Minh-Khai Phan-Thi: Auf und nicht zwischen den Stühlen sitzen
Wisdom Wednesday

Von einem Migrationshintergrund spricht die amtliche Statistik, wenn eine Person selbst oder mindestens ein Elternteil nicht mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren wurde. Der Begriff wurde eingeführt, um Teilhabe, Bildungswege und Arbeitsmarktchancen messbar zu machen. Er ist umstritten, weil er sehr unterschiedliche Lebensrealitäten in eine Kategorie zusammenfasst und Menschen dauerhaft als zugewandert markiert, auch wenn sie hier geboren und aufgewachsen sind.
BeispielStudien mit identischen Bewerbungsunterlagen zeigen, dass Personen mit erkennbar nichtdeutschem Namen seltener zum Vorstellungsgespräch eingeladen werden; manche Unternehmen führen deshalb anonymisierte Bewerbungsverfahren ein.