Menschen, auch gerade jetzt so im Geschäftsbereich, ist das natürlich eine sehr wichtige Thematik, die senden, die versuchen die ganze Zeit zu ackern und total viel zu machen und auf sich aufmerksam zu machen und die Besten zu sein und vieles zu schaffen. Aber viele von uns empfangen dann nicht. Und das Empfangen ist was ganz Passives, weil das Passive da drin ist, dass man innerlich auch wirklich weiß, ich muss nichts tun, es kommt zu mir. Das hat natürlich auch wieder ganz viel mit dem Vertrauen zu tun. Und ich glaube, dass ich früher, als ich so 20 war, das noch nicht gewusst habe. Ich war eine absolute Senderin. Also ich habe die ganze Zeit geliefert und versucht Es allen recht zu machen und allen alles zu ermöglichen und für sie da zu sein und meine Kraft zu geben. Und ich habe damals noch nicht gewusst, dass es auch so etwas gibt wie Liebesnahrung, die ich auch brauche. Also sicherlich kann ich mir die selber geben, aber Es gibt auch sowas wie Wertschätzung oder Liebesnahrung oder Energie, die wir von den anderen auch wieder zurückbekommen. Und das Hammermäßige an diesem hermetischen Gesetz von Senden und Empfangen ist auch, dass es was damit zu tun hat, wie du wirtschaftlich dastehst. Ob du jetzt natürlich deine ganze Kraft rausgibst und deine ganze Energie rausgibst und wie viel bekommst du dann zurück? Also was bekommst du an finanziellen Dingen zurück? Wie ist der Geldfluss, der zu dir fließt? Wie ist der Liebesfluss, der zu dir fließt? Das heißt also, wenn du nicht auf Empfang bist und offen dafür bist und innerlich auch die Einstellung hast, es steht dir zu, dass du etwas zurückbekommst, dass man dir auch was gibt, dann bekommst du nichts. Dann wirst du eine Person sein, die immer wieder diesen Dingen hinterherrennt. sehr viel Energie aufbringt, sehr viel macht, aber nicht empfängt. Und das ist etwas, was ich so gelernt habe, so mit 30, auch ein bisschen durch meine Assistentin Simone, weil die kam irgendwann, die war meine Schülerin, hat gesagt, pass auf, ich arbeite jetzt für dich. Und da habe ich gesagt, nee, also das geht gar nicht, ich mache alles alleine. Und sie, nein, ich arbeite jetzt für dich. Und dann habe ich die eingestellt. Viel später aber, das war nicht mit 30, das war dann schon später, also die hat eine ganze Weile gebraucht, bis sie durchgedrungen ist zu mir und das umsetzbar war. Und als sie dann angefangen hatte, war das so, als ob es mir so ganz schwer fiel. Also das war, als ob ich irgendwas Wichtiges aus der Hand geben würde. Und mit der Zeit habe ich aber dann gemerkt, das wird ja alles immer leichter und immer mehr und der Fluss wird immer mehr und es fließt immer mehr zu mir. Und dann war das richtig gut, weil plötzlich natürlich so ein, ich konnte etwas abgeben. Es war jemand da, eine Persönlichkeit, die das für mich übernimmt. Ich musste es nicht mehr selber machen. Und dadurch ist ein großer energetischer Fluss entstanden. Und dann hat mich das unendlich weitergebracht. Also es heißt, was für mich da ganz wichtig war, ist Sachen abgeben können, helfen lassen, empfangen. Also das war ein riesen, riesen Schritt für mich.
Joel Kaczmarek: Ich finde es total interessant, weil ich habe eine Bekannte, die ist Coaching, auch auf Unternehmer konzentriert. und das, was du gerade beschrieben hast, ist glaube ich sehr stark manchmal auch meine Geschichte oder der Status, den ich gerade verlasse, weil ich bin auch immer so, die kam dann zu mir und meinte, Joel, du bist ja immer so hart am Hasseln, aber du kommst nicht ausreichend ins Ernten. Also das, was du Empfang genannt hast, hast du die Ernten genannt, was ich ein schönes Wort eigentlich finde. Und es ist interessant, weil ich glaube, das machen viele, dass viele Leute hasseln, um es mal so ein bisschen neudeutsch zu sagen, aber dieses Ernten nicht hinkriegen. Und ich frage mich jetzt gerade, was ist der Schlüssel dafür? Ist es einfach nur Raum lassen? Also mal etwas nicht tun, zurücktreten und das Bild sich entfalten lassen? Oder gibt es noch ein Element, was es braucht, damit das eintritt, was du gerade beschrieben hast?
