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Joel Kaczmarek: High Five, Leute! Ihr kennt das, hier ist Joel und ich habe immer wieder spannende Menschen da, die mir ihre fünf Dinge verraten, die sie gerne schon mit 20 gewusst hätten. Und heute ist das ein echtes Multitalent, das das tut, nämlich die liebe Sissi Rasche. Ich würde mal sagen, ihr Hauptberuf, und ich glaube, so versteht sie sich auch selber, ist Hebamme. Und sie macht aber auch ganz viele andere Dinge. Sie hat zum Beispiel gleich zwei Podcasts, die kann ich euch wärmstens empfehlen, nämlich einerseits den Hebammsalon und andererseits Sounds Familia. Also egal, ob ihr die Babyphase mit Schwangerschaft wissen wollt oder die Familienphase, alles ist für euch da. Sie ist auch unternehmerisch tätig, als Creator sehr erfolgreich. Also ich sage euch heute eine ganz bunte Mischung. Von daher, liebe Sissi, freue ich mich voll. Hallo, schön, dass du da bist.
Sissi Rasche: Ja, danke für die Einladung, Joel.
Joel Kaczmarek: Habe ich das denn richtig gesagt? Ist Hebamme sozusagen das Etikett, unter dem du dich verstehst?
Sissi Rasche: Ja, also Hebamme. Hebamme ist sozusagen meine Berufung. Also die anderen Sachen haben sich so ein bisschen ergeben im Laufe des Lebens so, aber ich wollte schon immer Hebamme werden und für den Beruf stehe ich, für den kämpfe ich. Tagtäglich eigentlich, weil ich mir einfach wünsche, dass alle Frauen, alle Familien eine gute Hebammenbetreuung haben. und Also aktuell ist ja gerade wieder sehr, sehr schwierig und ich bin auch noch vierfache Mutter und auch Ehefrau. Also deshalb, ich bin, wenn immer viele sagen, wie mache ich das alles? Ich mache das natürlich nicht alles alleine, sondern ich habe einfach Menschen, mit denen ich einfach toll zusammenarbeite, die mich unterstützen. Aber ich bin halt auch noch Hebamme und zwar weniger Hebamme. Aber ich möchte das einfach nicht missen und ich möchte auch weiterhin an der Base sein. Ich kläre ja sehr viel auf zur Hebammenarbeit.
Joel Kaczmarek: Und ganz ehrlich, ich finde es ist so ein Thema, wenn man selbst mal in die Situation kommt zu erleben, was rund um so eine Geburt los ist, dann versteht man glaube ich die Relevanz dieses Berufs. Ansonsten haben ja viele Menschen keine Berührung damit. Und mir geht es so, wie ich jetzt bei dir auch rausgehört habe, dass ich das total erschreckend und traurig fand. Wie es so oft in unserer Gesellschaft ist, dass solche wichtigen Berufe so mit Füßen getreten werden, mal ehrlich gesagt, weil die Bezahlsituation, wie die eigentlich angebunden sind, welchem Druck die unterliegen, also das hast du doch schon einmal erzählt, deswegen will ich dir gar nicht zu viel davon aufbürden, aber ich habe die Beobachtung gemacht, dass es da irgendwie, finde ich, großen Nachholbedarf gibt.
Sissi Rasche: Also ich glaube, alles, was Familie, Kinder betrifft, ist einfach ein Problem. Also zum ersten Mal kommt man in Berührung, wenn man dann schwanger ist, dass man eine Hebamme sucht. Und gerade wenn man eine ganzheitliche Betreuung haben will, also dass sozusagen eine Person dich in der kompletten Phase betreut, dann ist es halt sehr schwierig zu finden. Also ich arbeite sozusagen in Berlin. als Beleg-Hebamme und betreue Frauen eins zu eins unter der Geburt. Das heißt, ich bin auch rufbereit. Für mich ist das die optimale Versorgung. Ich weiß aber auch, dass es nur sehr wenige Frauen so machen, weil es einfach zu wenige Hebammen, die so auch arbeiten, weil wenn man so arbeitet, hat das einen großen Einschnitt in deinem Privatleben. Ich habe bis jetzt dieses Jahr nur drei Geburten begleitet, einfach weil ich letztes Jahr in einen Burnout gegangen bin, wo man halt einfach Ja, immer dieses dauerhafte Rufbereitschaft sein, nie zu wissen, wann geht es los. Das macht natürlich auch was mit dir. Und ich habe einfach gemerkt, dass man halt auch Pausen braucht. Und wenn man dann noch nicht gut bezahlt wird für diese Aufopferung, weil man hat ja auch eine hohe Verantwortung für Mutter und das ungeborene Kind. Dann macht das einfach auch keinen Spaß, weil Hebamme sein soll kein Hobby sein, sondern es soll dann sozusagen auch, und es geht uns darum nicht, weil viele dann auch manchmal denken, wenn sie so einen Stundenlohn hören, wenn man freiberuflich ist, das weißt du selber, dann kommen ja noch die ganzen Abgaben dazu. Selbst wenn man so einen Bruttolohn dann hört, dann kommen da Krankenversicherung, Rentenversicherung, also die ganzen Abgang, Haftpflicht und so weiter, dass halt einfach kaum noch was überbleibt und dann halt noch dieser große Einschnitt in dein Privatleben, dann fragt man sich dann halt auch irgendwann so, ob das dann noch in Relation steht. und vor allen Dingen, wer leidet, sind halt die Frauen. Also die Frauen zahlen den Preis für eine schlechte Versorgung und wir wissen halt, dass die Geburt halt total relevant ist für den weiteren Verlauf, für eine Familie, für ein Kind, für eine Frau. und Viele Traumatisierungen können da stattfinden, wenn Frauen nicht kompetent und empathisch betreut werden. Und es gibt immer wieder Situationen in der Geburtshilfe, die brenzlig sind, wie Notfälle, die man nicht vorhersagen kann. Aber es ist einfach, wenn Frauen trotzdem gut betreut sind, wenn das danach gut aufgearbeitet wird, dann kommt es einfach zu weniger Traumatisierungen und das ist halt einfach unglaublich. Schade, dass der Fokus und dass die Politik immer noch nicht gesehen hat, wie wichtig das ist. Ich habe jetzt, vor zwei Wochen war es genau, ein Wheel gepostet auf meinem Account, wo ich ganz viele echt tolle Leute, also Leute des öffentlichen Lebens gefunden habe. Um der Sache nochmal, weil wir momentan jetzt gerade wieder bei den Hebammen sind, das ist ein Schiedspruch. Also man hat eine Vereinbarung mit den gesetzlichen Krankenkassen gefunden, die einfach so schlimm ist, dass halt ganz viele Hebammen, gerade die Beleghebammen im Schichtsystem, Ich weiß nicht, wie lange ich ausholen darf. Aber es ist wirklich gerade so extrem. Die Geburtshilfe ist gerade wieder akut in so einer großen Not, dass ich halt versucht habe, mit ganz vielen tollen Menschen da Sichtbarkeit reinzubringen. Die Petition ist am 7.5. sozusagen abgegeben worden. Und wir haben jetzt auch noch mal was geschafft. Aber es geht ja dann wieder in die nächste Instanz. Wenn wir vom Bundestag kommen, dann brauchen wir wieder Unterschriften. Also dieses Thema ist einfach so, seitdem ich Hebamme bin, seit 17 Jahren immer wieder da. Und man denkt halt immer, alle reden, es gibt Leitlinien für die Geburtshilfe, wo drinsteht. Es ist wichtig, dass wir eine Eins-zu-eins-Betreuung haben, dann ist eine Frau gut betreut und denkt man, okay, wir reden immer das Gleiche, wir haben Studien, die das einfach belegen, wie wichtig es ist und trotzdem passiert nichts. Also deshalb, ich bin müde, aber ich weiß halt, dass es wichtig ist, dafür immer wieder laut zu werden.
Joel Kaczmarek: Naja, vor allem, ich glaube, so wie ich das wahrnehme, ist es bei vielen Menschen so leicht esoterisch belegt, als wenn so eine Geburt halt was ist, ja nun komm, das ist halt so, da müssen wir ja alle durch und was dabei aber so an Impact kommen kann, ist den Leuten gar nicht bewusst, bis sie glaube ich mal selber drin steckten vielleicht. Also zum Beispiel meiner Mutter habe ich das erlebt, die hat zu mir gesagt, hat sie selber rausgefunden, meistens dauert das ja, bis man da vorgedrungen ist. Dass sie oft so eine Ängste im Leben hatte, weil sie als kleines Baby in den Brutkasten kam. Die hatte diesen Bonding-Moment nicht.
Sissi Rasche: Auf jeden Fall.
Joel Kaczmarek: Und dann hast du so dieses Urvertrauen, was du aufbaust in dem Baby, war halt gestört in der Sekunde. Und da hat die als 70-Jährige jetzt mit zu tun. Das macht man sich, glaube ich, gar nicht so bewusst. Aber das kannst du wahrscheinlich noch viel, viel besser erklären.
Sissi Rasche: Ja, und ich finde es ein super gutes Beispiel. Und gerade da, also deine Mutter ist jetzt 70. Ich meine, die Situation, wenn sie eine Frühgeburt war, dass sie sozusagen intensivmedizinisch betreut werden musste zu der Zeit, war ja nochmal eine ganz andere Situation. Und ich verstehe nicht, dass es zum Beispiel auch in 2025 natürlich viel, viel bessere Situationen Bedingungen, die medizinisch sind. Also wir können ja Kinder ab der 24., 25. Woche haben ja eine Überlebenschance. Das war vor 70 Jahren noch nicht so. Aber trotzdem, dass der Fokus geht dann erstmal auf die Versorgung und mir würde es total, also ich würde es so toll finden, wenn wir auch da die Eltern mehr reinbringen, weil gerade Eltern, die ein krankes Neugeborenes haben, die in dieser so schlimmen Situation sind, diese Angst um ihr Kind haben und dann auch immer nicht da sein können. Also dass wir das auch, wir wissen einfach, wie wichtig es ist, wenn die Kinder nicht getrennt werden von der Mutter, von den Eltern. Also dass wir bessere Intensivstationen schaffen, wo einfach Platz ist und wo die Mutter eigentlich praktisch neben dem Baby liegen kann. Also wir wissen das ja alles und trotzdem haben wir diese ganzen Möglichkeiten noch nicht.
Joel Kaczmarek: Und was ich sagen wollte war, was ich an dieser Rolle so beeindruckend finde ist, ich habe ein bisschen gestaunt, dass man eigentlich als Hebamme keinen PTBS oder sowas kriegt, weil ich finde, da waren viele Elemente dabei bei so einer Geburt. Ich habe nur zwei erlebt. die ich traumatisch finde, auch als Beiwohnender. Das ist ja auch irgendwie eine super intensive Erfahrung, die man da macht als die Person, die dann dafür die Verantwortung ja so ein Stück weit trägt.
Sissi Rasche: Ja, man trägt die Verantwortung. Ja, das auf jeden Fall. Das meine ich halt. Das ist halt einfach ein krasser Job. Also du musst eine hohe Verantwortung haben, musst super viel wissen. Und es sind natürlich immer sehr, dass ich glaube, wie sich Frauen unter der Geburt verhalten. Deshalb machen auch nicht alle hier beim Geburtshilfe, weil gerade die Geburtshilfe, da musst du schon wirklich sehr, du musst funktionieren. Du musst aber auch immer gleichzeitig Ruhe und Sicherheit ausstrahlen, auch wenn es vielleicht mal brenzlig wird. Und das ist natürlich krass. Und das meine ich halt auch. Und gerade wenn du dann so einen stressigen Dienst hast, Eigentlich ist es ja wichtig auch immer noch viel Zeit für sowas, auch wenn es Notfallsituation ist, da muss eigentlich immer eine Supervision eigentlich hin. Also dass man da viel spricht und auch da ist natürlich in der heutigen Zeit, es wird natürlich immer mehr, aber es ist halt wichtig, weil du gehst nicht einfach so nach Hause. Also es ist ja Gott sei Dank, ich klapp auf Holz, also die Notfallsituationen sind ja eher selten.
