
Fashion-Fotografin: Welchen immensen Einfluss dein Umfeld auf dich hat
7. November 2025, mit Joël Kaczmarek
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Joël Kaczmarek: High Five, Leute! Hier ist Joël. Und wie immer habe ich eine spannende Person zu Gast, die mir ihre fünf Dinge verrät, die sie gerne schon mit 20 gewusst hätte. Ich bin so ein bisschen irritiert, weil eigentlich hätte ich gedacht, die kann gar nicht viel älter sein als 20, So Jugendlich sieht die Liebe Linda Böse nämlich noch aus. Wahrscheinlich versteht sie sich aber auch drauf, Denn sie ist Fotografin mit Spezialisierung auf visuelles Branding und hat in der Mode alles Mögliche schon geschudet. Also von B wie Barbour bis V, wie Louis Vuitton war da schon alles dabei. Und ja, ich bin heute mal ganz, ganz neugierig, weil ich so das Gefühl habe, Linda ist einer der Menschen, die schon zwei oder drei Leben gelebt hat. Manche sind ja verbraucht und haben schon mehrere Leben gelebt, Aber bei dir habe ich das Gefühl von der Einstellung her, von den Learnings, von dem, Was Du mitgenommen hast. Von daher, Liebe Linda, schön, dass Du da bist.
Linda Böse: Ich freue mich auch sehr. Vielen Dank für die Einladung.
Joël Kaczmarek: Ich frage ja am Anfang immer, bei Damen tut mir das immer so ein bisschen leid, wie Alt. Die Person ist, weil von daraus gucken wir ja zurück auf die 20. Magst Du das teilen?
Linda Böse: Gerne. Ich bin 35.
Joël Kaczmarek: Okay, also lassen wir 15 Jahre hier Revue passieren. Und komm, wir steigen gleich rein hier, voll Köpper einmal hin. Was ist so das erste Ding, wo du sagst, boah, Mit 20 hätte ich das schon gerne gewusst?
Linda Böse: Ja, dass es keine ultimative Wahrheit gibt, war für mich in den letzten Jahren ein absoluter Game Changer, Was alltägliche Dinge betrifft, emotionale, aber auch business-wise. Einfach die Art und Weise, wie man seine Perspektive auf gewisse Dinge legt, hat das grundlegend für mich verändert. Zu verstehen, Und ich habe das auch wirklich tief hinterfragt. Und tue das häufig immer wieder, dass es einfach keine gibt. Zumindest in meiner Welt und in vielen anderen, mit denen ich mich darüber austausche.
Joël Kaczmarek: Wir haben uns ja im Vorgespräch, du und ich, so ein bisschen über Ernährung unterhalten. Und da wird mir das immer am stärksten bewusst, dass? fragt zehn Experten, Kriege, elf Antworten, was gesunde Ernährung ist. Aber, dass ich da zum Beispiel auch ganz intensiv gemerkt habe, nicht alles, was auf dem Papier gesund ist, muss für mich auch gut sein. Hattest Du so einen Moment, wo dir das so bewusst geworden ist, wo der Punkt aufgeschlagen ist, wo Du dachtest, okay, warte mal ganz kurz. Diese Wahrheiten, die ich hier für alle gleich angenommen habe, ist gar nicht so? Hast du so einen Erweckungsmoment gehabt?
Linda Böse: Das ist eine richtig gute Frage. Es gab nicht den einen Moment. Sondern viele, die aufeinander aufgebaut haben, die dann dazu geführt haben, dass ich das auch komplett für mich implementiere und auch Dinge immer wieder hinterfrage. Ich würde sagen, was zum Beispiel, was du jetzt gerade gesagt hast, was Ernährung angeht, auf jeden Fall auch. Ich war, haben wir ja gerade schon gesagt, 20 Jahre, Vegetarier, 10 Jahre vegan. Und esse seit letztem Jahr wieder Fleisch und finde alles großartig daran. Aber besonders auch viele Dinge, die einfach, also einfach Mindset-Themen, wie man auf das Leben blickt. Wie man auf gewisse Situationen, Alltag oder in Beziehungen schaut. Für mich ist es einfach so ein Prozess, den ich mir am Anfang wirklich Stück für Stück so angeeignet habe. Wenn irgendwas da ist, was sich für mich erstmal schwierig anfühlt oder der sich einfach für mich schwierig anfühlt. gerade, dann stelle ich mir erstmal die Frage, ist das eine ultimative Wahrheit?
Joël Kaczmarek: Du hast, was interessantes, gerade gesagt, das immer wieder abzuprüfen. Heißt dieses Learning für dich auch, dass Wahrheiten sich verändern können? Also das etwas, was du zum Beispiel fünf Jahre lang so angenommen hast? Nein,
Linda Böse: 100 Prozent natürlich. Und ich hoffe, das tut es. Und ich hoffe, das tut es für alle Menschen und auch immer wieder. Und ich hoffe, das hört nie auf. Also, es geht ja nicht darum, dass man immer alles neu macht, sondern dass man sich weiterentwickelt. Und dazu gehört eben auch andere Sichtweisen und andere Perspektiven. Anzunehmen und oder sich anzueignen und auch eben nicht ultra steif daran festzuhalten, sondern die Dinge auch ein bisschen entspannter zu sehen. Nur weil es heute so ist, muss es nicht morgen genauso sein. Ich halte mich in dem Sinne nicht in so einer Zwangsjacke. Und sage, okay, zum Beispiel, Bestes Beispiel, Ich habe jahrelang nur schwarz getragen. Das war komplett meine Farbe. Ich habe alles daran. geliebt. Mittlerweile trage ich ultra viel weiß und habe auch Farben in meinem Kleiderschrank. Das kann aber auch morgen wieder anders sein. Also das ist, Warum sollte ich daran festhalten? Das Leben ist doch einfach auch gut und schön. Und da, um frei gelebt zu werden. Und wieso sollte ich mich da selber in irgendeinem Gedankengefängnis stecken?
Joël Kaczmarek: Ich habe noch so ein ganz profanes Beispiel, aber ich weiß, ich habe, bis ich drei war. Tomatenvollecker gefunden. Die finde ich heute richtig. eklig. Es gibt ja so Lebensmittel. Oliven ist, glaube ich, sowas, was man erst jenseits der 20 schätzen lernt.
Linda Böse: Kann ich auch nicht. Oliven funktionieren nicht. Aber ja.
Joël Kaczmarek: Guck. Und was macht es mit dir? Also was ist so die Implikation für dein Leben, WeNN du... Eingesehen hast oder jetzt weißt, alles klar, Es gibt keine ultimative Wahrheit. Wie verhältst Du dich anders?
Linda Böse: Komplett, Ich bin einfach frei und ich bin entspannt mir selbst und anderen Menschen und Dingen und Situationen gegenüber. Ich habe einfach keine Angst mehr vor Situationen oder dass mich jetzt äußere Einflüsse mich an den Punkt bringen, der mich negativ irgendwie beeinträchtigt oder beeinflusst. Aus dem ich dann so nicht mehr rauskomme. Es ist einfach das Allermeiste trotzdem immer noch in unserem Kopf, und wir haben selber die Möglichkeit, darüber zu entscheiden. Es ist das Allermeiste in unserem Kopf und wie wir auf die Dinge schauen. Und wir haben eine Wahl, wie wir drauf schauen wollen, und wir haben eine Wahl, anders zu entscheiden.
Joël Kaczmarek: Naja, Ich überlege, was auch drinsteckt. In deinem Punkt ist ja das Thema Bewertungen. Also wenn es keine ultimative Wahrheit gibt, dann wird es auch schwerer, Bewertungen, anderen Menschen gegenüber auszusprechen. Weil jeder hat ja dann seine individuelle. Und ich finde, also, vielleicht ist das meine persönliche Geschichte, ich weiß es nicht, aber ich habe so den Eindruck, Es gibt vielen Menschen, so, dass es ganz schön schwer ist, von so Bewertungen runterzukommen, die loszulassen. Gelingt Dir das gut?
Linda Böse: Mach mal ein Beispiel für eine Bewertung.