Tanja Niermeier: Also für mich war es ein Gefühl von, ich öffne mich dem, loslassen zu dürfen. Also einerseits sende ich und gebe natürlich meine Informationen raus und arbeite. Aber auf einer anderen Ebene darf ich im weiblichen Prinzip auch loslassen. Also jeder Mensch hat ja männlich und weiblich in sich. Und der männliche Aspekt sendet stärker, der macht und tut. Und das weibliche Ich muss nichts tun, das darf einfach empfangen. Und ich habe mir dann immer gesagt, ich lehne mich jetzt zurück und ich darf das und ich darf jetzt mal was annehmen. Und das hat, wie gesagt, da auch sehr lange gebraucht. Die hat mich wirklich Jahre überzeugt, bis ich so weit war. Ich war ein harter Knochen, mich darauf einzulassen, weil ich das Gefühl hatte, in dem Moment, wenn ich es loslasse und es nicht mache, dann gerät es außer Kontrolle. Es hatte also auch was mit Urvertrauen zu tun. Ich war nicht im Vertrauen. Es war aber dann so, dass ich ihr auf jeden Fall vertrauen konnte. Ich wusste, der kann ich vertrauen. Und dann habe ich es langsam gelernt und habe losgelassen, habe mich darauf eingelassen und es hat total funktioniert.
Joel Kaczmarek: Ich glaube, das ist manchmal auch mit Erfahrungen verbunden, die es braucht, oder? Weil ich habe einen Business-Club, eine Business-Community. und dann gab es so einen Moment, wo ich fand, also es ist ja immer noch eine Erfindung. Also das Ding ist jetzt gut ein Jahr alt und du merkst halt, manche Sachen, die du dir überlegt hast, funktionieren kolossal nicht, andere schon. Und dann gab es so einen Moment, da war mir irgendwie die Hände gebunden, was weiter reingeben zu können. Ich war irgendwie drei, vier Wochen nicht in der Lage, zu füttern, sage ich jetzt mal, also zu hasseln. Und dann stand ich so da und dachte so, ja scheiße, wird jetzt hier ein Viertel oder die Hälfte der Leute wird weggehen. Die werden kündigen. Ich werde hier massen Kündigungen haben. So wie ich. Wenn hier nicht gedelivert wird, dann hauen die alle ab. Dann dachte ich, ja okay, fuck it. Kannst aber nichts machen. Das andere ist gerade wichtiger. Dem widmest du dich jetzt. Gut, dann machst du jetzt rückwärts einen Kopper runter von der Klippe hier und hoffst, dass unten Wasser ist und irgendwie ausreichend tief. Und das Verrückte war, hat fast keiner gekündigt. Und ich hab gemerkt so, die haben ja miteinander kommuniziert. Ach guck, Wenn ich nichts mache, kommt trotzdem was. Weil im Gegenteil, wenn du ja immer reingibst, dann sind die Leute irgendwann auch so verwöhnt, der Alte füttert uns ja immer und so. Also ich habe das echt gemerkt, dass ich diesen Moment gebraucht habe, rückwärts Köpper vom Cliff und ich schlage nicht auf, sondern da ist erfrischendes Wasser und es findet sich schon.
Tanja Niermeier: Ich glaube aber auch, dass man sendet, ohne dass man wirklich was dafür tun muss. Also wenn man, jeder Mensch hat ein eigenes Energiefeld und ein Charisma und dieses Charisma sendet auch. Das macht es tatsächlich von selbst.
Joel Kaczmarek: Ich würde ja sogar manchmal sagen, ich erlebe manchmal Menschen, denen irgendwie ganz viel zufließt, wo ich sagen würde, das ist genau umgekehrt ein Verhältnis. Also da ist das Ernten total groß und das Hasseln total klein.
Tanja Niermeier: Wenn jemand sehr gut empfangen kann, dann geht das total. Also du musst gar nicht immer nur senden, um zu empfangen. Du kannst tatsächlich auch Phasen des Lebens haben, wo du einfach auf Empfang gehst und dann fließt es. Das ist ja das Wichtige, dass wir wissen, das ist so ein bisschen wie, du wünschst, dass Post kommt, aber wenn du den Briefkasten zugeklebt hast, dann geht es nicht. Das heißt, du musst den Briefkasten aufmachen, dass deine Post zu dir kommt und dann bist du offen dafür, dass die Energie fließt. Und das ist das Entscheidende, diese innere Haltung, ich bin offen, das, wofür ich die ganze Zeit gearbeitet habe, auch in Empfang zu nehmen.
