
Medium Kristina Sacken: 5 Dinge, die ich gerne mit 20 gewusst hätte
28. März 2025, mit Joël Kaczmarek
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Joel Kaczmarek: High Five, Leute! Hier ist Joel und ihr wisst ja, wie das hier läuft. Ich lade mir spannende Menschen ein, frage sie, was sind so die fünf Dinge, die sie gerne schon mit 20 gewusst hätten. Und heute sage ich euch, da wird es fast ein bisschen übernatürlich. Wir gehen heute quasi über die Grenzen weg, denn die liebe Kristina Sacken, die hat eine super spannende Lebensgeschichte, eigentlich einen Lebensentwurf, könnte man sagen. Die ist nämlich Medium und gleichzeitig aber auch studierte Juristin und Politologin. Und damit noch nicht genug, sie macht noch eine ganze Reihe mehr. Also sie ist Unternehmerin, hatte schon mehrere Startups, sie ist Institutsleiterin. Also wenn das nicht interessant ist, dann weiß ich auch nicht. So, und wir machen es wie folgt. Kristina Sacken und ich reden gleich mal ein Stückchen über ihre fünf Dinge, weil wie gesagt, es geht ja bei ihr bis in die übernatürliche Welt und dann nach hinten raus frage ich sie natürlich auch ein bisschen zu ihrem Beruf. Das heißt, wenn ihr neugierig darauf seid, wie das eigentlich ist, Medium zu sein, was heißt das eigentlich und wie kommt man dazu, dann bleibt unbedingt bis zum Schluss dran, das folgt nämlich ganz am Ende. Aber jetzt erstmal zu den fünf Dingen, erstmal aber auch zu dir. Hallo liebe Kristina Sacken, schön, dass du da bist. Hi.
Kristina Sacken: Hallo lieber Joel.
Joel Kaczmarek: Ich stelle mir das auch ganz cool vor, wenn du mal auf so einer Geburtstagsparty bist und alle stehen so mit ihrem Cocktail so vor der Brust und sich da und sagen, was machst du so? Und dann sagst du, ja, ich bin gelernte Politologin, aber mittlerweile Medium, das muss ja nicht ganz cool sein, oder?
Kristina Sacken: Ja, ist schon lustig, hat auch am Anfang lange gebraucht, bis ich damit rausgerückt bin. Also tatsächlich habe ich schon sehr lange gewusst, dass ich medial bin und dass ich ein Medium bin, bevor ich das publik gemacht habe. Ich habe immer gesagt, ich meditiere eben viel. Als Juristin und als Politologin und eben viel unternehmerisch aktiv, war das jetzt nicht sowas, mit dem man sich schmücken konnte. Meine Familie hat auch immer gesagt, bitte sei diesbezüglich ruhig, du verdirbst dir deinen Ruf. Ich immer so, ja klar, nee, ich mach's heimlich. Das war jetzt nicht sowas, wo ich damit rausgegangen bin. Das hat ganz lange gedauert und obwohl es mir sehr wichtig war, es war für mich immer sowas Heiliges, sowas ganz Intimes.
Joel Kaczmarek: Okay, also du merkst schon, ich könnte jetzt hier schon in deine Berufsfragen sozusagen reinrutschen. Aber fangen wir mal mit den fünf Dingen an. Und vielleicht vorneweg nochmal so die Frage, wie alt bist denn du? Ich habe dich vorher gefragt, ob ich dich fragen darf, falls ich jetzt die ganzen Herrschaften, die hier zuhören, sage, so der unhöfliche Typ wieder. Weil es ist ja mal ganz spannend, mal zu gucken,
Kristina Sacken: von welchem Alter schaut man denn zurück auf die 20? Ja, ich werde jetzt im Sommer 49. Okay, das kannst du aber auch guten Gewissens erzählen. Also das muss man immer sagen. Das sieht man dir ja gar nicht an. Okay, aber 29 Jahre, also fast drei Jahrzehnte in der Rückschau. Da bin ich immer neugierig. Also was ist so die erste Sache, die dir in den Kopf kommt, wo du sagst, wow, das mit 20 zu wissen, wäre schon echt wertvoll gewesen? Ich will davor noch kurz was sagen. Und zwar, also ein Kompliment an dich. Ich habe, als du mich eingeladen hast zum Podcast, habe ich gedacht, ja, das ist ein super tolles Thema und habe halt so angefangen aufzuschreiben und hatte gleich 20 Themen. Ich so, naja, es sollen aber fünf sein. Ja, das ist so. Und dann in Folge dessen habe ich mich wirklich intensiv mit meiner Biografie auseinandergesetzt und auch nochmal damit, wer warst denn du mit 20 und was wusstest du schon und was hätte es dir erleichtert? Und da bin ich so drauf gekommen, dass das eine wahnsinnig spannende Fragestellung ist, um auch sich selbst nochmal näher zu kommen. Denn wir beurteilen ja immer wieder, wer wir sind von dem Blickwinkel aus, wo wir gerade stehen. Und wahrscheinlich vor zehn Jahren hätte ich dir noch ganz andere Dinge erzählt. Als ich es jetzt erzähle, und das ist ja schon so eine eigene Therapie, die du so anregst, und da würde ich sagen, das hilft eigentlich allen, auch denen, die zuhören, sich selbst die Frage zu stellen, was würde ich mir denn raten? Denn ich glaube, das ist total persönlich, was dabei rauskommt. Und also so viel vorweg, da ein großes Kompliment und großen Dank. Du hast da einen sehr großen Prozess in mir eigentlich zum Laufen gebracht.
Joel Kaczmarek: Das ist aber schön. Danke. Ja, ich hatte auch, als ich das angefangen habe, Ich habe das erst so angetestet und dann habe ich gedacht, warte mal vier, fünf Folgen ab, ob es sich allen Leuten doppelt, also erzählen die alle dasselbe und nein, es ist genauso wie du sagst, dass klar, es gibt so ein paar Sachen, die wiederholen sich, aber jeder hat so seine ganz eigene Note. Aber okay, freut mich auf jeden Fall sehr, sehr. Vielen Dank. So, aber trotzdem bin ich jetzt neugierig auf deine Nummer 1 von den eigentlich 20.
Kristina Sacken: Die Nummer 1, was ich mir geraten hätte mit 20 oder wo ich mich bestärkt hätte, auf jeden Fall das zu machen ist, probiere dich aus, denn die Erde ist ein Abenteuerplanet. Und Das kommt daher, weil ich gemerkt habe, dass wir am meisten dadurch lernen, indem wir Verantwortung übernehmen. Und die Dinge, die im Kopf sind, die wir vielleicht in der Schule oder im Studium gelernt haben, theoretisch, indem wir die praktisch umsetzen. Und das geht nur, wenn man sich immer wieder ausprobiert und auch am besten und am schnellsten, wenn du die Letztverantwortung für irgendwas übernimmst. Und da ist es ganz egal, was das ist. Also jetzt irgendwie vom Haustier über die erste eigene Wohnung, das eigene Auto, vielleicht die erste kleine Firma, so war es bei mir schon relativ früh, habe ich eine eigene Firma gehabt. Und da eben gemerkt, ich wusste eigentlich überhaupt nie, wie es funktioniert. Aber ich hatte immer den Mut, einfach auszuprobieren und zu machen und mal zu gucken, was dabei rauskommt. Und das ist auch der Tipp, den ich jetzt geben würde. Mach dir nicht so einen Kopf, also denk nicht so viel drüber nach, wohin es führt oder was die Risiken sind, sondern probiere die Sachen, die dir wichtig sind oder die dir in den Sinn kommen, probiere die einfach mal aus. Übernimm dafür Verantwortung und lerne die Sachen, lerne, wie es umzusetzen ist und lerne, was es mit dir macht und wie du dich dabei fühlst. Erfahren.
Joel Kaczmarek: Wenn ich jetzt mal so darüber nachdenke, also als Juristin hast du ja wahrscheinlich ein ziemliches Hardcore-Studium hinter dir. Warst du jemand, der viel ausprobiert hat oder hast du dich sehr getrieben gefühlt auch von diesem Leistungsdruck, der sich mit diesem Beruf Jurist verbindet?
Kristina Sacken: Bei mir war das eigentlich so ein bisschen anders, weil ich habe, bis ich 20 war, war meine Welt wirklich in Ordnung. Also lief alles so nach Plan. Und dann war ich im Studium und dann ist in meinem Leben sehr viel passiert. Ich sage so die dunkle Nacht der Seele, wo Dinge in meinem Leben einfach passiert sind, die ich... mich verhindern konnte. Das kennt ja jeder. Bei mir waren es eben Todesfälle in der Familie. Also erst ist mein Onkel gestorben, dann ist mein damaliger Freund verunglückt, dann ist mein Vater gestorben. Und dadurch war das so, hatte ich auf der einen Seite mein Studium und die Wissenschaft, was ich da alles gemacht habe. Und auf der anderen Seite habe ich so gemerkt, da passieren Sachen in meinem Leben, die kann ich mit dem Kopf nicht lösen. Da kann der Verstand nicht eingreifen. Das ist ja dann, wenn wir das erste Mal groß scheitern. Kann auch eine Liebesbeziehung sein, die nicht funktioniert oder der erste Job, der nicht funktioniert. Bei mir war es jetzt eben sehr privat, Dinge, die einfach mir gezeigt haben, ich muss hier mit was zurechtkommen, wo mein Verstand mir jetzt erstmal nicht helfen kann, sondern wo ich auf einer anderen Ebene reifen muss. So, das war eben die Grundvoraussetzung. Dazu kam, dass als mein Vater starb, ich die Firma von ihm geerbt habe und dann... hat sich bei mir alles komplett umgedreht. Also ich war in den letzten Zügen vom Examen und dann musste ich einfach schnell fertig machen und gucken, dass ich es irgendwie hinkriege, weil ich dann nämlich in die Familienfirma musste, um da irgendwie zu retten, was zu retten war. Das war damals 2002, hatten wir Wirtschaftskrise in Deutschland. Mein Vater war sehr stark investiert im Osten, da war gerade Elbhochwasser und sozusagen alles unter Wasser gesetzt. Und das heißt, bei mir war das eigentlich so ein Dreiklang zwischen Wissen, Dann dieser inneren Arbeit, meine Spiritualität, wo ich gemerkt habe, da sind Fragen in meinem Leben, die muss ich bearbeiten, sonst komme ich nicht weiter. Und das dritte war Verantwortung, die ich hatte, schon ganz früh in meinem Leben. Und da eben auch trotzdem diesen Tipp an mich selber, so ja, probier die Sachen aus, gib dich rein, probier es einfach, versuch das Beste draus zu machen. Du wirst es schon irgendwie hinkriegen.
Joel Kaczmarek: Was hatte denn dein Vater für eine Firma?
Kristina Sacken: Immobilienentwicklung in Ostdeutschland.
Joel Kaczmarek: Oh, okay, verstehe. Und ich finde ganz spannend, ich glaube, das hast du auch einleitend mal gesagt, dieses Thema Verantwortung übernehmen. Ich erlebe das so, dass es vielen Menschen sehr schwer fällt. Also was können denn Menschen tun, die sich eher schwer damit tun, Dinge auszuprobieren und dann aber auch für das, was sie wagen, eine Verantwortung zu tragen?
Kristina Sacken: Ich glaube, du musst es einfach machen und dann diese Angst vor dem Scheitern, mit der irgendwie klarkommen. Denn natürlich wirst du scheitern. Wenn wir Dinge neu machen, werden wir dauernd scheitern. Und das ist eben auch so, was ich häufig erlebe bei Klienten, dass die sagen, ja, ich mache das aber erst, wenn ich weiß, dass es nicht schief gehen kann. Und dann sage ich halt immer, dann wirst du es nie machen, weil es wird schief gehen zu 100 Prozent. Und dann wirst du neue Möglichkeiten, neue Lösungen finden. Aber das findest du erst, wenn du tatsächlich drin bist. Und jetzt auch deine Frage, was rate ich denen? Fang klein an. Ja, übernimm Verantwortung, spür rein, wie es sich anfühlt, wenn Dinge nicht laufen, so wie du es dir vorgestellt hast und dann lern dich kennen, wenn du neue Lösungen findest.
Joel Kaczmarek: Bist du denn auch groß geworden mit so einem gewissen Druck? Also bei mir war es so, dass mir immer sehr nahegelegt wurde, das Abitur muss gut sein, das Studium muss gut sein, bewirb dich um einen guten Job, so Sicherheit, Sicherheit, Sicherheit, Sicherheit, Sicherheit. und ich finde manchmal ganz schade, ich erinnere mich auch an ein Gespräch, was ich hier in dem Rahmen hatte, wo derjenige zu mir meinte, ey, wenn du ausprobieren willst, Dann mit ab 20, also zwischen 20 und 25 hast du eigentlich eine vogelfreie Phase, weil der größte Wohlstandsaufbau, der erfolgt eh ab 30, weil da hast du sozusagen die besseren Jobs, da kannst du mehr verdienen und dann hast du aber auch weniger Beweglichkeit. Also dann gründest du eine Familie, dann hast du Kinder, dann hast du sozusagen eine andere Statik auf einmal im Leben. Das heißt eigentlich ist dieses Alter zwischen 20 und 30 auch totales Probieralter. Ich habe mir das aber nur so leidlich doll erlaubt, weil ich halt immer versucht habe, gleich schon so einen Karrierepfad und gleich mit einer gewissen Geschwindigkeit zu beschreiten. Wie war das denn bei dir?