Joël Kaczmarek: Na, ich meine, du hast zum Beispiel gerade über schwarze Klamotten geredet. Da könnte ich jetzt sagen, die trägt nur schwarz, ist ja bestimmt voll gothic. Und dann sagst du, nee, Schwarz ist für mich eine Farbe, die enthält einfach alles. Da ist tiefe drin, da ist die Tiefe drin, so hast du es mir im Vorgespräch, erzählt. Also, dann habe ich eine Bewertung über dich ausgesprochen. Und deine Wahrheit ist eine ganz andere als meine. Ich habe viel Schwarz gesehen. Im Gothic-Bereich, du im Kreativbereich. Ja,
Linda Böse: ich mag und ich mag genau das, was du gerade beschreibst. Ich liebe, das mitzudenken, und ich ertappe mich selber immer noch und ganz häufig, wenn ich auf der Straße laufe und sehe irgendeine Person und denke mir so, wow, keine Ahnung, was auch immer. Man hat ja immer irgendeinen Gedanken oder häufig irgendwelche Gedanken über andere Menschen, Kleidungsstil, Verhalten, wie auch immer. Ich denke das, und noch im gleichen Moment merke ich, dass ich das denke und hole mich dann zurück. Zu einem eher so Humble State of mind, in dem ich dann darauf blicke und sage, hey, ja, kann sein, dass es so ist, Aber vielleicht ist es auch ganz anders. Who knows? Und vor allen Dingen ist es doch auch egal im besten Sinne. Also, es ist doch, warum? denke ich jetzt darüber nach?
Joël Kaczmarek: Ich habe eine Freundin, die hat ein Buch geschrieben. Bombastischer Bestseller. 50. Sätze, die das Leben leichter machen. Karin Kuschik. Ich hatte so zwei Sätze. Der eine war, Wenn jemand dich sozusagen, angreift, dass jeder immer so ganz frech, sagt, Das sagt jetzt aber mehr über dich aus als über mich, oder? Und der andere war, Wenn du mit einem Finger auf jemanden zeigst, zeigen drei Finger immer auf dich.
Linda Böse: Ja, klar.
Joël Kaczmarek: Und ich habe immer so diesen Modus drin, wenn ich jetzt so denke, Die sieht aber ein bisschen Assi aus. Oder hat die sich heute nicht die Haare gewaschen? Wenn ich mal so mit der Perspektive so auf die Schulter steigen, so hey, Diggi. Jetzt sagst du eigentlich gerade eher, was du sozusagen. betrachtest. Du kannst jetzt irgendwie Jogginghose auch als sportlich Cool sehen, musst es nicht als Assi sehen oder ungewaltig. Das ist jetzt so ein blödes Beispiel.
Linda Böse: Vielleicht hat die gerade ein Trauma erlebt. Oder vielleicht ist sie... Das sind halt auch immer solche Sachen, und man weiß es einfach nicht. Und am Ende des Tages ist es halt auch... Der Witz ist, Wenn man es dann umdreht, dann fragt man sich ja viel zu häufig auch, was jetzt andere über einen denken. Also, wie oft läuft man... Über die Straße oder in irgendeinem Restaurant oder keine Ahnung? Und ist dann mit dem Gedanken konfrontiert. Das heißt, es klingt auch so super negativ. Ich gehe eigentlich gerne an Orte und bin auch Happy und Confident mit meinem Auftreten und allem so. Ich habe da keine negative Assoziation, irgendwie mit solchen Situationen. Aber trotzdem, Ganz generell ist es ja so, dass man schon häufig darüber nachdenkt, was jetzt andere über einen denken. Ganz, ganz oft ist es so, dass sie einfach gar nichts denken, sondern dass sie in dem Moment über sich selbst nachdenken. Das ist andere Menschen, du bist nicht der zentrale Punkt im Leben anderer, sondern nur in deinem eigenen Leben. Also kann man das eigentlich auch loslassen, so generell, so Dieses über andere nachdenken, so hey, back to yourself und von dem Gedanken, was denken andere, auch Back to Yourself? einfach. Die denken nichts.
Joël Kaczmarek: Naja, Das Lustige ist, Es gibt so einen Satz, Der glaube ich in unserer Elterngeneration noch viel verwendeter war und den ich heute, Also den finde ich fast komödiantisch. Und der lautete, was sollen die Nachbarn denken?
Linda Böse: Ja, genau.
Joël Kaczmarek: Das ist total gaga, ne?
Linda Böse: Ja.
Joël Kaczmarek: Also ich weiß, meine Tante, die war Spitzenathletin, die wurde Olympionikin und so richtig krass. Und die hat gesagt, wir haben unsere Nachbarn gehasst. Ich kannte die gar nicht. Aber meine Mutter hat immer gesagt, die hat wieder eine eins geschrieben. Oder guck mal, was die für ein schönes Kleid hat und so. Und das Problem beim Vergleichen ist ja immer, Wir vergleichen uns mit Menschen und beziehen immer nur eine Dimension, ein. Was für eine Schicke Hose haben du und ich gerade an? Aber was mussten wir tun, um die zu kriegen? Welcher Preis dafür und so weiter? Und nochmal zu dem Punkt zurückkommen, denke ich gerade so drüber nach. In deinem Beruf als Fotografin muss es ja auch was sein, was dich sehr schnell eingeholt hat oder was dir sehr schnell dich besucht hat, Diese Einsicht. Weil wenn du durch die Linse auf jemanden schaust. Musst du diese ultimative Wahrheit ja sozusagen auch wirklich rausnehmen, weil Du erzählst Ja, die Geschichte der Person, die da sitzt und nicht unbedingt die Geschichte, die hinter der Linse. Weißt du, was ich meine?
Linda Böse: Hm, das ist tatsächlich für mich, also? Die Situation beim Shooten selbst ist für mich eine absolute Ausnahmesituation, weil das eher wie so ein, Ich will nicht sagen, dass es ein meditativer Zustand ist, Aber es ist eine Situation, in der eigentlich, in der man natürlich offene Augen hat. Und gerade das Leben irgendwie um einen Herum auch passiert. Häufig sind viele Menschen um einen herum, Man ist mitten am Tag und es passiert gerade ganz viel. Und eigentlich konzentriert man sich und all das. Aber ich habe, während ich Shoote nicht einen einzigen Gedanken. Ich denke gar nichts. Hinter mir könnte ein Haus einstürzen. Ich würde es niemals mitbekommen. Ich bin so darin und lass eigentlich alles um mich herum, Auch sämtliche Gedanken komplett los. Auch was soll das jetzt werden? Wie kann ich jetzt machen? das? Nein, es gibt die Person und mich und dazwischen ist diese Kamera, Aber die versuche ich auch gar nicht. Irgendwie als Objekt dazwischen zu sehen. Oder irgendwie spürbar für die andere Person zu machen, Sondern das ist wirklich einfach ein ganz enger Raum zwischen der Person und mir, und darin bewegen wir uns. Deswegen ist das tatsächlich die absolute Ausnahme.
Joël Kaczmarek: Was du beschreibst, nennt Man Flow-Zustand im Coaching. Also Du bist im Flow, wenn du das machst?
Linda Böse: Ja, sehr.
Joël Kaczmarek: Und wie ist so dieses Vorgehen? Weil das wäre vielleicht auch mal ein passender Zeitpunkt, so ein bisschen deine Besonderheit, in der kreativen herangehensweise deines Berufs zu beschreiben. Also du korrigierst mich, wenn ich es falsch wiedergebe, ja. Aber so, wie ich dich verstande, hast du zu mir gesagt, Ich nehme erst mal sehr viel Zeit, die Menschen kennenzulernen. Ich fühle mich in den Vorgesprächen, ich lerne so den Charakter kennen. Und dann wähle ich Orte aus, wo ich sie fotografiere und auch sozusagen das Setting, Also wie sind Sie gekleidet, welche Haltung, Welches Momentum gibt es da? drin? Was steckt da für dich drin? Also, was ist so das Geheimnis von diesem Prozess und wie machst du das auch?
Linda Böse: Also nur eine Mini-Korrektur, Einfach nur der Vollständigkeit. halber, ist es für die Kleidung einer Stylistin mit Am Start. Dafür bin ich verantwortlich. Ich glaube, dass es viel zu viele Menschen gibt, die sich auf Technik konzentrieren, die sich auf ein Konzept konzentrieren, darauf, wie irgendetwas auszusehen hat. Und das ist in manchen Belangen mit Sicherheit sinnvoll, dem dann auch entsprechend nachzugehen, aber nicht in meinem Feld. Und es ist einfach nicht die Art und Weise, nicht, wie ich arbeite, weil man sich dadurch einfach alle Möglichkeiten nimmt. Und damit die Chance eben auf, dass es noch viel Geiler werden kann, als wie Du es dir... Überhaupt hätte es vorstellen können. Und das ist eigentlich so die gesamte Magic dahinter. Frei, da reinzugehen, aber auch mit dem Wissen, was man kann und das einfach freizulegen und flauen zu lassen. Und eher den Fokus auf die Verbindung zwischen der Person und mir zu legen.