Joel Kaczmarek: Das ist interessant, weil ich habe gerade so einen Bekannten von mir im Kopf, der erzählt mir immer, was dem alles geschenkt wird. Ja, ich habe mich gerade mit dem Unternehmer getroffen, die machen hier diese Laufbänder. Ich sage so, ja, die kenne ich, die kosten 5000 Euro. Ja, hat er mir eins geschenkt? Ich sage so, was wollte er dafür haben? Social Post? Nee, hat er mir geschenkt. Warum? weiß ich nicht, der mag mich einfach, der findet mich cool, hat er mir einfach geschenkt. So kindliche Naivität, wie im Süßigkeitenladen. Oh, schenkst du mir? Oh ja, dankeschön. Interessant.
Tanja Niermeier: Ich glaube, dass das sowas ist. Also, dass uns sowas zuteil werden kann, wenn wir offen dafür sind.
Joel Kaczmarek: Aber ist es so einfach, dass man einfach sagt, ich lehne mich zurück, so Leute, hier ist der Klingelbeutel oder hier ist mein Tisch, gebt mir eure Gaben, ich bin bereit zu empfangen.
Tanja Niermeier: Gar nicht. Es ist super schwer. Deshalb ist es auch ein hermetisches Gesetz. Und es hört sich so einfach an. Ach, das Gesetz von Senden und Empfangen. Ja, das ist es nicht. Es ist auf jeden Fall ein Ausbildungsteil in meiner Schule. Und ich muss dir mal sagen, meine Schüler arbeiten daran. Das ist nicht etwas, wo du das einfach so erzählst und dann machst du es und setzt es um. Sondern das Empfangen hat was mit Nahrung zu tun. Also die Energie oder das Geld, was du bekommst, nährt dich. Und viele Menschen sind nicht gewöhnt, genährt zu sein. Die gehen dann in eine Abwehrreaktion und die kann auch sehr unbewusst sein. Und es ist auch so, dass viele Menschen Schutzmauern aufgebaut haben, dessen sie sich nicht mehr gewahr sind. Das heißt also, diese Schutzmauern verhindern oft, dass das, was du haben willst, ankommen kann. Das heißt, es kann schon sein, dass du auf Empfang gehst, aber wenn du davor noch so eine fette Schutzmauer hast, kommt es nicht durch.
Joel Kaczmarek: Das beobachte ich manchmal, wenn man Menschen Komplimente macht. Wenn du zu manchen Leuten sagst, wow, du hast ja eine schöne Bluse an, die steht dir aber wie eine Eins. Mann, klasse. Und dann sagen die, ach ja, das alte Ding, das habe ich doch. Das verliebt man sehr oft, finde ich. Schön. Warum heißt es eigentlich hermetisch? Hermetisch kenne ich von verriegelt, abgeschlossen, es kommt nichts rein.
Tanja Niermeier: Das hermetische Gesetz sind ja überlieferte Lehren und die sind auf einem sehr uralten Steinfelsen. Also das sind sehr, sehr alte Lehren. Warum das jetzt hermetisch heißt, weiß ich tatsächlich gar nicht. Also das ist mir nicht gewahr oder könnte ich jetzt nicht in dem Sinne erklären. Aber diese Gesetze sind sozusagen auch magisch und haben in sich drin Lehren, die sehr, sehr tiefgreifend sind. Und die sehr hilfreich sind, wenn man jetzt zum Beispiel sich damit beschäftigt, Geld zu manifestieren oder erfolgreich zu sein oder eine glückliche Beziehung zu führen.
Joel Kaczmarek: Gut, das werde ich mir weiter anschauen, wie wahrscheinlich viele andere, die sich gerade einen Knick ins Ohr gemacht haben. Was ist dein vierter Punkt?