Kristina Sacken: Ich hatte keine Wahl. Bei mir war es einfach so, jetzt mach. Aber ich hatte auch keine Idee, wie ich das lösen soll. Also es war wirklich ein Harakiri-Job. Totale Überschuldung, alle Immobilien im Wasser. Banken wollten ihr Geld zurück. Also da musste ich einfach auf mich vertrauen. Und das habe ich dann auch. Ich hatte ja Jura studiert. Ich wusste, wie man Verträge liest. Und dann habe ich halt gelernt, Und es einfach gemacht.
Joel Kaczmarek: Wie ist es ausgegangen?
Kristina Sacken: Sehr gut.
Joel Kaczmarek: Ich könnte mir vorstellen, dass viele ja, also das, was viele ja auffällt, ist ja dieses German Angst auch so ein bisschen, oder? Steckt da auch drin? Dass wir Deutschen uns immer denken, was schief gehen kann und nicht, was gelingen kann.
Kristina Sacken: Ja, aber das hört ja nie auf. Wenn du jetzt sagst, zwischen 20 und 30 ist die beste Zeit, um zu probieren, dann denke ich jetzt an mich, werde knapp 50 und ich probiere ständig noch. Also das ist wirklich, ich dauernd probiere ich neue Sachen aus und dauernd scheitere ich auch. Also ich denke so, dass es schon darum geht, dass man, wenn man ein bisschen älter ist, dann die Risiken genauer sich anguckt und halt so guckt, dass man, wenn man jetzt denkt, man muss an der Börse zocken, dass man halt nicht mit seinem ganzen Vermögen reinknallt, sondern dass man es halt, weißt du, so mal teilnimmt, ja, zum Beispiel. Also man wird da schon vernünftiger, aber das heißt ja dann nicht, dass man es gar nicht macht. Das erfordert ja aber auch so ein gewisses Urvertrauen. Hattest du das immer oder hast du dir das erlernt? Ich würde eher sagen, ich bin eigentlich ein total zweifelnder Typ und ich will halt auf der einen Seite, ist mir immer lieber, wenn sich erstmal nichts verändert und ich alles im Griff habe und denke halt so, ah super, jetzt läuft es. Und dann gibt es so eine andere Seite in mir, die ständig wächst, sich für alles interessiert, Chancen wittert und weiter will und Ideen hat und halt total kreativ ist. Und diese beiden, die streiten sich auch oft. Also die gehen gegeneinander vor. Und da geht es eben darum, und es ist einer der nächsten Punkte, halt immer wieder diese Mitte zu finden. Also gerade wenn du ein Mensch bist, der eben große Extreme vereint. Also nehmen wir jetzt mal mich. Auf der einen Seite bin ich wahnsinnig gesellig, lieb das, den ganzen Tag mit Menschen zusammen zu sein. Und auf der anderen Seite bin ich so eine Eremitin, die sich dann zurückzieht und halt fünf Tage mit niemandem sprechen will. und Genauso ist es auch so mit diesem, ja, ich gehe gerne Risiken ein und denke mir da gar nichts. Und auf der anderen Seite will ich am liebsten, dass sich nichts verändert und alles immer gleich bleibt. Und ich sehe mich da selbst immer wie so ein Stern. Und der hat halt die Zacken relativ weit außen. Das alles bin ich, aber die Zacken, also die Extreme, die reichen wirklich sehr ins Extrem rein. Und der Tipp, der zweite Tipp, den ich mir selber geben würde, ist, Schau, dass du in der Mitte bleibst, dass du immer wieder in die Mitte gehst von dem, was dich gerade interessiert, wo du weitergehen möchtest, wie du deine Zukunft gestalten möchtest, wie du deine Beziehung gestaltest, wie du dein Leben gestaltest. Geh da immer wieder in die Mitte, guck dich ganzheitlich an, behalt alles im Blick und dann überleg, was geht denn da noch rein, wie funktioniert es?
Joel Kaczmarek: Vielleicht noch so als abschließende Frage dazu. Also ich stelle mir das auch gar nicht so einfach vor. Wenn du mit Menschen redest, machst du den Perspektiven auf und schaust dann aber dabei zu, was sie mit den Perspektiven machen. Und ich kann mir vorstellen, dass es ganz oft nicht dieser Sprung des Vertrauens ist. Jetzt hast du ja eben schon gesagt, dein Werkzeug ist den Leuten zu sagen, starte klein. Also halt das Risiko am Anfang gering, steck den Zeh ins Wasser und dann arbeite dich weiter vor. Hast du sonst so Dinge, wie du den Leuten so ein Zutrauen noch gibst?
Kristina Sacken: Also das Zutrauen ist ja, dass du in dich rein spürst und fühlst, ob sich was richtig und stimmig anfühlt. Das ist auch so etwas, was ich bei mir erkannt habe, wenn sich Dinge grundsätzlich falsch anfühlen. Wenn ich zum Beispiel Bauchweh habe, während ich einen Vertrag vorbereite oder den unterschreibe, dann wird es eigentlich nur schlimmer. Das heißt, um in dem Stern zu bleiben, dann bin ich vielleicht ganz außen auf meiner Zacke und ich mache da etwas, was mein Verstand absolut nachvollziehen kann, was vielleicht in dem Moment auch Sinn macht. bin ich wirklich ganz mit dabei. Also ich spüre es nicht. Ich spüre sogar, dass es eigentlich nicht gut ist, obwohl es der Verstand noch nicht weiß. Das heißt, hier wägen wir ja ab zwischen dem, wo wir eine neue Erfahrung machen, wo wir noch nicht wissen, wie es ausgeht, und einem Gefühl, was wir haben, dieses Vertrauen, dass man halt so sagt, ist mein Gefühl dafür gut? Und das auch wieder so abrufen zu können, zu fragen so, okay, ich habe jetzt alle Kerndaten, alle Kristina Sacken. Im Blick, ich habe es mir durchgedacht, ich habe es analysiert und jetzt noch auf der gefühlten Ebene, passt es für mich? Passt es für mich jetzt? Bringt es mich dahin, wo ich wirklich leuchte, wo ich hin möchte? Und dahin zu kommen bei sich, wo das Vertrauen wirklich ist und da eine Antwort zu bekommen, ist es richtig oder falsch, das ist natürlich auch eine Übungssache. Vor allem ist es auch undankbar, ich glaube ganz oft sind Menschen dabei, die so im Umfeld einem sowas auch wieder ausreden, also dass dann auch so andere Stimmen auf einen einprasseln. Kennst du sowas? Ja, also klar, das kennt ja jeder, vor allem wenn wir uns nicht sicher sind. Aber was bei mir ist, wenn ich mir sicher bin, also mit meinem Gefühl, dass ich weiß, okay, die Erfahrung will ich jetzt machen. Ich weiß zwar noch nicht, wie es ausgeht, aber ich weiß auf jeden Fall, dass das jetzt so oder so dran ist. dann kann man sich ja auch ein bisschen entlasten. Dann spürt man halt so, hey, ich habe dafür ein Ja. Vom Verstand her ist das Risiko kalkulierbar. Wird es deswegen gut gehen? Keine Ahnung. Aber es ist jetzt für mich dran, weil ich habe jetzt ein Ja. Ich habe jetzt das Vertrauen zu dieser Erfahrung.
Joel Kaczmarek: Ja, schön. So, und jetzt hast du eben gesagt, schau, dass du in deiner Mitte bleibst. Was ist denn mit Mitte genau gemeint? Also meint das so? In dem Bild deines Sterns bleiben, dieses Kernfähigkeiten, nicht die sehr die Extreme oder meint in meiner Mitte, da wo ich mich wohlfühle, wo ich mich emotional zentriert finde, was ist für dich die Bedeutung von in deiner Mitte?
Kristina Sacken: Da, wo deine ganzen Fäden zusammenlaufen. Jetzt nimm den Joel, der wahnsinnig gerne vernetzt ist, anderen zuguckt, wie sie was machen, der auf der anderen Seite auch selbst gerne was macht. Das ist ja ein Spannungsfeld. Ja, so und du könntest jetzt ja fragen, was von beiden soll ich machen? Das oder das? Und dann die Antwort ist, mache was, wo beides leuchten kann. Ja, also nimm den Platz in der Mitte ein. Und das haben wir ja ganz häufig in unserem Leben, dass wir Bedürfnisse in uns spüren oder Ideen für uns entwickeln, die scheinbar komplett in die gegengesetzte Richtung laufen. Und dass du dann eben dir halt überlegst, okay, wenn ich jetzt die Mitte davon wähle, wo wäre die denn? Wo ich dieses Beides im Blick habe. von beidem was machen kann und wie fühlt sich die Mitte an. Und das ist eben auch, glaube ich, so ein reifer Prozess, der einem dann ganz viel erleichtert im Leben, wenn man nicht mehr immer von den Extremen, von einem Extrem ins andere kommt. Ein Beispiel, ich hatte neulich eine Klientin, die hat irgendwie die sechste Berufsausbildung gemacht und immer bei allem, was sie gemacht hat, die war Sportlerin erst und dann im Sportmarketing und dann im nächsten und bei allem, was sie gemacht hat, war sie immer super gut. Aber dann war es abrupt zu Ende und dann... kam das Nächste und sie fragte mich eben auch so, ja, ich habe immer noch nicht gefunden, was ich in meinem Leben machen soll und da auch, setz dich in die Mitte, bring die ganzen Fäden zusammen und sieh mal, wer da scheint, wer da in die Kraft kommt, wo du das alles in den Händen hältst und das ist ja bei uns allen in den Biografien so, dass wir so viele Talente haben, dass wir auch viele Dinge geübt haben, professionalisiert haben, können einfach und dass es dann meistens darum geht, Einen Punkt zu finden, sich so zu platzieren und es ist privat wie beruflich so, wo alles in den Zacken da sein kann, aber wo du weißt, wo die Mitte ist, wo deine Basis ist.
Joel Kaczmarek: Ich kann es mir irgendwie ganz gut vorstellen, ich habe einen Freund, der hat schon, ich weiß gar nicht, vier, fünf, sechs Firmen oder sowas gegründet. Dann war er mit der letzten gescheitert, war gerade so, ach, jetzt nehme ich mir eigentlich mal Raum. Dann hat er so Revue passieren lassen, was habe ich eigentlich immer an meinen Firmen, an meinen Gründen gemocht. Dann hat er gesagt, das Ping-Pong spielen im Büro an der Tischtennisplatte. Und jetzt hat er ein Ping-Pong-Startup gegründet und freut sich. Also wenn ich den so angucke, habe ich das Gefühl, der hat so, you know, it's a lifetime für ihn gerade. So die Freude seines Lebens. Von daher kann ich das echt gut nachvollziehen. Und wenn wir mal so auf deine Biografie gucken, wie war das bei dir? Warst du jemand, der immer so in seiner Mitte war? Oder warst du oft so in den Extremen und bist da wieder zurückgegangen?
Kristina Sacken: In den totalen Extremen. Deshalb ist es ja auch mein Tipp an mein 20-jähriges Ich. So, hey, lebe deine Extreme, aber finde dann zur Mitte zurück. Und zwar bevor du halt in deinen Extremen explodierst. und das gab es auch so, also meine Biografie ist schon so, dass ich immer wieder einfach dann auch da gar nicht weiterkam, weil ich die Balance verloren habe jetzt, also auch mich total übernommen habe mit Projekten und keine Luft mehr gekriegt habe, das merkt man ja dann auch so, wenn einem die Luft ausgeht, wenn der Tag nicht mehr lang genug ist und du dann anfängst am Schlaf zu sparen, einfach um deine Sachen alle irgendwie hinzubekommen und das sind so Zeichen dafür, dass man wirklich komplett aus der Mitte gekommen ist und halt falsch steht, ja, nicht mehr all seinen Bedürfnissen gerecht wird und dann verbrennt man sich selbst. Also das ist mir schon mehr als einmal passiert.
Joel Kaczmarek: Und wenn ich jetzt mal über deinen zweiten Punkt nachdenke, also ich glaube, du und ich sind da wahrscheinlich, also wir sind in so einem Experimentiermodus beide. Ich denke jetzt gerade noch darüber nach, für all die Menschen, die uns zuhören, die sage ich mal, Ich will gar nicht sagen, in so Strukturen gefangen sind, aber wenn wir uns mal unsere Gesellschaft angucken, ist es ja so, dass wir oftmals ja so Fachexpertentum irgendwie belohnen. Also es ist oftmals so, du wirst so in eine Kategorie gesteckt, du hast eine Sache gelernt und das eine kannst du richtig gut und dann wird dir auch mal so einge... Trichtert richtig so das, das, das und da richtig Experte sein und nichts nebenbei. So hokus pokus keep the focus, sage ich immer. Was gibst du solchen Menschen mit an die Hand, die aber sagen, ja, na klar bin ich gelernte Mikrobiologin, aber ich kann auch wunderbar Gitarre spielen und habe irgendwie Lust, mir da sozusagen einen Mix draus zu machen. Oder ich bin Gamer oder egal, was es ist. Also was kannst du Menschen so an die Hand geben, wenn die sagen, alles klar, Zacken und Zentrum und das wir jetzt zusammenbringen. Und ich bin aber nicht der Fachidiot, zu dem ihr mich alle hier machen wollt.
