Poker-Champion Fedor Holz: Wie du vom Erfolg anderer lernen kannst

26. September 2025, mit Joël Kaczmarek

Dieses Transkript wurde maschinell erstellt. Wenn dir ein Fehler auffällt, schreib uns gerne zu diesem unter redaktion@digitalkompakt.de.

Joel Kaczmarek: Hi Five-Leute, hier ist Joel und heute wird es mal richtig spannend. Ich habe nämlich einen der erfolgreichsten Pokerspieler der Welt zu Gast, den lieben Fedor Holz. Und er ist nicht nur Pokerspieler, er ist auch Unternehmer, hat auch schon einiges gemacht, wurde auch schon zu den Top 30 unter 30 gezählt. Also ich kann euch sagen, er hat zum Beispiel eine eigene Pokerschule gegründet, er hat auch schon mal eine Mindset-App gebaut. Also wir werden ganz viel mitnehmen von ihm. Zum Beispiel, was habe ich eigentlich für ein Mindset? Wie sieht Risiko aus? Wie verhandelt man gut? Also es werden bestimmt alles so Seitenarme sein, die wir bei seinen fünf Dingen besprechen. Und ich kann euch sagen, wenn ich sage, einer der erfolgreichsten Pokerspieler, also wirklich wortwörtlich gemeint, rund 50 Millionen Lifetime-Winnings. Er hat live die Weltrangliste angeführt und er hat auch in Online-Turnieren die Weltrangliste angeführt. Das ist außerdem keinem, soweit ich weiß, bisher gelungen. Ja, das wird, glaube ich, richtig spannend. Und, falls ihr noch tiefer eintauchen wollt, der gute Mann schreibt auch ein Buch oder hat ein Buch geschrieben. Ab September geht das an den Start. Das heißt All In. Da erzählt er ganz viel aus seinem Leben und was er so gelernt hat. Also ich glaube, das wird richtig spannend. Genauso wie der Talk jetzt. Hallo, lieber Fedor. Schön, dass du da bist.

Fedor Holz: Danke, dass ich da sein kann. Ich freue mich voll.

Joel Kaczmarek: Ja, was für ein geiler Lebenslauf. Ich habe über dich auch ein bisschen gelesen hier. Schreibst du deinen Wikipedia-Eintrag selber oder wer weiß da so viel über dich?

Fedor Holz: Da gibt es Leute, die da sehr dahinter sind anscheinend.

Joel Kaczmarek: Also hoher IQ, Klassenübersprung, so that's the story. Aber kommen wir bestimmt gleich zu deinen fünf Punkten. Vielleicht fangen wir mal an. Ich mag ja immer gerne wissen, wie alt die Menschen sind. Also von wo aus gucken wir denn zurück auf die 20?

Fedor Holz: Ich bin 31 jetzt.

Joel Kaczmarek: Boah, bist ja noch total jung und schon so erfolgreich. Okay, also elf Jahre. Aber ich glaube, deine 20 war eine ganz besondere.

Fedor Holz: Ja, wenn wir genau zu 20 zurückgehen, das war eine sehr, sehr wilde Zeit. Also das war dann 2014. Und 2014 war für mich ein sehr verrücktes Jahr, weil das gerade so dieser Shift war von, ich war broke 2013. im Januar und 2014 war ich dann schon super erfolgreich und gerade haben sich alle Türen geöffnet und jetzt geht es so drum, okay, was mache ich jetzt und wo geht es jetzt hin? Also das war ein krasses Alter.

Joel Kaczmarek: Also fast so ein bisschen dieses amerikanische vom Tellerwäscher zum Millionär, ne?

Fedor Holz: Ja, so hat es sich angefühlt. Ich habe nie Teller gewaschen, aber... So hat es sich angefühlt, ja.

Joel Kaczmarek: Na komm, stellen wir mal rein. Was ist denn so? das erste Ding, wo du sagst, das hätte ich gerne schon mit 20 gewusst?

Fedor Holz: Also ich habe mich hingesetzt und mir überlegt, okay, was sind die Ratschläge, die ich mir geben würde, wenn ich jetzt vor mir sitzen würde. Und die erste Sache, an die ich gedacht habe, ist, ich bin jemand immer noch und sehr stark gewesen. Ich springe einfach gerne in Sachen rein. Ich bin sehr, sehr neugierig. Ich lerne gerne neue Dinge, aber ich bin auch... sehr überstürzend gewesen. Einfach so, ja, okay, rein da und machen und dies. Und das hinterlässt natürlich manchmal noch Spuren. Und ich habe über mich gelernt, gerade als es dann in Richtung Unternehmertum ging. Das war dann ein bisschen nach den 20, aber im Pokern hat das super gepasst. Aber ich würde mir jetzt den Ratschlag geben, lieber erst mal von anderen zu lernen, als alles selbst zu machen. Also das war so für mich die Essenz davon. Und ja, das... Das habe ich über die letzten zehn Jahre hart mitbekommen. Überall mal reingesprungen, gemacht und dann gemerkt, ja, hätte man vielleicht auch woanders erstmal einiges aufnehmen können.

Joel Kaczmarek: Aber das ist interessant. Ich meine, ist nicht das aber genau das, was dein Wachstum dann baut, dass du diese Fehler machst?

Fedor Holz: Das ist das Spannende, finde ich. Jeder Bereich ist dann auch unterschiedlich. Es gibt Bereiche, wo man viel leichter reinspringen kann und einfach ausprobieren kann, wo vielleicht auch es eher um die Repetition geht. Und es gibt Bereiche, finde ich, wo es einfach Leute gibt, die das schon sehr lange machen, wo man von den Besten lernen kann und dann ganz gut diese Sachen nehmen kann und dann seinen eigenen Twist reinbringen kann. Und das war gerade beim Unternehmertum, hätte ich. einfach erst mal mir gerne andere Leute angeschaut, wie die das machen, weil das ist eigentlich eine meiner größten Stärken und deswegen ist dieser Tipp für mich auch so wichtig, weil ich eigentlich sehr gut darin bin, von anderen Leuten zu lernen, das zu analysieren, was machen die gut, was kann man vielleicht besser machen? und diese Substanz hat mir gefehlt. Also das war, würde ich sagen, so der erste große Ratschlag, lieber von anderen erst mal zu den Besten zu gehen, von denen zu lernen, das zu adaptieren und dann meinen eigenen. meinen eigenen Twist reinzugeben.

Joel Kaczmarek: Und ich meine, gleichzeitig ist es ja trotzdem so, dass dein Lebenslauf deinen Punkt so ein Stück weit widerlegt. Also vielleicht kommt es ja auch auf den Bereich an, weil in meinem Programm, wenn du 20 bist, hättest du ja auch sagen können, okay, ich gehe erst mal nach Vegas, studiere mal bei den Besten. Und zack, bist du aber trotzdem erfolgreich geworden. Also wie gelingt das denn dann?

Fedor Holz: Naja, es war da schon ähnlich, nur da war mir das nicht so bewusst. Also ich habe eigentlich das Gleiche gemacht. Ich habe mir halt die besten Leute gesucht. Also ich habe... wer sind die besten Leute in diesem Bereich und habe versucht, von denen zu lernen. Insofern habe ich da intuitiv genau das gemacht, weil als ich angefangen habe mit der Mission, okay, ich will jetzt richtig gut werden, das war so 2011, 2012, wo ich mich entschieden habe, Fulltime zu machen. Und da war schon mein erster Gang, okay, wer sind hier die besten Leute, von wem kann ich hier lernen, wer sind in der Community die Leute, die die smartesten Sachen schreiben, wer sind die, die am höchsten spielen. Und das war eigentlich mein Erfolgsrezept.

Joel Kaczmarek: Kann man von denen denn lernen? Also es ist ja nicht so, dass die sagen, pass mal auf, wenn ich am Tisch sitze und reize ein Blatt, dann beobachte ich Folgendes. Eins, zwei, drei, vier, fünf. Und wenn das passiert, mache ich dies. Und wenn das passiert, mache ich das. So reden die doch eigentlich nicht mit dir, oder?

Fedor Holz: Ja, und das ist das Spannende. Ich glaube, wenn man dann da hinkommt, dann merkt man, okay, du hast den Zugang nicht, was du jetzt gerade beschreibst. Und dann ist die Frage, okay, wie kriege ich den Zugang? Und dann fängt man an, sich zu überlegen, wie kann ich diesen Leuten Wert bringen, dass die mir das, was ich brauche, zurückgeben. Und dann habe ich halt angefangen, erstmal habe ich die beobachtet, habe einfach zugeschaut, so, was machen die? Also man kann ja einfach nur mal durch, das kostet die gar nichts. Ich schaue denen halt zu, wie die spielen, was machen die, was kann ich da aufpicken? Ja, okay, der macht das oft, der macht das. Dann habe ich selbst damit rumprobiert und habe, okay, ich probiere das auch mal. Und dann kam der nächste Schritt, denen zum Beispiel, ich habe denen dann immer wieder zu Händen. Fragen gestellt, beziehungsweise so, hey, ich habe das beobachtet, wie siehst du das? Und klar, es hat nicht jeder geantwortet, aber manche haben halt geantwortet. Und die, die geantwortet haben, habe ich halt immer versucht, dann irgendwie auch Mehrwert zu bringen durch herausfordernde Fragen, durch Input und so sind dann Beziehungen entstanden.

Joel Kaczmarek: Ja, man staunt manchmal, wie bereit will ich Menschen ein Gewissen teilen, ne?