Tanja Niermeier: Mein vierter Punkt ist tatsächlich das Thema Vergebung und das hat etwas damit zu tun, dass ich für mich selber festgestellt habe, dass ich nicht, also früher auf jeden Fall, jetzt ist das schon sehr viel aufgeräumter, dass ich auf jeden Fall nicht alle meine Gefühle binde, also dass ich gemerkt habe in meinem Leben, dass sehr viele alte Gefühle in mir drin sind, auch Ängste in mir drin sind, die mich manchmal auch durchs Leben geleitet haben oder geführt haben. Und ich hatte, als ich klein war, auf jeden Fall große Angst zum Beispiel vor Aufzügen. Ich wollte immer nicht in den Aufzug gehen. Und meine Großmutter hat dann irgendwann gesagt, ach, das ist der Opa. Weil der Opa ist im Krieg im Aufzug verschüttet worden und hat da also eine sehr negative Erfahrung gemacht und wäre da auch beinahe gestorben. Und als ich sehr klein war, habe ich immer furchtbar geschrien, wenn ich in den Aufzug sollte. Und mir war dann irgendwann klar, okay, da habe ich doch tatsächlich die Gefühle vom Opa übernommen. Also eins zu eins, die sind wirklich tatsächlich in meinen Zellen drin. Und vieles davon habe ich versucht dann aufzulösen, also mit Techniken wie Ahnenausstellung oder Transreisen, Meditation. Aber ich habe auch gemerkt, das lässt sich nicht einfach so loswerden. Also manche Dinge sind so tiefgreifend und man muss jetzt auch wissen, wenn jetzt so ein Opa im Aufzug im Krieg verschüttet worden ist, hat er da ein Schutzmuster installiert, was ich jetzt in meinen Zellen habe. Das heißt, ich kann diese Schutzmuster, die ich dann habe, die über Generationen dann weitergegeben werden, nur auflösen, wenn ich auch verzeihe. Also wenn ich das Trauma vergebe, wenn ich sagen kann, okay, ich verzeihe das jetzt und ich finde eine innere Haltung darin, dass das befriedet ist und kann es dann loslassen. So würde ich eben auch sagen, dass ein sehr wichtiger Teil ist, den ich mir selber sagen würde, verzeihe. Ja, verzeih und lass die anderen so, wie sie sind. und auch die Dinge, die vor dir schon passiert ist, bevor du überhaupt geboren worden bist, die kannst du auch verzeihen, weil dann bist du dessen mächtig, Dinge aufzulösen und nicht fortzuführen.
Joel Kaczmarek: Ich denke gerade darüber nach, ich habe irgendwann mal bemerkt, wenn einem was Schlechtes passiert ist, ein Trauma und es kann ja sogar sein, dass das, was einem passiert ist, wirklich de facto ein Verbrechen war, schlecht, falsch, in übler Absicht, kann ja sein. dass ich einmal eigentlich realisiert habe, wenn man den Leuten die ganze Zeit böse ist, der Ort, wo das schlechte Gefühl liegt, ist ja gar nicht bei den Leuten, sondern bei einem selbst. Das heißt, eigentlich ist Verzeihen wahrscheinlich auch einfach ein Vorgang, den man für sich selbst macht und gar nicht so sehr für den anderen. Weil ich glaube, viele Menschen haben eine Schwierigkeit damit, jemandem zu verzeihen, weil sie dann denken, sie sprechen ihn irgendwie frei von etwas, was doch falsch war. Weißt du, was ich meine?
Tanja Niermeier: Ja. Aber ich glaube halt, dass diese Dinge uns vergiften. Es ist auch wieder ein bisschen das Opfer-Retter-Täter-Dreieck. Man ist an was gebunden, was nicht das eigene ist oder die eigenen Gefühle. Und man muss dann tatsächlich so ein bisschen gucken. auch nochmal, wenn es einem so schlecht tut und einen so sehr vergiftet, dass man dann eben auch bereit ist, tatsächlich zu sagen, ich verzeihe es jetzt und ich kann es abschließen. Wobei man sagen muss, Vergebung ist die größte Herausforderung. Verzeihen ist gar nicht so einfach, weil es gibt natürlich verschiedene Schichten zu verzeihen auf einer Verstandesebene. Aber es ist hier sicherlich wichtig, auf einer Herzensebene auch zu verzeihen. Und da geht es darum, dass man auch bereit ist, diese negativen Gefühle oder das, was man vielleicht an Wut oder an Angst in sich hat, auch aufzugeben. Dass man sich damit nicht mehr identifiziert, dass man sagen kann, ich bin nicht diese Gefühle.
Joel Kaczmarek: Ich glaube, also kann ja nur für mich sprechen, aber ich habe immer den Eindruck, dass es schwer fällt, sowas loszulassen. Ich glaube, das hat am Ende des Tages damit zu tun, sich gesehen zu fühlen. Also mir ist auch vor gar nicht so langer Zeit was passiert, was ich als, finde ich auch faktisch, sehr ungerecht fand. Und wenn man dann aber gar nicht die Gelegenheit hat, sich zu äußern, was einen daran stört, dann hält man da so ein bisschen dran fest. und irgendwann habe ich dann gemerkt, naja, okay. Also zum einen hat es jemand anders geäußert und dann war es für mich okay, da habe ich sofort diese Erleichterung gemerkt. Aber ich könnte mir vorstellen, dass es ganz vielen Menschen so ein Anliegen ist, dass es auch mal ausgesprochen wird, dass ich gesehen werde in dem Schmerz, den ich habe und in der Ungerechtigkeit, die mir widerfahren ist.