Joel Kaczmarek: Was war es, was dich daran hat ausbrennen lassen, dass du gesagt hast, ich brauche erstmal kurz ein bisschen Abstand, es wird mir zu viel?
Sissi Rasche: Ich habe einfach gemerkt, dass ich halt seit Jahren in Dauerhofbereitschaft lebe und zusätzlich natürlich auch für meine Familie einfach da sein will und auch meine Familie viel auf mich verzichten muss, wenn es dann in so Situationen, gerade am Wochenende und ich weiß ja auch nie, wann ich wiederkomme. Also es ist ja gerade bei Kindern, weißt du ja selber, die brauchen ja eigentlich schon immer gerne
Joel Kaczmarek: Man denkt immer, die fallen in einer halben Stunde auf die Erde, in Wirklichkeit dauert es 10, 12 und auch mehr Stunden.
Sissi Rasche: Ja und ich bin dann auch einfach mal 24 Stunden oder auch länger nicht da. und das gerade so meinen kleineren Kindern, also ich habe jetzt Kinder im Alter von 3, 6, 12 und 14, also meine Großen sind damit aufgewachsen, die kennen das auch nicht anders, die Kleinen natürlich auch. Aber denen zu sagen, ich muss jetzt in diesem Moment, also egal in welcher Situation, wir können im Theater sein oder im Kino und ich muss jetzt los, das ist ja manchmal gerade für die Jüngeren super schwer zu verstehen und dann auch noch zu wissen, wann ich wiederkomme. Wie machst du sowas?
Joel Kaczmarek: Also du lässt ja die Kinder nicht alleine im Kino.
Sissi Rasche: Doch, alleine.
Joel Kaczmarek: Nein.
Sissi Rasche: Ja, deshalb meine ich, es ist für meinen Partner, also für meinen Mann, für meinen kompletten Freundeskreis so. Also wir hatten lange ein Au-pair. Vor drei Jahren ist meine Mutter nach Berlin gezogen, die für mich arbeitet sozusagen, die ich angestellt habe. Aber ich habe ganz oft Situationen schon gehabt, so nachmittags, wenn mein Mann, der hat bis vor kurzem, international gearbeitet, jetzt gerade aktuell nicht, der war einfach auch viel nicht da, dass ich dann einfach so Situationen hatte, wo ich Zeiten überbrücken musste und einfach auch einen ganz tollen Freundeskreis habe, wo ich dann einfach auch mal Kinder kurz geparkt habe. Okay, jetzt kurz hier und dann holt euch jemand ab und so. Also das ist so Ich glaube halt einfach, wenn Kinder mit so einem Job aufwachsen, ist es ein Fluch und Segen zugleich. Einmal sehen sie, wenn man etwas mit Leidenschaft macht, also mein Beruf ist ja auch meine Berufung und auch meine, ich habe gesagt, Hebammen soll kein Hobby sein, aber es ist natürlich, ich kann jetzt nicht noch irgendwie fünfmal die Woche Tennis spielen gehen oder so, aber es ist schon auch mein Hobby. und gerade dieses Verbreiten, warum Geburt so wichtig ist, ist ja auch eine Berufung und ich finde es gut, dass sie etwas sehen, wofür man brennt.
Joel Kaczmarek: Aber jetzt auch mal ehrlich, also offengesprochen, du hast vier Kinder, diesen krass fordernden Beruf, zwei Podcasts, einen Instagram-Kanal, der jetzt nicht ganz klein ist, bist irgendwie in mindestens zwei Gründungen beteiligt, von denen ich weiß. Also ist nicht manchmal allein schon die Masse der Dinge, die du tust, so dass man daran kaputt geht?
Sissi Rasche: Ja, ja. Es hört sich mal krass an, wenn du das jetzt so sagst. Man selber im täglichen Leben hat das ja nicht so. Ja, also ich habe zum Beispiel vor acht Jahren mit einer Freundin, die ich auch begleitet habe als Hebamme, die Babybox gegründet. Und da muss man ganz ehrlich sagen, sie schmeißt den Laden. Also das betone ich auch immer. Also wir haben das zusammen, die Idee entwickelt. Aber ich habe einfach auch gemerkt und jeder, der mit mir sowas gegründet hat, ich sage immer so, ich habe total viele Ideen, aber ich habe keinen Spaß an Unternehmertum. Und deshalb muss man auch ganz klar sagen, also zum Beispiel die Babybox, meine Partnerin Marina Swart, die leitet die, die macht das ganze operative Geschäft. Und ich mache eher so ein bisschen die Creative-Sachen, dass wir halt, wir entwickeln die Produkte zusammen. Sie spricht aber mit allen Produzenten. Ich gebe meine Ideen, ich probiere das dann an den Babys aus. Also ich bin eher so der Input. Und das ist auch ganz gut. Also eigentlich ist die Aufteilung total gut, weil ich bin ja immer an den Familien dran. und gucke, was benötigt wird oder sehe selber als Hebamme, da will ich was machen und sie leitet das. Das heißt, den Content natürlich drehe ich auch. Aber wenn man das nochmal so ein bisschen relativiert, ist das sozusagen, dass ich das Unternehmen nicht leite, sondern ich bin Co-Founderin und bringe so meinen Teil mit ein.
Joel Kaczmarek: Wann machst du eigentlich diesen ganzen Content, war blöd gefragt. Also wenn man das richtig macht, dann ist es ja wirklich, das können ja Leute sich mal nicht vorstellen, was für ein Zwang da auch hinter steht. So eine Frequenz, also Wiederholung macht den Schlager. Wie machst du das?
Sissi Rasche: Ich habe feste Content-Tage in der Woche, für die Babybox nur alle zwei Wochen, für meinen eigenen Kanal. Und das muss man auch immer ganz klar sagen, weil das wird natürlich auch immer so ein bisschen kritisiert. Und das ist ganz gut, ich versuche das auch immer manchmal zu erklären, aber gerade kostenloser Content und den gibt es bei mir viel, also aufzuklären. Für alles Stillen, Beikorst, Geburt und so weiter. Das dauert natürlich, weil ich recherchiere. Also ich bin, bevor ich etwas online stelle, drehe ich mich fünfmal im Kreis, weil natürlich auch mir super viele Hebammen zugucken. Ich bin da wirklich total jungfräulich reingekommen und habe mir da gar keinen Plan gemacht. Und irgendwann merkte ich aber immer, es wird immer mehr und immer mehr und habe es natürlich dann professioneller gemacht. Aber ich meine nur, dass ich, wenn ich jetzt, mir gucken natürlich sehr viele Leute zu, weil ich ja eine der Ersten war, die das gemacht habe und deshalb habe ich natürlich auch mal viel Druck oder ich mache mir den Druck auch.
Joel Kaczmarek: So und jetzt die letzte Frage, die ich noch an dich habe, bevor wir zu deinen fünf Dingen kommen. Was würdest du so sagen, was an deinem Beruf ist die Berufung? Was hat dich daran fasziniert? Weil ich habe mich belesen, dass du geschrieben hast, mit 16 habe ich das das erste Mal im Praktikum und I was hooked, habe ich es da so ausgelesen. Ich habe mich verliebt in diesen Beruf. Was ist es, was dich daran so anzieht?
Sissi Rasche: Also jemand hat zu mir gesagt, Hebamme wäre ein super Beruf für dich und dann habe ich mich erstmal damit auseinandergesetzt, weil ich hatte vorher keinen Berührungspunkt. Meine Mutter hatte leider keine Hebamme bei ihren beiden Kindern, was ich auch im Nachhinein immer als sehr schlimm noch empfinde, dass sie nicht diese Begleitung hatte und auch keine einfachen Geburten. Ich hatte das Glück, dass ich trotzdem, dass ich so jung war, 16 war, dass ich die Möglichkeit hatte, so ein Praktikum im Kreißsaal zu machen. Das war so ein bisschen so, wenn so ein Kind auf die Welt kommt, dann bleibt einfach kurz die Welt stehen. Egal, was draußen passiert, es ist wirklich, und ich glaube, es ist auch selbst in Krisensituationen oder wenn man in irgendwelchen Krisengebieten Für diesen ganz kurzen Moment bleibt einmal kurz alles stehen und das hat mich so fasziniert. Dieser Moment, ich bin nach Hause gefahren, ich habe zu meiner Mutter gesagt, oh mein Gott, das ist mein Beruf, das ist so, es ist einfach so, es ist Adrenalin, also auch diese Begleitung da, weil die wollte mich dann nach Hause schicken, weil ich durfte ja als Praktikantin nicht so lange, ich bleibe jetzt, ist okay, auf eigene, weil es dauert ja auch und ich habe da einfach schon so gemerkt, so dieses Begleiten und dieses Dasein und auch so diese Begleitung. Unterschiede, weil jede Frau ist ja unterschiedlich unter der Geburt und wie sie sich verhält. Das fand ich so krass, weil es so abwechslungsreich ist. Und dann kommt da so ein Kind auf die Welt. Fand ich einfach mega. Ich bin da, um Frauen zu begleiten und zu schützen. Und das merke ich natürlich dann auch manchmal, wenn ich in so Beziehungen oder in Sachen komme, wo ich merke, eine Frau wird hier nicht gut. Da bin ich schon oft an, hatte ich schon brenzlige Situationen mit einigen Männern. Ich sehe mich aber wirklich so als Beschützerin, gerade weil im Wochenbett kann eine Frau nicht für sich einstehen, da ist sie sehr und versuche dann natürlich immer so ein bisschen das Sprachrohr zu sein, weil ich finde gerade das Wochenbett ist so ein wichtiges Thema, wir denken immer alle nur bis zur Geburt und das Wochenbett ist so eine Zeit des Umbruchs, man muss sich erstmal sortieren. Dann ist es einfach diese, man hat geboren, man ist total offen, man kann gar nicht für sich einstehen als Frau. Das ging mir auch selber als Hebamme so im Wochenbett. Ich konnte überhaupt nicht für meine Bedürfnisse einstehen und ich weiß, was auf mich zukommt. Und da sehe ich es auch so ein bisschen so, die Frau zu beschützen und ihr einfach den Raum zu gehen.
Joel Kaczmarek: Magst du verraten, wie alt du bist?
Sissi Rasche: Ja, natürlich. Ich werde dieses Jahr 40 Jahre alt.
Joel Kaczmarek: Oh ja, das ist dann schön. Also du bist jetzt 39.
Sissi Rasche: Ich bin 39.
Joel Kaczmarek: Knapp 20 Jahre lassen wir jetzt. Aber jetzt bin ich neugierig.
Sissi Rasche: Ja.
Joel Kaczmarek: Auf dein erstes Ding.
Sissi Rasche: Ich muss ganz ehrlich sagen, das ist gar nicht so einfach. Also ich habe mich ja schon viel in den letzten Monaten mit mir beschäftigt. Deshalb ist es mir jetzt einfacher gefallen, an die Dinge zu tun. Ich glaube, das erste Ding wäre für mich jetzt so, als Hebamme habe ich ja, habt ihr ja eben gehört, es ist ein sehr intensiver Job. Man schaltet nicht wirklich gut ab und es ist auch sehr selbstopfernd und man wird auch viel so, kriegt so gezogen. Und da merke ich halt einfach, früher habe ich halt gedacht, das geht, wenn du jetzt hast immer gearbeitet und gearbeitet und Jetzt habe ich einfach so gemerkt, dass diese ganze Selbstaufopferung, dass ich halt nur Fürsorge für andere tragen kann, wenn ich auch Selbstfürsorge betreibe. Und ich glaube, da hätte ich einfach viel früher mit anfangen sollen. Also ich habe sehr, sehr, sehr viel gegeben. Viele, viele Jahre, aber habe wirklich nicht so auf die Signale gehört. und das ist etwas, was ich glaube ich jetzt und das merke ich auch immer, das machen die neue Generation, macht das anders. Also ich merke das bei den neuen Hebammen, die ich so kennenlernen darf, die sind da besser. und das habe ich einfach in meinen ersten Jahren oder bis vor kurzem einfach nicht gut gemacht. und das ist einfach, du kannst einfach nur für andere da sein, wenn du selber auch guckst, dass du Selbstfürsorge betreibst und das ist ja gar nicht so einfach. Das wäre für mich so der erste Punkt.
