Mediale Radio-Moderatorin: Wo die Angst ist, ist der Weg

18. Juli 2025, mit Joël Kaczmarek

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**Joel Kaczmarek: **High Five, Leute. Hier ist Joel. Und ihr wisst ja, ich frage ja hier immer spannende Personen, was sind denn so die fünf Dinge, die ihr gerne schon mit 20 gewusst hättet. Und vielleicht habt ihr euch schon mal gefragt, Joel, wie kommst du denn eigentlich auf die Leute? So, und da gibt es zwei Wege. Entweder ich entdecke jemanden und finde ihn persönlich spannend oder ich hole mir total proaktiv Empfehlungen ein. Und die Person heute, da trifft ein bisschen beides zu. Die finde ich spannend. Und jetzt hat er Mixed Check nämlich hinter ihr. Aber ich habe sie auch empfohlen bekommen, nämlich von der lieben Christina Sacken. Die war ja auch schon bei uns hier im Podcast, ein Medium. Und die liebe Susanne Brückner, die Christina mir herzlich... empfohlen hat. Die ist nämlich ein multimedialer Tausendsasser, hätte ich jetzt beinahe gesagt. Also sie hat, wie ich, das Thema Audio. Sie ist nämlich beim Radio, bei Radio Charivari als Moderatorin. Sie hat gleich mehrere Podcasts, also so wie ich hier Serientäterin, nämlich Einfach machen ist einer ihrer Podcasts, wo sie mit Menschen drüber redet, wie man ins Machen kommt, die sich selbstständig machen, die kreativ sind oder oder oder. Und dann hat sie natürlich zusammen mit Christina mit Herz und Verstand, also auch da noch einen Podcast um Medialität. So, und spannendes Detail, sie legt auch Tarotkarten und da war ich natürlich neugierig. mir gedacht, okay, jemand, der viele Menschen durch seinen Beruf trifft als Moderatorin, der sich auskennt mit meinem Medium, der dann auch noch medial ist. Also da muss ich mal hören, was die fünf Dinge sind. Von daher, liebe Susanne, schön, dass du da bist. Hallo.

Susanne Brückner: Hallo, ich freue mich sehr, Joel. Hi.

Joel Kaczmarek: Ja, wie kommt man dazu? Ist diese Klassikerfrage. Wie ist das bei dir, dass du, also weißt du, Podcast ist ja noch plausibel mit deiner Story, aber so dieses Mediale ist ja schon ungewöhnlich.

Susanne Brückner: Ja. Tatsächlich, also interessanterweise war dieses Mediale eigentlich schon immer da. Und mir ging es so, wie wahrscheinlich vielen so nach dem Abi, was mache ich jetzt, oh Gott, oh Gott. Und es gab immer so zwei Dinge, die mich immer schon interessiert haben. Das war so Psychologie, Spiritualität im weitesten Sinne und Medien. Also wirklich Medial und Medien, ja auch so eine Wortverwandtschaft. Und ich habe tatsächlich mal angefangen zu studieren, Sozialpädagogik, habe dann relativ schnell gemerkt, nee, das ist es irgendwie doch nicht. Und bin dann eigentlich ganz klassisch über ein Praktikum, habe erst bei einer Zeitung gearbeitet. Ich bin dann zum Radio und ich weiß nicht, ob du auch so Momente kennst, wenn du so das Gefühl hast, ach, das ist so komplett meins. Und so ging es mir beim Radio. Das werde ich nie vergessen. Erster Tag Praktikum. und ich bin wie elektrisiert aus diesem Praktikum aus der Tür vom Funkhaus raus und dachte mir, das ist das, was ich machen will. Es macht mir so viel Spaß. Und so ging der Weg. Die Medialität tatsächlich. jetzt im Rückblick, würde ich sagen, das war immer schon da und ich habe eigentlich angefangen, mich mit Medialität und Spiritualität zu beschäftigen aus Angst tatsächlich, weil ich irgendwie das Gefühl hatte, okay, ich nehme mehr wahr als andere Menschen und ich kann das nicht einordnen. Also ich spüre manchmal... Ich habe das Gefühl, jemand ist in meinem Zimmer. Ich habe geträumt zum Beispiel, wann meine Oma stirbt. Damals war ich 16, 17 und das hat mich komplett überfordert. Und ich hatte so das Gefühl, okay, da ist irgendwas, was ich aber nicht greifen kann, was ich auch nicht so wirklich beherrschen kann im Sinne von, ich kann das nicht ein- und ausschalten. Das kommt manchmal und dann fühle ich mich unwohl. Und dadurch habe ich eigentlich erst mit einer medialen Ausbildung angefangen und bin dann so richtig tief eingetaucht in das ganze Thema Medialität und Spiritualität.

Joel Kaczmarek: Und sag mal, wie reagierst du deinem Umfeld darauf? Weil Radio ist ja auch nicht weit weg von Nachrichten. Nachrichten ist recht faktengetrieben. Also das ist ja sehr kopfgesteuert, während Medialität ja sowas Spirituelles, oft eher gefühlsorientiertes ist. Wie haben denn so die Menschen um dich herum darauf reagiert?

Susanne Brückner: Ja, ich habe das tatsächlich ganz, ganz lange Jahre auch nicht so wirklich... öffentlich erzählt. Also ich habe das so engen Freunden erzählt, die wussten das natürlich, meine Familie wusste das, aber ich habe das im Job nie so wirklich erzählt. Und tatsächlich diese Angst, nicht mehr ernst genommen zu werden, das geht ja ganz vielen so, dass man dann gleich in so einer esoterischen Ecke landet und die Leute denken dann, man läuft nur noch rosa gewandelt durch die Gegenden und kann nicht mehr einkaufen gehen, weil die Energien so schlecht sind. Also das ist ja auch so ein Vorurteil, was ich früher auch so ein bisschen hatte und was ja leider immer noch besteht. Und ich habe gemerkt, also interessanterweise, diese Angst scheint wegzukommen. Das hat sich abgebaut, tatsächlich aber auch. Du hast es ja anfangs gesagt, ich habe ja noch einen anderen Podcast, der mit Spiritualität nicht so wirklich viel zu tun hat. Und da spreche ich mit ganz vielen Menschen, die Unternehmer sind, die sehr erfolgreich sind in ihrem Job. Und da habe ich auch festgestellt, dass tatsächlich alle Menschen, die sehr erfolgreich sind, mit denen ich zumindest gesprochen habe, Da ist Meditation mittlerweile komplett angekommen. Es war natürlich, als ich damals angefangen habe mit Meditieren, das ist mittlerweile über 20 Jahre her, da hat das keiner, ich kannte niemanden in meinem Alter, der das gemacht hat. Ich war immer überall die Jüngste und auch so von meinen Freunden, die waren vielleicht mal so ein bisschen interessiert, aber nicht so tiefgehend, wie ich das war. Und das hat sich total geändert.

Joel Kaczmarek: Und hast du gelernt, das zu kontrollieren, was du da tust? Also kannst du jetzt sagen, hier, ich lege mir die Hände an die Stirn, ich spüre, was bei dir gerade los ist oder was ist so dein Way of doing?

Susanne Brückner: Also tatsächlich, wir können das ja alle. Das möchte ich an der Stelle auch nochmal sagen. Das ist jetzt keine Gabe, die nur ich exklusiv habe oder die nur Auserwählte bekommen. Also wir kennen das ja alle manchmal. Also hast du bestimmt auch schon mal erlebt, du triffst jemanden und hast sofort das Gefühl, der kommt mir bekannt vor oder irgendwie das klickt so, das spürt sich irgendwie gut an. Also so ein Gefühl haben wir ja alle. oder wir kommen in einen Raum und ohne dass irgendwas gesagt wird, spüren wir sofort so, da fühlen wir uns wohl oder da fühlen wir uns irgendwie nicht wohl. Und das kann ich mittlerweile kontrollieren und habe es natürlich auch ausgebildet und kann natürlich. Ich biete ja auch Tarot-Liesungen an. und tatsächlich, wenn jemand sagt, hey, ich möchte zum Beispiel gerne wissen, was bei mir ein Potenzial in beruflicher Hinsicht ist. Ja, ich weiß vielleicht nicht, wie es für mich jobmäßig weitergehen soll, ob ich mich selbstständig machen soll oder nicht. Dann kann ich das tatsächlich mithilfe der Karten. Die sind für mich immer ein ganz gutes Instrument, weil dann mein Kopf eine Erklärung hat für das, was ich spüre. Also dann kann ich mich selber so ein bisschen überlisten quasi und kann das ganz gut übersetzen. Aber das ist etwas, was jeder kann und ich kann das ein- und ausstellen. der medialen Ausbildung ist auch ein wichtiger Punkt, erstmal zu merken, wo beginne ich oder wo höre ich auf und wo fangen die anderen an. Und das ist oftmals ein Problem bei Menschen, die so ein natürliches Talent, sag ich jetzt mal, haben. Die tun sich oft schwer damit, sich selber zu spüren, weil sie immer sehr viel im Außen sind und alles andere sehr gut wahrnehmen. Und das war eigentlich so die, also dadurch konnte ich es ganz gut oder kann ich es jetzt ganz gut kontrollieren, weil ich jetzt viel genauer weiß. wo ich eigentlich anfange und aufhöre und wo der andere anfängt und aufhört.