Fedor Holz: Ja, vor allem, da ist dann auch mehr für die drin, als man denkt. Also das bringt ja auch die weiter. Es ist ja nicht, dass die irgendwie schon am Ende stehen, sondern viele von denen waren zwar besser als ich, aber jetzt auch noch nicht am Ende ihrer Karriere. Und ich glaube, es hat sowohl ihnen was gebracht, als auch einen gewissen Spaßfaktor für sie gehabt.

Joel Kaczmarek: Ich habe das immer mal gehört, da gibt es einen Namen für das Lehrerphänomen oder so ähnlich, dass wenn du jemandem was erklärst, dass du dann ganz viel selber lernst. Weil ja auch dann das erste Mal wahrscheinlich machen die ganz viele Sachen auch so automatismusmäßig vielleicht. Wenn du es dann so dekonstruierst, ja warte mal, die Hand habe ich jetzt so weit gereizt, weil, glaube ich total. Was hast du da so beobachtet? Also was kann man, wenn jemand Blätter spielt, was kannst du daran ablesen?

Fedor Holz: Ja, so, es war damals eine recht spezifische Situation, weil ich würde sagen, so in der Pokerwelt, war der, es haben eigentlich fast alle auf dem professionellen Level zu passiv gespielt. Also es war so eine Dynamik, ich muss es dir so vorstellen, jetzt stell dir vor, auf dem Amateur-Level spielen fast alle zu viele Karten, bezahlen zu viel. Also es ist einfach, das heißt, die nächst professionelle Strategie wäre zu sagen, okay, ich spiele nur gute Karten. Weil wenn alle zu loose spielen, nennen wir das, dann ist es ja ganz einfach, ich spiele nur gute Karten und dann jedes Mal bezahlen die mich. Und dann hast du eben diese Entwicklung gehabt, dass auf dem niedrigen Level quasi alle einfach zu viele Karten spielen. und dann kamen die Profis und sind hingegangen und haben das, wir nennen das Tight, also sie haben Tighter gespielt. Die haben einfach weniger Karten und dann größer gesetzt und einfach so immer wieder große Pötte eingesammelt. Und dann war quasi so, okay, was ist die nächste Entwicklungsstufe, dass du quasi gegen diese Profis dann anfängst, eine Strategie zu finden, die die ausnimmt sozusagen. Und da war eben dieser Punkt, okay, wo findest du Punkte, wo die nicht genug verteidigen? Also wo du dann ganz oft so kleine Stückchen abschneiden kannst. Und das war eben die Sache, an der ich sehr viel gearbeitet habe, rauszufinden, wo sind diese Situationen und wie kann ich die immer wieder reproduzieren.

Joel Kaczmarek: Ich habe mich dabei immer gefragt, wenn ich Tide spiele, wie du es jetzt gerade genannt hast, ob ich da nicht total berechenbar wäre. Also wenn ich weiß, der Fedor spielt immer nur, wenn er ein bombiges Blatt hat, dann guckst du dir an, was sozusagen liegt und dann weißt du, naja, okay, dann kann er mit der Wahrscheinlichkeit das haben, mit der Wahrscheinlichkeit dies, dass man so ausrechenbar wird. Ist das nicht so?

Fedor Holz: So circa war das damals. Also natürlich nicht ganz so einfach, wie du jetzt sagst, aber schon so in diese Richtung. Also es gab quasi dann so Poker-Seiten, wo es dann so Charts gab. Also da hattest du dann so ein Bild von, okay, die Hände darfst du spielen, die darfst du nicht spielen. Und Leute, die dann angefangen haben, okay, ich will damit jetzt Geld verdienen, ich will das professioneller machen, die haben dann diese Charts gehabt und haben das dann quasi reproduziert. Und dadurch wusstest du dann schon zumindest vor dem Flop, also bevor Karten in der Mitte kamen sozusagen, wusstest du schon, ah, der hat wahrscheinlich das und das. Das war schon ein Fehler, weil diese Charts einfach eben zu tight waren. Und ganz viel meiner Arbeit ging in die Richtung von, okay, wie nutze ich das am meisten aus? Und dafür haben wir Excel-Tabellen gebaut und Berechnungen angestellt. Und dann irgendwann waren wir, okay, das ist die Strategie, die das am besten ausnutzt. Und das hat Jahre funktioniert.

Joel Kaczmarek: Muss man richtig krass Mathe können eigentlich, um gut im Poker zu sein?

Fedor Holz: Nee, eigentlich gar nicht. Also ich würde sagen, es ist mehr so Street-Matte. Ich würde es immer so beschreiben, wenn mich jemand fragt, was sind die Qualitäten, die du brauchst beim Pokerspielen? Würde ich sagen, stell dir vor, du denkst an deine Freundesgruppe und du hast jetzt all deine Freunde und ihr spielt jetzt ein ganz neues Kartenspiel. Sagen wir mal, es ist recht kompliziert, es ist jetzt nicht so super einfach, aber auch jetzt nicht ultra kompliziert. Welcher deiner Freunde denkst du, der wird es richtig gut können? Das sind die Qualitäten, die einen guten Pokerspieler ausmachen. Dieses schnell Strategien entwickeln, auch zu verstehen, was ist die Gegenstrategie, was Mustererkennung und so diese schnelle Adaption. Weil das ist nicht so mathematisch, sondern du musst einfach einen Weg finden, wie du schnell eine funktionierende Strategie entwickelst. Und das ist eine Fähigkeit, die als Pokerspieler extrem wichtig ist.

Joel Kaczmarek: Wenn wir zu deinem Punkt zurückkommen, mit dem von anderen Menschen lernen, wie sehr oder wie tief steckt in dir das Menschenlesen drin? Also du musst ja wahrscheinlich so ein Gefühl für Risiko bei den Leuten haben. Ist der risk-averse oder nicht? Wie verhält er sich? Ist das sozusagen eine Stärke, die du hattest und das konntest du deswegen gut von anderen lernen auch?

Fedor Holz: Ich würde sagen, das ist wahrscheinlich eine meiner relativ gesehen größten Stärken. Also als ich so auf meinem Zenit 2014 bis 2016 war, war ich da den meisten um Längen voraus. Aber auch, weil ich sehr obsessiv war. jetzt weniger bin, aber damals war das für mich die Vorstellung, einen Fehler zu machen oder es gibt dieses Gefühl, dass du was über den anderen weißt und der weiß das nicht. Und aus der anderen Perspektive jetzt, wenn du dann irgendwann merkst, oh shit, der hat zwei Jahre was über mich gewusst und hat es zwei Jahre lang immer wieder, dieses Gefühl in mir drin so quasi, der wusste was über mich, was ich nicht wusste und der hat mich jetzt zwei Jahre immer wieder mit derselben Sache hops genommen, das ist für mich das schlimmste Gefühl. Und deswegen war ich so obsessiv darüber, ich will alles wissen, ich will gegen jeden Gegner einen Informationsvorteil haben und ich will auf gar keinen Fall in der Situation sein, dass ich da irgendwie einen Nachteil habe. Und deswegen war ich da, ich war am Anfang. Ich habe versucht, jeden Handlungsablauf robotisch zu reproduzieren. Nichts herzugeben, nichts mit meinen Augen, nichts mit meinen Händen, nichts, wie ich das mache. Das ist alles immer gleich. Du siehst keinen Unterschied. Ich schaue dich immer gleich an. Und dann andersrum aber auch, jeden ständig zu beobachten. Jede Anomalie, jeder Unterschied, alles, was du anders machst, was deine Schwächen sind. Und wenn du das tausende Stunden machst, irgendwann... dann entwickelst du so ein Gespür dafür, wenn irgendwas anders ist und natürlich hast du dann auch sehr, sehr viel Sample Size, du hast dann sehr, sehr viel gesehen. Also ich habe 10.000 Leute den Puls beobachtet, 10.000 Leute, wie sie die Hände, wie sie schauen und irgendwann merkst du, okay, du weißt nie absolut, ich weiß jetzt nicht, ah, das ist immer das, aber du hast einfach so eine statistische Relevanz, dass ich sagen kann, okay, wenn ich gegen einen Amateur spiele, der ist 50, der ist aus Südamerika, der trägt eine goldene Uhr, der wird... für den wird es ein Autoritätsproblem sein. Wenn der gegen einen 20-Jährigen spielt, der wird nicht klein beigeben wollen. Und das ist dann einfach, das wird nicht immer so sein, aber es ist einfach statistisch sehr relevant und er wird mich bezahlen. Das heißt, wenn ich gegen den spiele, habe ich eine gute Hand. Das heißt, Menschenlesen wird dann mehr so auf der einen Seite sehr viel schubladen und dann aber halt auch mit jeder neuen Sache, die dazukommt, das zu verfeinern.

Joel Kaczmarek: Ich glaube, man sagt Tell, wenn man so im Gesicht zuckt und so ein Kram. Das ist richtig, ja. Ich habe immer gedacht, dass die richtigen Profis das dann mit Absicht machen, dass die dann irgendwie dir einmal eine Finte hinwerfen und so. Machen die das nicht?

Fedor Holz: Also du wärst überrascht, ja. Aber das ist schon dann auch so freaky level. Also du merkst, es gibt so ein paar Leute, ich würde sagen, es gibt so zehn Leute auf dem allerhöchsten Level, die, würde ich sagen, da sehr freaky unterwegs sind, wo du wirklich merkst, die beschäftigen sich ständig damit. in der Selbstreflexion zu versuchen, das zu verschleiern, auch irgendwie falsche Informationen herzugeben. Und dann hast du viele, für die das gar kein Thema ist.

Joel Kaczmarek: Wenn man ehrlich ist, wenn man sich so Pokerspiele anguckt, gibt es ja auch irgendwie immer einen Dude am Tisch, der so eine Sonnenbrille aufhat, eine Basecap, die Kapuze drüber und immer nur so zusammengekluckt sitzt und sich so kaum 20 Zentimeter bewegt, oder?