Joel Kaczmarek: Also wenn wir es mal in einen Satz gießen, du kannst für andere nur da sein, wenn du dich auch gut um dich selbst kümmerst. Genau. Wie machst du es heute besser?
Sissi Rasche: Ja, also erstmal habe ich ja angefangen sozusagen, dass ich, da kommen wir zum zweiten Punkt eigentlich, weil der geht damit so über, dass ich mir weniger mache. Also zum Beispiel auch wenn mir die Hebammenbetreuung so super, super viel Spaß macht und ich natürlich sehr, sehr viele Anfragen kriege, ist der zweite Punkt bei mir, nein, ist ein vollständiger Satz.
Joel Kaczmarek: Ja.
Sissi Rasche: Das gefällt mir. Ja, weil das ist nämlich das große Problem, wenn dich dann Frauen vor allen Dingen anrufen und dann höre ich die Geschichte und dann erzählt sie mir und das ist jetzt irgendwie der dritte Versuch, dass sie jetzt und jetzt ist sie endlich schwanger und davor hatte sie schon zwei Zeugen und sie wünsche ich jetzt so sehr diese ganzheitliche Betreuung. und dann hörst du diese Geschichte und dann denkst du halt so und die erste Geburt war so doof, da wurde sie allein gelassen. Und das ist halt sehr, sehr schwierig, sich da abzugrenzen. Deshalb ist dieses wirklich der zweite Punkt, Nein ist ein vollständiger Satz, ohne dass man sich jetzt noch rechtfertigt. Sonst habe ich immer gesagt, ja, aber vielleicht kriege ich es doch irgendwie hin und es ist besser, ein klares Nein zu sagen, ich schaffe es einfach nicht, ich habe schon zu viel. als dann noch irgendwie das Durchbiegen und Brechen hinzukriegen. Und dann ist man halt total fertig und auch keine gute Hebamme mehr. Also das ist, finde ich, richtig schwierig. Aber mir hat ein ganz toller Gynäkologe zu mir gesagt, jedes Nein ist auch ein Ja zu dir selbst.
Joel Kaczmarek: Ja.
Sissi Rasche: Und das fand ich so, das hat er mir nochmal so einbrennend gesagt und dass es ihm auch so ging, lange Zeit, weil man natürlich einfach, auch als Arzt geht es ja nicht anders, man geht ja in so einen Beruf, weil man Menschen helfen will. Und das haben, glaube ich, super viele medizinische Berufe, dass sie halt sehr selbstopfernd sind und dann halt an so einen Punkt kommen und da so eine klare Abgrenzung zu haben, ist, glaube ich, super wichtig.
Joel Kaczmarek: Ich wollte gerade sagen, also deine beiden Punkte haben wahrscheinlich so die Verbindung darin, dass es Grenzen braucht, die man nach außen hin zieht. Und ich stelle mir das total schwer vor, wenn man diese krass aufgeladenen Geschichten und diese hohen Emotionen hört und derjenige oder diejenige ist, die das auflösen könnte. Okay, also verstehe ich jetzt, der erste Aspekt von deinem, wie achtest du auf dich selbst?
Sissi Rasche: Also weniger, um halt einfach nicht alles anzunehmen, also nicht alle Betreuung anzunehmen, einfach wirklich ganz klar zu gucken, weil sonst geht ja gar keine Selbstfürsorge. Also dass ich da einfach geguckt habe, dass ich jetzt wirklich einfach ganz klar und deshalb kommt dann dieser zweite Punkt, dass halt dieses Nein ist ein vollständiger Satz, weil man erklärt sich immer. Und das kann man auch auf noch andere Punkte beziehen, nicht nur auf eine Hebammenbetreuung. Und was ich bei dem zweiten Punkt auch noch so für mich habe gehabt, ob man es jetzt Intuition oder Bauchgefühl nennt, meine Friederike, vielleicht hört sie diesen Podcast auch, sie sagt, also Sissi, wenn wir einfach nur auf dein Bauchgefühl hören, dann das ist immer das Beste. Weil ich habe gleich, also das ist zum Beispiel so jetzt so bei Anfragen, jetzt wenn Leute mit mir arbeiten wollen oder so und ich habe gleich immer, ich habe sofort einen Impuls und den habe ich sehr lange oft übergangen vielleicht, weil ich gedacht habe, ah, es wäre irgendwie nett oder so. Und das mache ich jetzt auch einfach anders, dass ich wirklich sage, okay, manchmal sage ich, okay, schlaf nochmal drüber, aber eigentlich mein erster Impuls ist immer der richtige bei mir. Ich bin total so ein Bauchgefühl-Mensch und wenn ich gleich merke, nee, sollte ich es lassen. Und das ist so auch etwas, was ich mit 20 hätte schon machen sollen, weil das war schon immer da. Also, dass ich da gleich eigentlich das richtige Gefühl hatte. Das finde ich auch so ein bisschen, das könnte man bei Nein als vollständiger Satz, also sich wirklich auf meine Weil sonst hätte ich sechs Punkte und das wollte ich jetzt.
Joel Kaczmarek: Lass ich dir auch durchgehen. Aber hat das Thema Geld dabei eine Rolle gespielt? Weil ich habe mit einer Coachin gerade ein ganz interessantes Gespräch geführt. Die meinte, Joel, irgendwann kommt ja dieser Punkt, wo man so viel Geld hat. In meiner Branche nennt man das eigentlich Fuck you money. Wo man nur noch die Dinge macht, wo man wirklich Lust hat. Und viele Menschen tun ja, glaube ich, aus Geldgründen manchmal Dinge, die ihnen eigentlich nicht gut tun, weil sie noch nicht in dieser Fülle sind. Weißt du, was ich meine?
Sissi Rasche: Ja, weiß ich, was du meinst. Das ist bei mir leider noch nicht eingetreten. Da bin ich noch nicht angelangt, aber das kann ich schon verstehen. Aber es ist dann einfach so, dass ich oft einfach, ich werde ja so viel gefragt für irgendetwas und dann finde ich es auch toll, wenn die Ideen haben, aber ich kann nicht allen helfen. Und deshalb ist es da so ein ganz klarer Punkt. Und auch wenn ich merke, das passt gar nicht zu mir, dass ich da einfach ganz, ganz klar jetzt einfach bin und gar nicht unbedingt noch fünf Sätze hinten dran. Deshalb dieses Nein ist ein vollständiger Satz, finde ich super.
Joel Kaczmarek: Da werde ich dich gleich noch weiter löchern. Ich versuche auch noch besser zu verstehen. Jetzt haben wir ja einen Teil schon aufgemacht. Also du hältst sozusagen den Vorgarten freier, so würde ich es jetzt mal nennen, indem du nicht so viel reinlässt und indem du sagst, ich mache weniger. Jetzt ist ja dann trotzdem noch ein zweiter Teil, dafür andere Dinge wahrscheinlich reinzulassen. Also gibt es Dinge, die du gefunden hast für dich, die dir bei deiner Selbstfürsorge gut tun? Machst du zum Beispiel was wie Meditation oder Sport oder Weiß ich nicht, manchmal einfach nichts tun.
Sissi Rasche: Also nichts tun kann ich nicht so gut. Das ist nicht so meine Stärke.
Joel Kaczmarek: Das kommt jetzt überraschend.
Sissi Rasche: Also ich mache immer irgendwas, aber ich versuche jetzt wirklich Sport zu etablieren. Das klappt jetzt auch ganz gut. Also ich versuche mir einfach diese Blocker reinzusetzen. Ich habe gemerkt, wenn ich meinen Termin planer jetzt einfach, ich habe dann auch immer so Sachen, ah ja, das kriege ich dann noch irgendwie unter. Das geht einfach nicht mehr. Dafür mache ich zu viele Dinge. Dafür habe ich auch zu viele Kinder. Also ich muss wirklich mich ganz klar beteiligen. jetzt strukturieren und mir diese Termine reinsetzen, weil sonst passiert das nicht. Und das merke ich gerade so ein bisschen. Es ist jetzt gerade nicht so die Zeit. Ich habe ja einen super großen Bekanntenkreis und ich würde auch viele Leute viel öfter sehen. Und ich glaube, einige Leute sind auch wirklich ein bisschen traurig, dass ich mich vielleicht nicht immer melde. Aber es liegt einfach daran, ich muss mich gerade auf meine Familie fokussieren. Und da ist jetzt gerade der Punkt. Ich glaube, es gibt auch wieder andere Phasen. Und ich glaube, so richtige Freundschaften, die schaffen das auch. Ich meine, das kennst du vielleicht so, es gibt so Freunde, auch wenn du ein halbes Jahr nicht mit denen telefoniert hast, dann telefonierst du mir, ist alles wie immer. Und man kann nicht auf jeder Hochzeit tanzen. Ich versuche auch ganz klar, jetzt gerade zu gucken, das ist nach meinem Aufenthalt in der Tageseite, ich priorisiere. Ich muss nicht überall sein. Und das ist ja auch so ein bisschen, wenn man so in dieser Bubble lebt und diese Instagram und dann sieht man hier und da, FOMO ist ja ganz klar. Und wirklich zu gucken, Was sind wirklich Veranstaltungen, wo ich unbedingt hin will, weil sie entweder wichtig sind, vielleicht auch weitere Zusammenarbeit zu haben mit Kunden, die mir wirklich wichtig sind. Oder wo ich hingehe, weil ich dafür stehe. Also sagen wir es mal, wenn es jetzt um medizinische Themen geht, die in die Öffentlichkeit müssen. Aber einfach wirklich ganz klar zu gucken, ich muss nicht überall sein. Und das ist auch okay, dass man wirklich seine Zeit hat. Ganz klar eingrenzt. Das ist super wichtig und das ist mir auch eine Zeit lang nicht gut gelungen. Und mich jetzt zu fokussieren, diese Blocker zu setzen, das ist auch immer noch nicht immer gut. Da habe ich so Phasen, wo es richtig gut läuft und dann falle ich wieder so ein bisschen rein. Aber da habe ich auch mittlerweile einfach Menschen an meiner Seite, die mir da helfen und mich auch immer wieder helfen. Und dann hat man natürlich, du hast zwei Kinder, ich habe jetzt nochmal zwei dazu. Das ist halt einfach mein Fokus. Und dann habe ich auch noch einen Mann. Der möchte mich ja auch noch sehen. Und das ist halt einfach, da den Fokus zu setzen. Und dann die Freunde, die man dann gerade so hat, sind ja auch oft die Freunde, die einen so mit den Kindern begleiten, wo man ähnliche Sachen hat. Das ist gar nicht, dass wir uns extra verabreden, aber dass man eh gerade, weil man irgendwie zusammen Tennis hat oder Und zusammen Schwimmen unterrichtet und wo man dann da die Sachen hat oder sich mit denen halt auch. Ich habe Gott sei Dank, und das ist ja auch, das ist gut, dass ich einige richtig enge Freunde habe, wo sich unsere Kinder super verstehen, weil oft ist es ja nicht so, dass du die Garantie hast, dass sich die Kinder gut verstehen.