Joel Kaczmarek: Darf ich dir mal eine flapsig-frische Frage zu Tarot-Karten stellen?

Susanne Brückner: Bitte gerne.

Joel Kaczmarek: Ich habe mich immer gefragt, wenn du das dreimal hintereinander machen würdest, dann würden doch jedes Mal andere Karten kommen. Weißt du, was ich meine?

Susanne Brückner: Tatsächlich, das Interessante ist, ich mache das ja schon viele, viele Jahre. Und natürlich habe ich früher vor allem für Freundinnen gelegt. Und da war ganz oft das Thema Liebe natürlich so ein Dauerthema. Und selbst wenn wir da in kürzeren Abständen, ich sage jetzt mal innerhalb von ein paar Wochen gelegt haben, dann kamen vielleicht andere Karten. war immer das Gleiche. Also das war immer sehr interessant auch für mich zu sehen, dass vielleicht dann andere Karten kommen, aber die Dynamik und die Thematik ist die gleiche, nur mit anderen Karten dann dargestellt. Und es werden dann vielleicht andere Aspekte betont, aber die Grund Problematik oder die Grundherausforderung, die ist immer die gleiche.

Joel Kaczmarek: Na gut, Susanne Brückner, die kartenlegende mediale Radiomoderatorin. Dann bin ich ja jetzt mal gespannt auf deine fünf Dinge. Ist ja immer so unscharmant, Damen, das zu fragen, aber magst du mir mal verraten, wie alt du bist?

Susanne Brückner: Aber gerne, ich bin 43.

Joel Kaczmarek: Okay, also 23 Jahre. schauen wir jetzt zurück. Was ist denn so? das Erste, was dir da... da aufkam, wo du sagst, hey, das wäre gut gewesen, mit 20 zu wissen.

Susanne Brückner: Tatsächlich, mein erstes ist, wie innen, so außen, wie außen, so innen. Und das war so eine Thematik, die ich nicht gerne gehört hätte, mit Anfang 20 wahrscheinlich, nämlich, dass Das, wie soll ich es ausdrücken, das, was sich im Außen zeigt, ist eigentlich immer ein Spiegel dafür, wo du im Innen gerade stehst. Und ich habe diesen Satz selber mal gehört in einer Meditationsgruppe, als mein Leben gerade im kompletten Umbruch war. Also gerade Trennung und es war alles ganz dramatisch. Also wir haben ja alle manchmal so große Lebensumbrüche, wo wir merken, wow, da verändert sich gerade wirklich was Fundamentales. Und da weiß ich noch, da kam dieser Satz, wie außen, so innen, wie innen, so außen. Und ich dachte mir so, Moment mal, was ist denn das für ein Quatsch? Das kann doch wohl nicht wahr sein. Das Äußere, das ist doch nichts, was ich in meinem Innen habe. Da sind ja die anderen, die Umstände, die Menschen sind dafür verantwortlich, wie es mir geht. Also letztendlich anders ausgedrückt, vielleicht nicht ganz so poetisch. Übernimm Verantwortung für dein Leben, sonst macht es jemand anderes oder keiner. Also ich glaube, das ist so eine Erkenntnis, die hätte ich gerne schon früher gehabt.

Joel Kaczmarek: Ich bin noch ein bisschen zu doof, um es richtig zu blicken, was du mit dem Punkt meinst. Also wenn du sagst, wie innen, so außen, das kann ich noch verstehen. So nach dem Motto, man sieht dir außen an, wie du dich innen fühlst. Was ist mit der zweiten Kehrtwende gemeint? Also wie außen, so innen?

Susanne Brückner: Naja, das, was du in deinem Leben hast, also angenommen, du bist in, ich finde bei Beziehungen sieht man es immer sehr schön, du bist in einer Beziehung und die Thematik haben ja viele Menschen, sind vielleicht mit Partnern zusammen, wo es irgendwie nicht wirklich funktioniert, die es vielleicht bindungsängstig ist und man hat so das Gefühl, oh Gott, ich habe den falschen Partner, aber ich... schaffst irgendwie auch nicht, mich zu trennen. und eigentlich müsste der Partner sich verändern und dann wäre mein Leben perfekt, dann hätten wir die perfekte Beziehung. Da bringt es überhaupt nichts, im Außen quasi am Partner hinzudoktern und zu sagen, du musst dich verändern, sondern wirklich mal zu gucken, okay, was in mir geht denn eigentlich in Resonanz mit diesem Außen? Also warum ziehe ich mir denn so einen Menschen in mein Leben, der bindungsunfähig ist? Also muss es ja auch in mir irgendeine Bindungsunfähigkeit geben. Also das ist damit gemeint, dass alles, was sich im Außen uns präsentiert, Da sollten wir uns immer hinterfragen, was hat das eigentlich mit uns zu tun? Das ist damit gemeint.

Joel Kaczmarek: Ich merke das faszinierenderweise auch bei Krankheiten. Also ich stelle manchmal fest, die Leute haben eine Krankheit und dann kannst du so, das klingt vielleicht doof, aber so ein inneres Ding da drauf projizieren oder merkst das so. Also Beispiel, jemand schluckt seine Gefühle immer runter und kriegt Probleme mit dem Magen. Oder wenn Leute manchmal zu schnell laufen und sich den Fuß verstauchen. Weißt du, was ich meine? Dann rennt man auch so durchs Leben. Also da kann man natürlich sagen, ach, so ein Zufall, esoterisch und laberababer. Aber ich finde, wenn man da einmal den Blick für geöffnet hat, dann begegnet einem das überall. Geht dir das auch ein bisschen so? Total.

Susanne Brückner: Und ich finde gerade bei Sachen, die so wiederkehrend sind. Es gibt ja Menschen, die haben ständig Mandelentzündung, ständig Blasenentzündung oder irgend so was fast schon chronisches. Da finde ich, macht es immer total Sinn, mal zu blicken. Okay, was bedeutet das eigentlich auf einer psychosomatischen Ebene? Ich weiß jetzt nicht, ob ich sagen würde, dass wirklich alles immer den Ursprung in der Psyche hat. Kann gut sein. Also ich merke bei mir, wenn ich eh schon zum Beispiel gestresst bin oder wenn... ich vielleicht eh schon wenig geschlafen habe und dann kommt noch, dann kippt es irgendwann so und dann werde ich krank. Also wenn ich merke, okay, es ist vielleicht generell von allen zu viel und dann kommt noch eine Nacht dazu mit wenig Schlaf und dann kippt es so. Aber da war der Ursprung schon davor. Aber ja, also ich habe das selber auch bei mir schon öfter feststellen können, wo ich genau wusste, okay, mein Körper will mir gerade sagen, mach mal langsamer, lad dir nicht so viel auf, entspann mal mehr. Kennen wir, glaube ich, auch alle.

Joel Kaczmarek: Ja, ich will auch gar nicht sagen, verstehe mich da richtig, so nach dem Motto, jede Erkältung ist, weil du als Kind nicht, weiß ich nicht, an der Brust gedrückt werden durftest oder so. Aber auch so etwas wie Leisure Sickness, diesen Begriff habe ich erst kürzlich kennengelernt, wenn Leute immer krank werden, kurz nachdem die Arbeit in der Schule geschrieben ist oder die Arbeit geschafft ist und so, weil dann halt das Stressniveau runtergeht. Also es gibt wahrscheinlich auch physiologische Erklärungen, aber... Trotzdem überraschend oft und ich finde auch, dass man öfters den Leuten, also physiognomisch, also wenn du Leute anschaust, siehst du auch Charaktereigenschaften. Ich habe zum Beispiel manchmal, meine Frau meinte das bei einer Bekannten oder aus der Familie sogar, hey, die hat so eine richtig so eine ganz blasse, empfindliche Haut und die ist ja auch so sensibel. Und das habe ich mal nicht geglaubt, dass das wirklich so ist. Aber ich habe Leute erlebt, ich kenne zum Beispiel jemanden, die macht Stilberatung basierend auf deinem Gesicht und schließt dann von deinem Gesicht auf deinen Charakter. Und das stimmt erschreckend krass.