Fedor Holz: Ja, das ist natürlich schwierig. Wenn du weißt, dass andere Leute da sehr, sehr viel Erfahrung, sehr viel Zeit investiert haben, ist es natürlich schwer. Dann bist du so zwischen, okay, setze ich mich jetzt nochmal dahin. Also zum Beispiel Augen ist einer der größten Tells. Also das kannst du auch kaum trainieren. Also stell dir jetzt vor, ich kann zum Beispiel an den Augen von einem Menschen erkennen, ob er nachdenkt oder nicht nachdenkt. Also du kannst jetzt so viel trainieren, wie du möchtest. Du musst quasi... Du kannst es nicht faken. Also du kannst nicht so aussehen, als würdest du nachdenken. Das heißt, du musst anfangen, in Situationen über was anderes nachzudenken. Und das ist ja so anstrengend. Du musst dann die ganze Zeit quasi das konstruieren. Und dann bist du einmal nachlässig. Und dann spielen wir zwölf Stunden lang über Wochen hinweg. Irgendwann machst du Fehler. Und das ist so das Game.

Joel Kaczmarek: Hat man eigentlich Freunde in der Pokerwelt? Oder ist man da verfeindet?

Fedor Holz: Das ist eigentlich so. die Kernessenz, glaube ich, auch von dem... Ich glaube, ich habe das intuitiv ganz gut gemacht, weil ich war so der Erste, der eine Gruppe im Pokern, also wirklich eine intensive Gruppe auch geschaffen hat, wo wir wirklich sehr eng zusammengearbeitet haben. Also wir waren 2012, 2013 waren wir so acht bis zehn Jungs. Und wir haben uns eben über Foren online kennengelernt und ich habe so ein bisschen geschaut, okay, wer sind die, die die smartesten Kommentare schreiben, wo ich merke, okay, die sind ambitioniert, die haben Bock. Und mit denen ich mich dann gut verstanden habe. Damals hat man im Skype tagelang abgehangen und Calls gemacht. Und da hat sich so eine Kerngruppe rauskristallisiert. Und wirklich mit den acht Leuten sind wir ziemlich gesammelt an die Weltspitze marschiert. Also alle zehn haben auf Top-Niveau gespielt. Wir haben, glaube ich, insgesamt über 100 Millionen Preisgelder gewonnen, also war wirklich von Null zur Spitze und ganz viel davon war dieser Austausch. Also wir hatten ganz unterschiedliche Ansätze, manche sehr mathematisch, manche sehr Gefühl, ganz unterschiedliche Ideen auch, wo man wie Geld machen kann und das hat sich halt unfassbar gut ergänzt. und um auf deine Frage zurückzukommen, Pokern war eher so ein Einzelding. Also es war eher so wenig wie möglich hergeben, auch mit anderen Leuten, so. du hast schon eher dieses kompetitive Ding und für uns war das auch so, Andere Länder in dem Fall, also dann gegen Amerikaner war immer sehr kompetitiv. Weil das schon so ist, wenn du gewinnst, verlieren meistens die anderen. Und als ich 2016 meinen krassen Run hatte, haben halt fast alle anderen verloren. Das hat schon auch eine krasse Dynamik geschaffen. Also da war schon recht viel Hate im Raum, wenn man da gesessen hat. Ja, krass.

Joel Kaczmarek: Jetzt hast du gesagt, das ist eigentlich eine deiner größten Stärken, aus der Beobachtung Dinge zu lernen. Was würdest du denn sagen, was sind denn die Eigenheiten, die du hast, dass du das besonders gut kannst?

Fedor Holz: Ja, ich kann die Frage fast nur mit der Frage selbst beantworten. Also es ist einfach so für mich immer gewesen, dass ein Konzept für mich schnell Sinn macht. Oder wenn ich sehr viele Informationen vor mir habe, dass sich irgendwie Muster ergeben oder dass ich mich automatisch zu Dingen hingezogen fühle. Und das war eigentlich schon seit ich... denken kann so. Also als ich angefangen habe Schach zu spielen als Achtjähriger, das hat für mich irgendwie alles sehr schnell sehr viel Sinn gemacht, ohne dass ich jetzt sagen könnte so und so und so, sondern das ist einfach mehr so eine Anziehungskraft bestimmten Dingen, wo ich dann Interesse, also ich glaube am ehesten, wenn ich jetzt mein Erlebnis beschreibe, dann ist es am ehesten, ich habe Interesse an bestimmten Dingen in so Umgebungen und dieses Interesse ist konkurrent mit zusammenhängen irgendwie. Und so hat es immer funktioniert für mich. Und wenn ich jetzt zum Beispiel mir riesige Datenmengen anschaue und da langsam durchgehe, dann merke ich, okay, es zieht mich hin zu den Sachen, wo dann Möglichkeiten zur Verbesserung liegen.

Joel Kaczmarek: Ich kann es mir total vorstellen. Ich habe einen Bekannten, der hat auch mal zu mir gesagt, ich kann einfach sehen, wenn Zahlen nicht stimmen. Ich gucke mir so eine Bilanz an und merke, da ist irgendwas nicht richtig. Und die sprechen zu mir.

Fedor Holz: Am ehesten beschreibbar ist es so, zum Beispiel mir ist auch als Kind immer Rechtschreibfehler in Büchern aufgefallen. So würde ich es beschreiben. Also du liest irgendwas und merkst, irgendwas stimmt hier nicht.

Joel Kaczmarek: Stolperst du, ne?

Fedor Holz: Und so würde ich sagen, ist so, irgendwas ist hier und dann manchmal ist es auch in die andere Richtung, dass man eher merkt, oh, hier ist was. Da ist irgendwie, das könnte besser sein. Das ist optimierungsfähig zum Beispiel. Und das ist dann einfach so ein Feeling und da merke ich, okay, da bin ich excited. Und dann folge ich dem. Und so hat das eigentlich immer funktioniert.

Joel Kaczmarek: Aber ich weiß auch, was du meinst, wenn man anfängt, dann manchmal strategisch über Dinge zu denken. Ich merke das bei Videospielen. Ich bin immer gerne gespielt aus Fun. Und irgendwann fängst du aber an zu überlegen, okay, warte mal, was ist denn das, was alle anderen machen, was hier besser funktioniert? Und ich erinnere mich hier an, Tim Ferriss war das doch, glaube ich mal. Der ist Weltmeister im Thai-Boxen geworden. Und das hat er nur geschafft, weil er irgendwie so eine Abwehrtechnik hatte, wo er durch seine Größe irgendwie so einen Pattern sozusagen erzeugt hat. Die anderen haben sich K.O. gekämpft und dann hat er zwei Schläge gelandet und hat gewonnen. So weißt du, was ich meine? Deswegen, ich kann mir das gut vorstellen, was du da beschreibst. Das ist ja interessant. Dein Punkt lautet ja, lerne lieber sozusagen. Das heißt ja, du hast auch irgendwann mal die Erfahrung gemacht, wenn es nicht so war in deiner Businesswelt, hast du glaube ich gesagt.

Fedor Holz: Ja, da, ich habe einen ganz interessanten Abstecher. Ich habe 2016 quasi wirklich von 100 auf 0 Poker gequittet und um das so chronologisch ein bisschen einzureihen, da war ich 22, müsste ich da gewesen sein. Und dann habe mir Ein Businessman, mit dem ich viel Poker gespielt habe, mit dem ich immer wieder in Austausch war, der hat mir angeboten, in seiner Trading-Firma zu arbeiten. Er wollte das schon länger, dass ich mal vorbeikomme. So, hey, probier das mal. Ich glaube, der wollte mich da abwerben. Die hatten auch immer wieder mal Pokerspieler bei sich, weil das eben von den Fähigkeiten recht gut zusammenpasst. Und dann war ich einen Monat dort und das war irgendwie so sehr polarisiert für mich. Es war auf der einen Seite ultra, ultra cool. Ich muss mir vorstellen, wirklich wie in den Filmen, so ein Trading Floor mit so 10 Meter hohen Decken, dann sitzen da alle in der Mitte und du schaust so drüber, so über den Trading Floor und die Leute schieben da hunderte Millionen hin und her. Und auf der anderen Seite war es für mich aber auch irgendwie sehr frustrierend, weil ich das Gefühl hatte, ich bin da reingekommen, quasi meine Aufgabe war, ich rede mit den ganzen Leuten, ich habe die ganze Zeit Meetings, One-on-One-Meetings, auch mit den Mitarbeitern, mit den Teamleads. schau nach Ineffizienzen. Wo kann man irgendwas besser machen? Und da wurde ich überschwemmt. Also es war, da war so viel Optimierungspotenzial. Und dann kam so diese Experience, warum es alles dann doch nicht geht. Ja, das geht nicht, weil und das funktioniert nicht, weil und das können wir doch nicht machen und das geht. Und dann war ich danach so, ey, so. Das ist gar nicht, es ging für mich gar nicht so sehr um das Geld, sondern eher dieses Gefühl von, okay, wir haben doch hier so viele Möglichkeiten, was wir machen können, aber dann werden da tausend politische Dinge und warum das nicht funktioniert und das nicht funktioniert. Und natürlich kommen dann auch Menschen ins Spiel. Es ist ja dann auch, okay, das sind ja auch Menschen, die Trader. Und wenn du denen dann, eigentlich müsstest du die acht Leute entlassen und so. Und dann merke ich, okay, da ist eigentlich viel mehr dabei, als jetzt einfach nur zahlen und optimieren. Und das war so meine erste. mit diesem ganzen Thema, die Besitzer wollen eigentlich so viel Kohle machen wie möglich und der Mitarbeiter will vielleicht aber, dem reicht das, also die haben da crazy Geld verdient, dem reicht das, eine halbe Million im Jahr zu verdienen, der will gar nicht mehr. und dann bist du in diesem Zwischending, eigentlich müsste der das machen, aber er will das nicht und so. Also da bin ich mit etwas in Berührung gekommen, was mich sehr schnell dazu gebracht hat, ich brauche diese Entscheidungsfreiheit, ich kann nicht in einer Umgebung sein, wo ich so viele Möglichkeiten sehe und mich aber eingeschränkt fühle, die umzusetzen.