Kristina Sacken: Also. Erst mal, es gibt Menschen, die Fachidioten sind, so wie du es gerade gesagt hast, aber die da ihre Passion leben und da total happy sind. Also das heißt, die sind da in ihrer Mitte. Vielleicht merken sie es nicht mal, aber es ist ihre Mitte, sie lieben es. Und dann gibt es Menschen, die zu mir kommen und die sagen, ich bin total unglücklich in meinem Job und ich bin mir sicher, das muss alles ganz anders sein. Und nach einem Gespräch dann mit mir merken die, nee. Es ist eigentlich genau das Richtige für mich, wo ich gerade bin. Ich muss nur ein paar Sachen ändern, die mich hier ganz viel Kraft kosten. Also weil den Job liebe ich und auch die Sinnhaftigkeit dessen, was ich mache. Aber ich muss lernen, Nein zu sagen und darf mich nicht immer so hergeben und Überstunden machen beispielsweise. Oder ich muss gucken, dass in dem Job, in dem ich habe, dass ich dafür sorge, dass es ein harmonisches Umfeld um mich herum gibt. Denn wenn ich ein Umfeld habe, wo ständig... Zoff ist, dann macht mir mein Job nicht mehr Spaß. Also das erlebe ich ehrlich gesagt häufiger und auch dann noch weiter, wenn Menschen aus ihrem Job rausgegangen sind, den sie vielleicht 10, 15 Jahre gemacht haben, da ist ganz häufig so, dass wir im Gespräch dann doch wieder auf die Kompetenzen zurückkommen, wo sie 10, 15 Jahre waren und wo sie merken so, hey, eigentlich war ich da schon richtig. Also das hat mir schon Spaß gemacht. Ich habe eben nicht gut für mich gesorgt in der Zeit. Und wenn man dann aber echt in sich rein spürt und sich nochmal die Chance gibt, darüber nachzufühlen und auch vielleicht ganz flexibel daran zu gehen, dann merkt man, dass Elemente dessen, mit was man sich so tief beschäftigt hat, immer noch die gleiche Anziehung auf einen haben, einen immer noch genauso fröhlich machen, einem Kraft geben und einen lebendig werden lassen.
Joel Kaczmarek: Ich habe ja so den Glauben, dass man sich als Seele irgendwie was aussucht, was man lernen möchte und dass man dann auch wieder zurückgeht in diese, du nennst es jetzt geistige Welt. und dann vielleicht mal wieder den nächsten Sprung wagt und sich wieder was Neues vornimmt. Also ich stelle es mir immer ein bisschen vor, so ein Buffet, wo ich sage, heute dieses Mal, dieses Leben habe ich auf Lust auf das. Und bei dem, was du gerade so beschrieben hast, habe ich mich so gefragt, würdest du sagen, die Menschen haben so eine Art innere Wünschelrute, dass sie so wirklich die Themen finden, die sie sich vorgenommen haben und die auch richtig sind für sie? Oder ist es vielmehr so, dass wir uns einfach durchs Leben bewegen und die Themen, die uns aus irgendeinem Grund entdecken, werden dann zu unseren?
Kristina Sacken: Ja, es ist beides, ja. Du bist natürlich dafür verantwortlich, dass du dein Gehirn trainierst, dass du bereit bist, dass du Wissen hast, dass dein Körper fit ist, dass du die Basis dafür hast, dann Erfahrungen zu machen. Weil das kann deine Seele nicht. Deine Seele sitzt halt drin und gibt dir so Ratschläge rechts, links oder jetzt wollen wir das. Also du kannst halt so spüren, was interessiert mich. Aber auf welche Weise du das umsetzt, nehmen wir eine Bergbesteigung. Du merkst halt so, ich will auf so einen Gipfel. Das möchte ich. Wenn jetzt aber der Joel davor irgendwie 20 Jahre keinen Sport gemacht hat, dann wird das ein kleiner Gipfel. Oder? Wird halt der Lift. Keine Ahnung. Aber es ist dann halt schwierig, sozusagen das, was die Seele dir anzeigt, auf die Art und Weise zu erleben, wie dein Verstand vielleicht denkt, dass es umgesetzt werden muss, weil die Vorbereitung dafür fehlt. Das heißt, ich würde schon sagen, da kommen zwei Sachen zusammen. Auf der einen Seite eben dieses Bereitsein, so wirklich... Bildung zu haben, Werkzeuge zu haben, fit zu sein, damit man eben reagieren kann. Und auf der anderen Seite sucht die Seele sich und es ist so, die hat ein festes Programm, wo die wachsen will. Die will ihre Erfahrungen hier auf der Erde machen. Jede Seele. Und das heißt, es reicht meistens nicht einmal. Wir haben so Lebensthemen, die gucken wir uns immer wieder an und nochmal und nochmal und nochmal. Und da kann man auch... manchmal verzweifeln. Der Verstand sagt auch so, ich habe da keinen Bock, jetzt wieder genau das Gleiche, jetzt wiederholt sich das schon wieder, was habe ich falsch gemacht? Und die Seele sagt manchmal gar nichts, ich wollte es einfach noch mal angucken. Ja, ich will es einfach noch mal in einer anderen Nuance erfüllen, ergründen. Also das heißt, die lenkt dich immer wieder dahin, genau die gleiche Erfahrung zu machen. Also es ist ja immer ein bisschen anders, eher so spiralförmig, wenn wir Erfahrungen machen, die sich ähneln, dass wir einfach mit immer mehr Wissen immer als größere Expertin oder Experte scheitern. Letztendlich ist die ganze Erfahrung, die wir hier auf der Erde machen, endet mit dem Tod. Das ist für uns alle das Gleiche. Es ist eine tödliche Erfahrung, die wir hier auf der Erde haben. Es geht immer darum, auch scheitern zu erlernen. Und das mit möglichst viel Spaß. Habe ich noch eine Million andere Fragen bei, aber da kommen wir vielleicht später nochmal zu. Jetzt widmen wir uns mal deinem dritten Punkt. Also der dritte Punkt ist lerne, lerne, lerne. Und da bin ich eben auch drauf gekommen, ich habe in den letzten Jahren so viel gelernt wie davor zusammen. Also das kumuliert sich bei mir immer mehr. Also man denkt ja so, hey, ich mache mein Studium und da lerne ich und danach greife ich dann darauf zurück. Ja, das habe ich. Aber tatsächlich habe ich... Vor zwei und drei Jahren hatte ich so zwei Jahre, da wusste ich, was ich in den zwei Jahren gelernt habe, was ich mir da reingezogen habe, auch an neuen Werkzeugen und so. In das ganze Studium habe ich nicht so viel gelernt. Also und dieses Wissen, ja, so hey, dauernd verändert sich alles und du bist darauf angewiesen, wirklich zwei, drei Stunden am Tag dir Dinge anzueignen, was Neues zu lernen, was Neues zu wissen, was du dann wieder zur Verfügung hast, um deine Herzenswünsche in die Realität zu bringen. Und deswegen ist auch immer so, lern wirklich alles, was dich, wenn du eine Frage hast, wie funktioniert das, setz dich hin, lern es. Guck es dir an, hör dir einen Podcast dazu an. Ich liebe YouTube Tutorials, gerade zu technischen Sachen. Was ich da Stunden und Aberstunden irgendwelche Tutorials über Technik und IT und KI mir angucke, das ist der Wahnsinn. Habe ich im Studium nicht so viel gelernt.
Joel Kaczmarek: Naja, vor allem, als du den Punkt so anmoderiert hast, habe ich gerade gedacht. Das Lernen ist ja auch ein völlig anderes, was du jetzt hast, als in der Schule. Ich beobachte das an meinen Kindern oft. Ich sehe die so in die Schule laufen und wiederkommen und wenn sie dann begeistert erzählen, wie toll es heute war und dass gerade eine richtig geile Zeit ist und so, dann denke ich mir, ach schön, weil ich weiß nicht, wie es dir so ging, aber ich habe viele Dinge in der Schule auch mit Angst assoziiert oder mit Druck und mit Stress. Und in der Schule kriegst du ja vorgegeben, was du lernen sollst. In der Oberschule kannst du dann schon so ein bisschen auswählen. Da sagst du dann schon, Physik finde ich ganz geil. Darfst du ein bisschen mehr machen, was du gut findest. Und im Studium fängst du dann an, dann machst du das, worauf du wirklich Bock hast. Und so richtig Next Level ist, wenn du dann im Beruf bist und sagst, geil, ich mag, was ich hier mache, aber jetzt will ich hier noch wissen, wie ich irgendwie mit ChatGPT linksrum, rechtsrum, Lirumlarumlöffelstil was programmiere und nerde mich da jetzt mal ein. So, das heißt, die Lernqualität ist ja eine ganz andere, weil sie mehr so deiner Passion folgt, oder?
Kristina Sacken: Ja, total, auf jeden Fall. Also ich war auch eine katastrophale Schülerin und ich weiß noch, bei der Abi-Feier Da wurden alle, haben Preise bekommen und irgendwann fiel mein Name und meine Eltern waren schon mega stolz, die so, ja okay, wir sind voll gespannt, für was kriegst du einen Preis? Und dann habe ich den Preis für die meisten Fehlzeiten während der Oberstufe bekommen. Also ich kann dir sagen, und zwar auch nicht nur eine Schule, von der ich geflogen bin. Also halt Schulzeit war bei mir wirkliche Katastrophe, kann man sagen, hat mir null Spaß gemacht. Ich habe mich da eigentlich die ganze Zeit gelangweilt und bin damit nicht gut klargekommen. Und Studium fand ich auch eher total anstrengend. Also das war jetzt keinmal so, dass ich im Studium dachte so, wow, da darf ich jetzt auf die Prüfung lernen und dann habe ich da meinen Schein. Sondern es war echt immer so, ja. Also da hatte ich keinen Spaß. Ich glaube, das Schulsystem trifft eben viele, denen das keinen Spaß macht. Also das ist einfach so. Es ist, wie es ist. Du änderst hier nicht das System. Mach das Beste draus. Mach dein Abi, ja, mach dein Studium und wenn du feststellst, es macht dir keinen Spaß, lass dir gesagt sein, das macht keinen Spaß. Ja, das liegt nicht an dir, es liegt nicht an dir, ja, aber an dir liegt es, ob du dich jetzt zusammenreißt und es einfach machst.
Joel Kaczmarek: Ja, ich überlege gerade so, manche hätten ja jetzt vielleicht gesagt, wenn es dir keinen Spaß macht, wechsel das Fach. Also, was war es denn bei dir,
Kristina Sacken: dass du mit der Schule solche Probleme hattest, dass du sogar von Schulen runtergeflogen bist? Das ist ja schon, du brauchst ja schon ein bisschen was. Da braucht es eigentlich nicht viel. Du gehst halt einfach nicht hin und dann gibt es irgendwann riesen Ärger. Oh Gott. Warum bist du nicht hingegangen? Was hat dich so daran gestört? Also es war mir einfach langweilig. Ich hatte andere Sachen zu tun. Ich bin da schon wahnsinnig gerne immer ausgegangen und habe dann in einer Bar gearbeitet und so. Das fand ich einfach alles viel spannender, als da morgens in der Schule rumzuhängen. Wie ging es deinen Eltern damit? Schlecht. Also neben meinem Vater. Mein Vater hat immer gelächelt und meinte so, ja, das kriegst du schon irgendwie hin. Aber meine Mama, die hatte da schon sehr große Ängste auch tatsächlich. Also, dass aus mir nichts wird. Hast du Geschwister? Ja, ein Bruder. Älter? Jünger. Okay, also du warst auch noch die Älteste. War er dann das Kontrastprogramm zu dir? Ja, kann man so sagen. Der war zumindest schulisch echt das Kontrastprogramm, ja. Und gab es dann irgendwann so einen Breaking Point in deiner Vita? Also wo du dann gesagt hast,
Joel Kaczmarek: wo deine Mutter dann gemerkt hat, oh, aus dem Mädel wird doch was. Ich kann hier irgendwie den Blutpuls wieder runterfahren.