Susanne Brückner: Ach irre, okay, interessant. Das heißt, wenn du eine breite Nase hast, dann bedeutet das was anderes, als wenn du eine schmale Nase hast, oder wie?

Joel Kaczmarek: Ja, ja, wirklich. Also bei ihr war dann zum Beispiel so, weißte es nicht, buschige Augenbrauen und die, also die übersetzt es in vier Typen. Dann gibt es so vier Grundtypen, sportlich, natürlich, klassisch und den vierten vergesse ich immer. Und ich meine, da kann man sich ja vorstellen, also jemand, der klassisch ist, der hat dann vielleicht irgendwie ein sehr gerades Gesicht, hat irgendwie nicht so viele Behaarungen im Gesicht, als Mann bist du vielleicht rasiert und so weiter. Und da kann man von ablesen. Aber ich schweife genanntenlos ab. Ich wollte ja eigentlich dich gefragt haben, wenn du diese Einsicht jetzt hast, was bedeutet das denn für dich? Also was machst du damit? Wie ändert sich dein Leben dadurch?

Susanne Brückner: Ja, also das hat tatsächlich, glaube ich, mein Leben. mit am meisten verändert, weil ich jetzt einfach die radikale Verantwortung für mein Leben übernehme. Und das ist auch etwas, was ich früher nicht so gut, glaube ich, konnte oder es mir auch nicht bewusst war, wie wichtig das ist, wirklich in jedem Lebensbereich die Verantwortung für meine Beziehungen zu übernehmen, für meinen Job zum Beispiel. Also wie viele Leute alleine du wahrscheinlich auch kennst, die mit ihrem Job tot unglücklich sind, aber die dann nichts verändern, weil sie Angst haben, es ist woanders noch schlimmer oder sie müssen ja Geld verdienen. Oder es gibt ja tausend Gründe, warum man dann immer das so vor sich herschiebt und nichts verändert. Und dann aber immer zu jammern. Und tatsächlich bei mir hat sich verändert, dass seitdem ich wirklich Verantwortung für mein Leben übernehme, ich einfach viel selbstbestimmter lebe und mir Sachen nicht mehr... sondern ich wirklich auch viel gezielter Sachen anstreben kann. Und einfach mein Leben viel für mich geordneter habe und da einfach die komplette Verantwortung übernommen habe.

Joel Kaczmarek: Ich habe mal einen Podcast gemacht mit John Strzelecki, der dieses Buch geschrieben hat, Das Café am Rande der Welt. Und der hat ja gefühlt als Beruf, glaube ich, Purpose. Also so nach dem Motto, hilf Leuten ihren Purpose zu finden. Und der hat es total witzig beschrieben. Und ich glaube, da war so ein Hauch Medialität mit drin. Vielleicht wollte er es nicht so formulieren, aber der hat es so beschrieben als, das Leben hat so eine Art Navigationssystem. Und das, was du ins Navi eingibst, das kommt halt auch, da fährst du halt auch hin. Wenn du immer Pizza haben willst, du kriegst ja Pizzerien vorgeschlagen. Ist das so ein Stück weit das, was du meinst?

Susanne Brückner: Das ist so ein bisschen das. Und das Problem ist ja, wenn wir selber Entscheidungen nicht treffen, dann gestalten wir unser Leben nicht aktiv und dann treffen andere Menschen die Entscheidungen und im Zweifel nicht unbedingt in unserem Sinne. Also dann sind wir eben in einem Job gefangen, der uns unglücklich macht, weil wir irgendwann nicht gesagt haben, Moment, stopp, es macht mir keinen Spaß mehr, ich mache jetzt was anderes. Also das ist genau eigentlich so ein bisschen das, was gemeint ist. Dann irren wir so ein bisschen. ziellos durch unser Leben und verpassen die schönsten Abfahrten.

Joel Kaczmarek: Hast du mal so zwei, drei Beispiele? Weil ich glaube, vielen Menschen fällt dieser Begriff schwer, Verantwortung übernehmen für mein Leben. Was heißt das eigentlich so? Hast du mal so zwei, drei Exemplare, wo du das gemacht hast?

Susanne Brückner: Ja, also zum Beispiel war es bei mir früher in Beziehungen immer so, ja gut, ich habe halt immer die falschen Männer angezogen und die Männer waren halt alle irgendwie so, bis ich dann irgendwann mal gemerkt habe, okay, was haben denn die Männer, was ist denn immer die gleiche Dynamik? Was ist denn etwas vielleicht, was ich in mir mal anschauen darf? Als Beispiel eins, ja. Oder eben im Job. Jetzt habe ich das große Glück und das sehe ich wirklich als Glück und Privileg, sehr, sehr früh was gefunden zu haben, was mir total Spaß macht. Aber ich merke immer wieder und ich finde es erschreckend, wie selten das ist, dass ich... meinen Job so sehr liebe. Ich kenne so viele Menschen, die sonntags abends denen es graut, vor Montag und wieder in die Arbeit gehen zu müssen. Also hätte ich, glaube ich, jemals dieses Gefühl, dann hätte ich, glaube ich, wirklich schon längst gekündigt, weil also der Job ist nach Schlaf, da verbringen wir die meiste Zeit. Und wenn wir das nicht verändern, werden wir irgendwann krank oder brennen aus. Und ich glaube, das ist auch etwas, was ich sehr bereuen würde, wenn ich meine Zeit mit Dingen verbringen würde, die mich so unglücklich machen. Also deswegen finde ich es immer total hilfreich zu gucken, egal bei was es ist. Bei mir war wirklich der größte Shift, als ich mir angeschaut habe, okay, Beziehungen, die Männer, was hat das eigentlich mit mir zu tun? Was muss da vielleicht in mir verändert werden? Muss vielleicht auch geheilt werden? Also kann ich jedem nur ans Herz legen, weil man dann einfach sein Leben aktiv gestalten kann, so wie man es selbst möchte.

Joel Kaczmarek: Bin ich jetzt sehr unanständig und neugierig, wenn ich dich frage, was du an dir geändert hast, weil ich glaube, viele Frauen sagen sich so.

Susanne Brückner: Also ich möchte da nicht zu sehr ins Detail gehen, aber was ich sagen kann, wenn du feststellst als Frau oder auch als Mann, dass du immer wieder den gleichen Typ Frau, den gleichen Typ Mann anziehst. Und ich meine, wir leben in einer Gesellschaft, Online-Dating, wo geghostet wird, wo generell, es geht ja auch teilweise so eine neue Richtung, Polyamie, also man will sich nicht mehr so wirklich festlegen. Man möchte eigentlich keine wirklich eine nahe Bindung mehr eingehen. Und wenn man immer wieder zum Beispiel an Menschen gerät, die... eigentlich so eine wirklich aufrichtige, nahe Bindung nicht eingehen können, dann hat das ja was auch mit dir selber zu tun. Und da mal hinzuschauen und zu gucken, okay, wo habe ich vielleicht selber eine Bindungsangst? Wo ist vielleicht bei mir? der Schlüssel, ja, was muss ich vielleicht in mir verändern, dann wird sich automatisch, und das kann ich hier wirklich jedem versprechen, wird sich automatisch auch dein Außen verändern, wenn du es in dir innen verändert hast, zu 100 Prozent.

Joel Kaczmarek: Und McDreamy und zwei Kinder jetzt, oder wie läuft's?

Susanne Brückner: So ungefähr, ein Kind und McDreamy, ja.

Joel Kaczmarek: Na guck, na gut, wie innen so außen, wie außen so innen. Kommen wir zu deinem zweiten Ding.

Susanne Brückner: Das ist ja, jetzt tauchen wir ein bisschen in die spirituelle oder mediale Szene ein. Kümmere dich um deine Erdung. Ein Baum kann nur so hoch wachsen, wie die Wurzeln. tief sind. und Das war tatsächlich bei mir und ich kenne auch viele Menschen, die eben das Gefühl haben, sie spüren immer ganz viel im Außen und die sich dann aber schwer tun, Sachen wirklich umzusetzen, die vielleicht total viele Ideen haben, die super schnell inspiriert sind, aber die dann nicht so ins Handeln kommen. Und das liegt fast immer und das begegnet mir tatsächlich auch sehr oft, wenn ich jetzt Tarotkarten lege, begegnen wir das sehr oft, dass es Menschen sind, die sehr gut nach oben angebunden sind, aber denen es wirklich an der Erdung fehlt. Und das wird oft unterschätzt, wie wichtig das tatsächlich ist.

