Langhaarmädchen 🧴: So ging der Traum der erfolgreichen Eigenmarke in Erfüllung

20. April 2026, mit Joël Kaczmarek

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Adrian Martin: Das zeichnet uns als dm-drogerie markt durchaus auch aus, Dass wir für jeden Mitarbeiter eine unternehmerische Denkweise und Prägung auch in unserer Kultur verankert haben.

Julia Schindelmann: Wir haben nicht aufgehört, seit zehn Jahren beharrlich geblieben. Wir haben so eine Euphorie, nicht nur für dieses Produkt, sondern für diese ganze Markenwelt. Wenn die uns nicht so glücklich machen würden, hätten wir, glaube ich, dieses Feuer nicht. Er hat in dem Moment für uns den Konzern wieder gespiegelt, wo wir gesagt haben, wir vertrauen.

Adrian Martin: Es hängt eben nicht alles von Reichweite ab. Sondern es hängt natürlich davon ab, wie authentisch, Wie glaubwürdig jemand auch wirklich einen Mehrwert für die Produktgruppe, die man da gemeinsam entwickelt, Dann auch steht.

Joël Kaczmarek: 5 oder mehr, Gib Mir alles, was Du mir sagen kannst und sag, was hast du gelernt?

Adrian Martin: Vom Fallen und Aufstehen, suchen und Versehen. Und jetzt Du HI5 Leute,

Joël Kaczmarek: hier ist Joël und ihr wisst, An unserem Money Monday sprechen wir immer fleißig über Wachstum im Business. Und wisst ihr, was mich ganz oft interessiert? Eigenmarken. Ich liebe ja, Marken, aber jetzt nicht wie so ein verrückter Öl kaufen und unbedingt Shopping, Shopping, sondern... Ich mag, wenn Werte transportiert werden. Und selbst bei mir, also hier mit Glatze, wenn ich in so eine Drogerie gehe, die bei mir um die Ecke ist, habe ich so ein Produkt gesehen, Das heißt Langhaarmädchen. Da dachte ich mir, ach, das ist aber hübsch. Und dann dachte ich so, was steckt denn da eigentlich dahinter? Und dann stellte ich fest, ach, guck, mal, Das ist eine Eigenmarke, aber eine unternehmerisch geführte. Also, da gibt es ein Team hinter. Obwohl das zur dm gehört, gibt es da auch Gründerinnen. Da dachTE ich, hey, okay, will ich verstehen. Also bin ich ins schöne Karlsruhe gefahren und treffe mich mit zwei spannenden Menschen, wie ihr hier seht. Zum einen den lieben Adrian, Adrian Martin, Der ist nämlich der Geschäftsbereichsleiter für die Eigenmarken bei dm. Das heißt, den werde ich mal löchern, wie das geschäftlich aussieht. Und dann die Liebe. Julia Schindelmann, Die ist Friseurmeisterin, Man sieht es an ihrem schönen Haar, am Gegensatz zu mir. Und Gründerin von dieser schönen Marke, Die werde ich natürlich ganz viel zu den emotionalen Faktoren fragen. Wie kam die Gründung zustande? Und das heißt, Heute lernen wir ganz viel über Unternehmertum, weil es gibt ja ganz viele Arten, wie man gründen kann. Und da bin ich bei euch mal ganz neugierig drauf, Wie das zustande kam. Von daher, schön, dass Ihr da seid. Servus, Vielen Dank.

Adrian Martin: Vielen Dank für die Einladung.

Joël Kaczmarek: Eigentlich eher schön, dass ich da sein darf. Ich bin ja hier bei Euch im schönen Karlsruhe und muss ja so rum eher sagen.

Adrian Martin: Bist du unser Gast.

Joël Kaczmarek: Und jetzt bin ich ja, also die erste Frage, was mich ja mal so direkt interessiert, damit ich dieses Setup mal richtig verstehe. Eigentlich gründen ja irgendwie Teams marken, und dann verkauft man die vielleicht. Und dann macht man was Neues oder oder. Ihr seid irgendwie so ein lustiger Hybrid. Also, ihr seid eine Marke, aber an einen Konzern angeschlossen. Wie genau funktioniert dieses Konstrukt?

Adrian Martin: Soll ich da anfangen? Ja. Naja, also... Das ist nicht am Reißbrett entstanden, um es mal so zu sagen, sondern es ist genau die Magie dmarke, Dass da auch gewisse Zufälle eine Rolle spielen und man dann aus den tollen Visionen eine Marke gebaut hat, Einen Weg gefunden hat, wie man viele, viele, viele Kunden und Kundinnen vor allen Dingen glücklich machen kann. Aber die Vision hat eigentlich schon viel früher angefangen, bevor wir uns getroffen haben. Da muss ich wieder an dich übergeben.

Julia Schindelmann: Genau. Das war das Verrückte. Also ich bin eine Friseurmeisterin, ICH BIN Hair- UND Make-up-Artist, genau wie meine wundervolle Mitgründerin Mona. Und wir hatten einfach, die verdammt Lustige Idee, damals auf einem Roadtrip 2015 in Australien, Es wäre doch geil, als Handwerker, irgendwann die eigenen Haarpflegeprodukte in der Hand zu halten. Und Mona hat sich da extrem mit auseinandergesetzt. Die Ursprungsfrage, muss ich noch ein bisschen zurück, war eigentlich... Wie werde ich glücklich im Leben? Wie werde ich frei? Wie werde ich unabhängig? Und dann kam es immer mehr auf Unternehmertum, auf Selbstständigkeit, beziehungsweise mehr Unternehmertum als Selbstständigkeit. Da gibt es ja einen Unterschied. Und wir haben diesen vier Wochen Roadtrip genutzt, um uns zu fragen, was wollen wir wirklich? Was können wir verdammt? gut? Und wie können wir das Ganze in ein Paket packen, dass es auch Sinn macht, dass wir da auch durchs Leben kommen? Und wir hatten nach vier Wochen Roadtrip den Gedanken, irgendwann mal eigene Haarpflegeprodukte im dm stehen zu haben, irgendwann. Und wir haben uns, Gott sei dank schon ein Jahr später getraut, unter anderem diesen tollen Mann anzusprechen. Auf einer GLOW, haben gesagt, ey, nehmt mal Handwerker, nicht nur Influencer, Wir haben so Geile, Ideen, Wir haben so Geile Produktideen, Zehn Jahre am Stuhl, total unprofessionell vollgesprudelt und Gott sei Dank, sagen wir immer, waren die richtigen Menschen zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort und haben uns auch zugehört, sonst gäbe es heute Langhaarmädchen hier nicht. Und wir haben die Chance bekommen, zu pitchen, unseren Traum vorzustellen und dann auch unseren Traum wahrzumachen.

Joël Kaczmarek: Und was ist es heutzutage? Also gibt es da eine Gesellschaft und Ihr habt die halbe Halbe oder ist das eine 100% dm-Tochter und Ihr SeID ange... Weißt du, was ich meine? Wie ist das Konstrukt?

Julia Schindelmann: Spannende Frage, da würde sogar ich antworten. Wir hatten vorher noch ein Vorstellungsgespräch bei einer sehr erfolgreichen Dame in Deutschland. Die wollte auch... Mit uns einen Deal machen und wir hatten ja, keine Ahnung, wirklich Friseurmeisterinnen. Wir hatten damals nur eine E-Mail geschrieben. Wir waren einfach nur glücklich an unserem Stuhl. Wir haben haare gemacht. So mehr war da nicht. Viel Dankbarkeit für das Handwerk, Aber sonst drumherum einfach nicht viel. Ahnung. Keine Ahnung von Marketing, keine Ahnung von Brandbuilding. Ich glaube, das macht es bis heute auch so authentisch und echt. Und die Dame wollte zum Beispiel 51 Prozent unserer Firma, wenn es zum Deal gekommen wäre. Und wir haben danach gedacht, geil, erstmal Blut geleckt und gedacht, geil, Der Deal unseres Lebens, ey, Das gibt es doch nicht, dass das jetzt hinhaut. Ein paar Tage später gecheckt, okay, das heißt, Wir geben unsere Freiheit auf, Wir haben gar nichts mehr in der Hand, Wir sind nicht mehr unsere Firma oder das, was wir uns vorgestellt hatten. Und das war so krass. Wochen später standen wir dann bei dm und durften da pitchen. Wie es genau dazu kam, kann ich gleich noch erzählen. Das interessiert nämlich immer alle. Wie zur Hölle habt Ihr es als Friseurinnen in dm geschafft? Und das Schönste war da, dass es direkt um eine Kooperationsmarke ging. Es ging darum, nicht irgendwelche Prozente abzugeben, unsere Firma aufzugeben, sondern ganz im Gegenteil, unsere Firma zu fördern und eine Kooperation zu machen, in dem wir heute Lizenzsummen beteiligt sind pro Flasche und unsere eigenständige Firma immer noch haben. Und ja, dm, man erzählt Glaube ich sehr viel Gutes über dm da draußen, Aber wir wissen, dass es echt ist und dass wir da... Den wirklichen Deal, aber nicht nur monetär, sondern auch vom Herzen her gelandet haben.