Tanja Niermeier: Aber das kannst du ja für dich selbst. Ich würde tatsächlich sagen…. Es ist immer überlegenswert, ob man jemand anderem das sagt. Wenn das jetzt aktuell ist, auf jeden Fall, dann sollte man das immer sofort sagen und nicht warten und dann zurückgehen und sagen, du damals 1970, das war nicht richtig scheiße, was du da gemacht hast. Das ist dann nicht mehr nachvollziehbar. Und man muss halt auch immer einplanen, dass wenn du die Möglichkeit hast, das mit jemandem zu besprechen, dass der andere dann in die Abwehr geht und nicht zuhört. Ja, weil der das gar nicht oder sie das nicht hören will. Das heißt also, man muss immer für sich auch entscheiden, macht es Sinn, also kann ich da was klären oder gerate ich in eine Situation von Gegenwert. Deshalb möchte ich da auch wirklich nochmal sagen, jeder kann das auch für sich alleine und kann auch sagen, ich verzeihe mir und ich verzeihe den anderen und hiermit löse ich es auf, es ist für mich vorbei.
Joel Kaczmarek: Ja, weil ich habe so die höchste Form der Aggression, nämlich Schweigen erlebt und Entzug. Also es gibt ja Menschen, die kriegen, also Ghosten ist ja in unserer Gesellschaft mittlerweile ein echtes Ding geworden und das kann ich schon verstehen, dass es dann auch irgendwie eine Anstrengung ist, diese Gefühle zu verarbeiten.
Tanja Niermeier: Aber weißt du was, wenn das jemand macht und dann so ghostet und sich entzieht, dann ist das eine Schwäche. Dann sagt das über die Person aus, dass man mit der Situation nicht umgehen kann. Und dann kannst du ja schon erkennen, dass du in einer Situation bist, wo du mit einer Person zu tun hast, die dessen nicht mächtig ist, die an dieser Stelle sehr schwach ist. Und wenn du dir dann die Gesamtsituation anschaust, kannst du dir auch erklären, warum das so abgelaufen ist. Da fehlt etwas in der Verbindung. Es zeichnet sich ab, dass du es mit jemandem zu tun hast, der nicht in Verbindung gehen kann oder die nicht in Verbindung gehen kann. Und das sollte dir schon einen Steg bauen der Heilung. Weil da ist Unmacht ein Thema.
Joel Kaczmarek: Ich finde ja auch immer alleine, wenn man die Warte verändert, also wenn man eine neue Einsicht hat, das hat ja schon ganz viel Heilung. Ich erinnere mich, ich habe mal ein Buch gelesen über NLP, Neurolinguistisches Programmieren und da war eine Geschichte von jemandem, der in so einer Currywurstbude steht und dann immer fragt, was die ganzen Sachen kosten. Was kostet eine Currywurst? 2,20, steht da wieder oben, gucken Sie mal. Und Bulette? Ja, auch 2,20. Steht ja da. Was ist denn, wenn ich mit Pommes zwei Buletten nehme und noch Ketchup dazu? Und dann rastet der halt voll aus. Bist du zu blöd oder was? Da oben schießt doch. 2,20 plus 2,20 plus am Angebot 7,40 Euro. Und dann kommt ein Mensch, der daneben steht und sagt, entschuldigen Sie, ich glaube, der Herr kann nicht lesen. Der ist Analphabet. Und boom, ist so, weißt du, oh, das tut mir leid, entschuldigen Sie, natürlich erzähle ich Ihnen dann, also passen Sie auf, 45 Grad im Angebot und wissen Sie was, ich packe Ihnen noch ein Brötchen dazu, weil Sie sind so ein netter Typ. und es tut mir leid, wäre das Missverständnis. und hier ist noch eine Cola. Und das meine ich, dass man, wenn man manchmal so eine andere Wahrnehmung hat, wenn man so ins Verständnis geht, ist man manchmal viel bereiter, also mir geht es zumindest so, ich mag ja vielleicht bei anderen anders sein, da dann einfach.
Tanja Niermeier: Ja, das ist wahrscheinlich der springende Punkt. Nicht jeder ist dessen mächtig. Manche Menschen sind dessen nicht mächtig, in eine Klärung eines Themas zu gehen. Die hauen dann ab, weil sie nicht wissen, wie es geht. Und trotzdem kannst du dich davon befreien. Einfach du für dich, indem du sagst, okay, dann kläre ich das für mich alleine.