Joel Kaczmarek: Das möchte ich noch besser verstehen. Also ich glaube, du redest jetzt nicht davon, dass man barfuß irgendwie durch den Wald läuft, sondern du meinst damit was anderes, oder?

Susanne Brückner: Ja, also barfuß durch den Wald laufen ist immer gut, ist auch nicht verkehrt. Nee, aber es geht wirklich darum, also zum Beispiel, wenn du jemand bist, der viele Ideen hat, aber es bleibt dann eigentlich bei den Ideen. Also du hast die Idee, ich könnte eigentlich mal den Podcast machen oder ich könnte ein Lied schreiben oder ich könnte, weiß ich nicht, eine Kunstausstellung machen oder ich könnte einen Kochkurs belegen. Und du merkst da eine Begeisterung, aber du machst es dann eigentlich nie. Es bleibt dann immer irgendwie stecken und dann kommt schon wieder die nächste Idee. Und das ist relativ oft der Fall bei Menschen, die, wie soll ich sagen, ich meine, jeder von uns ist medial, aber die vielleicht da so ein natürliches mediales Talent haben, was man dann noch weiter ausbilden darf und so weiter. Aber das ist oft der Fall, dass Menschen sich dann auch gerne mal so darin reinflüchten und dann sich in der Meditation zu Hause fühlen und total wohl fühlen, wenn sie so nach oben angebunden sind, aber die dann wirklich Schwierigkeiten haben. teilweise haben. Das sind dann diese Menschen, die nur noch rosa gewandelt durch die Gegend laufen und nicht mehr aufs Oktoberfest gehen können, weil die Energien sind so schlecht und so. Das sind genau die Menschen, denen es an Erdung fehlt. Und da war mit Anfang 20 bei mir auf jeden Fall auch die Gefahr da, dass ich immer wieder gemerkt habe, ich komme so schwer ins Umsetzen. Es gibt ja so Menschen, das sind so totale Macher. Die sehen irgendwas und zack bumm setzen sie es um. Und so war ich nicht mit Anfang 20. Deswegen, ja, das hätte ich mir gerne. Mit Anfang 20 gesagt.

Joel Kaczmarek: Und wenn du das jetzt mal erklärst, wie kommt man in eine Erdung? Also wenn jetzt jemand zuhört und sagt, ah ja, da finde ich mich wieder, oben läuft es, aber unten noch nicht.

Susanne Brückner: Ja, also was tatsächlich helfen kann, ist eigentlich alles, wo du deinen Körper spürst. Also Sport kann helfen, dann einfach... Das sind wir schon bei meiner dritten Sache, die ich meinem 20-jährigen Ich gerne gesagt hätte. Einfach loslegen, nicht so viel überdenken, nicht zu denken, oh, ich muss aber erst noch den Kurs machen oder ich muss erst noch, weiß ich nicht, das Buch lesen, damit ich losgehen kann, sondern wirklich einfach umsetzen. Und jetzt auf medialer Ebene, was für mich tatsächlich eine große Hilfe war und ist, in der Meditation eben mich nicht nur nach oben anzubinden, sondern auch wirklich. nach unten in die Erde. Also wirklich auch so diese Erdenergie und jeder, der das schon mal gemacht hat, spürt ja auch, das ist eine ganz, ganz andere Energie, die von der Erde kommt. Das ist eine ganz schwere Energie, die nicht, das ist nicht wertend gemeint, ja, es ist einfach eine andere Art von Energie, die aber so, so wichtig ist, damit wir eben, wir sind ja auf der Erde, um auch Sachen umzusetzen und deswegen brauchen wir diese Energie von der Erde.

Joel Kaczmarek: Ich verstehe, was du meinst, weil ich glaube, wenn nur diese Anbindung nach oben da ist, dann ist es auch verführisch, so ein Leben auf der Flucht zu führen.

Susanne Brückner: Ja, genau. Und das machen leider viele, das begegnet mir immer wieder. Also Menschen, die dann denken, oh, wenn ich jetzt Konflikt mit jemandem habe, ich muss es ja nicht ansprechen, ich verbrenne ein bisschen Seil bei und dann regelt sich das schon von alleine und bete und so. Und das funktioniert nicht. Also wir können ja dem Leben nicht entgehen, nur weil wir medial sind. Also das ist, glaube ich, auch wichtig. Also es geht schon auch darum, wirklich Dinge umzusetzen, Dinge anzupacken.

Joel Kaczmarek: Ja, und ich meine, das stimmt ja, das sagt man ja auch bei Kindern. Also Kinder brauchen Wurzeln und brauchen Flügel. Verstehe ich. Und jetzt hast du ja schon ganz frech deinen dritten Punkt mit reingemacht. Dann greifen wir den nochmal auf mit dem einfach loslegen. Warum ist dir das ein wichtiger Punkt? Warum glaubst du, dass das was ist, was man mit 20 wissen sollte?

Susanne Brückner: Weil ich glaube... Also ich habe schon das Gefühl, dass ein Generationenwechsel da ist, dass die heute 20-Jährigen irgendwie anders drauf sind als wir damals mit 20, weil die Möglichkeiten jetzt auch anders sind durch Social Media und so weiter. Also du kannst jetzt total einfach Musik zum Beispiel veröffentlichen. Ja, das ging früher nicht. Da brauchtest du eine Plattenfirma und so. Also ich glaube, das hat schon mal sehr geholfen, dass die Leute mehr ins Tun kommen. Aber ich glaube, gerade so in unserer Generation, also ich bin auch sehr, meine Eltern waren beide Beamte. Ich bin sehr mit Sicherheit auch groß geworden. Es ist wichtig, einen sicheren Job zu haben. einen Job zu haben, der muss nicht unbedingt Spaß machen, Hauptsache er ist sicher, ist ja glaube ich so, unsere Generation ist da noch sehr geprägt und das finde ich. Und natürlich ist es wichtig, am Ende des Tages auch Geld zu verdienen, aber du kannst ja auch Geld verdienen mit Sachen, die dir Spaß machen. Und da nicht zu lange warten und nicht immer in so einem Konjunktiv leben, sondern ich habe eine Begeisterung für was, ja, dann probiere ich es einfach mal aus. Also wir haben anfangs darüber gesprochen, also meine beiden Podcasts sind tatsächlich so entstanden. Ich saß eines Abends bei Christina in der Küche und Christina meinte, hey, komm, lass uns einen Podcast machen. Wir hatten doch überhaupt keine Ahnung und haben gesagt, ja gut, machen wir jetzt einfach mal. Und den anderen Podcast, den ich habe, der ist genau auch so entstanden. so ein tiefes Gefühl von, ich möchte diese Geschichten von Leuten, die einfach für ihren Traum losgegangen sind und erfolgreich geworden sind, erzählen, weil ich einfach so sehr hoffe, dass es eine Inspiration ist für andere Menschen, die vielleicht unglücklich sind in ihrem Leben, die sich aber nicht trauen, einfach zu machen, weil sie denken, oh Gott, ich kann damit kein Geld verdienen, was sagen die Nachbarn oder was auch immer. Und ich glaube, wenn wir alle einfach machen würden, dann wäre die Welt tatsächlich ein besserer Ort, weil wir dann nur Menschen hätten, die fantastische Bäcker wären, fantastische Kindergärten. Also wenn jeder das machen würde, wofür er wirklich brennt und dann einfach losgehen würde, dann hätten wir generell eine erfülltere Gesellschaft.

Joel Kaczmarek: Ja, ich habe gerade darüber nachgedacht, was Menschen typischerweise davon abhält, etwas zu machen. Und ich glaube, das eine ist Angst, was du mit der Sicherheit ja gerade schon erzählt hast. Mir könnte ja was passieren, könnte ja schief gehen. Das zweite ist, ich habe den Eindruck, viele Leute denken, sie brauchen erst mal einen Plan. So nach dem Motto, ich muss alle Umstände kennen, bevor ich irgendwie anfangen kann.

Susanne Brückner: Ich muss noch das Buch lesen, den Kurs machen, genau das.