Joël Kaczmarek: Also wenn ich es jetzt mal in einen Satz von wahrscheinlich mehreren, die dazu passen, übersetze. Ist das so ein bisschen den Kopf ausmachen und das Herz anmachen?
Linda Böse: Ja, voll.
Joël Kaczmarek: Das ist ganz lustig, denn wahrscheinlich. Ein Großteil deiner Leistungen hängt ja auch mit dem Gegenüber zusammen, dass du dann auch schaffst, der muss ja dann eigentlich auch. Oder die in den Flow.
Linda Böse: Das ist die gesamte Arbeit. Natürlich guckst du, dass du einen geilen Winkel hast und dass es Cool aussieht und du bewegst dich. Und all das. Aber die Grundlage, Das Fundament von einem geilen Outcome ist für mich die Connection. Zwischen der Person und mir. Und die lege ich erst mal in einem sehr intensiven Vorgespräch und dann auch beim Shooting. Also mir geht es wirklich einfach drum, das auch währenddessen zu halten. Und da braucht man halt... Im Modebereich ist es nochmal ein bisschen was anderes. Da arbeitest du mit professionellen Models und Leuten, die gewohnt sind, vor der Kamera zu stehen. Da musst du auch nicht die ganze Zeit reden. Die wissen, was sie zu tun haben und sind da confident. Und dann ist es auch okay, wenn du gerade mal nichts sagst oder selber gerade nochmal kurz irgendwas nachschaust. Obwohl ich natürlich da auch trotzdem immer versuchen oder nicht versuchen, sondern großen Wert. Darauf lege, dass sie sich wohlfühlen. Aber im Bereich Personal Branding muss einem als Fotograf auch einfach klar sein, das sind jetzt keine... Leute, die ständig vor der Kamera stehen, Nicht alle sind da confident, nicht alle sind diese, Das ist für viele eine Ausnahmesituation. Für mich ist es weird, mich da rein zu versetzen, weil das für mich gibt. Nichts Normaleres als eine Kamera und ein Shooting, das ist, so, Ich würde nicht mal im Ansatz darüber nachdenken, aber man muss sich halt da rein versetzen. Und dann eben entsprechend auch die Fähigkeit entwickeln und die auch entwickeln wollen, da, einen Raum und eine Atmosphäre zu kreieren, in der die Person vor der Kamera eben auch einfach sich entspannt und mir vertraut und weiß, es wird gut. Und dann kann man da ganz anders arbeiten.
Joël Kaczmarek: Vielleicht zuletzt eine Frage, bevor wir uns deinem zweiten Punkt widmen. Was würdest Du sagen, wie passiert bei Dir dieses Bonding, Diese Empathie, dieses Miteinander, weiben, würde man vielleicht heutzutage auch sagen?
Linda Böse: Ich habe da tatsächlich in den letzten Monaten, vielleicht auch Jahren, Viel drüber nachgedacht und mich wirklich echt viel mit dieser Frage auseinandergesetzt. Und ich glaube, man, das Ding ist, Es gibt keinen Trick oder irgendeine bestimmte Art und Weise, wie du etwas hervorrufen kannst. Es ist einfach echt. Entweder du interessierst dich wirklich für die Person oder du tust es nicht. Und das ist, was man merkt, und das nimmt jeder wahr, unterbewusst oder bewusst, aber das ist spürbar.
Joël Kaczmarek: Ich glaube, das ist auch echt neugierde, spürt man, und ich habe so die Erfahrung gemacht, wenn du selbst offen bist, sind andere Leute auch offen.
Linda Böse: Ja, voll.
Joël Kaczmarek: Also, hattest du denn eigentlich mal das Problem, dass jemand dich sozusagen mit einer ultimativen Wahrheit framen wollte, wo du dich gar nicht drin wiedergesehen hast?
Linda Böse: Ach, dass ich komme aus einer kleinen Stadt, das passiert, ja, das war Gang und gäbe. Also, Ich habe viele Dinge über mich gehört, die ich selber, also, Das ist, ja, klar, klar.
Joël Kaczmarek: Was macht das mit dir?
Linda Böse: Früher hat das viel mit mir gemacht. Weil ich da auch einfach noch gar nicht mit umgehen konnte. Du bist jung und hörst irgendwas über dich. Und viele Menschen kennen dich. Dann irgendwie auch, weil du so die eine Fotografin da bist, die jeder kennt und all das. Aber mittlerweile, das kann, also von mir aus, Ich denke mir so, du kannst, mach, also, wenn du das Denken willst, mach. Ich bin nicht hier, um dich irgendwie anders vom Gegenteil zu überzeugen. Das ist mir im besten Sinne. scheißegal. Und ja, ich kenne mich und ich kenne... Meine Wahrheit und die Personen, die mir sehr nahe stehen, auch. Und das ist alles, was für mich zählt.
Joël Kaczmarek: Gestern habe ich ein Interview gehört mit MrBeast, diesem riesigen YouTuber. Dann sagte der so, hey, unsere Interviews haben im Schnitt 250 Millionen Views, was ja völlig Gaga ist. Und dann hat er gesagt, Stell dir vor, 99 Prozent würden das Video geil finden. Was illusorisch ist, dass 99 Prozent etwas gut finden, was du machst. Was steht Dir das nun mal vor? Wenn ein Prozent der Leute, das sozusagen doof finden, wären das in unserem Fall zweieinhalb Millionen Menschen. Ich würde mich ja ans Grab legen, wenn ich anfange, auf diese zweieinhalb Millionen Menschen zu hören, weil es natürlich den Eindruck vermitteln kann, Oh Gott, Zweieinhalb Millionen Menschen mögen nicht, was ich tue. Und das fand ich überraschend augenöffnend, sich mal klarzumachen, du hast ja auch gar nicht in der Hand, was andere von dir denken.
Linda Böse: Null, Das darf man lernen loszulassen. Das lebt sich wesentlich entspannter.
Joël Kaczmarek: So, bin ich immer neugierig. Was ist dein zweiter Punkt?
Linda Böse: Wie? Schön und frei Das Leben ohne Social Media ist. Also, ich habe vor, Ich glaube, das ist jetzt sogar schon ein paar Monate her, Ich war einfach ehrlich gesagt, ich war, ich war genervt davon, immer wieder zu merken, dass ich doch einfach sehr viel Zeit auf Instagram verbringe. TikTok habe ich nicht, und das kann ich tatsächlich auch nicht. Also dazu bin ich einfach wirklich nicht jung genug. Und das ist auch voll okay. Aber es hat für mich irgendwie keinen Sinn mehr ergeben, darauf, Zeit zu verbringen, mir, Dinge von anderen Menschen anzuschauen. Und ich habe mir dann ganz häufig einfach wirklich, Ich habe die App aufgemacht, Ich habe mir da, was angeschaut und dann habe ich mich danach gefragt, okay, warum habe ich das jetzt? Warum? Es gab in den allermeisten Fällen, konnte ich keinen Grund finden. Und das macht doch keinen Sinn. So erstens das und zweitens aber auch zu posten. Alle Beiträge archiviert. Ich finde da nicht mehr statt. Ich zeige nichts mehr von meinem Leben und das habe ich ganz viele Jahre mehr oder weniger intensiv getan. Und es hat mir auch Spaß gemacht. War auch voll okay, aber ich habe entschieden, I just Want a Happy Private life. Und das habe ich. Und ich habe tatsächlich jetzt einfach noch viel schöneres Leben. Auch wörtlich, die Orte, an denen ich bin, die Sachen, die ich erlebe, all das, Es könnte eigentlich fast nicht mehr Instagramgrammables sein und ich zeige nichts davon. Das ist einfach nur meins. Und ich genieße das, und ich nehme die Momente unfassbar bewusst. wahr. Ich sauge das in dem Moment ein. Ich habe nicht mal mehr das B... Bedürfnis, ein Foto zu machen. Häufig ist es sogar so, dass ich mir danach denke, Oh Mann, ich habe nicht ein Foto gemacht. Eigentlich voll traurig. Ich hätte das irgendwie gerne so einfach, nur als Erinnerung. Es ist komplett Out of my mind. mittlerweile. Und das fühlt sich halt schon einfach schön an, einfach so ein eigenes Leben irgendwie zu haben. Keiner weiß, was ich mache, und ich liebe es.