Joel Kaczmarek: Hast du es auch damals so gemacht mit dem Tiefkühltrunentaucher?
Tanja Niermeier: Ja, also ich bin dann noch mal zu dem hin, weil der auch bei mir in der Gegend wohnte. Ja, der wohnte parterre. Und dann bin ich noch mal zu dem hin mit Blumen und so. Und dann hat er zu mir gesagt, Sie können mal froh sein, dass ich Sie nicht anzeige für unsittliche Berührungen. Ja, also weil ich die da ja ausgeholt habe. Und der war nicht offen dafür. Und ich habe dann irgendwann gemerkt später, da habe ich als Teenager immer geguckt, Karate-Kid. Und dann habe ich gemerkt, okay, ich bin jetzt Karate Kid und der ist mein Lehrer. Also da habe ich tatsächlich einen Lehrer getroffen, weil der hat mir total viel beigebracht. Also ich habe durch den so viel gelernt für meine Arbeit später. Und zwar wirklich zu erkennen, ab wann ich eingreifen darf. Weil wenn du Menschen berätst, dann inspirierst du sie ja. Du inspirierst sie ja, bestimmte Dinge zu tun oder ihr Leben zu verändern. Und darin muss man sehr achtsam sein, dass man da nicht an der falschen Stelle ein Rädchen dreht. Und durch den habe ich wirklich gelernt, aha, okay, so und so viel darf ich und alles andere ist zu viel.
Joel Kaczmarek: Man sagt ja auch immer diesen Begriff der Arschengel. Also jemand, der dich voll nervt, hat eigentlich so eine Message für dich bereit.
Tanja Niermeier: Ja, ja. Ich glaube, dass wir gerade in einer Zeit sind, wo wir viele solcher Menschen treffen. Also wo wir sehr stark konfrontiert werden mit Menschen, durch die wir etwas lernen, was uns überhaupt nicht passt. Und wo wir jetzt nochmal so in unsere dunklen Ecken gucken können, um aufzuräumen und das Feld zu klären. Also ich glaube, das ist gerade ganz doll dran.
Joel Kaczmarek: Also wenn ich richtig mitgezählt habe, einer fehlt noch.
Tanja Niermeier: Ja, also das Letzte ist tatsächlich dieses Überlege dir genau, was du manifestierst und wie du dich fühlst dabei. Also da ich ja eine Hexe bin, manifestiere ich natürlich auch viel und habe ja auch mein Leben manifestiert. Und ich würde auch sagen, ich lebe im Paradies. Also ich bin sehr, sehr glücklich, so wie ich lebe. Und dieses Manifestieren, also das Umzusetzen, dass die Dinge so passieren, wie ich es mir vorstelle oder wie ich es mir gewünscht habe, Ist ein ganz, ganz wichtiger Teil, aus welchem Aspekt heraus handle ich. Weil ich glaube, dass sich Dinge sehr schnell manifestieren können. Und auch gerade dann, wenn wir so ein bisschen unbewusst sind. Und ich glaube, ein sehr wichtiger Teil ist auch darin, darauf zu achten, auch Negatives kann sich manifestieren, wenn wir dessen nicht gewahr sind. Ich hatte auch, als ich so 20 war, eine Situation, wo ich mit meinem Mountainbike losgefahren bin und dann war ich auf dieses Mountainbike total sauer, weil es war irgendwie schwer und unhandlich und überhaupt gar nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Ich dachte immer, ich habe mein Mountainbike und ich flitze jetzt hier los und fahre da durch die Gegend und dann war das aber gar nicht so toll. Und dann war ich von dem Ding irgendwie genervt und bin da mal losgefahren und habe es dann auch viel geschoben und dann mal abgestellt und mich umgedreht und so ein bisschen geguckt. und als ich wieder zurückkam, war es weg. Und Und dann stand ich da und dachte mir, wieso ist das denn jetzt weg? Ich bin eine Hexe, das kann doch gar nicht sein. Was ist mit meinem Schutzzauber? Bis ich gemerkt habe und dann musste ich echt lachen. Ich mir dachte, Mann, das Universum hat mich gehört. Das hat hier gehört, dieses scheiß Fahrrad. Ich will das überhaupt nicht mehr haben. Blödes Mountainbike. Mach doch, dass es weggeht. Und schwupp war es