Joel Kaczmarek: Manchmal ist es ja nicht mal, dass du den Kerl von der Freundin oder die Frau vom Kerl lernen kannst. Und wie hat sich das für dich dann angefühlt, als jemand, der so viel Verantwortung trägt, der diese ganzen Teller am Drehen hält und der genau weiß, was alles so im Leben vorgeht? Dann mal in diesen tiefen Schlund Burnout zu gucken, zu wissen, so nichts geht mehr, machtlos sein?
Sissi Rasche: Ich muss ganz ehrlich sagen, da war mein ganz enges Umfeld und einer meiner besten Freundinnen einfach super, weil ich habe das selber gar nicht gesehen. Also ich habe, oder ich wollte es auch nicht sehen und es tut ja auch so, dass man wirklich merkt so, okay, es ist jetzt hier Ende oder ich kann nicht mehr, weil es ist ja auch so ein bisschen Ich habe das ja immer die Bälle in der Luft gehalten und dann einfach mal an den Punkt zu sagen, nee, ich brauche meine Auszeit und ich muss ganz ehrlich sagen, die erste Woche, wo ich in der Tagesklinik war, ich habe gedacht, wollen die mich jetzt hier wirklich veräppeln, weil nichts tun. Also ich habe wirklich da gesessen und gesagt, ich muss doch jetzt wenigstens hier irgendwas machen. Also entweder machen sie das irgendwie so, nee, sie müssen mal gar nichts machen und das Das ist so schwierig, so gar nichts machen. Also gerade für Menschen, die so wirklich immer was zu tun haben. Und wo ich meinen Kindern immer sage, es ist doch schön, wenn du jetzt mal Langeweile hast und ich bin selber. Also das war richtig schlimm. Aber dann habe ich mich da ganz gut eingefunden. Und das ist auch so für mich so. der dritte Punkt eigentlich einfach, dass Therapie und auch offen darüber zu sprechen, dass man sich Hilfe gesucht hat und dass ich auch nur mit Wasser koche, weil wenn man mich von außen sieht und mich nicht persönlich kennt, dann denken ja immer alle, ich mag ja auch diese Begriffe nicht, Power oder so. Und deshalb versuche ich ja immer allen auch zu sagen, erstmal habe ich wirklich ein total tolles Dorf, ich habe tolle Menschen, mit denen ich arbeiten darf, die auch oft an mir verzweifeln, weil ich immer so viele Ideen habe und weil ich immer allen helfen will und die schon über viele Jahre jetzt bei mir sind, was natürlich auch super ist und es immer noch mit mir aushalten. Und dass sozusagen, dass der Weg zur Therapie einfach kein Weg zur Schwäche war, sondern einfach, sondern eher ein Weg zur Stärke. Und das wäre natürlich auch etwas, was ich, mein 20-jähriges Ich, einfach hätte ich früher einfach damit angefangen. Also ich freue mich jetzt jede Woche, jetzt mache ich ja nur noch sozusagen ambulante Therapie. Und das hört sich ja immer so an, als wenn man irgendwie krank ist oder irgendwas hat. Aber ich finde es super, einfach mit einer neutralen Person, die mich auch nicht in meinem Daily Life so kennt, sondern einfach mit meiner Therapeutin einfach so meine Dinge zu besprechen. Und das finde ich so schlimm. Auch das ist ja auch ein Problem, dass es einfach so wenig Therapieplätze gibt, weil es ist ja eigentlich Prävention. Ich meine, das heißt jetzt nicht, dass man wirklich… immer Therapie machen sollte, aber es gibt ja so Phasen im Leben, wenn man da einfach gleich ansetzt und Menschen da gut begleitet werden, dass sie halt einfach viel besser durch diese Phasen kommen. und das ist auch eine Sache, wo ich mir gedacht habe und ich habe auch vielleicht, was so Therapie angibt, da muss man ja auch wirklich jemanden finden, dem man vertraut, also ich finde auch, Also Therapie ist nicht gleich Therapie und wenn man dann sozusagen einen, also meistens ist es ja so, dass man dann halt irgendwo einen Platz kriegt und dann merkt man, ah das geht aber gar nicht, sich da auch zu öffnen, das ist ja auch ein Prozess. Und ich habe jetzt mit 39 endlich jemanden gefunden, mit der ich wirklich ganz offen und ehrlich über meine ganzen Sachen reden kann und ich mich nicht schlecht fühle. Und das finde ich, das hätte ich auch gerne ein paar Jahre eher gehabt.
Joel Kaczmarek: Ja, das ist so ein ganz ulkiges Thema. Also ich weiß, ich bin auch mal zu einem Therapeuten gegangen, der ist so auf Burnout spezialisiert, weil ich war wieder so kurz davor, das war das zweite Mal kurz davor. Und daran habe ich gerade gedacht, als du das beschrieben hast, da war dann auch immer so, ich sage so, wer sind denn die Leute, die immer hier so rumhängen in der Küche? Und dann meinte er, ja, das sind hier unsere Patienten in der Tagesklinik und so. Und ich sage so, okay. Und in der Küche waren überall an den, die hatten so eine Vertäfelung und dann hast du ja oben auf dem Holz so einen kleinen Abstand, da kannst du was draufstellen. Und dann hatten die so um die ganze Küche rum, haben die diese Bilder, diese Steckperlenbilder gebaut, die man so bügelt. Kennst du das?
Sissi Rasche: Ja, klar, kenn ich das.
Joel Kaczmarek: Das war alles so Simpsons und keine Ahnung was. Und wer von euch macht denn immer hier diese komischen Bilder? Ja, das machen die Patienten hier in der Tagesklinik, weil die sozusagen so zur Ruhe kommen.
Sissi Rasche: Ich hab angefangen zu puzzeln. Ich hab wirklich auch echt nette Menschen kennengelernt und dann haben wir wirklich gepuzzelt und das ist ja so beruhigend.
Joel Kaczmarek: Ja, ich mache das manchmal auch. Oder Lego fährt auch so in die Kategorie.
Sissi Rasche: Also Puzzle. Und wenn du dann so ein Puzzle hast, wo du so ein Meer hast, also alles blau.
Joel Kaczmarek: Krass.
Sissi Rasche: Aber das kann man gar nicht aufhören. Also das ist halt einfach. Und es ist halt auch was anderes, ob du jetzt Ich konnte Und ich habe mir halt nur vier Wochen, also ich hätte eigentlich auch eher acht Wochen machen müssen, aber es ist natürlich schwierig mit Kindern und so weiter. Also da habe ich mich schon sehr schwer getan. Aber ich habe dann Gott sei Dank ambulant jetzt was Gutes gefunden. Aber es ist natürlich ein stetiger Prozess. Also das ist jetzt ja nicht mit einmal getan. Und ich glaube auch, dass es noch ein bisschen auf jeden Fall ein Weg ist.
Joel Kaczmarek: Ich weiß einfach, was du meinst, weil, was du eben gesagt hast, mit dem Öffnen auch oder die Richtige finden, weil ich war vor kurzem in einem anderen Land und dann fuhren wir da im Taxi mit den Reisebegleitern und dann hinten saßen so die Freunde und dann meinte ich so, ja, ich habe so hochgezählt, wie viele Stunden ich bei Therapeuten verbracht habe und ich fand, das klang richtig viel, weil die werden ja immer in so 25er Chargen gebucht. Und wenn du die einmal pro Woche hast und du merkst, du gehst da immer hin und mir ging es oft so, ich habe dann so ein Jahr gemacht oder so, dann habe ich manchmal vielleicht was aus Freundlichkeit, so eine Verlängerung gemacht, wo du aber eigentlich merkst, okay, mir ist das hier zu slow. Was ist denn dieser Scheiß mit? Und wie geht es uns denn heute? Ja, danke, gut. Ja, was ist so los in Ihrem Leben? Ja, dies und das. Und was macht das mit Ihnen? Ja, pisst mich richtig an. Und dann haben Sie eine Idee, woran das liegt? Was denken Sie denn, woran das liegt? Ja. zahle ich sie jetzt hier, damit ich meine Fragen selber beantworte? Ja, dafür zahlen sie mich. Und ich so, oh. Und ehe du dich versiehst, hast du viel Zeit in solchen Sesseln verbracht. Das fühlt sich immer so an wie, nicht revolutionärer, sondern eher evolutionärer Fortschritt. Das habe ich hinterher erst in der Rückschau bemerkt. Ich dachte, ah, okay, wenn du da 40 Stunden mal bei jemandem saßt, ein bisschen hast du schon doch was in der Grundausrichtung.
Sissi Rasche: Aber ich finde, das muss so passen. Das ist superschwierig.
Joel Kaczmarek: Das war es dann auch, glaube ich.
Sissi Rasche: Und ich glaube, das ist auch so ein bisschen beim Hebammen sein. Also ich bin ja auch nicht die perfekte, also ich bin jetzt auch nicht für jedermann die passende Hebamme. Aber dadurch, dass wir so wenig Kapazitäten haben, gerade für so wichtige Berufe, hat man ja gar nicht die Wahl. Und ich meine, wir wissen ja einfach, dass psychische Erkrankungen einfach so stark zunehmen und nicht nur auch im kindlichen Bereich. Also das ist einfach schon dadurch, dass wir ja auch sehr viel In dieser Welt leben, also in der Social Media Welt und uns vergleichen und gucken und so weiter, wird das ja auch einfach immer noch mehr. Also das ist einfach, ich glaube da, wenn man da den richtigen gefunden hat und so, das ist so und bei mir das hat einfach auch lange gedauert. Und ich glaube, als ich jung war, habe ich einfach dann gar nicht weiter geguckt, weil ich gedacht habe, so schlimm ist ja auch nicht, ne?
Joel Kaczmarek: Ja, das ist ja auch Aufwand und manchmal ist es ja auch Findungsphase und so, weil ich habe neulich mit jemandem mich unterhalten, der meinte dann so, ja, ich sage da nicht Burnout zu, sondern ist ja de facto eine Erschöpfungsdepression. Vielleicht machen wir noch ganz kurz den zweiten Punkt fertig, bevor wir in den dritten weiter eintauchen. Ich fand den total geil. Nein, das ist ein vollständiger Satz. Wie ist es dir denn gelungen, diese Rechtfertigung loszulassen? Weil das ist ja bei dir ultra schwer. Also du wirst ja bestimmt sagen so, nein, tut mir leid, ich habe schon so viele, ich habe so viele Projekte und dann sagen die ja aber, ja aber, ja aber. Wie ist dir das gelungen?
Sissi Rasche: Ja, es gelingt mir nicht noch. Also es ist auch ein Prozess. Also es ist für mich einfach auch so, ich habe mir das aufgeschrieben, das ist einfach etwas, was ich mir immer wieder vornehme und es klappt auch viel, viel besser. Aber einfach auch, es gibt halt auch einfach Zeiten, ich habe einfach geguckt, will ich so viel verzichten auf viele Dinge, vor allen Dingen im Privatleben, gerade was diese Rufbereitschaft, die Dezembergeburten. Also ich meine, ich war auch schon mal Weihnachten nicht zu Hause und so. Für was für einen Preis? Also meine Kinder sind auch nur einmal klein und da einfach ganz klar zu gucken, wer hat hier Priorität? Und das muss man sich einfach vor Augen. und gerade wenn man das jetzt auch sieht, wie sich der Beruf so, also es ist ja auch nicht so, dass ich dadurch jetzt einfach sagen kann, die Vergütung ist so gut, dass ich dann irgendwie das damit, was ist es auch einfach so, dass einfach sich mal das aufzuschreiben und bewusst zu machen, ich muss mich nicht rechtfertigen. Das ist auch einfach okay. Und dass ich einfach nein, weil man immer das Gefühl hat, man muss sich dann noch erklären. Also ja, und das klappt immer besser. Also das ist wirklich etwas. Aber ich habe auch gemerkt, dass Leute natürlich nicht gewohnt waren von mir. Und nein auf der Hebammensache, das klappt gut. Aber nein zum Beispiel auch oder für sich einstehen. Was so der berufliche Kontext mit Menschen, denen ich lange gearbeitet habe, wo ich auch, ich war auch, bin auch so ein Mensch, ich möchte es auch gerne mal einreden. Ich brauche Happy, ich brauche Happiness, ich bin so ein Harmoniemensch. Und gerade die letzten Monate, wo ich Dinge hinterfragt habe, auch in einigen Geschäftsbeziehungen, die ich gemacht habe, hinterfragt habe, da habe ich ganz krass gemerkt, so wow, wenn du das jahrelang halt so das Ja gesagt oder klar kriegen irgendwie hingemacht hast, das sind die ja gar nicht gewöhnt. Das wird dir erst mal ungemütlich. Und dann trotzdem da bei sich zu bleiben und sagen, nee, ich bin jetzt auch mal ungemütlich und das ist okay, dass ich für mich einstehe. Das ist auf jeden Fall krass. Also weil, wenn du jahrelang immer irgendwie alles untergekriegt hast und Ja und Amen gesagt hast und dann einfach die Reaktion von Menschen zu bekommen, mit denen du sehr viel eng, das war… Wie waren die so?