Kristina Sacken: Ja, die ist total stolz auf mich. Mega, ja. Also, aber jetzt ist ja mein Berufsleben auch nicht, sag ich mal, Also es ist ein Orchideen-Lebenslauf und das, was ich mache, ist ja total innovativ von dem, was ich mache. Das heißt, das musst du ja dann auch dir überlegen, an was misst du Erfolg, an was guckt man sich da an. Mein Umfeld kann total schätzen, was ich mache und ist da auch total stolz drauf. Das ist auch wichtig, glaube ich, dass man so von der Familie gesehen werden kann. Also mir war das wichtig, das hat mir schon nochmal sehr viel Kraft gegeben und es tut mir dann... Auch manchmal ist es nicht leid, wenn ich merke, dass manche Menschen eben nicht den Rückhalt haben, weil das ist ja was, was auch so in uns drin steckt. Wir wollen ja unsere Eltern stolz machen und das gelingt natürlich nicht mit jedem Job oder mit jedem Lebensentwurf. Und bei mir hat es wirklich sehr, sehr lange gedauert. Also ich war lange nicht der Stolz meiner Familie.
Joel Kaczmarek: Wie ging es dir damit?
Kristina Sacken: Ich habe halt alles immer heimlich gemacht.
Joel Kaczmarek: Und was ist ein Orchideen-Lebenslauf?
Kristina Sacken: Hast du noch nie gehört, dass wenn du halt nicht so eine klassische Karriere ablieferst.
Joel Kaczmarek: Okay, wenn es quer auch mal wächst und nicht nach oben so ungefähr stehe.
Kristina Sacken: Aber hast du interessante Fragen gerade aufgemacht? Woran bemisst du den Erfolg für deinen Lebensentwurf? Ja, bei mir natürlich schon ganz stark, wie ich leuchte und ob ich neue Dinge lerne, wie ich mich in den Beziehungen fühle, die ich beruflich habe, ob es mir da gut geht. Aber natürlich auch sehr unternehmerisch. Also welche Umsätze fahre ich? Was für ein Gewinn bleibt da übrig? Wie ist die Perspektive? Habe ich genug Rücklagen für mich gebildet? Bin ich finanziell frei? Das war ganz lange mein Thema, in eine finanzielle Freiheit zu kommen. Und da kann man ja schon auch das einfach dann abhaken, dass du halt so weißt, okay, es gibt bestimmte Schritte, um in eine finanzielle Freiheit zu kommen. Und es ist dann schon ein Erfolg, wenn du die erreichst. Jetzt vielleicht noch eine Frage zu deinem Punkt, den du gerade gesagt hast, lerne, lerne, lerne. Was würdest du sagen,
Joel Kaczmarek: wie lernt man denn richtig gut? Wie lernst denn du? Also ich habe jetzt schon gelernt YouTube Tutorials, alright. Ausprobieren schätze ich mal, alright. Aber was noch?
Kristina Sacken: Gehe den Fragen nach. Also das erlebe ich häufig mit Klienten oder auch mit Schülerinnen, die sagen, ja, das kann ich nicht, also wenn die eine Aufgabe haben. Und dann sage ich so, ja, noch nicht. Also aber der Anspruch sollte doch da sein, dass du halt sagst, okay, das ist jetzt eine Kernkompetenz, die zu meinem Job kommt. gehört oder eine Kernkompetenz, die zu mir als Mutter gehört. Das heißt, da wirst du nicht drum rum kommen, also beschäftige dich damit. Und das ist ja auch häufig so, dass wir mit Menschen reden und du weißt halt eigentlich, das müsstest du selber können. Das müsstest du schon selber wissen, wie das geht. Und dann da so, ja, einfach manchmal auch so ein Bieterwille ist oder schlechte Lernerfahrung, schlechtes Selbstbewusstsein, dass man denkt, das traue ich mir gar nicht zu. Ja, auch, das werde ich nie lernen. Und das kommt eben auch mit dem Lernen, dass man eben über sich selbst begreift, dass das grenzenlos ist, was wir alles verstehen können. Das ist natürlich oft Disziplin erfordert und dass wir uns dafür Zeit geben, dass wir gute Rituale haben, damit wir diese Lernpraxis mit einbringen können in unserem Alltag. Aber wenn das dann sitzt, dann gibt es keine Grenzen. Es gibt nichts, was du nicht verstehen oder lernen kannst.
Joel Kaczmarek: Mich verfolgt in letzter Zeit dieses Zitat von Albert Einstein, wo er gesagt haben soll, jeder Mensch ist ein Genie, aber wenn du einen Fisch danach bewertest, ob er einen Baum raufklettern kann, dann wird er sich sein Leben lang dumm fühlen. Und ich könnte mir vorstellen, was du gerade mit den schlechten Lernerfahrungen geschildert hast,
Kristina Sacken: das geht ganz vielen Menschen so, weil die vielleicht auch in irgendwelche Systeme gepresst werden, die einfach gar nicht ihre sind. Ja, total, total. Also klar, die müssen Sachen lernen, das kennst du ja, kenne ich auch in der Schule und im Studium,
Joel Kaczmarek: die einfach überhaupt nicht... An Fragen andocken, die wir für wichtig halten, für relevant. Und dann ist es echt ein Zwang.
Kristina Sacken: Aber manchmal hilft es auch, sich dann wo durchzubeißen und danach kommt wieder Licht. Also es muss nicht alles sofort Sinn machen. Das habe ich halt gelernt für mich. Ja, manchmal muss man einfach an der Sache dranbleiben, sich durchbeißen, lernen, lernen, lernen und irgendwann... Geht dann der Knoten auf und dann versteht man es wieder. Also Disziplin gehört zum Lernen schon auch dazu. Also egal, wie du es drehst oder wendest. Also kann ich in meinem Leben echt sagen, so mir sind die Sachen oft nicht zugeflogen. Die waren hart, hart verdient und hart gelernt. Na gut, Knoten öffnen, guter Punkt. Machen wir mal einen vierten Knoten bei dir auf. Was ist das? Vierter Punkt. Das Leben meint es gut mit dir, auch wenn du es nicht sofort siehst. Gerade wenn Dinge anders laufen, als wir es vielleicht erwartet hätten und unsere Erwartungen enttäuscht werden, dann gehen wir ja in die Blickrichtung, dass wir sagen, oh Mann, das funktioniert bei mir nicht, bei allen anderen funktioniert es aber bei mir wieder nicht und ich bin die Arme. Und ich habe es eh viel schwerer als alle anderen und wir fangen an, uns selbst zu bemitleiden. Also kenne ich auch, kennt ja wahrscheinlich jeder, dass man sich erstmal bemitleidet. Ist auch vollkommen okay, dann bemitleidet man sich und macht ein bisschen Selbstfürsorge, geht da halt so durch, durch seinen Schmerz. Es ist ja auch mal gut, sich da drin zu suhlen. Ich will es gar niemandem wegnehmen, mir auch nicht. Ich habe das auch schon oft genug gehabt, dass ich dann halt so vor Wut heule, weil es halt nicht geklappt hat, so wie ich es jetzt wollte in dem Moment. Und dann kommt aber... Schon so was anderes in mir, nämlich, dass ich die Perspektive wieder aufmache, dass ich sage, okay, was hast du jetzt hier gelernt dabei? Wie könnte es noch gehen? Welche Lösungen gehen auch noch? Ist das Ziel noch das Richtige? Spürst du das noch? Willst du das haben? Soll es dahin gehen? Wenn ja, was kann der alternative Weg dahin sein? Und dann entsteht wieder eine neue Kraft und dann kommt dieses, okay, dann versuche ich es eben nochmal. Und ganz viele Sachen in meinem Leben, und ich glaube, da geht es ganz vielen so, sind eigentlich ein immer besseres Scheitern. Ja, also wir probieren es eben nochmal und dann geht es wieder ein bisschen weiter und dann wieder blubb, ja, wieder rausgefallen. Und dann wieder so, okay, wie ich Arme tropfe und nie klappt was bei mir und da muss man sich wieder sammeln. Und dann so, will ich immer noch da hoch? Ja, ich will immer noch da hoch. Ja, okay, dann probiere es nochmal neu. Was sagst du Menschen? die sozusagen diesen Schritt nicht gehen, die in diesem Selbstmitleid hängen bleiben und allen anderen Leuten die Schuld daran geben und nicht so in diese Verantwortung kommen.
Joel Kaczmarek: Ja,
Kristina Sacken: da geht es dann schon ganz viel darum, eben Selbstverantwortung zu trainieren und eben auch diesen Punkt in sich zu finden, wo man sich selber tragen kann. Wo man so sagt, okay, ich übernehme jetzt mal Schritt für Schritt die Verantwortung für mich und für das, was in meinem Leben passiert. und es ist ja auch ein Prozess. Also gerade wenn du ein Mensch bist, der die Verantwortung gerne auf andere abschiebt und sich halt als Opfer fühlt, ich mache es in Anführungsstrichen, das haben wir alle jeden Tag immer wieder. Also das ist jetzt auch keine Kategorisierung oder so, ist bei mir auch noch so, dass ich immer mal wieder das Gefühl habe, ich bin Opfer. Aber um es dann zu bemerken, um zu bemerken, hey, ich werde jetzt hier gerade der Horst wieder, ich mache mich selber kleiner als ich bin, so okay, was ist genau passiert? Nachdem ich dann geheult habe und meine Frustration irgendwie erlebt habe, dann so, okay, gut, was soll hier jetzt passieren? Wo ist mein Ziel? Wo kann ich Verantwortung übernehmen? Was hat das die ganze Sache mit mir zu tun und wo kann ich es optimieren? Aber das ist natürlich schon so ein Punkt, wo wir davor in die Selbstverantwortung gehen und das ist schmerzhaft für alle. Wenn du dir halt bewusst machst, okay, jetzt gehe ich mal davon aus, dass alles, was in meinem Leben passiert, wegen mir so passiert. Und gerade wenn Sachen passieren, die vielleicht einen körperlich eingeschränkt haben oder Todesfälle passieren im Leben, wo man echt so sagt, ja, was hat es denn mit mir zu tun? Es kann doch gar nicht sein. Und also so große Sachen. Es geht auch nicht darum, dass du die ganze Verantwortung oder Schuld zu dir nimmst. Überhaupt nicht. Es geht um den Perspektivwechsel, dass du sich halt so fragst, okay, und wenn es was mit mir zu tun hätte, was wäre es denn dann? Und wenn es so wäre, was könnte ich denn dann verändern? Also so spielerischer da reinzugehen und natürlich ist nicht alles deine Schuld. Aber solange du die Verantwortung nicht zu dir nimmst, kannst du die Sachen halt auch nicht kreieren und verändern.
Joel Kaczmarek: Ja, ich hatte vor kurzem ein Gespräch mit jemandem, da haben wir über eine gemeinsame Bekannte geredet, die Brustkrebs hatte. Dann habe ich so gesagt, ich sage so, du, es ist interessant, was die macht, weil ich habe überlegt, ob ich mit dir ein paar Dinge zusammen tue. Und dann meinte ich so, ich glaube schon so ein Stück weit daran. Das mag jetzt jeder Schulmediziner irgendwie oder viele vielleicht als Blödsinn abtun, aber ich glaube schon, dass wenn man so eine schlimmen Krankheiten hat wie Krebs, dass das irgendwie was auch mit einem selbst zu tun hat, also dass irgendwas auch vielleicht emotional manchmal im Balance ist. Ich sage nicht, jeder Mensch, der Krebs hat, hat eine Macke oder so, ja, und ich sage auch nicht, wenn ich ein emotional schwieriges Thema kriege, kriege ich automatisch Krebs, beides nicht. Aber ich denke immer so, dass so eine Krankheit auch, glaube ich, eine Chance ist, mal hinzugucken, was im eigenen Leben los ist.
Kristina Sacken: Total, aber es nervt halt trotzdem. Also ich sehe es genauso und gerade auch bei mir, wenn ich dann wieder was habe, ja, es nervt halt. Es ist einfach, dir wird angezeigt, hey, so geht es nicht weiter, dein Körper macht da nicht mit. So überleg dir was Neues. Also es ist immer eine Chance zu wachsen, eine Chance daraus zu lernen. Und das ist, kommen wir wieder zu dem Punkt, so geh davon aus, dass das Leben es gut mit dir meint. Ja, solange du noch atmest und in deinem Körper steckst, geh davon aus, dass du es jetzt weitermachen sollst. Geh davon aus, dass es eine Chance ist, was zu begreifen, was du davor noch nicht wusstest. und mache dich auf die Suche danach, was könnte ich jetzt hier begreifen, was einfach mich jetzt weiterbringen kann. Und ich denke halt so, wie alt bist du denn?
Joel Kaczmarek: 41.