Joel Kaczmarek: Was bist du denn heute eigentlich?

Fedor Holz: Beruflich meinst du? Ich habe, ich würde sagen, ich bin gerade busier denn je, aber auch undefinierbarer denn je. Es sind sehr viele so kleine Projekte und Dinge, die sich über die letzten zehn Jahre bei mir so zusammengebaut haben irgendwie. Ich habe Beteiligungen an unterschiedlichen Unternehmen, wo ich würde sagen, ein paar Stunden im Monat drin bin. Dann meine Beziehung ist mir sehr wichtig. Das ist viel. Ich habe Familie in Deutschland, die besuche ich. Das heißt, wir reisen viel. Und dann die Poker-Thematik ist natürlich auch, wenn ich zu einem Pokerturnier reise, ist das einfach so ein intensiver Block. Machst du hier wieder? Mache ich so vier Wochen im Jahr circa. Aber es ist immer auch in anderen Locations. Das heißt, das ist irgendwie so. Und da kommen dann so viele Sachen zusammen. Ich mache recht viele Investments. Das heißt, das ist auch irgendwie ein Thema, was mit drin ist. Crypto ist bei mir ein recht großes Thema. Immer wieder mal on und off. Also es kommen irgendwie so verschiedene Dinge zusammen. Und jetzt das Buch zum Beispiel war ein riesiger Kraftakt, den ich komplett unterschätzt habe. Und ja, da kommen unterschiedliche Dinge dann irgendwie zusammen. Aber gerade habe ich keine operative Rolle. Also ich bin gerade eher auf der Suche als alles andere.

Joel Kaczmarek: Was ist denn dein zweiter Punkt?

Fedor Holz: Mein zweiter Punkt ist, ich habe recht viel darüber nachgedacht, was so meine Reihenfolge auch ist. Mein zweiter Punkt war ein ganz simples Wort und zwar Geduld. Ich bin ein sehr ungeduldiger Mensch. Manchmal war mir das auch nicht so bewusst, wie ungeduldig. Und ich finde, Geduld ist sehr leicht gesagt. Sei geduldiger ist irgendwie jetzt so ein recht un... Greifbarer Tipp, finde ich. Aber wenn ich es pragmatisch mache, dann würde ich sagen, dass mein Verständnis von wie lange Dinge braucht und was der Zeithorizont von der Entwicklung für mich jetzt ist oder einem Projekt, dass sich das komplett verändert hat. Also deswegen war das schon ein sehr wichtiger Ratschlag, dass wenn ich jetzt heute auf was schaue und ich jetzt überlege, okay, ich möchte jetzt eine neue Sache machen und ich möchte Kompetenz in einem Bereich aufbauen, dann würde ich sagen, drei Jahre würde ich mich mal als inkompetent betrachten. Das ist erstmal nur Discovery und Learning Phase. Und das war für mich als 20-Jähriger völlig unvorstellbar. Also drei Jahre, ich wollte direkt los, anfangen, machen, so Unternehmertum. Ja, okay, das wird man schon irgendwie so machen, starten, los. Heute würde ich... alleine durch diese Perspektive schon ganz anders an die Sache rangehen. Also wenn ich in der Selbstwahrnehmung dann eher mich mal als blutigen Anfänger, als lernbedürftig auch sehe, dann okay, was sind denn die Dinge, die ich lernen muss, wie lerne ich das am besten, dann ist eine ganz andere Perspektive als, okay, ja, ich fange jetzt mal an, ich gründe eine Firma, ich brauche, also das ist irgendwie eine ganz andere Herangehensweise. und ich würde sagen, jetzt ist mein zehntes Jahr Unternehmertum und jetzt langsam fange ich an, dass ich das Gefühl habe, okay, ich würde mich in manchen Bereichen als kompetent betrachten. Und das ist crazy. Das sind zehn Jahre. Und da würde ich sagen, die ersten fünf Jahre war mal nur Fehler machen, nur aufnehmen lernen.

Joel Kaczmarek: Ich weiß aber genau, was du meinst. Ich meine, ich habe vier Jahre lang irgendwie das namhafteste Magazin gemacht im Startup-Bereich. ich mache jetzt seit zehn Jahren einen Podcast und ich glaube, nach dem fünften Jahr Podcast habe ich irgendwann endlich mal verstanden, was eigentlich damit gemeint war, wenn die gesagt haben, es ist VC-fähig. Also ich habe das immer alles gewusst, ja, es ist ein Outlier-Business, nur einer von zehn geht durch die Decke, der muss alles wieder refinanzieren, bla bla bla. Aber sich mal klarzumachen, was sind die Implikationen, was muss ein Modell sozusagen, wenn du es rückwärts baust, was heißt das eigentlich am Anfang? Deswegen verstehe ich das total. Und ich weiß auch, was du mit Geduld meinst, ich habe die Tage mit jemandem telefoniert und dann hat er so eine Info gehabt von einem Wettbewerber von mir und dann meinte ich, du kannst das mal rüberschicken, würde mich mal interessieren. Ja, klar, mache ich. Ich bin jetzt auf dem Heimweg. Morgen schaffe ich das aber nicht, es wird übermorgen. Und ich saß so da und dachte so, wie, morgen schaffst du nicht, es wird übermorgen? Ich dachte, das schickst du mir nachher. Weißt du, was ich meine? Also, das ist so dieses, ich glaube, so ein bisschen Startup-Style auch, dass man immer denkt, ja, mache ich sofort. Klar, Impuls. Also, wahrscheinlich haben du und ich da so eine gewisse Nähe. Wie hast du es denn geschafft? Oder, ich wette, mit dir hast du es noch nicht abgelegt. Ungeduld legt man nicht ab, ne? Aber wo bist du denn auf den Weg gekommen?

Fedor Holz: Ja, das ist interessant. Also, die Die Entwicklung könnte ich jetzt nicht so festmachen an einer Sache. Ich würde sagen, was ich schon die letzten zehn Jahre ganz stark merke bei mir oder elf, ist eine Entschleunigung in eigentlich allen Bereichen. Also dementsprechend Geduld ist für mich eigentlich ja auch mehr eine, man kann jetzt Geduld sagen im Sinne von, man kann besser warten. Aber für mich geht es eigentlich mehr darum, Erwartungshaltung zu Zeithorizont. Das ist ja, ah, okay, ich kann das schon oder ich kann das in drei Monaten oder wir machen das einfach mal, das wird schon klappen und so. So Sätze wirst du von mir heute eigentlich nicht mehr hören, sondern es ist viel, ich würde sagen, auch viel realistischer, weil es ist ganz spannend. Jetzt würde ich sagen, Dinge dauern viel länger und ich bin schon viel kompetenter, was es ja noch krasser macht. Ist ja nicht da nur, okay, ich glaube jetzt, dass es länger dauern würde, sondern es ist auch, ich starte schon von einer viel weiteren Position. Und ich glaube, was auch ein ganz großer Punkt ist, ist so, das ist natürlich wahnsinnig eng verbunden auch mit der Einschätzung zu known und unknown. Also was weiß ich, was weiß ich nicht. Und der große Punkt ja vor allem, ich finde das immer so ein ganz schönes Bild, dieses Also wenn du irgendwo stehst, was kannst du sehen? Also was weißt du, was du noch nicht weißt? Und dann was sind all die Dinge, die dahinter verborgen liegen? Also was sind die Dinge, die wir noch nicht wissen, dass wir sie nicht wissen? Und das hat für mich ganz viel mit Ungeduld zu tun. Weil wenn ich jetzt, als ich angefangen habe, meine erste Firma gegründet habe, da habe ich eine ganz schlechte Einschätzung davon gehabt, was ich noch nicht weiß. Und irgendwie ist es schön, einfach anzufangen und zu machen. Ich glaube, das ist ja auch ganz oft, was man sagt. Wenn du das gewusst hättest, hättest du die Firma nicht gegründet. Diese Thematik, aber auch eher von der anderen Richtung, von für meine persönliche Entwicklung, wäre das schon auch ganz gut gewesen, eher zu schauen, wie kann ich auch diesen Prozess so gesund wie möglich für mich gestalten. Und da habe ich mich in den ersten paar Jahren schon ziemlich ausgebrannt.

Joel Kaczmarek: Ja, ich weiß, was du meinst. Also A, es ist ja mal super undankbar, weil wie willst du wissen, was du nicht weißt? Weil wenn du es wüsstest, dann, also man hat vielleicht so Bereiche, aber es ist ja ein bisschen wie so eine Landkarte, wo sozusagen noch weiße Flecken sind. Und dann hat man ja irgendwie immer den Anspruch so, ah, okay, das da ist die Elite. Ich schätze jetzt mal als ehrgeizig ein, das kriege ich bestimmt in der Hälfte der Zeit hin. Oder ich habe eine Fähigkeit, die, so in diesem Shortcut, der ist halt schon sehr, sehr schwer zu erreichen.