Joel Kaczmarek: Wie haben die reagiert?
Sissi Rasche: naja, nicht positiv. Und das war dann halt, wo ich dann immer wieder so zurückgeschmeckt bin und so und mich auch nochmal hinterfragt habe, war es denn okay? Also wenn ich jetzt für mich einstehe, also war es denn okay? Und dann bist du ja auch erstmal verunsichert, weil du denkst ja, ich habe es ja eigentlich gut erklärt und dann kommst du, nee, aber so ist das nicht. Und da dann dran zu bleiben, das ist dann, aber das ist auch so ein bisschen so, wo ich auch denke, das ist jetzt auch die andere Sissi, die einfach mal jetzt sagt, nee, ich kann es nicht alles mit mir machen.
Joel Kaczmarek: Und Lustigerweise stelle ich gerade fest, wenn man Sissi mal auf Italienisch nimmt, Sissi, dann heißt das ja, ja.
Sissi Rasche: Ja, genau, ja, ja. Das stimmt. Und das habe ich halt lange Zeit echt.
Joel Kaczmarek: Hast du dich von Menschen getrennt, weil die mit den Neins von dir nicht umgehen konnten?
Sissi Rasche: Ne, ich finde noch gerade aktuell Lösungen. Und ich glaube, dass wir die auch finden, dass man sich ja auch Kompromisse gut finden kann, aber das ist auf jeden Fall, wenn du es erstmal nicht gewohnt bist, dann ist es was.
Joel Kaczmarek: Was hat es mit dir emotional gemacht, wenn du merkst, dass wenn du für dich selbst einstehst, dass du Menschen, die du nah an dich drangelassen hast, negativ darauf reagieren, wenn du dafür sorgst, dass es dir selber gut geht?
Sissi Rasche: Ja, dass ich nochmal ganz klar auch geguckt habe, ich bin ja so sehr jemand, der sich auch um andere kümmert und auch um diese Geschäftsbeziehungen. Da habe ich gedacht, okay, aber das Gleiche zurück, das kannst du eigentlich nicht erwarten. Also deshalb ist es so wichtig, für sich selber einzustehen, weil ich habe immer gedacht, naja, dann machen die das Gleiche auch zurück für mich und das ist einfach nicht so. Und das war schon auch hart und auch traurig.
Joel Kaczmarek: Ist es denn sonst in deinem Leben so, dass viel für dich zurückkommt, wo du auch so viel gibst?
Sissi Rasche: Ich finde schon, dass du im Hebammenberuf natürlich einfach sehr viel Dankbarkeit zurückbekommst von den Familien und das ist ja auch so eine Sache, die einen ein Leben lang sozusagen auch so miteinander verbindet. Also ich kenne das so, dann bist du irgendwo und die hat sich zuerst gesehen, die können sich nicht daran erinnern, aber so man kriegt schon sehr viel zurück.
Joel Kaczmarek: Das ist ein bisschen so ein Mafia-Paten-Moment, oder? So als hättest du so den Sohn vom Mafia-Paten gerinnen, hast du einen Persilschein.
Sissi Rasche: Aber das ist schon, also das macht natürlich den Job auch auf, dass man, das ist eher so ein bisschen, dass man sich dann auch wieder so ein bisschen entwöhnen muss voneinander. Also weil ich habe ja einfach so viele tolle Familien, mit denen ich natürlich gerne in Verbindung bleiben will, aber das schaffe ich ja gar nicht. Und das ist dann auch immer so ein schwerer Moment, dann wieder sich zu lösen. Also dieser Abnabelungsprozess, also erstmal ist man ja ganz eng. Dann kommt die Geburt, dann kommt das intensive Wochenbett und dann muss man ja Tschüss sagen und da merke ich dann schon immer so, oh ja, jetzt kommst du nicht mehr und es ist ja schon auch so eine emotionale Verbindung und das ist natürlich toll, also da kriegt man natürlich sehr, sehr viel zurück.
Joel Kaczmarek: Und sag mal, ich denke gerade so zurück, du hast ja von diesen Wochenbett-Situationen erzählt, wo teilweise es sogar für dich gefährlich wurde, weil die Männer irgendwie
Sissi Rasche: Nicht gefährlich, also ich bin schon zweimal in meinem Leben sehr angeeckt. Und mittlerweile, das ist jetzt auch schon so lange her und ich fand es ganz süß, dass die Frau mir nach acht Jahren geschrieben hat, dass sie mir so dankbar ist und dass es ihr unfassbar leid tat, wie ich behandelt wurde, aber dass sie mir das bis heute schätzt, dass ich für sie so eingestanden bin. Und das war in dem Moment natürlich total furchtbar, weil ich einfach gesehen habe, dass es ihr nicht gut geht und ich wollte ihr helfen. Und mir wurde dann sozusagen die Betreuung verwehrt. Und sie konnte sich einfach nicht wehren, weil sie einfach nicht in der Lage war. Aber es war für mich natürlich total furchtbar. Aber acht Jahre später habe ich einfach, aber da war ich natürlich fix und fertig. Also da war ich auch. relativ jung und habe gedacht, oh Gott, was habe ich jetzt falsch gemacht? und so weiter. Ich habe ja eigentlich nur sozusagen versucht, sie zu beschützen. Aber das war natürlich total cool, dass sie mir nach acht Jahren geschrieben hat, weil das hat mich natürlich viele, erst eine lange Zeit beschäftigt, weil man natürlich sich hinterfragt.
Joel Kaczmarek: Acht Jahren schreibt die dir, krass. Weil was ich im Begriff dazu sagen ist, hat es dir denn geholfen, dass du gelernt hast, für andere Nein zu sagen, dass du das dann auch auf dich übertragen kannst?
Sissi Rasche: Also nee, das hat mir nicht geholfen, weil das kann ich total gut. Also ich konnte das schon immer, also für andere alles zu organisieren und zu sagen so, okay, wir machen das jetzt super. Aber für mich selber, das hat total gedauert, da hat mir das gar nicht geholfen, weil in dieser Situation…. Und als Hebamme bin ich wirklich so, also auch Menschen, die mich so ganz, also freundlich, die ich dann betreut habe und die meinen immer so, krass, wenn man dich dann im Kreis da sitzt, bist du dann so, wow, wow, bumm, bumm, bumm. Aber das hat lange nicht gut funktioniert, dass ich das auch für mich selber umsetze. Also das ist erst so ein Prozess, der die letzten Jahre eingesetzt hat. Aber ich glaube einfach nur dadurch, dass man da jetzt einfach dran arbeitet, ne.
Joel Kaczmarek: So, dein dritter Punkt war, Therapie ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Stärke. Wie ist denn dein Verhältnis zum Thema Schwachsein?
Sissi Rasche: Und deshalb ist es, was ich auch immer mache, wenn es mir vielleicht mal nicht so gut geht, dass ich das halt, weil ich in diesem Moment, wo ich in so eine Geburt gehe, ja auch mir immer so dann sage, okay, das ist jetzt vielleicht, heute habe ich nicht so einen guten Tag, aber das ist jetzt vielleicht die einzige Geburt der Frau, deshalb so dieses Innen, Außen, Oben, Unten, gehe ich so rein und dann…. Und wenn ich hebamme und dann wieder raus, dann ist halt das total okay, auch mal schwach zu sein. Aber ich finde in meinem Beruf ist das halt einfach schwierig dadurch, dass ich, oder ist es für mich einfach nicht tragbar, für mich persönlich nicht tragbar, weil ich natürlich diese hohe Verantwortung habe.
Joel Kaczmarek: Das heißt ja, dass du ganz viel Gefühl von dir wegdrücken musst auf Knopfdruck. Also du kannst jetzt nicht sagen, scheiße, Verwandte ist gestorben, mir geht es heute richtig dreckig, die Lady hier, um die geht es jetzt die nächsten 24 Stunden, no matter what.
Sissi Rasche: Also wenn jetzt so eine Extremsituation
Joel Kaczmarek: Oder Streit mit einem Partner.
Sissi Rasche: Ja, genau. Da ist es halt nicht so. Du hast irgendwie keinen guten Tag und hast irgendwie Streit oder so. Ich glaube, bei so krassen Sachen wie du siehst, gerade im Todesfall, ich habe ja auch tolle Kolleginnen. Und das ist auch etwas, was ich natürlich jeder Frau sage, dass es natürlich Situationen gibt, wo meine Kinder oder ich sehr doll krank sind, dass ich dann einfach, also dann bringe ich ihnen auch nichts. Also dass ich dann natürlich auch mit Kolleginnen zusammenarbeite, wo man sich mal vertritt. Also dass man das auch ganz klar
Joel Kaczmarek: Aber die Private, sie erlaubt sich auch mal schwach zu sein?
Sissi Rasche: Ja, auf jeden Fall. Aber im Hebammenjob ist es wirklich so, im Kreislauf, da musst du halt einfach dann, da machst du die Tür zu und dann musst du halt einfach da sein. Und dann hast du ja auch einfach so hohe Verantwortung. Das ist ja nicht so, als wenn ich jetzt irgendwie, weißt du, das ist ja auch bei Ärzten so. Deshalb ist es ja auch so schwierig, dass wenn, also diese 24-Stunden-Dienste, wo die halt so viel Verantwortung haben, also wenn du, da passieren ja Fehler. Und du hast so eine hohe Belastung. Das darf dir am Mensch aber eigentlich nicht passieren. Und wenn du halt irgendwelche Sachen über eine Kasse scannst oder so und da ist mal was falsch angesagt, das kann man ja, ne?
Joel Kaczmarek: Ein vergessener Tupfer in der offenen OP, das ist nicht so gut.
Sissi Rasche: Ja, und das ist halt einfach, deshalb ist es ja so wichtig, dass wir da halt gut aufgestellt sind, ne? Mhm. Und ich meine, wie viele Frauen leiden halt unter Dingen, die nicht optimal gelaufen sind.
Joel Kaczmarek: Was sind so die Sachen, die dich zum Weinen bringen?