Kristina Sacken: 41. Also ist ja auch so, wenn du 40 bist oder jetzt dann bald 50 wie ich, da ist doch eigentlich in jeder Biografie schon mal was richtig schiefgelaufen. Also wenn die Leute, die du jetzt näher kennst, da gibt es bei allen richtige Bauchlandungen, Bauchflatsche. Das hat jeder. Die eine hat Brustkrebs, der andere hat seine Sportkarriere beenden müssen wegen irgendwelchen Verletzungen, wie der andere, da ist der Lebenstraum geplatzt, dann gibt es Widerscheidungen. Also ich meine, hat ja jeder irgendwie schon so Sachen in seinem Leben erlebt, die für ihn in dem Moment einfach total schlimm waren. Also so wirklich Katastrophe. Das gehört zu unserem Leben dazu. Also man muss doch echt so sagen, es geht nicht darum, Katastrophen zu verhindern. sondern zu lernen, wie du damit umgehst, weil wenn du dich umguckst bei deinem Leben, die du begleitest, ich mich bei meinem, muss ich sagen, also Katastrophen passieren anscheinend überall. Bei denen, die super vorsichtig sind und die versuchen, alles richtig zu machen und genauso bei denen, die so irgendwie durchs Leben jonglieren. Alle erleben ihre Katastrophen und müssen dann daran wachsen und damit klarkommen. Schuld? Nein, keine Schuld. Leben. Leben auf einem Abenteuerplaneten, wo einfach Dinge immer wieder richtig schief gehen. Spannend. Das Leben meint es gut mit dir, auch wenn du es nicht sofort siehst. Einer fehlt noch. Ja, finde deine Spiritualität, denn sie ist dein größtes Kapital. Du setzt also voraus, dass jeder eine hat?
Joel Kaczmarek: Ja, natürlich. Wir sind ja alle Seelen, die hier auf der Erde eine menschliche Erfahrung machen. Das eint uns.
Kristina Sacken: Bei mir war es jetzt so, dass meine Spiritualität eigentlich schon immer für mich fühlbar war. Also schon als kleines Kind. Ich habe mich so begleitet gefühlt und ich hatte immer das Gefühl, da gibt es außer meinem Verstand noch was anderes in mir. Also da war ich so ganz sicher damit, dass es Verstand und Herz gibt und dass die völlig getrennt voneinander auch das Leben erleben können und mich glücklich oder unglücklich machen können. Und dann hat es aber relative Einschläge gebraucht, also halt Bauchlandungen, damit ich diese richtigen Fragen gestellt habe, um mich dann mehr meiner Spiritualität anzunähern. Also das war sozusagen ein Leidensweg. Ich bin nicht freiwillig gegangen, sondern einfach, hatte ich ja schon gesagt, als ich im Studium war, ist mein Onkel gestorben, mein damaliger Freund, mein Vater. Und da habe ich so gemerkt, da komme ich mit dem Verstand nicht weiter. bin ich so traurig gewesen, so tief traurig in mir. Und ich habe gemerkt, mit dieser Traurigkeit, die ist so schwer, dass ich gar nicht mehr normal funktionieren kann. Die blockiert mich. Also ich kann nicht weitergehen, ohne mir das anzugucken. Und dann habe ich natürlich gesucht. Okay, was bedeutet das denn eigentlich? Leben und sterben, wohin kommen wir? Wie geht es danach weiter? Wie ist das für mich? Wer bin ich denn überhaupt? Und was soll dieses ganze Leben? Also diese ganzen Fragen mir beantwortet. Nicht freiwillig, sondern weil es nicht anders ging. Weil ich da auch sozusagen für mich Verantwortung übernommen habe, für einen Teil in mir, der traurig war. Und ich dachte mir, ich muss mich irgendwie, mein Herz wieder glücklich kriegen. Und dafür muss ich wissen, was hier los ist und muss damit Frieden finden können und mich damit beschäftigen. Und dann war es halt auch wieder lernen, lernen, lernen und probieren und rausfinden, was da ist. Also diese... eigene Spiritualität entdecken, seine eigene Seele entdecken, sein Herz entdecken. Ja, so wer bin ich denn so ganz tief in mir drin? Wie spürt sich das für mich an, wenn ich mich lebendig fühle, wenn ich hier gerne bin? Und warum bin ich eigentlich hierher gekommen? Ja, was habe ich denn vor? Was will ich denn hier eigentlich überhaupt? Das sind so Sachen, die total wichtig sind. Und da hätte ich meinem 20-jährigen Ich auch gesagt, so hey, jede Frage, die dir da in den Sinn kommt, nimm dir Zeit. Beantworte die, ja, such dir Menschen, die dir da helfen können, dich zu ergründen, die dir Rituale beibringen, Praktiken beibringen, um dem näher zu kommen, denn das ist dein größter Schatz. Und jetzt auch praktisch in der Mitte meines Lebens, muss ich auch so sagen, das ist eigentlich das, was immer größer wird und immer wichtiger wird für die Lebensqualität und für das auch, wo ich so sage, weißt du, du kannst ja alles sein, alles arbeiten und alles machen, aber das zu fühlen, da bei sich zu sein. Und wirklich zu sagen, ich lebe aus dem Vollen, aus mir heraus und ich mache meine Erfahrungen. Natürlich scheitere ich und natürlich mache ich auch meinen Bock Mist, aber ich bin wenigstens ganz nah an mir dran.
Joel Kaczmarek: Vielleicht kannst du ja auch mal ein bisschen beschreiben,
Kristina Sacken: was Spiritualität für dich ist. Weil ich glaube, viele Menschen, die zuhören, hätten gesagt, Spiritualität, ja, ich bin Katholikin. Ich bin, glaube ich, groß geworden. Ich bin doch spirituell. Viele setzen so Spiritualität und Glaube oder Religion gleich und ich glaube, es ist halt viel mehr. Was ist denn für dich alles? Für mich ist es, dass ich eben akzeptiere, dass ich nicht nur mein Verstand bin, sondern ich habe meinen Verstand, den kann ich füttern und er kann aus seinen Erfahrungen, die wir gemeinsam gemacht haben in diesem Leben, kann er mir unglaubliche Tipps zusammenfassen, was da schon gespeichert ist. Aber der ist zum Beispiel sehr begrenzt mit nach vorne denken, kann er immer nur auf das zurückgreifen, mit was ich ihn gefüttert habe. Ganz tolles Werkzeug und der Verstand ist hauptsächlich dafür da, dafür zu sorgen, dass ich mich nicht umbringe, aus Versehen. So halt, um mich auf Gefahren aufmerksam zu machen, weil er das ja alles weiß. Also wie überlebt man hier auf dieser Erde? Dafür ist der Verstand super wichtig. Und dann gibt es da das Herz und das Herz ist super wichtig dafür, dass du spürst, was ist denn hier eigentlich mein Job? Was ist hier mein Sinn? Warum bin ich denn jetzt? hierher gekommen als Seele in diese Beklemmung von Körper auf diesen Dumbo-Planeten Erde, wo Tod und Gewalt und wirklich alles mögliche Schlimme passiert. Warum bin ich hierher gekommen? Warum möchte ich diese Erfahrung machen? Und dann dort Techniken zu haben, das zu ergründen, da Antworten zu bekommen. Denn was ja auch ist, das Herz und der Verstand, die sind ja miteinander verbunden. Aber tatsächlich kriegt dein Verstand Mehr Impulse, also jetzt wissenschaftlich, vom Herz als andersrum. Das heißt, dein Herz macht die ganze Zeit Impulse an deinen Verstand und will deinem Verstand eigentlich sagen, so mach mal da, mach mal das, mach mal das. Nur bei den meisten und auch bei mir mit 20 habe ich das Herz eigentlich gelernt, auch durch die Schule zum Beispiel, das Herz still zu machen, das nicht mehr zu hören. Dann auch seiner eigenen Wahrnehmung nicht zu vertrauen, sozusagen so, ah nee, das ist... ist genau das, was ich jetzt nicht brauche. Das ist genau das, was immer zu Ärger führt, wenn ich dem nachgehe. Also das heißt, eigentlich haben wir das alle. Wir haben alle das Herz, das die ganze Zeit sendet und was gibt. Aber viele von uns verlernen leider schon in der Kindheit, Jugend und dann später darauf zu hören, weil sie damit scheinbar schlechte Erfahrungen gemacht haben. Und dann geht es eben darum, in der Spiritualität da wieder hinzukommen und dir zu sagen, okay, die größte Intelligenz, die ich habe, Wie sage ich mein Herz, meine Seele? Ja, da ist das Wichtigste für mich drin. Und wie schaffe ich das, da dran zu kommen? Der dritte Punkt, ja, wir haben ja Verstand, Herz und Körper. Und das siehst du ja auch bei ganz vielen, die kommunizieren nicht mit ihrem Körper. Also die spüren sich nicht. Und dieser Dreiklang, das ist für mich Spiritualität, dass man eben wirklich weiß, okay, was denke ich über eine Situation? Wie fühlt sich das an für mich, in dieser Situation zu sein? Und was? sagt mein Körper, wie gefällt es ihm da, ist er damit zufrieden. Das ist Spiritualität.
Joel Kaczmarek: Das ist ja eine voll coole Definition von Spiritualität. Gefällt mir. Aber ich würde aber auch sagen, gefühlte 90% der Menschen kriegen das doch abtrainiert. Also Verstand wird honoriert, Gefühl nicht. Oder vielleicht sogar abgewertet. Und ich meine, das ist ja eine schöne Brücke, dass wir mal jetzt auf dem fünften Punkt das einlösen, was ich auch so am Anfang versprochen habe den Leuten, dass wir mal dich und deinen Beruf da noch mal kennenlernen. Wie war denn so dein Pfad dahin zurück? Also wie ist es dir denn gelungen, diesen Dreiklang wiederherzustellen?
Kristina Sacken: Gelungen ist es mir tatsächlich über eine Praxis. Also in dem das Erste, was ich gemacht habe, ist meine Wahrnehmung zu trainieren. Also was denke ich über eine Situation, über mich, über Menschen? Was sind die ganzen Gedanken, die mir da durch den Kopf kommen? Und dann ganz bewusst die Gedanken wegzutun. Und dann ganz bewusst mich zu fragen, okay, und was fühle ich dazu? Und auch mich selbst zu fragen, was kommt da aus mir raus? Also welche Impulse bekomme ich, wenn ich an den Joel denke? Geht da mein Herz auf? Macht es sich eng? Werde ich lebendiger? Kriege ich vielleicht Angst? All das wirklich wahrzunehmen. Und dann das Dritte eben auch, sich zu fragen, okay, Wie ist denn mein Körper? Wie verhält sich mein Körper in der Situation? Bin ich entspannt? Kriege ich vielleicht Schnappatmung? Werde ich rot? Will ich wegrennen? All das auch wahrzunehmen. Also diese sich ganzheitlich wahrzunehmen und das ist ja eine Praxis. Ja, da sagt man immer, ja, kriege ich doch mit, kriege ich doch mit, kriege ich doch mit, wenn ich rot werde, kriege ich doch mit, wenn ich wegrennen will. Nee, kriegen wir halt nicht mit, wenn wir uns nicht fragen, weil wir ja eigentlich so dressiert sind und selber dressiert haben. mit dem Strom mitzugehen und nicht so auffällig zu sein. Und wir gestatten uns häufig nicht mal die Frage, wie fühlt es sich an, sondern nur, macht es Sinn oder macht es keinen Sinn, bringt mich das jetzt weiter? Und nicht so, ja, wie fühlt es sich denn an? Und auch, welche Impulse kriege ich denn von meinem Körper hier an der Stelle? Weil wir die meisten von uns körperlich ja sehr im Griff haben. Das lernen wir ja mit als erstes in der Schule. Und die Praxis sah dann bei mir so aus, dass ich erst so alle zwei Wochen bei einer Lehrerin, bei meiner ersten Lehrerin das so trainiert habe, die hat mich darauf aufmerksam gemacht, hat gesagt, du trainier mal deine Achtsamkeit, Achtsamkeitstraining. Und heute ist es so, dass von 7.45 Uhr bis 8.30 Uhr jeden Morgen habe ich eine spirituelle Praxis, die sich mit nichts anderem beschäftigt. Also das heißt, ich trainiere das die ganze Zeit weiter. Du bist da nie damit zu Ende. Könnte man jetzt so denken, hey, die ist Medium, die leitet eine Akademie, also die müsste doch über diese Anfängersachen hinweg sein. Nein. So wie ein Sänger, der singt auch Tonleitern und bestimmt sein ganzes Leben. Das hört doch nicht auf. Und natürlich habe ich die Praxis ausgebaut. Da kommen noch andere Dinge dazu. Aber es ist schon diese Achtsamkeit auf dich zu haben und dich wahrzunehmen als
Joel Kaczmarek: Seele, die eben Verstand hat, die einen Körper hat und die auch die Seele wahrnehmen kann und dass du dem gerecht wirst,
Kristina Sacken: indem du eine Praxis hast, wo du immer wieder. dahingehend dich befragst, was jetzt eigentlich wie empfunden wird. Also ich könnte mir vorstellen,
Joel Kaczmarek: dass es den einen oder die andere gibt, die sagt, okay, warte mal, was ist jetzt der Unterschied zwischen, was fühle ich und wie fühlt sich mein Körper? Aber es sind ja, glaube ich, schon so leicht zwei. Also bei der dritten Frage meinst du die körperliche Reaktion und bei dem Fühlen meinst du die Emotion sozusagen.