Fedor Holz: Das ist schwer zu erreichen, aber ich finde, die Informationen sind eigentlich da. Also beispielsweise, als wir unsere erste, vielleicht über die erste Firma kurz, wir haben im Grunde, ich glaube, der Ansatz hat Sinn gemacht. Ich habe mir überlegt, okay, was ist das, wo ich glaube, das am meisten Mehrwert, was mir am meisten Mehrwert geliefert hat und was ich glaube, das irgendeine Übertragbarkeit hat. Und für mich einer der größten Mehrwerte war der Coach, mit dem ich gearbeitet habe. Also ich habe sehr eng mit einem Mindset-Coach gearbeitet. der auch mit sehr vielen Top-Sportlern gearbeitet hat. Und der hat mir so Tapes gemacht. Der hat mir so MP3s vor meinen Competitions gemacht. Und das habe ich oft auch Freunden weitergegeben. Da habe ich gefragt, hey, kannst du vielleicht für den auch sowas machen? Und das war die erste Firma. Wir haben eine App gebaut, wo du diese Tapes, der ist ins Studio gefahren, hat halt für 100 verschiedene Situationen. Also vor... Für Schlafprobleme, für Flugangst, für eine Klausur, für Hochleistungssportler in unterschiedlichen Bereichen. Und das war schon in dem Bereich recht neu, weil das meiste, was es gab, die zwei größten Competitor waren Headspace und Calm. Und das finde ich ist ein sehr spannendes Thema, weil wenn ich da jetzt drauf schaue, die waren Lichtjahre voraus. Also Calm, würde ich sagen, ist im App-Bereich. waren das damals mit die begnadetsten. Also die waren, was Produkt angeht, einfach so, so gut. Und ich glaube, da ist schon dann auch, was ist deine Fähigkeit, realistisch jetzt diese Situation einzuschätzen? Und das ist so diese, okay, gut, da gibt es einfach Competitor, die sind, na klar machst du irgendwie ein bisschen unterschiedliches Produkt, aber am Ende ist das für einen Endkunden jetzt auch erstmal halbwegs schwierig zu verstehen. die haben es halt komplett zerstört. Die waren halt einfach, und da hat es auch recht lange gedauert. Ich glaube, die haben 2012 oder 2013 angefangen. So richtig erfolgreich wurden die, glaube ich, erst 2016, 2017. Und so, wenn ich das jetzt reflektiert mir betrachte, dann würde ich heute ganz anders diesen Markt mir anschauen und sagen so, okay, was gibt es da? Wie groß ist der Markt? Wie gut sind die anderen? Was kann ich? Und da würde ich direkt sagen, jo, mal Stopp. Die zwei sind mal richtig gut. Die haben ein Megaprodukt. Ich würde niemals so ein gutes Produkt, auch wenn ich heute anfangen würde, ich würde niemals so ein gutes Produkt bauen wie Calm. Ich glaube, die sind mindestens einmal App des Jahres geworden in allen Bereichen. Die hatten die besten Leute im Product und die haben Marketing, also Headspace würde ich sagen, hat Marketing noch mal ein bisschen besser gemacht und dann ist Calm aber auch richtig gute Marketing geworden. Und dann hast du so, okay, du hast jetzt zwei Competitor, wo du irgendwie gefühlt so ein bisschen hinten an bist und dann ist die Frage, okay, so kannst du da was reißen? Und ich glaube, die Antwort wäre, War dann auch nein, aber hätte man mit ein bisschen Abstand und mit ein bisschen mehr Reflexionsfähigkeit und einer ehrlicheren Einschätzung vielleicht da auch schon ein bisschen klarer sehen können.

Joel Kaczmarek: Ich glaube, es ist auch eine Mischung, die man braucht. Also du brauchst so ein gewisses Unwissen, damit du es machst.

Fedor Holz: Ja.

Joel Kaczmarek: Weil manchmal würdest du es nicht machen, wenn du weißt, hier so vier Jahre Glasscherben kauen, sagt man ja immer, ist gründen. Aber wenn du halt so ein paar Fehler vermeiden kannst, ist schon ganz gut. Deswegen, was ist dein dritter Punkt?

Fedor Holz: Mein dritter Punkt ist. Rund um Werte und Kommunikation, ehrliche Kommunikation. Ich würde sagen, das ist jetzt weniger ein Ratschlag, den ich mir geben könnte, weil ich glaube, das ist passiert. Es ist mehr eine Beobachtung, glaube ich, die ich teilen würde, die vielleicht meinem 20-jährigen Ich dabei helfen würde, das nochmal ein bisschen klarer zu sehen. Aber eine der wichtigsten Entwicklungen für mich war, softer zu werden. stärker verankert in mir selbst zu sein und Entscheidungen eher aus mir rauszutreffen. Und das ist vor allem, das ist leicht in leichten Situationen, aber vor allem in schweren Situationen, wo ich angespannt bin, gestresst bin, viel Druck, also vor allem in sehr druckbehafteten Situationen. Und da trotzdem noch eine Art von Orientierung irgendwo her zu gewinnen, da würde ich sagen, habe ich früher, das war irgendwo außerhalb meines Körpers oder außerhalb von mir. Das war, was sollte ich oder was würde der und der oder was. Und da ging es ganz viel bei mir um nicht verlieren. Bloß nicht den Kürzeren ziehen. Und das hat dazu geführt, dass ich einige Entscheidungen getroffen habe, die ich nicht bereue. Aber wo ich glaube, wo jetzt ein riesen Entwicklungsprozess bei mir angefangen hat, gerade die letzten zehn Jahre.

Joel Kaczmarek: Also warst du früher ein bisschen fremdbestimmt?

Fedor Holz: Ich glaube, das Wort würde jetzt ein falsches Bild hervorrufen. Aber in der Pokerwelt, ich glaube, ich erzähle es am besten so, in der Pokerwelt geht es ganz viel um nicht niedergeschriebene Verträge, also soziale Verträge. Wir machen uns was aus oder oft sind auch... Dinge, die erst im Nachhinein entschieden werden, wo es dann um eine gewisse Art von Mittellinie finden, um irgendwie ist es eine Mischung aus Kommunikation, aber auch Konsensus zu finden. Wir müssen eine Einigung finden, wir müssen Dinge klären und das ständig, weil da ganz viele so Mini-Transaktionen passieren. Und das ist aber nicht nur jetzt irgendwie, okay, wir kennen uns nicht und das passiert schnell wie auf einem Marktplatz, sondern ... Du hast teilweise mit den Leuten zehn Jahre zu tun oder du hast eine Beziehung mit den Leuten und dann gibt es aber noch diese Verkettung von ich habe Anteile bei dir oder du bei mir oder man leiht jemandem Geld oder ganz viele so kleine Dinge, die da passieren können. Und das ist aber nicht jetzt einfach so, dass du dir das aussuchst, sondern es ist Teil des Geschäfts in die Richtung. Und da war ich So. die Kultur, in der ich dann in meinem Freundeskreis aufgewachsen bin, war sehr auf Verteidigung, sehr auf bloß nicht verarscht werden, bloß nicht den Kürzeren ziehen, nie der Schwächere in dieser Transaktion sein. Und das hat zu vielen Situationen geführt, wo ich dann krampfhaft irgendwie versucht habe, eben das so zu, so ein bisschen Fuß in den Sand und gucken, dass man mit dem Arsch an die Wand kommt. Ja und das hat natürlich, in manchen Situationen hilft es auch dabei eben nicht verarscht zu werden und in anderen Situationen ist es aber auch einfach nicht angebracht. oder anders vielleicht, es ist nicht wie ich es machen möchte. Das ist nicht das, was sich für mich rund angefühlt hat, sondern es gibt einfach Situationen, wo ich sage, das ist okay. So, ich will da gar nicht hin, du bist ein guter Freund von mir. Ich will da gar nicht jetzt groß in die Diskussion gehen. Ich würde vielleicht sagen, das ist circa meine Einschätzung der Sache, aber ich möchte da keine große Diskussion draus machen. Ich möchte nicht, dass das ein entscheidender Faktor ist. Und diese Art von, also das ist so ein bisschen mein, ich habe am Anfang jetzt das Thema genannt, aber mein Takeaway ist eigentlich der, in Entscheidungen nicht zu versuchen, auf die einzelne Transaktion zu optimieren. Wir waren in einem unfassbar transaktionellen Umfeld und wir haben eher Transaktion für Transaktion gedacht. Und das würde ich sagen, mache ich heute sehr anders. Da ist für mich so, dass das Ding, was ich mir mitgeben würde, ist, ich möchte in 20 Jahren, in 10 Jahren in den Spiegel schauen und ein gutes Gefühl mit der Entscheidung haben, auch wenn ich vielleicht eine ganz andere Meinung oder Haltung zu der Situation hatte wie mein Gegenüber. Weil das ist natürlich, ich habe am Anfang von Stress- und Drucksituationen gesprochen, das sind ja die Situationen, wo es zu Druck kommt, wenn der eine sagt, ich bin da und der andere sagt, ich bin aber da und man ist weit weg von, ja, wir können uns jetzt, also es ist einfacher, wenn man sagt, ja, wir haben so und dann einigen wir uns und dann ist es so, nee, ich will 20 Prozent, aber dein Gefühl ist 1 Prozent und jetzt okay, 10 ist jetzt nicht die Lösung. Also das ist dann manchmal. Oder das sind die Situationen, wo ich sehr, sehr viel gelernt habe und da dann in diese Reflexion zu gehen und zu gucken, okay, wo ist da Gier, wo versuche ich hier gerade irgendwie für mich zu optimieren, wie wichtig ist gerade das Geld, wie wichtig ist es gerade, dass ich bloß nicht den Kürzeren gegen den ziehe. und was ist wirklich so? die Essenz, wo ich sage, hey, nee, damit, da fühle ich mich nicht wohl mit, so das zu, das ist für mich so Teil dieses, also. Entscheidungen treffen, verhandeln, Angebote machen, Angebote annehmen, so dieses ganze Transaktionskommunikationsthema.