Joel Kaczmarek: Das dritte hast du auch gesagt, was da werden die anderen sagen, also der Bedacht auf Wirkung. Und das vierte, was mir ad hoc noch einfällt, das habe ich später entdeckt und fand ich ganz ulkig. die Annahme von einer notwendigen Qualifikation. Nach dem Motto, ich muss doch XYZ studiert haben, damit ich das jetzt machen kann, weil ich habe das ja noch nie gemacht. Ich kann ja nicht einfach als Einsteiger da so reingehen. Sondern jetzt machst du ja einen Podcast, der genau so heißt und da hast du ja vielleicht, wie ich auch, so ein paar Spuren schon aufgeschnappt. Was ist es denn, was Leute ins Einfachmachen gebracht hat, die das schon tun? Also alle, die das noch nicht tun, was könnten die sich von anderen abgucken?

Susanne Brückner: Also tatsächlich, ich glaube, das Wichtigste ist, dass du ein ganz großes Warum hast oder dass du eine ganz große Leidenschaft hast für ein Thema. Also ich hatte im Podcast zum Beispiel mal Chris Kronauer, der ist mittlerweile ein mega erfolgreicher Produzent, produziert Helene Fischer, Nico Santos – also wirklich ein Big Player mittlerweile. Und bei dem war es tatsächlich so, der hat sich immer schon für Musik interessiert, hat als Teenager angefangen. Am Anfang, der hat 99 Prozent Absagen bekommen. Also der hat einfach gemacht, aber hat 99 Prozent Absagen bekommen. Und ich glaube, an dieser Stelle hören halt viele Menschen dann auf, weil sie eben denken, es kommt nur eine Absage und dann denken sie sofort, oh, das ist nicht das Richtige. Also ich glaube, du brauchst eine ganz große Leidenschaft, weil tatsächlich das am Ende des Tages das auch ist, was den Erfolg bringt. Natürlich, wenn du Sänger werden möchtest und hast eine ganz schreckliche Stimme, wird es vielleicht schwierig, aber auch da kannst du mit Gesangsunterricht und so weiter ganz viel erreichen. Aber wichtiger, viel wichtiger als Talent ist tatsächlich die Leidenschaft. Also das habe ich immer wieder gemerkt, ist extrem wichtig, dass du eine ganz große Leidenschaft hast oder das Gefühl, mit dem, was du machst, erreichst du ganz viele Menschen. machst was Gutes für die Allgemeinheit. Also so ein ganz, so ein höheres Ziel, ja, was sich da auch durchtragen kann, ist auch ganz, ganz wichtig. Also das, glaube ich, würde ich sagen, sind so die zwei, den der Leidenschaft und ein höheres Ziel. Und ich glaube, was auch noch wichtig ist, eine gewisse Resilienz. Also eben auch, sich mit Rückschlägen nicht so lange aufzuhalten, sondern eher zu sehen, also mir hat auch mal ein Unternehmer gesagt, was er raten würde anderen Menschen, mach mehr Fehler. Also mach bessere Fehler und halt dich nicht so lange mit den Fehlern auf, sondern okay, Fehler, was kann ich daraus lernen? und weiter und weiter und weiter.

Joel Kaczmarek: Ja, man soll ja nur nicht dumme Fehler machen und nicht den gleichen zweimal, dann ist man ja gut unterwegs. Ich habe gerade so eine Geschichte im Kopf. Ich habe mal jemanden interviewt aus Karlsruhe, der hat eine Technologie entwickelt, da kannst du so ein kleines Gerät in dein Handy reinstecken, dann wird es heiß und dann kannst du es auf Mückenstiche halten und dann geht dieser Juckreiz weg, weil die Proteine, die das jucken lassen, sozusagen bei 80 Grad irgendwie verdampfen. Und was der mir dann auch erzählt hat, das ist so ein schönes Paradebeispiel, weil er meinte, ja, guck mal, ich habe dann festgestellt, ich brauche eine medizinische Freigabe dafür, weil Ich gebe Hitze in den Körper rein. Wenn du etwas in den Körper reingibst, bist du sofort ein Medizinprodukt. Dann wurde ich erstmal von byFlow verklagt, weil die irgendwie diese Idee hatten mit dem externen Stick. Und das ist ja sowas, was ich meine. Dann musst du ja nach China, wie man die Sachen baut und so weiter. Ich glaube, du hast wahrscheinlich viele solcher bewegenden Geschichten in deinem Podcast, oder?

Susanne Brückner: Ja, ganz viele. Das ist immer wieder so schön zu merken, wenn ein Mensch so einen Antrieb hat und auch so eine Leidenschaft. Ich hatte einmal, das ist eigentlich mein Lieblingsbeispiel, einen Bäcker. Ich bin ja hier in München. Der ist in München sehr bekannt. Der kommt aus dem Schwarzwald. und backt so wie vor 100 Jahren so ungefähr wirklich sehr, sehr leckeres Brot. Und er hat dann zu mir gesagt, ich liebe einfach das Backe. Es macht mich einfach mega glücklich und zu merken. Und das ist ja auch immer was, was andere Menschen begeistert. Also ich hatte letztens auch einen, der ist Barkeeper, sehr bekannter Barkeeper. Der hat hier in München so ein Cocktail-Festival veranstaltet. Und der hat sich damals in einer ganz besonderen, exquisiten, renommierten Bar vorgestellt und hat gesagt, hey. Der kam aus dem Volleyball-Leistungssport. Der hatte überhaupt keine Ahnung. Er hat gesagt, hey, ich habe keine Ahnung. Ich weiß, Wasser kommt aus einer Quelle und das war es. Aber ich komme aus dem Leistungssport. Ich glaube, man kann alles lernen und ich habe total Bock drauf. Und diese Begeisterung zu haben für ein Thema, für was zu brennen, das ist ja auch immer etwas, was andere Leute überzeugt oder was mitreißend ist. wie ich es jetzt auch merke im Podcast, also das sind Menschen, die sind erfolgreich mit dem, was sie tun, weil sie dafür brennen. Und das führt zwangsläufig, habe ich schon mittlerweile fast das Gefühl, zum Erfolg. Wenn du die Sache, die du wirklich liebst, für die du brennst, die du auch ohne Geld machen würdest, wenn du die einfach machst.

Joel Kaczmarek: Was ist es bei dir? Was würdest du sagen? Leidenschaft, higher cause? Was ist in dieser Schnittmenge für dich?

Susanne Brückner: Also tatsächlich, ich liebe den Job als Radiomoderatorin. Das liebe ich, aber ich liebe fast noch mehr meinen Podcast. tatsächlich, also meine beiden Podcasts, weil ich... Jetzt bei dem Podcast mit Christina beides, was ich gerne mag, verbinden kann. Also Spiritualität. Persönlichkeitsentwicklung und Sprechen. Und bei dem anderen Podcast, bei dem Einfach-Machen-Podcast, tatsächlich ist es ein Podcast, wo ich selber immer so viel rausziehe. Und du kennst das, ich meine, du interviewst ja selber immer Menschen, die begeistert sind von dem, was sie tun. Das ist ja etwas, was automatisch einen selbst inspiriert, wo man diese Energie so ein bisschen mitbekommt, die andere Leute antreibt. Und das ist was, was mir selber auch so einen Drive gibt und was mich selber begeistert. Und das finde ich richtig schön.

Joel Kaczmarek: So, drei Punkte haben wir durch. Zwei fehlen noch. Was ist dein viertes Ding?

Susanne Brückner: Mein viertes Ding ist, wo die Angst ist, ist der Weg. Haben bestimmt auch schon einige gehört. Damit ist jetzt natürlich nicht gemeint, oh, ich habe Angst davor, nachts in den Wald zu gehen. Das sollte ich jetzt unbedingt mal machen. Also Angst hat ja durchaus auch einen sinnvollen Effekt für uns. Angst will uns schützen. Es geht eher so darum, dieses Gefühl... Ich möchte zum Beispiel einen Podcast machen, aber oh Gott, also so ein Gefühl von oh Gott, das ist vielleicht zu groß für mich. Also das ist so ein bisschen damit gemeint, dass wir. Eher größer träumen als zu klein.

Joel Kaczmarek: Ich habe lustigerweise mal im Studium, bin ich mal in so eine Therapiegruppe reingekommen. Und da war eine Mädel, die hat immer gesagt, wo die Angst ist, geht es hin. Und das habe ich so locker flockig formuliert. Und ich glaube, die meinte genau das. So nach dem Motto, wenn ich vor irgendwas Angst habe, dann gucke ich es mir erst recht an. Dann gehe ich da erst recht hin. Und ich meine, da steckt ja durchaus auch ein Ticken eine masochistische Ader drin. So ein anderer schöner Satz ist ja auch, wo Widerstand ist, ist Wahrheit. Also man kann dann was an sich entdecken, glaube ich. glaube ich, wenn man Angst oder Widerstand vor etwas hat.