Joël Kaczmarek: Das Lustige ist, Es ist mir aufgefallen, dass ich gedacht habe, das ist ja ulkig. Da ist eine Fotografin, die darauf spezialisiert ist, Menschen ihr Personal Branding auf Basis von Bildern zu bauen. Und ich glaube, ich habe ein Bild von dir, ein Foto von dir im Internet gefunden. Eins. Und es war immer dasselbe. Also das ist sozusagen. On purpose.
Linda Böse: Ja, also, ich überlege tatsächlich gerade, ob ich mein Feed wieder ein bisschen aufbaue. Wirklich nur spezialisiert auf das Personal Branding, auf mein Offer. Aber dann wäre es auch nur das. Und dann gäbe es keine Stories, kein wo bin ich, kein mit wem bin ich wo, KEIN Und... Was mache ich? Wie sehe ich aus? Oder auch da nochmal zurück zu dem Punkt von vorhin, wenn das dann irgendwann wieder anders sein sollte. Und ich Bock habe, da, was zu zeigen, dann werde ich das tun. Aber zum aktuellen Zeitpunkt ist es einfach für mich das Allerschönste, genau das eben nicht zu tun.
Joël Kaczmarek: Und damit ich das richtig verstehe, es geht dir dabei, das Senden lässt du sein, Das konsumieren, von anderen aber schon? Das machst du noch?
Linda Böse: Nein.
Joël Kaczmarek: Also komplett weg? Ja.
Linda Böse: Ich guck da, also, es wäre jetzt eine Lüge, wenn ich sagen würde, ich gucke gar nicht mehr rein. Ich gucke rein. Ich gucke auch manchmal zwei, dreimal am Tag rein. Aber dann ist es, Du verlierst irgendwann wirklich. Und das ist eben auch das Interessante, Den Bezug zu Personen, deren Content du vorher wirklich täglich konsumiert, hast. Ich weiß gar nicht mehr. Also ich habe, glaube ich, fünf, sechs, Siebenhundert Leuten gefolgt. Ich weiß gar nicht mehr wem. Also, ich wüsste jetzt wirklich, vielleicht, ich könnte dir jetzt... Auf Anhieb vielleicht maximal 20 Accounts nennen. Den Rest, keine Ahnung. Keine Ahnung, Wer das war. Keine Ahnung, wieso ich mir das angeguckt habe. Keine Ahnung, Was der oder die macht. Es spielt einfach keine Rolle. Und da merkt man dann auch, Ich bin auch allen, entfolgt. Und da merkt man dann eben auch, Das ist eigentlich echt super interessant, einfach einmal allen zu entfolgen und dann zu gucken, okay, warte mal, Wer war denn jetzt wirklich in Anführungsstrichen? wichtig? Mal ein paar Wochen Zeit vergehen lassen. Und dann, okay, an wen denkst du denn dann noch? Also Wessen Content hat dich dann wirklich irgendwie bewegt oder interessiert? Dann okay, dann geh halt kurz auf den Account und schau dir an, Was der so in den letzten Tagen gemacht hat, wenn Du das wissen möchtest oder wenn du das irgendwie witzig findest, whatever. Da ist ja auch nichts dagegen zu sagen, aber ich gehe da drauf. Und dann wird mir irgendwas Random angezeigt. Und dann frage ich mich wieder, warum habe ich das jetzt gesehen? Und dann weiß ich es wieder nicht, und dann gehe ich wieder.
Joël Kaczmarek: Die Frage Will ich ja auch nochmal besser verstehen. War das so, Wenn Du gesagt hast, warum habe ich das gesehen, bezogst du das auf den Absender, dass du dich gefragt hast, okay, Warum? meinte mir jetzt jemand zeigen zu müssen oder auf dich, warum du dir das konsumiert? hast?
Linda Böse: Warum habe ich das jetzt konsumiert? Warum habe ich jetzt meine wertvolle Zeit, wenn man sich einmal mit dem Thema Zeit auseinandersetzt, wie wertvoll die wirklich ist, also mir persönlich explodiert, da das Gehirn. Wieso habe ich jetzt meine Zeit verschwendet, im Nachhinein gesehen? In dem Moment merkst du es ja nicht, dass Du Sie verschwendest. Um mir das anzugucken. Hat mir das einen Mehrwert geliefert? Habe ich, wenn du dich wenigstens dann fünf Minuten lang deswegen Podcast, das ist ja schon gut. Das ist dann super, aber das passiert ja jetzt auch nicht gerade häufig. Von daher muss man das jetzt, finde ich, auch nicht darauf anlegen. Und wie viel Content... Da produziert wird und der einfach Schwachsinn ist. Das ist in meinen Augen für mich persönlich, Wenn jemand seine Zeit damit verbringen möchte, dann Feel free. Aber ich will es halt nicht. Ich möchte gerne im Leben auch bewusst entscheiden, was lasse ich rein. Und ja, du lässt es ja in dein System fließen und musst es verarbeiten. Und ich möchte gerne so ein bisschen, Ich will nicht sagen, die Kontrolle über alles haben, das muss ich jetzt nicht, Aber es ist eher so ein, okay, ich möchte gerne bestimmen. Was ich konsumiere, und ich möchte gerne, dass das, was ich konsumiere, halbwegs sinnvoll ist. Oder Cool oder Spaß macht oder mich weiterbringt, und ich möchte im Leben noch wohin, und da bringt mich das ganz bestimmt. Nicht in die Richtung.
Joël Kaczmarek: Ich habe gerade gedacht, das ist so ein bisschen Housekeeping, eigentlich. Also, es ist so, da habe ich noch nicht drüber nachgedacht, Aber es stimmt natürlich, wenn du dir ein Feed anguckst, du hast ja keinerlei Kontrolle, was da drin, steht. Du kannst zwar kontrollieren, Wer was einspeist. Aber ob du jetzt was über ein entfülltes Kind liest oder über ein neues Haustier.
Linda Böse: Das macht alles, was mit dir. Das macht alles, was mit dir.
Joël Kaczmarek: Ja, bei dem Gedanken mag ich so dieses Systemische, Was Du gerade gesagt, hast, dass du sozusagen, diese Energie so aufnimmst. Ja. Und das ist natürlich immer ein großer ironischer Faktor da. drin. Das ist dein Beruf. Also, Bilder sind dein Beruf. Und das ist ja auch, Also, wenn ich sagen würde, die ist Top-Fotografin und nicht auf Instagramgram, Dann würden die sagen so, haja, witzig. Und wirklich, das klingt ja wie ein Spaß. Hast du da nicht ein Thema?
Linda Böse: Es ist ein komplett anderer Kontext. Also Die visuelle Darstellung einer wichtigen Führungskraft ist ein ganz anderer Hebel, ein ganz anderes Level und ein ganz anderer, Es findet auch auf anderen Plattformen statt. Die Menschen, die ich fotografiere, benutzen das nicht, um ihren Instagramgram-Feed schön zu machen, sondern für Presseartikel, für Magazine, für Website, für LinkedIn. Ganz viel. Da geht es nicht darum, sich schön darzustellen, sondern zu zeigen, wer man ist, im besten Sinne und das spürbar zu machen. Und dass das Ganze sich einfach abhebt und unik ist, sich von anderen unterscheidet und einfach. Die Identität einer Persönlichkeit transportiert, die in ihrem Leben aus den verschiedensten Gründen an einen Punkt gekommen ist, an dem ganz viele andere nicht sind oder noch nicht, sind. Und der Content, von dem ich spreche, den ich einfach nicht mehr konsumieren möchte, sind einfach Random. Videos, Reels, Der ganze Scheiß- Sorry, den man halt da sieht, wenn man die App öffnet. Also Ich habe einen wahnsinnigen Bezug zu ästhetischen, Schönen Dingen. Ich liebe mir schöne Bilder anschauen. Wenn jetzt Instagramgram noch so wäre wie vor keine Ahnung, zehn Jahren oder so, wo es wirklich nur um schöne Bilder ging, wo Videos noch gar nicht so im Vordergrund waren, Wäre das vielleicht sogar anders, weil man da auch ganz viel Inspiration finden kann. Aber die muss ich halt heute suchen. Und da habe ich andere Orte, an denen ich... Da schneller Zugang zu finden.
Joël Kaczmarek: Du hast die Frage ganz anders gedacht, als ich, Aber es stimmt natürlich so nach dem Motto, also, du hast es gerade, so beantwortet, kontagieriert dein Social Media Verhalten nicht das, was du für die Leute machst, Aber ich finde, das hast du ganz logisch, beantwortet. Ich habe vor allem eher auch so gedacht, ist es nicht für dich. Ein wichtiger Akquisekanal? Also muss man dich da nicht sehen mit deiner Fotografie, mit dem, Wie du bist?