Sissi Rasche: Ich bin jemand, der kann super schnell weinen. Also ich weine vor allen Dingen, also Geburt. Also ich habe schon öfter Träne im Auge. Also ich finde einmal, wenn man diesen Moment dann so sieht und So, also da bin ich schon immer so, also da heule ich nicht im Ström, aber ich habe schon echt Geburten, wo ich dann immer so, ach Gott, das finde ich jetzt auch gerade mega emotional, weil es ist halt einfach emotional und dann auch einfach so die Eltern zu begleiten und dann einfach auch die Geschichte hinterher zu wissen oder gerade wenn es vielleicht auch einfach…. Ja, viele Schicksalsschläge waren. Es gibt schon viele Familien, die haben einfach echt ihr Päckchen zu tragen und da ist es immer wieder so, wenn man dann denkt, jetzt haben sie es geschafft, jetzt haben sie endlich ihr Kind in den Armen. Das ist schon einfach krass. Also da verdrücke ich immer, drehe mich voll viel bei Filmen. Ich bin echt so, ich bin auch so jemand, der so bei Werbung, wenn die emotional ist. Also ich bin schon sehr nah am Wasser gebaut und ich finde das auch toll. Gut, ich habe auch einen Mann, der ist auch auf jeden Fall so. Ich bin auch gerade so, wenn so Kinder, kennst du das, wenn so Kinder so einschneidende Erlebnisse haben, dann hast du Kindergartenabschied oder in der Schule und dann kommt man so rein und dann bin ich immer erstmal so, hab ich richtig so, ich bin sehr emotional.
Joel Kaczmarek: Ja, also ich erinnere mich noch an einen Kita-Abschied, wo die Kinder dann so ein Spalier gemacht haben und die Hände zu so einem Bogen aneinander. Dann laufen die Kinder, die verabschiedet sind, durch. Da kann ich verstehen, da kriege ich auch ein Kloß im Hals.
Sissi Rasche: Ja, ich finde das schon. Gerade wenn man auch Eltern wird oder Mutter wird, das ist auch einfach so ein krasser Prozess. Also es ist ja auch eine Sache, auf die du dich ja nicht vorbereiten kannst. Ich finde ja auch so, also du wünschst dir vielleicht Kinder, aber du weißt ja nicht, wie du als Mutter oder Vater bist. Also da gibt es ja keine Prüfung oder so. Und vielleicht ist es ja auch nicht der richtige, also dieses Thema Regretting Motherhood ist ja auch einfach, dass Frauen mittlerweile darüber reden, weil das ist ja einfach so krass, das kannst du ja nicht üben irgendwie so. Das finde ich schon einfach, also Mutterschaft ist auch mein nächster Punkt, aber das ist einfach krass Mutter zu sein und diesen Weg zu beleiten, diese hohe Verantwortung für Mutter.
Joel Kaczmarek: Ich finde, also eine der intensivsten Erfahrungen, es gibt so zwei, die mir besonders beim Elternwerden ins Gesicht gesprungen sind. Das eine war der völlige Verlust der Selbstbestimmtheit. Also wie man das wegsteckt, wenn man dann nicht mehr sagen kann, ach nee, ich schlafe jetzt durch oder ich gehe da nicht hin, ich mache das nicht. Und das zweite ist, wie diese Reise zurück in die Zukunft. Wenn du auf einmal merkst, da kommen Sachen, Gefühle in dir hoch, die aus deiner eigenen Kindheit kommen. Wie deine Eltern dich erzogen haben, wie deine Eltern mit dir umgegangen sind. Und das ist so, ich habe das Gefühl, bei ganz vielen Menschen schlummert das so und knallt Krass, meine zwei Punkte, die du gerade so hast.
Sissi Rasche: Also Mutterschaft ist natürlich, finde ich, die krasseste Transformation. Weil, wie du es eben beschrieben hast, erst mal diese Selbstbestimmtheit. Ich sage auch immer so, bei den ersten Schwangerschaften, jetzt genieß doch noch mal, wenn die immer so ungeduldig werden, jetzt kannst du einfach noch aus dem Haus gehen, ohne dass du jetzt dir überlegen musst, was nehme ich mit oder wann komme ich wieder und so weiter. Also diese total so, ich kann machen, was ich will. Also ich kann einfach gehen und muss nicht irgendwie alles organisieren. Und wie gesagt, einfach mal so ein Wochenende auf dem Sofa oder einfach nur mal so fünf Serien durchgucken, das fällt ja komplett weg. Ich finde aber das krass, das intensivste Gefühl, was ich sozusagen als Mutter, ist halt diese unglaubliche Verletzbarkeit. Also die man auf einmal, auch wenn man vorher vielleicht kein ängstlicher Mensch war, aber so auf einmal ist man so auf so einer Sache, also dass man immer so denkt, okay, das ist jetzt echt, also da kann mich an meinem wundesten Punkt verletzt werden. Und das finde ich gerade, je mehr Kinder man hat… wird das ja noch krasser. Also, weißt du, so jetzt bei mir so, ich denke immer so, okay, wenn ich vier Kinder jetzt so durchbringe, so, also das ist schon gut, so in einer freien Wildbahn, wenn man dann so, das ist halt einfach echt krass. Und diese, ja, das ist halt super schön. Also ich finde es die schönste Sache der Welt, aber auch die unglaublich intensivste, schmerzhafte und anstrengendste. Und ich finde, dass es gerade je mehr Kinder man hat, einfach größer, Krasses. Also Verantwortung, Logistik und vor allen Dingen auch gerade was das Emotionale auch so angeht, die sind ja alle so unterschiedlich. und ich kann einfach nur sagen, weil es ist immer so von außen so einfach zu sagen, also gerade so Leute, die vielleicht noch keine Kinder haben, sagen dann ja so, das würde ich unbedingt so machen und Ich habe zum Beispiel vier super unterschiedliche Kinder. oder wir haben vier unterschiedliche Kinder. Die ersten beiden waren echt super easy. Also so in ihrem Ganzen, da ging alles easy. Und dann haben wir ja nochmal zwei kleine und man denkt halt so, man kann ja, hat ja irgendwie jetzt eine Anleitung, wir sind ja auch ganz okay, wir kriegen das schon hin. Und das hat gar nichts mit einem selber zu tun oder wie man Dinge macht. Da kriegt man einfach Persönlichkeiten, die sind einfach nochmal, die holen dich nochmal richtig auf den Boden der Tatsachen zurück. Und die fordern dich nochmal so krass, dass du wirklich echt manchmal denkst so, oh mein Gott.
Joel Kaczmarek: Die haben einen Hund und dann haben die gesagt, ja, mit Hunden ist auch so ein Ding. Ich habe eine Freundin, die züchtet Schäferhunde. Dann hat die sich aber einen Dackel geholt. Die ist zusammengebrochen. Die wusste gar nicht, was zu tun hat, weil sie mit diesem Charakter von diesem Hund nicht so klar kommt. Und ich finde, ohne dass ich jetzt Kinder mit Hunden vergleichen will, diese Persönlichkeitseigenarten und diese Besonderheiten, dass du denkst, okay, wow, Schreikind versus Durchschläferer. Introvertiert versus Extrovert. Was es da alles gibt.
Sissi Rasche: Und dass Leute halt dann immer so, die sagen so, okay, aber so macht man es richtig. Und so, wenn man diesen Faden wirkt, dann wird das halt nicht so. Und das ist halt totaler Quatsch. Und ich glaube, so dieser vierte Punkt, Mutterschaft.
Joel Kaczmarek: Wie heißt der denn eigentlich, dein vierter Punkt?
Sissi Rasche: Mutterschaft darf und ist schön, aber auch super anstrengend. Und ich finde, das ist auch okay, dass man das sozusagen, das ist auch okay, dass man das sozusagen auch so empfindet und ausspricht und dass man da kein schlechtes Gewissen haben sollte. Und das würde ich halt auch sozusagen meinen 20-Jährigen, also das ist so, da hat man ja so eine Vorstellung, also ich hatte so eine Vorstellung, wie das dann alles so ist, aber das ist halt einfach echt krass.
Joel Kaczmarek: und auch Wie gehst du denn damit um? Also du hast ja gerade der zweite Punkt, darf schön und anstrengend sein und wahrscheinlich ist das, die Unterstrichung ist bei dem und. Wie gehst du damit um, wenn man sich manchmal Dinge anders wünscht? Wenn man eigentlich ein schlechtes Gewissen hat, wenn man sagt so, boah, jetzt gerade habe ich voll Bock auf das und das, ist wegen meinen Kindern verwehrt, ich bin eigentlich darüber sauer, ich ärgere mich darüber, weil da setzt ja bei vielen so ein schlechtes Gewissen ein. Ich darf mir sowas auch nicht wünschen, das wird ja heißen, ich mag meine Kinder nicht.
Sissi Rasche: Meinst du, wenn du jetzt irgendwas machen willst oder wie?
Joel Kaczmarek: Zum Beispiel, ja. Wenn man sich so begrenzt fühlt durch seine Kinder auch oder sagt, du gehst mir gerade voll auf den Nerv, ich wünschte, du wärst gerade nicht da.
Sissi Rasche: Achso, das habe ich eigentlich nicht so, weil ich total, ich habe mir ja super früh auch Kinder gewünscht, also das kann ich nur sagen, also man weiß nicht, aber das habe ich mir, ich bin sehr aufopferungsvoll so in meiner, ich würde alles für die machen so und ich habe nicht so das Gefühl, dass ich jetzt da was verpasse, ich bin auch so eine, ich bin auch wirklich so eine, Das wissen auch meine Freundinnen, ich kann ganz schlecht wegfahren. Also entweder gehe ich zur Arbeit, ja, also da mache ich irgendwie meine Arbeit oder ich bin mit denen. Aber so, ich war auch wirklich höchstens mal zwei Tage vielleicht mal weg, aber so eine Woche jetzt wegfahren, das ist für mich irgendwie so, da habe ich gar nicht. Ich glaube jetzt gerade bei mir ist wirklich so die Zeit, ich habe das jetzt gerade, weil ich auch merke, wie schnell das gerade geht, weil ich ja diese Zwölf und Vierzehnjährigen und ich habe eher gerade so ein bisschen so, Dieses wirklich Liebeskummer, gerade ich habe drei Mädels und mein Ältester ist ein Sohn und ich merke gerade, er ist 14. Das ist jetzt richtig Herzschmerz bei mir. Auch wenn der Spruch immer doof ist, man ist super gestresst, vielleicht in der Anfangsphase, weil man wenig schläft, weil es einfach anstrengend ist, nach aufzustehen und so weiter. Aber es geht so schnell vorbei und dann sind die auf einmal 14 und dann merkst du halt so krass. Und ich habe richtig so das letzte Jahr so Liebeskummer gehabt, weil ich jetzt merke, der muss jetzt einfach gehen lassen.
Joel Kaczmarek: Kennst du diese deprimierenden Statistik Sprüche?
Sissi Rasche: Ja, mit zwölf hast du 75 Prozent der Zeit mit deinem Kind verbracht.
Joel Kaczmarek: Mit 19 sind es schon irgendwie 85 Prozent oder so. Und ich meine, stell dir mal vor, eine deiner Töchter macht den gleichen Job wie du. Stell dir mal vor, wie schwierig es ist, du kennst ja die Power, die Auslastung, dann auch für Mutti Zeit zu finden. Das ist so, was ich manchmal auch irgendwie…. Wo ich mich dann mal frage, sollte ich den gönnen und wünschen, so nach dem Motto, geht in die Welt raus, zieht in eine andere Stadt, gründet eine Familie.
Sissi Rasche: Auf jeden Fall. Ich glaube, man muss sie einfach wirklich gehen und ziehen lassen, weil wenn du sie hältst, dann ist es nicht gut. So kommen sie alleine zurück, das ist, glaube ich, total wichtig, aber es geht halt wirklich so schnell.
Joel Kaczmarek: Und sag mal, die Frage, auf die ich eigentlich hinaus wollte, dieses schlechte Gewissen, wenn man Sachen anstrengend daran findet, wie gehst du damit um?