Joël Kaczmarek: Okay, aber damit ich es nochmal ganz kurz verstehe, also Ihr habt eine Firma, Die heißt Langhaarmädchen, die gehört euch.

Julia Schindelmann: Ja.

Joël Kaczmarek: Und dann habt ihr quasi dm als Vertriebspartner, und ihr kriegt quasi einen Anteil, wenn eine Flasche verkauft wird oder ein Sprühzeug oder so.

Julia Schindelmann: Adrian Martin immer gesagt, wenn es uns geht, geht es euch auch gut. Ganz realistisch, ganz ehrlich und so läuft es verdammt schön.

Adrian Martin: Das hätte ich jetzt auch wiederholt, ja. Also, ich kann gerne auch vielleicht nochmal einen Blick geben. Ich hatte ja vorhin von einer Zufallsbegegnung gesprochen. Das war für uns tatsächlich so, aber für euch nicht ganz. Ihr habt es ja schon irgendwo in eurer Vision auch drin gehabt, dass Ihr irgendwann mal jemanden von dm, wie auch immer das dann aussehen mag, begegnen wollt. Und zu der Zeit, als wir uns begegnet sind, war ich, und ich war nicht alleine. Das war eine große... Messe, Eine Beauty-Messe, Die GLOW by dm, die damals 2016 stattgefunden hat. Da war ich mit Kollegen unterwegs und ich war damals für die Marke Balea verantwortlich. Ist ja sicherlich auch ein Begriff. Ist jetzt klassisch von der Gattung her, eine Handelsmarke und das da einzuordnen. Und wir hatten Stylistinnen, weil wir auch Haarstyling unter Balea gebucht. Und da waren unter anderem zwei ganz liebe, Nette Langhaarmädchen, die uns dann auch ihre Vision dargestellt haben, als Stylistinnen gebucht. Und so ist das quasi, Das war die Zufallsbegegnung. Und ich bin ja natürlich auch zu der Zeit von den klassischen Adrian Martin, Also sagen wir L’Oréal, Nivea und Co. Das ist so der Erfahrungsschatz, den man hat und die Handelsmarken eben daneben. Da waren dann Balea oder Alverde. Und die Idee, die da entstanden, ist, dass wir uns eher als Ermöglicher, denn als irgendwie... Großer Konzern, der jetzt eine Coole Firmenidee oder Sowas okkupiert. Wir haben uns als Ermöglicher gesehen und haben geschaut, wie kann das dann perfekt? matchen, dass man die Stärken, die Kompetenzen, Die ganze Liebe, das Storytelling behind, Was ja tatsächlich von Julia und Mona kommt, dass man das verknüpfen kann mit einer professionellen Markenführung, mit allen Kompetenzen, die wir über Jahrzehnte bei dm aufgebaut haben. Wie Brandmanagement funktioniert. Und das haben wir dann in ein Modell überführt, dass wir Kooperationsmarke dann am Ende des Tages getauft haben. Und wie Julia sagt, wenn es dm gut geht, geht es auch den Langhaarmädchen gut. Und wenn die Kunden mal nicht so viel, nicht so glücklich mit den Langhaarmädchenprodukten sind, dann müssen wir uns beide anstrengen, dass es beiden wieder mehr Spaß macht.

Joël Kaczmarek: Ich frage mal so frech. Also, ich habe auch sowas, ich würde dir da gerne, was pitchen. Kurzhaarjunge?

Adrian Martin: Ja.

Joël Kaczmarek: Ich bin ja hier ziehbrüchig. Und ich wollte noch garantiert, jede Woche Leute ansprechen zu einem Beauty-Produkt und sagen, du Adrian, Ich habe da was Tolles, Nagelflege, ich bin hier, weißt du, was ich meine? Was gab denn den Ausschlag, dass Ihr an der Stelle sagt, okay, mit denen machen wir was zusammen? Und das machen wir nicht alleine?

Adrian Martin: Also, es war auch ein Momentum, selbstverständlich. Um die Zeit, als wir uns begegnet sind, sind gerade so diese Startup-Brands, Influencer-Brands, Indie-Brands aufgekommen. Da war schon im Sortimentsregal. Durchaus auch eine Lücke, die man jetzt vorher noch nicht als Whitespot irgendwie identifiziert hatte. Aber als wir Julia und Mona gesehen haben, war das Momentum eben da, dass wir gesagt haben, okay, WIR haben... Balea Basishaarpflege, Wir haben Balea Professional Produkte, die auch wirklich mit Friseuren entwickelt sind und eine hohe Qualität aufweisen. Und darüber gab es dann aber Brands wie Aussie aus Australien, Podcast, also internationale Indie-Brands auch. Udo Walz hat damals eine Marke neu rausgebracht, ich erinnere mich. Und da war irgendwo noch eine Lücke, wo einfach noch ganz viel Herz und Kompetenz gematcht werden kann. Und es war tatsächlich zum einen das Momentum, Zum anderen aber auch die unkonventionelle Art und Weise, wie ihr dann in Karlsruhe dann damals aufgeschlagen, seid mit einem riesen, Wie habt Ihr es genannt, Vision Board?

Joël Kaczmarek: Ja.

Adrian Martin: So ein bisschen eine Collage und uns da durchgeführt habt. Und das hat uns angefixt. Also, es ist schon sehr viel Bauchgefühl dabei, Aber es ist natürlich auch viel, wie das Halt ist, Intuition. Also keiner kann dir vorher sagen, ob eine Marke jetzt erfolgreich wird oder nicht. Aber da hatten wir alle ein gutes Gefühl und de facto natürlich auch den White Spot und das Momentum, wie sich gerade der Haarpflegemarkt zu der Zeit dann auch dargestellt hatte.

Joël Kaczmarek: Weil weißt du, man hat doch bei so großen Unternehmen wie euch, Wenn du so Filme anguckst, dann sind das ja mal die bösen großen Unternehmen. Ich hätte so in der Rolle der beiden gedacht, ach, was brauchen die uns eigentlich? Sie holen sich das Know-how, Markenbildung können die selber und verkaufen können, die auch. Wieso geht Ihr an den Punkt, dass Ihr euch mit, Es ist ja auch Risiko für euch, Ich meine, vielleicht, weil Sie eure Verträge sind, Vielleicht können die nächste Woche sagen, jetzt machen wir es nur bei Rossmann oder bei Müller oder BUDNI oder whatever. Weißt du, was ich meine? Also warum macht ihr das nicht alleine? Warum nehmt Ihr so ein Team mit rein?

Adrian Martin: Also wenn wir es alleine gemacht hätten, dann würde ja das Gesicht dmarke und die Authentizität dahinter. Und das ist, glaube ich, ein ganz, ganz, ganz entscheidender Erfolgsfaktor, Da reden wir auch noch drüber, dmarke, Der wäre wahrscheinlich verloren gegangen. Also ich glaube, es gibt wenig. Beispiele, wo große Industriekonzerne Startups übernommen haben, wo diese Authentizität der Gründerteams, Ich will jetzt keine Beispiele nennen, Aber wo die dann wirklich noch erhalten, bleibt. Mag sein, dass die Marken noch erfolgreich sind, Weil viele Millionen an Marketingbudgets reingepulvert werden und die ganze Maschinerie auch dann weiterhin zu einem Erfolg führen kann. Aber bei uns ist es doch mehr auf dem basierend, wofür auch dm steht. Wir haben Partnergrundsätze auf Augenhöhe. Wir sehen uns da, wie gesagt, als Ermöglicher. Wir haben eine sehr, sehr hohe Identifikation unserer 65.000 Kolleginnen und Kollegen allein in Deutschland. Also, wir haben wirklich eine, wenn man die Kolleginnen und Kollegen in den Märkten fragt, die kennen alle, die Langhaarmädchen, Viele davon auch tatsächlich persönlich, weil Julia und Mona eben keine Phantome sind. Hinter irgendeiner Marke, sondern auch mit ihrem Bus zu den Märkten fahren. etc. Und das ist einfach was ganz Besonderes. Und ich glaube, wenn wir gesagt hätten, wir kaufen jetzt für, keine Ahnung, Paar Euro. Die Markenrechte verlangen, Herr Mädchen. Ich weiß nicht, vielleicht hättet ihr sogar ja gesagt. Das haben wir ja nie ausprobiert. Die Gespräche gab es nie. Aber ich weiß nicht, ob wir dann den Erfolg hätten, den wir jetzt damit haben.