Joel Kaczmarek: Was glaubst du, wenn du diese Einstellung jetzt, Entscheidungen nicht mehr transaktional zu betrachten, mit 20 gehabt hättest, wärst du trotzdem so erfolgreich gewesen in der Pokerwelt? Wärst du vielleicht noch erfolgreicher gewesen? Wie wäre es gelaufen?

Fedor Holz: Ich glaube, was sich da ganz stark zeigt, genau was ich jetzt merke, ist, dass das Ergebnis nachgelagert kommt. Also ich würde sagen, damals habe ich nicht unbedingt, aber vielleicht in manchen kürzeren Abschnitten dadurch bessere Erfolge erzielt. Aber jetzt, ich habe sehr, sehr viele meiner finanziell erfolgreichsten, emotional bereicherndsten Erfahrungen kommen nach vielen Jahren. Das war nicht irgendwie so, hey, wir machen jetzt diesen Deal, sondern es ist zum Beispiel die finanziell erfolgreichsten Sachen, die ich gemacht habe. kam mit einem Freund, den ich seit zehn Jahren kenne, wenn wir nicht so lange uns so vertrauen würden, würde das niemals zustande kommen. Also so ganz viel, wo ich merke, okay, das ist quasi aufgebaut auf jahrelangen Beziehungen, wo dieses Szenario nie entstehen würde, wenn die Grundhaltung nicht da wäre. Weil ohne das Vertrauen wäre das Setting quasi zu instabil und dadurch würde das nicht funktionieren. Und ich glaube, das ist zum Beispiel so ein ... Ein ganz, ganz wichtiger Teil, wenn man halt sehr transaktional denkt und recht stark monetär optimiert. Das ist ja per se, also ich bewerte das gar nicht so stark. Ich habe auch recht viele Leute um mich rum, die das vielleicht anders bewerten. Aber für mich funktioniert es nicht so gut. Und ich merke, dass ich am besten funktioniere mit Leuten, für die das auch nicht so zentral ist.

Joel Kaczmarek: Ich habe die Tage so ein Zitat mal bei Verena Pauster, glaube ich, aufgeschnappt, die auch so sinngemäß gesagt hat, Positivität läuft langsamer. Also so nach dem Motto, also man wundert sich ja manchmal, wenn jemand so ein Arsch ist und dann schauen wir nochmal in die Politlandschaft gerade, vielleicht auf einem anderen Kontinent, so wer gewinnt denn da? Irgendwie diejenigen, die so ruthless sind, die sich so egoistisch verhalten und rücksichtslos. Aber das ist immer nur eine kurzfristige Brille. Wenn du longterm guckst, gewinnst du eigentlich Langzeit über Positivität, nicht über Negativität. Da beschäftige ich mich gerade noch die Frage, bei dir gab es so einen Moment, wo du so einen Turning Point erlebt hast, wo du gesagt hast, oh, das war so ein Aufweckmoment. oder ist es mehr was, was so schleichend wie bei dir aufkam?

Fedor Holz: Sehr schleichend. Also ich würde sagen, es gibt dann immer wieder so kleine Explosionen, wo sich das manifestiert. Beispielsweise Betrug. Ich wurde mehrmals betrogen in meiner Karriere. Gerade wenn es um so viel Geld geht, würde ich sagen, ist diese die Linie da auch näher. Und das sind natürlich dann immer wieder diese Momente, wo so, wow, okay, was mache ich jetzt mit der Situation, wie gehe ich damit um, was bedeutet das für die Beziehung und so weiter. Und das hat mich sehr geprägt. Ich würde sagen, am Anfang eher in Richtung von vorsichtiger oder Misstrauischer, nicht vorsichtiger, Misstrauischer. Und das hat sich jetzt gelockert die letzten zehn Jahre hin zu mehr, es ist okay. Also ich glaube auch einfach diese Menschlichkeit, das besser nachvollziehen zu können. Ich glaube, ich kann mittlerweile, habe ich nicht mehr so viel, ich glaube, ich selektiere viel härter, auch in Richtung von Integrität und irgendwie, wo ich das Gefühl habe, da ist recht starke Stabilität und recht starke Werte vorhanden, aber ich bin auch nicht mehr so hart, wenn mal Unsinn gemacht wird. Also irgendwie ist es so, ja, okay, dann kommt halt irgendwie eine Sache zur nächsten und so weiter und ich ziehe dann schon auch meine Konsequenzen, aber ich kann es irgendwo menschlich auch sehr gut nachvollziehen. Das hat, glaube ich, auch sehr viel verändert.

Joel Kaczmarek: Passt ja ein bisschen zu deinem zweiten Punkt mit der Geduld.

Fedor Holz: Ja, ja.

Joel Kaczmarek: So, Nummer 4.

Fedor Holz: Nummer 4 geht für mich ganz klar in Richtung Selbstüberschätzung und Wissen, was ich alles weiß und wie sicher ich mir bin über die Dinge, die ich weiß. Das war jetzt nicht als ordentlicher Ratschlag formuliert. Ich würde sagen, als Ratschlag so für mich ist, sei dir nicht so sicher mit den Dingen, mit denen du dir sicher bist. Das ist bei mir schon ein sehr prävalentes Thema. Ich würde sagen, da hat mir vor allem mein Umfeld sehr geholfen. Ein sehr guter Freund, Rainer, der mich da schon auch sehr in Check gehalten hat, die Sachen so zu... abzuklopfen und auch mal zu sagen so, stimmt das so? Und das ist gar nicht aus so einer, also ich würde sagen, das ist so ganz ursprünglich bei mir, kommt es schon aus meiner Jugend, wo ich mir recht stark so ein Übertreiben und irgendwie, ich glaube, da ging es sehr viel um, für mich so dazu zu gehören, zu gefallen und deswegen habe ich das so, boah, das ist so und so und Das ist dann immer abgeschwächter geworden und ich glaube, so ein anderer Teil ist, also so übertreiben. Ich würde sagen, das ist ein ganz großer Punkt. Ich will nicht übertreiben. Und ich habe eigentlich, ich empfinde eigentlich sehr viel Stolz dabei, Dinge zu versuchen, genauso wiederzugeben, wie ich das empfunden oder so. Ich halte das für eine sehr, sehr wichtige Eigenschaft und sehr, bedeutet mir sehr viel, auch wenn andere Leute das machen, weil ich glaube, das hat so viel Einfluss auch auf. Das Miteinander, weil es für mich so irgendwie die ehrlichste Form von Verwundbarkeit auch ist, wenn man versucht, Dinge eben genau so darzustellen, wie man es empfunden, erlebt, gesehen hat. Das ist so das, würde ich sagen, was recht leicht zu beeinflussen ist und da habe ich wirklich hart trainiert, dann auch Dinge zu korrigieren. Also ich habe mir dann vorgenommen, auch so, wenn ich das Gefühl habe, so, jo, ich habe drei gesagt und es war zwei, dann danach so, ey, nee, sorry, es waren zwei, nicht drei. So, boah, das war unangenehm teilweise. Also das war ein ganz Ganz großer Tipp für mich in meinen Zwanzigern. Ich habe einfach dann danach mit geschärfterer Sensorik viele Situationen gemerkt, wo ich so, wow, das ist meine Erinnerung und ich glaube, die ist nicht äquivalent, also teilweise auch komplett off zu der Situation, dass jetzt nicht irgendwie drei Jahre her, sondern so, hey, das ist vor fünf Minuten passiert und es ist nicht ganz so. Und das ist schon ein ganz großes Learning für mich auch, dass nicht so, hey, das war so, sondern das ist gerade, wie ich mich daran erinnere.

Joel Kaczmarek: Mir geht es manchmal so, das ist für mich immer ein sehr schmerzhafter Moment. Ich bin extrem gut darin, viele Informationen in kurzer Geschwindigkeit zu verarbeiten und schnell zu verpacken. Manchmal habe ich aber nicht so eine Detailtreue bei manchen Sachen. Und dann sage ich mal, hast du ein Gespräch und dann sagst du so, ja, du hast doch gesagt, dass die Streichhölzer bei dir in der Box total kurz waren. Nee, das habe ich überhaupt nicht gesagt. Ich habe gesagt, viele von denen waren nicht so lang. Und es ist was anderes. Weißt du, was ich meine? Das ist jetzt ein schlechtes Beispiel, aber in dieser Logik, du hörst etwas und das ist manchmal so, du kannst ein anderes Wort nehmen, was für dich synonym ist, für die andere Person überhaupt nicht synonym. Und dann merke ich immer so einen Twist. Ich so, shit, stimmt. Wenn man natürlich mein Wort nimmt, da steckt viel mehr das drin. Bei ihrem Wort viel mehr das. Auweia. Was würdest du denn aber sagen, was passiert denn, wenn man sich der Sachen, der man sicher ist, zu sicher ist?

Fedor Holz: Ich finde, es bringt eine wahnsinnig große. Ich finde, es bringt sehr viel Identität in Dinge rein, die nichts mit Identität zu tun haben. Also man trägt so einen persönlichen Kampf aus an Sachen, die überhaupt nichts damit zu tun haben. Man lädt das so auf und dann geht es darum, glaubst du mir nicht oder so. Und ich würde sagen, da bin ich jetzt nicht alleine mit. Aber da versuche ich mich nicht so sehr darauf zu fokussieren, aber es ist bei mir sehr stark. Es geht dann sehr viel um, hörst du mir nicht zu oder nimmst du mich nicht wahr oder glaubst du mir nicht. Und damit hat es ja überhaupt nichts zu tun. Also das große Learning für mich in dem Thema ist, dass... So das, was du meinst, diese absolute Wahrnehmung, das ist das eine Thema, aber es ist vor allem bei mir sehr stark verknüpft mit meiner Identität und Selbstwahrnehmung und meinem Selbstwert. Und ich glaube, es ist beides. Es ist die realistischere Einschätzung und das Auflösen der Identifikation über diese Thematik.