Sissi Rasche: Also ich meine, das ist ja ganz normal und man ist ja auch nicht jeden Tag als Mutter irgendwie gut. Also ich meine, glaube ich, wichtig ist halt, dass man gerade, wenn man auch mal Mist gebaut hat, dass man einfach sich entschuldigen kann. Und ich bin auch mal laut und ich bin auch mal nicht cool. Und man denkt ja gerade, wenn man so viele Ratgeber oder wenn man auch als Hebamme arbeitet, sehr viel mit diesen ganzen Materien zu tun, dann denkt man so, oh Gott, ey, heute war ich einfach richtig schlecht. dass man das bespricht und einfach sagt so, hey, das tut mir leid, das war heute Morgen einfach nicht cool. Und das ist auch in Ordnung. Und dass es auch ganz, ganz wichtig ist, dass Kinder, ich finde, dass es wichtig ist, dass Kinder auch, also es gibt ja auch, dass Kinder auch mal sehen, dass Eltern auch mal streiten, weil so ist ja das Leben. Und deshalb kann ich besser damit umgehen, indem ich halt in Kommunikation mit den Kindern bin, auch wenn ich mal genervt bin. Und ich sage auch ganz klar, ich bin jetzt wirklich genervt. Also wenn ich das 35.000 Mal sage, Ich muss jetzt Bibi und Tina im Auto hören zum 100. Schleife, aber jetzt muss ich mal kurz telefonieren und dann wird von hinten wieder gerufen, lauter und nicht und so. Dann sage ich schon mal einfach so, ey, das ist jetzt echt nicht cool. Also das ist auch okay. Und das ist ja so bei meinen Kindern auch. Die sind ja auch mal genervt von mir. Und ich finde, ich glaube Das Wichtigste ist wirklich in dieser Kommunikation zu bleiben, dass man mit denen natürlich auch nicht zu erwachsenenmäßig, aber dass man wirklich einfach Sachen bespricht auf jede Altersding und dass es einfach auch okay ist, dass ich auch mal genervt bin und gestresst und mal nicht mehr kann.
Joel Kaczmarek: Aber weißt du, was ich meine? Also ich glaube, es ist eine Eigenschaft, die Frauen, glaube ich, ein bisschen mehr haben als Männer, dass sie ein schlechtes Gewissen haben, wenn sie von ihren eigenen Kindern genervt sind. Also wenn die so da sitzen und sagen, boah, fick, ich würde jetzt gerne mal, was du gerade gesagt hast, eine Serie durchgucken. Ich würde gerne mal mit meinen Freunden einen Kaffee trinken oder einen Cocktail. Kotzt mich gerade richtig an, dieses Kind hier zu haben. Das hat ja nichts mit dem Kind zu tun. Nee?
Sissi Rasche: Nee. Also das kann ich jetzt für mich jetzt gerade nicht so sagen, dass ich davon jetzt genervt bin.
Joel Kaczmarek: Ich will auch nicht sagen, dass ich das habe. Weißt du, was ich meine? Negative Emotionen zu haben, die mit dem eigenen Nachwuchs verbunden sind. Vielleicht kann man es so machen.
Sissi Rasche: Ja, also negative Emotionen einfach, dass ich einfach, ich habe die eher so, dass ich, wenn ich echt alles gemacht habe, uns dann immer noch nicht ausreißt. Also ich war, wie gesagt, Morgenroutine und wir haben jetzt alles schon in dem Tempo gemacht. Und dann ist es immer noch nicht, da bin ich dann irgendwann auch so, jetzt kann ich auch nicht mehr, also sorry, jetzt gehe ich auch einfach. Also diese Situation, ich bin nicht so genervt davon, dass ich was nicht machen kann, sondern wenn ich wirklich schon, dass wir alles durchgemacht haben und dann ist immer noch nicht genug. Also das sind so manchmal so, wo ich dann auch als Mutter denke, oh Gott, das ist so anstrengend. Und das finde ich immer ganz gut, wenn man da zu zweit, also manchmal ist man ja auch einfach alleine, aber wenn man da gut an Partner oder Partnerin abgeben kann und sagen kann, so hey, ich habe gerade nur 10% Energie, weil meistens ist man ja immer unterschiedlich, man merkt das ja auch so selber, ne? Der eine hat jetzt gerade die Muße, also eigentlich wechselt man sich ja immer ganz gut ab und der andere kann das jetzt besser auffangen. Also ich habe das ganz oft mit meinem Mann, dass ich merke, oh er ist jetzt total entspannt und ich bin auf einer Zündschnur und dann ist es besser, wenn er das macht, diesen Wutanfall oder was auch immer. Und das ist immer ganz cool, wenn man da die Momente hat und wenn man dann nicht allein ist, dass man sagen kann oder auch eine Freundin oder so, dass man merkt so, ich brauche jetzt gerade mal Hilfe.
Joel Kaczmarek: Stimmt, da habe ich mal ein ganz tolles Video gesehen, da sagt so eine ein bisschen ältere Frau, dass normalerweise ja Partnerschaft ist, wir machen beide 50-50.
Sissi Rasche: Ah, das ist geil, ne? Das habe ich auch gesehen. Und das hat sie super beschrieben, ne? Sie hat einfach gesagt, dass es halt nicht darum geht, dass es immer 50-50 ist, sondern dass man halt eher gucken, wer hat jetzt gerade mehr Energie? und das stimmt auch. Und dieses 50-50 ist ja sowieso, es geht darum, dass man guckt, dass man einfach Dinge gemeinsam macht. Aber ich finde halt auch, dass man in einer Partnerschaft immer gucken will, wer hat denn wo seine Stärke. Und ich muss jetzt nicht meinen Mann dazu zwingen, der hat einfach keinen Bock darauf, irgendwelche Klamotten rauszusuchen. Da hat er einfach keine Stärke. Natürlich könnte der es irgendwie und so, aber mir ist es ja wichtig. Also ist es für mich so eine Sache, ich lege das dann raus, weil ich mache das gerne. Dafür kann er aber viele an. Er macht zum Beispiel die ganze Admin und so weiter. Er kauft immer ein, er kocht viel mehr. Also so, dass man sich schon auch guckt, wo sind denn meine Stärken. Ist er nicht gelernter Koch? Ja, der ist gelernter Koch, auf jeden Fall. Also das ist wirklich etwas, das macht mir einfach keine Freude und ich finde es immer faszinierend, weil es ist nichts im Kühlschrank, also ich kaufe eh immer die gleichen Sachen an und er kann aus so wenigen Sachen einfach so geile Sachen zaubern. und das ist einfach nicht meine Stärke und das werde ich auch in diesem Leben, wird da keine Passion mehr draus und deshalb kann man ja gucken, als Eltern so, wer hat dann welche Kompetenzen. Wie?
Joel Kaczmarek: macht ihr denn eigentlich diese Aushandlung? Weil gerade wenn es so an Kind und Karriere geht, ist es ja so ein hochsensitives Thema. Und jetzt hast du ja gesagt, du magst es nicht so, dass man von außen immer so aus Powerfrau betrachtet wird. Man könnte euch aber auch als Powercouple bezeichnen. Wie verhandelst du denn das? Dieses, was machst du? Was mache ich? Wer darf jetzt mal zum Zug kommen? Wer tritt zurück? Weil das ist ja so ein, was viele glaube ich in Atem hält. Gerade wo auch diese klassischen 60er Jahre Rollenbilder, sage ich mal, jetzt langsam wegdiffundieren.
Sissi Rasche: Ja, also wir haben beide von Anfang an immer Vollzeit gearbeitet. Also es gab da gar nicht irgendwie so immer, welcher jetzt gerade im Fokus ist. Aber ich muss ganz ehrlich sagen, dass mein Mann auch immer viel möglich gemacht hat, dass ich trotzdem weiterhin Geburtshilfe machen konnte, dass wir das immer gucken. Manchmal ist es ein bisschen so bei uns, so ein bisschen, was zuerst im Kalender steht, der hat Der hat Vorrecht, also gerade wenn es um Abendtermine geht, jetzt hast du aber nicht eingetragen, aber ich hatte schon, also so, mein Stand zuerst, meine Veranstaltung, also so, das ist immer. Aber dadurch, dass wir von Anfang an immer, und es gab auch mal so Phasen, dann hatte er zum Beispiel, als unser Sohn geboren ist, da hatte er einen Jobwechsel, dann hat er voll viel übernommen, dann konnte ich sozusagen schon wieder in die Geburtshilfe einsteigen. Also es war immer so, das hat sich immer so gefügt. Da ging es gar nicht darum, der eine muss jetzt auf die andere Karriere verzichten. Ich meine, er war im Angestelltenverhältnis und ich war selbstständig. Und das Gute ist ja sozusagen, das war ich auch bei meinen, als ich bei der Hebamme, dass ich auch gut immer das so legen kann. Also außer einer Geburt kann ich ja meine Termine immer so ganz gut legen, wie ich das so auch brauche. Dann entweder frühmorgens oder dann noch abends mal hingehen. Das hat eigentlich immer ganz gut funktioniert und mittlerweile ist es ja auch so gut, dass wir die älteren Kinder haben, die auch Verantwortung schon übernehmen. Also jetzt einfach, dass man auch mal sagt, okay, man kann die auch schon mal drei Stunden alleine lassen und dann schmeißen die den Laden. Das geht auf jeden Fall auch gut.
Joel Kaczmarek: Hast du manchmal mit Schuldgefühlen zu kämpfen für deine Art, wie du dein Leben führst, deinen Kindern gegenüber?
Sissi Rasche: Ja, auf jeden Fall. Vor allen Dingen in Dingen, dass ich schon oft einfach Situationen, also dass ich oft zu spät komme, weil ich einfach, weil das ist ja auch nicht so wie so ein 0815-Job und dann fängt deine Frau an zu heulen, dann ist noch hier ein Problem und so weiter. Dann bleibe ich natürlich länger, bis ich das fertig habe. Also ich bin immer die Mutter, die echt knapp, ich bin immer da, ich mache auch immer alles möglich, aber Also schon das ist eine Sache und dass ich natürlich oft in Situationen zur Arbeit muss, wo es einfach auch einfach schön wäre, wenn ich nicht gehen müsste und da nicht klar sagen kann, ich kann jetzt nicht, sondern es ist halt einfach Geburt. Also wir jetzt mitten auf dem Wannsee sind, gab es auch schon so Situationen, gerade einen Bootsausflug gemacht haben und dann ruft einer an so.
Joel Kaczmarek: Dann muss das Beiboot kommen und dich abholen.
Sissi Rasche: Nee, dann mussten die mich wieder zurückfahren. Das ist natürlich, dann mussten die ja auch alle. Oder dass wir auch schon oft irgendwo, wir fahren eigentlich immer bei solchen, wo ich dann so wirklich rufbereit bin, auch mit zwei Autos hin, dass ich dann einfach abholen kann und die dann einfach so. Aber das ist schon einfach auch für meine Kinder manchmal einfach nicht so schön. Und da habe ich natürlich Schuldgefühle. Oder wenn ich dann mal nicht da bin, an besonderen Momenten, das habe ich Gott sei Dank, also ich sage es jetzt auch immer, das ist eine Sache, die ich auch in den letzten Jahren auch, wie gesagt, Geburtstage meiner Kinder sind heilig, da arbeite ich nicht. Ich habe eine Freundin, die mit mir geboren hat, mein Sohn hat am 19. März Geburtstag und die hatte glaube ich am 19. März schon Mühlen, die hat so lange gesagt, hier kommt kein Kind, Sissi kommt erst ab, 22 Uhr so ungefähr, wenn der im Bett ist, ist es 20. geworden dann. Ja, also das ist so die Tagesstunde. Also Weihnachten, mittlerweile mache ich das nicht mehr. Ich hatte jetzt auch wieder eine Freundin, letztes Jahr Weihnachten, hat am 19. geboren, hatte am 24. den 12. Termin. Da habe ich aber auch wirklich zu ihr gesagt, hey, I know, das ist mir super wichtig, dass ich begleite. Ich sehe uns auch bei der Geburt, du wirst nicht am 24. Da habe ich auch gesagt, okay, 24. dann ab 22 Uhr komme ich dann auch. Das ist okay, aber Bescherung und so weiter, das geht halt einfach nicht. Das geht dann auch wieder. dann erst, nee, es geht dann auch nicht, wenn die älter sind, weil dann kommen die alle nach Hause. Also das sind einfach so Tage, die mir einfach so heilig sind und die Geburtstage auch. Aber andere Situationen, wo ich oft wegmotte, da habe ich natürlich Schuldgefühle. Und ich hoffe, dass sie es mir verzeihen.