Julia Schindelmann: Ich finde, das ist eine richtig gute Frage, weil die Kritiker, die natürlich anfangs auf unserer Seite uns beschützen wollten, die gesehen haben, dass wir zwei süßen Mäuse. Da jetzt ins dm-dialogicum laufen, damals noch die alte Zentrale, Die haben zu uns gesagt, ey, die klauen euch die Idee. Und dann? Die Langhaarmädchen spezialisiert auf lange Haare, zwei Mädels vorne hin und dann. Und das klingt jetzt vielleicht ein bisschen sehr nach Liebesdusche, Aber ich weiß nicht, wenn man ihm in die Augen schaut. Da ist einfach was, und er hat in dem Moment für uns den Konzern wieder gespiegelt, wo wir gesagt haben, wir vertrauen. Keiner hatte, Wir hatten noch überlegt, ob wir Papa Ruthi, Monas Papa mit reinnehmen, Ob wir es so tun, als hätten wir einen Manager. Hatten wir alles nicht. Wir hatten keinen Anzugträger, der uns irgendwie beschützen konnte. Wir sind alleine in diesen Pitch-Termin, der war sicherlich ein bisschen chaotisch, aber der war total wir. Und genauso haben wir dm vertraut und gesagt, also, wir können da jetzt nur reingehen und nur gewinnen, Weil entweder sie feiern die Idee nicht, Sie feiern uns nicht, dann sind wir hier nicht richtig. So viel Selbstbewusstsein haben wir bis dahin aufgebaut. Oder sie sagen, that's it. Und dann matcht das Ganze. Und zehn Jahre später das sagen zu können, macht mich besonders stolz, weil es einfach so ist, wie es gerade ist und sich immer noch so verdammt, gut anfühlt.

Joël Kaczmarek: Also, ich mag das, wenn man mit so einem Bauchgefühl durch die Welt geht und irgendwie vertraut. Und kann mir gleichzeitig auch genau diese Stimmen vorstellen. So nach dem Motto, hey, Der Typ macht Balea, Die haben Alverde, die können den ganzen Shit, Was brauchen die dich? Ich weiß nicht, In Deutschland denkt man ja oft an Ideen. Klau. Ja, genau. Okay, also so ein bisschen eine Ehe Made in heaven, wo bei Ideen ist ja auch mal Timing. Ganz wichtig. Wie viele Ideen sind an Timing geschaltet? Ja. Also, es war bei euch alles gegeben. Jetzt hast du eben schon so ein bisschen heiß gemacht. Ich frage mal alle, wie du an den Pitch-Termin gekommen bist. Gab es da noch eine Story zu oder war das dieser GLOW-Moment, den du erzählt hast?

Julia Schindelmann: Das war der GLOW-Moment. Nur noch schöner, als ein Adrian beschrieben hat, Von unserer Seite aus waren wir einer von mehreren Stylisten, die da gebucht wurden. Und Mona hat zu mir was Wundervolles gesagt, und zwar, Julia, Wir gehen jetzt auf diesen Job und können wir alle anderen Stylisten unseren Job machen. Und wieder nach Hause gehen? Oder wir machen einen geilen Job und Quatschen da. Irgendwelche Markenmanager voll. Das ist eine Messe bei dm, Da müssen doch irgendwelche Anzugträger rumlaufen. Ein Anzug hat das doch nicht. an, aber... Wir haben trotzdem die richtigen Jungs beim, Lange hab ich den Stand, wollte ich schon sagen, beim Balea-Stand Damals angequatscht, schon, bevor die Messe überhaupt losging. Und Mona hatte immer die große Vision, den großen Traum, Ohne die hätte ich das alles nicht gesehen. Und ich war diejenige, die aber in dem Moment mutig gesagt hat, let's go, Jetzt quatschen wir die Feuerwehr. Wir können nur ein Nein kassieren oder vielleicht auch ein Ja. Das Nein hatte ein paar mehr Chancen. Und noch vor Messebeginn. Haben die Jungs uns zugehört, aber auch gesagt, Jetzt macht erst mal einen geilen Job, und wir gucken später und kommen wieder auf euch zu. Und da wussten wir nicht, keine Ahnung, Ob die jetzt nur erzählt haben. Wir waren voller Adrianalin, haben diesen Flechtmarathon durchgezogen und am Abend kamen die wieder auf uns zu, haben uns eingeladen auf die Aftershow-Party. Und dann haben wir gesagt bekommen, dass wir in vier Wochen nochmal pitchen dürfen.

Adrian Martin: Und ich glaube, keine. Zwei Jahre später waren die Produkte im Regal.

Julia Schindelmann: Ja.

Adrian Martin: Dafür haben wir uns auch sehr anerkennt. 2018 Im März war der Launch. Also wenn wir es ernst, meinen, meinen wir es ernst.

Joël Kaczmarek: Ist das schnell zwei Jahre? Also, ich frage mal so leidenhaft.

Julia Schindelmann: Wir dachten auch, so drei Monate haben wir Zeit, dann ist wieder Oktoberfest, können wir bis dahin ein bisschen was machen. Dann wurden wir erstmal ausgelacht, wie heute noch gerne. Wir hatten natürlich ein ganz anderes Timing im Kopf, aber jetzt checken wir, was da dahinter steckt. Auf beiden Seiten. Das ist unfassbar. Deswegen haben wir ein bisschen mehr Anlauf gebraucht als gedacht, Aber dafür sind die Produkte dann so gut geworden, wie sie heute sind.

Joël Kaczmarek: Ich meine, ich erzähle die ganze Zeit oder Rede mit euch über diese Produkte, als wenn die ganze Welt die kennt. Vielleicht können wir ja auch mal ein bisschen eine kleine Einordnung machen, was Sie alles macht. Also, es sind Haarprodukte, So viel haben wir schon mal mitbekommen. Sie richten sich eher an Frauen oder an alle mit langen Haaren. Also ich glaube, der Name Mädchen muss gar nicht unbedingt implizieren. Wir können auch Jungs kaufen.

Adrian Martin: Also, ich nutze das jeden Tag. Wirklich? Das ist auf jeden Fall.

Julia Schindelmann: Ja, wir sind wirklich Herzensmarke vom Adrian.

Joël Kaczmarek: Und holt Ihr Mal vielleicht die Menschen ein bisschen ab, was ihr alles anbietet?

Julia Schindelmann: Genau, Wir haben Haarpflege, Haarstyling. Wir haben uns am Anfang drei Produkte von Adrian gewünscht. Und die haben zu uns gemeint, ja, wie wäre es, Wäre doch schön, wenn eine Pflege funktionieren, muss. Oder andersrum, Wenn ein Haarstyling funktionieren muss, ist es wichtig, dass die Pflege auch funktioniert. Und wir so, ja, offen sind wir, Ideen haben wir auch genug. Wir sind, ich glaube, damals. Direkt mit 17 Produkten reingestartet. Haben heute Haaraccessoires, Wir haben HEUTE Haar... Glossings, Unser neues Highlight, das in den letzten Monaten gelauncht wurde. Wir haben immer wieder Geschenksets. Oh, jetzt hätte ich fast was verraten, was auch bald kommt. Wir haben uns in der kompletten Welt, Was Haare angeht, ausgetobt. Und ich glaube, das ist auch so dieses Götz W. Werner hat es damals gesagt, so schön. Der Umsatz ist der Applaus der Kundinnen. Und es war so schön, weil als Frau oder als Mädchen traust du dich nicht so viel über Umsatz, über Geld zu reden. Wir sind ja heute am Money Monday, da können wir endlich mal drüber schwätzen. Und das war für uns, so die Bestätigung. Das ist einfach nur ein Applaus, der noch dazu Jahr für Jahr lauter wird. Und das ist eine wundervolle Bestätigung.

Joël Kaczmarek: Jetzt mal so aus neugierde raus, weil vielleicht läuft jetzt dein Postfach voll mit der Story.

Adrian Martin: Ach, das ist auch, als wir die Marke gelohnt haben, passiert.

Joël Kaczmarek: Wie oft passiert Dir das, dass Leute dir Markenideen pitchen und wie viele davon kommen wirklich in den Markt?