weg. Es ging ganz schnell. Und dann habe ich mir gedacht, okay, meine Güte, das funktioniert aber hier mega schnell. Also wenn das mit allen Dingen so ist. Und ich glaube eben natürlich, dass das Universum nicht unterscheiden kann zwischen, das übernimmt keine Verantwortung. Wenn du dir was wünschst, dann denkt es, ach, die will, dass das Fahrrad verschwindet. Okay, erledigen wir. Das sucht dann irgendjemand, der es gebrauchen kann und der holt sich das. Und so war es auch. Und für mich ist es so, dass ich da meinem Ich tatsächlich erzählen würde, es gibt solche Situationen, wo du vielleicht aus Versehen, aus der Angst heraus etwas manifestierst. Du kannst genauso gut aber auch dein Paradies manifestieren, was ich jetzt übrigens für mich manifestiert habe. Und das Zweite, was ich in der Situation gelernt habe, Da war dann nicht nur mein Fahrrad weg, sondern da war natürlich auch meine Tasche dabei und alles, kannst du dir ja vorstellen. Und dann stand ich da und dachte mir, oh Gott, ja, also wie komme ich denn jetzt wieder nach Hause? Ich habe ja gar kein Geld. Damals gab es noch kein Handy. Da konntest du nicht irgendwie jemand anrufen. Da gab es nur Telefonzellen, die nach Zigaretten und Pipi rochen. Also sonst war da nichts. Und dann stand ich da und dann dachte ich mir, okay, ich setze mich jetzt erst mal hin und verbinde mich wieder mit mir, weil ich war irgendwie ganz schön auseinander. Und dann habe ich mich da hingesetzt und mich mit mir wieder verbunden. Und dann kam plötzlich einer meiner Klientinnen vorbei, so eine ältere Dame. Und die war da auch unterwegs. Und dann habe ich gesagt, ja Mensch, was machst du denn hier? Und dann hat sie gesagt, ach, ich war hier gerade unterwegs, soll ich dich nach Hause fahren? Habe ich gesagt, ja klar, super. Dann hat die mich mitgenommen. Und das Wichtige in dieser Quintessenz ist, Für mich gewesen, das Universum macht das, was du dir wünschst, egal ob positiv oder negativ, das wertet nicht. Und das Zweite, was sehr wichtig war, dir wird immer geholfen. Es gibt immer eine mütterliche oder väterliche Kraft, die dir hilft, wenn du auf Empfang bist. Also ich war auf Empfang und war offen dafür und so kamen die dann auch. Und das war öfter so in meinem Leben. Und in letzter Zeit finde ich mehr denn je, also dass so Menschen, die so mütterlich sind, sehr unterstützend aus dem Nichts kommen können. Und ich glaube, das ist für viele Menschen sehr wichtig, wenn die in Not sind, dass sie wissen, dass es immer etwas geben kann, wenn man offen dafür ist, was einem hilft. Man muss sich nur öffnen. Und das hat mir ein unglaubliches Urvertrauen gegeben, bis heute. Das habe ich immer noch.
Joel Kaczmarek: Wäre auch geil gewesen, wenn du gesagt hättest, was machst du denn hier? Und sie sagt, ach, ich gehe hier spazieren. Ich habe gerade ein Fahrrad gefunden. Stell dir mal vor.
Tanja Niermeier: Ja, ich glaube, das ist nicht die klassische Fahrraddiebin.
Joel Kaczmarek: Ich weiß aber genau, was du meinst.
Tanja Niermeier: Das war irgendwie ein ganz wichtiges Erlebnis für mich. Aber das ist noch öfter passiert und ich muss meistens ziemlich lachen, weil ich dann irgendwie denke Das Universum kommuniziert ja auch. Das ist ja auch eine Schulung, dass du lernst, okay, richte deine Gedanken aus. Wo hast du die überhaupt und bist du negativ oder positiv aufgestellt? oder in welche Richtung denkst du gerade? Und das hat mir wirklich in meinem Leben sehr geholfen, darauf zu achten. Und es gibt natürlich auch, obwohl ich das unterrichte und obwohl ich weiß, dass es funktioniert, manchmal Zweifel, sodass ich manchmal zweifle, klappt das jetzt wirklich oder kann ich das jetzt wirklich manifestieren?