Linda Böse: Meine Zielgruppe findet gar nicht groß auf Instagramgram statt. Die sind alle auf LinkedIn.
Joël Kaczmarek: Okay, macht Sinn.
Linda Böse: Ja.
Joël Kaczmarek: LinkedIn besuchst du aber auch noch?
Linda Böse: Täglich. Das ist der Ort, an dem ich meine Kunden akquiriere, gewinne, mit denen ich in den meisten Fällen erst Kontakt habe.
Joël Kaczmarek: Was ist denn dein drittes Ding?
Linda Böse: Zu verstehen, welchen immensen Einfluss unser Umfeld auf uns hat. Die Leute, mit denen du deine Zeit verbringst. Wähle einfach weise. Wähle Weise. Und wenn du eine Beziehung hast, die Dich nicht glücklich macht, dann geh. Wahrscheinlich wird es nicht besser. Freunde, mit denen du irgendwie nur saufen kannst, die in ihrem Leben selbst. Und die mögen noch so nett und cool sein, irgendwie, aber wenn Du halt... Es kommt natürlich darauf an, Welchen Anspruch du an dich und dein Leben hast. Also, das kann ja auch, da jeder für sich selbst entscheiden. Ich habe nur einfach und vor Kurzem nochmal erneut. Die ganz bewusst meinen Fokus darauf gelenkt und einmal geschaut, okay, mit wem verbringe ich dann meine Zeit. Und es ist einfach unglaublich, was sich für einen selbst verändert, wenn man Abstand, nimmt von den Personen, die einen nicht in die Richtung, Ich weiß, es klingt immer, so, bescheuert, Weil als würde man das erwarten, dass andere einen jetzt irgendwo hinbringen müssen. Man kann natürlich auch einfach mal nur zusammen Zeit verbringen, das ist ja alles gut daran. Aber wenn die Leute in deinem Umfeld nicht da sind, wo du auch hin willst oder das nicht verstehen, warum du dein Leben auf eine gewisse Art und Weise lebst, dich darin nicht supporten, Dann hilft es einem nicht sonderlich viel.
Joël Kaczmarek: Ich denke gerade darüber nach. Ich habe auch gerade gedacht, ich hätte deinen Satz vervollständigt mit, wenn sie nicht deine Werte teilen, hätte, Zum Beispiel auch, was sein können. Und dann denke ich gerade darüber nach und denke so, na, gut, ich weiß genau, was du meinst. Als ich ein Kind war, waren wir mit 16 immer Fußballspielen auf dem Platz. Und dann gab es so eine Truppe Araber, Die waren nämlich so sieben, acht Leute. Da hat es sich mal gefreut, wenn die gekommen sind, weil es war mal schwierig, diese Spielgrößen zusammenzukriegen. Und ich habe die Beobachtung gemacht, Wir haben gegen die immer besser gespielt, weil die Waren einfach richtig hart. Die haben alle unter anderem arabisch geredet. Waren alle dicke Kumpels, haben wahrscheinlich 24-7 miteinander verbracht, Die waren abgestimmt aufeinander. Du musstest dich also richtig anstrengen, um die zu schlagen. Und bei anderen haben wir schlechter gespielt. Also, es ist so ein bisschen das, was du sagst. Es gibt ja auch diesen Spruch mit, Du bist die Mischung der sieben Menschen, die dich umgeben oder irgendwie so. On the One hand, Das ist jetzt aber auch sehr businessseitig gedacht, Leistungen und so weiter. Auf der anderen Seite ist es ja manchmal auch ganz dankbar, wenn Du zum Beispiel, wenn du jetzt mit jemandem zusammen kämst, die irgendwie Krankenschwester, ist. Oder, weiß ich nicht, In einem Kino arbeitet. Also Du hast wahrscheinlich viel mit reichen Leuten zu tun, mit globalen Menschen, andere, die sozusagen sehr lokal sind, Eine ganz andere Perspektive.
Linda Böse: Das macht, was du gerade beschreibst, also die Idee,
Joël Kaczmarek: die ich hatte, war, ich verstehe, was du meinst, Wenn Leute einen bremsen, nimmt es einem Energie aus dem Prozess oder wenn sie dich geistig nicht voranbringen können, wie Sie dich inspirieren, versus. Es kann ja aber auch ein Input sein, wenn jemand anders ist als du.
Linda Böse: Absolut. Und es macht einen auch humble. Auch da aus einer anderen Perspektive wieder aufs Leben zu blicken. Voll. Und da denke ich mir, es ist natürlich, man darf, Auch, das ist ja keine ultimative Wahrheit. Es ist jetzt nicht so, als hätte ich alle Menschen rigoros aus meinem Leben gestrichen, die nicht dem Wild irgendwie entsprechen. Aber ich wähle einfach ganz bewusst, wann und wie ich die Zeit verbringe und mit wem. Und wenn ich häufiger merke, okay, ich war jetzt hier mit der Person einen Kaffee trinken. Und ich komme danach nach anderthalb Stunden nach Hause. Und ich mir sage, ja, war schön, Punkt. Dann ist das, dann hätte ich mit diesen anderthalb Stunden einfach auch echt was anderes machen können. Es gibt so viele unfassbar geile, Coole Menschen, mit denen Du auf dem, auch auf... Dem gleichen Business-Level Dinge teilen kannst. Und ich habe zwei ganz wundervolle Freundinnen, gerade, die mit denen, Das passt einfach so sehr. Und wir können sowohl private als auch Business-Dinge miteinander teilen. Wir gucken alle in die gleiche Richtung. Und das ist ja wie in einer Partnerschaft auch, Wenn du da Hand in Hand in die gleiche Richtung gehen möchtest, dann ist das die absolute... Oder ein Teil der Grundlage, die das beinhalten sollte.
Joël Kaczmarek: Was sind denn die Faktoren, nach denen du selektierst? Also worauf achtest du, wenn Du dir überlegst, ob du mit jemandem Zeit verbringst?
Linda Böse: Können wir unser Leben gegenseitig bereichern? Ich glaube, darauf kann man es komplett runterbrechen. Haben wir eine gute Zeit miteinander?
Joël Kaczmarek: Was heißt denn bereichern? Was heißt, eine gute Zeit haben?
Linda Böse: Sich auf Augenhöhe sehen, verstehen, supporten, Miteinander Dinge teilen, lachen und einfach miteinander einen Teil des Weges gehen.
Joël Kaczmarek: Spaß, das wäre, glaube ich, auch ein Punkt bei dir, höre ich daraus.
Linda Böse: Ja. Also, wenn ich mit jemandem nicht lachen kann, dann ist das schwierig. Ich finde viele Dinge, oder ich kann in vielen Dingen ganz viel Witz erkennen. Für mich selber. Und mag auch nicht alles immer so Ultra Ernst nehmen. Und deswegen ist das für mich ein ganz wichtiger Punkt. Ja,
Joël Kaczmarek: ich weiß natürlich, was du meinst. Dadurch, dass ich irgendwie verschiedene Podcast mache, habe ich ja immer spannende Leute irgendwie vor der Flinte. Und dann entscheidest du ja sehr aktiv, mit wem vertiefst du eine Beziehung, wen findest du spannend. Und deswegen, Ich finde dieses gute Zeit miteinander, haben eigentlich ganz anschaulich, weil... Ich habe darüber nachgedacht, wie würde ich es denn machen? Und dann denke ich so, okay, meistens nehme ich Leute, also ich brauche Offenheit, wenn Leute verschlossen sind, Darauf komme ich nicht so klar. Ich komme gut klar, wenn Leute zum Beispiel negative Seiten haben und man sieht sie oder Sie zeigen sie. Ich komme schlecht klar, wenn Leute negative Seiten haben und versuchen, Sie zu kaschieren, weil ich sehe, sie meistens trotzdem. Und dieses Kaschieren ist unangenehm. Ich gucke natürlich auch nach Leuten, von denen ich was lernen kann oder die Inspiration bereithalten.
Linda Böse: Ja, voll.
Joël Kaczmarek: Und ich gebe dir recht, so gute Laune, Schwingung ist schon irgendwie so ein... So ein wichtiges Ding.