Adrian Martin: Also in den Markt haben es tatsächlich einige dann geschafft. Und man muss ja dazu sagen, dieses Modell der Kooperationsmarke ist ja mit. Der Begegnung und dieser Idee dann auch erst entstanden. Also, wir haben dann einen Pfad, den es so noch nicht gab, getrampelt, wie man so schön, sagt. Und da haben wir auch viel ausprobiert. Wir haben sehr viele Kooperationen dann auch initiiert. Das war ja auch gerade so das Momentum, wie ich beschrieben habe, mit Startup-Brands, mit Creator-Brands und Indie-Brands. Durchaus verschiedene Richtungen, die uns da begegnet, sind, von Startups über sehr prominente Menschen, auch. Wir sind teilweise auch selbst auf Leute zugegangen und haben da viel ausprobiert, haben das Ganze dann währenddessen strategisiert, wenn man so will. Es ist so ein Stück weit im Tun, Alles passiert. Das macht die Geschwindigkeit dann am Ende des Tages aber aus. Was nicht heißt, dass man jetzt zu naiv dann immer alles direkt umsetzen kann, um auf deine Frage zurückzukommen, ob das Postfach übergelaufen ist. Ich würde nicht sagen übergelaufen, aber es hat uns schon sehr, sehr viel erreicht. Es sind vor allem viele, viele Managements auf uns zugekommen von Influencern, die gerne mit dir etwas machen wollten. Aber es gibt auch nicht nur die Möglichkeit, also in der Zwischenzeit, Wir haben auch weitere Kooperationsmarken auch heute im Sortiment, Aber es gibt auch die Möglichkeit, mit bestehenden Brands, auch Eigenmarken von uns dann zu kooperieren, wo man dann Sublinien macht oder bestimmte Themen dann aufgreift und Aktionen fährt. Also haben wir selbst im Haushaltsbereich inzwischen Kooperationen, Was man vielleicht so abseits der Beauty-Welt gar nicht vermuten würde. Im Ernährungsbereich. Und wir sehen das ehrlicherweise, wenn es dann authentisch ist. Und dann wir natürlich auch neben dem ganzen Gutfeeling und Empfinden, was dahinter steckt, natürlich schon. Auch machen wir uns zur Aufgabe, dass wir uns mit den richtigen Menschen wirklich auch möglichst mit dem Potenzial auf Langfristigkeit verbinden. Ja, versuchen wir da, vieles möglich zu machen, Aber wir sagen natürlich auch sehr viel ab.

Julia Schindelmann: Und auch uns erreichen diese Anfragen. Wir sehen das in manchen Augen, so. Tolle Idee. Ich hätte da auch eine Idee. Und das finde ich auch so authentisch an. dm. Wir haben dann irgendwann gesagt, wie sollen wir damit umgehen? Sollen wir ja, nein, sollen wir irgendwas erzählen? Wir wollen ja auch irgendwie das Postfach schützen. Aber da sagen Adrian auch immer wieder ganz ehrlich, Hier ist eine E-Mail-Adresse und die dürft ihr weitergeben. Das finde ich auch immer Mega schön, das überhaupt antworten zu dürfen. Und ich denke mir nur, ich hoffe jetzt, das darf ich verraten, Mona und ich haben einfach eine Lösung gefunden. Nicht nur eine E-Mail an dm zu schreiben. Und wir hatten keine Ahnung von dieser Welt. Und wir haben da jetzt nicht lang recherchiert. Wir haben uns einfach nur gedacht, irgendwann könnten wir im Einsatz sein mit dem, was wir können. Und auch heute ist es ja so, wir sind so viel auf Events unterwegs. Wir haben einen Stand mit unserem Styling-Bus. Wir sind auf Roadshow unterwegs. Und es sind immer wiedmenschen von dm, die uns da begleiten. Also einfach Hirnschmalz reinstecken, ein bisschen überlegen. Wo sich wichtige Menschen trummeln, in dem Moment wichtige Menschen, um da eine Chance zu bekommen, Die gibt es immer wieder.

Joël Kaczmarek: Habt Ihr so eine Schablone, die Ihr draufsetzt? Also ist das so 40 Prozent, Wie viel Reichweite hat die Nase, 20 Prozent, Was sagt der Bauch, 30 Prozent mal, so das Portfolio?

Julia Schindelmann: Da wären wir untergegangen, wir hätten, glaube ich, nur Freunde, am Anfang keine Follower.

Adrian Martin: Es ist halt so, dass so eine Schablone wächst, ohne dass es die gibt, Aber es bin ja auch nicht, ich alleine. Wir haben eine sehr große Abteilung, die sich um das Thema Brandmanagement kümmert. Und da ist natürlich Bauchgefühl dabei, Aber das sind auch rationale Kpis dahinter, je nachdem. Und man muss schon dazu sagen, Bei Julia und Mona wäre die Thematik, Bekanntheit und Reichweite überhaupt gar kein KPI gewesen, Der Nennenswert war. Also muss man einfach sagen, Ihr wart ja wirklich...

Julia Schindelmann: Ein Niemand. Genau, Ihr wart...

Adrian Martin: Das hast du gesagt. Aber ihr wart Keine Influencer mit Millionenfacher Reichweite. Die haben wir aber auch schon als Kooperationspartner gehabt. Und es war auch sehr, sehr erfolgreich und sehr schön, in Teilen mit solchen Menschen dann auch zu kooperieren. Aber die Qualität, Die Schablone muss im Prinzip individuell angepasst werden. Und natürlich, Wir sind am Money Monday, Es muss natürlich auch irgendwo Aussicht auf wirtschaftlichen Erfolg geben, Dass der Kundenapplaus dann auch wirklich spielt. Spürbar ist und das Ding auch tragfähig. Dann auch mehr als drei, Vier Monate im Regal rechtfertigt.

Joël Kaczmarek: Und jetzt bin ich neugierig. Mir wäre es viel guter gegangen. Ich hätte gesagt, Adrian, geil. Handshake. Okay, Drei Monate. Können wir dann vier Monate anfangen? Mit der Werbung? How about it? Warum dauert das zwei Jahre? Was ist so der typische Prozess? Was sind die Steps, die dann passieren?

Adrian Martin: Gut, also, wir kommen ja wirklich aus der klassischen Welt. Es gibt Balea, Alverde und Daneben gibt es dann die Adrian Martin. Da muss man ja jetzt erstmal einige Menschen, das ist schon auch eine, Ich will nicht sagen, es war eine kleine Reform, sagen wir es so, im Markenportfolio, im Sortiment von dm. Da muss man ja schon dann auch in der Geschäftsführung das Ganze einmal präsentieren, vorstellen und die überzeugen. Und das ist tatsächlich gut gelungen. Dann braucht es die Sortimentsmanager, die für die Wirtschaftlichkeit und die Überstückung des Regals verantwortlich sind, Die sagen, ja, wir glauben dran und wir machen den Platz frei, muss ja irgendwas anderes aus dem Regal, dann auch dafür raus. Für Sowas Unbekanntes, also, da ist schon auch eine gewisse Risikobereitschaft, dann auch im Unternehmen da. Das zeichnet uns als dm-drogerie markt durchaus auch aus, dass wir uns ja, also für jeden Mitarbeiter. Eine unternehmerische Denkweise und Prägung. Auch in unserer Kultur verankert haben. Und das heißt nicht, dass wir jetzt komplett risikofreudig durch die Gegend laufen und nur neue Dinge ausprobieren, Aber eben die Offenheit haben, Sowas auszuprobieren.

Joël Kaczmarek: Also, ich sag mal, Sechs Monate von den zwei Jahren sind jetzt erstmal so Stakeholder überzeugend?

Adrian Martin: Ja, genau, du hast ja nach den zwei Jahren gefragt. Ja, und dann. Natürlich müssen wir einen Kooperationsvertrag mit unserem Partner, Das ist einer der wesentlichsten Aspekte natürlich gewesen, verhandeln. Da haben wir auch verhandelt, da haben auch Julia und Mona mit uns verhandelt, aber alles auf Augenhöhe, sagt sich natürlich jetzt nach all den Jahren und dem Erfolg auch ziemlich leicht, Aber das war schon wichtig, dass es für uns, dass wir eine Beteiligungsform miteinander finden, die für beide Seiten dann auch profitabel sein kann, dass es sich einfach so lange trägt. Und es ist uns tatsächlich gelungen. Und mit dem zunehmenden Wachstum, Julia hat es ja angesprochen, auch in neue Sortiments. Bereiche, die auch erfolgreich sind, Gelingt es dann natürlich dann auch, die Partner hier und da noch weiter partizipieren zu lassen. Ihr Seid in jede Produktentwicklung involviert. Das ist für uns eine Anforderung. auch, dass wir sagen, das ist ein Markenversprechen, Was ja auch mit dm Kennzeichen dann auch ausgestattet ist, Dass die beiden da auch wirklich dahinter stecken, mit ihrer Kompetenz und Expertise auch. Und ja, Zugleich muss es natürlich für uns auch... Dass dm da auch ein Stück weit mitverdienen kann und wiederum investieren kann in den weiteren Markenausbau.