Kristina Sacken: Ja, genau. Zum Beispiel kannst du traurig sein und dein Körper wird dabei schwer. Also ist jetzt etwas Banales. Ja, aber... Wir haben es ja häufig in Liebesbeziehungen. Da geht es immer wahnsinnig auseinander. Das finde ich ganz spannend. Also Liebesbeziehung, stell dir vor, du lernst eine Frau kennen und du merkst, dein Körper springt voll auf die an. Also halt mega attraktiv. Die ist eine Fackel und du merkst, du bist hinter der her. Merkt man ja, Frauen ja auch. Dein Verstand sagt, hey, lass es, lass es. die ist Ärger, die ist Ärger. So als auf keinen Fall versteck, versteck, dass du auf die stehst. Also auf gar keinen Fall darf das irgendwie rauskommen. Und dann ist natürlich jetzt spannend, was sagt das Herz dazu? Was sagt deine Seele? Und da dann reinzufragen, so okay, will die Seele diese Erfahrung machen? Also jetzt hier sich zu verstecken? Geht es darum? Also sozusagen diesem körperlichen Impuls nicht nachzugehen? Oder kommt in der Seele vielleicht ganz klar, hey, Mir geht das Herz auf bei der Person, ich fühle mich verbunden, also jetzt mal übertrieben, es ist eine Seelenverwandte von mir, das ist mir egal, was mein Verstand da sagt, die muss es jetzt sein. Hier dann auch nochmal so einen Kompass zu haben, um was geht es denn? Und es kann natürlich da auch sein, dass das Herz sagt, gar nichts, sagt, so ist mir egal, mach was du willst, ist nicht wesentlich für uns. Ja, du stehst auf die und hier auch nochmal, dass du verstehst, der Körper hat eine ganz eigene Intelligenz, der hat nämlich den Auftrag Reproduktion. Und das ist jetzt vor allem bei Frauen auch häufig in Sitzungen so, dass die sagen, ja, aber das muss doch was Großes sein, weil ich stehe so auf den und mein ganzer Körper vibriert, sobald er im Raum ist, wo ich so sage, das ist die Intelligenz deines Körpers. Der ist einfach ein guter Partner, um in die Vervielfältigung zu gehen. Und dein Körper zeigt dir das. Das hat aber noch überhaupt nichts damit zu tun, ob der auf Seelenebene passt und auch gar nichts dazu zu sagen, was dein Verstand sagt. Jetzt ist es aber so, dass der Körper, damit wir weiter als Menschheit auf der Erde sind, halt krasse Maßnahmen ergreifen kann in Form von Hormonen, um uns total zu vernebeln. Also der kann ja alles ausschalten. Also kommt einem bekannt vor. Das heißt, der Körper, wenn der erstmal Lunte geruchelt hat und sagt so, hey, da ist jetzt echt jemand, mit dem ich mich super fortpflanzen kann, dann befeuert der teilweise das ganze System so stark, dass du wirklich nichts mehr mitkriegst, dass du es nicht mehr spürst, was deine Seele sagt und der Verstand hat sich ausgeschaltet. Also daran siehst du, wie komplex das Thema ist.
Joel Kaczmarek: Es ist ein super Beispiel, weil ich gerade im Begriff war, dich zu fragen, wie gelingt es einem, die Signale festzustellen und dann zu interpretieren? Ich ertappe mich zum Beispiel relativ oft so, dass ich in einem Podcast sitze, rede mit jemandem und dann ertappe ich mich irgendwie, dass meine Schultern so hoch waren zu den Ohren. Dann denke ich so, okay, du bist gerade angespannt, nimm die mal runter. Aber ich weiß gar nicht, warum das so ist. Also ist es irgendwie, dass ich Angst habe, etwas Falsches zu sagen? Ist es, dass die Person irgendwie als Gefahr wahrnehme? Es gibt ja sozusagen noch eine Deutung zu der Reaktion. Und wie gelingt einem das gut, wenn man gerade vielleicht nicht so top trainiert ist wie du?
Kristina Sacken: Ja, das sind ja Erfahrungen. Also wenn du jetzt die Schultern anziehst, dann kann ich dir sagen, nehme ich das so wahr, dass du dich zum Sprung bereit machst. Also das ist so ein bisschen ein Attack, jetzt wird es spannend, jetzt, jetzt, jetzt. Also eigentlich ja was total Gutes. Weil du dann dich kanalisierst und dann bereit bist, das Nächste zu bringen. Und ich glaube, da geht es eben viel darum, erstens das wahrzunehmen, sich dann zu hinterfragen, wann mache ich das und wohin soll das führen? Das ist Reflexion.
Joel Kaczmarek: Und sag mal, du hast ja, wenn ich richtig zugehört habe, hast du gesagt, du hast sehr früh als kleines Kind schon diese Spiritualität gehabt, dann aber Geisteswelt. Dann hat sozusagen das Leben zugeschlagen und dann war der Zwang, sich da mit auseinanderzusetzen. Wie sah denn deine Spiritualität als kleines Kind aus? Also hast du da, wenn du sagst, du bist medial, das ist ja glaube ich, können wir auch gleich nochmal besser verstehen, was das heißt. Das ist ja nochmal ein Level drauf von ich weiß, was mein Herz will zu ich bin medial.
Kristina Sacken: Ja, also ich erinnere mich, dass meine Oma häufig zu mir gesagt hat, jetzt guckt sie wieder ins Narrenkästchen. Und erst jetzt, viel, viel später, als ich dann schon 30 war. Es ist mir klar geworden, dass sie damit einen Zustand beschrieben hat, wo ich sozusagen ins Leere geguckt habe, über Stunden, und da halt voll beschäftigt war. Daran kann ich mich zum Beispiel gar nicht erinnern, aber ich kann mich daran erinnern, dass ich mich immer total beschützt gefühlt habe. Aber jetzt nicht von meinen Eltern oder von irgendwelchen Anwesenden, aber so ein ganz starkes Gefühl hatte, da meint es jemand gut mit mir und auf mich wird geachtet. Also ich stehe unter Schutz. Und das konnte ich auch nie erklären. Habe ich natürlich auch mit niemandem drüber gesprochen. Dachte ich lange, das wäre bei allen so. Und dann ist mir irgendwann aufgefallen, nö, das ist nicht bei allen so. Und habe dann eher eigentlich über das Wahrnehmen, wie anders andere Menschen funktionieren, so gemerkt, wie ich funktioniere. Also in der Diskrepanz. Zum Beispiel dachte ich auch immer, dass jeder Mensch weiß, was jemand anders denkt, nur redet man da nicht drüber. Also ich habe immer gedacht, alle... Wissen, was der andere denkt und spürt. Aber es gibt so eine Regel unter Menschen, dass man nur da redet, wo es ausgesprochen ist. Und da war ich auch schon ziemlich alt, schon Ende 20, wo mir das wirklich wie Schuppen von den Augen gefallen ist, dass nicht alle Menschen sehen oder spüren, was jemand denkt. Oder was die wirklichen Motivationen sind oder so.
Joel Kaczmarek: Du spürst, was jemand denkt?
Kristina Sacken: Ja, wenn ich möchte.
Joel Kaczmarek: Wie ist es dann? Hörst du dann die Worte oder siehst du das in Bildern oder sind es so Gefühle,
Kristina Sacken: die sich in deiner Brust breiten? Ich kann es mir angucken, ich kann es mir anhören, ich kann es einfach überspielen und mitdenken.
Joel Kaczmarek: Es ist ganz lustig, wenn du auf Empfang gehst, guckst du immer nach links oben. Ja. Als wenn du so eine, warte mal. Okay, ist da. Also pass auf, jetzt übersetze ich es mal für dich, du Dulli. Vielleicht können wir mal diese Fähigkeit näher beschreiben für Menschen. Was passiert mit dir, wenn du sowas empfängst? Gehst du da geistig an einen Ort? Empfängst du Bilder? Wie ist das?
Kristina Sacken: Ja, das kennen wir doch alle. Da bist du nicht anders wie alle anderen, die zuhören. Jeder kennt es, zum Beispiel dieses, ich möchte jemanden anrufen und in dem Moment klingelt mein Telefon und die Person meldet sich bei mir. Ja, Telepathie. Oder du hast irgendwo ein schlechtes Gefühl und denkst, da erzählt mir jemand aber nicht seine echten Beweggründe und dann kommt raus, dass es genauso war. Also wir alle können das. So bei mir ist es halt so, dass ich das vielleicht noch ein bisschen, dass das mir noch leichter gefallen ist als anderen, dass ich da eine Begabung habe. Und dann habe ich es aber einfach auch krass trainiert. Also ich habe es trainiert und ich habe es so trainiert, dass ich es erstmal nicht mehr mache, weil für mich war das ja ganz normal. Und dann war mein Problem eigentlich, dass ich nie wusste, das haben übrigens viele, was denke ich über eine Person und was denkt die über mich? Also krasses Beispiel, ich stehe irgendwo und es nähert sich mir jemandem und ich denke so, den finde ich aber toll. Wahnsinn, jetzt bin ich plötzlich total verliebt. Bis ich halt so blicke, dass ich das nicht bin, der diese Gefühle hat, sondern die andere Person, aber ich konnte gar nicht das auseinanderhalten. Also verstehst du das? Bei mir war das, bevor mir das klar geworden ist, was bei mir los ist, war das so, dass ich, wenn du was gedacht hast, nicht wusste, ob es deine Gedanken sind oder meine. Weil das war für mich nicht auseinanderhaltbar. Und das geht ja ganz vielen Kindern zum Beispiel so, die sind ja mit ihren Eltern oft eng, dass wenn zum Beispiel eine Mutter Angst hat, das Kind, dann sagt, ich habe Angst vor was. Also das überträgt, übernimmt. Obwohl die Mutter das nie ausgesprochen hat, gibt es ja häufig. Aber das Kind übernimmt das, weil das spürt die Angst. Das nimmt die Angst medial wahr und macht es zu seiner eigenen und kann auch nicht erkennen, hey, das ist gar nicht meine Angst, das ist die Angst von meiner Mama. Also das heißt, wir alle kennen das, wir alle haben das. Nur ist es bei den meisten einfach vielleicht nicht so ausgeprägt und schon gar nicht so trainiert, wie ich das jetzt trainiert habe. Dass ich auf den Punkt halt, wenn es der Job... So will, ja, also wenn ich einen Auftrag habe, wenn du sagst, kannst du mal nachgucken, was sagt mein Herz, was sagt mein Körper, was sind die Gedanken, die da als erste hochkommen, dann gibst du mir einen Auftrag, dann gucke ich es mir an, dann reden wir darüber fertig. Aber ansonsten, wenn ich jetzt irgendwo auf der Straße bin, ist es ja das allerletzte, was ich wissen will, was jemand denkt, fühlt oder irgendwas. Also halt, es ist ja wie ein Steuerberater geht ja auch nicht, wenn er kurz Zeit hat an deine Steuererklärung, guck mal, was er da so rausfindet.
Joel Kaczmarek: Also mir geht es oft so, ich kann mich manchmal gar nicht erwehren. Hast du auch gebraucht, dass du das aktiv abschirmst? Weil ich sehe manchmal Leute, mich springen Informationen an. Ich weiß nicht, was es ist, aber ich weiß dann so, das ist ein Penner, halt dich fern. Oder der Typ ist ungesund. Oder die ist aber nett, die ist aber weich, die mag ich. Und es springt mich an wie Informationen. Ich habe auch mal gedacht, das sei normal, aber ist es offensichtlich nicht. Viele Menschen haben nicht so eine Empathie, wenn die in den Raum gehen. Oh, hier ist aber was komisch, habt ihr euch gestritten? Ich kann mich manchmal gar nicht gegen erwehren. Also hast du auch lernen müssen, sich sozusagen davon abzuschirmen?