Susanne Brückner: Genau. Und vor allem, wenn man so raus aus seiner Komfortzone geht, das ist ja auch so ein bisschen damit gemeint, wo wir merken, da fühlen wir uns jetzt vielleicht unsicher oder das macht uns so ein bisschen Angst. Da ist ja der meiste Wachstum, findet da ja statt. Wir lernen ja nichts. Auch ein schöner Satz, den ich mal von einer Autorin gehört habe. Die hatte einen Spiegel-Bestseller und hat gesagt, ich habe... Man lernt fast nichts von einem Spiegel-Bestseller, außer wie gutes Marketing funktioniert. Sie hat am meisten in ihren Krisen gelernt, wenn sie wirklich außerhalb ihrer Komfortzone war. Weil da beginnt das Wachstum. Und davor hatte ich früher Angst. Also wie, glaube ich, ist ja auch normal. Wir alle sind gerne in unserer Komfortzone. Klar gibt es so ein paar Adrenalin-Junkies, die lieben das und bewegen sich fast nur außerhalb ihrer Komfortzone. Da gehöre ich jetzt nicht unbedingt dazu. Aber ich glaube, nicht nur ich glaube, aber ich weiß, dass außerhalb der Komfortzone ja wirklich... dass das Wachstum beginnt. Und ich habe das bei den Podcasts gemerkt. Das war für mich ja auch komplettes Neuland. Und auch wie befriedigend das ist, wenn man sich dann getraut hat, wenn man sich überwunden hat, kennen wir ja alle dieses Gefühl. Wenn wir merken, wow, wir haben da was dazugelernt. Wir haben uns selber irgendwie größer gemacht. Wir haben wieder ein Stückchen mehr Energie. Ich glaube, das ist ein gutes Navigationsgerät durchs Leben.

Joel Kaczmarek: Jetzt hast du gesagt, also wenn ich es richtig mitgehört habe, wo die Angst ist, ist der Weg. Man hätte ja auch sagen können, ist ein Weg. Würdest du sagen, es ist wirklich der Weg? Weg, der spezifische, der es unbedingt sein muss? Oder, also weißt du, verstehst du den feinen Unterschied?

Susanne Brückner: Also ich glaube, dass wir, also es ist eh die Frage, gibt es wirklich den einen Weg? Also ich glaube ja, dass wir so, wenn man von einem Lebensweg sprechen möchte, wir kommen ja um unsere Themen eh nicht drum herum. Die präsentieren sich ja eh immer wieder. Also die Themen, an denen wir am meisten wachsen können. Also da kommt man ja sowieso nicht aus. Aber die Angst ist ein guter Navigator. wo wir wissen, okay, da können wir vielleicht mal hinschauen, da können wir uns vielleicht weiterentwickeln oder da ist vielleicht noch ganz viel Potenzial. Also vielleicht ist es mit dem feinen Unterschied, ist ein Weg. Ich weiß gar nicht, ob es den Weg wirklich so gibt.

Joel Kaczmarek: Ich finde, du hast recht mit dem Wiederkehren. Es gibt ja auch so, ich habe irgendwann mal dieses Wort vom Arschengel erzählt bekommen. Kennst du das? Also Menschen, die dich ärgern, die dich triggern und von denen kannst du am meisten lernen. Also die geben dir was ganz Tolles. Die zeigen dir sozusagen etwas, was dir voll gegen den Strich geht.

Susanne Brückner: Bei Kindern ist es ja auch so. Also ich meine, du hast ja selber Kinder. Kinder sind ja auch Menschen, die uns teilweise so hart triggern, weil die auch noch so eng mit uns natürlich sind. Kinder sind ja auch wie eine nie enden wollende Lebensentwicklungsschule für uns Eltern. Also absolut.

Joel Kaczmarek: Ich glaube, das kommt daher, dass die hervorbringen. wie wir uns selbst als Kinder gefühlt haben. Man geht dann auch so ein Stück weit wieder in diese Phase zurück. Also ich weiß nicht, wie es dir geht, aber das ist, was mich ganz kalt erwischt hat. Ich habe mit vielen gerechnet, so weiß ich nicht, Schlafmangel gedöhnt, das kriegst du alles erzählt oder weiß ich nicht, was da so für Arbeit hinter steckt. Aber dass du dich auf einmal wieder so in deine eigene Kindheit zurückversetzt fühlst und dass die Basis so ein Stück weit wackelt, das habe ich überhaupt nicht kommen sehen. Und das ist ja bei den Arschengeln dann so ein bisschen ähnlich, wenn wir mal ehrlich sind. Ganz oft ist es doch wahrscheinlich so, Erinnere dich an irgendwas, was mit Mami und Papi früher war. Am Ende ist es immer Mutti schuld.

Susanne Brückner: Am Ende sind immer die Eltern schuld. Nee, absolut. Also absolut. Und das trifft ja auf alles zu. Und deswegen, ich finde das Bild von den Arschengeln auch irgendwie so nett, weil das letztendlich, auch wenn das oft schwer zu sehen ist in der Situation, aber letztendlich ist es ja immer ein Geschenk. Also wenn wir zurückblicken, also weiß ich nicht, wie es dir geht, aber wenn ich so zurückblicke auf meine Teenie-Zeit, Jugendzeit, die Menschen, die mich am meisten damals gestresst haben oder die vielleicht auch, wo der meiste Herzschmerz mit einherging, waren die Menschen, durch die ich mich eigentlich am weitesten entwickelt habe. Und ich glaube, das ist ja genau der... Das Bild des Arschengels trifft es da wirklich ganz gut.

Joel Kaczmarek: Es sind Angebote am Ende des Tages auch. Wie nimmst du denn diese Angebote an? Wie gehst du mit Angst heutzutage um?

Susanne Brückner: Ja, interessant. Wie gehe ich mit Angst heutzutage um? Also ich versuche es wirklich als Wegweiser zu nehmen und wirklich mich mehr aus meiner Komfortzone zu bewegen und es anders zu bewerten. Also es gibt ja auch so die Angst, das ist dein Freund. Also eher das so zu sehen und zu sagen, okay, interessant, das macht mir Angst. Warum macht mir das Angst? Was will mir das sagen? Wo darf ich meine Komfortzone vielleicht erweitern? Also ich bin viel gelassener, glaube ich, geworden, weil ich weiß letztendlich, und das ist ja auch das Schöne, es kann ja letztendlich nichts passieren. Wenn jetzt hier jemand zuhört, der sich selbstständig machen möchte. In Deutschland wirst du nicht, selbst wenn du dann erstmal den Job verlierst. Ich muss gerade daran denken, ich hatte mal Stefan Kuffler im Podcast. Der ist in München, also dem gehört ganz viele Lokals und Restaurants und das Weinzeit auf der Wiesn. Und der ist Unternehmer durch und durch, ist auch in so eine Unternehmersfamilie reingeboren worden und der hat gesagt,

Joel Kaczmarek: ja,

Susanne Brückner: also sein Tipp, ihr müsst die Ideen dann umsetzen, denn ihr Jung seid, da habt ihr noch nicht so viel Angst und selbst wenn es nicht klappt, dann geht es halt insolvent, dann seid ihr da in zwei, drei Jahren. Also der hat das so erzählt, als wäre das halt gar nichts, aber letztendlich am Ende des Tages hat er recht. Es kann nicht so viel passieren, es wird nicht lebensgefährlich, sagen wir es mal so. Es wird nicht lebensgefährlich, wenn du in Deutschland eine Idee umsetzen möchtest. Es wird vielleicht mal ungemütlich und vielleicht kannst du den Standard nicht halten, aber es wird in den seltensten... Fällen oder eigentlich nie lebensgefährlich.

Joel Kaczmarek: Nee, lebensgefährlich wird es nicht. Und jetzt blenden wir vielleicht mal ganz kurz aus, wenn man irgendwie 1,5 Millionen Kredit aufnimmt, um sich einen Energiepark zu bauen oder so. Das nehmen wir jetzt auch mal kurz beiseite, aber das könntest du mit Privatinsolvenz nach sieben Jahren wahrscheinlich auch noch geregelt kriegen. Wenn du jetzt nicht gerade, oder wenn du Illegales machst, ja, also alles, was Knast ist, den Pfad blenden wir mal alles aus. Aber wenn wir mal ganz ehrlich sind, da liegen schon ziemlich viele Schmerzen trotzdem auf dem Weg. Auch die Verantwortung, die du für andere übernimmst. Und weiß ich nicht, wenn du mal jemanden entlassen musst oder jemand durch dich seine Arbeit verliert oder whatever it is. Also trotzdem verstehe ich, was du meinst. Also es gibt wahrscheinlich Dinge, die schmerzen können, aber es sind in der Regel nicht die, vor denen man Angst hat und warum man es dann nicht macht.