Julia Schindelmann: Und da muss ich noch die Produktentwicklung ergänzen. In diesen zwei Jahren. Also Für uns war es das dickste Ding, natürlich, die Produkte so zu entwickeln. Wir kommen aus einem High Class Salon und Standarderwartungen, Die waren heftig hoch. Muss ich sagen, waren wir auch so ein bisschen Bammel, ob das dm wirklich schafft. Und ich habe Adrian, bevor wir unser Buch geschrieben haben, mutig ist das neue Schön, gefragt, Ob ich das wirklich ganz ehrlich so reinschreiben darf, wie es war. Adrian Martin direkt gesagt, ja, bitte, rein, damit. Wir haben ja unfassbar viele Tester. Am Anfang bekommen, dass dm erstmal wusste, wo sind wir denn? Und wir haben auch verdammt. Viele Tester in den Müll geworfen, wo wir gesagt haben, nicht unser Standard. Und darauf bauen wir dann auf. Also, wir haben sehr hohe Erwartungen bis heute. Wir sind manchmal ein bisschen nervig. Wir bringen ganz viele Schleifen. Und das finde ich immer so süß. Ich habe, ich habe noch weitere Friseurmeisterinnen bei uns im Team. Die sind keine Unternehmer, die denken nicht an Geld, Die denken einfach nur an die Liebe und an diese Expertise, an die Qualität von unserem Produkt. Die denken nicht, wenn eine Schleife länger dauert, wenn wir nochmal einen Monat länger, nochmal ein Jahr länger, Da denken, die nicht über Geld nach, was man vielleicht verlieren könnte. Und immer wieder sagen Mona und ich, geil, geil, dass es so ist. Lieber sind wir nachhaltig, Lieber sind wir langfristig erfolgreich und brauchen teilweise eineinhalb Jahre für ein Produkt, bis wir das so haben, wie wir es wollen, wo wir sagen, ist uns das Wichtigste, dass so schnell wie möglich irgendwas rauskommt, Sonst macht das keinen Sinn.

Adrian Martin: Das macht für uns den Unterschied. Wir haben ein Herstellpartner-Netzwerk, die wirklich höchste Qualität imstande sind, zu produzieren, Aber eben das ganze Gepaart mit der Expertise von einem wirklich challenging Team dahinter. Das macht dann halt einfach auch nochmal den Unterschied, dass ihr auch dahinter steht. Und dann ist eben die Akquise der richtigen Herstellpartner, die dann das Portfolio nachher dann auch produzieren. Das machen wir ja nicht selbst, der hat ja keine eigene Produktion. Die mussten wir erstmal akquirieren. Und dann geht es natürlich über Launchkampagne, die geplant werden soll. Die Regalplätze müssen irgendwie dann beschafft werden, muss ja was anderes ausgesteuert werden. Und so entsteht dann einfach noch der restliche zeitliche Ablauf bis zu den zwei Jahren im... März 2020.

Joël Kaczmarek: Bis es irgendwann gut wird, genau. Wie ist das denn generell, wenn ihr sagt? Produktentwicklung? Es gibt ja verschiedene Bausteine. Also, es gibt ja, sage ich mal, Die Designfaktoren, Dann gibt es das Haptische, die Flasche, die Behältnisse. Dann hast du natürlich den Inhalt. Ist alles erstmal er in seiner Werkstatt? Und dann geht es an Euch und dann Feedback. Darf ich mir das so vorstellen, dass sozusagen...

Julia Schindelmann: Ist ein heftiges Zusammenspiel. Willst du erst antworten?

Adrian Martin: Ja, also Ich meine, wir haben natürlich... Inzwischen ist man da eingespielt, sage ich mal. Man HAT EINE Marken-CI, Man hat eine Welt, in der man sich bewegt. Da ist, glaube ich, Die Trefferquote inzwischen von dem Team, Ich mache das ja nicht selbst, die ist da recht groß, aber es ist ein Miteinander. Am Anfang war es natürlich sehr viel Findung. Was erwarten wir? Ein ganz cleanes Friseurdesign, wie Friseurprodukte klassischerweise aussehen. Oder dann doch diese emotionale, Ich meine, so wie Julia auch heute wieder hier mit dem Kleid da sitzt. Ich kenne sie gar nicht anders und Mona genauso. Und das spiegeln die Produkte heute wieder. Und wir haben die einmal einem Design-Facelift, einem leichten unterzogen, Aber es ist natürlich auch die Magie des Produktdesigns aus dem Regal heraus. Von einer bis dato ja völlig unbekannten Marke, die da auch ein Hingucker war und zu dem Erfolg geführt hat. Aber auch da war es natürlich ein hartes Challenging. Wollen wir clean, weiß und langer Mädchen oder wollen wir Ballerballer und Blümchen?

Julia Schindelmann: DA BIN ich... Sind wir dm so dankbar? Wir dachten, wir waren anscheinend Walla, Walla und Hippie und so für die, So haben wir uns auch gefühlt, aber wir aus unserer Friseurwelt dachten, wir brauchen, was Cleans, Wir brauchen jetzt was professionelles, und wir wollen auffallen, indem wir clean sind, so, wie wir es gelernt hatten, wie es bei uns im Friseursalon eben im Regal stand, was wir damals mit einem Gehalt, was lächerlich war, für 26 Euro an manche Kunden verkauft haben. Andere Geschichte. Und dm hat uns damals geholfen, zu erkennen, Leute, Ihr wirkt ganz anders, ihr spiegelt, was ganz anderes, als ihr da haben wollt. Wir wären sang- und klanglos, bin ich heute überzeugt davon, untergegangen, wenn wir es nicht so bunt und floral gemacht hätten. Das kriegen wir bis heute gesagt. Das ist natürlich das Sein, Das Erste, wo die Leute drauf achten. Und da sind wir euch verdammt, dankbar. Völlig in die falsche Richtung gerannt. Schön,

Adrian Martin: dass du das sagst. Also, das ist genau der Punkt. Es ist eine Kooperation auf Augenhöhe, wo jeder seine Kompetenzen und Sichtweisen einbringt. Heißt nicht, dass man auch mal um eine Finale Rezeptur oder auch um ein Design auch mal etwas länger ringt. Aber alles, Ich glaube, wir hatten nie heftigere Auseinandersetzungen. Ja,

Joël Kaczmarek: vor allem. Ich denke gerade so, also. Ich gehe gerade meinen bescheidenen Markenkontext durch, Sowas wie Syoss oder Pantene Pro-V, Die sind doch alle clean. Die sind doch alle so geleckt und L’Oréal, und das ist doch alles so ein bisschen, also? Ich glaube, eure Marke ist ein bisschen nahbarer, hätte ich jetzt gesagt. Dadurch, dass sie verspielt hat, fühlt die sich ein bisschen so an, hey, Ich muss nicht irgendwie für 300 Euro einen Haarschnitt am KUH anbuchen. In Berlin, sondern.

Julia Schindelmann: Ja, geil, und wenn du das schon siehst, super.

Joël Kaczmarek: Selbst dmann ohne Härscher. Ja, spannend und darf ich euch auch ein bisschen Löchern zu wirtschaftlichen Sachen, Also Wie viel setzt Ihr mit den Dingern ab? Wie viel landet in deiner Tasche? Wie teilt Ihr euch das auf?

Adrian Martin: Also meiner persönlich landet ein ganz normales Einkommen von der dm-drogerie markt. Wir haben keine variablen Anteile in Erfolgsbeteiligung.

Joël Kaczmarek: Ich sehe einen Geschäftsmittel für dich, auch.

Adrian Martin: Also, wenn ich jetzt gerade schon spreche, ja, dann müssten wir nochmal intern verhandeln. Ja,

Julia Schindelmann: hat noch viel mehr verdient.

Adrian Martin: Nein, nein, nein, alles gut. Es ist, dm geht es gut, damit. Das ist tatsächlich ein Fakt, das sage ich auch, Aber wir investieren ja auch in die Marke stetig rein. Wir haben solche Dinge wie einen Bus und einen zweiten Bus, der die Marken-Story transportiert, Ja, auch beispielsweise ermöglichen können. Das sind alles Dinge, die wir dann auch durch die erwirtschafteten Erträge wieder reinvestieren können. Und die Marke, das darf ich verraten, entwickelt sich überproportional zum dm-Wachstum Und das ist bekanntermaßen auch sehr... Überproportional zum Gesamthandelsentwicklung.

Joël Kaczmarek: Was für eine politische Antwort gibt der denn hier?

Julia Schindelmann: Macht er gut, deswegen darf auch er antworten.

Adrian Martin: Und die beiden profitieren natürlich dann wirklich mit einem, Das darfst du jetzt sagen, bei euch fließt was in die Taschen, Aber ihr investiert ja auch nicht alles in dicke Autos.