Linda Böse: Ja, auch, was du gerade gesagt hast, dass Leute, ja, Dass man so auch Inspiration in Menschen einfach finden kann, ne, Und das ist für mich auch ein ganz wichtiger Punkt. Und ich glaube, wenn man generell ein offener Mensch ist und auch Inspiration finden möchte, Dann findet man die in allen Personen. Ich kann in jeder Person Inspiration finden, weil ich's, oder wenn ich es möchte. Und für mich ist es dann, wenn ich mit jemandem wirklich meine Zeit teile, einfach schön, wenn das immer und immer wieder passiert, und ich da nicht mit Krampf nachsuchen muss, Sondern wenn die Person wirklich einfach eine Inspiration für mich auf gewisse Art und Weise darstellt.
Joël Kaczmarek: Ich finde auch ulkig, komisch, Wie viele Menschen so eine Hierarchie reinbringen. Also, ich kann von einer Putzfrau super viel Zeugs lernen. Und wenn es so ist, wie ich. Endlich mal diese hartnäckigen Flecken entferne, was Ihr Secret Trick ist. so, ne? Weil manchmal haben ja auch Leute eine ganz interessante Perspektive. Ich finde, ganz faszinierend, Wie viele Leute, gibt es im Bundestag? manchmal, Die übersehen die Putzleute und besprechen dann da. Militärsensible Infos vor vier, fünf Leuten und merken es nicht mal. Aber um nochmal auf deinen Punkt auch einzugehen, Ich habe gerade so gedacht, Interessant ist ja, weil du Hast gesagt, verstehe, welchen Einfluss Menschen in deinem Umfeld haben und wähle weise. Wenn du Weise wählst, heißt das ja in der Konsequenz auch, du musst Leute wegschicken. Ich glaube, viele Menschen, die jetzt zuhören, finden den Gedanken unangenehm, Leute fortzuschicken, weil es ja auch Konflikt bedeutet und Stress. Wie machst denn Du das, wenn Du Leute aus deinem Leben streichst? Wie gehst Du da vor?
Linda Böse: Boah, Das ist so ein unfassbar schwieriges Thema. Ich versuche eigentlich Menschen erstmal, wenn ich jemanden neu kennenlerne, und das war früher anders. Früher war ich super offen und habe jeden sofort super nah an mich herangelassen. Das tue ich heute nicht mehr. Weil das natürlich auch bedeutet, okay, Wenn das irgendwann wieder anders werden sollte, dann ist der Weg ein ganz anderer und schwerer. Von daher ist es eigentlich so ein langsamer Prozess geworden, in dem man sich annähert. Und dann kann man auch entscheiden, die Person genau da zu halten und eben halt nicht näher zu lassen. Und in der finalen Konsequenz bedeutet das, dass man sich einfach trennt. Und das ist einfach, was das Leben zuweilen. Mit sich bringt. Und auch da ist es, Ich habe keine einzige meiner Trennungen bereut. Es war jedes Mal natürlich eine schwere Entscheidung, Aber mit der positivsten Wendung für mein eigenes Leben. Und ich glaube, das ist auch ein wichtiger, Ich glaube tatsächlich, das ist sogar der nächste Punkt auf meiner Liste. Meinem Leben war das ein unfassbar wichtiger Teil und Prozess, herauszufinden, wer ich bin und wo ich hin will. Und damit einhergehend auch die Entscheidung zu treffen, Nein, zu allem und jedem zu sagen, der nicht dieser Version, Future-Version, entspricht.
Joël Kaczmarek: Hör ich da so ein bisschen raus, dass du in der Vergangenheit viel für andere gelebt hast oder dich? Vielleicht auch Menschen geöffnet. hast, wo es nicht gut war?
Linda Böse: Definitiv. Ich glaube, ich kann mir vorstellen, dass das eine Erfahrung ist, die wir früher oder später alle machen. Ich habe einfach einen Großteil meiner Zwanziger in Beziehungen verbracht, die mir alles andere als gut getan haben. Und ich bin heute sehr, sehr dankbar. Dankbar für die Erfahrung und für alles, Was das für mich beinhaltet, hat. Trotzdem frage ich mich manchmal, wie mein Leben verlaufen wäre, wenn ich da früher eine Entscheidung getroffen hätte.
Joël Kaczmarek: Ich habe noch nicht tief drüber nachgedacht, aber ich glaube, Diese Beziehungen haben in der Regel einen Grund, dass man, glaube ich, irgendetwas nochmal wiederholt, nachbaut, Was in der Vergangenheit schon mal, also wo, was offen geblieben ist. Also Du hast vielleicht in der Kindheit, Du meine ich jetzt nicht dich persönlich, sondern einen Mann. Vielleicht in der Kindheit irgendwie eine Erfahrung gemacht, die einen irgendwie getroffen hat, die man irgendwie verarbeiten möchte, wo man irgendwie einen Zugang finden möchte, wo noch irgendwas für einen drinsteckt.
Linda Böse: Ja, oder wo noch irgendwas offen ist, was man irgendwie holen möchte, was man nicht bekommen hat auf eine eine oder andere Weise.
Joël Kaczmarek: Deswegen glaube ich, hat es einen Sinn. Und jetzt bin ich noch neugierig, Vielleicht ist es ein bisschen technokratisch, Aber wenn du sagst, du hast schon öfters Menschen aus deinem Leben gehen lassen müssen oder auch streichen müssen, fortschicken müssen. Hast du eine gute Art gefunden, wie man mit Menschen Schluss macht? Egal, ob es jetzt Partner ist, oder einfach nur die Freundin oder der Nachbar?
Linda Böse: Also ich glaube, so eine richtig gute... Art und Weise, Ich weiß nicht, ob das in der Form existiert, weil es tut einfach in den allermeisten Fällen. Weh für beide Seiten. Das ist immer mit, da ist immer Schmerz involviert, das ist immer, Also Let's Face it, Das ist eigentlich immer scheiße. Und letzten Endes, Das Einzige ist, Sich darüber wirklich klar zu sein, sich das wirklich mit sich selber darüber im Klar Ja. Klar werden, dass man das möchte. Nicht mit 100 Leuten darüber diskutieren und sprechen. Es ist deine Entscheidung. Andere Menschen werden immer irgendeine Meinung haben und irgendwas anders sehen. Oder für dich, Auch wenn Sie sagen, sie wollen das Beste für Dich oder die Entscheidung. Erstens selbst treffen. Das heißt nicht, dass man nicht mit seinen besten Freunden oder so sprechen kann, aber einfach für sich selbst und dann ganz ehrlich einfach, dann muss man es einfach durchziehen. Dann muss man es einfach sagen.
Joël Kaczmarek: Okay, jetzt bin ich natürlich bisher noch um eine Frage rumgeschifft, die sich nahezu aufdrängt bei dem, was du bei deinem vierten Punkt gesagt hast. Finde heraus, Wer du bist. Wer bist du denn und wenn ja, wie viele?
Linda Böse: Das ist so eine tolle Frage, und die kann man sich natürlich immer rumschiffen. Mit irgendwelchen, äußeren Gegebenheiten und Facetten. Aber ich würde mich als kreative Persönlichkeit. bezeichnen, die absolut obsesst. Damit ist, im Leben, Dinge und Beziehungen und Perspektiven zu finden, die ihr gut tun und die Zeit, die wir hier geschenkt bekommen, im besten Sinne nutzen will und einfach ein geiles Leben kreieren. Ein schönes, auch, ein ästhetisches.
Joël Kaczmarek: Warum tropft diese Antwort so aus dir heraus, anstatt heraus zu fließen?
Linda Böse: Ganz ehrlich, Ich habe in dem Sinne diese Frage jemand anderen in der Form noch nie beantwortet. Deswegen musste ich es gerade für mich ein bisschen zusammenfühlen, auch einfach erstmal.
Joël Kaczmarek: Und wie hast du diese Antwort für dich gefunden über die Jahre?
Linda Böse: Ich setze mich täglich mit mir selbst und meinen Gefühlen und dem, was ich möchte, auseinander. Und Hinterfrag das immer wieder. Und das ist die Antwort zum jetzigen Zeitpunkt.
Joël Kaczmarek: Ich überlege so, steckt da so ein bisschen auch Reparatur drin? An etwas, dass du sozusagen Dinge erlebt, hast oder dich auf eine Seite gelebt. hast, die dir früher nicht gefallen hat?