Joel Kaczmarek: Machst du was zum Ausgleich, dass du irgendwie sagst, weiß ich nicht, Kindertage, Eis essen Samstag mit Mama oder so Exklusivität einräumst dafür?
Sissi Rasche: Also ich glaube, die haben… Vielfalt da habe und oft auch mal an Dingen weg muss, haben die, glaube ich, das mit mir ziemlich gut. Also ich glaube, ich schaffe da gute Ausgleiche, aber nicht jetzt immer so. Ich finde auch immer, das ergeben sich, das ist die eine Autofahrt, wo wir ein gutes Gespräch haben, wo wir mal alleine sind und wo sich die Momente ergeben. Aber ich mache das jetzt nicht so, da ich da jetzt nicht da war, dann gleich wieder einen Ausgleich. Ich glaube, die haben das schon ziemlich gut.
Joel Kaczmarek: Der Ausgleich ist die Grundqualität.
Sissi Rasche: Die Grundqualität würde ich auch sagen und ich hoffe, dass sie das bestätigen können, wenn sie das vielleicht mal hören.
Joel Kaczmarek: Ein letzter fehlt noch.
Sissi Rasche: Großer Punkt für mich, fünfter Punkt, den glaube ich viele Menschen haben. Du darfst dich von deiner Herkunftsfamilie abgrenzen und weiterentwickeln. So habe ich den Punkt aufgeschrieben. Gerade was so, ja also gerade wenn man doch sehr verbunden, also ich bin in einer Familie aufgewachsen, sehr kleines und so weiter, aber wo auch einfach viele Dinge passiert sind, die nicht so toll waren und ich war schon sehr früh sehr selbstständig. Aber dass man so alte Muster und das geht natürlich wahrscheinlich auch wieder in Therapie mit rein, aber dass man die durchbrechen kann und dass man sich einfach weiterentwickeln kann und dass man auch da auch bei seiner Herkunftsfamilie klare Grenzen setzen muss. Und das ist natürlich krass schwer. Also mir fällt das schwer oder ist das schwer gefällt, gerade wenn einen Dinge nicht gut tun sozusagen, aber gerade in Anbetracht sozusagen meine jetzige Kernfamilie oder meine Familie, die ich gegründet habe, an erste Stelle zu setzen, das ist glaube ich ein ganz wichtiger Punkt. Aber das ist halt einfach nicht einfach.
Joel Kaczmarek: Zu meiner Frau hat mal eine Coaching gesagt so. Boah ja, Eltern sind aber auch echt Endgame. Also das ist glaube ich so das Endspiel, das schwerste sich abzugrenzen. Höre ich dabei raus, dass du sozusagen mit deiner Herkunftsfamilie, so wie du das so titulierst, klingt das so abgesondert.
Sissi Rasche: Nein, nein, nein, das nicht. Aber ich wollte es jetzt, wenn man das in den Punkt beschreibt, aber meine Eltern sozusagen, meine Eltern sind getrennt, aber dass man halt einfach ganz klar für sich Sachen abgrenzt, ohne dass ich da jetzt zu privat wäre. Aber ich finde, das ist so eine Sache, die halt einfach auch ein Prozess ist, um einfach zu gucken, dass es einem selber gut geht.
Joel Kaczmarek: Ich überlege gerade, wie ich das mit dir nochmal weiter ergründe, ohne dass es zu privat wird. Also worum es im Prinzip geht, ist sich auch die Erlaubnis zu geben, vielleicht Pfade zu beschreiten, mit der deine Herkunftsfamilie, wie du es jetzt bezeichnet hast, nicht eins verstanden ist.
Sissi Rasche: Genau, also dass man halt einfach neue Wege geht und auch wenn die das vielleicht nicht nachvollziehen können und ja einfach andere Vorstellungen haben oder wie man aufgewachsen ist und dass man sich da halt einfach auch nicht für rechtfertigen muss und so weiter. Also da… auch klare Grenzen zu setzen, ohne, ja ohne, also es ist ja ein schwieriger Grad dann auch zu machen, wenn man halt, also diese klaren Grenzen setzen, das ist ja auch eine Sache, die man erst lernen muss und das ist halt schwer, ohne jemanden zu verletzen, also da einfach zu sagen so, hey.
Joel Kaczmarek: Hast du denn für deinen Weg viel Widerstand bekommen?
Sissi Rasche: Nee, aber ich glaube, es ist gerade für meine Eltern auch nicht immer so. Ja, weil ich einfach, also ich glaube, es ist einfach schwierig zu verstehen, auch dass ich so viele Dinge mache. Also die machen sich natürlich auch immer Sorgen oder so, aber oder. Die verstehen auch einige Dinge nicht, wie ich arbeite. Also für viele ist ja auch sozusagen Social Media, gerade für meine Mutter ist das so eine Sache, die sie jetzt nicht so versteht oder genau und das da immer so auch einfach, ja, da einfach so seine Grenzen zu haben, das finde ich, finde ich ist ein wichtiger Punkt.
Joel Kaczmarek: Mir fällt es dann immer schwer, wenn man dann bewertet wird. Weil es ist ja sozusagen die Sphäre, in der du groß geworden bist, die dir quasi dein Weltbild definiert hat. Und wenn diese Sphäre dir dann einen Input gibt zu dem, was du tust, der aber vielleicht gar nicht qualifiziert ist, weil sie es gar nicht verstehen können, nicht drinstecken und so weiter und so fort, ist es gar nicht so einfach, da rauszukommen. Weißt du, wie ich meine?
Sissi Rasche: Ja, total. Verstehe ich. Und was mein Punkt ist jetzt auch so, weil wir den Punkt eben davor hatten von Elternschaft, Mutterschaft. ist immer so für mich dann so, das möchte ich halt gerne selber schaffen. Also ich glaube halt auch, wir sind einfach auch eine Generation, also die Generation jetzt nochmal, aber so meine Generation, so diese Muskeln zu durchbrechen, aber trotzdem einfach zu einem selber irgendwie sich nicht so schlecht fühlen. Also es gibt ja so diese Cyclebreaker, so dass man alte Muster, die man irgendwo drin trägt, dass man die halt einfach, Es war ja jetzt auch nicht alles schlecht, aber dass man einfach merkt, deshalb müsste man sich eigentlich, bevor man Kinder kriegt, mit so alten Sachen beschäftigen.
Joel Kaczmarek: Ja, total.
Sissi Rasche: Dass man da halt reingeht.
Joel Kaczmarek: Cyclebreakers war ein geiles Wort.
Sissi Rasche: Mhm, das ist so ein Begriff. Es gibt auch ein ganz tolles Buch darüber von Leandra Vogt, die finde ich ganz großartig. Kann man ja vielleicht auch in die Show-Notes packen und da geht es halt so, um alte Muskeln zu durchbrechen und einfach auch mal zu sich zu gucken, weil wir ja natürlich, und das heißt ja nicht, dass unsere Eltern irgendwie schlecht sind oder was, aber dass man einfach guckt immer so bei so Dingen, die einen wirklich immer wieder begegnen, da einfach genauer hinguckt und das ist natürlich, weil man will natürlich als Eltern auch alles richtig, auch unsere Eltern wollten alles richtig machen und so, ne. Und da denke ich mir jetzt auch so bei meinen Kindern, ich denke so ganz viel immer darüber nach, wie ist das, wenn die dann halt mal groß sind. Und das ist ja ganz normal, dass man Fehler macht und es geht ja auch da gar nicht darum, alles richtig zu machen, aber dass man in Kommunikation ist, weil ich genau das halt will, dass die immer hoffentlich auch in ihren Hafen zurückkehren und gut im Gespräch sind. Und dazu muss man sich auch als Eltern, die müssen sich nachher auch von mir abgrenzen und das ist einfach wichtig.
Joel Kaczmarek: Ich finde aber auch, deine und meine Generation ist irgendwie eigentlich ein ganz spannendes Alter, weil so die Großelterngeneration von uns, das war ja so die schweigende Generation nach dem Krieg, wo nicht geredet wurde, wo ganz viel Trauma da war. Die danach hat es noch so ein bisschen im Echo gehabt und ging dann so in diese 66er oder 68er. Ja, aber guck mal, wie lang die Nachwirkungen sind.
Sissi Rasche: Also in den 68er, die auch Geburtshilfe revolutioniert haben, aber wo es alles so anfing, so Gleichberechtigung und wo wir heute stehen, das ist einfach ein stetiger Prozess.
Joel Kaczmarek: Und deswegen, also ich glaube, jeder kocht ja dann am Ende des Tages mit dem Wasser, was ihm zur Verfügung steht. Und das ist halt manchmal ein bisschen anders. Ja, spannend. Also, Sissi Rasche. Erstens, du kannst für andere nur da sein, wenn du auf dich selbst achtest. Zweitens, Nein ist ein vollständiger Satz. Drittens, Therapie ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Stärke. Viertens, Elternschaft darf schön und anstrengend sein. Und fünftens, du darfst dich von deiner Herkunftsfamilie abgrenzen und weiterentwickeln.
Sissi Rasche: Also eine Sache vielleicht bei uns Frauen noch, also jetzt ist glaube ich, gerade wenn man vielleicht nicht so aufwächst im Unternehmertum und Anliegen und so weiter, das ist natürlich auch etwas, was man, wenn man mit 20 einfach schon sozusagen über Alters, das ist finde ich so ein Fach, also was eigentlich in der Schule mehr besprochen werden müsste, wie kann man sich besser vor, auch als Frau gerade, weil wir ja natürlich die Gap haben durch Kinderkriegen und so weiter, wo ja die meisten Frauen dann einfach diese Lücke haben. Wenn sie jetzt nicht gerade selbstständig sind und einfach komplett gleich weiterarbeiten, aber dass man da halt einfach nochmal als sechsten Punkt auch gerade ich als Frau, da hätte ich mir gewünscht, dass ich da mehr Vorbild gehabt hätte auf selbst Schule, dass man sich einfach mit seiner Altersvorsorge, weil man einfach mit so wenig Geld schon so viel verdient. machen kann und ist dann natürlich besser aufgestellt. Das ist auch etwas, was ich auf jeden Fall, gerade bei meinen Töchtern, die auf jeden Fall besser aufklären würde, weil das ist einfach, das müsste eigentlich auch ein Schulfach mit sein.
Joel Kaczmarek: Ja, es hat Lea-Sophie Kramer zu mir gesagt, dass sie gesagt hat, Zinseszinseffekte verstehen und die Altersvorsage früh anschauen.
Sissi Rasche: Ja, und man kann einfach wirklich mit wenig Geld einfach frühzeitig einfach, wenn man in ETFs und wenn einfach junge Frauen, junge Männer einfach da schon mehr wissen und da kann man einfach super viel… schon vorsorgen und das ist natürlich toll und das ist ganz wichtig. Und wenn man natürlich mit 30 erst anfängt, das sind einfach zehn Jahre, die man halt hätte schon nutzen können. Also das ist einfach so. ein Punkt, der ist jetzt nichts Neues, aber ich finde, der ist immer wichtig nochmal zu sagen, weil man in der Phase mit 20 da einfach gar nicht so drüber nachdenkt. Also da ist man ja wirklich so hier im Hier und Jetzt und was kommt da so und da, obwohl die Neuen, die sind da glaube ich ein bisschen besser aufgestellt.
Joel Kaczmarek: Ja, hoffentlich. Also 5 plus 1 heute mit dir. Vielen Dank, dass du mich mit in deine Welt genommen hast.
Sissi Rasche: Ja, vielen Dank für das schöne Gespräch.