Julia Schindelmann: Nee, gar nicht. Wir investieren komplett in unser Team. Wir sagen, wir wollen uns damit Freiheit schaffen, dass wir anderen Menschen vertrauen, die in manchen Dingen viel, viel besser sind als wir selbst. Das ist so das Wichtigste, wo wir auch rein investieren wollen, Dass es die Marke noch 100 Jahre gibt und unsere Enkelkinder noch was davon haben. Aber uns geht es unfassbar gut. Das kann man sich, glaube ich nicht vorstellen oder vielleicht vorstellen von einem Friseurgehalt von wirklich roten Zahlen, mit denen wir gestartet sind, zu unserem Leben heute. Es ist 180 Grad, wenn du ein komplett was anderes. Und wir sind unfassbar dankbar dafür, weil wir wissen, dass das. Überhaupt nicht normal ist. Wir wissen aber auch, Wir haben dem Glück selbst in den hinter getreten. Wir haben verdammt viele Lösungen gesucht. Wir haben nicht aufgehört, seit zehn Jahren. Ich glaube, Adrian kennt uns nicht anders. Beharrlich geblieben. Wir haben so eine Euphorie, nicht nur für dieses Produkt, sondern für diese ganze Markenwelt. Wenn die uns nicht so glücklich machen würden, hätten wir, glaube ich, dieses Feuer nicht. Und nicht noch mehr Ideen und nicht noch Bock, eins oben drauf zu setzen. Und das braucht es, glaube ich.

Adrian Martin: Also das zeichnet es aus. Das muss ich jetzt auch echt nochmal, betonen. DAS ist... Wenn es um die Erfolgsfaktoren dmarke geht, dann ist es dieser Motor und dieser Antrieb, den die beiden mitbringen und das ganze Team dahinter. Ist einfach so, Ihr könntet euch natürlich auch wie in einem Lizenzmodell, was es ja nicht ist, klassischerweise darauf ausruhen und warten, bis das Ding Halt irgendwann degeneriert, ist. Aber ganz und gar nicht. Also im Gegenteil, Ihr pusht, Ihr arbeitet, Ihr schreibt Bücher, Ihr eröffnet. Mona hat einen Friseursalon in München eröffnet, wo das Handwerk ja auch spielt. Spürbar weiter erlebt werden darf und die Expertise. Also den beiden wird es nicht langweilig, und das treibt natürlich auch den Erfolg dmarke weiter voran. Und so ist es auch absolut gerechtfertigt, dass ihr mit dmarke und mit dem Erfolg auch monetär mitwachsen dürft.

Joël Kaczmarek: Meine Güte, Ihr seid ja ekelhaft harmonisch.

Julia Schindelmann: Ja, ist so. Ich weiß. Sorry.

Adrian Martin: Wir haben auch schon Produkte auslisten müssen.

Julia Schindelmann: Das Thema was Negatives.

Joël Kaczmarek: Wie viel habt Ihr denn eigentlich jetzt im Portfolio? Ihr Seid mit 19 gestartet, hast du glaube ich gesagt. Wie viele Items habt Ihr mittlerweile?

Julia Schindelmann: Ich glaube, es müssten um die, Kannst du es besser beantworten, 27 sein, plus aber wechselnde Accessoires, die halbjährlich abgetauscht werden. Also von daher sind wir jetzt über 30 plus um die 10 Produkte, die immer wieder mal kurz da sind, abgetauscht werden.

Adrian Martin: Also ein festes Sortiment im Regal, Die genau, also auf jeden Fall über 20 wahrscheinlich, so die 25. Dann haben wir Geschenksets, Zweitplatzierungen, Wo bestimmte Themen aufgegriffen werden. Wir haben den Haarschmuck, der echt nochmal viele Items, viele Einzelprodukte darstellt. Also, es gibt auch Zeiten, Das sind 50, 60 Artikel, die dann gleichzeitig im Markt sind.

Joël Kaczmarek: Also den Applaus der Kunden, Die Höhe wollt Ihr mich verraten. Die Aufteilung auch nicht, Aber vielleicht könnt Ihr mir ein Feeling geben. Bei 35 Produktkategorien ist es ja schwer, dann Umsatz auszurechnen. Wie viele Produkte gehen pro Jahr von Langhaarmädchen bei euch über die Tische?

Adrian Martin: Auch dazu, Die Zahl habe ich zum einen gerade nicht parat, und zum anderen so im Detail. Also wir verkünden ja unsere Umsatzzahlen unternehmensweit, aber jetzt nicht auf Einzelmarke- oder Produktebene. Aber es ist auch, wie ich es gesagt habe, Es ist überproportional zu dem, was wir im Querschnitt mit allen anderen Marken erzielen.

Julia Schindelmann: Und ich verstehe die Frage Und ich würde die wahrscheinlich, wenn Adrian nicht an meiner Seite wäre, in einem anderen Kontext sogar gerne. Oder Ich dachte immer, ich würde das doch gerne verraten, ich würde das doch gerne mitgeben. Aber ich verstehe leider auch, warum man es nicht immer sagen sollte. Und nicht immer muss, weil ich glaube, dass nicht jeder einordnen kann und ich heute sehr glücklich bin, dass uns dm da immer gebremst hat und gesagt hat, hey, Authentizität auf jeden Fall, Ehrlichkeit, auch, Aber man muss nicht. Alles beantworten, um irgendwie Erfolg wiederzuspiegeln. Und das fände ich auch völlig in Ordnung. Da habt ihr uns gut erzogen.

Joël Kaczmarek: Aber habt Ihr so ein paar Milestones für mich? Weil es gibt, bestimmt so Momente, die bestimmt dir vor allem in Erinnerung geblieben sind. So was, wie die eine millionste verkaufte Haarsprayflasche. Oder so? Money-Can't-Buy-Momente, Wo jemand zu dir sagt, hey, du hast mein Leben verändert. Weißt du, was ich meine? So eine Meilenstelle.

Julia Schindelmann: Ja, so hard Facts Meilensteine gar nicht, kann ich dir gar nicht sagen. Bei uns sind es eher die emotionalen Meilensteine, wie dass wir gleich am Anfang unseren Fetten XXL 11 Meter langer Mädchen Schulbus bekommen haben. Wir haben damals zu dm gesagt, Hey. Und dann stehen wir in einem Jahr selbst auf dmesse und mit unserer eigenen Marke. Und die M hat halt möglich gemacht, dass wir so einen Schulbus damals uns überhaupt leisten konnten. Das hat dm wirklich finanzieren müssen, und wir haben es zum Beispiel selbst umgebaut, Ganze Familie mit dabei, Wir haben das Ding umgebaut, Wir haben unseren LKW-Führerschein gemacht, Das sind Dinge, wo wir denken, Alter, Ich glaube, es war crazy. Das erste Jahr Roadshow, Dann haben wir…

Adrian Martin: Und das war auch natürlich schon direkter Content, das darf ich jetzt verraten für die Social-Media-Reichweite. Und die Authentizität dmarke.

Julia Schindelmann: Wir haben gesagt, wir können nicht verkaufen, lasst uns einfach Haare machen. Wir wollen diesen Styling-Bus durchs Land fahren und die so finden wir geil. Und für uns hat es auch super authentisch gepasst. Dann haben wir unseren Pop-Up-Store in München eröffnet, unseren Salon Ende 21, spezialisiert auf Haarverdichtungen. Dann haben wir unser Buch rausgebracht. Jetzt haben wir gestern unseren Podcast gelauncht. Der sich nennt. Langhaar Mädchen Podcast für deine Innere Schönheit, Weil wir nicht aufhören, wollen, wirklich mitzugeben, dass es eben nicht nur um die äußere Schönheit geht, Auch wenn man das manchmal denken, mag. Wir hören nicht auf, im innen und im Außen zu arbeiten und immer wieder neue Meilensteine zu setzen. Und das Schönste daran ist für uns langsam. Mona und ich haben uns immer vorgenommen, mit Langhaar-Mädchen zu bewegen. Aber das Krasseste ist, dass langsam allein in unserem... Team Ein Wohlwollen da ist und eine anscheinend Female Empowerment, mit dem wir irgendwie gar nicht gerechnet haben, das wir nicht geplant haben, das ist das Schönste, Wenn du wirklich merkst, du bereicherst schon. Und das machst Du daily, indem Du Deine geilen Meetings hast, Indem wir kleine Dankbarkeitsrunden in unseren Meetings haben, indem wir auch mit dm ein unfassbar geiles Verhältnis haben. Es geht leider weiter mit der Liebesdusche. Aber das macht, glaube ich, auch den Erfolg aus. Dass wir wertschätzend kommunizieren, dass wir uns immer wieder auch versammeln. Was ist die Vision? Was sind die nächsten Meilensteine? Und gemeinsam Spaß an der ganzen Sache haben.