Linda Böse: Ja, sehr. Also vieles aus dieser Antwort ist mir auch... Erst über die letzten Monate, wenige Jahre eher Monate, bewusst geworden, weil ich vor nicht allzu langer Zeit auch erst verstanden habe, wie meine Kindheit aussah, auch da, Welche Menschen ich in meinem Leben hatte und auf welche Art und Weise. Und ich bin absolut, das klingt, ja, ich formuliere es anders, Es gab vor zwei Jahren an einem Punkt in meinem Leben, Da habe ich mir selbst das Versprechen gegeben, dass ich mich niemals wieder für eine andere Person aufgeben werde. Ich komme in meinem Leben an erster Stelle. Und das mag egoistisch klingen, Aber es ist die beste Entscheidung, die ich für mich selbst je getroffen habe. Und danach ist eigentlich sehr viel, Ja, danach, Nach diesem Versprechen ist... Nochmal vieles aus meinem Leben gebrochen, das sehr schmerzhaft war, aber im Nachhinein zu der Antwort geführt hat, mit der ich nicht glücklicher und dankbarer sein und in die Zukunft blicken könnte. Frei und ehrlich mit mir selbst.
Joël Kaczmarek: Du hast die Reise gerade bis in die Kindheit sozusagen. zurückgeführt. Gibt es was, was du von dort erzählen möchtest?
Linda Böse: Nicht hier.
Joël Kaczmarek: Und jetzt ist ja der zweite Teil dessen, was du gerade gesagt hast. Ich finde raus, wer du bist und wo du hin willst. Wo willst du denn hin?
Linda Böse: Es ist so verrückt, weil mich trifft diese Antwort gerade, so krass, weil ich hatte immer, Also die Version von einem Selbst oder Ziele, Wünsche, Träume entwickeln sich über die Zeit. Ja immer weiter. So, wie es jetzt gerade im Moment ist, wenn das einfach nur genau so bleibt, weitergeht, ist es einfach perfekt. Natürlich gibt es Dinge, die ich noch erleben möchte, Orte, die ich noch bereisen möchte, Aber ich bin so erfüllt mit den Menschen, in meinem Leben und mit dem, was ich tue und machen darf. Ich bin einfach unendlich glücklich.
Joël Kaczmarek: Geil, habe ich noch nie jemanden so strahlend sehen, wie er sowas erzählt. Das gefällt mir gut. Und das ist interessant, weil ich war gerade im Begriff, dich als Letztes zu diesem Punkt zu fragen. Du hast es so relational beantwortet, finde heraus, Wer du bist. Also das ist, Wer du bist, weil du hast gesagt, mit großartigen Menschen, das kommt bei dir immer wieder auf. Also Der vorherige Punkt war. Der Einfluss des Umfeldes. Jetzt hast du gesagt, ich möchte gerne mit großartigen Menschen Zeit verbringen, Eine gute Zeit haben. Woher kommt diese Bedeutung, die die Menschen um dich rum haben, für dich?
Linda Böse: Ich war ganz lange Zeit zwar nicht wirklich alleine, aber irgendwie einsam. Und das bin ich heute nicht mehr. Ich wusste nicht, was mir fehlt. Ich hätte nie gesagt, dass ich deswegen irgendwie unglücklich bin. Das war fein. Aber wenn du es hast, dann kennst du erst die Bedeutung. Wenn du es erlebt und gefühlt, hast.
Joël Kaczmarek: Das waren Menschen, die diese Einsamkeit beendet haben?
Linda Böse: Ja.
Joël Kaczmarek: Und war es eine Qualität, die diese Menschen hatten?
Linda Böse: Ja.
Joël Kaczmarek: Wir machen uns auf zu deinem letzten Punkt.
Linda Böse: Okay. Fehler sind keine Fehler, wenn du Sie nimmst und daraus etwas besser machen kannst oder etwas lernst. Es ist so an Dir selbst, wie Du mit... Dingen, Die Scheiße laufen, Ob das jetzt durch einen äußeren Einfluss oder selbst verursacht, stattfindet, dass Du kannst nicht den Anspruch in deinem Leben haben, dass keine Scheiße passiert, dass du keine Fehler machst, dass nicht irgendwas mal nicht geil läuft, dass du Phasen hast, in denen einfach alles scheiße, ist. Das wird einfach immer. Und immer und immer wieder passieren. Und die guten Zeiten, Ich sehe das immer wie so einen Kreis, oben Erfolg. Voll geil. Der ist da zum Enjoyen. Aber aus Erfolg lernst du nichts. Das ist da, dass du es genießen kannst. Okay, dann genieß es auch. Und dann geht, bewegt sich das Rad wieder nach unten. Und hier unten ist irgendein Learning. Einer ungeilen Situation ist irgendein Goldnugget und deine Aufgabe ist es einfach, dich in dem Moment nicht dagegen zu sträuben, dass das jetzt da ist. Oder irgendwas zu bereuen oder hinterfragen, oder das Leben zu hinterfragen. Und sich in irgendeine Downward spiral zu begeben. Und sich selbst das Leben irgendwie schwer zu machen, sondern sich zu öffnen, zu sagen, okay, ja gut, ich nehme das jetzt an, das ist jetzt da, was kann ich jetzt daraus lernen? Je schneller Du Dir diese Frage, oder je früher du dir diese Frage stellst, desto schneller kommst Du an Dein Learning, kannst Du das wieder mit nach oben nehmen. Also das ist so, das ist einfach, was immer und immer und immer wieder passieren wird. Und nicht immer unbedingt abwechselnd in der Reihenfolge, aber halt sehr häufig folgt das eine auf das andere. Und deswegen ist das, finde ich, eine sehr schöne Herangehensweise, die mein Leben wahnsinnig frei und entspannt gemacht hat. Das Ganze, so anzugehen.
Joël Kaczmarek: Ich mag das Bild total gerne. Ich habe es immer in Wellen gedacht, Berge und Täler. Und das ist immer mal, also, es gibt sicherlich, Meistens hat es irgendwie mit Tod zu tun oder Krankheit oder brachialen Veränderungen, Aber es gibt immer mal Täler. Aber ich mag den Blick fast noch mehr, weil dann ist es wie so ein Schwungrad. Dann ist es wie so ein Flywheel, wo deine Fehler sogar eigentlich den Schwung produzieren, dich wieder nach oben zu katapultieren. Und ich mag auch daran, dass und wenn was nicht gelingt, kann man sagen, es war ein Fehler. Aber wenn etwas daraus entsteht, nämlich du lernst, was, ist es eigentlich ganz konsequent zu sagen, es war gar kein Fehler, sondern es war. Learning oder ein, Wie würdest du denn dazu sagen?
Linda Böse: Learning.
Joël Kaczmarek: Und was sind für Dich dann richtige Fehler? Gibt es die dann trotzdem auch?
Linda Böse: Eigentlich nur dann, wenn man es bewusst, Also, wenn man es eigentlich schon gelernt hat und es trotzdem noch ein zweites Mal macht. Das kann man sich dann wirklich klemmen.
Joël Kaczmarek: Come on, Joël.
Linda Böse: Es ist halt auch, Unsere Gesellschaft sieht Fehler oder Mensch, also So. Beurteilt Dinge, die nicht geil laufen, dann häufig, so, als müsste man sich irgendwie dafür schämen, Dass das jetzt passiert, ist.
Joël Kaczmarek: Stimmt.
Linda Böse: Wieso? Also, ernsthaft, wieso? Und ehrlich gesagt auch, How Fucking boring. Jetzt stell dir mal vor, In deinem Leben würde immer alles glattlaufen, Eigentlich würde mich zu Tode langweilend.
Joël Kaczmarek: Das freut mich bei Gustav Gans immer. Fände ich immer diese Comics hier? Und es ist egal, in welchem Supermarkt du läufst, Der ist 10 Millionen Sekunden und kriegt hier einen Einkauf For free. Was ist das denn? Das muss ja depressiv machen. Ja, du hast recht. Es ist halt auch so, Ich habe das immer gerne so auf dieses, Es ist ein bisschen deutsch, glaube ich auch, weil es ist auch ganz lustig, wenn man mal so anguckt, wo wir herkommen. Das folgt der Dichter und Denker, das folgt der Autobauer. So, wenn du ein Auto baust, wenn du einen Fehler machst, ist jetzt nicht so ideal.
Linda Böse: Darauf programmiert, dass alles korrekt abläuft und wenn es aber nicht korrekt abläuft. abläuft, Dann ist das ein großes Problem.
Joël Kaczmarek: Aber das ist auch wirklich eine interessante Frage von dir. How dare you, So Greta-Zitat-mäßig. Wie kannst du jemandem sozusagen das Gefühl geben, Er müsste sich schämen, dass gerade was falsch läuft, Weil It's Part of the process.