Kristina Sacken: Ja, total. Natürlich, das ist ja das Allerwichtigste, dass du also selber entscheiden kannst, wann möchtest du die Informationen bekommen und wann nicht. Ich vergleiche das wie mit einem Bikini. Ein Bikini ist ein wahnsinnig gutes Kleidungsstück für einen Strand und für einen Pool. Es ist aber echt ein ganz blödes Kleidungsstück, um ein Vorstellungsgespräch zu machen oder auf ein erstes Date in einer Bar zu gehen oder shoppen zu gehen. Und genauso ist es jetzt mit deiner Medialität. Die ist in manchen Bereichen ein Wahnsinn. Da gehört die auch hin. Das ist super toll, dass du die hast und dass du die anwendest. Aber in ganz vielen anderen... Es ist wirklich der Bikini. Also da ist es einfach viel besser, wenn du anders angezogen bist und abgeschirmt bist, weil es dich behindert oder in Gefahr bringt oder lächerlich macht. Und da wirklich die Wahl zu haben und es können auszusuchen, wann ist denn was dran. Wann bin ich ganz in meiner Energie und nehme mich wahr? Und wann schalte ich mich auf und floate mit den anderen und nehme alles wahr? Gerade beim Singen oder wenn Leute auf einen Rave gehen. Oder in Gottesdiensten haben wir das ja, dass sich alle so aneinanderschalten und gemeinsam schwingen. Und das ist ja wunderschön und kraftvoll. Und das erfüllt uns ja auch. Das ist ja was ganz Tolles. Aber es ist eben nicht überall toll. Weil zum Beispiel, wenn ich jetzt mich nicht abgrenze und auf die Wiesen gehe, und da Alkohol trinke womöglich noch, was mich immer dann sehr weich macht, also halt fließend, dann bin ich wie so ein Schwamm, der alles aufsaugt. Also wirklich allen Scheiß, der da rumfliegt, sauge ich dann auf. Und dann habe ich nicht nur den Kater vom Alkohol, sondern ich bin verkatert von der ganzen Energie. Und da brauche ich bis zu zwei oder drei Wochen, wenn ich da nicht auf mich aufpasse, bis ich das alles wieder losgeworden bin, was ich aufgesaugt habe. Oder im Krimi zum Beispiel. Ja, das ist für mich ein Horror, das anzugucken, weil ich sauge mir dann alles, was da passiert, so rein, wenn ich nicht aufpasse, wenn ich mich nicht abgrenze, dass mich das noch ewig in Träumen verfolgt. Das nimmt mich dann mit. Crazy. Aber dann macht sozusagen Alkohol auch so deine Barrieren, deine geistigen, weicht das sozusagen auf? Ist bei den meisten so. Ist eigentlich bei fast allen so. Also der Verstand wird da halt praktisch weggedimmt. Erleben viele ja auch als angenehm, mag ich auch gern. und dann... gehen sozusagen die Barrieren auf und dann ziehen wir uns halt alles rein. Jetzt wird es doch bestimmt aber irgendwann in deinem Leben einen Zeitpunkt gegeben haben, wo dich jemand an die Hand genommen hat. Also du hast ja wahrscheinlich, wie soll man sagen, Werkzeug an die Hand bekommen. Pass mal auf, das ist Medialität. Kannst bei Leuten folgende Sachen spüren und wenn du das und das machst,
Joel Kaczmarek: dann mit der geistigen Welt. Ich zeig dir jetzt mal, komm Kristina Sacken, ich nehm dich mal an die Hand, ich zeig dir mal, wie du das sozusagen konstruktiv für alle Seiten einsetzt. War das so oder hast du dir das so im Selbststudium aller YouTube Tutorial beigebracht?
Kristina Sacken: Nein, nein, nein, überhaupt nicht. Also Medialität ist ja, kannst dir vorstellen wie Tanzen und beim Tanzen gibt es das klassische Ballett, in der Medialität gibt es die verstorbenen Kontakte. Das ist sozusagen das, was in Europa auch am krassesten geregelt ist, wie die Arbeit stattfindet. Und da gibt es tatsächlich eigene Universitäten und da studierst du das. und also die renommiertesten sind in London, da gibt es zwei, da war ich auch sehr lange, aber bevor ich da hingekommen bin, hatte ich schon... viele Lehrer in Deutschland besucht und mit denen gelernt, die dann eben Kurse angeboten haben und so weiter. Und auch in der Psychologie gibt es ja die Parapsychologie, das Militär forscht ja auch in Amerika irrsinnig viel zu den Themen. Also man kann schon auch jetzt auf wissenschaftlicher Ebene ganz viel dazu finden. Was passiert da, wie funktioniert das und so weiter. Und da habe ich mir halt wirklich alles immer gesucht, was es dazu gab. Also alle Bücher gelesen, alle Forschungsberichte gelesen. Und dann eben geschaut, dass ich immer auch Lehrer hatte, die mich da unterrichtet haben. Und da habe ich ganz klassisch angefangen. Also wirklich am Arthur Findlay College. Das ist in England eine Kirche, eine zugelassene Kirche. Und die bilden ihre Pfarrer und Pfarrerinnen aus. Und in dieser Ausbildung ist eben auf der einen Seite, dass du Gottesdienste machst, Leute beerdigst, verheiratest und so weiter. Aber ein Teil ist eben auch, verstorbenen Kontakte herzustellen. Also das macht da der Pfarrer in der Kirche. und Da haben die eben sehr ausgefeilte Ausbildungen dazu. Und da bin ich in die Ausbildung gegangen und habe gelernt, wie das funktioniert. Also ganz klassisch, ja, mit Beweise bringen, Fragen, wie das abläuft und was dann als Botschaft durchkommen kann und so weiter. Das kann man sehr gut lernen alles.
Joel Kaczmarek: Also bei den bisherigen, glaube ich, konnten ja viele Menschen so relaten. Also ich gehe rein, ich spüre was, ich habe aber nicht realisiert, dass es nicht meine Gefühle sind, sondern von jemand anderem. Das sind ja Dinge, die wir alle kennen. Wenn man mit Verstorbenen redet, wie darf ich mir das denn vorstellen?
Kristina Sacken: Also es ist so, für dich, Joel, macht es ja keinen Unterschied, ob jetzt jemand, mit dem du dich verbunden fühlst, im Raum mit dir ist, die Verbindung. Jetzt denk mal an jemanden, dem du sehr nahe stehst, deine Kinder, deine Frau. Wenn du dich jetzt fragen würdest, wie geht es denen gerade und es trainiert hast, wahrzunehmen, wie es denen gerade geht, dann ist es für dich völlig unabhängig, wo auf der Erde die sich gerade befinden. Es ist immer genau gleich weit. Ob die neben dir sitzen oder irgendwo ganz anders, wenn du über das Gefühl arbeitest. Das hast du verstanden? Also grundlegend. Es ist egal. Wenn ich das kann, dann kannst du das. Es ist egal, wo sich jemand befindet. Die Seele ist ja im Körper drin und das bezeichnen wir dann die Lebenden. Das sind die, die im Körper inkarniert sind. Wenn die Seele den Körper verlässt, dann stirbt der Körper, aber die Seele ist ja trotzdem noch da. Und wenn du jetzt dich fragst, hey, wie geht es meinen Kindern? Ich checke da mal kurz ein. Ich fühle mich kurz mal hin. Dann macht es für deine Seele überhaupt keinen Unterschied,
Joel Kaczmarek: ob die gerade inkarniert sind in einem anderen Körper und in irgendeinem Klassenzimmer sitzen oder ob das jetzt deine Oma ist, die gestorben ist, weil die gibt es ja auch noch als Essenz, als Energie. Es macht für deine Seele keinen Unterschied.
Kristina Sacken: Was empfängst du dann von denen? Also ist es Gefühle und die übersetzt du in Sprache für die Menschen? Alles. Also du kannst dir das so vorstellen. Seelen sind einfach Energie. Und wenn du als Medium arbeitest und sozusagen trainiert bist, dann hast du eine bestimmte Art, das ist bei allen ein bisschen anders, wie sie trainieren und worin sie gut sind. Bei mir ist es jetzt so, dass wenn Energie, also eine Seele kommt, die checkt ja mich ab. Die checkt ja ab, was kann die Kristina Sacken? Wie erkennt die mich? Wie kann ich mit der korrespondieren? Bei mir würde die Seele merken, okay, die arbeitet immer auf die gleiche Art und Weise, die macht einen Raum auf und dann fühle ich erstmal. Also das heißt, die Energie, die kommt, die fühle ich erstmal und dann kann ich sagen, wie sich die Energie anfühlt, wie die gelebt hat, was sie vielleicht gern gegessen hat, wie die sich bewegt hat, wie die gesprochen hat und so weiter. Das fühle ich alles. Dann kann ich Fragen fragen und kann fragen, was ist damit, was ist damit, was ist damit und da kann ich einfach das Wissen übertragen. Ich verbinde mich damit und dann kriege ich das Wissen geliefert. gleichzeitig bin ich aber auch hellsehend. Das heißt, die Energie macht Bilder für mich. Und die Bilder entstehen und gleichzeitig wird sozusagen in meinem Gehirn was stimuliert. Das ist auch wissenschaftlich erwiesen. Also das ist nicht in dem Teil des Gehirns, der nachdenkt, sondern in einem ganz anderen Teil. Und da kannst du dir vorstellen, geht die Energie wie so an meinen Bordcomputer und bringt mir bestimmte Bilder, die ich schon kenne, bringt die mir hoch und die sehe ich dann. Und dann machen die das so schnell, die Energie so schnell, dass bei mir ganze Filme entstehen. Und dann brauche ich nur die Filme erzählen. Weil diese Gehirnregionen einfach stimuliert werden. Und dann laufen die ab. Das heißt dann... Sehen, hell sehen, sagen da viele. Aber genauso läuft es mit meinem Gehör, mit meinen ganzen körperlichen Empfindungen, mit allem.
Joel Kaczmarek: Und hell sehen, die meisten Leute kennen das ja, glaube ich, in Bezug auf die Zukunft, also was passieren wird. War das jetzt bei dir auch so gemeint? Oder war es bei dir so gemeint wie, nee,
Kristina Sacken: wenn du jetzt mit deinem verstorbenen Onkel Kontakt aufnimmst, dann hell sehe ich, indem er mir Bilder zeigt? Auf alles. Das kannst du ja ausrichten auf alles. Also die Zukunft, wenn du jetzt so sagst,
Joel Kaczmarek: Wenn du mich jetzt fragen würdest, wie fühlt sich meine Frau oder meine Kinder, könnte ich mich mit denen verbinden und dir sagen, was die denken. Das ist ja dann nicht Zukunft, sondern jetzt. Wenn du jetzt wissen willst,
Kristina Sacken: was passiert in irgendeinem Projekt weiter, dann ist es ja so, dass alles, was auf der Erde passiert, was wir als Realität wahrnehmen, unterliegt unserer freien Entscheidung. Das heißt, je weiter das weggeht, desto mehr Entscheidungen kommen und da kannst du immer davon ausgehen, dass jeder Mensch frei ist. Das heißt dann auch wiederum, dass man eine Zukunft, wo viele Menschen dran arbeiten, wo was zusammen gemacht wird. nur bedingt voraussagen kann. Man kann sagen, die Tendenz geht in die Richtung, so das ist, wenn jetzt alle auf ihren Standpunkten bleiben, ist das das Wahrscheinliche, was passieren wird. Solche Sachen siehst du natürlich. Also das heißt, ich könnte immer sagen, okay, da ist jetzt wirklich Wind dahinter oder Rückenwind und es sieht so aus, da sind alle voll committed. Wenn da jetzt nicht irgendwie was Schlimmes passiert oder irgendjemand stolpert, dann sieht es so aus, dass das funktionieren wird.
Joel Kaczmarek: Also so eine Art kollektive Zukunft sozusagen.
Kristina Sacken: Ja, wenn es für mehrere geht. Aber natürlich, du kannst schon immer auch sehen, wie sich Dinge weiterentwickeln. Klar, aber das kann dein Verstand ja auch. Aber es ist auf einer anderen Ebene. Dein Verstand hat halt ein Bild und dann kann ich sozusagen nochmal gucken, was wirkt denn auf die Situation noch, was dein Verstand vielleicht noch nicht eingepreist hat. Was kommt da noch dazu?
Joel Kaczmarek: Wie lange hast du gebraucht?
Kristina Sacken: bis du sozusagen so eine Kontrolle darüber hast, dass du das so an- und ausschalten kannst, dass du es auch einfach so bedienen kannst? Ach, das geht schnell. Also wenn ich das jetzt anderen beibringe, zwei, drei Wochen. Zwei, drei Wochen? Ja. Nicht mal Monate oder Jahre, sondern Wochen? Nee, das geht total schnell. Das sind ja Werkzeuge, Tools. Also das geht total schnell. Was nicht so schnell geht, ist, dass du halt dann verstehst, was was bedeutet. Das ist ja wie so ein eigenes Vokabular, was du dir aneignest. Also das geht sehr schnell, dass Menschen... die Information tatsächlich erhalten und dass sie wissen, ah, okay, das ist jetzt von meinem Herz gekommen oder das habe ich vom Verstand von dem anderen bekommen, aber dann nichts, dann, weißt du, so, dann so, ja, und jetzt meinst du, ich habe es gesehen und jetzt, ja, so, so, ja, und da fängt die Arbeit ja dann an, ja.
Joel Kaczmarek: Ja, also ich habe für mich zum Beispiel so festgestellt, ich war mal so bei der TCM, traditionelle psychologische Medizin, und dann meinte diese, ja, ja, ganz schmarrig, also ich merke ja schon auch, dass sie so das denken und so, ne, das ist so ihrs, und ich sage so, ja, das ist, wissen Sie, Ich bin im Denken so schnell und im Fühlen so langsam. Und dann meinte die so, nee, nee, nee, das ist ja Quatsch, den Sie da erzählen. Und ich sag, wieso? Also, wissen Sie, wie viele Impulse man sozusagen durch Denken pro Sekunde hinkriegen kann? Ich sag so, nee, acht. Wissen Sie, wie viele Impulse man durch Fühlen pro Sekunde hinkriegen kann? Ich sag, weiß ich nicht, neun, zehn. 33.000. Und ich sag so, what the fuck? Also sie meinte, du fühlst sozusagen ums, ja quasi zehntausendfache schneller, als du denkst. Und das fand ich ganz interessant. Und ich hab für mich so festgestellt, bei mir geht viel über das Unterbewusstsein. Ich kann das Unterbewusstsein halt sehr gut anspielen, wenn ich aber im Fühlen bin. Aber wir sind so oft im Denken. Also ich stell mir das echt gar nicht so einfach vor, weil all dieser Informationsflut, die dann auf jemand wie dich eintrudelt, ja, mit irgendwie Medien, mit irgendwie digital und pipapo, das alles sauber zu halten, so. Weißt du, was ich meine?