Joël Kaczmarek: Ich war sogar in dem Bus heute drin und es war ganz süß. Ich hab da, ich hab gedacht, dass ich da mal hingucke. Und dann hab ich nach zwei Minuten verstanden, Die Frau, der ich Komplimente mache, war eine Kundin, die Waage, die gehört. Dann haben die mich da reingelassen. Ja, kommen Sie hier, setzen Sie sich, Sie dürfen auf dem Fahrer sitzen. Ich sag so, nee, da kann ich doch nicht sitzen. Doch, doch. Hab ich gesagt, ich werde aber hupen. Ja, egal. Habe ich drauf gedrückt. Ging leider nicht. War ausgedreht die Hupen? Okay, aber mach mal. Oh, dann gehe ich da nochmal rein. Und dann sitze ich da so, ja, die sind noch vor und dann... Ich sage so, ja, sie wissen schon, dass hier über Jährliches mehr viel zu tun ist. Einmal polieren. Wir können auch Haare wachsen lassen, so dachte ich, ja, dann bleibe ich hier. Naja, okay, ich schaffe ab. Ich bin ja jetzt mal persönlich neugierig, Adrian. Und was ist denn der Trick? Weil ich erlebe jetzt hier diese Julia Schindelmann und von dmone so ein bisschen als so. Papeto-Mobile. Ich finde es so schade, immer, dass man manchmal Ideen hat und ohne Reichweite sich aber nichts bewegt. Also viele Menschen verwechseln, finde ich, Reichweite und Relevanz. Was ist so das Playbook oder was ist auch so die Anforderung, die hier zustande, kam, Dass du zwei Nobodies, wie Ihr es jetzt gerade skizziert, habt, zu so einer Supermarke gebracht hast?

Adrian Martin: Also da, das ist tatsächlich ein Thema, wo wir über die Erfahrungswerte, die wir dann über die letzten Jahre dann auch generieren konnten, wo sich einfach ein, Ich würde mal sagen, das ist jetzt unsere Strategie, Ob das eine Erfolgsformel ist, weiß ich nicht. Aber es hängt eben nicht alles von Reichweite ab, sondern es hängt natürlich davon ab, wie authentisch, Wie glaubwürdig jemand auch wirklich einen Mehrwert für die Produktgruppe, die man da gemeinsam entwickelt, Dann auch, steht. Ja, so, und wir wagen uns da, Wir haben da Modelle entwickelt, dass wir uns auch erstmal über Kooperationen angleichen und schauen, okay, Wie funktioniert denn jemand überhaupt dann im Kontext von dm, Wie wird er von der Community aufgenommen, nimmt man der Person ab, dass sie für glaubwürdige Gesichtskosmetik beispielsweise steht. Also, wir haben jetzt, um ein anderes Beispiel aufzugreifen, Wir haben mit der Susanne Krammer eine Kosmetik, eine Gesichtspflegemarke Hautsache. Ähnlichen Kooperationsmarken-Modell, aber die Susanne Krammer, aka Frau Beauty, so heißt ihr Kanal, die bringt schon eine gewisse Reichweite mit, aber jetzt keine Millionenreichweite. Aber sie hat eine brutale Expertise und eine sehr, sehr engage-te Community, die ihr das auch abnimmt. Und Susanne war jetzt schon über eine sehr lange Zeit auch mit dm verbunden, hat für dm als Expertin in verschiedenen Formaten agiert. Und so wussten wir dann auch aus der Community raus, dass da eine gewisse Resonanz da ist, Eine Glaubwürdigkeit mitgenommen wird. Und die Marke gibt es jetzt auch seit über einem Jahr. Die entwickelt sich auch Munter weiter. Und wir haben auch Marken entwickelt, da haben wir Millionen Reichweiten gehabt. Und die Marken waren von kurzzeitigem Hype geprägt und dann aber auch nicht mehr so erfolgreich. Und die sind heute nicht mehr im Sortiment. Also diese sukzessive Annäherung, aber vor allem auch dieses und austesten, Wie interagiert denn die Community, Wie ist die Resonanz. Das kann man schon machen, bevor man irgendwie in einem zweijährigen Zyklus Produkte und eine Marke konzipiert, was ja schon auch ein Invest ist, Sowohl, was die personellen Ressourcen dahinter angeht, Als dann auch alles, Was mit Agenturleistung, Herstellpartner, Produktentwicklung einhergeht.

Joël Kaczmarek: Habt Ihr so Prozentsätze, dass Ihr Sagen könnt, Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Produkt durch die Decke geht, Wenn das, das, das gecheckt wird, liegt bei 47. Höhen. Oder es ist auch manchmal so, also. Ich habe das, wenn ich titelteste. Im Newsletter mache, ich liege immer falsch. Ich liege immer falsch, weil ich ja der Beste ist. Na gut,

Adrian Martin: Bei jedmarke, die wir launchen oder bei jeder Produktserie, Es ist ja nicht immer gleich eine Marke, die wir launchen. Mit Partnern, haben wir natürlich maximale Erfolgserwartungen, Auch wenn wir bescheiden, in der Erfolgserwartung sind. Und manchmal braucht es auch eine gewisse Beharrlichkeit. Es kann, und manches wird auch erst später zu einem Erfolg. Aber wir haben auch Flo, Braten. Um solche Begriffe mit in den Raum zu stellen. Es gibt auch Flops, ganz klar, das kann auf Einzelproduktebene sein. Wir hatten auch bei Langhaarmädchen schon Produkte, die nicht funktioniert haben, Aber überwiegend funktionieren sie. Und dann tauscht man eben ab und entwickelt sich weiter.

Julia Schindelmann: Da muss ich immer an Adrian denken. Sorry, da muss ich reinfallen ins Wort. Ja, nee, weil du gesagt, hast, bei McDonalds oder bei Burger King, Bei irgendwelchen Fastfood-Ketten, hieß es auch immer, Die wollen alle den veganen Burger. Die Abfrage war. Unfassbar, irgendwie hier. 90 Prozent wollten den veganen, vegetarischen Burger und am Ende hatten kaum jemand gekauft. Das war zwar vor ein paar Jahren. Und so war es bei uns damals zum Beispiel mal mit einem festen Shampoo. Alle Schreien nach Nachhaltigkeit, Alle wollten ein festes Shampoo. Das war eines der härtesten Produkte, was wir hergestellt haben, wirklich über eineinhalb Jahre. Wir waren so stolz auf dieses Produkt und dann hat es sich nicht lange gehalten. Man Gas, man denkt, man macht es für die Community. Und es schreien doch alle da draußen, was auch immer dieses da draußen ist, nach Nachhaltigkeit. Und am Ende wollen aber alle doch wieder Shampoo aus der Flasche.

Joël Kaczmarek: Das hat Frank Thelen mal zu mir gesagt. Ich habe mal ein Startup gestartet, das war lustigerweise prä-Corona, Da habe ich sowas wie Zoom gebaut. Ich war meiner Zeit um drei Jahre oder vier Jahre voraus. Das gibt's. Und da hat er gesagt, Joël, Mann, Die Leute schreien nach Security, sie kaufen Sie aber nicht. Das ist mir so ein bisschen in Erinnerung geblieben. Ja,

Adrian Martin: das kennen wir auch.

Joël Kaczmarek: Ja,

Julia Schindelmann: gehört dazu.

Adrian Martin: Aber manchmal verpasst man auch ein Momentum, Das gehört auch dazu. Man ist nicht immer nur der Zeit voraus.

Joël Kaczmarek: Wie ist denn eigentlich so euer Bewegungsspielraum? Jetzt mal jenseits des Drogeriemarktes? Also, wenn ihr jetzt hingeht und sagt, keine Ahnung, ihr könnt. Kurse machen, Friseurkurse. Oder Ihr könntet eine Ausbildung verkaufen oder ihr macht Salons auf oder ihr internationalisiert. In Märkte, wo dem noch nicht ist. Was ist denn da so, Was dürft Ihr machen, Was macht ihr? Habt Ihr Ambitionen?