Susanne Brückner: Ja, genau. Ja, und ich glaube, also wie gesagt, Angst ist ja auch ein guter Wegweiser. Es geht eher so darum, wenn ich eine Idee habe. Und es dann nicht mache, weil ich Angst davor habe. Also klar, wir reden jetzt nicht hier von irgendwelchen illegalen Sachen, aber Angst, finde ich, sollte nicht die Bremse sein. Also die Angst, was zu wagen, sollte kein Hinderungsgrund sein.

Joel Kaczmarek: Ja, also zumindest meine Nachbarn, was werden die denken? Also sowas finde ich zum Beispiel tragischen Grund, sowas nicht zu tun. Und jetzt interessiert mich ja bei dir noch, ich sehe mich manchmal jetzt konfrontiert in letzter Zeit mit dem Gedanken, wie inkorporiert man Gefühle, die vielleicht nicht so angenehm sind oder nicht schön, die bei uns nicht positiv besetzt sind. Und Angst ist ja zum Beispiel ein Gefühl, was nicht positiv besetzt ist. Oder Wut ist auch sowas. Hast du sowas, dass dir das gelingt?

Susanne Brückner: Also ich habe da wirklich extrem viel von meiner Tochter gelernt und ich finde, Kinder sind da wahnsinnige Lehrmeister, weil wenn Kinder wütend sind, dann sind die wütend und dann leben die das aus. Und das Interessante ist ja, wir haben ja Angst davor, vor Wut oder vor Angst zum Beispiel oder vor Traurigkeit, wenn wir das fühlen, dass es dann nie wieder weggeht, dass es dann immer für uns... dass es dann immer in uns bleibt. Und wir sind ja auch teilweise so erzogen worden, dass wir das am besten gar nicht fühlen sollen. Da wird dann gleich das Kind abgelenkt. oder ich weiß nicht, wie es bei dir war, aber in meiner Familie war das auch nicht so gern gesehen, Angst zu haben oder wütend zu sein, gerade als Mädchen. Also da war immer eher so ein wütendes Mädchen. Das gab es irgendwie früher nicht so wirklich. Und zu merken, also wie gesagt, da hat meine Tochter mir sehr viel gelehrt, zu merken, die lebt das dann einmal aus, das darf auch da sein und dann geht es aber auch wieder. Also ich versuche auch, dass das geht dann halt einmal durch und dann sage ich, okay, jetzt lebe ich das einmal durch und schaue mir das einmal kurz an und lasse das einmal raus. Ja, wenn ich wütend bin, schreie ich mal laut oder mache Sport oder was auch immer. Aber das geht ja dann auch wieder. Es bleibt ja nur dann bei uns, wenn wir es nicht zulassen, wenn wir es immer so wegdrängen, dann wirkt der Berg da halt immer größer. So.

Joel Kaczmarek: Einen haben wir noch vor der Brust hier. Mann, ich bin ja mal gespannt. Setzüberraschungsei.

Susanne Brückner: Punkt Nummer 5, der letzte, ist Folge deiner Begeisterung. Und das ist auch ein Satz, den habe ich mal in der Meditation gehört. Und total banal, Folge deiner Begeisterung. Aber das schließt vielleicht jetzt so ein bisschen den Kreis, weil ich eben gemerkt habe, wie ich vorhin gesagt habe, wenn jeder das machen würde, was ihn wirklich begeistert, dann hätten wir nur noch fantastische Ärzte, fantastische Erzieher, fantastische Bäcker, fantastische... weiß ich nicht, was auch immer. Bei Musikern oder in der Kunst ist es ja oft so. Also da merken wir, jemand, der Musik macht, der macht das, weil er begeistert davon ist, weil er ein Talent dafür entwickelt hat, weil ihm das Spaß macht. Und wie erfüllend sowas ist, das würde ich mir tatsächlich wünschen. Und das ist jetzt etwas, Das hätte ich mir auch mit Anfang 20 gesagt, aber das ist, glaube ich, eine Botschaft, die ich auch meiner Tochter versuche beizubringen. Du brauchst irgendwas in deinem Leben, was dich so begeistert, dass es dich morgens aus dem Bett zieht. Und dann ist es total egal, was es ist am Ende des Tages. Aber wenn du das verfolgst, dann das Schöne ist der Erfolg. kommt dann eigentlich automatisch, weil du dann auch bereit bist, die extra Meile zu gehen, weil du dann motivierter bist als andere und weil du dann auch diese Leidenschaft, dieses Durchhaltevermögen hast.

Joel Kaczmarek: Ja, ich mag auch das Wort, weil sonst hätte man jetzt Leidenschaft gesagt, aber Begeisterung ist irgendwie nicht in das Wort Leiden drin. Was glaubst du, woran es liegt, dass viele Menschen nicht ihrer Begeisterung folgen?

Susanne Brückner: Ich glaube, zum einen sind es diese Prägungen. Also wie gesagt, ich habe schon das Gefühl, dass da so ein Wandel in den Generationen gerade stattfindet. Aber ich glaube, dass viele eben Angst haben, was sagen die Nachbarn dann? Oh Gott, ich kann aber mit meiner Begeisterung kein Geld verdienen. Oder die teilweise einfach auch Angst davor haben, vielleicht in ihre volle Größe zu gehen. Es gibt doch diesen einen Spruch, ich weiß gerade nicht mehr von wem, dass unsere größte Angst nicht ist, irgendwie zu klein zu sein, sondern, also jetzt mal ganz runtergebrochen, dass unsere größte Angst eigentlich ist, komplett in uns zu sein. unserer Größe zu strahlen und zu scheinen. Und ich glaube, dass viele, obwohl das paradox klingt, aber ich glaube, viele haben wirklich Angst, so in die volle Größe zu kommen und total zu strahlen und zu leuchten.

Joel Kaczmarek: Ja, warum ist das so? Hast du, glaube ich, recht.

Susanne Brückner: Also ich glaube schon, dass viele einfach so geprägt worden sind, dass man eher bescheiden sein soll, dass man auf Sicherheit spielen soll, dass es wichtig ist, eben einen krisenfesten, sicheren Job. Wir dürfen nicht vergessen, unsere Großeltern haben den Krieg noch mitbekommen. Es ist eine komplett andere Generation und das sind so Themen, die werden ja weitergegeben über die Generationen. Also ich glaube, das spielt da sehr viel mit. Und das Schöne ist, dass ich glaube und hoffe, dass sich das für die zukünftigen Generationen, unsere Kinder werden anders aufwachsen, als wir es aufgewachsen sind, weil wir ein anderes Bewusstsein für viele Dinge haben. Und ich glaube, dass da schon ein Wandel stattfindet.

Joel Kaczmarek: War es bei dir so, dass dir das ein bisschen in die Wiege gelegt war oder hast du dir das erarbeitet, deiner Begeisterung zu folgen?

Susanne Brückner: Das ist eine gute Frage. Ich glaube tatsächlich, dass ich das große Glück hatte, einfach schon sehr früh das zu finden. Also ich hatte ja immer schon ein relativ gutes Gespür, so für mich oder generell, so fühle ich mich da wohl oder nicht. Also das hatte ich durch meine Kindheit einfach antrainiert. Habe ich immer gut wahrgenommen. Und ich hatte schon das große Glück, weil ich habe anfangs erzählt, ich habe ja angefangen zu studieren und habe sofort gemerkt, das ist nicht das Richtige. Und dann habe ich mir gedacht, na ja, was hat mich noch interessiert? Na ja, Medien. Na gut, dann gehe ich jetzt mal zu einer Zeitung. Ah ja, dann probiere ich jetzt mal Radio aus. Also das war natürlich schon auch ein großes Glück, so früh. etwas zu finden, was mich so begeistert. Also das haben ja nicht viele, also viele studieren ja jahrelang und dann haben sie den, also ein Bekannter von mir hat, ich weiß nicht, zwölf Semester Medizin studiert und hat dann dieses Arzt im Praktikum, wie es damals noch hieß, angefangen und nach einem halben Jahr aufgehört, weil er gesagt hat. Das ist eigentlich überhaupt nicht das, was ich machen will. Aber er hat halt jetzt zwölf Semester studiert. Also das ist natürlich auch mutige Entscheidung, dann zu sagen, hey, nee, das ist eigentlich nicht das, was ich möchte. Und dann zu sagen, nee, ich gehe jetzt wirklich mal in mich. Ich nehme mir die Zeit und suche jetzt wirklich das, was mich begeistert, wo ich morgens Bock drauf habe, aufzustehen und in die Arbeit zu gehen. Also ich glaube, bei mir war es so eine Mischung aus. gut zu spüren, ob das für mich passt oder nicht und dann auch relativ schnell das zu finden, was mich wirklich begeistert.