Joel Kaczmarek: Ja, gerade das ist ja super krass. Also wenn man da seinen Welpsfer sozusagen dran bindet. Also ich habe das schon öfters gehabt im Leben, dass man so fasziniert, dass ich fasziniert war. Realität ist ja ein Stück weit Konstrukt, auch eins, was sozusagen, wo wir alle viele Gemeinsamkeiten haben und Überschneidungen. Ich weiß nicht, ob es dir immer so gegangen ist, aber manchmal kann es ja so passieren, jemand erzählt dir eine Info und du siehst auf einmal fünf Jahre Zusammenarbeit mit jemandem auf einem völlig anderen Licht. Es hat sich objektiv gar nichts geändert, nur deine Wahrnehmung hat sich geändert, nur dein Informationsgrad sozusagen und es hat natürlich eine riesige Wucht sowas. Wie ist es denn bei dir eigentlich? Bist du jemand, der sehr, sehr viel über das Denken funktioniert oder auch viel über das Fühlen? Weil gerade wenn du an so einem Tisch sitzt, könnte ich mir vorstellen, musst du ja auch viel spüren, was so in den Leuten vorgeht.

Fedor Holz: Ganz unterschiedlich. Also ich denke schon gerne, aber ich fühle auch gerne. Also ich würde sagen, es ist mehr so Situationsanwendung. Die meisten Menschen sind tendenziell eher überrascht, wie wenig ich denke, würde ich sagen. Es gibt viele Situationen, meine Verlobte ist da oft so. Was denkst du gerade? Und da sind wirklich oft Situationen dabei, wo ich wirklich das Gefühl habe, ich denke gerade an gar nichts. Ich habe gerade eine Minute lang komplett so und bei ihr so. Und dann erzählt sie und das ist das Verrückteste, wo sie mir dann erzählt, was in ihrem Kopf gerade vorgegangen ist. So schnell kann ich nicht denken. Also, ich denke über eine Sache nach und dann baue ich das aus. Und ich bin nicht so ein sprunghafter Denker.

Joel Kaczmarek: Das ist schön, so Magnetismus der Dinge so ein bisschen.

Fedor Holz: Ja, also ich mag zum Beispiel, wenn mich was konsumiert. Ich liebe es, so eine Sache und da kann ich mich so hingabe.

Joel Kaczmarek: Gut, kommen wir zum Finale, deinem letzten Punkt, dem fünften.

Fedor Holz: Ja, das war für mich recht klar, was der fünfte wird. Ich habe schon mir auch die ganze Zeit verkneifen müssen, schon vorwegzunehmen, weil das so viel zusammenhängt für mich mit den anderen Punkten. Und zwar, da gibt es jetzt keinen schlauen Satz für mich, aber der fünfte Punkt ist für mich aushalten. Einfach mal auszuhalten.

Joel Kaczmarek: Was denn mal aushalten?

Fedor Holz: Alles Mögliche. Ich würde sagen, das hat viel mit Resilienz zu tun, mit einer gewissen Zentrierung. Und ich bin noch nicht so gut im Aushalten und ich war ganz schlecht im Aushalten.

Joel Kaczmarek: Mach mal ein Beispiel.

Fedor Holz: Es geht jetzt los. Für mich eine der stressigsten Situationen ist, an einem Gepäckband zu stehen. Es gibt eine ganz klare Lösung dieser Situation. Die Linie ist da, weil man vortreten kann, wenn dein Gepäck kommt, weil dann deutlich mehr Leute gleichzeitig das Gepäck nehmen können. Aber es stehen halt trotzdem alle 30 Zentimeter vor dir und da musst du dich so durchdrängen und dann stehen da 300 Leute. und das würde ich sagen, das sind so Kleinigkeiten, aber es sind genau diese Equilibrium von von Sachen, auf die ich keinen direkten Einfluss zur Änderung nehmen kann und die mich innerlich beunruhigen, weil das zu so einer gewissen Isolation führt. Ich habe das Gefühl, ich bin alleine. Ich bin der Einzige, der so denkt. Ich bin der Einzige, der so operiert. Und diese soziale Isolation, das ist kein schönes Gefühl. Und das habe ich in ganz vielen Bereichen, wo ich wo das bei mir zu so einer Überinterpretation geführt hat von, es gibt nicht eine Person auf der Welt, der das wichtig ist, die so denkt, die das so gerne hätte. Und das rauszunehmen, mich dann nicht so reinzusteigern und dann aber auch diese Situation mit einer gewissen Gelassenheit, Akzeptanz zu nehmen. Beispielsweise, ich weiß eine Sache und jetzt sitzt mir jemand gegenüber und sagt was anderes. Das auszuhalten, das hinzunehmen, ist für mich Tortur. Und das wird multipliziert, umso höheren Status diese Person hat. Da sitzt jetzt jemand, der wahnsinnig hohe, anerkannte Kompetenz oder Autorität hat und sagt einfach irgendeinen Unsinn. Und da nicht, aber stopp, schwierig. Also das ist so quasi, das ist ein kleiner Ausschnitt von Situationen, wo Das wird dann einfach nur aufgeladen von, wenn die Person mir was bedeutet, wenn das in anderen Leuten viel Einfluss hat zum Beispiel. Wenn jemand was sagt und das auf hunderttausende Leute einen Einfluss hat und ich habe das Gefühl, das ist fast schon zerstörerisch, das so zu verbreiten. Das löst was in mir aus, das kommt von ganz tief unten.

Joel Kaczmarek: Was würde passieren, wenn du dem nachgibst?

Fedor Holz: Dem Impuls zu folgen, meinst du? Oder ihn wegzulassen?

Joel Kaczmarek: Zu sagen, du Diggi, voll der Bullshit, was du erzählst, so und so und so.

Fedor Holz: Glaub mir, das passiert meistens. Es ist nicht so, sondern es ist eher das Lernen in Zurückhaltung. Aber es ist nicht nur, also ich kann mich dann schon auch öfter zurückhalten, aber es ist vor allem das Gefühl, was es hinterlässt. Es ist noch nicht so. Und dass das okay ist, dass das ein gewisses, so eine gewisse innere So Autofahren ist ein gutes Beispiel. Du bist in einem System, wo du keinen direkten Einfluss auf oder wenig direkten Einfluss auf die Fähigkeiten und die Handlungen von anderen Personen hast, aber du bist irgendwie auch drin. Du bist auch teilweise stark beeinflusst. Wenn jemand anderes irgendwas Dummes macht, kann es dich stark beeinflussen. Und diese Situation, also quasi dem nachzugeben, ich halte es schon für sehr wichtig. Das ist schon was, was dann irgendwie da ist, so von das klarzustellen. Ich halte das für sehr wichtig. Ich möchte das auch. Ich möchte Dinge klarstellen. Es ist dann eher die Art und Weise. Wie mache ich das? Kommt es aus Frustration, Wut, irgendwie auch einer gewissen Aggressivität? Oder hat es was, hey, ich kann dich unterstützen, ich kann dir vielleicht helfen? Und das hat natürlich eine ganz andere Energie.

Joel Kaczmarek: Ich denke jetzt gerade auch noch so an dieses, wie heißt denn das auf Deutsch, Conveyor Belt, Gepäckband. Also wenn ich es nochmal so rekonstruiere, es ist die Situation, du hast etwas nicht unter Kontrolle, bist einem Zustand ausgeliefert und das deckt in dir sozusagen das Gefühl von Isolation.

Fedor Holz: Es fehlt schon die Komponente, dass dieses aus meiner Sicht irrational handelt. Das ist schon der Wichtige. Also es ist nicht jetzt einfach nur ausgeliefert zu sein. Das ist schon ein Grund, also auch in vielen der Sachen bin ich auch über die Jahre immer besser geworden, aber es ist dann so, die können sich dann so zusammen so hochsteigern, so beispielsweise nehmen wir mal so die krassesten Sachen, so Legal System und das sind ja genau die Themen, über die es auch schon um Jahrzehnte, Jahrhunderte geht, so Ungerechtigkeiten, einfach auch wo Leute, wo Existenzen stark beeinträchtigt werden durch einfach ganz einfache subjektive Vorurteile und systematische Problemstellungen. Und dann habe ich da ein gewisses Privileg und dass ich dem nicht so ausgeliefert bin, aber da merke ich so, wenn ich dem ausgeliefert bin, dass das ein ganz, ganz tiefes Thema für mich ist.

Joel Kaczmarek: Was würdest du jetzt gewinnen, wenn du dann in der Lage wärst, das auszuhalten?

Fedor Holz: Wahnsinnig viel mehr Ruhe. Meinst du? Ja, also ich merke das. Also das, du kannst dir nicht vorstellen, wie das, weil ich sehe halt auch so viel mehr. Das klingt aber, also wenn ich mit meiner Verlobten unterwegs bin, haben wir immer dieses Thema, weil ich kann das nicht ausstellen. Also ich sehe, ich will jetzt nicht sagen alles, aber viel. Also ich sehe, wie die Menschen sich bewegen, wo sie sich wahrscheinlich, wer wem mit dem, also wo ich dann sage, also zum Beispiel, ich habe da gestanden, wir waren gerade, kleine Anekdote, wir waren gerade auf einem Festival in Paris und zwei Leute hat das Ticket nicht funktioniert. Und dann bin ich da, höre irgendwie, versuche dann da anzurufen. gleichzeitig gebe ich dem da hinten irgendwie ein Zeichen, dass die anderen sechs wissen, so, jo, wir kommen gleich, telefoniere gerade mit der von Viagogo irgendwie an der Hotline, sagt der irgendwie was und dann fällt irgendwie fünf Meter weiter links fällt einer das Handy aus der Tasche und ich sage halt so, hey, so. Aber ich kann das nicht ausstellen, das ist einfach so und hat halt niemand mitbekommen und so, das ist irgendwie einfach so ein, das war schon immer so bei mir und ich kann das nicht runter regeln, aber ich kann halt verändern, was für ein Impact das auf dich hat. Also ich merke, dass es mich stresst und ich weiß, dass ich es so formen kann, dass es mich nicht so stresst.