Joel Kaczmarek: Ja, aber ich erinnere mich zum Beispiel, ich bin mal nach Sri Lanka gefahren mit Freunden und dann hatten wir da so eine, für die Verhältnisse, für dort ist es glaube ich eine Villa gewesen am Strand und die haben die Dächer, sitzen nicht auf den Wänden drauf, sondern die sitzen so auf Säulen quasi an den Ecken, dass du quasi über jeder Wand so einen halben Meter Abstand hast. Und in dieser Villa waren halt auf dem Boden, so in dem Schlafzimmer, waren halt schon mal öfters Kakerlaken. Und ich war voll der Paranoika, ob mich da irgendwelche Insekten stechen könnten. Ich hab immer in meine Schuhe reingeguckt, bevor ich da reingegangen bin. Ich hab meine Tasche, ich hab meine Klamotten gar nicht in den Schrank geräumt, sondern in der Tasche gelassen und die mal Reißverschluss zu, weil ich hatte mal einen Bekannten, der hat in Südafrika gelebt und hat mir halt erzählt, Wie es da war, mit irgendwie Garagentor hochziehen, drunter greifen, zack, Insektenstich, Gefahr von Tod. Und ich weiß noch genau, ich habe da in diesem Bett geschlafen, mit so einem fucking Moskitonetz drüber. Und da ist in der Nacht ein Tausendfüßler zu mir ins Bett gekrochen, hat mich in den Arm gebissen. Und ich musste nachts um drei, die einzige Nacht, wo unser Fahrer dann sein Telefon nicht anhatte, mit einem Tuk-Tuk in so ein motherfucking öffentliches Krankenhaus fahren. Das war der dreckigste und ekligste Ort, den du dir jemals vorstellen kannst. Da willst du nicht tot über einem Zaun hängen. Es war wirklich so, da sind Hunde gestreunt durch die Krankenhausgänge teilweise unten, weil es offen war. Und dann lag ich da mit irgendwelchen Leuten, die so Dengue-Fieber hatten und hab da irgendwie eine Schmerztablette gekriegt. Und am Ende noch, ich glaub, 500 Euro Telefonkosten produziert, weil ich meine Eltern angerufen hab und gefragt hab, ob sie auch denken, dass es nicht so eine geile Idee ist, sich hier eine Spritze geben zu lassen. Und dann habe ich mit dem Typen am nächsten Tag geredet und er meinte, das haben sie in 30 Jahren nicht einmal erlebt, dass hier einer vom Tausendfüßler gebissen wird. Und seitdem denke ich so, ja okay. Also ich glaube manchmal, wenn man sich auch so in den Ängsten hingibt, dann zieht man sowas auch so ein bisschen an. Wir hatten ein Pärchen dabei, da war nix. Da war nix. Ich war der Einzige.
Tanja Niermeier: Du ziehst das ins Feld, wie du dich ausrichtest. Das ziehst du an. Oder so wie du dich liebst, so ziehst du die Liebe in dein Leben. Das ist verrückt, aber es ist so. Wenn du mit dir selbst nicht im Reinen bist, dann ziehst du Menschen an, die auch nicht mit dir im Reinen sind.
Joel Kaczmarek: Und doch ist es irgendwie komisch. Also ich weiß, meine Mutter hat sowas als Kind immer zu mir gesagt. Man zieht dies, das, jenes an. Da habe ich immer gesagt, was ist hier los? Habe ich jetzt einen Magneten im Arsch oder was? So ein Quatsch. Woher kommt das? Ist das sowas vom Universum? Als Lichtwesen? Weißt du, was ich meine?
Tanja Niermeier: Naja, das ist tatsächlich das Gesetz der Anziehung. Weil du als Gesamtwesen wahrgenommen wirst. Also so wie ich über das Fahrrad nachgedacht habe, worüber ich mich so geärgert habe, Und es ist so, dass wenn das Universum dich liest, auch eben deine Gefühle, Emotionen und Ängste, also das, womit du gespeist wirst, abgelesen hat. Und du bist halt gespeist worden durch das Wissen des Freundes. Das hat das Universum empfangen und dann hat es dir das geliefert, weil es dachte, du willst es. Also der Tausendfüßler ist möglicherweise manifestiert.
Joel Kaczmarek: Wow, bis heute noch irgendwie, oder? Na gut. Ja, aber spannend. Also jeder Mensch ist mit sich selbst verbunden. Nicht jeder will gerettet werden. Es gibt das hermetische Gesetz von Senden und Empfangen. Vergebung und Loslassen ist wichtig. Und überleg dir genau, was du manifestierst. Also das ist ja mal ein schönes Bouquet an Dingen, die dich da wahrscheinlich begleiten. Dankeschön.
Tanja Niermeier: Sehr gerne. Ja, du, dann würde ich sagen, ich muss ja jetzt schon bald wieder in meinen nächsten Termin.
Joel Kaczmarek: Ja, dann in diesem Sinne. Vielleicht bis zum nächsten Mal.
Tanja Niermeier: Danke dir. Ja.