Joel Kaczmarek: Dann erweitern wir deinen Punkt noch. Dann heißt es ja eigentlich richtig, finde und folge deiner Begeisterung. Ja, stimmt. Weil ich glaube, ganz viele Menschen wissen gar nicht, was ihre Begeisterung ist. Oder ich weiß, ich habe mich immer mit Investoren mal gequatscht. Ich habe ja viel mit Investoren auch zu tun. Früher mehr als heute, aber sonst eine Grundsache schon viel. Und er sagt dann auch so, ja, aber ganz ehrlich, das ist auch immer so ein bisschen arrogant, den Leuten zu sagen, so nach dem Motto, folge deiner Leidenschaft, folge das, was du eh gerne machst, dann verdienst du damit die dicke Kohle. Es gibt halt auch einfach Sachen so, weiß ich nicht, wenn du jetzt Briefmarkensammler bist, so weiß ich nicht, wie du damit riesig reich wirst. Und dann denke ich mir so, nö, aber eigentlich stimmt das nicht. Vielleicht machst du einen geilen TikTok-Kanal auf, wo du über Briefmarken redest.

Susanne Brückner: Ja, also absolut. Und wie gesagt, es war noch nie so leicht wie heute, mit deiner Begeisterung Geld zu verdienen, also durch die sozialen Medien. Und wenn du sagst, ich backe gerne. Ich meine, wie viele Backkanäle gibt es, die sich damit dumm und dämlich verdienen? Also das ist ja wirklich möglich. Und deswegen kann das auch keine Ausrede mehr sein. Und das Ding ist wirklich, was ich immer wieder erstaunlich finde, dass es für viele Menschen anscheinend wirklich auch schwer ist, zu spüren, was begeistert mich eigentlich, weil sie das wie so abtrainiert bekommen haben. Also unsere Kinder, als Kind weißt du das. Ich liebe Basteln, ich liebe Singen, ich liebe Fußballspielen, was auch immer. Aber es gibt tatsächlich Menschen, die da so komplett den Zugang zu sich selber verlieren. Und da, Shoutout an alle, die das vielleicht gerade haben, hilft tatsächlich meditieren. Also wieder den Weg zurück zu sich selbst und wieder so eine Verbindung zu sich selber aufzubauen und wirklich zu spüren, okay. Fühlt sich das gut an, fühlt sich das nicht gut an? Weil das ist ja in uns angelegt eigentlich.

Joel Kaczmarek: Ich habe es jetzt nicht zu Ende gedacht, aber ich könnte mir vorstellen, wenn man sich auch viel mit so Kompensationen umgibt, dass das vielleicht auch ein ganz gutes Indiz sein kann, dass du da nicht so ganz richtig bist. Weil das wurde ja bei Corona so sichtbar. Als du nicht mehr ausgehen konntest, nicht mehr saufen, ich sage jetzt mal flapsig im Puff ficken gehen als Kerl vielleicht, Sport nicht mehr machen konntest und so schwupp war auf einmal alles, was dich so levelt, so weg. Alle Kompensationen, womit du dich ablenkst, vielleicht noch Netflix gucken oder so, aber da warst du ja auf einmal mit dir selbst konfrontiert. So und zack sind die Leute ja alle irgendwie, also ich glaube, das war eines der Merkmale. Und deswegen, vielleicht hast du ja noch einen guten Tipp, weil, also ich lerne bei dir, Trial and Error steckt ja auch drin. Ich glaube, viele Menschen hören zu früh auf. Also vielleicht ist das dieser Sicherheitsgedanke, dass man sagt, jetzt habe ich einen Job, jetzt macht mir echt nicht so einen Bock, aber komm, ich zahle die Miete, ist schon wichtig. Das wäre so meine Hypothese. Wie ist denn bei dir?

Susanne Brückner: Ja, also ich glaube, es muss ja auch nicht immer ein Entweder-Oder sein. Also ich muss ja nicht jetzt, angenommen, ich backe gerne und sage, okay, ich gehe jetzt zu meinem Chef und sage, ich kündige und fange jetzt morgen an, über TikTok irgendwie hier Backvideos zu machen. Also das muss ja nicht immer so eine radikale Entscheidung sein. Aber du kannst ja trotzdem sowohl als auch. Also du kannst arbeiten und nebenbei dein Business zum Beispiel aufbauen. Das haben ja ganz, ganz viele gemacht. Also ich bin auch so ein Typ, es gibt Menschen, die sagen, nee, und ich muss alles auf eine Karte setzen. Also so Musiker, ich habe mit Johannes Oerding mal gesprochen, der hat auch gesagt, also für ihn war Plan A die Musik und Plan B war, dass Plan A funktioniert. Also da gab es keine andere Option. Yvonne Katterfeld hat übrigens genau das Gleiche gesagt. Die wusste mit 15, sie will Musikerin werden, sie will Sängerin werden und hat alles auf diese Karte gesetzt und es ist erfolgreich geworden. Aber das entspricht ja auch nicht jedem naturell. Also ich glaube, es ist durchaus sinnvoll zu sagen, okay, mein Job, ich merke, das gefällt mir nicht, aber ich habe eine Begeisterung für was anderes. Was könnte denn ein Businessmodell sein? Was könnte ich denn mal ausprobieren? Und das dann einfach sukzessive aufzubauen.

Joel Kaczmarek: Ja, ich mag das auch, weil ich denke gerade so, ich habe mit dem Chef von Amazon hier fünf Dinge mal besprochen. und dann erzählte der mir irgendwann, der züchtet Chilis. Einfach out of fun. Ich fand das immer so sympathisch, wenn der erzählt hat, ja, ich mixe es dann immer, ich mache dann so Öle draus, das schenke ich all unseren lieben Freunden und so. Und sowas ist doch irgendwie nett. Oder der Aufsichtsratschef vor dem Airbus meinte dann so, ja, ich mache gerade einen Pilotenschein, da habe ich Spaß dran. Das ist doch viel wert. Nun gut, also, Susanne Brückner. Erstens, wie innen, so außen, wie außen, so innen. 2. Kümmere dich um deine Erdung. Ein Baum kann nur so hoch wachsen, wie seine Wurzeln tief sind. 3. Einfach loslegen. Ausrufezeichen. 4. Wo die Angst ist, ist der Weg. 5. Finde und folge deiner Begeisterung. Und irgendwie bei dir, ne? Das ist halt alles so aufeinander ein.

Susanne Brückner: Ja, stimmt.

Joel Kaczmarek: So eine Passung zueinander. Fiel es dir schwer, das alles zu finden?

Susanne Brückner: Ich hatte tatsächlich sehr viel mehr. Also ich habe es dir im Vorgespräch gesagt, ich finde eh, das ist so eine wunderbare Idee, mal diese fünf Dinge rauszufinden. Ich habe das tatsächlich auch jetzt als Anregung genommen und habe mit meinem Freund drüber gesprochen, mit meinen Eltern, mit Freunden. Also das ist wirklich auch interessant zu hören. Und ich habe auch gemerkt, wie viel andere Menschen das anregt, sich darüber mal Gedanken zu machen. Schwer fiel es mir gar nicht. Es war eher, ich hatte zehn Dinger und musste dann wirklich überlegen, okay, Was ist wirklich das Wichtigste? Was sind wirklich die fünf Dinge, die mir jetzt am wichtigsten sind?

Joel Kaczmarek: Na gut, dann vielleicht machen wir mit 83 die fehlenden fünf oder nochmal fünf.

Susanne Brückner: Genau.

Joel Kaczmarek: Und ansonsten wünsche ich dir ganz viel Erfolg und Glück auf deinem Weg des einfach Loslegens, der Leidenschaften, denen du folgst. Und ja, bist ja das beste Beispiel, dass man das zusammenbringen kann. Vielen, vielen Dank.

Susanne Brückner: Vielen Dank dir.