Linda Böse: Und wie geil wäre es, wenn wir stattdessen andere Menschen auch einfach empowern würden, in so einem Moment den Kopf hochzunehmen. Und zu sagen, okay, jetzt guck, doch mal hin, was ist denn da für dich drin? Sei es nur so eine banale Kleinigkeit, wie zu verstehen, okay, mach das Halt einfach so nicht nochmal. Recht ja, schon.
Joël Kaczmarek: Wie war denn deine Findensreise, Was das Thema Fehler angeht? Kamst du früher an diesen Punkt, dass Du dir gesagt hast, nee, Es ist hier sozusagen für den Schritt nach oben auf dem Kreis gerade ein Werkzeug?
Linda Böse: Ich glaube, ich habe relativ früh, ich meine, ich habe mich mit 18 selbstständig gemacht, relativ... Früh gelernt, damit umzugehen. Aber der Punkt hinzu, dass da wirklich eigentlich jedes Mal was Geiles für mich drinsteckt, Der kam erst eine ganze Weile, später. Da habe ich mich dann auch schon einige Zeit mit persönlicher Weiterentwicklung und solchen Dingen beschäftigt, um das einsinken zu lassen.
Joël Kaczmarek: Fällt dir eine Geschichte ein, Das ist immer das Schönste, wo du gesagt hast, da habe ich einen Fehler gemacht? Und bin hinterher mit einem Strahlen rausgegangen, weil It changed my mind or my life. Oder wie auch immer.
Linda Böse: Es gab in meinem familiären Umfeld eine Person, die mir ganz klar gezeigt hat, wer Sie ist. Und sorry, jetzt für meine Ausdrucksweise, Aber wenn du aus gutem Willen immer und immer wieder dahin gehst und die Hand aufhältst und dir jedes Mal wieder da reingeschissen wird, dann solltest du dich spätestens nach dem x-ten Male, das entscheidest du, wie häufig du das machst, fragen, wann Schluss ist. Und das war eigentlich das, ich meine, Natürlich habe ich auch andere Fehler gemacht, Natürlich habe ich auch Fehler im Business gemacht, Natürlich sind da Sachen auch schiefgelaufen, Natürlich habe ich auch mal, musste ich auch erst lernen, wie man mit Kritik umgeht, all diese Dinge. Aber das war, glaube ich, das größte Learning für mich.
Joël Kaczmarek: Interessanter Punkt, was du gerade mit der Kritik sagst, weil Fehler und Kritik hängen eng beieinander. Und du als Künstlerin, betrachtest du dich eigentlich als Künstlerin? Ja. Wie war denn dieser Pfad dahin für dich?
Linda Böse: Komischerweise liebe ich dieses Thema. Es ist für mich, Das Einzige, was für mich zählt, ist und um das so... Machen oder fühlen zu können, braucht man, finde ich, Eine gute Connection zu sich selbst. Das Einzige, was für mich zählt, ist, wenn ich etwas Wohin stelle oder veröffentliche, abgebe, Bilder, abgebe, wie auch immer, ob ich damit fein bin. Finde ich das gut, was ich da gemacht habe? Und wenn das ein Wholeheartedly ja ist, dann ist mir das egal, Wenn jemand anderes das, außer mein Kunde natürlich, sagt. Wenn es da Kritik gibt, dann kann man immer sprechen. Aber wenn da jemand was nicht geil findet, dann ist das Halt so. Und das hat zu verstehen, dass das weder, was mit mir als Person noch mit meiner Arbeit zu tun hat. Da nochmal Circle Back zu dem ersten Punkt. Es gibt so viele Sichtweisen und Perspektiven auf Dinge, wie es Menschen gibt. Das ist okay, dass es nicht jedem gefällt. Ich bin auch nicht hier, um es jedem Recht und schön zu machen. Außer meinen Kunden und mir selbst. Das einzige Ding ist halt nur... Und das musst du auch erst lernen, wenn du selber nicht cool, damit bist, wenn du selber noch so ein Gefühl hast. Von so, hätte ich jetzt eigentlich besser gekonnt, wäre eigentlich, Ist jetzt nicht ganz eigentlich meinem Anspruch oder wird meinem Anspruch gerade eigentlich nicht gerecht, man, dann gib es auch nicht ab. Also dann, nein, mach es einfach nicht, mach es einfach, also sich selber wirklich accountable halten. Einen eigenen Standard setzen und dem einfach gerecht werden. Und dann halt auch vielleicht manchmal die Extra Meile gehen, um dem gerecht werden zu können, Aber dann mach's auch. Also, ich finde, Den Anspruch, sollte man an sich und seine Arbeit haben.
Joël Kaczmarek: Ich hab ein ganz interessantes Gespräch dazu. Mal geführt. Ich war auf einem Event, es war so eine Panel-Diskussion und da hat vorher jemand gesungen und hinterher. Und der Typ, der vorher gesungen hat, Das war so ein Schwarzhaar mit so einem großen Brustkorb und der Hämmerte da die Noten hin. Es war wie so ein Gospel-Singer. Ich dachte, Jesus Christ, wie schnell es mir hingegangen ist. Ich hab gesagt, wie traust Du dich das? Ich glaube, ich habe ganz gute Fähigkeiten im Gesang. Ich glaube, ich habe ganz gute Fähigkeiten im Begriff. Bühne. Aber beides zusammenzubringen, diese Intimität zu zeigen, Muss ich im Leben nicht trauen. Da hat er gesagt, Joël, Es ist ganz einfach, wenn du auf die Bühne gehst und sozusagen nervös bist oder Angst hast, hat es in der Regel mit einer von zwei Sachen zu tun. Die Erste ist, DiCh interessiert, Was die Leute denken. Und die zweite, ob es ihnen gefällt, irgendwie so in die Richtung. Und meine Mutter hat mal zu mir gesagt, es gibt... eigentlich, wenn du vor 100 Leuten singst, nur eine Meinung, immer die eigene. Jeder, von denen dort hat eine komplett eigene. Jeder hört ein eigenes Konzert. Du hast ein ganz anderes Konzert gehört als ich, weil dein Erfahrungsschatz sozusagen, darauf einzahlt und so weiter und so fort. Und sich das mal sozusagen, klarzumachen, dass, Ob es dir jetzt gefällt, nur bedingt damit zu tun hat, wie gut ich es gemacht habe, sondern vielmehr mit dem, was in deinem Kopf ist und in deinem Herzen. Das fand ich echt ganz interessant.
Linda Böse: Ja, das auch. Und genau deswegen das eigene Gefühl, das Einzige, worauf es ankommt. Und wenn du ein gutes Gefühl dabei hast, dann kannst du es auch ganz anders, wenn Kritik kommt. Das passiert so selten, ja. Also wirklich. Aber wenn, dann ist es okay. Dann kannst du ganz anders mit umgehen.
Joël Kaczmarek: Ich bräuchte aber auch für dich, wenn selten Kritik kommt. Ist ja gut. Linda Böse. Nummer eins. Es gibt keine ultimative Wahrheit. Nummer zwei. Das Leben ist ohne Social Media frei und schön, glaube ich, by the way, sofort. Nummer drei. Verstehe, welchen immensen Einfluss unser Umfeld auf uns hat und wähle weise. Nummer vier. Finde heraus, wer du bist und wo du hin willst. Und Fehler Nummer fünf. Fehler sind keine Fehler, wenn du Sie nimmst und daraus etwas besser machen kannst oder daraus lernst. Und ich würde vielleicht noch so eine abschließende Beobachtung zu dir teilen. Das habe ich mir auch aufgeschrieben. Ich fand den Satz von dir schön. Eine gute Connection zu sich selbst haben. Und da habe ich gedacht, ich glaube, das zeichnet dich aus. Und darum bist du wahrscheinlich mit 35, so, dass du dich eher wie 75 anfühlst, Was jetzt die Wertigkeit sozusagen. Deiner Aussagen angeht.
Linda Böse: Danke, Das ist ein sehr schönes Kompliment, das ich gerne so annehme.
Joël Kaczmarek: Fühlt sich gut an, was Du gesagt hast? Deine fünf Punkte?
Linda Böse: Ja, bin happy.
Joël Kaczmarek: Ja, du, dann wünsche ich dir ganz viel Erfolg auf deinem weiteren Weg und bin neugierig, Vielleicht machen wir mit 70 wirklich nochmal ein Check-in und gucken dann.
Linda Böse: Machen wir, ist gesaved.