Julia Schindelmann: Kannst Du in das Gehirn meiner Mitgründerin blicken oder was? Also, seit wir in Australien sind, hat Mona so unfassbar viele mehr Träume gehabt. Wir haben sehr viel, innerhalb von dieser Langhaarmädchen-Welt schon umsetzen können. Wir haben aber auch super viel ausprobiert, wo wir gemerkt haben, Es wurde zum Flop zum Beispiel nochmal einen extra eigenen Online-Shop mit allen möglichen Langhaarmädchen-Dingen, weil der Fokus gefehlt hat. Und wir immer wieder gesagt haben, ey, Back to business. Zurück zu unseren langen Haaren. Wir müssen nicht alles mitnehmen. Wir dürfen nicht greedy werden. Wir sagen immer, das gehört alles zu lange mit in die Welt. Wir haben das alles ausprobiert. Aber, und da hilft uns dm schon auch immer stark, Fokus, Fokus, Fokus. Es geht dann, glaube ich, gar nicht darum, Manche Dinge hätten es auch geschafft, wenn man dran geblieben wäre, Aber man schafft einfach nicht zu viel auf einmal. Super viele Möglichkeiten. Der M ist da super offen. Wir haben da irgendwas mal festgehalten, in irgendeinem Vertrag, Aber die sagen einfach nur, hey, lasst uns drüber sprechen. Ja, so fühlt es sich bei euch an. Das ist so wundervoll. Hey, wenn da lange Mädchen draufsteht, lasst uns bitte, drüber sprechen. Wir müssen natürlich einen Haken hinter machen, aber wir haben denen noch nie irgendwas vorgestellt, wo sie gesagt haben, dürft ihr aber leider nicht. Und das ist die Freiheit, wo ich mir denke, so, ja, Das fühlt sich nach der richtigen Kooperation an. Haben wir zu den Richtigen entschieden.

Joël Kaczmarek: Ich mag immer diesen Satz, Hokus Pokus gibt den Fokus.

Julia Schindelmann: Ja,

Joël Kaczmarek: okay. Ja, weil ich habe lustigerweise, habe ich Tage auch ein Gespräch mit jemandem geführt, der verkauft so Halal-Süßigkeiten. Und ich fand total geil, wie der zu mir meinte, so ganz selbstverständlich, Ich lasse manche Umsätze liegen, und ich mache es aber auch ganz bewusst, weil wenn ich mich in manche Richtung entwickle, kann ich auch schon sehen, dann baue ich so einen Wasserkopf auf. Also Ich nehme doch lieber die Leute, die ich habe und gucke, Was kann ich damit noch für Geschäfte machen, als dass ich was komplett Neues aufbauen muss. Von daher spannend, dass ihr das auch so macht. Was darf ich denn von euch noch so erwarten? Also gefühlt habe ich jetzt schon ganz viel gelernt. Ich weiß jetzt schon, okay, Ihr fokussiert, was Ihr zusammen macht. Was sind so die großen Träume aus Australien? Und danach, die ihr noch umsetzen, wollt, die dem Fokus sozusagen, nicht zum Opfer fallen?

Julia Schindelmann: Also, ich bin jetzt Zweifach Mama. Und ich bin zumindest gerade in der Phase, dass ich Mona ab. Und zu den Schweigefuchs zeige. Darf man nicht mal zeigen, habe ich gehört. Mit diesen ganzen, weiß ich nicht, habe ich neulich gehört, auch Schweigefuchs, Wahrscheinlich ärgern sich die Füchse. Mona hat so viele mehr Ideen, wo ich gerade sage, schaffe ich gerade nicht. Und Mona, geilste Mitgründerin der Welt, sagt Völlig verständlich, Wir versuchen, jetzt dieses Jahr mal langsam zu machen. Wir haben noch viel vor, aber ich will auch irgendwie gerade mal angekommen sein. Ich glaube, das ist auch dieses richtig gefährliche Getriebensein, So wenn doch schon was geil läuft, dann das und das und das noch. Einmal eben Fokus, aber auch, Ich will mein Leben nicht verpassen. Ich will nicht irgendwann mit Burnout aufwachen. Ich, ähm... Ich will und ich merke das schon, das ist alles, verdammt viel, was wir da machen. Ich will nicht sagen, es ist Easy Zweifach Mama zu sein und nebenbei noch ein Unternehmen zu führen, was dann auch noch verdammt. Gut läuft, weil da gibt es extrem viel zu tun, Wenn es verdammt gut, läuft. Das will ich irgendwie nach außen hin nicht sein und nicht widerspiegeln. Das heißt, bei mir ist eher gerade Fokus on the good. Fokus auf das Wichtige und nicht eskalieren und den Momentum, der gerade da ist, auch irgendwo genießen.

Joël Kaczmarek: Voll reif, Voll gut.

Julia Schindelmann: Das ist die Persönlichkeitsentwicklung.

Adrian Martin: Das seid ja auch Role Models, Deswegen identifizieren sich viele auch zurecht mit euch. Und auch das ist wiederum was, was ich für sehr wichtig erachte von unserer Seite, dass wir euch da nicht betreiben.

Julia Schindelmann: Wir sagen dann immer für was. Das ist ja immer diese Illusion, erfolgreich, reich, glücklich. Aber sich darum zu kümmern, wirklich glücklich zu sein, Das ist auch nochmal innere Arbeit und heftige Arbeit, Die Raum und Zeit braucht.

Joël Kaczmarek: Das ist wie diese Fischer-Story, kennt ihr die? Da kommt ein Geschäftsmann in die Südsee und sieht einen Fischer. Zum 14 Uhr am Strand und genießt. Und so. Und dann sagt er, na, was machst du so? Ja, ich bin Fischer. Ach, wie sieht denn dein Leben aus? Ja, ich fahre morgens um 7 Uhr aufs Meer raus, Ich fange Fische und dann komme ich um 10 oder 11 wieder zurück, die meiner Frau, die kocht uns, was Leckeres zu essen und dann... Genieße ich den Tag und verbringe Zeit mit meiner Familie. Und dann sagt der Westerner Natürlich so, ja, aber warum machst du das den Nachmittag nicht? Auch noch? Ja, aber was soll ich machen? Dann kannst du mehr Fische fangen. Wenn du mehr Fische hast, was habe ich davon? Ja, dann kannst du Boote kaufen, dann kannst du einen Flotter aufmachen, dann kannst du Leute und dann kannst du noch mehr Fische fangen. Und wofür mache ich das dann? Na, damit du dann frei hast und genießen kannst. Ja, aber das mache ich doch schon.

Julia Schindelmann: Geil. Ja.

Joël Kaczmarek: Aber es ist schwer, finde ich, dieser Verführung nicht zu erleben. Ja,

Julia Schindelmann: es fällt wirklich schwerer, als man denkt, ja.

Joël Kaczmarek: Zumal ja auch man viel so Wertekostüme vorgelebt kriegt, finde ich. Also dieses, Ich brauche ein Haus, ich brauche 2,5 Kinder, ich brauche zwei Autos, sollte Elektro sein, Zack hast du Kostenraten, Zack bist du gezwungen und so.

Adrian Martin: Naja, Aber ihr seid ja trotzdem auch an vielen Stellen schwer zu bremsen. Siehe eigenen Salon, eigenen Bus, noch einen zweiten Bus. Und es hört nicht auf, das meine ich ja, aber es ist, weil es euch erfüllt.

Julia Schindelmann: Genau. Und deswegen gibt es uns Energie. Also entweder, Und das habe ich, Hat man die richtigen Menschen an seiner Seite, nicht nur in der Familie. Mein Mann, hast du vorhin gesehen, mit unserem Baby, der mich unterstützt und dabei ist. Dann meine Krasse Mitgründerin, mein Team und das krasse dann noch auf dm-Seite. Oder du hast halt, und das haben wir das Glück, dass wir beides haben, Dinge, Aufgaben, Projekte, die dir auch eine gewisse Energie geben und nicht nur nehmen. Und da sind wir sehr reich.

Joël Kaczmarek: Gut. Also dann lerne ich, ich pitche dir meine Kurzzeitjungs nächstes Jahr nochmal. Ich hätte gerne eine Yacht statt einen Bus, wenn es okay wäre, dass du dir das schon mal merkst.

Adrian Martin: Na, wenn du das belegen kannst, was die Story behind ist, was uns sprechen.

Joël Kaczmarek: Nein, ganz herzlichen Dank. Es hat Spaß gemacht. Auch wenn ich nicht so viele Zahlen gelernt habe, habe ich ganz viel Feeling und irgendwie so Haltung gelernt. Das finde ich schön. Das hat man ja nicht so oft in der Geschäftswelt. Ich glaube, das zeichnet euch beide irgendwie aus. Von daher drücke ich euch ganz fest die Daumen und sage ganz herzlichen Dank.

Adrian Martin: Vielen dank dir. Ganz herzlichen Dank an dich.

Joël Kaczmarek: Wow, das war ein inspirierendes Gespräch, oder? Denk dran, Abonnier den Podcast unbedingt, damit du keine Episode verpasst. Und teile ihn auch total gerne mit deinen Freunden oder Kollegen. Bis zum nächsten Mal. Bleib inspiriert und neugierig. Dein Joël. Und aufstehen, suchen und blasen. Und jetzt du.