Joel Kaczmarek: Hast du mal geguckt, ob du irgendeine Form von Neurodiversität hast? Vielleicht sowas wie Asperger, Autismus, Hochsensibilität, you name it?

Fedor Holz: Ich habe jetzt keinen Test gemacht, aber ganz ehrlich, ich bin auch kein so riesen Fan von den Methodiken, wie das gerade festgestellt wird, weil es am Ende ja schon noch sehr stark ein Spektrum ist. Ich teilweise finde so die Art und Weise, wie da gerade rangegangen wird, dass das so ein bisschen die Themen verwässert. Also das jetzt irgendwie mit dem Wort oder mit den Worten wird teilweise schon sehr inflationär umgegangen. So ah, ich habe irgendwie autistische Züge oder irgendwie so. Also wenn du mal mit Autisten gearbeitet hast, das... verletzt dann schon. Ja, jetzt sind plötzlich alle autistisch. Ich bin mir nicht sicher. Ich würde sagen, ich kann viel von den, wenn man das jetzt so benennt, kann ich viel davon wiederfinden. Am ehesten noch von Hypersensibilität. Ich würde jetzt nicht sagen, also Autismus würde ich sagen, recht weit von jetzt, was ich da zumindest erlebt habe, weg. Hypersensibilität ist ja auch einfach nur, okay, ich bin, also ja, auf jeden Fall, also das würde ich sagen, ist schwer abzuweisen.

Joel Kaczmarek: dann machst du auf einmal auch alles Sinn, wenn man natürlich dann wie du dann Turnier spielt und dann diese ganzen Informationen dich anpingen an so einem Tisch und das hast du ja dann irgendwie über Stunden. Ich weiß nicht, ob es wie bei Schachspielern ist. Ich habe mal gelernt, ein Schachspieler nimmt bei einer WM irgendwie, ich weiß nicht, vier oder sieben Kilo oder sowas ab. Der sitzt ja nur, aber der nimmt ab. Das ist bei dir bestimmt ähnlich beim Pokern, wenn dann halt irgendwie die Gehirnzellen feuern. Deswegen verstehe ich, dass du da nur wenige Spiele gemacht hast. Okay. Weil deswegen auch das Aushalten, alles klar, weil normalerweise würde man ja sagen, es wäre ein coolerer Zustand, wenn ich irgendwie dahin komme, dass ich es gar nicht mehr spüre, dass gar nichts mehr passiert mit mir. Weil etwas aushalten ist ja immer einen Zustand ertragen, der vor allem unangenehm ist und nicht in eine Lösung gehen.

Fedor Holz: Ja, das hat glaube ich für mich auch eine positivere Konnotation, als es vielleicht klingt. Also aushalten ist für mich auch so, ich finde es eigentlich wahnsinnig schön. Also ich meine damit wirklich auch, ich meine es mehr in so eine Endurance-Richtung. Es ist für mich so, wie du einen Marathon auch irgendwo aushältst. Aber es hat auch so viel, also zum Beispiel, wenn ich, Wir waren drei, vier Tage in der Schweiz mit Zelt recht hoch in den Bergen wandern und das für mich schon auch aushalten. Also irgendwo ist das schon auch, da sind Schmerzen involviert und so weiter, aber es ist halt auch ultra nice. Also so ist es eine meiner liebsten Erfahrungen. Aber natürlich ist das nicht schön, 15 Kilo auf dem Rücken irgendwie 2000 Meter hoch zu treiben und so. Da ist natürlich, mein Körper sagt dann schon so, also ich finde es ist mehr so diese Vielleicht wäre das die schönere Formulierung gewesen, diese innere Balance, ja, also diese externen Dinge, die da passieren und so stark auch auf mich einprasseln, damit ein Frieden, ein innerer Frieden, ja, das wäre dann die schönere Formulierung. Aber in meinem Kopf ist es oft dann schon so, mein innerer Talk ist dann schon oft so, ey, manchmal ist auch okay, die Situation einfach jetzt auszuhalten, einfach so. meine Freundin sagt gerade irgendwas, was ich nicht so cool finde, so, let it be. So, das ist jetzt, und das ist, da ist sie die Könige drin, also wirklich, das ist crazy. Die kann das einfach, so, wenn wir uns streiten, die kann einfach dann eine Stunde später sagen, hey, weißt du was, vergiss was. So, und das ist für mich schon auch so ein gewisses, das ist für mich auch aushalten, das ist auch so, ey, man, Und ich bin dann so nachtragend manchmal in Situationen, oder nachtragend eigentlich nicht, aber ich kann es nicht gehen lassen. Ich hänge dann so dran fest und ich finde es manchmal so, okay, hey, das ist jetzt gerade unangenehm, aber es ist fein. Ich kann damit jetzt leben. Vielleicht beschreibe ich das besser, was ich damit meine.

Joel Kaczmarek: Ich glaube, in Streit bin ich so wie deine Freundin. Ich kann auch relativ schnell loslassen. Was ich zum Beispiel nicht könnte, wäre im Streit einschlafen.

Fedor Holz: So. Okay.

Joel Kaczmarek: Also das ist dann so ein Aushalten von so einer Ungelöstheit und ich glaube, also ich habe auch so eine leichte Zwangsstörung. Ich weiß nicht, wenn ich zum Beispiel irgendwo rausgehe, drei Handtücher hängen und eins hängt kolossal schief. Das wäre für mich so ein Aushalten. Okay, das sieht nicht gut aus oder du müsstest eigentlich mal wechseln, aber du gehst jetzt einfach raus.

Fedor Holz: Das ist ein gutes, das ist glaube ich genau dieses Gefühl. Das ist für mich, und da finde ich, gibt es so eine Progression. Da hast du so eine Entwicklung, wo du dann merkst, Du kannst es sehen und du kannst genau nachvollziehen in dir drin, wie sich das die letzten 500 Mal irgendwie leicht verändert hat.

Joel Kaczmarek: Ich nenne es immer so den inneren Monk oder den Minimonk.

Fedor Holz: Ja, ja, ja. Aber das ist schon, da ist ja auch sowas. Ich habe das Gefühl, das wird nie, also der Impuls, der da reinkommt, den kannst du nicht ausstellen. Das wird eben dein ganzes Leben, also das ist meine These, dass du das wahrnimmst. ich habe das Gefühl, da will ich gar nicht rangehen, weil das wird, das werde ich glaube ich, ich werde jetzt nicht das nicht mehr sehen, sondern es ist mehr einfach dieses so, dass die am Telefon dann gerade nicht so ganz versteht, was ich meine und das Problem vielleicht nicht so löst und so weiter, so da einfach so, hey, mich besser in sie hineinversetzen zu können, mehr Ruhe damit zu haben und dann einfach so, hey, du hast da dein Handy und dann ist es ja auch einfach eine entspannte Situation, ich löse ja auch gerade irgendwie, das ist ja auch schön, so ich kann meinen Freunden helfen, so, also das kann dann mit dem richtigen Mit der richtigen Perspektive kann da eigentlich ja dann auch eine ganz angenehme Situation draus werden.

Joel Kaczmarek: Gut, also Fedor Holz, Nummer eins, lerne lieber erstmal von anderen, als alles selbst zu machen. Nummer zwei, sei geduldiger. Nummer drei, versuche in Entscheidungen nicht in einzelnen Transaktionen zu denken. Nummer vier, Selbstüberschätzung. Sei dir nicht zu sicher mit den Dingen, bei denen du dir sicher bist. Und Nummer fünf, einfach mal aushalten. Finde inneren Frieden mit externen Dingen. Ja, ganz gut.

Fedor Holz: Hast du besser zusammengefasst als ich.

Joel Kaczmarek: Aber es ist spannend, weil ich mag bei dir, dass das fast so ein psychologisches Gerüst um dich rum aufmacht. Also so eine Stabilität. Da höre ich so ganz viel Selbstfindung raus. Vielleicht die wöchentlichen Sessions mit deinem zehn Jahren aktiven Coach. Was macht es mit dir?

Fedor Holz: die Sachen zu hören. Erster Impuls, es klingt ein bisschen simpel, weil ich schon eine gewisse Abneigung gegenüber zu simplifizierten generischen Ratschlägen habe. So dieses so, mach doch einfach das, das, das. So, wow. Ich finde, Ratschläge sind was, das sollte man mit Vorsicht verteilen.

Joel Kaczmarek: Ratschläge sind auch Schläge, ne?

Fedor Holz: Ja, genau. Und deswegen, ich glaube, es hat es gut getroffen. Also ich glaube, ich habe gut teilen können, was so mich die letzten zehn Jahre beschäftigt hat, was schon wirklich in mir drin einen riesen, ganz großen Teil meiner Veränderung beschreibt. Ich glaube, das haben wir mit den fünf Punkten ganz gut getroffen.

Joel Kaczmarek: Dann bin ich mal gespannt, was du mit 51 oder 61 hier demnächst erzählst.