Kristina Sacken: Ja, total, ja.
Joel Kaczmarek: Machst du da dauernd Meditation?
Kristina Sacken: Ja, natürlich, na klar, also voll. Also ich brauche ein sehr ausgewogenes Leben, ganz viel Rhythmus, viel Zeit für mich. Also das ist, ja, aber ich glaube, das ist bei allen Menschen so, die eine außerordentliche Leistung in einem Gebiet erbringen, dass die dann gut für sich sorgen müssen. Also da bin ich jetzt bestimmt kein Einzelfall, sondern es wird fast allen Menschen so gehen, die sich wirklich auf was einlassen.
Joel Kaczmarek: Und mir fällt gerade so auf, wir haben jetzt so über deine Fähigkeit geredet. Ich kann mir vorstellen, jetzt hören vielleicht Menschen zu und sagen sich so, Alter, Joelle, what the fuck, die hat gerade von inkarnierten Seelen erzählt. Und wenn die dann wieder fragen, wo gehen wir denn eigentlich hin, wenn wir nicht mehr im Körper gebunden sind? Was antwortest du denn da Leuten?
Kristina Sacken: Wo gehen wir hin? Ja, da gibt es einen Platz, wo wir uns alle sammeln. Wo wir alle sind.
Joel Kaczmarek: Ist das das, was die Freunde von der Kirche hier als den Himmel bezeichnen würden?
Kristina Sacken: Ja, also das sind ja Bilder, die wir geben. Aber tatsächlich erlebe ich das schon. dass die Seelen, vor allem wenn es noch nicht lange her ist, dass sie inkarniert sind, dass die warten, also dass die da sind und das, was man immer wieder gehört hat, dass die Seelen auch kommen, wenn du deinen Körper verlässt und dich abholen, das beobachte ich tatsächlich auch so, habe ich schon oft gesehen oder dass die Seelen dann schon dastehen und halt so sagen, wir sind bereit und kannst jetzt loslassen und komm, das schon. Was ich über meine eigene Seele weiß, ist, dass dieses Nacheinander von Leben, was wir uns so vorstellen, natürlich auf der Zeitachse, ja, die Seele geht an ein Leben nach dem anderen, dass ich das nicht so bestätigen kann, sondern es ist eher, es passiert alles gleichzeitig. Und auch die Welt, jetzt praktisch wie wir, die jetzt linear die Zeitrechnung haben, das sieht die Seele auch nicht so, sondern wenn ich jetzt mit meiner Seele mitgehe und so gucke, wo die überall Erfahrungen sammelt, dann ist dies, was viele so Rückführungen nennen, in ein altes Leben zu gehen, ist wenn ich mit meiner Seele mitgehe, ein paralleles Leben, was gleichzeitig gerade läuft. Also nicht, das habe ich nicht schon gehabt, sondern das läuft einfach gerade parallel. Obwohl es zeitlich gesehen weiter hinten ist. Das ist für den Verstand nicht so leicht zu trennen. Bei mir ist es so, ich gehe immer nur von den Sachen aus, die ich echt selber erlebt habe. Das heißt, das würde ich jetzt auch nicht sagen, das ist abschließend, was ich dir hier erzähle, sondern ich weiß, dass die, die gestorben sind, die sind für mich immer noch zu erreichen, die sind noch da, zu denen kann ich gehen, jetzt zu meinen Verstorbenen. Ich weiß auch, dass die ab und zu kommen, wenn wieder jemand aus unserem Rudel sozusagen stirbt, um den abzuholen und sich dann um den zu kümmern. Und ich weiß auch, dass Seelen, wenn die sterben und die hatten wirklich intensive Todesumstände, dass die manchmal eine Weile brauchen, um sich davon zu erholen. Also die sind dann, ist die Energie wie so in so einem Speicher, wo die erstmal wieder aufgefüllt wird, ja, wenn das einfach total anstrengend war. Das sind alles Sachen, die ich schon gesehen und erlebt habe.
Joel Kaczmarek: Ich habe mich auch mal gefragt, wie das mit der Zeit ist. Also ob es sein kann, dass ein Verwandter von einem gestorben ist, ist dann wieder oben und hat schon wieder ein anderes Leben gelebt und ist dann trotzdem wieder da. Also ob sich das alles sozusagen, ob eigentlich alles simultan passiert oder ob einfach Zeit und Raum da oben so verzerrt sind, weil Könnte ich mir zumindest vorstellen. Ja,
Kristina Sacken: also ich vergleiche das gerne mit Social Media Profilen. Stell dir vor, du bist jetzt auf LinkedIn und gleichzeitig bist du auf Facebook und gleichzeitig bist du auf Instagram. Und in der LinkedIn-Welt nehmen alle dieses Profil eben wahr, als was es in ihrer Welt gerade wer du bist. Aber das ist ja... Nicht dein Alles, sondern der Juel sitzt ja an seinem Schreibtisch und bedient verschiedene Profile und macht in verschiedenen Profilen Erfahrung. Und wenn der Juel sein Social-Media-Profil bei LinkedIn wegnimmt, dann ist er ja trotzdem noch da, wenn er das schließt. Und so kannst du dir das mit dem Leben ungefähr vorstellen, wenn wir inkarnieren. Wir machen ein neues Profil auf und in diesem Profil haben wir eine bestimmte Aufgabe, wollen bestimmte Sachen erleben. Aber gleichzeitig ist die Seele noch in ganz vielen anderen Profilen tätig, wo auch Sachen passieren.
Joel Kaczmarek: Das ist ein cooles Bild. Spannend. Also, aber auch echt abstrakt. Weil das andere, was ich mich gefragt habe, ist, sind Eigenschaften eigentlich an eine Seele gekoppelt? Und nun gibt es ja verschiedene Eigenschaften. Also es gibt ja zum Beispiel sowas wie intelligent ist jemand. Das finde ich könnte ja eher was Körperliches sein. Oder wie ehrlich ist jemand? Oder wie liebevoll? Oder wie schnell im Denken? oder... Wie gut kann der oder die fühlen? Würdest du sagen, dass solche Eigenschaften, sind die an Körper gebunden oder an Seelen?
Kristina Sacken: Es bedingt sich. Also Intelligenz zum Beispiel. Die Seele formt schon immer den Verstand jetzt mit das Gehirn. Also nochmal, die ganzen Impulse sind viel, viel mehr, die vom Herz ans Gehirn gehen als andersrum. Also die Seele wird die ganze Zeit den Verstand mit formen. Aber natürlich wird der Verstand auch geformt, nicht nur von der Seele, sondern auch vom Umfeld. Das heißt, du hast immer eine Korrelation von verschiedenen Einflüssen, die auf uns wirken. Deswegen, die Seele kann sich da auch häufig nicht ganz durchsetzen, weil das immer noch die Lebensumstände, die Erziehung sind, die da dazukommen und dann auch das Denken. Das heißt, natürlich bringt die Seele ganz viel mit. Das erlebt jeder, der Kinder auf die Welt gebracht hat. dass die einfach schon so fertig wirken. Du guckst die an und guckst da in den Augen und denkst dir so, krass, die sind ja schon voll fertig. Also da ist ja alles schon drin. Aber trotzdem weißt du auch von dir selbst, dass du dir ganz viel beigebracht hast und du ganz viel erst erfahren hast und sich dadurch bestimmte Qualitäten in dir und auch Gefühlszustände oder Charaktereigenschaften wie Ehrlichkeit, man wird auch zum ehrlichen Menschen oder vielleicht zum unehrlichen. Also das verändert sich ja auch.
Joel Kaczmarek: Ja, die unangenehmen Eigenschaften will natürlich keiner sozusagen, weil sie sich in der Seele abgespeichert haben, so Cookie einmal runtergeladen. Okay, aber es macht natürlich einen spannenden Blick auf die Welt aus, finde ich. Also mich hat es manchmal demütig gemacht, mir das so vorzustellen, weil ich so denke, ob ich jetzt schlau oder dumm bin, arm oder reich. Also manche reden ja von der Lotterie des Lebens. Vielleicht ist es nicht ganz so, man sucht sich ein bisschen aus. Aber wenn ich mir so vorstelle, hey... Ich gehe davon aus, dass ich wiedergeboren werde und im nächsten Leben könnte ich eine Frau sein und könnte irgendwie, weiß ich nicht, vielleicht nicht so intelligent sein oder gerade sehr intelligent. Weißt du, das macht was, finde ich, wenn ich dann Sachen nicht so, dann bleibt man bodenständiger, verliert nicht so die Bodenhaftung, also mir geht es zumindest so. Oder auch die Hoffnung einfach, wenn man weiß, okay, ich gehe an so einen Ort, da ist es schön, alles ist gut, ja, LinkedIn wird dann dicht gemacht so und dann bin ich noch bei Facebook und Instagram, aber ansonsten bin ich da oben, ja, naja, spannend. Also... Kristina Sacken, erstens, probier dich aus, denn die Erde ist ein Abenteuerplanet. Zweitens, schau, dass du in der Mitte bleibst. Drittens, lerne, lerne, lerne. Viertens, das Leben meint es gut mit dir, auch wenn du es nicht sofort siehst. Und fünftens, finde deine Spiritualität, denn sie ist dein größtes Kapital. How cool is that?
Kristina Sacken: Das hast du aber schön zusammengefasst. Vielen Dank.
Joel Kaczmarek: Ja, ich danke dir. Das war wirklich spaßig. Ein schöner, interessanter, um in deiner Sprache zu bleiben, horizonterweiternder Brett.
Kristina Sacken: Fand ich auch. Also und dir nochmal tausend Dank, weil angeregt durch deine Frage bin ich auch wirklich nochmal zu einer ganz anderen Sichtweise auf meine Biografie gekommen. Also ich kann es jedem nur empfehlen, vielleicht machst du mal eine Anleitung für deine Hörer, was da alles zu tun ist. Diese fünf Dinge, die ich mir selber gerne mit 20 schon gesagt habe. hätte. Also ich finde es echt gut, ja, zur Reflexion.
Joel Kaczmarek: Ja, cool. Vielen, vielen Dank dir. Alles Gute.
Kristina Sacken: Vielen Dank. Bis bald.
Joel Kaczmarek: Wow, das war ein inspirierendes Gespräch, oder? Denk dran, jeden Freitag, dem fünften Tag der Woche, erscheint eine neue Folge. Also abonnier den Podcast unbedingt, damit du keine Episode verpasst und teile ihn auch total gerne mit deinen Freunden oder Kollegen. Und wo wir schon über fünf Dinge sprechen, eine Fünf-Sterne-Bewertung auf der Podcast deiner Wahl. hilft uns sehr, damit noch mehr Menschen von diesen inspirierenden Geschichten profitieren können. Nehmen wir doch kurz Zeit dafür. Genauso wie für einen Besuch auf unseren Social-Media-Kanälen, um Updates und exzessive Inhalte zu erhalten. Die Links findest du in den Shownotes. Wir freuen uns nämlich über deine Anregungen und Feedback zu zukünftigen Themen und Gästen. So, und jetzt hören wir nochmal in unseren Podcast rein. Bis zum nächsten Mal. Bleib inspiriert und neugierig. Dein Joel.
Kristina Sacken: Gib mir fünf oder mehr, gib mir alles, was du mir sagen kannst und sag, was hast du gelernt?
Joel Kaczmarek: Von fallen und aufstehen, suchen und klar sehen. Weißt du jetzt, was du willst? Weißt du jetzt, was du brauchst? Wie lang hat es gedauert und was hat es gebraucht? Ist es gut, wie es ist? Woran feilst du noch? Komm, erzähl es mir und der Welt Bist du so geworden, wie du gemeint warst? Oder völlig anders wie ein Zaungast? Du bist schon weit gegangen, bist du angekommen In deiner Hall of Fame Komm her und sei wirklich ehrlich Was ist für dich heute unentbehrlich? Sollen wir hier fertig sein oder einfach sein? So wie wir sind, so wie wir sind Gib mir fünf Oder mehr, gib mir alles, was du mir sagen kannst Und sag, was hast du gelernt Vom Fallen und Aufstehen, Suchen und Plasen Weißt du jetzt, was du willst? Weißt du jetzt, was du brauchst? Wie lang hat es gedauert und was hat es gebraucht? Ist es gut, wie es ist? Woran feilst du noch? Komm, erzähl es mir und der Welt Bei dir Weißt du jetzt, was du willst? Weißt du jetzt, was du brauchst? Wie lang hat es gedauert und was hat es gebraucht? Ist es gut, wie es ist? Woran feilst du noch? Komm, erzähl es mir und dem Welt. Und jetzt du.